Und ich war wieder da....

von Rockerin
GeschichteDrama, Romanze / P18
Christian "Föhre" Foerer OC (Own Character)
06.02.2018
06.08.2019
8
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Mein Name ist Katja, ich bin 30 Jahre alt und komme ursprünglich aus Brixen Südtirol. Meine Eltern führten da ein Restaurant und so war für mich schnell klar, dass ich ein Kochausbildung machen werde. Bereits als kleines Mädchen habe ich meiner Mama immer in der Küche geholfen, die mit viel Leidenschaft tolle Menüs gezaubert hat und dadurch wurde das Kochen auch zu einer grossen Leidenschaft von mir. Ich mag es aber nicht nur gerne, sondern bin auch wirklich gut und so bekam ich bald nach meiner Ausbildung verschiedene Jobangebote aus aller Welt.

Es war damals keine einfache Entscheidung, gerade eben war mein grosses Vorbild, meine Mutter, an Krebs gestorben und das Verhältnis zu meinem Vater wurde immer schwieriger. Er verschloss sich immer mehr und wir stritten oft. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte meinen Vater unterstützen und für ihn da sein, musste aber gleichzeitig auch mit dem grossen Verlust und meiner eigenen Trauer fertig werden. Wir stritten uns über Kleinigkeiten. Ich durfte meine Ideen nicht einbringen. Mein Vater wollte unbedingt, dass alles so blieb wie meine Mutter es immer gemacht hatte. Kein einziges Rezept durfte geändert oder auch nur ein bisschen angepasst werden. Es wurde mir alles zu viel und ich entschied mich einen Job im Ausland anzunehmen. Das gefiel meinem Vater natürlich gar nicht, war ich doch gerade erst 20 geworden, doch meine Oma unterstützte mich voll und ganz. Ich musste einfach weg von meiner gewohnten Umgebung. So entschied ich mich dann einen Job in Kanada in einem Hotel inmitten der Rocky Mountains anzunehmen.

Es war eine tolle Erfahrung. Ich lernte viel und konnte kreativ sein und so langsam aber sicher fand ich zurück ins Leben. Ich traf da auch meine grosse Liebe, einen Schweizer namens Thomas. Er war zwar 10 Jahre älter als ich, doch es passte irgendwie trotzdem alles zwischen uns. Deshalb zögerte ich auch nicht lange, als er in der Schweiz den Betrieb im familieneigenen 5-Sterne-Hotel übernehmen sollte und er mich natürlich in der Küche haben wollte. Wir zogen in ein tolles, grosses Haus mitten in den Bergen, ich ging meiner Leidenschaft nach und lernte da auch meine nun beste Freundin Daniela kennen. Vor ein paar Monaten dann, machte mir Thomas einen Heiratsantrag und wir steckten mitten in den Hochzeitsvorbereitungen. Es war alles perfekt, dachte ich zumindest.

Doch eines Abends, ich ging früher nach Hause weil mich eine Erkältung plagte, erwischte ich Thomas mit einer anderen Frau in unserem Bett. Es war eine der Kellnerinnen, die mit uns aus Kanada mitgekommen war. Es stellte sich heraus, dass die Affäre bereits dort begonnen hat und mich Thomas seit Jahren betrügte. Für mich brach erneut eine Welt zusammen. Ich stand am Nullpunkt und wusste nicht mehr weiter. Ich zog dann erstmal zu Daniela und machte mich auf die Suche nach einem neuen Job. Die Arbeit gefiel mir hier, wir hatten ein tolles Team und es fiel mir schwer alles aufzugeben. Aber ich bin der Liebe wegen in die Schweiz gezogen und Thomas täglich über den Weg zu laufen, wurde für mich unerträglich. Er flehte mich an zu bleiben. Er werde alles wieder gut machen. Er liebe doch nur mich. Blablabla…. In Wahrheit brauchte er mich nur für seine Küche und sein Ansehen. Ich konnte über die Jahre einige Preise gewinnen und das ist wohl das Einzige was er wirklich an mir liebt.

Das Hotel in Kanada wollte mich sofort wieder engagieren, doch ich wollte nicht mehr so weit weg. Trotzallem liebe ich meinen Vater und auch er wird nicht mehr jünger und ich wollte irgendwo in seiner Nähe sein. Wichtig war für mich auch, dass ich weiterhin mit Daniela zusammenarbeiten konnte. Wir waren ein tolles Team, beruflich und auch privat unterstützen wir uns gegenseitig. Sie war gelernte Confiseurin und zauberte die tollsten Desserts und so ergänzten wir uns bei den Menüs grossartig. Auch privat gingen wir immer durch dick und dünn und konnten aufeinander zählen. Wir waren wie Schwestern und daran sollte sich auch nichts ändern.

Die nächsten Wochen zog ich mich so gut es ging zurück. Ich ging arbeiten, doch verkroch mich danach sofort wieder zu Hause und versuchte Thomas so gut es ging zu ignorieren. In meinen eigenen vier Wänden, naja eigentlich in Danielas, schrieb ich Bewerbungen und versendete diese an Restaurants und Hotels in halb Europa.
Die Antworten liessen nicht lange auf sich warten und ein Angebot klang besonders verlockend. Ein modernes 5-Sterne-Hotel mitten in Berlin. Halt doch etwas weiter weg von meiner Heimat, aber es wurde mir garantiert, dass ich meine Kreativität ausleben darf und auch Daniela wollten sie unbedingt mit dabei haben. So überlegten wir nicht lange und buchten einen Flug nach Berlin, um uns dort vorzustellen.
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