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Kein Ende in Sicht...

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
OC (Own Character) Tom Hiddleston
02.02.2018
28.09.2022
187
675.303
31
Alle Kapitel
340 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
02.02.2018 4.241
 
Anmerkungen der Autorinnen:
Hallo ihr Lieben,
nein, wir konnten es nach dem Ende der Trilogie nicht lassen und mussten weiterschreiben, da uns die ganze Geschichte einfach nicht loslässt und wir auch nicht wissen, wann sie es tun wird.
Aus diesem Grund werden wir hier immer wieder unregelmäßig kürzere Geschichten über die Ereignisse nach 62 Stunden..., Im Reich der Götter... und Am Abgrund... veröffentlichen.
Dies ist eine Fortsetzung zu der Trilogie (falls ihr sie noch nicht gelesen habt: Teil 1: https://www.fanfiktion.de/s/590456140005f70129219577/1/62-Stunden-, Teil 2: https://www.fanfiktion.de/s/596894a00005f7012cadead7/1/Im-Reich-der-Goetter- und Teil 3: https://www.fanfiktion.de/s/59a951010005f701277c4e8f/1/Am-Abgrund-) und wieder eine Gemeinschaftsarbeit von magicdrusilla (Schaut bitte auch auf ihrem Profil vorbei: https://www.fanfiktion.de/u/magicdrusilla) und mir.

Warnung: Es kann (und wird) wieder ALLES passieren, was passieren kann. Gewalt, Smut und derbe Sprache sind auf jeden Fall wieder dabei. Detaillierte Warnungen erscheinen am Anfang jedes Kapitels.

Viel Spaß und lasst mal von euch hören!

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Nein, Dru würde sich einfach niemals daran gewöhnen.
Gerade hatte sie wieder wackelige Knie bekommen, als Tom sie in die Arme geschlossen hatte, um sich von ihr zu verabschieden. Sie war war gerade auf dem Weg in die Dusche gewesen und hatte ihre Haare zu einem lockeren Dutt nach oben gebunden, als der Brite an die Tür geklopft hatte.
»Komm herein!«
Er hatte dieses unfassbar tolle Lächeln auf seinem Gesicht gehabt.
»Darling, I have to leave, we have a meating at RADA«, hatte er mit sanfter Stimme gesagt, sie in die Arme geschlossen und einen Kuss auf die Seite ihres Halses gehaucht.
Dru seufzte und sagte langsam: »Okay, fahr vorsichtig und ich vermisse dich jetzt schon.«
Sie hatten sich darauf geeinigt, dass sie, so oft es ging, mit ihm deutsch sprach, damit er die Sprache lernte, doch er traute sich nur manchmal, ihr auch auf deutsch zu antworten.
Er löste sich von ihr. »Okay, mache ich. I miss you, too. Enjoy your day.«
Damit verließ er das Zimmer und einen Moment später hörte Dru die Wohnungstür.
Sie atmet tief durch und fragte sich erneut, womit sie das verdient hatte. Sie war mittlerweiler seit einem halben Jahr die Frau an Tom Hiddlestons Seite und irgendwie hatten sie es sogar geschafft, ihre Beziehung geheim zu halten.
Vor ein paar Tagen waren sie aus Amerika zurückgekommen. Sie war noch immer total aufgewühlt von den tollen Tagen San Diego und den lieben Menschen, die sie auf der Comic Con kennengelernt hatte, denn im Gegensatz zu Tom hatte sie die Möglichkeit gehabt, einfach als Besucher über das Gelände zu laufen und sich die Stände und Panels anzusehen ohne einen Tsunami auszulösen. Davor waren sie in Atlanta gewesen, wo Tom wieder in die Rolle von Loki geschlüpft war.
Dru wusste, wie schwer es ihm mittlerweile fiel, den Gott des Unheils darzustellen, aber dennoch hatte er eine göttliche Performance hingelegt. Chris Hemsworth, Mark Ruffalo und Taika Waititi, der lustigste Kiwi nach Craig Parker (der ja streng genommen gar keiner war, da er auf Fidschi geboren war), hatten ihr viele tolle unvergessliche Augenblicke beschert.
Chris war unglaublich froh für seinen Bruder von einer anderen Mutter gewesen, dass dieser endlich eine vernünftige Frau an seiner Seite hatte.
