Geschichte: Fanfiction / Bücher / Krampus / Funkenflug

Funkenflug

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Krampus OC (Own Character)
05.02.2018
25.03.2018
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1. Niemals Sang- und Klanglos


01. Oktober 2017 – Noch 64 Tage bis zur Krampusnacht

Soll't sich der Himmel auch verdunkeln, werden wir vom Sturm gepackt
- Versengold / Niemals Sang und Klanglos

_____

*Peter, Luke und Nick entspringen nicht meiner Muse, sondern der Muse, der wundervollen Snow White. Ebenso wie Mary.


Ihre grünen Augen starrten. Sie starrten voller Furcht zum Feuer, welches sich vor ihren Augen abspielte. Vor wenigen Minuten hatte sie sich noch in jenem Gebäude befunden, welches jetzt brannte. Polizei und Feuerwehr waren bereits da und nicht zu vergessen die Schaulustigen aus Everwood. Everwood war eine kleine Stadt, nahe Booney County in West Virgina. Jeder kannte jeden und wenn es etwas zu berichten gab, dann machte dies direkt die Runde. So auch dieses Geschehen. Das Theater der Stadt brannte. Gestern noch hatte Hamlet dort Premiere gefeiert. Lorana, die noch immer ins Feuer starrte, musste daran denken, wie sie Ophelia gespielt hatte.
Sie war so lebendig gewesen, zusammen mit ihrem Kollegen, der Hamlet wunderbar verkörpert hatte. Ihre Gedanken kreisten und sie wusste nicht mal mehr, wie sie es geschafft hatte die nötigsten Sachen zu packen.
Sie schluckte, ihre Hände waren verkrampft. Ihr Leben befand sich nun vor ihr, in zwei großen Taschen und einem Rucksack, den sie sich noch um ihre Schultern geschlungen hatte.
Zum Glück habe ich keine Haustiere, das hätte ich nicht ertragen.
Das Feuer kam ihr gehässig vor und dennoch konnte sie nicht weinen. Ihre kirschroten Haare, fielen ihr wild und etwas gelockt bis zum Kinn. Einige Sommersprossen tanzten auf ihrer blassen Haut. Passend zu ihren Haaren trug sie eine rote Lederjacke, ein schwarzes Top und eine ebenso schwarze Jeans. Ihre Füße steckten in ihren liebsten, roten Boots. Vom weiten wirkte sie für den ein oder anderen vielleicht wie ein Strich in der Landschaft, lediglich lag dies daran, dass Lorana recht groß war und lange Beine hatte. Unter ihrer Kleidung verbargen sich einiges Tattoos, die meisten jedoch an Stellen, die nur jemand zu sehen bekommen würde, der ihr sehr nahe stand.
Das Feuert peitschte, wog sich im Wind und zerstörte das Gebäude weiter.
Wie konnte ich nicht sehen, was passieren würde?
Noch immer rauschte ihr Kopf und sie schaffte es nicht ihren Blick abzuwenden. Da brannte gerade ihr ganzes Leben weg und sie sollte einfach gehen? Ihre Wohnung hatte sich immerhin direkt über dem Theater befunden. Eine kleine, feine Einzimmerwohnung. Genau das, was man brauchte, wenn man das erste Mal auszog. Das war mittlerweile vier Jahre her. Lorana hatte direkt losgelassen, als sie achtzehn Jahre alt wurde. Ihr Vater war ein bekannter Buchautor, während ihre Mutter als Stewardess durch die Welt flog. Sie war schon immer mit einem gewissen Freigeist aufgewachsen, auch wenn ihre Eltern ihr dennoch versucht hatten einen „vernünftigen“ Job ans Herz zu legen. Böse genommen hatte sie es ihren Eltern nie, sie wollten schließlich nur das Beste und in einer Gegend wie Boone County musste man selbst etwas aus dem Leben machen, sonst würde man für immer hier bleiben.
Die Leute waren eine klasse für sich, das hatte sie bereits früh in der Schule feststellen müssen, als sie das erste Mal verprügelt von dieser nach Hause kam.
Ihre Mutter hatte den Rektor der Schule zusammengefaltet, wie so etwas außer Acht gelassen werden konnte. Die Kinder der anderen Familien hatte es dennoch nicht davon abgehalten weiter zu machen. Bis zu dem Tag an dem Lorana zurückgeschlagen hatte und das so kräftig, dass einer von ihnen im Krankenhaus landete.
Seitdem hatte sie nur noch dann Gewalt angewandt, wenn es keinen anderen Ausweg mehr gab. Sie wollte nicht wie die anderen sein, die Spaß daran hatten Menschen Schmerzen zuzufügen.
„Miss, würden Sie bitte mitkommen? Wir bräuchten ihre Aussage.“
Der Blick von Lorana glitt zu dem Sheriff.
„Brauchen Sie die unbedingt jetzt?“, entgegnete Lorana und wandte den Blick nicht von ihrem brennenden Haus ab. Ihr Haus. Sie hatte nicht nur in diesen vier Wänden gewohnt, sie hatte dort auch Geschichten geschrieben, erzählt und gespielt.
„Es ist wichtig, dass wir alle Informationen zusammen bekommen. Wir wissen noch nicht, ob es sich dabei um eine Brandstiftung handelt oder einen Unfall.“
Unfall, so nannten sie das also. Wenn etwas hier in der Gegend geschah, dann hatte das nichts mit einem Unfall zu tun, so viel war sicher.
„Lorana Charlotte Parker. 22 Jahre alt, ledig und ich habe da oben gewohnt.“
Der Sheriff blickte sie an und Lorana hätte in diesem Moment am liebsten ausgeholt. Sie wollte kein Mitleid, nicht jetzt.
