Bis wir zu Staub zerfallen

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Hajime Saito Soji Okita
04.02.2018
04.02.2018
13
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04.02.2018 3.161
 
Souji Okita langweilte sich und wenn das der Fall war, dann verhieß das für seine Trainingspartner nichts Gutes. Langsam nahm er seine Kampfhaltung ein und brachte sich in Einklang mit seinem Schwert, während er gleichzeitig den Mann vor sich mit raubtierhaftem Blick fixierte. Er war bereit...
Sein Gegner allerdings schlotterte schon jetzt vor Angst, so dass sein ganzer Körper zitterte. Souji musste es ihm zumindest hoch anrechnen, dass er trotzdem seine Kampfhaltung beibehielt und nicht zurückwich. Aber schon jetzt konnte sich der Braunhaarige ausrechnen, dass dieser Kampf nach ein paar Sekunden entschieden sein würde.
//Das ist zu einfach... und langweilig//, schoss es ihm durch den Kopf und Enttäuschung wallte in ihm auf.
//Wo ist bloß der Gegner, der mir gewachsen ist?//
In diesem Moment nahm Souji eine Bewegung an der Tür wahr. Ein fremder Mann, etwa genauso alt wie er selbst, hatte das Shieikan Dojo betreten und Souji war sich sicher, dass er ihn noch nie gesehen hatte. Ein Gefühl überkam ihn und rann langsam und kribbelnd über seine Wirbelsäule, als er die Präsenz des anderen musterte. Er hatte es im Gefühl, dass dies der Gegner war, den er vorhin noch so herbeigesehnt hatte.
Indigofarbenes Haar verdeckte die rechte Seite seines Gesichts und endete in einem halbseitigen Pferdeschwanz, der nachlässig gebunden war. Sein Gesichtsausdruck war ruhig und beobachtend, aber auch interessiert, als er bemerkte, wo er gelandet war.
„Wir haben Besuch“, meinte Souji so, dass alle es hörten und er wies damit alle anderen Anwesenden auf den Neuankömmling hin.
Gespräche verstummten, Kämpfe wurden unterbrochen und die allgemeine Aufmerksamkeit galt dem Fremden. Falls diesem die plötzliche Aufmerksamkeit unangenehm war, so ließ er es sich nicht anmerken, sondern verharrte ruhig auf der Stelle.
Wie es nicht anders zu erwarten war, war Shinpachi Nagakura sofort zur Stelle, um den Neuen in Augenschein zu nehmen, dicht gefolgt von Sanosuke Sagara. Sofort bestürmten die beiden den stillen Mann mit Begrüßungen und Befragungen, doch noch ehe der andere eine Antwort geben konnte, vernahm man noch weitere Gäste, die den Hauptweg entlang stürmten. Kurz darauf standen  Männer im Raum, die einem bekannten Clan angehörten, Souji erkannte sie an den Clanfarben an ihrer Kleidung.
Die Männer erspähten den Neuankömmling sofort und sie machten Anstalten dazu, ihn festnehmen zu wollen. Zu Soujis Verwunderung leistete dieser kaum Gegenwehr, so als hätte er schon von vorneherein aufgegeben.
//Habe ich mich in ihm getäuscht? Ist er vielleicht gar nicht so ein würdiger Gegner?//, fragte er sich, doch er weigerte sich einen Augenblick später gegen diesen Gedanken, schließlich hatte ihn sein Gefühl noch nie getäuscht.
Seinen aktuellen Trainingspartner ignorierend ging Souji zu dem Tumult hinüber und wandte sich an die Männer, bevor es Hijikata oder Kondou tun konnten, die nun ebenfalls dazu gekommen waren.
„Was hat er getan, um so behandelt zu werden?“, erkundigte sich Souji also und die Männer reagierten ungehalten.
„Er hat einen seiner Kameraden getötet, er ist ein Mörder!“, riefen sie und hielten den Mann mit ebenso indigofarbenen Augen fest, wie es auch seine Haare auszeichnete.