Ach ja, es brauchte ihr auch keiner für das Kuschelfoto zu danken – das hatte sie für die Hiddlestoner gemacht. Dru schmunzelte, während sie sich auszog und unter die Dusche ging, denn genau so hatte Chris es auch gesagt und dann gelacht, sodass man es ihm schon wieder nicht übel nehmen konnte. Sie schaltete das Wasser an und genoss die Wärme, während sie ihren Körper einseifte.
Sie dachte an den schönen gestrigen Abend. Tom hatte sie in Theater ausgeführt, wo sie eine überragende Billie Piper in YERMA gesehen hatten. Dru bekam noch immer eine Gänsehaut, als sie an die unglaublich emotionale Darstellung dachte. Sie hatten sogar noch die Möglichkeit gehabt, nach dem Stück mit dem Cast einen Absacker in der Bar zu trinken. Dru selbst hatte die junge Schauspielerin nur von ihrer Serie Secret diary of a call girl gekannt, doch sie hatte so viel mehr drauf.
Danach waren sie nach Hause gefahren.
Dru hatte mittlerweile ihre Wohnung und ihr Leben in Deutschland komplett hinter sich gelassen und das kleine Zimmer in Toms Appartement bezogen und ab kommenden Montag würde sie auch endlich wieder anfangen zu arbeiten. Sie hatte eine Anstellung für zwei Tage die Woche in einer Apotheke in der Nähe der Wohnung bekommen. Eigentlich hatte sie etwas ganz anderes machen wollen, doch ganz ohne Erfahrung war es recht schwer, irgendwo anders unterzukommen. Doch der Lohn würde reichen, um Tom die Miete, die sie ihn zwang haben zu wollen, zu bezahlen. Und sie würde raus kommen und in das normale Leben.
Die junge Deutsche schaltete das Wasser ab und wickelte ihren Körper in ein flauschiges Handtuch. Dann begann sie sich abzutrocken, stellte ihr Bein auf die Toilette und beugte sich vor, um ihre Füße zu trocken.
»Na, dieser Anblick kommt mir doch bekannt vor«, hörte sie eine Stimme hinter sich, die ihr augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren ließ.
Sie drehte sich um und wich zurück, doch die Toilette war leider im Weg. Sie hielt notdürftig und unnötigerweise das Handtuch vor ihren entblößten Körper, doch es war einfach ein Reflex.
»Lo...ki«, stotterte sie und schluckte, als sie den Gott des Unheils in voller Montur auf der anderen Seite des Raumes stehen sah. Er hielt Gungnir in der rechten Hand und grinste sie düster an.
»Lange nicht gesehen und immer noch erkannt«, feixte er und Dru nutzte den Moment, um das Handtuch vernünftig um ihren Körper zu schlagen. »Doch mich wundert, dass Thomas dich nicht schon ausgetauscht hat.« Er legte den Kopf schief und kam langsam näher.
Dru hatte das Gefühl, dass sie kaum noch Luft zum Atmen fand, ihre Kehle war wie zugeschnürt.
Sie hatte so gehofft, endlich Ruhe vor Loki zu haben.
»Überall an dir haftet sein Geruch... was muss Liebe doch schön sein!« Der Halbgott verzog den Mund und legte seine freie Hand auf ihre Wange.
Dru wagte nicht sich zu bewegen.
Die letzten Monate hatten ihr so gut getan, langsam waren die Wunden, die Loki geschaffen und immer wieder aufgerissen hatte, verheilt. Sie erschauderte unter seiner viel zu zarten Berührung.
»Wo ist denn dein Liebster?«, spie er aus.
»Besprechung«, brachte sie heraus.
»Nur zu kleide dich an, du weißt, ich sehe gerne zu.« Loki lachte auf und trat einige Schritte zurück, sodass sie auf wackeligen Beinen ins Schlafzimmer gehen konnte, wo sie sich ihre Klamotten zurechtgelegt hatte.
Loki setzte sich auf das Bett und beobachtete sie, erlaubte ihr tatsächlich sich einzukleiden. Doch entspannen konnte die junge Deutsche sich absolut nicht, denn sie kannte den Gott leider nur zu gut. Er stand darauf, jemanden in Sicherheit zu wiegen und dann den Vorschlaghammer auszupacken.
Nachdem sie angezogen war, lehnte sie sich gegen Toms Kleiderschrank und musterte den Gott.
