Wege zum Glück

GeschichteDrama, Romanze / P16
Brian Littrell
05.02.2018
06.04.2019
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Lächelnd stand Nora in den hohen Gräsern und richtete Ihre Kamera aus. Es war ein wunderbares Bild. Noch einmal hob sie Ihren Blick, um sicher zu stellen, dass sie richtig stand. Zufrieden blickte sie durch die Linse und legte den Finger auf den Auslöser. Doch plötzlich störte etwas das Bild. Sie stöhnte auf und blickte auf. Ein dunkler Geländewagen hatte sich plötzlich ins Bild geschummelt und ein Mann stand trinkend davor. Er blickte sich suchend um und stellte die Flasche auf das Autodach. Nora trat einige Schritte an Ihn heran und stemmte die freie Hand in die Hüfte. „Ähm, entschuldigen Sie?“, rief sie aus den Gräsern herüber zur Straße. Brian drehte sich um und grinste breit. „Hallo.“ Nora fälschte ein Lächeln. „Können Sie mir einen Gefallen tun?“ Brian grinste immer breiter. Sie war sehr hübsch und gegen einen Flirt war nichts einzuwenden. „Klar gerne.“ „Prima. Fahren Sie dieses hässliche Ding weg.“ Brian blinzelte irritiert. „Bitte was?“ „Sie sollen Ihr Auto wegfahren. Sie haben mein Motiv zerstört. Ich arbeite hier.“ Brian griff nach der Wasserflasche auf dem Dach und lehnte sich an den Wagen. „Oh glauben Sie mir, ich wäre sehr gerne wo anders und würde Sie gerne arbeiten lassen. Doch leider hat mich dieser Wagen im Stich gelassen und ich muss schieben. Sie können mir aber helfen, dann kommen Sie schneller wieder ans arbeiten.“ Nora verzog das Gesicht. Er war unverschämt und frech. „Rufen Sie sich doch den Abschleppdienst. Bei so einem Auto, können Sie sich den bestimmt leisten.“ Brian schmiss die Flasche in den Wagen und schlug die Tür zu. „Könnte ich, da haben Sie recht. Aber leider hat man hier kein Netz.“ Widerwillig gestand Nora sich ein, dass er Recht hatte. In dieser Gegend war das Telefonnetz tatsächlich nicht das beste. Mussmutig lief sie Brian entgegen. „Gut. Ich helfe Ihnen“, brummte sie. „Können Sie meine Kamera in Ihren Wagen legen?“ Brian lächelte und nahm Ihr die Kamera ab. „Aber natürlich.“ Nora rollte mit den Augen und ging hinter den Wagen. „Bereit?“, fragte Brian. Sie nickte nur und Brian begann zu zählen. Bei drei begannen beide den Wagen anzuschieben. Und tatsächlich bekamen sie den Wagen ein gutes Stück geschoben. „So reicht das? Können Sie jetzt wieder arbeiten?“, fragte Brian und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ich denke ja.“ Brian reichte Ihr die Hand. „Hat mich gefreut. Vielen Dank.“ Nora schüttelte den Kopf und ging um den Wagen herum zur Fahrertür. Sie zog an dem Türgriff, doch nichts tat sich. „Machen Sie die Tür auf. Ich brauch meine Kamera.“ Brian grinste und kam sie Ihr herum. Er griff in seine Tasche, doch musste feststellen, dass der Schlüssel nicht da war. „Oh je“, murmelte er. „Was ist? Ich habe nicht ewig Zeit.“ Brian kratze sich am Kopf. „Also der Schlüssel ist im Auto. Und scheinbar hat diese verdammte Technik den Geist aufgegeben.“ Ungläubig sah Nora Ihn an. „Nicht Ihr Ernst?