Adel verpflichtet - Aufstieg in ein neues Leben

GeschichteDrama, Romanze / P18
Draco Malfoy Ginevra Molly "Ginny" Weasley Harry Potter Hermine Granger Lucius Malfoy Ronald "Ron" Weasley
31.01.2018
11.07.2019
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Hallo ihr Lieben.
Ich hatte heute mal wieder Lust zu schreiben und war tatsächlich in der Stimmung, diesen traurigen Teil der Geschichte zu verfassen. Es war überraschend einfach, die offenen Handlungsstränge zusammenzubringen. Ich denke, das meiste ist geklärt nach diesem Kapitel. Aber keine Sorge, die Geschichte ist deswegen noch nicht zu Ende. Ein paar Sachen habe ich noch in der Hinterhand.
Falls ich einige Plotlöcher übersehen habe, seht es mir nach und gebt mir bescheid, dann werde ich sie stopfen.
Rechtschreibfehler etc. könnt ihr ebenso gerne behalten, ich habe dieses Kapitel in den letzten 1 1/2 Stunden stur runtergeschrieben. Ich möchte es auch nicht noch einmal lesen, da ich die Befürchtung habe, dass ich es dann niemals veröffentlichen werden.
Außerdem möchte ich mich bei Ron entschuldigen, dass ich es nicht fertig gebracht habe, ihn so zu schreiben, dass es ihm würdig war. Ich hoffe, dass ich mit diesem Kapitel ein bisschen Buße tun kann.

Ich wünsche euch eine gute Nacht!
Eure Em


„Es ist eine lange Geschichte zu erzählen, wie alles begann und wie ich letzten Endes in Malfoy Manor geendet bin. Aber es ist eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden.“ Der Gerichtssaal war ruhig. Jeder starrte auf den jungen Mann, welcher so kraftlos und zerbrechlich wirkte in seinem Käfig, die Hände mit magischen Fesseln an einen Gitterstab verankert. Theodor Nott Junior war gebrochen. Jeder konnte das sehen und doch wagte es niemand die Augen von ihm zu lassen.

Jeder, der Rang und Name in der magischen Gesellschaft hatte, war jetzt in diesem Moment im Gerichtssaal anwesend. Selbst Hermine Granger, die bis vor wenigen Stunden noch im Sankt Mungos wegen langfristiger Fluchschäden behandelt worden war, fand sich gemeinsam mit ihren Freunden im Auditorium ein. Sie war gespannt, die ganze Geschichte zu hören. Harry saß links von ihr, hielt Ginny fest im Arm und ihre Hand umschlungen, als wäre sie eine Panzerfaust, die es galt zu werfen. Draco saß an ihrer rechten Seite, gemeinsam mit seinem Vater. Er schenkte ihr ein aufmunterndes Grinsen aus den Augenwinkeln.

„Meine Name ist Theodor Nott Junior und ich bin Überlebender des zweiten dunklen Krieges. Ich bin kein Todesser, auch wenn der Name meiner Familie eng mit diesem Schicksal verbunden ist. Ich habe und hatte nie ein Dunkles Mal. Ich habe einen Abschluss der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Vielleicht nicht mit 12 Ohnegleichen, wie manch andere, aber dennoch einen passablen Abschluss. Meine Familie hat – wie das in meinen Kreisen noch üblich ist – eine Ehe ausgehandelt. Eine Ehe mit einem ganz reizenden, jungen Mädchen. Ich kannte sie aus Hogwarts, sie war in meinem Jahrgang. Auch Sie alle werden sie kennen. Daphne Rosalie Greengrass.“

Ronald zog scharf die Luft ein. Hermine blickte irritiert zu ihrem besten Freund.

„Ich war sehr glücklich über die Entscheidung meiner Eltern. Daphne war ein wunderbares Mädchen, mit der ich mich schon in Hogwarts ausgesprochen gut verstanden hatte. Ich hatte ehrlich gesagt Angst, dass es eine alte Schachtel wird oder ein hässliches Ding. Ehemalige Todesserfamilien sind auf dem Heiratsmarkt nicht sonderlich beliebt, solange man nicht blonde Haare oder einen Haufen Galleonen hat.“ Theodor schaffte es sogar ein trauriges Lächeln zusammenzubringen.