„Können wir etwas für Sie tun Miss?“ Er sah dabei auf die Taschen.
„Wenn sie für mich eine Fahrkarte nach Boone County haben. Ich habe dort einen Freund. Er kann mir sicherlich helfen.“
Der Sheriff nickte und es folgten weitere Fragen zum Vorfall. Als diese vorbei waren, kümmerte sich die Polizei darum, dass Lorana ihre Fahrt nach Booney County bekam. Zwei Taschen, ein Rucksack und ihre Gedanken.
Lorana ließ das brennende Gebäude hinter sich, als sie aus dem Fenster des Polizeiwagens sah. Je mehr sie sich entfernte, desto lauter wurden die Fragen und Stimmen in ihrem Kopf. Sie wollte nicht daran denken, was ihre Eltern dazu sagen würden. Diese würden wieder nur betonen, dass sie doch endlich nach Chicago zurückkommen sollte. In Boone County gab es doch sowieso nichts, nichts wofür es sich zu leben lohnte und wofür man bleiben sollte. Doch Lorana hatte einen Platz gefunden in diesem Theater in Everwood. Von einem auf den anderen Tag hatte sich das geändert. Sie hielt sich den Kopf und schloss die Augen.
Ich habe doch niemanden etwas getan. Wieso muss die Welt mir das jetzt antun?
Ihr kam keine Person in den Sinn, die sie dafür verantwortlich machen konnte, also war die Welt vorerst die beste Lösung, um ihre Gedanken zu beruhigen. Sie brauchte einen Grund, eine Erklärung für das Geschehen.
Irgendwo trieben sie ihre Gedanken auf das Übernatürliche. Hatte in ihrem Haus vielleicht etwas stattgefunden, was einem Ritual gleich kam und es war schiefgegangen? Hatte jemand eine Opfergabe bringen müssen oder wollte sie gar wer umbringen? Die Gedanken überschlugen sich und sie atmete tief ein und aus. Das brachte alles nichts und sie konnte bereits sehen, wie ihr bester Freund sie schüttelte.
„Wir sind da“
„Aber das ist die Haupthaltestelle der Stadt“
„Wir haben wichtigere Probleme zu lösen, als sie bis zur Haustür zu bringen.“
Lorana glaubte sich zu verhören, griff dann jedoch nach ihren Sachen und stieg aus dem Polizeiauto. Nur der Sheriff schien Umgangsformen zu beherrschen. Angepisst sah sie dem Auto nach. Es war mitten in der Nacht, hatte der Typ eigentlich eine Ahnung, was da einem so passieren konnte?
Sofort griff sie nach ihrem Handy und wählte die Nummer ihres besten Freundes. Es dauerte ein paar Mal, dann nahm er ab.
„Wo bist du?“
„An der Haupthaltestelle in Booney County“
„Was?“, man konnte Geräusche hören, er schien sich aufzusetzen.
„Ich sage es dir später, sonst regst du dich nur auf. Komm bitte schnell, es ist kalt und ich habe Angst“, stellte Lorana klar.
„Bleib wo du bist, die Laternen bleiben immer an. Ich beeile mich.“
Damit legte er schon auf und ließ Lorana alleine. Eine unangenehme Gänsehaut blieb.
Sie hatte kein  Problem mit der Dunkelheit. Doch um diese Uhrzeit in einem solchen Kaff abzuhängen, war nicht gerade ihre Lieblingsbeschäftigung.
Zu allem Übel erblickte sie dann auch noch eine Gestalt in weiter Ferne, die langsam auf die Haupthaltestelle zulief. Fraglich, ob eine einzelne Person gruselig genug war, oder gleich eine ganze Gruppe.
Sie bemühte sich direkt im Licht der Laterne zu sehen und hoffte einfach darauf, dass die Person sie ignorierte und Crush schnell auftauchen würde. Wenn es um solche Aktionen ging, ließ er sich wirklich nicht viel Zeit.
Die Person kam dichter und als die Haupthaltestelle in Reichweite war, verlangsamte die Person ihre Schritte. Eine Gänsehaut breitete sich auf Loranas Körper aus.
Crystan du blöder Idiot, beeile dich endlich!
Sie versuchte nicht zu zittern und ruhig zu bleiben. Etwas verkrampft erhob sie den Kopf und sah zu der Person, die sich als recht großer Typ herausstellte, der direkt auf sie zulief. Die ersten Gedanken glitten direkt zu einer möglichen Waffe, doch sie hatte nichts dabei, also musste sie im Notfall einfach zuschlagen.
Die Person blieb direkt vor ihr stehen und zog die Kapuze von ihrem Kopf. Loranas grüne Augen trafen auf dunkelbraune, die sie intensiv anstarrten. Der Typ hatte blondes, kürzeres Haar und an den Seiten zu einem Sitecut geschnitten. Seine Wangenknochen waren mehr vorgehoben und an den Ohren sah sie einige silberne Piercings. Zudem konnte man den Beginn eines Tattoos an seinem Hals erkennen.
„Hast du Feuer?“, seine Stimme war rau und irgendwie angenehm. Flüchtig musterte sie ihn weiter und sie erkannte einige Buttons von Bands an seiner schwarzen Lederjacke.
„Nein, tut mir leid“
„Schade. Ist schon komisch genug, dass dich ein fremder Typ um die Uhrzeit anquatscht oder?“, ein verschlagenes Grinsen glitt über sein Gesicht.
„Irgendwie ja, wenn ich ehrlich bin. Ich warte auf meinen Freund. Also meinen besten Freund, er holt mich gleich ab“, brabbelte Lorana und biss sich auf die Unterlippe. Wieso erzählte sie ihm eigentlich so etwas?
Wieder erkannte sie ein Grinsen auf seinem Gesicht.
„Ich bin Peter“
