[WDUR] - Probier mal bitte die Soße für die Nudeln

von Hedwig93
OneshotHumor, Freundschaft / P12
02.02.2018
02.02.2018
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Im Rahmen des Wettbewerbs "Wettbewerb der Unendlichen Runden!" von Duece, fortgeführt von Mondrose entstand dieser OS. Der Wettbewerb ist zu finden unter:
https://forum.fanfiktion.de/t/51578/1#jump5085419

Die Vorgabe ist:
Thema: Hinter verschlossenen Türen in Hogwarts
Vorgabe: Schreibt über einen Mitarbeiter von Hogwarts (die Schüler dürfen natürlich auch Erwähnung finden, sollten aber keine Protagonisten sein!) und lasst den Satz "Feierabend wie das duftet" vorkommen.
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Es war dieses Jahr ungewöhnlich schnell Frühling geworden, weswegen die Hänge um Hogwarts im Licht der Sonne lila und weiß vom Heidekraut glänzten. Ein kühler salziger Wind strömte vom Meer bis auf die Ländereien der Schule für Hexerei und Zauberei. Frühling, ja das bedeutete Quidditch und daher verwunderte es niemanden, dass Harry Potter als Sucher von Gryffindor über die Torränge des Stadions flog und seine Mannschaft zu höchstleistung antrieb.
‘Ich denke, ich hätte niemand besseren für das Team finden können!’, dachte Minerva McGonagall. ‘Hoffentlich schlagen wir wieder Slytherin’, kam es ihr wieder einmal verbittert in den Sinn. Nur zu ungern erinnerte sie sich an ihr letztes Schuljahr. Sie war in einem Spiel gegen Slytherin von ihrem Besen gefallen und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu. ‘Und als wäre das nicht schon schlimm genug, nein, fünf meiner Rippen waren auch gebrochen’, übermannte sie die schlechte Erinnerung. Es war also wenig verwunderlich, dass sie den lebenslangen Wunsch hatte, Slytherin beim Quidditch besiegt zu sehen.

Sie stand am Fenster ihres Studierzimmers, das sich in einem der höchsten Türme des Schlosses befand und hatte den Blick auf das Quidditchfeld gerichtet. Die linke Hand hatte sie auf der kalten Steinfensterbank abgestützt, in der anderen Hand hielt sie eine dünnwandige niedrige Teetasse mit blauem maritimen Muster. Sie nippte daran und ließ die warme, gold-braune Flüssigkeit einen Moment in ihrem Mund ihre Zunge umspielen. ‘Hoffentlich lässt er sich nicht von der Zuneigung zu Miss Granger vom Spiel abbringen...oder noch viel schlimmer, von der unerwiderten Liebe durch sie’, ging das Gedankenkarussell der Hauslehrerin des Hauses Gryffindors weiter. ‘Es ist so schade, dass die beiden dieses Jahr nicht so gut miteinander auszukommen scheinen und dabei ist es schon ihr sechstes Jahr!’

Zu groß waren die Parallelen zwischen ihnen und Harrys Eltern. Die stellvertretende Schulleiterin hatte so viel von sich in Lily und James gesehen und nun wiederholte sich das ganze bei Harry und Hermine.  
‘Wie unglaublich jung ich doch damals mit achtzehn war’, kam es ihr durch den Sinn, als sie sich daran erinnerte, wie sie sich Hals über Kopf in den Muggeljungen Dougal McGregor aus ihrem Heimatdorf Caithness verliebte. Vor so langen Jahren hatte sie ihre Liebe des Lebens, wie sie heute dachte, durch ihre Magie verloren. ‘Ach, er war ein so hübscher, kluger und humorvoller Mensch’, musste sie bei diesem Gedanken schmunzeln. Unwillkürlich...na ja, eigentlich doch sehr beabsichtigt, erschien Dougal vor ihrem geistigen Auge. Er war der Sohn eines ortsansässigen Bauern und beide hatten den gleichen Sinn für Humor, stritten sich ungehalten und vermuteten geheimnisvolle Tiefen im jeweils anderen. Es war eine dieser stürmischen Romanzen wie man sie sonst oft in Büchern lesen konnte und so war auch der Heiratsantrag. Eines Tages sank McGregor mitten auf einem Acker nieder und fragte sie die Fragen aller Fragen. Minerva willigte ein, wie könnte sie es nicht tun?
‘Nie werde ich diese unruhige Nacht vergessen, in der keinen Schlaf fand’, erinnerte sie sich, denn Gedanken um ihre Zukunft plagten sie. Dougal wusste natürlich nicht, dass sie in Wirklichkeit eine Hexe war. Auch all ihre ehrgeizigen Ziele waren ihm unbekannt. Sie wusste, diese Ehe würde all diese Ziele begraben und ihren Zauberstab müsse sie wohl für immer wegsperren.
‘Der nächste Morgen war der schlimmste Morgen, den ich je erlebt hatte’, musste Minerva zugeben, denn sie ging zu Dougal, um ihm zu sagen, dass sie es sich anders überlegt habe und ihn nicht heiraten könne. Das internationalen Geheimhaltungsabkommens verbot ihr ihm Näheres zu erklären, weswegen es am Ende darauf hinaus lief, dass sie gar keinen Grund für ihren plötzlichen Sinneswandel liefern konnte. ‘Oh, muss es ihm schlecht gegangen sein, wenn ich nur an meine Gefühle damals denke’, überlegte sie sich und war sich sicher, dass sie ihn mit gebrochenem Herzen zurück gelassen haben musste.

