dachaigh

KurzgeschichteFantasy, Freundschaft / P16
07.02.2018
17.11.2019
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Hey,
das ist mein Beitrag zu dem Wichteln Im Schutze der Nacht von Emmice.
Mein Wichtelkind ist BunnyBrina und ich hoffe sehr, dass dir der Oneshot über Gred und Forge gefällt.
Außerdem geht mein Dank noch an TeeKay18, die für mich betagelesen hat.
Lg
Julie

Double, double toil and trouble


„Vielleicht kann ich ja mal wieder die Daumenschrauben verwenden, ich habe sie schon so lange niemandem mehr angelegt.“ Filchs meckerndes Lachen hallte durch die Gänge, weshalb Fred das Gesicht verzog.
Aber wer hatte auch ahnen können, dass der Hausmeister genau in dem Moment vorbeikam, in welchem die beiden gerade die Stinkbombe strategisch günstig platziert hatten?
Schließlich hatten Fred und George alles akribisch geplant, den Ort, die Zeit, sogar die Leute, die es treffen sollte und dann hatte Filch ihnen derart einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Es war bereits nach der Sperrstunde, beiden war absolut klar, es würde für diese Aktion richtig Ärger geben. Kein Wunder, dass Filch sich so übermäßig freute, endlich ein paar Übeltäter erwischt zu haben, schließlich hatte das Schuljahr gerade erst angefangen.
Eigentlich hatte Fred erwartet, dass der Hausmeister sie direkt und ohne Umwege zu Professor McGonagall bringen würde, schließlich war sie ihre Hauslehrerin, aber ganz offensichtlich hatte Filch andere Pläne.
Obwohl er sich normalerweise darüber aufregte, wenn Schüler mit dreckigen Schuhen durch die Gänge der Schule liefen, versank Filchs Büro im Chaos. Überall lagen irgendwelche Papiere herum oder konfiszierte Gegenstände.
„Hinsetzen.“
Fred konnte seinen angewiderten Blick nicht verhindern, als er leicht schockiert den Stuhl musterte, auf den Filch auffordernd gezeigt hatte.
Eigentlich war es ein ganz normaler Stuhl mit einer Polsterung, aber das rote Samt hatte dunkle Flecken, das Holz wirkte an einigen Stellen modrig und grün. Sonderlich stabil war der Stuhl garantiert nicht.
Als Fred sich doch setzte, knackte es unter ihm unangenehm, woraufhin sich sämtliche seiner Muskeln anspannten. Er hatte definitiv keine Lust herauszufinden, wie dreckig der Boden wirklich war.
„Jetzt werde ich Professor McGonagall benachrichtigen. Ihr solltet hoffen, dass ihr euer Nachsitzen nicht bei mir habt.“ Mit einem letzten fanatischen Grinsen, bei dem man seine gelblichen Zähne sah, drehte Filch sich um und mit einem Krachen fiel hinter ihm die Tür ins Schloss.
„Was, bei Merlin, haben wir bitte falsch gemacht?“
Fred zuckte nur mit den Schultern: „Ich habe absolut keine Ahnung. Vielleicht hat uns Peeves ja verpetzt.“
Am Anfang hatten sie beide noch gehofft, dass sie mit Peeves eine Art Allianz oder Bündnis eingehen konnten, schließlich war er ein Poltergeist und ärgerte selbst gerne Schüler und Lehrer, aber der Geist war einfach kein Teamplayer.
Seufzend schaute Fred sich weiter in dem Büro um. Ein riesiger Schrank mit ebenfalls riesigen Schubladen zog seine Aufmerksamkeit auf sich, überall klebten ein Etikett, die den Inhalt angaben.
Um Filchs krakelige Schrift zu entziffern, musste Fred sich ein Stückchen nach vorne beugen und wie auf Kommando knarzte es unter ihm bedrohlich.
„George, schau mal.“
Kurz las George die Inschrift, dann begann er zu grinsen.
„Ich weiß genau, was du denkst. Aber wir müssen uns beeilen...“
„… Filch wird bald wieder hier sein.“
Vorsichtig, schließlich wollte Fred die Stinkbombe nur ungern beschädigen, zog er sie aus der Hosentasche und platzierte sie auf dem übervollen Schreibtisch.
Dann konnte er auch schon Schritte hören, die sich rasch dem Büro des Hausmeisters näherten.
Nur ein paar Momente später stolperte Fred aus dem engen Raum, seine Augen tränten und waren mittlerweile garantiert gerötet. Es war jedes Mal wieder verblüffend, wie viel Gestank in so einer kleinen runden Kugel stecken konnte.
Er war so intensiv, dass Fred beinahe das Gefühl hatte, tatsächlich Mist und faule Eier zu schmecken. Andererseits war er bisher auch noch nie so nah an einer explodierenden Stinkbombe gewesen.
Teilweise hing die Flüssigkeit sogar in seiner Kleidung. Zum Glück besaß Fred noch eine Ersatzuniform, denn diese konnte er garantiert wegschmeißen.
Jetzt blieb es ihm nur noch übrig zu hoffen, dass es George gelungen war, etwas sinnvolles, mit dem sie etwas anfangen konnten, aus der Schublade zu klauen.
„Könnten Sie mir bitte verraten, was Sie jetzt schon wieder gemacht haben?“
Erschrocken zuckte Fred zusammen, er hatte ganz vergessen, dass er Professor McGongall direkt vor die Füße gefallen war, die jetzt mit in die Hüfte gestemmten Händen auf ihn herunter sah.
Augenblicklich wurde Freds Kehle trocken, genau wie Snape musste die Lehrerin für Verwandlung sich überhaupt nicht anstrengen oder gar schreien, um sich Respekt zu verschaffen.
„Es war ein Versehen, Professor.“
Obwohl George seinen allerbesten Welpenblick aufgelegt hatte, der sogar ihre Mutter überzeugen konnte, war es mehr als offensichtlich, dass Professor McGonagall ihm so gar nicht glaubte.
„Zwei Monate nachsitzen und zwar zweimal die Woche bei mir. Verschwinden Sie jetzt in Ihre Betten und bei Merlins Willen, waschen Sie sich.“
Damit drehte sich die Professorin um, während Filch leise vor sich hin fluchte. Kein Wunder, sein Büro würde er wohl die nächsten Wochen nicht mehr betreten können.