„Jedenfalls. Ich war nun also mit Daphne verlobt. Der Codex verbietet es, dass ich sie vor der Hochzeit anfasse, aber gemeinsame Abende und Festivitäten, die konnten wir besuchen und gemeinsam Zeit verbringen. Ich habe ihre Anwesenheit sehr geschätzt, sie kennen und lieben gelernt. Ich hätte Daphne mit all meinen Möglichkeiten, die Welt zu Füßen gelegt. Sie war – mein Mädchen.“ Theodor seufzte.

„Bestimmt fragen Sie sich jetzt, warum ich es dann getan habe. Warum ich Sie dann umgebracht habe, wenn ich sie doch so sehr liebte. Nun das ist einfach. Sie mögen es vielleicht nicht verstehen. Aber sie hat mich hintergangen, mich betrogen, mir etwas vorgespielt, mich verletzt und alles, was mir in meinem Leben wichtig war, mit ihren zarten, kleinen Füßen getreten. Sie war schwanger, das Miststück! Sie war schwanger als wir einander versprochen wurden! Sie war schwanger, von diesem blonden Scheusal, welches jetzt dort oben auf der Klägerbank sitzt und so selbstgefällig, die wohl schlauste Hexe meines Jahrgangs im Arm hält.“ Seine Worte waren kalt. Das Feuer des Hasses loderte in seinen Augen, als er mit den wenigen gestischen Möglichkeiten, die ihm offen standen, auf die Tribüne zu den Malfoy Männern starrte. Ein Raunen ging durch die Menge. Hermine bedachte Draco mit einem nachdenklichen Blick. Sie konnte sich diese Anschuldigungen nicht vorstellen. Unwillkürlich schüttelte sie ihr hübsches Köpfchen. Draco war nicht so doof, dass er auf so etwas essentielles, wie Kontrazeptiva verzichten würde, egal wie nötig er es hatte. Lucius Malfoy runzelte ebenfalls die Stirn.

„Sie haben richtig gehört. Draco Malfoy hat meine Verlobte geschwängert, als sie bereits mir versprochen war.“ Theo liefen Tränen über die Wangen.

„Ich dachte erst, dass sie vielleicht etwas zugenommen hatte. Gewichtsschwankungen sind ja bei großen Veränderungen offensichtlich normal. Aber so war es nicht. Ich war enttäuscht, wütend, sauer, voller Hass. Sie wollte mir erst nicht sagen, wer sie angelangt hatte und sie so geschändet. Irgendwann hat sie mir die Wahrheit erzählt.“ Er seufzte auf.

„Von da an war mir klar: Ich würde Malfoy das beste in seinem Leben nehmen, dass er jemals besessen hatte. Ich möchte mich aufrichtig bei Hermine entschuldigen, dass es im Endeffekt sie getroffen hat. Aber ich hätte mir niemals träumen lassen, dass Draco Malfoy mehr für diese Hexe empfinden konnte. Zuerst habe ich es bei seinem Vater versucht. Und es hätte ja fast geklappt, aber Hermine Granger hat nicht umsonst 12 Ohnegleichen. Wobei ich mir nicht sicher bin, warum und woher sie wusste, welches Gift ich verwendet hatte. Der Anschlag von Gelyn kam mir ziemlich recht. Er war leicht zu manipulieren. Ein Leben lang im Schatten von Draco Malfoy stehen hat auch Vorteile. Man lernt herauszufinden, wie man Menschen nach ihren Schwächen beurteilen kann und ihre Fehler zu seinem eigenen Vorteil nutzen kann. Der Plan Hermine wehzutun und dadurch Malfoy zu brechen, formte sich immer klarer in meinem Verstand. Aber ich glaube, diese Familie hat einfach zu viel Glück. Oder ich habe mich in meiner Wut nicht auf alle Eventualitäten eingelassen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall hat auch dieser Plan nicht bis überhaupt nicht funktioniert. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass meine Handlungen sie noch mehr in Draco Malfoys Arme getrieben habe. Es war mir ein leichtes, Pansy Parkinson so zu kontrollieren, dass sie das tat was ich wollte. Sie war blind vor Liebe für ihr Dracilein. Sie hätte alles getan, um die neue Lady Malfoy zu werden. Es tut mir nicht leid, dass ich sie ausgenützt habe. Wäre ich erfolgreich gewesen, hätten sich ihre Wünsche erfüllt. Aber sie ist ja wirklich unfähig. Nicht mal ihren Herzenswunsch konnte sie sich erfüllen...“ Draco streichelte Hermine beruhigend über das Bein. Ronald starrte blicklos in die Ferne, seine Finger stumm knetend. Hermine blickte zwischen ihren Freunden hin und her. Sie spürte, dass etwas an dieser Geschichte nicht stimmte. Es konnte nicht sein, irgendwas war falsch. Aber sie konnte es nicht zuordnen. Harry war bleich, Ginny ebenso. Die Neuigkeiten, dieser mutwilligen Anschläge auf das Leben von unbeteiligten Menschen, ehemaligen Mitschülern, zehrte an ihren Nerven.