„Lorana. Aber du kannst mich auch Red nennen“
„Okay, Red“, er ließ sich ihren Namen auf der Zunge zergehen. „Kann ich dich fragen, wieso es dich um diese Uhrzeit hierher verschlägt?“
„Ich glaube diese Geschichte ist zu lang, um sie dir jetzt zu erzählen“
„Ist das eine Einladung dafür, dass du mich mit nach Hause nehmen willst?“
„Was? Nein. Ich meine, ich werde ja gleich abgeholt und“, nach ihrem Stottern hielt sie inne und sah zur Seite. „Ich habe kein Zuhause. Nicht mehr.“
Peter hielt inne, verzog das Gesicht.
„Tut mir leid, das war sowieso ein dummer Spruch von mir“
„Du kannst ja nichts dafür. Ein Feuer hat heute alles zerstört. Jetzt bin ich irgendwie hier gelandet und dann muss ich sehen, wie es weitergeht“
„Scheiße das klingt hart. Tut mir leid“
„Das muss es nicht, du kennst bisher ja nur meinen Namen.“
Sie lächelte sachte. Irgendwie war das doch verrückt.
„Was ist mit dir? Was machst du hier alleine?“
„Ich und meine besten Freunde hatten die Idee zusammen ein bisschen durch die Nacht zu laufen. Das machen wir manchmal so“
„Coole Jungs“, kommentiere Lorana und grinste sachte, welches Peter erwiderte.
So schnell es aufgetaucht war, so schnell verschwand es wieder.
„Was würdest du tun, wenn dein Leben von einem auf den anderen Tag zerstört wird?“
„Trinken. Rauchen. Dann würde ich Nick und Luke anrufen und mich auskotzen. Danach vermutlich so etwas wie einen Plan B aufbauen“
„Klingt sogar vernünftig. Ich habe nichts zu trinken, kein Feuer und keine Zigaretten“
„Aber du hast mich und gleich deinen besten Freund, der dich abholt“
„Richtig. Da hört es dann aber auch schon auf“
„Was ist mit deiner Familie?“
„Ich glaube nicht, dass ich mit ihnen reden kann. Der Platz war nicht nur mein zu Hause, sondern auch meine Arbeitsstelle. Abgesehen davon, haben sie nie verstanden, wieso ich hierher wollte, wenn ich so einen Ort wie Chicago haben konnte“
„Ich glaube es ist verständlich“
„Ich weiß ja nicht einmal mehr, was mich hier gehalten hat. Ist das blöd?“
„Nicht blöd, ich denke du bist durcheinander. Was du brauchst, ist definitiv Alkohol“
„Oder Sex.“
Die beiden starrten sich an, ehe sie lachten.
„Tut mir leid. Ich bin übermüdet und du könntest wahrscheinlich gerade einen Müllsack tragen und ich würde dich als potenziellen Bettgefährten einstufen“
„Bettgefährte, das klingt so edel. Vielleicht nehme ich mich dem an“, er zwinkerte ihr zu und sah danach auf sein Handy.
„Kannst deinen Jungs ja schreiben, dass du eine Obdachlose aufgegriffen hast“
„Die leider mit ihrem besten Freund davon fährt. Ich glaube, die Jungs würden dich mögen. Oder zumindest Luke“
„Vielleicht stellst du sie mir vor?“
Sie musterte ihn einen Moment zu lange.
Wenn du genauer darüber nachdenkst, dann hattest du wirklich lange keinen Sex mehr.
Ihre Wangen verfärbten sich rot bei dem Gedanken und sie verdrängte ihn wieder.
„Klar. Dazu musst du mir allerdings deine Nummer geben“
„Oder du gibst mir deine und vertraust darauf, dass ich mich melden werde.“
Sachte grinste sie ihn an und einen Moment lang sah er sie an, ehe er sich zu ihr vorbeugte und sie direkt ansah.
„Mein Vertrauen ist in deinen Händen“, hauchte er und zog langsam ihr Handy aus ihrer Jackentasche. Loranas Herz schlug schneller. Doch bevor einer von den beiden etwas tun konnte, zuckte die Rothaarige zusammen. Zwei glühende Augen starrten sie von der anderen Straßenseite an und aus einem Reflex griff sie nach Peter und zog ihn so an sich heran. Überrumpelt sah er auf sie herunter.
„Alles okay?“
„Da war irgendwas. Scheiße, da hat mich etwas angestarrt!“
Peter drehte sich direkt um und sah zu der anderen Straßenseite. Doch der Blonde sah nichts und Lorana sah somit an ihm vorbei. Die Augen waren nicht mehr zu sehen.
„Ich glaube du solltest bald schlafen gehen“
„Ich weiß was ich gesehen habe“, hielt sie fest und sah Peter entschlossen an. „Oder willst du mir etwa erzählen, dass du noch nie einen Moment hattest, bei dem du etwas gesehen hast, was du dir nicht erklären konntest?“
Perplex sah er sie an. Die Kleine hatte es wirklich in sich, was ihm irgendwie gefiel.
„Sicher. Aber das änderte nichts daran, dass du langsam ein warmes Bett brauchst“
„Schon klar, Papa“, murrte sie und Peter schnipste ihr dafür gegen die Stirn.
„Hey du kannst froh sein, dass ich nicht irgend ein Typ bin, der dir an die Wäsche will“
„Dafür bist du ein verrückter Vogel“
„Ich weiß.“ Er smirkte und gab ihr das Handy wieder.
Peterbird.
Lorana schnitt eine Grimasse und Peter zuckte mit den Schultern. Bevor einer von ihnen etwas sagen konnte, erhellten zwei Scheinwerfer die Straßen.
„Ich denke, da kommt dein Taxi“
„Sollen wir dich mitnehmen?“
Peter schüttelte den Kopf.
„Ist nicht weit und ich genieße es nachts durch die Gegend zu laufen“
„Okay. Pass auf dich auf“
„Natürlich. Vor allem vor dem Monster im Busch.“