~*~


„Und, hast du etwas brauchbares gefunden?“
Noch mit nassen Haaren hatte Fred sich zu George auf das Bett gesellt und sah ihn abwartend an. Zwei Monate Nachsitzen waren schließlich eine Menge.
Oh oh, den Gesichtsausdruck kannte Fred selbst nur zu gut, anscheinend hatte ihre diesmal wirklich nicht geplante, sondern spontane Aktion nichts gebracht.
„Ein Stück Pergament?“ Fassungslos sah Fred das fleckige Papier an, während George nur hilflos mit den Schultern zuckte.
„Wieso hat Filch Pergament in einer Schublade mit angeblich gefährlichen Gegenständen?“
Klar, man konnte argumentieren, dass der Hausmeister nicht der ordentlichste war, schließlich bestanden seine Prioritäten daraus, seine nervige Katze zu bemuttern und Schüler zu verdächtigen. Auch wenn einige es verdient hatten, so wie sie.
„Nein, das war garantiert kein Zufall.“ George klang zwar nicht so zuversichtlich wie sonst, aber es reichte, um Fred zu überzeugen.
Morgen würden sie sich genauer mit dem Stück Pergament auseinander setzen, aber jetzt brauchte Fred dringend seinen Schlaf. Es war erstaunlich anstrengend, erst einen Streich zu planen, erwischt zu werden und anschließend noch einmal eine Stinkbombe zu zünden.