Er sah erschöpft aus.
Das war doch seltsam und eigentlich unmöglich.
»Loki?« fragte sie und nahm ihren ganzen Mut zusammen. Er sah zu ihr auf. »Wie geht es Amber?«
Ein fieses Grinsen legte sich auf seine Gesichtszüge und sie konnte seinen Hohn deutlich ablesen, was ihr wieder ein schmerzhaftes Stechen im Herzen einbrachte. Sie vermisste ihre Freundin so sehr, hatte nach einiger Zeit intensiv probiert, wieder Kontakt mit ihr aufzunehmen, jedoch ohne jeden Erfolg. Egal ob Festnetz, Handy oder E-Mail, alle Versuche liefen ins Leere.
Doch der Gott des Unheils zuckte nur die Schultern. »Ich habe keine Ahnung, werde sie aber gleich nach dir besuchen, denn ich weiß ja, wo sie ist.«
Dru überlegte, ob es klug wäre, ihn darauf anzusprechen, dass er müde aussah, doch noch bevor ihr Hirn sie davor hatte waren können, dass es eine echt beschiessene Idee war, hatten die Worte bereits ihren Mund verlassen.
Wieso konnte sie es nicht lassen, sich um die Sorgen anderer Leute zu kümmern?
Sie war doch nicht die Mutter der Nation!
Während sie sich darauf gefasst machte, gleich entweder quer durch den Raum zu fliegen oder brutal vergewaltig zu werden, sah sie aus halb geschlossen Augen, wie Loki die Schultern hängen und den Sperr sinken ließ.
What the fuck!, hätte sie am liebsten gebrüllt, als er mit einer Hand begann seine Schläfen zu massieren.
»Sie raubt mir den letzten Nerv!«, murmelte er so leise, dass sie es fast nicht verstanden hätte.
»Wer?« Und in einem Anflug von Wahnsinn ließ Dru sich neben den Gott auf die Matratze sinken.
»Amora!«
Eigentlich müsste ihr doch jetzt einer abgehen, den Geisteskranken so geschlagen neben sich zu sehen, doch stattdessen fühlte sie soetwas wie Mittleid.
Vielleicht war sie die Geisteskranke?
»Und wer ist das?«, fragte sie.
»Valentine«, fügte er erklährend hinzu und Dru hätte am liebsten laut losgelacht.
Ja, das Artefakt konnte echt eine Nervensäge sein – wenn auch eine liebenswürdige.
»Wieso? Was macht sie denn? Also um dir den letzten Nerv zu rauben?«, wollte sie wissen, hielt sich jedoch noch zurück, ihre Hand besänftigend auf den Oberschenkel des Halbgotts zu legen.
Er atmet tief ein und dann sprudelte es aus ihm heraus, ohne dass er seinen Blick hob. Loki schien einfach nur froh zu sein es loszuwerden,, und da sie gerade da war, musste sie herhalten. Und ganz ehrlich, das war Dru so viel lieber als andere Dinge, die Loki schon mit ihr angestellt hatte.
»Ich habe ihr einen Körper gegeben und mittlerweile glaube ich, das war ein Fehler – nein, ich weiß, es war ein Fehler. Sie ist komplett außer Kontrolle und macht, was sie will.« Er stöhnte auf sank in sich zusammen.
Jetzt fand Drus Hand tatsächlich seinen Oberschenkel, sie klopfte aufmunternd darauf und schließlich sah er sie sogar an.
»Ich verstehe nicht einmal, warum ich dir das erzähle.« Der Gott des Unheils schüttelte den Kopf.
»Weil selbst du jemanden zum Reden brauchst. Und jetzt siehst du vielleicht mal, wie wichtig mir Amber und ihre Freundschaft ist.« Selbst wenn sie gewollt hätte, sie konnte sich diesen Kommentar einfach nicht verkneifen. »Aber wieso kannst du ihr denn keinen Einhalt gebieten?«, wollte sie wissen.
Wieder atmete er hörbar aus und fuhr sich durch die Haare. »Ihre Magie ist vollkommen anderes als meine und da sie nun einen Körper hat und sie für sich beansprucht ist sie viel stärker geworden.« Er verstummte.
