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Fire Evolution- Unter der Sonne der Steppe

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
06.02.2018
22.07.2018
2
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06.02.2018 1.735
 
Shigure Akt


Es war ein, grauer bewölkter Morgen, und die schwüle Hitze, die sich unter der Wolkendecke staute, drückte auf die karge Landschaft nieder.
Shigure erreichte eine kleine Anhöhe und blickte sich in dem für ihn unbekannten Gelände um. Eine leichte Brise, die trockenes Gras aufgewirbelt hatte, brachte den junge Mann zum Husten und er musste kurz seine goldenen Augen schließen, um sich vor dem Staub zu schützen.
Der Blauhaarige spürte an seiner linken Hand, welche an dem Hals seines getreuen Reittieres lag, dass sein Pegasus Angst hatte, vor was konnte der junge Mann aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen.
„Ob sie etwas hört?“
Erneut blickte sich Shigure um, aber außer vereinzelten, vertrockneten Bäumen und dem Zirpen von Grillen war nichts zu sehen oder zu hören.
Um sein schneeweißes Ross zu beruhigen strich er beruhigend und langsam über den Hals und die Mähne seines Tieres und legte den Kopf gegen den Kopf seines Tieres.
Leise flüsterte der Luftritter, auch wenn er selbst von seinen Worten nicht überzeugt war: „Alles ist gut. Wir werden hier schnell raus finden und zurück zur Astralebene kommen.“
Der junge Mann fragte sich immer noch wie er überhaupt hier her gekommen war. Wie gewohnt hatte der Goldäugige das Portal zur Astralebene gewählt, welches zur Welt seiner Mutter führte, jedoch kam er nie dort an.
Doch plötzlich ertönten schreckliche vogelschreiähnliche Geräusche um den jungen Mann und seinem treuen Ross.
Wie auf ein Kommando schreckte das Tier auf, trat um sich und bäumte sich vor seinen Herren auf, der versuchte es mit den Zügeln Unterkontrolle zu bringen.
Jedoch rutschte Shigures Hand unter dem glatten, seidigen Zügeln weg, was der Pegasus nahe zu sofort ausnutzte und sich mit seinen kräftigen, gefiederten Schwingen in die Lüfte erhob.
Der Windstoß, der durch die Schläge erzeugt wurde, ließ den Blauhaarigen zu Boden gehen.
Seufzend sah Shigure seinen Ross, welches immer weiter in dem Himmel aufstieg, hinterher.
„Bei allen Göttern, das jetzt auch noch! Ist es nicht schon schlimm genug, das ich nicht weiß wie ich hierher gekommen bin? In was bin ich hier bloß herein geraten? Ich wollte doch einzig und alleine Mutter auf der Astralebene besuchen, und jetzt?“
Seufzend schlug der Mann seine Faust auf das trockene Gras.
„Was mach ich jetzt bloß?“
Erneut blickte der junge Mann in dem Himmel. Als ihn die Sonne zu blenden drohte legte der junge Luftritter seine Hand auf seine Stirn und kniff die Augen zusammen.
Wenige Sekunden später schüttelte er den Kopf und erhob sich auf seine Beine.
„Ich habe keine Zeit Trübsal zu blasen. Ich muss einen Ausweg finden.“
Der Blauhaarige griff nach seiner Naginata, die sein Pegasus glücklicherweise fallengelassen hatte und ging in die erst beste Richtung los.
Wo er hingehen sollte, wie er hier weg kommen sollte das wusste der junge Mann jedoch nicht.
Ohne einen Plan vor Augen stapfte er einfach durch das trockene Gras, welches durch seine weißen Stiefel und seinem Körpergewicht knirschte.
Nach einem Fußmarsch, der den jungen Mann wie eine Ewigkeit vorgekommen war, erreichte der Goldäugige eine kleine Felsvormaiton aus grauem, beigen Gestein.
Interessiert sah sich der Blauhaarige um.
„Dort sind Eingänge...“
Doch plötzlich schreckte er ein Stück zurück. Ein Schatten flog über ihn gefolgt von einem donnergrollähnlichen Geräusch. Und auch dieses Mal war das Geräusch von schreienden Vögeln zu hören.
Verwirrt rannte Shigure zum Rand des kleinen Felsvorsprunges und blieb vor Schreck stehen.
Einige Kreaturen, die der junge Mann in seinem bisherigen Leben noch nicht gesehen hatte, umkreisten eine kleine Gruppe aus Personen.
Shigure musterte mit seiner künstlerischen Ader die Kreaturen, um auch das kleinste Detail ausmachen zu können.
„Kräftige, tigerähnliche Vorder- und Hinterläufe. Lange, scharfe Klauen. Ein affenähnliches Gesicht. Flanken eines Tankui...“
Der junge Blauhaarige erschrak als er sah wie sich der Schweif des Tieres wie von selbst bewegte. Ähnlich eines Tieres, das seinem weißen Ross in der Vergangenheit schon öfter an den Kragen wollte.
„Ist das etwa eine Schlange?“
Doch auch die kleine Gruppe von Personen ließen den jungen Sänger nicht kalt. Eine rosahaarige Söldnerin mit schneeweißem Schild am Arm und silbernen Stahlschwert in der Hand kämpfte Rücken an Rücken mit einer leicht bekleideten, blonden Dunkelmagierin.
Neben den Beiden flitzten eine junge Frau mit weißen hochgebundenen Haaren und ein junger Mann mit verstrubbelten genauso weißen Haar hin und her. Ab und an schlugen sie mit dem glühenden Yato und den Schatten Yato zu.
Wüsste Shigure nicht, dass sie gerade mal ein Jahr jünger waren als Kiragi, hätte der Blauhaarige meinen können, dass sie noch Kinder waren.
Doch noch ein anderes Wesen erhaschte die Aufmerksamkeit des jungen Mannes und ließen ihn angespannt Lächeln.
Ein fuchsähnliches Wesen tollte zwischen den merkwürdigen Tieren herum und schien Spaß daran gefunden zu haben den Schlangenschwänzen und Gebissen der Köpfe der Wesen auszuweichen.