„Nun, ich bin ebenfalls ein Mörder, wie ich gehört habe“, grinste Souji und er sah amüsiert zu, wie die Männer seiner gewahr wurden.
Er hatte bereits den Ruf, dass er ein unbarmherziger Schwertkämpfer war, der bisher alle seine Duelle gewonnen hatte. Und ja, manchmal ging einfach das Schwert mit ihm durch, das musste selbst er in gewissem Maße einräumen.
„Wir nehmen ihn mit. Entschuldigt die Störung, Okita-san“, sagte ein Mann und allein beim Klang des Namens wurden die anderen ein bisschen blass um die Nasenspitze.
„Das ist aber ein Problem“, meinte Souji und war nicht bereit, seinen potenziellen neuen Kampfpartner einfach so jemand anderem zu überlassen.
„Wie meint Ihr das?“, lautete die Nachfrage.
„Als er den Dojo betrat, begab er sich damit in unsere Hände. Sozusagen, ist er unser Gast und ich fühle mich ein wenig verantwortlich für ihn, müsst ihr wissen.“
Souji machte eine Pause und schaute zu seinen übrigen Gefährten, die ihn etwas ungehalten anschauten. Souji grinste entschuldigend und wandte sich dann wieder den Männern zu.
„Natürlich muss man ihn bestrafen, wenn er wirklich ein Mörder ist, da stimme ich überein“, meinte er dann und war sich des Widerspruchs vollkommen bewusst, dass gerade er das von sich gab.
„Wie wäre es, wenn er gegen mich kämpft? Wenn er stirbt, so ist das Problem sowieso vom Tisch oder? Und wenn er überlebt, dann wird er hier im Dojo bleiben, einverstanden?“, schlug der Braunhaarige vor und er hörte ein ärgerliches Zähneknirschen, welches garantiert von Hijikata stammte.
Souji drehte sich in dessen Richtung und warf ihm ein arrogantes Lächeln zu, denn obwohl Hijikata Toshizo hier so etwas wie der Vizechef war, so ließ Souji es sich nie nehmen, den anderen auf allen Ebenen herauszufordern.
Die Männer gaben währenddessen ihr Einverständnis und der Mann wurde losgelassen. Da er sowieso mit einem Schwert ausgerüstet war, musste Souji nichts weiter in die Richtung unternehmen und so griff er nur zu seinem eigenen Schwert, welches an seiner Seite ruhte. Als echter Samurai konnte er sich einfach nicht von diesem trennen, auch, wenn er es sonst zu Trainingszwecken nicht gebrauchen konnte.
Die beiden Männer begaben sich in die Mitte des Dojos, um Platz zu haben, während alle anderen sicheren Abstand zu ihnen hielten.
„Dürfte ich deinen Namen erfahren? Ich muss schließlich wissen, was auf deine Grabstätte geschrieben werden soll, nur für den Fall der Fälle“, sagte Souji, als er dem Fremden endlich gegenüberstand.
„Saito... Hajime Saito.“
Die knappe Antwort passte zum stoischen Gesichtsausdruck des anderen und erneut jagte ein euphorischer Schauer über Soujis Wirbelsäule.
//Hajime Saito also...//
Souji hatte das Gefühl, dass er sich diesen Namen wirklich merken sollte und er freute sich geradezu auf den Kampf. Freude... ein Gefühl, welches er schon lange nicht mehr empfunden hatte, wenn es um das Kämpfen ging. Er war mittlerweile einer der Stärksten im Dojo und einzig und allein Hijikata gelang es noch, ihn kämpferisch im Zaum zu halten. Alle anderen Gegner verblassten nur noch, nachdem er sie besiegt hatte und ja, Langeweile war in ihm aufgekommen. Aber er hatte das Gefühl, dass es mit dieser Eintönigkeit bald vorbei sein würde.
„Freut mich, Saito-san. Ich bin Okita... aber du kannst mich Souji nennen“, meinte der Braunhaarige und nahm seine Kampfhaltung ein.