Dru schluckte, als sie verstand. »Du meinst, sie ist stärker als du geworden?«
»Nicht ganz, doch sie vermag es, meine Magie gegen mich zu verwenden, so dass sie machen kann, was sie will.«
Die Deutsche hätte sich am liebsten auf den Boden geworfen und sich vor Lachen hin und her gewälzt.
Eine bessere Rache an Loki wäre ihr echt nicht eingefallen!
War das herrlich!
Wie gerne würde sie da mal Mäuschen spielen und zuschauen, was Valentine so auf Asgard anstellte!
Doch sie versuchte sich zusammenzureißen, eine neutrale Miene zu machen und nickte verständnisvoll.
»Was hältst du von einem Kaffee? Und es sind noch ein paar Scones von gestern Mittag da«, schlug sie vor und fragte sich im selbem Moment, was zum Geier sie da eigentlich machte. Sie erhob sich und griff nach seiner Hand. »Na komm schon, ich hatte noch keinen Kaffee und da fällt mir immer das Denken schwer, vielleicht fällt uns ja gemeinsam etwas ein, wie du Valentine besänftigen kannst, Loki.«
Und tatsächlich folgte er ihr in die Küche. Sie hoffte wirklich, dass er sein Versprechen halten würde und ihr nichts tun. Dru schaltete die Kaffeemaschine an und nahm zwei Tassen aus dem Schrank. Während das Gerät das Wasser aufwärmte, überlegte sie, was sie zu dem Gott sagen sollte.
»Und was genau macht sie? Ich meine, was stört dich an ihrem Verhalten?«
Dru lehnte sich gegen die Anrichte und wartet, dass der Kaffeevollautomat endlich bereit war.
Loki schüttelte den Kopf. »Zuerst war es wirklich schön mit ihr – die Zweisamkeit. Ich habe mich wirklich selbst übertroffen mit dem Körper, den ich ihr erschaffen habe.«
Er hob die Hand und glitt durch die Luft, während in der Küche das Bild einer atemberaubend schönen Frau erschien. Dru schluckte, als ihr Blick über die Illusion fuhr. Nicht nur, dass sie unendlich lange, schlanke Beine hatte, ihr Busen wie gemalt aussah und ihr wunderschönes Gesicht von den hüftlangen, hellblonden Haaren umspielt wurde, auch in ihrem Blick lag so viel Weisheit und gleichzeitig etwas animalisches, sodass Dru nur ein Wort über die Lippen kam. »Wow.«
Der Gott des Unheils seufzte. »Ich weiß.«
Die Illusion verschwand und Dru blinzelte ein paar Mal. »Und das hast du geschaffen?«
»Oh, ja«, erwiderter dieser nur.
Sie nahm die zwei vollen Tassen und reichte ihm eine davon.
Ihr drängte sich immer wieder eine Frage auf, doch wäre es nicht zu riskant, ihm diese zu stellen?
Sie durfte nicht vergessen, wozu er in der Lage war. Was er ihr angetan hatte.
Er lachte auf. »Ich kann deine Gedanken förmlich riechen, kleine Dru.«
Sie setzte sich auf den Stuhl gegenüber von ihm und nahm einen Schluck des warmen Getränk. »Ach ja?«
»Erst durch Valentines Kraft war es mir möglich, die Fantasie der perfekten Frau in eine feste Form zu verwandeln. Denn eine Illusion ist leider selten so aufregend wie eine echte Frau, die sich wehrt und vollkommen anders reagiert als man es erwarten würde.« Ein beunruhigendes Grinsen legte sich auf sein Gesicht.
»Verstehe...«, versuchte sie ihre aufsteigende Angst zu überspielen, öffnete die Tüte, in der die Scones waren, dann bot sie ihm einen an.
Er schüttelte den Kopf und sah sie wieder intensiv an.
»Und wie geht es Thomas? Und seiner kleinen Schwester?« Er leckte sich über die Lippe und in diesem Moment wurde Dru bewusst, dass die Therapiestunde für ihn wohl vorbei war und er jetzt wieder Bock auf seine üblichen Spielchen hatte.
»Es geht ihm soweit gut, er versucht das Beste daraus zu machen. Und Emma geht es auch gut.« Dru verschwieg ganz bewusst den Fakt, dass Toms kleine Schwester schwanger war und sich unglaublich auf das Kind freute.
In diesem Augenblick klingelte das Festnetztelefon.