Peter hatte dem Auto kurz nachgesehen, ehe er sich auf den Weg zu Luke machte. Er wurde das Gefühl nicht los beobachtet zu werden, aber so etwas brachte die Nacht und Boone County wohl mit sich. Angekommen bei Luke, wurde er von diesem fragend begrüßt. Luke war hübsch. Zumindest konnte man das aus weiblicher Sicht so sagen, dass er von ihnen der Hingucker war. Das wuschelige, braune, kurze Haar und diese strahlend grünen Augen, die dazu einluden, dass man mit ihm nach Hause ging. Sein Grinsen war stets ehrlich und hatte schon der ein oder anderen Frau das Herz gestohlen. Er war etwas kleiner als Peter, aber dennoch hatten sie eine ähnliche, sportliche Figur.
„Hast du dich im Wald verlaufen, Rotkäppchen?“, flapste Nick. Mit seinen länglichen, schwarzen Haaren, die ihm knapp bis zur Schulter fielen und den grauen Augen, die einen durchaus durchbohren konnten, war er der zweitälteste im Bunde.
„Beruhige dich. Rotkäppchen hat mich gefunden, wenn du es genau wissen willst“
„Willst du mich verarschen?“, Nick schob Luke bei Seite und sah Peter direkt an. „Sag mir nicht du hast, wen im Wald abgeschleppt?“
„Schon mal überlegt, dass ich nicht so wie DU mit jeder sofort in die Kiste springe?“
„Hey das Leben ist zu kurz, wir wissen doch, wie es sonst endet, nicht wahr Luke?“
Dieser trat Nick daraufhin gegens Bein.
„Ich hab, wen kennen gelernt. Ihr Name ist Red“
„Hast du ein Foto? Eine Nummer? Sah sie gut aus?“ Nick schien Feuer und Flamme zu sein. Nicht selten brannte er darauf, die neusten Geschichten seiner besten Freunde zu Frauen zu hören.
„Nein. Nein und Ja. Sie hat meine Nummer, ich vertraue darauf, dass sie sich melden wird. Der Glaube soll ja Berge versetzen oder so etwas“
„Jesus, Maria. Bist du neuerdings zur Jungfrau mutiert?“
„Nein, ich bin nur nicht so rotzfrech und notgeil, wie du.“
Luke sah zwischen den beiden hin und her.
„Wenn ihr jetzt fertig seit, dann würde ich jetzt gerne weiter Mario Kart spielen“, wandte er ein und Nick verpasste ihm eine sachte Kopfnuss, ehe es für die drei ins Wohnzimmer ging.