Saito hingegen rührte sich kaum. Er legte lediglich die linke Hand an den Schwertgriff und ließ Souji dabei nicht aus den Augen.
//Die linke Hand...? Moment... sein Schwert trägt er außerdem an der rechten Seite. Was soll das?//, fragte sich Souji, doch dann verdrängte er seine Gedanken völlig, um den Kopf frei für den Kampf zu haben.
Es war ohnehin egal, mit welcher Hand ein Mann kämpfte, Hauptsache, er tat es mit seiner Seele. Souji lächelte und im nächsten Moment stürzte er sich auf Saito.

Hajime Saito hatte es in Souji Okitas Augen gesehen. Der andere war ein unruhiger Mensch, zu diesem Schluss war er nach seiner ersten Einschätzung gekommen. Nicht nur die Kampfhaltung war sehr offensiv, sondern auch sein Kampfstil. aber er war nicht so blind, um darauf hereinzufallen. Das Ganze war eine riesige Provokation, aber es lag nicht in Hajime Saitos Naturell, darauf einzugehen. Er verließ sich ganz auf seinen persönlichen, eher defensiven Kampfstil, welcher ihm sein Schwertkämpferherz seit jeher zugeflüstert hatte.
Schwert traf auf Schwert, Stahl auf Stahl und dieses Mal konnte Hajime die raubtierhaften, grünen Augen von Nahen sehen. Das Gesicht des anderen Mannes war von einem Lächeln gezeichnet und er ließ sich nicht die leiseste Anstrengung anmerken, ebenso wenig wie Saito selbst. Eine weitere Gemeinsamkeit, die er mit Okita hatte, war auch, dass sich beide nichts zurückhalten konnten, sie würden kämpfen, bis sie nicht mehr konnten, solange, bis einer nicht mehr aufstehen konnte.
„Mein Gefühl hat mich nicht betrogen... du bist es“, sagte Okita jetzt und Saito fragte sich, was der andere wohl damit meinen mochte.
Aber er fragte nicht, denn auch das entsprach nicht seiner Natur. Was auch immer der andere sagen wollte, er würde es näher erläutern, sobald er es als richtig erachtete und solange konnte Hajime auch warten.
Sekunden wurden zu Minuten, vielleicht wurden die Minuten auch zu Stunden, keiner von beiden achtete mehr darauf. Immer wieder traf Schwert auf Schwert, alles andere zählte nicht mehr, weder Zeit, noch Bestrafung, noch Schuld. Unerbittlich kämpften Okita und Saito miteinander, überwanden ihre körperlichen Grenzen und gingen noch weiter, um einander alles abzuverlangen und sich gegenseitig nichts zu schenken.
„Das reicht jetzt!“
Hijikata Toshizos Stimme durchschnitt den Raum und die angriffslustige Stille, beide Kämpfer schreckten auf wie aus einem Traum und sie nahmen Abstand zueinander. Sie lenkten ihre Blicke auf einen Mann mit langen, schwarzen Haaren und den purpurnen Augen eines Dämons, der sie ungehalten musterte.
„Ich habe genug gesehen. Bevor die beiden hier alles kaputt schlagen, mache ich dem ein Ende!“, rief er.
Als die Männer, die Saito verfolgt hatten, das vernahmen, begehrten sie auf, doch Hijikatas bedrohlicher Blick aus schmalen Augen brachte sie zum Verstummen.
„Egal, ob gewonnen oder verloren... Hajime Saitos Schicksal liegt nicht mehr in euren Händen. Verschwindet, bevor ich mein eigenes Schwert sprechen lasse“, knurrte er dunkel und die Männer machten schleunigst, dass sie wegkamen.
„Der Dämon, wie er leibt und lebt“, grinste Souji und steckte sein Schwert weg.
Saito tat es ihm mit leichtem Zögern gleich, denn er konnte nicht so richtig glauben, dass Okita seinen Kampf so schnell aufgab.