Drei Tage später reiste sie nach London ab und ließ Caithness hinter sich. Sie lernte ihren Vorgesetzten, Elphinstone Urquart  kennen, der der Leiter der Abteilung für magsiche Strafverfolgung war und pflegte lange Zeit freundschaftlichen Kontakt zu ihm. Auch, als sie als Lehrerin nach Hogwarts zurückkehrte. So traf es sich, dass er seinen Urlaub in Schottland verbrachte und sie besuchte.
‘Nicht zu fassen, dass er mich wirklich in dieses Café bekommen hat’, lächelte sie bei dem Gedanken an Madam Puddifoot's in Hogsmead. Dies hatte natürlich einen besonderen Grund für Elphinstone Urquart, denn er wollte ihr einen Heiratsantrag machen, den sie aber ablehnte. ‘Jedenfalls die ersten Male’, und eine Träne bahnte sich ihren Weg herab. Sie hatte deinen der wiederholten Anträge schließlich angenommen und heiratete ihren ehemaligen Vorgesetzten.

Ihnen waren nur wenige Jahre gegeben, als er durch den Biss einer Giftigen Tentakel schon nach drei Jahren Ehe starb. Sein Tod brachte entsetzliches Leid über Minerva. Sie ertrug es nicht länger, allein in dem Haus in Hogsmeade zu wohnen und kehrte zurück in ihr steingefliestes Schlafzimmer in Hogwarts, das durch eine verborgene Tür in ihrem Büro zugänglich war. Viel länger konnte sie nicht mehr in alten Erinnerungen schwelgen und sich um ihre beiden liebsten Schüler sorgen, denn es klopfte an ihrer Tür.
‘Himmel, wer ist das denn nun’, wunderte sie sich doppelt. Einmal tatsächlich darüber, wer es sein könnte, aber dann auch noch darüber, dass sich ihr Satz gerade gehört hatte, als sei er von Mr Ronald Weasley persönlich gekommen.
“Ich bin’s, Minerva! Albus Dumbledore. Ich weiß, dass du da bist”, sprach der weißhaarige Schulleiter von der anderen Seite der schweren und dunklen Eichentür.
“Komm’ rein, Albus”, sprach Minerva freundlich und ließ sich ihre Gedanken nicht anmerken. “Ich hatte gerade einen Schluck Tee im Mund, als du hier klopftest. Darf ich dir einen Tee anbieten?”, fragte sie ihren Freund und Vorgesetzten.
“Natürlich, gerne! Wobei hatte ich dich unterbrochen?”, fragte er interessiert.
“Nichts wichtiges, ich hatte nur das Training der Mannschaft von Gryffindor beobachtet.”
“Ah, und wie macht sich unser junger Mr Potter?”, fragte er.
“Blendend, denke ich. Ich denke, es war eine gute Wahl”, lächelte Minerva.
“Ich bin gespannt, wer den Pokal am Ende des Jahres bekommt.”
“So lang es nicht Slytherin ist, ist alles gut!”, kam es aus Minerva wie aus der Pistole geschossen. Dumbledore lächelte verschmitzt.
“Nach all der Zeit, Minerva?”
“Immer...und das bis ich sterbe”, erklärte sie siegessicher. “Aber weswegen bist du zu mir gekommen, Albus?”
“Ach, weißt du, ich dachte, es ist Freitag und wir könnten unseren Feierabend zusammen verbringen? Immerhin ist es schon eine Weile her, als wir zusammen gekocht haben”, gab Albus zu, dass er diesen Umstand nicht sehr schätze.
“Gerne, du bist auch gerade zur richtigen Zeit gekommen. Ich war gerade fertig mit der Vorbereitung für nächste Woche”, lächelte sie, stand auf und verließ zusammen mit Albus ihr Studierzimmer.