»Bitte entschuldige mich kurz.« Mit diesen Worten stand Dru auf und ging in Wohnzimmer um das Gespräch anzunehmen.

Loki folgte ihr ins andere Zimmer und sah sich um. Man konnte deutlich den weiblichen Einfluss in der Behausung des Mimen erkennen.
So wie es sich anhörte, war die kleine, süße Schwester von Thomas am Telefon. Ein Grinsen legte sich auf sein Gesicht, als ihm die nette Zweisamkeit der Beiden durch die Gedanken schoss. Doch so wie es aussah, war das Verhältnis zwischen den beiden Frauen immer noch recht freudschaftlich.
Er nahm ein Bild vom Regal, auf dem Thomas und Dru zusammen abgebildet waren und betrachtete es intensiv.
In ihrem Blick lag soviel Liebe.
Loki schluckte. Einst hatte er so auch gefühlt, doch das war lange her.
»So, und was hast du jetzt noch vor auf Midgard?«, hörte er Dru, die nun neben ihn trat und ebenfall auf das Bild blickte.
Ihre Lippen verzogen sich zu einem verträumten Lächeln.
»Eigentlich wollte ich noch deine ehemals beste Freundin besuchen, doch mir ist gerade noch etwas eingefallen, dass du für mich tun könntest meine Liebe.«

Lokis Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes erahnen. Er stellte das Bild ab und wandte sich ihr zu. Seine Hand legte sich unter ihr Kinn und seine smaragdgrünen Augen musterten sie so intensiv, dass sich überall auf ihrem Körper die kleinen Häarchen auftellten. Sie schluckte und wartete einfach ab, was er als nächstes tun würde.
Sie hatte sowieso keine andere Wahl als das zu tun, was der Gott von ihr verlangen würde.
Seine schlanken Finger glitten von ihrem Kinn über ihre Lippen zu ihrer Wange, in die die Röte schoss, als sie das Kribbeln seiner Magie spürte.
»Loki«, sagte sie kaum hörbar und fragte sich im selben Moment, warum sie seinen Namen gesagt hatte.
Im gleichen Augenblick fuhr der goldene Schimmer über seinen Körper und seine Lederkluft wurde gegen einen schwarzen, eng geschnitten Anzug mit weißem Hemd ausgetauscht.
Dru blinzelte und sah zu ihm auf. »Ich verstehe nicht...«, begann sie, doch ihre Lippen wurde von seinen zu einem sanften Kuss verschlossen. Einem unfassbar zärtlichen Kuss.
Was zum Teufel?
Als sich ihre Münder trennten, versuchte Dru ihren beschleunigten Puls und Atem wieder in den Griff zu bekommen. So viel stand fest, der Gott des Unheils war ein begnadeter Küsser.
Er senkte seinen Kopf und brachte seine Lippen nah an ihr Ohr. »Ich will, dass du mich so liebst, wie du Thomas liebst.«
»Was?!« Dru wich einen Schritt zurück und sah ihn entgeistert an.
Das konnte doch nicht sein Ernst sein?!
Doch als sie sein Geschicht sah, wusste sie, dass der Gott absolut nicht scherzte. Da war nicht einmal ein fieses Grinsen auf seinen Zügen zu erkennen. Vielmehr blickte er sie einfach nur durchdringend an und wartete auf eine Reaktion.
»Ist das dein Ernst?«, stellte sie die Frage, die in ihren Gedanken immer lauter wurde.
Er nickte kaum merklich und überbrückte die Distanz, die sie geschaffen hatte, um ihren Mund erneut in einer sanften Liebkosung zu nehmen. Und diesmal legte er noch eine Schippe drauf. Drus Knie wurden weich und sie lies sich komplett in den Kuss fallen. Seine Arme umschlossen ihre Taille und ihr wurde für einen Moment schummrig. Als sie ihre Augen öffnete, standen sie im Schlafzimmer vor dem Bett, in dem sie sich noch gestern Abend mit Tom geliebt hatte.
»Loki, ich kann das nicht!«, wagte sie einen Versuch, ihn von seinem Vorhaben abzubringen.
Wie sollte sie ihrem Traummann jemals wieder in die Augen sehen können, wenn sie ihn auf diese Art und Weise mit dem Gott betrügen würde?
Von ihm gezwungen zu werden war eine Sache, gegen die sie wehrlos war, doch ihn aus freien Stücken zu lieben? Das kam fremdgehen gleich!