~*~


„Das ist jetzt schon die fünfte Frage, die Sie mir zu magischen Objekten stellen.“ Obwohl Professor McGonagalls Tonfall recht gleichgültig war, war es mehr als offensichtlich, dass sie mittlerweile misstrauisch war.
Kein Wunder, schließlich waren weder Fred noch George dafür bekannt, sich besonders am Unterricht zu beteiligen.
„Wir sind eben sehr motiviert“, entgegnete Fred, während er sich bemühte, eine möglichst ehrliche Miene zur Schau zu stellen.
Es wäre definitiv besser, wenn Professor McGonagall nicht vermuten würde, dass sie etwas aus Filchs Büro geklaut hatten.
„Verstehen Sie mich nicht falsch, ich freue mich selbstverständlich, wenn Sie sich motiviert fühlen, aber wir behandeln im Moment ein vollständig anderes Thema.“
Fred konnte spüren, wie sein Herz immer schneller schlug, Professor McGonagall war einfach viel zu gut darin, Lügner zu erkennen.
Die anderen Schüler begannen unruhig zu werden, einige scharrten mit den Füßen und das Getuschel wurde ebenfalls langsam lauter. Etwas, das Professor McGonagall sowieso schon nicht leiden konnte, aber jetzt war sie durch die ständige Unterbrechung deutlich genervt.
Aus dem Augenwinkel heraus konnte Fred erkennen, wie George sich auf dem Tisch aufstützte und sich verschwörerisch ein Stück nach vorne beugte. Automatisch spiegelte Fred die Bewegung und lehnte sich ebenfalls nach vorne.
Professor McGonagall zog irritiert eine Augenbraue hoch, sagte aber nichts.
„Bitte, Professor, Sie müssen uns einfach helfen.“ Würde Fred seinen Bruder nicht so gut kennen, hätte er ihm den bittenden, fast schon verzweifelt wirkenden Tonfall garantiert abgenommen.
Bevor die Professorin etwas antworten konnte, sprach George auch schon weiter: „Wissen Sie, wir arbeiten da an einem speziellen Projekt und dafür brauchen wir ein bisschen Unterstützung.“
„Ein Projekt?“ Noch immer klang Professor McGonagall misstrauisch, aber anscheinend hatte George es geschafft, ihre Neugierde zu wecken.
Fred nickte so heftig, dass er seine Nackenwirbel einmal unangenehm knacken hörte, aber offensichtlich reichte es aus, um Professor McGonagall von seinem Enthusiasmus zu überzeugen.
„Na fein. Bleiben Sie nach dem Unterricht noch ein paar Minuten da und ich werde Ihnen einige Lektüren empfehlen. Allerdings erwarte ich, dass Sie das mysteriöse Projekt, an dem Sie arbeiten, präsentieren. Und zwar vor der Klasse.“
Beinahe sofort schwand die Erleichterung wieder und Fred wechselte mit George einen entsetzten Blick.
Wo sollten sie auf die Stelle ein echtes Projekt herbekommen? Eines, dass sie Professor McGonagall präsentieren konnten, ohne dass ihnen diese den Kopf abriss?

~*~


„Ich glaube, ich habe etwas gefunden.“
Erleichtert sah Fred von dem Buch auf, in dem er seit über einer halben Stunde herumblätterte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass die Bücher, die ihnen Professor McGonagall ihnen empfohlen hatte, so eine harte Lektüre werden würden.
Er erhob sich von seiner Position am Boden, es war sowieso unbequem geworden, und setzte sich neben George auf das Bett.
„Hier, schau.“ George deutete auf eine Passage und Fred beugte sich nach vorne, um sie besser entziffern zu können.

Der Zauber Specialis revelio bringt verzauberte Objekte dazu, ihre magischen Fähigkeiten zu offenbaren.

„Wir sollten es auf jeden Fall versuchen.“
George zog das Stück Pergament unter seinem Kopfkissen hervor, schließlich sollte es nicht zufällig einer ihrer Mitbewohner finden, und legte es sorgfältig zwischen sie.
Dann griff er nach seinem Zauberstab, bevor er kurz zögerte: „Du oder ich?“
Fred zuckte nur mit den Schultern: „Versuch du es, du hast den Spruch ja auch gefunden.“
George räusperte sich, dann sprach er mit klarer Stimme den Zauberspruch: „Specialis revelio.“
Für einen kurzen Moment tat sich gar nichts, dann bildeten sich langsam schwarze Flecken, wie von Tinte, die allmählich Buchstaben formten.

Die Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone sind über diesen Versuch ein wenig enttäuscht, aber erwarten in Zukunft mehr Engagement von Fred und George Weasley.

„Was?“
„Woher weiß das Teil unsere Namen?“
Es war ein unheimliches Gefühl, dass ein einfach wirkendes Stück Pergament den eigenen Namen kannte.
Fred spürte, wie sein Puls in die Höhe schoss und die Innenfläche seiner Hände wurden feucht.
„Ich habe keine Ahnung“, flüsterte er, während sich gleichzeitig neue Wörter bildeten.

Die Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone möchten die Herren Weasley darüber informieren, dass sie über jeden im Schloss und den Ländereien von Hogwarts Bescheid wissen.

Wer auch immer diese Männer waren, Fred hatte noch nie von ihnen gehört, obwohl er sogar von Percy dazu gezwungen worden war, eine Geschichte Hogwarts‘ zu lesen.
Also konnte es niemand sein, der in der Schule eine größere Rolle gespielt hatte, vermutlich waren es auch keine ehemaligen Professoren.

