Wer macht den Antrag…zuerst ?

von Hedwig93
OneshotRomanze / P12
31.01.2018
31.01.2018
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Es war einer jener lauen Sommernächte, in denen sich die Menschen gerne draußen im Freien aufhielten. Sie gingen schwimmen, feiern oder spazieren. Hierbei spielte es freilich keine Rolle, ob es sich um Muggel oder magische Menschen handelte. Man könnte sogar so weit gehen, dass es keine Rolle spielte, ob es Männer oder Frauen waren und auch die Nationalität war hierbei egal.

Eine Gruppe aus fünf jungen Frauen saß zusammen auf der Terrasse einer Bar. Es war eine Muggelbar, doch das wirklich ungewöhnliche war, dass sie sich an den Ufern der Seine in Paris befand.
“Es ist wirklich schön hier”, sagte Luna in ihrer verträumt-charmanten Art. “Kein Wunder, dass den Franzosen nachgesagt wird, die wissen, wie man lebt.”
“Dann solltest du erst einmal Südfrankreich erleben”, lachte Hermine.
“Ist es da noch besser?”, wollte Ginny zusammen mit Parvati und Lavender wissen. Sie schauten interessiert zu Hermine herüber, die sich gerade eine ihrer haselnussbraunen Haarsträhnen aus dem Gesicht schob.
“Ja, ist es! Es ist viel wärmer und die Menschen sind dort viel entspannter als in der Metropole Paris. Natürlich, es gibt dort auch diesen ganzen Promiquatsch aber das ist nicht der Grund, weswegen ich Südfrankreich so mag. Es sind die Menschen, die Strände und das Meer.”
“Dann sollten wir vielleicht beim nächsten Mal dort hin apparieren”, schlug Parvati vor. Luna trat unter dem Tisch gegen ihr Schienbein. “Aua!”
“Wir sollten trotzdem etwas vorsichtig sein, mit dem, was wir sagen”, fauchte Luna und erschreckte damit alle am Tisch anwesenden.

Es war eine Art, die man so gar nicht von ihr kannte, doch sie regte die anderen zum Nachdenken an.
“Ja, schon...aber wir sind im Urlaub hier und wer sollte uns belauschen?”, fragte Lavender vorsichtig.
“Ich habe letztes Jahr in Neuguinea richtig Probleme bekommen, als ich mit Rolf unseren Fund feierte.” Lunas Erklärung war für alle anwesenden sehr verständlich.
“Jaa, dann passen wir nun mehr auf”, kam es ungeduldig von Ginny. Sie war viel mehr daran interessiert, wie sich die Beziehung von Hermine gestaltete.

“Was macht Harry eigentlich?”, fragte sie nun und lächelte zuckersüß. Mittlerweile war die Schlacht von Hogwarts vier Jahre her und genauso lange war sie nun auch schon von Harry getrennt. ‘Jedenfalls bewusst’, dachte sie verbittert. Sie vermied es Hermine dafür verantwortlich zu machen...jedenfalls würde sie es nie offiziell tun, denn noch immer mochten ihre Eltern und Brüder Hermine und zählten sie zur Familie. ‘Warum auch immer das so ist? Selbst Ron zählt sie mittlerweile wieder zur Familie und bezeichnet sie als seine beste Freundin.’
“Dem geht es ganz gut! Leider hat er viel zu tun, denn die bösen Jungs gibt es auch nach Voldemorts Niedergang”, erklärte Hermine.
“Und dir macht das gar nichts aus? Ich würde sterben vor Angst!”, wunderte sich Parvati.
“Jaa, schon. Ich habe jedes Mal Angst, wenn er zu spät kommt und sich nicht meldet. Von der Zeit, in der ich weiß, dass er einen Auftrag ausführt, will ich gar nicht reden.” Hermine versuchte ein halbherziges Grinsen. ‘Und in Wahrheit ist noch fünf Mal schlimmer!’

“Und das stört Harry so gar nicht?”, fragte Ginny, denn ihr war zu ihrer gemeinsamen Zeit mit Harry nicht entfallen, dass er ein freiheitsliebender Mensch war. Er hasste es, wenn man ihn zu erdrücken versuchte.
“Nein, tut es nicht. Warum sollte es?”, kam es verwirrt von Hermine. “Er gibt mir jeden Morgen einen Kuss und verspricht mir, dass er das am Abend auch wieder tut.” Noch immer, und das obwohl sie bereits seit über drei Jahren mit ihrem Harry zusammen war, wurde sie etwas rot um die Nase, sobald es um private Details ihrer Beziehung ging.
“Interessant, aber vielleicht liegt das auch immer an der Frau. Ihr hattet ja immer schon eine besondere Art miteinander umzugehen.”
“Das stimmt, wir dachten immer, dass ihr für einander geschaffen seid”, erinnerte sich Parvati, während Lavender zustimmend nickte.
“Ach, was ihr immer habt”, lachte Hermine. Es war ihr unangenehm, wenn die Leute immer diese Idealvorstellung ihrer und Harrys Liebe schilderten. ‘Als ob wir uns nie streiten würden oder ähnliches. Wir sind nicht so perfekt wie ihr denkt’, schrie ihr Gewissen in ihrem Kopf, doch sie erlaubte sich nicht das Gedachte laut auszusprechen. ‘Das führt nur wieder zu einer nervenden Diskussion.’

