dachaigh

KurzgeschichteFantasy, Freundschaft / P16
07.02.2018
11.02.2019
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Hey,
das ist mein Beitrag zum Wichteln Meine Vorgabe - Dein Pairing von Augurey.
Da mein Wichtelkind leider abgesprungen ist, widme ich diesen Oneshot jetzt azr morpheus, die sich noch als Ersatzschreiberling betätigt und hoffe, er gefällt dir und natürlich auch allen anderen.
Lg
Julie


I can‘t destroy what isn‘t there


„Du meine Güte, du sollst doch nicht in Socken die Treppe herunterlaufen.“
Obwohl ihre Mutter ihr einen strengen Blick zuwarf, konnte Hermine sich nicht wirklich darauf konzentrieren.
Natürlich wusste sie, dass es nicht die klügste Idee war, in flauschigen Wollsocken die Treppe herunterzurennen, aber sie hatte die untrügliche Silhouette einer Eule am Himmel gesehen und sie wartete schon seit Tagen auf dieses Brief.
„Entschuldige Mum, ich werde in Zukunft mehr darauf achten.“
Zufrieden nickte ihre Mutter und Hermine schlüpfte an ihr vorbei in die Küche.
Wie immer um diese Uhrzeit an einem Sonntagmorgen saß ihr Vater am Tisch und trank seinen Kaffee, während er die Zeitung las.
Tatsächlich ertönte vom Fenster her schon ein penetrantes Klopfen und Hermine konnte den ihr vertrauten Uhu sehen.
Schnell öffnete sie ihm das Fenster, Fjodor konnte mitunter sehr ungeduldig werden, wenn man ihn nicht schnell genug hereinließ.
Auffordernd streckte er Hermine das Bein hin, an dem fein säuberlich ein Brief befestigt war. Vorsichtig begann sie den Knoten zu lösen; obwohl Fjodor ihr jetzt schon recht viele Briefe gebracht hatte, traute sie ihm immer noch nicht so ganz.
Als er Hermine das erste Mal eine Nachricht überbracht hatte und sie versucht hatte, ihm das Papier abzunehmen, hatte Fjodor ihr kurzerhand in den Finger gehackt.
Diesmal war er aber brav, weshalb Hermine ihn mit einem Eulenkeks belohnte.
„Es würde mich ja wirklich interessieren, welcher Junge dich so zum Strahlen bringt.“ Ihr Vater hatte seine Zeitung beiseite gelegt und musterte Hermine lächelnd über seine Brille hinweg.
„Ihr werdet ihn schon noch kennenlernen“, wich Hermine ihm aus. Wie sollte sie ihren Eltern auch bitte erklären, dass der Junge, der ihr ständig schrieb, kein anderer war als Draco Malfoy, über den sie sich jahrelang aufgeregt hatte?
Langsam nickte ihre Mutter: „Das möchte ich auch hoffen, junge Dame.“
Abwartend wippte Hermine von einem Fuß auf den anderen, weshalb ihre Mutter anfing zu lächeln: „Na verschwinde schon, du Geheimniskrämerin.“
Erleichtert schlüpfte Hermine wieder aus der Küche und machte sich so schnell wie möglich auf den Weg nach oben.
In ihrem Zimmer angekommen verzog sie sich mit dem Brief auf ihr Bett. Nachdem Hermine sich ordentlich in ihre Lieblingsdecke eingekuschelt hatte, öffnete sie den Umschlag.

Granger

Irritiert runzelte Hermine ihre Stirn. Diese Anrede war in den letzten Monaten definitiv nicht seine bevorzugte gewesen.

Granger
Es tut mir leid, dass so zu machen, aber anders geht es nicht.

Hier stimmte etwas so ganz und gar nicht.
Vielleicht hatten ja Dracos Eltern irgendwie von ihrem Briefwechsel erfahren, aber wie? Außer sie hatten tatsächlich in ihren Angelegenheiten herumgeschnüffelt.
Andererseits konnte Hermine sich nicht wirklich vorstellen, dass sich Narcissa Malfoy dazu herabließ, sich die Mühe zu geben und eine Eule abzufangen.
Kurz schüttelte Hermine den Kopf, bevor sie sich wieder dem Brief widmete.

Im neuen Schuljahr werden wir uns nicht mehr sehen. Glaube mir, das ist besser für dich.
D. M.