Hijikata trat auf den neuen Mann in dieser Runde zu und schaute ihn genauestens an. Saito ließ es über sich ergehen und erwiderte den Blick. Er hatte keine Angst, vielmehr vertraute er diesem Mann schon jetzt, der eine Stärke ausstrahlte, die Saito selbst sich noch wünschte.
„Es ist mir egal, was du getan hast. Aber dein Leben gehört jetzt uns... das heißt, du wirst uns folgen und für uns kämpfen. Hast du mich verstanden?“, wandte sich der Dunkelhaarige an Saito.
Dieser nickte.
„Prima, dann können wir noch oft miteinander kämpfen“, meldete sich Okita zu Wort und fing sich daraufhin einen düsteren Blick von Hijikata ein.
„Ich hoffe, du lässt das Dojo in deiner Zerstörungswut trotzdem so stehen, wie es ist, Souji“, meldete sich ein anderer Mann zu Wort, welcher sich bisher im Hintergrund gehalten hatte.
Er verbeugte sich leicht vor Saito und dieser erwiderte die Begrüßung.
„Mein Name ist Isami Kondou. Ich denke, wir haben mit dir eine gute Verstärkung für unsere Sache gewonnen“, lächelte er.
Wie auf Stichwort reihten sich Shinpachi, Sanosuke und ein etwas jüngerer Mann vor Saito auf und grinsten ihn an.
„Willkommen bei den Shinsengumi!“, riefen sie und Saito blinzelte verwirrt.
Er hatte schon von dieser Gruppierung gehört, die bald nach Kyoto gehen und dort für das Shogunat und für Recht und Ordnung sorgen würde. Dass er ausgerechnet hier landen würde...? Ob es das war, was man Schicksal nannte...?

Am nächsten Tag...

Souji streckte sich in der Sonne und genoss den Tag. Es war erst gestern gewesen, dass Saito zu ihnen gestoßen war, aber schon jetzt fügte er sich gut in die Gruppe ein, als wäre er schon immer da gewesen. Er war zwar sehr schweigsam und sprach nur dann, wenn er geradezu dazu gezwungen wurde, aber dennoch hatte Saito etwas an sich, dass ihn einfach zugehörig zu ihnen allen machte. Vor allem seine Besonnenheit war es, die vor allem Kondou und Hijikata in den letzten Stunden schon sehr zu schätzen gewusst hatten und gestern noch hatten die drei im stummen Einvernehmen zusammengesessen, während Shinpachi und die anderen alle unterhalten hatten.
Souji lächelte vor sich hin. Es war wirklich ein Glücksfall, dass Saito ausgerechnet bei ihnen Zuflucht gesucht hatte und er war froh darüber. Bestimmt würde sich bald wieder eine Gelegenheit ergeben, bei der er gegen den anderen kämpfen konnte. Okita konnte es kaum erwarten, denn er konnte immer noch das Adrenalin in seinen Adern spüren, welches gestern durch ihn hindurch geschossen war. Seine Sinne waren so hellwach wie noch nie, er spürte sich selbst mit neugewonnener Energie und seine Hände kribbelten förmlich vor Aufregung.
Der Braunhaarige beschloss, Saito sofort aufzusuchen und ihn zu einem erneuten Zweikampf aufzufordern, damit er noch einmal diese Euphorie spüren durfte, denn er hielt es unmöglich länger aus. Er verließ sein Zimmer und machte sich im ganzen Gelände auf die Suche nach Saito.
Unterwegs fiel ihm auf, dass ihm nur wenige Leute aus dem Dojo begegneten und er wunderte sich darüber. Hatte er irgendetwas nicht mitbekommen...?
//Merkwürdig...//
Einem unguten Gefühl folgend umrundete Souji das Dojo und schließlich hörte er Stimmen aus dem kleinen Nebenbau, wo die Küche und die Abstellräume lagen. In einem der Abstellräume hatte sich eine kleine Menschentraube von zwanzig Mann gebildet und Souji erkannte bald, dass seit gestern so einiges im Argen lag.

