Stardust

GeschichteDrama, Romanze / P16
Andrew Dennies Biersack OC (Own Character)
04.02.2018
26.05.2018
6
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Willkommen bei meiner neuen FF!♥
Ich habe mich mal an etwas anderen Versucht (wer
meine andere Joker FF nicht kennt, fühlt euch herzlich eingeladen
mal vorbei zu schauen). ^^
Über Kommis würde ich mich freuen♥

„Er ist wieder da.“, flüsterte Sebastian mir zu. Ich zuckte zusammen. Wie immer hatte er sich heimlich an mich heran geschlichen, und ich so unaufmerksam wie ich manchmal war, wäre am liebsten auf den Tisch gesprungen vor Schreck. Lachend klatschte er in die Hände. „Wie ich das liebe! Du solltest mal deinen Kopf aus den Wolken holen und uns hier unten mit deiner Anwesenheit beehren.“
„Mit deiner Anwesenheit beehren! Blablabla!“, äffte ich ihn nach. Er lachte mich nur weiter aus.
„Nein, aber im Ernst, er ist wieder da.“, deutete er hinter mich.
Ich drehte mich kurz um, um im nächsten Moment knallrot Seb anzustarren. „Jetzt fuchtel hier nicht so rum! Wo sind wir denn? Beim Zirkus?“, meinte ich empört und versuchte mich an ihm vorbei zu schieben.
Er lachte nur weiter und wandte sich zum nächsten Kunden. Schnell sah ich mich um und schnappte mir die leeren Milchkannen, um im Hinterzimmer zu verschwinden. Grr, warum? War es nicht schon schlimm genug das ich bei unserer letzten Begegnung ihm dem Kaffee voll über die Hose geschüttet hatte und dann noch versucht hatte es mit Servierten weg zu wischen? Seufzend lehnte ich mich an die Tür.
Es war genau drei Wochen her, dass er das erste Mal hier aufgetaucht war.
Groß, dunkle Haare und die blausten Augen die ich jemals gesehen hatte. Er bestellte immer dasselbe. Kaffee, schwarz, ohne alles. Dann verzog er sich an einen der hintern Tische und fing an auf seinem Notebook rum zuhaken, um dann beschäftigt in sein Telefon zu sprechen und einen Schluck von dem Kaffee zu nehmen. Ich konnte es nicht leugnen, ja ich gaffte ihn an. Zur Belustigung vom Sebastian. Mein liebenswürdiger Kollege und Freund tat nichts lieber als mich in Verlegenheit zu bringen. So wie auch an dem Tag vor einer Woche, als er wie ein Tornado durch das kleine Café wirbelte und mir Bestellungen zu rief.
Wie ein aufgescheuchtes Eichhörnchen versuchte ich mit zuhalten. Leider war ich eher aufgescheucht als ein niedliches Eichhörnchen. Mit dem Kaffee und noch anderen Dingen beladen verteilte ich die Getränke und zack! Eine falsche Drehung und die Tasche flog vom Tablett. „Oh, verdammt! Das tut mir Leid! Warten Sie, ich hab hier-„, knall rot brach ich ab, als ich bemerkte wie gefährlich nah ich seinen Kronjuwelen gekommen war. Mit gesenktem Blick hielt ich ihm die Restlichen Servierten hin, die ich aus dem Ständer gezogen hatte. „Vielleicht solltest du das lieber selber machen.“, stotterte ich. Zu meiner Verwunderung lachte er. „So was elegantes hab ich ja seit Jahren nicht mehr gesehen!“ Ich sah ihn mit großen Augen an. Ich muss wie Bambi im Scheinwerferlicht ausgesehen haben. Er lachte wieder und begann seine Hose abzutupfen. „Zum Glück hat meine Eleganz nicht dein Notebook getroffen.“, versuchte ich schlagfertig zu erwidern. „Aber knapp daneben ist auch vorbei, nicht wahr?“ Langsam fing ich mich wieder. Auch wenn es bei dem Blick in diese blauen Augen nicht einfach war einen klaren Gedanken zu fassen. „Ich bring dir schnell ein neuen. Und noch was anderes wenn du willst.“, schob ich schnell hinterher. „Natürlich aufs Haus.“
„Okay… Aber dann musst du mir was versprechen.“
„Alles.“
Denk. Gefälligst. Nach. Bevor. Du. REDEST! Seine Lippen verzogen sich zu einem leichten Lächeln. Ein lächeln wie es in den ganzen Kitsch Romanen beschrieben wird, das wo die Heldinnen immer schwach werden und dem Prinzen um den Hals fallen, ohne wenn und aber.  