Es fühlte sich an, als hätte man ihr einen Eimer eiskaltes Wasser übergekippt.
Fassungslos starrte Hermine die geschwungene Schrift an. Das konnte nicht sein Ernst sein. Draco Malfoy hatte sie nicht gerade mit einem Brief abserviert. Was sollte das?
„Hermine, Schätzchen, ist alles in Ordnung?“
Langsam sah Hermine von dem Brief auf zu ihrer Mutter, die in der Tür stand. Sobald diese ihre Tränen entdeckte, wurde Hermine auch schon in den Arm genommen.
„Er hat Schluss gemacht“, flüsterte sie, während sie sich so eng wie möglich an ihre Mutter kuschelte. Obwohl Hermine kein kleines Mädchen mehr war, wirkte das Parfüm ihrer Mum immer noch beruhigend auf sie. Sanft wurde ihr über das Haar gestreichelt.
„Und weißt du, warum er das gemacht hat?“
„Nein, ich weiß es nicht“, schniefte Hermine, gleichzeitig zerknüllte sie den Brief in ihrer Hand.
Angestrengt überlegte sie, aber Hermine fiel beim besten Willen nichts ein, was Draco dazu bringen könnte.
Alles war vollkommen harmonisch verlaufen; sie hatten sich zwar seit dem Anfang der Sommerferien nicht mehr gesehen, da Draco die Zeit in Frankreich verbrachte, aber dafür hatten sie sich regelmäßig geschrieben.