Als sie sich von Peter verabschiedet hatte und in Crush Auto saß, fielen ihr die Augen zu und sie öffnete sie erst wieder, als sie bei Crushs Wohnung angekommen waren. Er half ihr dabei ihre Sachen aus dem Auto zu holen und betrat gemeinsam mit ihr die Wohnung.
„Du kannst dich erst mal zu mir legen. Morgen mache ich dann das Gästezimmer fertig und dann bereden wir alles weitere. Allerdings ist da noch etwas, was ich dir sagen muss-“
Crystan kam nicht dazu zu Ende zu reden, da trat jemand aus seinem Schlafzimmer und lehnte sich lässig an den Türrahmen. Wenn es möglich war, dass Lorana noch blasser wurde, dann war es in diesem Moment. Sie starrte die Person an. Diese dunklen, länglichen, gelockten Haare. Sie trug nur ein schwarzes Shirt, welches ihr knapp über den Hintern reichte. In großen, weißen Buchstaben stand dort Fuck you geschrieben.
„Was ziehst du denn für ein Gesicht, Schwesterherz? Du dachtest doch nicht, dass du alleine untergehst, oder?“
Lorana ließ sich auf ihren Koffer fallen und starrte die junge Frau vor sich an.
„Freut mich auch dich zu sehen, Maddison“, brachte sie hervor und konnte es nicht fassen, dass ihre Adoptivschwester ebenso hergefunden hatte.
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