„Lass es bitte den Typen bringen.“ Und mein Herz rutschte wieder in die Hose. „K-klar. Gute Idee, ist wahrscheinlich besser so.“ Geknickt hatte ich seine Bestellung aufgenommen und war zu Seb gegangen. Dieses mal hatte er die Klappe gehalten, aber auch nur dann. Seit dem vermied ich es auch nur seine Bestellung aufzunehmen. Wenn ich ihn schon durch die großen Scheiben sehen konnte, suchte ich mir schnell einen Grund nicht am Tresen sein zu müssen. Ich müsste lügen, wenn ich nicht beleidigt gewesen wäre. Diese Laune machte sich natürlich auch bei den anderen Bemerkbar. Abends und am Wochenende half ich hier im Café aus, während ich von halb 7 bis 15 Uhr in der Uni Bibliothek arbeitete. Ich liebte diesen Job, und ich liebte die Bücher und ja, auch die Studenten. Auch wenn ich in der Regel die Menschheit verfluchte. Paradox, ich weiß. Aber leider war die kleine Wohnung in der Stadtmitte nicht gerade günstig, genau so wenig wie meine Vater. Da ich nie wirklich ein Privat Leben hatte, hätte ich sowie so nur zu Hause gesessen und Däumchen gedreht. Auch wenn es mir manchmal den letzten Nerv raubte, hatte ich doch Spaß an dem was ich tat. Und ich war nicht alleine.
Nur jetzt, wenn ich meine 5 Minuten im Vorratsraum brauchte. Seufzend füllte ich die Kannen auf und machte mich wieder auf dem Weg zurück. Seb quatschte irgendwo mit zwei Typen und überließ mir die Kasse. Und ihn. Danke. Ich stellte die Kannen weg und versuchte ein neutrales Lächeln auf zu setzten. Ein „Ich-bin-ein-netter-Mitarbeiter-was-kann-ich-für-Sie-tun?“-Lächeln. Leider verrutschte es etwas, als er es erwiderte. „Hi! Was kann ich dir bringen?“
„Das üblich. Aber wenn es geht in einer Tasse und nicht auf meiner Hose.“ Haha.
„Ich geb mein bestes.“, meinte ich mit einem gekünstelten Lachen und wollte mich schon umdrehen als er wieder das Wort ergriff.
„Willst du kein Geld?“
„Geld-? Oh, klar. Sorry. Denn einmal das übliche, bitte.“
„Das war übrigens nicht so gemeint.“
„Mhm?“, machte ich ohne aufzuschauen. Die Kasse war auf einmal wahnsinnig interessant.
„Das du mir nichts mehr bringen sollst.“ Ich sah auf und schluckte. Da war wieder dieses kleine Lächeln. Was ich mühelos erwidern konnte. „Hab ich mir gedacht.“
„Bist du mir deswegen aus dem Weg gegangen?“
„Aus dem weg gegangen?“
Er nickte. „Sagen wir es so, dein Kollege hat nicht so ein hübsches Lächeln wie du. Auch wenn er es versucht.“ Zwinkernd legte er ein Schein auf dem Tresen. „Wenn ich den ganzen Inhalt bekomme, stimmt es so.“
„Inhalt?“ Im selben Moment lief ich rot an. Wie konnte mich der Typ immer wieder so aus dem Konzept bringen? „Kaffee, sorry. Ich versuch’s.“ Lachend wandte er sich seinem Stammplatz zu. Im nächsten Moment tauchte auch Seb schon wieder hinter mir auch. „Gern geschehen.“
„Ich weiß nicht was du meinst.“
„Und ob du das weißt.“
„Ich muss Kaffee machen.“
„Arbeiten wir deswegen nicht hier?“
Ich verdrehte die Augen und wandte mich ab. Paar Minuten später platzierte ich die Tasse auf einem kleinen Teller, der wiederum auf einem Tablett (meinem gefürchtetem Gegner) stand. „Meinst du, du schaffst es nicht alles in die Luft zu jagen während ich weg bin?“, neckte ich ihn. Zu gerne erinnerte ich ihn an den Vorfall mit dem Dampf und dem Espresso. Er stützte die Hände in die Seiten. „Lass du dir mal ruhig Zeit und kipp die Hälfte wenn schon weiter nach oben.“
„Blablabla!“
„Und lass dich anquatschen!“, warf er noch hinter her, weswegen er von mir noch einen Giftigen Blick kassierte.
Mit klopfenden Herz und dem Blick hektisch zwischen dem Boden und dem Tablett hin und her huschend, schritt ich meines Weges. „Ein schwarzer Kaffee, ohne alles und in der Tasse. Wie gewünscht.“ Mit hochgezogener Augenbraue betrachtete er wie ich den Teller anhob und zitternd abstellte. Dann nickte er beeindruckt. „Ganz großes Kino.“, neckte er mich. Ich zuckte nur mit den Schultern. „Bei so einem Trinkgeld.“, gab ich nur zurück. „Dafür hätte ich aber mehr erwartet.“
„Und was?“ Er schien kurz zu überlegen. „Ich glaube dein Name wäre ein guter Anfang.“ Lachend schüttelte ich den Kopf. „Und ich dachte schon an Elefanten auf roten Gymnastikbällen.“
„Das heben wir uns fürs nächste mal auf. Also?“
Ich seufzte theatralisch auf. „Immer diese aufdringlichen Kunden. Na gut.“ Ich reichte ihm meine Hand. „Lizzy und du bist?“ Lächelnd ergriff er sie. Ich weiß nicht ob er es auch spüren konnte, aber ein kribbeln jagt durch meinen Körper und sammelte sich in der Magengegend. „Andy. Die Freude ist ganz meinerseits.“