Plötzlich schreckte der Goldäugige zusammen als ein weiteres Donnergrollen ganz in seiner Nähe zu hören war.
Nahe zu sofort und von der Gewohnheit gepackt nahm Shigure zwei Finger in den Mund. Ein ohrenbetäubendes Pfeifen schwang über die Steppe.
Shigure blickte in den Himmel in der Hoffnung, dass sein entlaufenes Ross zurückkehrte.
Jedoch musste der Goldäugige zu seinem Bedauern feststellen, dass es nicht geklappt hatte.
Dafür ertönte ganz in seiner Nähe diese vogelähnliche Geräusch erneut.
Wie von der Tarantel gestochen drehte sich der junge Mann um. Sein Herz pochte vor Angst schmerzhaft gegen seine Brust.
Eines der Wesen, welches sich von der kleinen Gruppe entfernt hatte, stand nun vor ihm und beleckte sich die langen Eckzähne.
Mit zitternden Händen richtete er seine Naginata schützend vor sich und beobachtete jeden Schritt des Wesens genau.
Im nächsten Moment schnellte die Kreatur auf den jungen Luftritter zu.

„Nicht so schnell, Kätzchen!“ rief eine Shigure nur all zu bekannte Stimme. Aus dem Augenwinkel erkannte der Blauhaarige einen grünen, bläulichen, leuchtenden Pfeil, der auf die Bestie zuflog.
Zu der Erleichterung des Luftritters traf dieser die Kreatur und schickte diese mit einem ohrenbetäubenden Vogelgezwitscher von der Felsformation.
Shigure seufzte erleichtert auf und ging auf die Knie: „Das war knapp.“
„Wohu! Hast du das gesehen, Shigure! Ich habe das Vieh erlegt!“ rief der Silberhaarige als er samt Bogen auf ihn zugerannt kam.
Aus seinen braunen Augen musterte er Shigure: „Sag geht es dir gut? Keine Verletzung?“
Der Goldäugige schüttelte den Kopf und stand auf.
„Alles bestens. Danke der Nachfrage.“
Mit einem verlegenen Lächeln und sich mit seiner rechten Hand den Hinterkopf kratzend murmelte er: „K-keine Ursache.“
Kurz wandte Shigures Blick über die Ebene, wo er zuvor die anderen Kinder gesehen hatte. Dann sah er Kiragi an: „Sag Kiragi, waren auch andere bei dir?“
Für einen Moment sah der Bogenschütze den Luftritter an, bevor er schließlich antwortete: „J-ja, Forrest, Shiro und Siegbert.“
„Wo sind sie jetzt?“ fragte Shigure etwas besorgt.
„Forrest ist mit Siegbert aufgebrochen. Ich glaube sie sagten, dass sie Velouria gesehen hätte. Und Shiro ist glaube ich da unten mit Soleil und den anderen.“
„Heißt wer würde uns dann noch fehlen, wenn wirklich nur wir Kinder hier waren? Nina, Caeldori, Percy, Asugi, Hisame, Mitama, Rhatjat, Midori, Dwyer, Sophie und...“
Plötzlich vernahm der junge Sänger das metallische Geräusch einer Rüstung.
„Und Ignatius,“ seufzte Shigure und drehte sich zu den langhaarigen Ritter um. Doch zu Shigures Erleichterung war er nicht alleine. Percy und sein Wyvern Ace, Mitama, die etwas auf eine Karte krizelte, Dwyer, der sich an einem Stein angelehnt hatte, Midori, die etwas weiter entfernt eine Pflanze betrachtete und auch Nina waren bei ihm.
„Den Göttern sei Dank!“ seufzte der Blauhaarige.
„Dann fehlen noch fünf.“
„Oh, was für eine Überraschung. Ihr seid auch hier,“ lachte Kiragi und lief auf die anderen zu.