“, schimpfte sie. „Vielleicht geht der Kofferraum auf“, besänftigte er sie und ging schnell wieder ans Hinterteil. Doch auch dieser öffnete sich nicht. Er lehnte sich nachdenklich an den Wagen. Kaum hatte sich angelehnt, rollte der Wagen auch schon los. Brian fiel zu Boden und Nora sah entsetzt zwischen dem rollenden Wagen und Brian der am Boden lag hin und her. Schnell war Brian wieder auf den Beinen und eilte dem Wagen hinterher. Nora tat es Ihm nach. „Warten Sie doch. Wie wollen Sie denn den Wagen aufhalten?“, rief sie und Brian blieb augenblicklich stehen. Er drehte sich außer Atem zu Ihr. „Wie sind Sie hergekommen?“ „Mit dem Wagen. Die Straße runter habe ich geparkt.“ Er nickte leicht. „Was dagegen, wenn wir meinen Wagen verfolgen?“ Nora schüttelte den Kopf und lief eilig zum Wagen. „Hätten Sie auch was dagegen, wenn ich fahre?“ Nora verzog die Miene und stieg in den Wagen. „War ja nur eine Frage“, murmelte er und setzte sich auf den Beifahrersitz. Schnell fuhr Nora die Straße entlang und Brian sah sich nach dem Wagen um. „Wo ist er denn?“, fragte er. So weit weg kann er doch nicht sein?“ Nora hielt den Wagen und zeigte in den Graben. „Da ist Ihr Super Schlitten“, raunzte sie. Sie stieg aus und eilte in den Graben herab. „Beten Sie, dass meine Kamera nicht kaputt ist. Da ist die Arbeit des ganzen Tages drauf.“ Brian eilte Ihr hinterher. „Ihre Kamera ist mir herzlich egal. Gucken Sie sich mein Auto an“, rief er sauer. Nora versuchte die verbeulte Tür zu öffnen, doch nichts tat sich. Das Fenster war zerbrochen und sie schob vorsichtig den Kopf durch. Unten im Fahrerraum lag sie. Kaputt. Sie schob sich wieder heraus und funkelte Ihn böse an. „Ich verklage Sie“, schimpfte sie. „Mich? Weswegen?“ So sehr sie sich auch anstrengte, es fiel Ihr nichts Passendes ein. Wütend drehte sie sich um und lief den Berg wieder hoch. „Sagen Sie mir wenigstens wie Sie heißen. Ich kaufe Ihnen eine Neue.“ Ohne darauf zu antworten, stieg sie in Ihren Wagen und fuhr davon.


Sauer fuhr sie die ländliche Straße entlang, zurück in die Stadt. Kurz vor der Auffahrt zum Highway sprach sie den Polizisten an, der am Straßenrand stand. „Entschuldigung?“ „Ja, Mam?“ „Ein paar Milen von Ihr hat so ein komischer Idiot sein Auto in den Graben gefahren. Er ist unverletzt.
Es gab leider kein Netz, er braucht Hilfe.“ „Danke Mam. Ich fordere Unterstützung an.“ Nora nickte und fuhr weiter nach Hause.
Frustriert ließ sie sich auf Ihr Sofa fallen. Sie pustete die Backen auf und versuchte sich nicht verrückt zu machen. Wie sollte Sie nur Ihrem Auftraggeber den Verlust Ihrer Ausrüstung erklären? Und das Sie nicht wie vereinbart die Bilder heute Abend liefern konnte? Zögerlich griff sie nach dem Telefon. Sie hatte d as Gefühl, es war der schlimmste Anruf Ihres Lebens. Gerade erst hatte sie sich einen Kundenstamm erarbeitet. Hier in L.A. war es umso schwerer einen guten Ruf zu haben und ordentliche Aufträge zu bekommen. Ein Jahr war sie nun mit Lucy in L.A. Drei Jahre waren vergangen, seit Ihr Mann in Kolumbien auf einer Recherchereise verschwunden war. Es waren schwere Jahre. Lange hatten sie und Ihr Schwiegervater, nach Max gesucht. Doch irgendwann schwanden die Kräfte und Hoffnungen und Richard hatte Ihn für tot erklären lassen. Für Lucy war es nicht einfach gewesen, alles in Chicago zurückzulassen. Einzig das sie wieder näher bei Ihrem Großvater war, machte es Nora einfacher wieder ins Berufsleben einzusteigen. Und nun stand sie vor einem für sie unüberbrückbaren Scherbenhaufen.