“Warum habt ihr eigentlich noch immer nicht geheiratet?”, stichelte Ginny. Das war das Einzige, dass ihr immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht zauberte, was sie nun aber natürlich nicht zeigen wollte.
“Wir sprechen immer wieder darüber. Wir haben sogar über unsere Vorstellungen der perfekten Hochzeit gesprochen, die in fast jedem Punkt übereinstimmen, aber weiter sind wir noch nicht”, berichtete Hermine. Sie würde sich nichts lieber wünschen als endlich Mrs Potter zu werden.
“Ich sage doch, perfektes Paar”, murmelte Lavender.
“Vielleicht hat er Zweifel?”, schlug Ginny vor.
“Sicher nicht...nicht Harry”, unterbrach Luna Ginny sofort, die nur mit den Schultern zuckte.
“Ich glaube, er hat einfach noch keine Gelegenheit gefunden”, gab Hermine kleinlaut ihre Meinung kund.
“Möglich...was hälst du von folgendem Vorschlag?”, begann Parvati. “Du sagst ihm, dass du ein Datum hast und sobald dieses verstrichen ist, machst du ihm selber einen Antrag. Natürlich nur dann, wenn er es bis dahin nicht selber hingekommen hat!”

Alle vier schauten Parvati völlig geschockt an.
“Wieso...wieso sollte die Frau den Antrag machen?”, fragte Lavender, denn das passte so gar nicht zu ihrer Vorstellung des Lebens.
“Ich finde die Idee ganz gut, denn wir leben doch in modernen Zeiten”, meinte Ginny, die hier zum ersten Mal während des ganzen Gesprächs keinen negativen Hintergedanken hatte.
“Außerdem setzt es den Mann etwas unter Druck und Schlickschlupfe und Nargel mögen keinen Druck”, gab Luna zu bedenken.
“Wie dem auch sei, das wäre eine Möglichkeit. Dann weißt du, wie wichtig es ihm ist, dich zu einer <ehrbaren Frau> zu machen”, fuhr Parvati fort und machte bei den letzten Worten Anführungszeichen in die Luft.
“Wie wäre es denn, wenn du noch dazu ergänzt, dass derjenige, der den Antrag zu erst macht über den Familiennamen entscheiden kann”, trieb es nun Lavender auf die Spitze, was alle Blicke der anderen auf sie lenkte.
“Lavender!”, kam es von Hermine in einer Mischung aus Überraschung und Entsetzen.
“Was? Warum nicht? Das macht das Ganze doch erst interessant.”
“Ja, eigentlich hast du recht”, gab Ginny zu. Hermine wiederum musste erst einmal darüber nachdenken, ob das eine Option für sie war.
 

***


Es war ein schöner Frühlingstag, der nicht zu warm und nicht zu kalt war. In einer kleinen Kirche in Schottland standen zwei Menschen am Traualtar.
“Und so antworten Sie mir mit Ja”, sprach der Pfarrer und blickte in das Gesicht einer Frau mit haselnussbraunen Haaren.
“Ja, ich will”, sprach Hermine mit einem Lächeln auf den Lippen. Sie war sich in ihrem ganzen Leben noch nie so sicher gewesen, wie mit diesem kurzen Satz.
“So erkläre ich Sie beide zu Mann und Frau. Harry, Sie dürfen die Braut küssen”, zwinkerte der Pfarrer dem schwarzhaarigen jungen Mann zu, der sich gerade fühlte, als würde er schweben.
“Ich liebe dich, Hermine”, sprach er und ließ seine Lippen auf die seiner Frau treffen. Es fühlte sich gut, so als hätten diese Lippen noch nie etwas anderes in ihrem Leben getan. Erst, als sich der Kuss aufgrund der mangelnden Sauerstoffversorgung zwangsweise lösen musste, hatte Hermine Gelegenheit ihm zu antworten.
“Ich dich auch, Harry.”
“Wollen wir, Mrs Potter?”, fragte er und hielt ihr seinen Arm hin.
“Aber sicher, Mr Potter”, lachte Hermine und erinnerte sich gerade an das Gespräch ihrer Freundinnen in Paris von vor einem Jahr. “Erinner mich, dass ich später Lavender danke, ja?”
“Sicher, Schatz. Sie hat die pastellfarbenen Blumen auch wirklich gut ausgesucht”, sagte Harry, während er zusammen mit Hermine durch den Mittelgang der Kirche nach draußen ging. Sie gingen an den kleinen Blumenbouquets, die an jeder Sitzreihe der Kirche angebracht waren, vorbei.
“Sicher, dafür danke ich ihr auch”, zwinkerte Hermine. Harry fragte nicht weiter nach, denn er wusste, dass dies sicher irgendein Frauen-Ding war. 'Und was ein Glück, dass Hermine mich ein bisschen gepusht hat, sonst wären wir noch immer nicht hier angelangt', dachte er in dem Moment, als sie beide die Kirche in ihr neues gemeinsames Leben verließen.
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