„Mit jedem Tag, den Daphne dicker wurde, mit jedem Tag habe ich Malfoy mehr gehasst. Ihren Bauch gehasst. Sie gehasst. Das ungeborene Kind gehasst. Ich habe sie getötet, das gebe ich offen zu. Ich konnte nicht mit der Schmach leben, dass Kind eines anderen Mannes groß zu ziehen. Jeder hätte sofort gesehen, dass es nicht mein Sohn sein könnte, weder Daphne noch ich verfügen über dieses platinblonde Haar, welches die Familie Malfoy seit Jahrhunderten ihr Eigen nennt. Jeder hätte es gewusst, sobald er sich dieses Kind angeschaut hätte. Dafür hasste ich sie. Sie hat unser gemeinsames Leben zerstört bevor es überhaupt angefangen hat. Ich habe sie getötet. Ich habe sie getötet. Sie hat es verdient.“ Theodor Nott verfiel in einen Singsang. Immer wieder wiederholte er diese vier Worte.

„Ich habe sie getötet“, hallte durch die hohen Hallen des Gerichtssaales. Noch immer sprach niemand ein Wort, sondern hörte nur zu, wie Theodor Nott auf eine ausgewachsene Panikattacke zusteuerte.

„Ich wollte Malfoy an diesem Abend töten. Jeden Hinweis auf Daphnes Fehlverhalten von dieser Welt tilgen! Ich wollte alle, die an dieser schändlichen Tat beteiligt waren, auf ewig in den Tiefen der Hölle wissen. Hermine, du hättest dich nicht zwischen uns stellen sollen!“, sprach der Angeklagte die junge Frau nun direkt an.

„Du hättest es mich einfach tun lassen sollen. Dann wäre es alles gut und ich könnte mit meiner Daphne zusammen sein, so wie ich mir das vorgestellt hatte, so wie es eigentlich sein sollte. So wie es geplant war.“ Theodor Nott weinte. Und mit ihm weinten einige Herzen der anwesenden Personen. Viele bedachten Draco Malfoy mit schrägen Blicken. Vorehelicher Sex wurde zwar immer noch ungern gesehen, war aber kaum zu verhindern. Außerehelicher Sex hingegen wurde von allen verachtet. Wenn jemand in der Ehe betrügte, so wurde der- oder diejenige geächtet und aus der Gesellschaft verbannt. Niemand wollte mit einem Fremdgeher gesehen werden oder einen zu seinem Freundeskreis zählen. Deswegen stellten diejenigen, die das außereheliche Vergnügen suchten, sich sehr geschickt an, damit es vor dem Rest der Welt geheim blieb und niemand etwas erfahren würde.

Hermine streckte ihr Kinn vor und begegnete den Blicken mit einer Arroganz und Selbstsicherheit, welche Lucius Malfoy wirklich stolz machte. Seine zukünftige Schwiegertochter wäre diesem Ansturm der Gesellschaft gewachsen, dessen war er sich sicher. Doch Hermines Blick weilte noch immer auf ihrem rothaarigen, besten Freund.