„Du bist nichts wert, Linkshänder!“, rief eine Stimme und eine Faust traf Saito direkt ins Gesicht.
Er reagierte kaum, schließlich waren Beschimpfungen und Schläge nichts Neues, hatte er sie doch seit seiner gesamten Kindheit erdulden müssen. Wie oft hatte er schon gehört, dass er nichts wert war oder dass er nicht gut genug war, um ein Schwert zu führen, nur weil er es eben mit der linken Hand tat.
Saito hatte sich damit abgefunden, dass dies in seiner Natur lag und dass er nichts tun konnte, was dieser widersprach, aber anscheinend hatte seine Umwelt nicht den gleichen Anspruch. Da standen sie nun vor ihm und sagten ihm wieder, dass er nicht dazugehörte, dass er nicht gebraucht wurde und dass es kein Ziel gab, worauf er hinarbeiten konnte.
//Als ob ich das nicht selbst wüsste...//, dachte er, während ein weiterer Schlag in sein Gesicht ausgeführt wurde.
Der Schmerz war minimal... im Gegensatz zu dem Schmerz in seiner Seele, den er nun schon so lange mit sich herumtrug...
„Mach, dass du wegkommst, Unwürdiger!“, rief jemand und dieses Mal traf eine Faust direkt in Saitos Bauch, so dass ihm die Luft wegblieb.
Er krümmte sich, hielt dem Schmerz aber ohne einen Laut stand. Fast wünschte er sich, jemand würde eine Waffe ziehen und ihn von seinem Elend erlösen, aber alles was er sah, waren Fäuste und finstere Gesichter.
„Du bist weniger wert als das Ungeziefer, dass man unter Füßen zertritt!“, rief noch ein Mann, doch plötzlich gab er ein Röcheln von sich.
Ungläubig schaute er an sich herunter und auf die Schwertspitze, welche sich durch seine Brust gebohrt hatte. Das Schwert bewegte sich, wurde herausgezogen und der Mann brach mit einem weiteren Röcheln in sich zusammen. Hinter ihm kam Okita zum Vorschein, welcher ungerührt auf die Leiche vor seinen Füßen schaute. Seine raubtierhaften, grünen Augen blickten kalt auf die Menge vor ihm, während sein Mund sich zu einem kalten Lächeln verzog.
„Das einzige Ungeziefer, welches ich sehe, sind die Männer vor mir, die die Hand gegen ein wertvolles Mitglied unserer Gruppe erheben“, meinte er und ehe Saito sich versah, streckte Okita die drei Männer nieder, die ihn eben noch geschlagen hatten.
Die anderen Männer wichen zurück, bereit zur Flucht oder starr vor Schreck, doch auch mit ihren zeigte Souji kein Erbarmen. Sein Schwert zuckte vor und zurück, trieb sich tief in warme Körper, um nur den Tod und blutgetränkten Boden zu hinterlassen.
Saito war wie erstarrt und die einzige Frage, die in seinem Kopf herumgeisterte war nur die eine: Warum?

„Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht?!“
Hijikatas Stimme erschütterte die dünnen Wände des Dojos und fast alle Anwesenden zuckten unmerklich zusammen.
Die sogenannte „Führungsspitze“ hatte sich versammelt, bestehend aus Kondou, Hijikata und Sannan, einem Mann mit Brille, der sich warmherzig nach Saitos Befinden erkundigt hatte. Saito hatte sich an der Tür postiert und verstand immer noch nicht ganz, was passiert war. Okita saß wiederum der Führungsspitze gegenüber und ließ durchblicken, dass er nicht bereute, was er getan hatte.
„Was ist mir dabei gedacht habe? Ich habe potenzielle Verräter eliminiert“, meinte er ungerührt und Hijikata bekam einen mörderischen Gesichtsausdruck.
Er musste es nicht erst sagen, man konnte ihm an seiner angespannten Haltung und seinem dämonischen Gesichtsausdruck ansehen, dass er sich liebend gern auf Okita gestürzt hätte.