Doch auf einmal stieß ihn ein Junge mit Katana von den Füßen: „Kiragi, was fällt dir ein dich von mir zu entfernen? Mein Vater hatte mit doch aufgetragen dich zu schützen und dann haust du einfach ab.“
„Ach, ja Hisame war auch noch bei mir Shigure, sowie Asugi bei Shiro,“ lachte der Junge, der Spaß zu haben schien.
Shigure seufzte: „Das ist nicht lustig, Kiragi. Wir sollten sehen, dass wir jetzt zusammen bleiben. Ich denke mal keiner kennt sich in dieser Gegend aus.“
Alle nickten zustimmend.
„Zunächst sollten wir zu den Anderen runtergehen und dann besprechen, was wir mit dieser Situation anstellen.“
Auch dieses Mal gab es keinen Widerspruch, was aber wohl eher an der ungewohnten Umgebung und diesen Bestien von vorhin lag.

Einige Zeit später hatte die Gruppe nun auch die anderen erreicht. Anders als Shigure hatten Forrest und Siegbert ihre Pferde nicht verloren und auch Sophie, die wohl auch von den Beiden gefunden wurde besaß noch ihres.
„Abel, jetzt hör auf zu ziehen! Das ist nicht lustig!“ diskutierte die junge Frau mit dem silberblauen Haar.
Siegbert stieg von seinem Ross und sah sich unter den versammelten Kindern um, die wie der Blonde bemerkte alle den Kampf unbeschadet überstanden hatten: „Wie ich sehe sind alle unversehrt.“
„Wir sollten von Glück reden,“ warf Shigure ein, „schließlich hätten sie uns nicht nur schlimme Wunden anrichten können, sondern auch uns vergiften können! Und wer weiß wie wir es neutralisieren hätten können.“
„Vergiftet? Was meinst du damit?“ fragte Shiro, der etwas weiter von ihm entfernt stand und seine Naginata in den Boden gerammt hatte.
„Habt ihr nicht die Schweife der Bestien gesehen?“ fragte der Sänger an alle beteiligten gerichtet.
Selkie hüpfte aufgeregt auf und ab: „Uh...Die waren toll! Sie waren so schnell! Das hat richtig Spaß gemacht ihnen auszuweichen.
Velouria, die neben ihr stand führte eine Hand an ihre Stirn und seufzte: „Sie hätten dich töten können.“
„Das ist doch jetzt Schnee von Gestern. Wir merken uns, dass sie gefährlich sind. Aber haben wir jetzt nicht gerade andere Probleme? Ich meine: Wo sind wir? Und wo sind die anderen zum Beispiel?“ meldete sich Forrest zu Wort, ohne jedoch von seinem Pferd abzusteigen.
Shigure nickte: „Das sind genau die Fragen, die ich mir stelle.“
Plötzlich ertönte ein Lachen von etwas weiter über ihnen. Wenig später war das schlagen von Flügeln zu hören: „Mein Timing ist wie immer perfekt!“
„Blass dich nicht so auf,“ murrte die andere Person.
Wenig später landeten zwei Pegasi vor Shigure.
Der junge Mann grinste und erleichtert fiel ihm ein Stein vom Herzen. Nicht nur sein Pegasus war zurück, auch die Gruppe war endlich vollständig.
Gleichzeitig verkündeten Kanna und Kana: „Die eine Frage ist wohl damit geklärt.“
Shigure nickte und blickte in die Ferne.
„Was sollen wir jetzt bloß machen? Wo war der Ausgang? Was können wir tun, um zu überleben? Was gibt es noch für weitere Gefahren, die wir uns stellen müssen.“
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