~*~


Die nächsten Wochen verbrachten Fred und George damit, in jeder freien Minute mit dem Pergament zu kommunizieren. Es war eine meisterhafte Arbeit, irgendjemand hatte es geschafft, dem Pergament eine echte Identität zu verleihen.
Es antwortete nicht nur, es begann teilweise neue Gespräche oder sprach neue Themen an.
Ganz offensichtlich versuchte es ihnen Hinweise zur Entschlüsselung zu geben, aber irgendwie hatte Fred allmählich das Gefühl, dass sie einfach zu dumm dafür waren.
Obwohl ihnen ein Hinweis nach dem anderen praktisch vor die Füße geworfen wurde, kam Fred es so vor, als würde er auf verschiedene Puzzlestücke blicken, die einfach nicht zusammen passten.

~*~


„Das ist…
… so unglaublich. So etwas kann es doch gar nicht geben.“
Fasziniert musterte Fred diese unglaubliche Karte. Es war alles eingezeichnet, das komplette Schloss, die Ländereien, sogar Teile des Verbotenen Waldes.

Die Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone präsentieren voller Stolz die Karte des Rumtreibers

„Schau mal.“ George deutete auf ein paar Schuhabdrücke, die emsig im ewig gleichen Zimmer auf und ab liefen.
„Das ist Dumbledore.“
Es war einerseits merkwürdig, den Schulleiter indirekt in seinem Büro zu beobachten, aber andererseits konnten sie auch sonst jede einzelne Person auf dem verzeichneten Gelände sehen.
„Ich möchte mich ja nicht zu weit aus dem Fenster hängen, Freddie, aber ich glaube, wir werden so schnell nicht mehr erwischt werden.“
Als Antwort grinste Fred nur, es eröffneten sich ihnen ganz neue Möglichkeiten. Nach den wirklich aufschlussreichen Gesprächen mit den Rumtreibern, wie sich die Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone teilweise selbst betitelt hatten, konnten die beiden sich sicher sein, dass Filch nicht wusste, was ihm durch die Lappen gegangen war.
„Wir sollten die Karte testen und zwar jetzt.“ Schwungvoll sprang George vom Bett und der Boden quietschte laut unter seinen Füßen.
Erschrocken hielt Fred die Luft an.
„Sei leise, wir wollen doch keinen der anderen wecken.“
Ohne übermäßig viele Geräusche schlichen sich die beiden aus dem Schlafsaal, alle paar Schritte wurde die Karte kontrolliert, aber jeder blieb in seinem Bett, da wo er hingehörte.
Das laute Schnarchen der Fetten Dame war nicht zu überhören, aber glücklicherweise wachte sie nicht auf, während sie vorsichtig das Portrait zur Seite schoben.
„Anscheinend machen heute Snape und Professor Flitwick die Patrouille.“
Fasziniert beobachtete Fred, wie die Lehrer langsam ihre Runden drehten, dann fiel sein Blick auf einen Geheimgang.
„Wollen wir das mal näher betrachten?“
Zustimmend nickte George.
Nach ein paar Minuten hatten sie es bis zur Statue der buckligen Hexe geschafft.
Fred zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf das Steingebilde: „Dissendium.“
Mit einem lauten Knirschen bewegte sich die Statue beiseite und gab den Blick auf einen dunklen Gang frei. Laut Karte würde dieser bis in den Keller des Honigtopfes in Hogsmeade führen.
Für den Rest der Nacht schlichen Fred und George durch die Korridore der Schule, um so viele Ecken wie möglich zu erkunden, die ihnen ohne die Karte bisher verborgen geblieben waren.
Ab und zu mussten sie sich in kleine Besenkammern oder Verstecke hinter Wandbehängen ducken, um Geistern oder Filch auszuweichen, aber ansonsten schafften die beiden es ohne Unterbrechungen, fast das ganze Schulgebäude zu durchkämmen.
Sicher, am nächsten Morgen konnte Fred während dem Frühstück und auch während dem Unterricht kaum die Augen offenhalten, aber das war es wert. In Zukunft würde das Planen und Spielen von Streichen so viel einfacher werden.
Zumindest nachdem sie sich ein Projekt ausgedacht hatten, dass sie Professor McGonagall präsentieren konnten.
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