Es war nicht zu übersehen gewesen, dass der junge Mann während der gesamten Gerichtsverhandlung stark unter Strom stand. Er war bei weitem nicht mehr so ein Hitzkopf, wie er das noch zu Schulzeiten war. Im Gegenteil, Ronald Bilius Weasley hatte endlich verstanden, was es heißt, erst zu denken und dann zu handeln. Er hatte sich zu einem hervorragenden Auror und Strategen entwickelt, der ruhig und besonnen seine sieben Sinne in jeder Situation zusammen hatte. Der Krieg hatte ihn trotz aller Belastungen sehr positiv verändert. Doch so aufgewühlt und passiv aggressiv wie heute hatte Hermine ihren Freund schon lange nicht mehr gesehen.

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Das Urteil war abzusehen. Askaban und das für doppelt lebenslänglich. Doch Theo schien es egal zu sein. Er protestierte nicht einmal.

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„Gehen wir noch etwas trinken?“, fragte Draco in die Runde. Die vier anderen nickten und sie machten sich gemeinsam auf den Weg nach Muggellondon. Hier wären sie trotz aller Aufgeschlossenheit der magischen Welt vor neugierigen Zeitungsohren und -augen sicher. Es war schon eine ganze Zeit her, dass sie zu fünft die Straßen Londons unsicher gemacht hatten. Es schien eine Ewigkeit her zu sein. Als hätten sich tausend und eine Sache geändert.

Draco war in ein Gespräch mit Harry und Ginny über die aktuelle Quidditchliga vertieft. Ginny saß ja wieder auf dem Besen und war noch immer Feuer und Flamme bei diesem Thema. Mit etwas Glück würden sie dieses Jahr die Meisterschaft zurückerobern. Normalerweise wäre auch Ronald bei diesem Gespräch sofort beteiligt und involviert, allein schon deswegen, weil er die Teamwahl seiner Schwester in keinster Weise guthieß. Doch heute starrte er einfach nur blicklos in die Ferne.

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Hermine saß gegenüber von Ronald. Sie spürte, dass etwas nicht stimmte. Vorsichtig legte sie ihre Hand auf Rons knetende Finger. Überrascht sah der Rothaarige sie an. Sie blickte ihm fragend in die Augen. Noch immer konnten sie problemlos ohne Worte und nur mit Blicken kommunizieren. Er schenkte ihr ein trauriges Lächeln, welches Hermine in der Seele schmerzte, bevor er sein Blick wieder auf etwas anderes richtete.

Eine Weile saßen die beiden einfach nur still da. Hermines kleine Hand weiterhin auf seinen großen Hüterhänden. Sie musste lächeln, als sie bemerkte, dass ihre Hand nicht einmal ansatzweise seine Hände bedecken konnte. Ronald folgte ihrem Blick, angesteckt von ihrem Lächeln und konnte an diesem Tag tatsächlich, das erste Mal richtig lachen. Sanft streichelte er über ihren Handrücken.

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Draco starrte ziemlich wütend auf die ineinander verschlungenen Hände von Hermine und Ronald. Die beiden existierten gerade nur in ihrer eignen Welt und hatten gar nicht zur Kenntnis genommen, dass die angeregte Unterhaltung schon lange abrupt unterbrochen wurde. Er wollte gerade ansetzen, Weasley anzufahren, die Finger von seiner Freundin zu lassen, als er ebenfalls eine kleine Hand auf seinem Arm spüren konnte. Ginny sah ihn warnend an und schüttelte sachte den Kopf. Er wollte protestieren, doch der Blick aus ihren grünen Augen brachte ihn zum Schweigen.

„Lass gut sein, Draco. Er braucht das jetzt. Sei nicht böse auf sie, ihm geht es nicht gut. Schon zu Schulzeiten haben sie das gemacht“, erklärte sie ihm leise. Auch Harry nickte zustimmend, doch der Stich der Eifersucht wollte nicht aus Dracos Innerem verschwinden.

„Aber …“, setzte er erneut an. Wieder erntete er nur Kopfschütteln.

„Erzähl mal lieber, ob du es einrichten kannst, dass wir auch Urlaub in Granada machen können“, fuhr im Harry in die Parade und schenkte ihm dieses typische Pottergrinsen, welches er ihm zu Schulzeiten am liebsten aus dem Gesicht gewischt hätte. Draco resignierte.