„Es hilft ja nichts“, murmelte sie und wählte die Nummer des Kunden. Sie versuchte ruhig und sachlich zu bleiben und zu Ihrem Erstaunen machte es Ihr der Kunde sehr einfach. Er hatte keinen Zeitdruck und sie könnte die Arbeit einreichen, wenn sie so weit sei. Nach dem Gespräch fielen Ihr tausende Steine vom Herzen und sie rutschte tiefer in die Couch.


Zur selben Zeit betrat Brian endlich seine Agentur. Es hatte eine Stunde gedauert, bis der Wagen abgeschleppt war. Verschwitzt lief er zu seinem Büro. Die Blicke seiner Mitarbeiter ignorierte er gekonnt. Eilig schloss er die Tür, zog die Vorhänge zu und legte die defekte Kamera auf seinen Tisch. Er ließ sich in den Stuhl fallen und starrte auf die Kamera vor sich. Es tat Ihm sehr leid, dass es so gekommen war und er hätte Ihr gerne geholfen und eine neue Kamera gekauft. Das sie einfach so abgehauen war, ohne zu sagen wer sie war, wurmte Ihn. Denn sie war sehr interessant und hübsch gewesen. Doch er hatte sich wieder mal nicht wie ein Gentleman verhalten. Das passierte Ihm in letzter Zeit häufiger. Damals auf den Bühnen der Welt war alles einfacher gewesen. Mit seinen besten Freunden an seiner Seite. Doch seit einigen Jahren hatte er sich zurückgezogen aus der Branche. Die Probleme mit seinen Stimmbändern hatten einige Probleme mit sich gebracht. Und zu noch größeren Streitereien geführt. Die Freundschaft zu den Jungs war Ihm wichtiger gewesen als der Ruhm. Er hatte genug erreicht. Und so ging er gemeinsam mit seinem besten Freund Adam den Weg in die Werbebranche. Gemeinsam hatten sie eine große Agentur gegründet und fest am Markt etabliert. Es machte Spaß und war genau so abwechslungsreich wie auf der Bühne zu stehen.
Und durch die viele Arbeit hatte er mal wieder alles andere um sich herum vernachlässigt. Seine Exfrau konnte ein langes und lautes Lied davon singen. Er sehnte sich nach einem festen Partner zu dem er am Abend nach Hause kommen konnte. Doch bisher hatte er sich nicht sehr gut dabei angestellt.
Er tippte mit dem Finger auf die Tischplatte und rief seine Assistentin herein. „Mr. Littrell?“, fragte ein junger Rotschopf durch den Türspalt. „Abby, kommen Sie rein. Ich habe eine Bitte.“ Abby schloss die Tür von innen und setzte sich zu Ihm an den Tisch. „Ich brauche eine Liste aller selbstständigen Fotografen der Stadt. Weiblichen Fotografen.“ Abby nickte leicht. „Natürlich. Bis wann?“ „So schnell wie möglich. Ich habe was gut zu machen.“ „Gut. Ich mach mich an die Arbeit.“ „Danke Abby. Ach wäre es möglich, dass mir jemand frische Sachen bringt?“ Abby sah Ihn irritiert an. „Fahren Sie doch nach Hause“, schlug sie vor. Brian lachte leicht auf. „Gute Idee, aber ich muss arbeiten und mein Auto ist kaputt.“ Abby nickte leicht. „Ich frage mal vorne nach“, kam es und Abby verschwand aus dem Büro.
Brian lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich finde Sie“, murmelte er nachdenklich.
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