~*~


Hastig schmiss Hermine ihr Zaubertrankbuch, die Schreibfeder und das Tintenfässchen in ihre Umhängetasche, obwohl das normalerweise so gar nicht ihre Art war.
Aber schließlich wollte sie Draco vor dem nächsten Unterricht noch unbedingt abfangen, um ihn endlich zur Rede zu stellen.
Bisher war er Hermine immer geschickt aus dem Weg gegangen, aber jetzt war sie endlich im Vorteil. Er musste nämlich noch sämtliche Zutaten und Arbeitsgegenstände wegräumen, bevor er den Klassensaal verlassen konnte. Schließlich wollte er keinen langatmigen Vortrag von Slughorn über sich ergehen lassen.
Dank Harrys Karte des Rumtreibers hatte Hermine den perfekten Überblick über sämtliche Besenkammern oder Geheimgangeingänge, die sie nutzen konnte, um Draco aufzulauern.
Sicherlich war das nicht die beste Idee, aber mittlerweile war Hermine einfach mit ihrem Latein am Ende. Auf ihre Schreiben reagierte er nicht und sie konnte ihn schließlich schlecht einfach mitten auf dem Gang ansprechen.
Tatsächlich schaffte sie es, hinter einem Wandvorhang zu verschwinden, aber nur unter starkem Protest der abgebildeten Hexe. Deshalb blieb Hermine nichts anderes übrig, als sie mit einem Zauber zu belegen. Schließlich wollte sie nicht, dass das Gezeter Draco irgendwie auf sie aufmerksam machte.
Die Besenkammer war sogar größer, als Hermine gedacht hatte, weshalb sie ihre Umhängetasche kurzerhand in eine der Ecken legte. Anschließend warf sie noch einmal einen kurzen Blick auf den Zauberspruch, den Hermine nach ausgiebiger Recherche in der Bibliothek gefunden hatte.
Jetzt musste Hermine nur noch warten, bis Draco endlich den Klassensaal verließ und dann den perfekten Moment abpassen.
Durch einen winzigen Spalt konnte Hermine in den Gang spähen und war einmal mehr froh, dass Ron und Harry sich mittlerweile schon nicht einmal mehr wunderten, wenn sie den Unterricht so schnell wie möglich verließ.
Ansonsten hätten die beiden sie garantiert bei ihrem Vorhaben ertappt. Um sich noch mehr abzusichern, hatte Hermine sich auch von Harry die Karte des Rumtreibers geliehen.
Nachdem ihre Freunde lauthals schwatzend an ihrer Lücke vorbei gelaufen waren, kamen auch schon die Slytherins. Zu Hermines Glück war Draco ganz am Ende der Gruppe.
Mit einem schnellen Ruck packte sie Draco, dann versiegelte sie mit einem schnellen Wedeln ihres Zauberstabs den Wandbehang, noch bevor er auch noch einen Mucks von sich geben konnte.
Erst dann löste Hermine den Klammergriff um Dracos Handgelenk, der sie vollkommen fassungslos ansah.
„Was, bei Merlins verfluchter Unterhose, soll das, Granger?“
Obwohl Hermine schon früher jede Menge Auseinandersetzungen mit Draco gehabt hatte, lief es ihr auch dieses Mal kalt den Rücken herunter, als er sie wütend anfunkelte.
„Wir müssen reden.“
Draco machte noch einen Schritt auf sie zu, soweit es in der kleinen Kammer eben möglich war, und überragte Hermine jetzt noch bedrohlicher.
„Wir haben rein gar nichts zu bereden“, fauchte er, bevor er sich umdrehte und mit voller Wucht gegen den jetzt soliden Wandteppich trat.
Hermine atmete einmal tief durch, bevor sie den Brief aus ihrer Tasche kramte, den sie schon mit sich herumtrug, seit sie ihn bekommen hatte.
Mit ihm vor Dracos Nase herumwedelnd antwortete sie: „Doch, ich glaube schon. Wieso hast du mir nicht zurückgeschrieben?“
„Weil es nichts zu sagen gibt, deshalb.“
Anscheinend hatte er sich wieder ein bisschen beruhigt; zumindest wirkte Draco nicht mehr so, als würde er den verzauberten Durchgang gleich mit bloßen Händen einreißen.
„Kannst du mir nicht einfach sagen, was los ist?“
„Das geht dich rein gar nichts mehr an, Granger.“
Hermine spürte, wie ihr wieder die Tränen kamen. War es so falsch von ihr, dass sie eine Erklärung von ihm wollte? Sie hatten sich immerhin monatelang alles mögliche anvertraut.
„Aber wahrscheinlich sollte ich mich geehrt fühlen, weil du sogar bereit bist, hierfür den Anfang der nächsten Stunde zu verpassen.“
Erneut atmete Hermine kontrolliert, sie wollte sich auf keinen Fall die Blöße geben und vor ihm weinen, egal wie sehr Draco versuchte, sie zu provozieren.
„Ich will einfach nur eine Antwort. Das schuldest du mir.“
„Na schön, ich will einfach nichts mehr mit dir zu tun haben, Granger. Bist du jetzt zufrieden?“
Nein, war sie natürlich nicht. Das hatte er vermutlich auch nicht erwartet, sein spöttischer Tonfall verriet ihn.
„Ich glaube dir nicht.“
„Du glaubst also nicht, dass ich ein Arschloch sein kann, dass dich per Brief abserviert?“
Herausfordernd zog Draco eine Augenbraue nach oben und Hermine musste sich zusammenreißen, um nicht auszurasten.
„Doch, denke ich schon, aber du verschweigst mir irgendetwas.“
Es war nur ein winziges Zucken seiner Augen, aber Hermine, die schon die ganze Zeit seine Mimik beobachtete, fiel es trotzdem auf. Also sprach Draco tatsächlich nicht die ganze Wahrheit.
Für einen kurzen Moment schien er mit sich zu ringen, bevor er sich von ihr abwandte und sich nervös durch die Haare fuhr.
Jetzt war Hermine definitiv davon überzeugt, dass etwas so gar nicht stimmte und deshalb würde sie erst recht nicht lockerlassen, bis er ihr die Wahrheit gesagt hatte.
„Ist etwas in den Ferien passiert?“
Auch wenn Draco nichts mehr sagte, die Art und Weise, wie sich seine Schulter verspannten, sagte ihr schon genug. Hermine war anscheinend auf dem richtigen Weg.
Urplötzlich fiel ihr etwas ein, dass Dracos Sinneswandel hätte beeinflussen können und bei diesem Gedanken lief es Hermine eiskalt den Rücken herunter.
„Haben deine Eltern etwas herausgefunden?“
Draco drehte sich so ruckartig herum, dass Hermine erschrocken zusammenzuckte.
„Nein, haben sie nicht und deswegen können wir verdammt froh sein.“
Irritiert runzelte Hermine die Stirn, jetzt verstand sie gar nichts mehr. Gerade tat er noch so, als wäre es ihm total egal, wie es um sie stand und nun wieder diese Umkehr.
Sie wollte gerade genauer nachhaken, als Draco sie an den Oberarmen packte und näher an sich heranzog.
„Bitte, Hermine, lass es einfach gut sein.“
Tatsächlich wirkte sein Gesichtsausdruck jetzt fast schon panisch, Draco sah sich sogar kurz um, als erwartete er, dass jemand hinter ihm stand.
„In den Ferien… Es haben sich Dinge ergeben, die ich so einfach nicht erwartet habe. Deshalb ist es besser, wenn das hier, das zwischen uns, vorbei ist. Hast du das verstanden?“
Draco wartete die Antwort der völlig verdatterten Hermine gar nicht mehr ab, sondern wandte sich dem versteinerten Wandumhang zu und murmelte mit gezücktem Zauberstab: „Finite Incantatem.“
Sofort war der Durchgang wieder passierbar und Draco verschwand, bevor Hermine noch etwas sagen konnte.
Für ihn war die ganze Angelegenheit anscheinend damit erledigt, aber für Hermine hatte es gerade erst angefangen. Sie würde so schnell nicht aufgeben und herausfinden, was genau vor sich ging.

~*~


Auf dem Weg zum Zauberkunstunterricht rieb Draco sich abwesend über den linken Unterarm.
Obwohl das Dunkle Mal schon lange nicht mehr schmerzte, seit man es ihm verpasst hatte, erinnerte es ihn doch stetig daran, wie sein Leben jetzt aussah.
Er war mit einem Mann verbunden, der nur seinen Vater hatte bestrafen wollen, hatte eine nahezu unmögliche Aufgabe zu erfüllen und um Hermine nicht noch mehr in Gefahr zu bringen, als sie es ohnehin schon war, hatte er die bisher schwerste Entscheidung seines Lebens getroffen.
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