»Das kann und werde ich nicht tun, Loki!«, sagte sie bestimmt und merkte, wie einen Augenblick später der Mut, denn sie eben noch gesammelt hatte, wie ein Kartenhaus in sich zusammenfiel.
Plötzlich hatte sie wieder Angst um ihr Leben und dass er ihr alles nehmen würde, was sie sich im letzten halben Jahr mit Tom aufgebaut hatte. Drus Augen füllten sich mit Tränen.
»Bitte, du musst das verstehen – du hast es versprochen, Loki!«, flehte sie und sank vor dem Gott auf die Knie.
Er kam auf ihre Höhe und zwang sie ihn anzusehen. »Du musst ihn wirklich lieben, dass du so wahnsinnig bist und bereit, dein Leben für die Seifenblase, die ihr Glück nennt, zu opfern.«
Loki schüttelte den Kopf und während er sich erhob, erschien seine Lederkleidung wieder an seinem Körper.
Dru dachte fest an Tom und die wundervolle Zeit, die die Beiden miteinander verbracht hatten, an ihn, sein Lachen, seine wunderschönen Augen – das sollte der letzte Gedanke sein, den sie hatte.
Doch es passierte nichts.
Irgendwann traute sie sich, ihre Augen wieder zu öffnen. Sie blickte sich um, doch der Gott des Unheils war verschwunden. Er war einfach gegangen.
Dru atmete erleichtert auf, setzte sich auf das Bett und versuchte zu verstehen. Doch um diesen Gott zu verstehen, dafür würde es mindestens zwei bis drei Menschenleben brauchen und selbst dann könnte man nicht sicher sein, was er eigentlich vorhatte.

Dru hatte den ganze Tag damit gerechnet, dass Loki doch noch einmal auftauchen würde, doch der Einzige, der am frühen Abend auftauchte, war Tom. Er hielt eine Papiertüte in der Hand und stellte diese auf dem Küchentisch ab, um sie in den Arm zu nehmen und ihr einen Begrüßungskuss zu geben.
Sie presste ihren Körper gegen seinen und schloss ihre Arme um seinen Nacken. »Ich habe dich vermisst. How was your day?«
»Gut, danke, du hast gefehlt«, meinte der Brite.
Dru kicherte, weil es immernoch so ultragoldig war, wenn er Deutsch sprach.
»What? Did I say somenthing wrong?«
Sie strich ihm über die Wange. »I love when you speak German. And I understood what you wanted to say.«
Er ließ den Kopf hängen. »So it was wrong?«
»You should say Du hast mir gefehlt
»Oh, verstehe«, meinte er und wiederholte es.
Dru hätte am liebsten vor Entzückung gequietscht.
»What is in that bag?«, erkundigte sie sich neugierig.
»The best salad in town.« Der Brite holte zwei riesige Schalen aus der Papiertüte.
»Ich habe auch echt Hunger, it was some kind of strange day«, sagte Dru und begann den Salat auf große Teller zu verteilen, während Tom einen Wein aus dem Vorratsschrank holte und die Gläser vorbereitete.
Als die Beiden sich am Wohnzimmertisch gegenüber saßen, erzählte Tom von seinem Treffen bei RADA und dass er nahezu den ganzen September dort Hamlet spielen würde, um für die Akademie Spenden zu sammeln. Dass er gänzlich auf ein Gehalt verzichtete, machte ihn schon wieder noch begehrenswerter, falls das überhaupt noch möglich war.
»God, you are truely amazing, I hope you know that, Tom.« Sie hob ihr Weinglas und stieß, sich in seinen Augen verlierend, mit ihm an.
Dann tranken sie einen Schluck des Weißweins.
»And how was your Day, Darling?« erkundigte er sich und aß etwas von dem Salat.
Dru wartet bis er gekaut und geschluckt hatte, dann suchte sie seinen Blick.
»Loki was here«, sagte sie knapp und Toms Mine spiegelte gefühlte 45 Gefühlsregungen wider bevor er fragte: »WHAT?«
»You heard me right. But I'm fine, he didn't hurt me.« Dru konnte sehen, dass Tom überlegte, was er nur sagen sollte. Ihm war sämtliche Farbe aus dem Gesicht gewichen, also übernahm sie das Reden. »Really, I'm fine, I think, he just want to talk with me.«
Dru zog ihre Stirn kraus, als ihr auffiel, wie seltsam sich das anhörte.