„Das waren zwanzig Männer. Zwanzig unserer besten Männer!“, brüllte er wütend und nur Kondou, der nun beschwichtigend eine Hand auf Hijikatas Oberarm legte, konnte nun Schlimmeres verhindern.
„Das nächste Mal solltest du wirklich dein Temperament zügeln, Souji. Wir haben noch nicht viele Männer, die unsere Sache unterstützen und da hättest du gut daran getan, wenn du einige von ihnen verschont hättest“, mischte sich Sannan ein, doch Souji seufzte nur.
„Wer sagt, dass sie sich nicht wieder aufgelehnt und Hajime erneut aufgelauert hätten?“, wollte er wissen.
„Okita-san, sie haben Recht“, meinte nun auch Saito und Souji schaute ihn an.
„Du fällst mir in den Rücken? Also das verletzt mich jetzt aber“, meinte er grinsend. „Wobei ich dich doch heldenhaft vor deinen Widersachern gerettet habe.“
Saito verfiel wieder in sein ursprüngliches Schweigen, da er nicht wusste, was er auf Soujis spielerische Worte antworten sollte. Stattdessen kniete er sich also vor Hijikata, Kondou und Sannan hin und verbeugte sich demütig.
„Das Ganze war auch meine Schuld, weil ich diese Männer nicht in die Schranken gewiesen habe. Ich übernehme die volle Verantwortung.“
„Das würde mich aber auch interessieren... wieso hast du dich nicht gewehrt?“, wollte Hijikata nun wissen und maß nun auch Saito mit einem ungehaltenen Blick.
„Ich sah es nicht als notwendig an...“, antwortete Saito und schaute auf sein Schwert, welches wie immer auf seiner rechten Seite anlag.
„Weil du diese Worte schon kennst und es leid bist, dich ihrer zu erwehren, richtig?“, fragte Sannan und Saito antwortete dieses Mal mit einem bloßen Nicken.
Hijikata seufzte und als Saito den Blick hob, sah er aufrichtiges Mitgefühl in den purpurnen Augen des anderen.
„Halten wir fest: Die Männer sind tot und man kann nichts mehr dagegen machen. Zur Strafe wirst du neue Männer anheuern, Souji“, meinte er schließlich und Okita zeigte sich murrend damit einverstanden.
Er stand auf und ging zur Tür und auch Hajime folgte seinem Beispiel.
„Saito-san?“, meinte Hijikata dann und der Angesprochene schaute sich noch einmal nach dem Mann um.
„Das nächste Mal solltest du dich wehren. Und es ist übrigens egal, welches Hand dein Schwert führt. Deine Kraft ist etwas Besonderes und wir alle wären geehrt, wenn du sie im Dienst der Shinsengumi einsetzen würdest“, erklärte der Dunkelhaarige und Saito empfand große Dankbarkeit dafür.
Er verbeugte sich tief und bewahrte diese Worte in seinem Inneren, um sie später, wenn er für sich allein war, wieder hervor zu holen und sich an ihnen zu erfreuen. Die Shinsengumi brauchten ihn... das konnte seine Chance sein.

Souji streckte sich, während er kurz darauf neben Saito herging. Die Strafpredigt hatte er einigermaßen unbeschadet überstanden, auch, wenn er sich nicht gerade auf die Aufgabe freute, neuen Männern Honig ums Maul schmieren zu müssen.
„Ich hoffe, du kennst jetzt deinen wahren Wert, Hajime-kun“, lächelte er breit, doch wie immer ging der andere kaum darauf ein.
„Ach komm schon, sei etwas offener zu mir, ich habe schließlich dein Leben und deine Ehre gerettet“, sagte Souji und endlich antwortete ihm der andere.
„Nimm mich nicht als Vorwand für deine Mordlust.“
Souji lachte schallend darüber und nahm sich fest vor, dass Saito bald sein bester Freund sein würde. Schließlich sollte man seine Rivalen nahe bei sich behalten~