Sie gingen in eins der leeren Klassenzimmer im siebten Stock des Schlosses, von dem sie wussten, dass es auch von den Schülern wenig zweckentfremdet wurde.
“Hoffentlich kann ich noch die Küche heraufbeschwören”, überlegte Albus unsicher. Es war schon zwei Jahre her, als er das letzte Mal mit Minerva zusammen gekocht hatte.
“Ich bin mir ganz sicher, dass du das noch kannst, Albus”, lachte Minerva. Sie griff gerade nach dem Türknauf und  öffnete die Tür, als vom Inneren des Klassenzimmers ein überraschter Schrei erklang.
“Oh, ich denke, hier stören wir heute! Oder was denkst du, Minerva”, gluckste Albus, als er ein halbentgleidetes Paar Schüler aus Ravenclaw und Gryffindor vorfand. Die beiden Schüler machten sogar einer Tomate aus Italien konkurrenz.
“Ich denke eher, wir sind genau richtig, Albus. Mr Thomas und Miss Turpin! Was denken Sie, das Sie hier machen?”, fragte MInerva entrüstet.
“Wir…”, begann Lisa Turpin, die im gleichen Jahrgang wie Harry war.
“Ich sehe genau, was hier vor sich ging. Und dann muss ich auch noch mein eigenes Haus dabei erwischen!”, unterbrach die Hauslehrerin von Gryffindor den kläglichen Versuch einer Entschuldigung.
“Professor McGonagall, es sieht nicht aus…”, begann Dean.
“Denken Sie, Mr Thomas, dass ich nicht genau erkenne, was sie hier vorhatten?”, fragte Minerva und musste stark an sich halten, nicht schallend los zu lachen.
“Nein, Mam”, kam es kleinlaut von ihm.
“Was denkst du, Albus? Fünf Punkte für jeden und den Rausschmiss aus dem Klassenzimmer hier?”, fragte Minerva an Albus gewandt, der sich bisher im Hintergrund gehalten hatte.
“Ach, ich weiß nicht! Ich finde, zehn Punkte und den Rausschmiss fairer”, erwiderte er süffisant.
“Damit kann leben”, sagte Minerva. “Sie haben Ihre Strafe gehört und ich denke, sie sollten sie nun auch umsetzten, oder?”
“Natürlich, Professor”, kam es von den beiden Schülern verdutzt. Sie sammelten ihre letzten Klamotten ein, dazu zählten natürlich die Krawatten, das Hemd und interessanterweise auch ein Paar Socken, liefen auf die Tür zu und verschwanden schnellen schrittes. Die beiden Professoren hörten noch, wie die beiden Schüler miteinander redeten.
“Meine Güte, da sind wir ja noch einmal gut weggekommen”, meinte Dean, während er sich  mehr schlecht als recht sein weißes Hemd überwarf.
“Wir haben sogar noch Punkte bekommen”, lachte Lisa.
“Noch einmal jung sein und der frischen Liebe Spannung erleben”, seufzte Albus.
“Ach was! Komm, lass und lieber unsere Küche hier errichten. ich verschließe die Tür”, sprach Minerva.

Eine gute halbe Stunde später war das Klassenzimmer in eine Küche verwandelt worden und die ersten Töpfe standen schon auf dem Herd.
“Kommst du einmal herüber, Albus? Probier mal bitte die Soße für die Nudeln”, verlangte Minerva und unterbrach damit die Dessertvorbereitungen von Albus. Er hörte auf die Zitronen für die Cream zu pressen.
“Sicher”, sagte er und kam summend zu seiner Mitköchin herüber.

Er beugte sich über den Topf, in dem die rote Soße bereits köchelte.
Feierabend wie das duftet”, sang er mit der gleichen Melodie, die er vorhin gesummt hatte. Er hielt den Kopf noch etwas weiter über den Topf. Der Geruch von frischen Tomaten, Oregano, Zwiebeln und Pfeffer stieg ihm in die Nase. Minerva stand nur lächelnd daneben.
“Was?”, fragte er.
“Ich habe das hier so vermisst! Es ist einfach mal dem Alltag entfliehen”, gab sie zu.
“Wie recht du hast, Minerva! Wollen wir vielleicht ein Ständchen zusammen singen?”
“An was hattest du gedacht?”, fragte sie überrascht, wobei sie das ja eigentlich von ihrem langjährigen Freund kannte.
“Wie wäre es mit <Ein Kessel voller heißer, starker Liebe>?”, fragte er unschuldig.
“Albus”, kam es lachend von Minerva und wenn sie nicht sicher wäre, dass Albus niemals ein Auge auf sie werfen würde, hätte sie niemals eingewilligt. Die ersten Töne erklangen und beide konnten ihrem Alltag für einige Stunden entfliehen.
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