Klar, der Gott war ja bekannt dafür, dass er gerne sprach.
»He acted so strange, he asked me to make love to him like I do to you. He kissed me passionately. First, he used his magic to convice me, but then I got my own will back and I told him that I wouldn't do it. That I would not cheat on you and he left.«
»Are you sure?«, wollte der Schauspieler wissen, denn jetzt wo Dru es zum ersten Mal jemandem erzählte, hörte es sich echt verrückt an.
Der Loki, den sie vor ein paar Monaten kennen gelernt hatten, hätte sie einfach genommen und fertig.
Sie zuckte mit den Schultern. »Yes, and he did not return. Which is a good thing, I guess.«
»Dru, do you have any clue, how amazing you are?«, hörte sie den Briten fragen, war allerdings in Gedanken versunken, die ihr ganz und gar nicht gefielen.
Sie ertappte sich dabei, dass sie sich Sorgen um den Gott des Unheils machte.
Das war doch nicht normal.
»Hmmm, yes«, gab sie von sich, doch natürlich merkte der Brite, dass sie nicht bei der Sache war.
»What is it?« wollte er wissen und griff nach ihrer Hand.
Durch die Berührung wurde sie aus ihrer Überlegung gerissen. Sie blickte zu dem Schauspieler auf. »I quite sure that you don't want to know!«, versuchte sie das Thema zu beenden, doch sie kannte Tom und wusste, dass es schon andere Ablenkung benötigte, um ihn von dieser Unterhaltung abzulenken.
»Will you finish your Salad? Because I have a really nice dessert for you.« Sie zwinkerte ihm verführerisch zu.
Dieses besondere Lächeln legte sich auf seine Gesichtszüge. »Sounds good. And while I finish it, you can tell me what you where thinking concerning our extremley and in every way disturbing god.«
Dru seufzte. Sie wusste, dass Tom nicht aufgeben würde, bevor sie ihm nicht ihre Gedanken mitgeteilt hatte, also nahm sie einen großen Schluck des Weins und berichtete dem Schauspieler von ihren Gefühlen.
Dieser hörte ihr geduldig zu, während er seinen Salat verspeiste.

Als sein Teller leer war und Dru ihre Gedanken den gestörten Gott betreffend mit ihm geteilt hatte, schüttelte er langsam den Kopf und griff nach ihrer Hand. »Dru, whatever it is - It's HIS problem and should not concern us in any way. I think he is old enough to manage it on his own. He doesn't need us. He made that perfectly clear, don't you think?«
Die Deutsche seufzte und Tom ahnte, dass es damit nicht getan war.
Wie zum Teufel schaffte es dieser Kerl nur immer, das Mitleid der Frauen zu bekommen?
Das war doch nicht normal!
Und es machte Tom mittlerweile wirklich sauer.
»Dru, he raped you, he forced you best friend to almost kill you and you still want to be a friend for him? Sorry, but I can't understand you.«
Als er wieder zu ihr aufsah, hatten sich Tränen in ihren Augen gebildet, die sie versuchte davon abzuhalten, diese zu verlassen. Ihr Atmen war zittrig.
»But...«, begann sie zu sagen und wischte sich vorsichtig mit einen Taschentuch die Tränenflüssigkeit aus dem Auge.
»But, what?«

»Amber! He is on the way to her!« Auf einmal brach es aus ihr heraus, sodass es die ganze Aktion mit dem Taschentuch, um ihr Augen-Make-up zu retten, vollkommen überflüssig machte, denn nur einen Augenblick später rollten ihr die Tränen über die Wange. »Tom, I miss her! And I think about her almost every day – I made so many mistakes.«
Dru vergrub ihr Gesicht in ihren Händen. Sie hatte sich die letzten Monate wirklich zusammengerissen, hatte für Tom die Frau sein gewollt, die er verdiente, doch Loki hatte sie durch seinen Besuch wieder in die Realität gebracht und ihr war klar geworden, dass sie die letzten Monate in einem Traum gelebt und alles dafür getan hatte ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen.
Loki hatte sie daran erinnert was unteranderem der Grund gewesen war, dass sie das Privileg genoss diesen Traum tatsächlich zu leben.
Amber!
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