Für diesen Abend hatte Ronald Weasley das Herz und die Aufmerksamkeit von Hermine zurückgewonnen. Für diesen einzigen Abend.

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„Ronald. Was ist los?“, fragte Hermine irgendwann, nachdem sie gefühlte Stunden auf seine Hände geblickt hatte.

„Ich kann dir wohl nichts verheimlichen, was?“, seufzte er. Hermine schüttelte vehement den Kopf.

„Nein, natürlich kannst du das nicht. Ich kenne dich seitdem du elf bist. Ich glaube, ich weiß sehr wohl, wann es dir nicht gut geht. Also, was ist los?“, fragte die junge Hexe erneut und sah ihren besten Freund aufmerksam an.

„Hermine“, stöhnte der junge Mann. „Du weißt, dass ich nicht gerne darüber rede, wie es mir geht oder wie es in mir aussieht.“ Er sah sie gequält an.

„Ja das weiß ich. Das liegt an unserem zweiten X-Chromosom.“ Ron sah sie verständnislos an. „Nichts, vergiss es. Ich weiß, dass du nicht gerne über deinen Gemütszustand redest, aber irgendetwas hast du. Und da ist es mir egal, ob du gerne redest oder nicht. Wenn es wichtige Informationen sind, dann kannst du die nicht einfach in dich reinfressen. Also sag mir. Ich frage dich noch einmal. Was ist los?“, ließ Hermine nicht locker. Ronald begann nicht nur seine Finger und Hände unermüdlich zu kneten, sondern nun auch Hermines kleine Hände zu traktieren, welche noch immer auf seinen Pranken lagen.

„Es geht um Daphne“, begann er zögerlich. Alle Gespräche am Tisch waren verstummt, doch das nahmen die beiden nicht einmal ansatzweise war. Hermine sah ihn aufmunternd an. Ronald atmete tief ein.

„SwarnisMalfoysondis.“ Unsicher sah Hermine ihren Freund an.

„Ronald, ich versteh dich nicht. Du musst schon richtig sprechen, wenn du mir was sagen willst. Es ist irgendwas mit Malfoy. Also sag schon.“ Unglücklich sah der Rothaarige seine beste Freundin an.

„Mione, versteh doch. Mi ich kann das nicht“, er ließ den Kopf hängen.

„Doch, das kannst du!“, entschlossen war Hermine aufgestanden und hatte den traurigen Ron fest in ihre Arme gezogen. Erschöpft lehnte er sich an diesen mehr als nur erwünschten Halt. Dracos Blick verdüsterte sich erneut. Hermine schenkte ihm ein kleines Lächeln, bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder voll und ganz ihrem besten Freund, Lebensretter und erster Liebe widmete.

„Es war nicht Malfoys Baby. Es war mein Baby. Daphne und ich, wir wollten heiraten.“  

Jetzt war es raus.

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Alle Anwesenden starrten den jungen Weasley nach dieser Neuigkeit entsetzt an. Hermine hielt den jungen Mann noch fester in ihren Armen.

„Oh Ron. Warum hast du nichts gesagt?“, schluchzte sie leise. Auch Ginny kämpfte gegen die aufsteigenden Tränen.

„Wir hätten dir doch helfen können, Ron“, sprach nun auch Harry.

„Nein, dass hättet ihr nicht“, entgegnete Ron vehement.

„Er hat recht, weißt du Potty. Wir hätten gar nichts tun können. Die Greengrass hätten niemals erlaubt, dass ein Weasley ihre Tochter heiratet“, bestärkte Malfoy Ronalds Aussage. „Selbst Nott war nicht ihre erste Wahl. Wahrscheinlich hatten sie auf mich oder einen Nachfolger der Prince oder der Mountbatton, Cambridges gehofft. Zaubereihochadel, aber nicht ein verarmter Landadel, wie es die Notts sind.“

Hermine runzelte die Stirn. Ronald nickte gegen ihre Brust.

„Ich hätte schon Malfoy ausrauben müssen, damit sie mich überhaupt als fähigen Kandidaten angesehen hätten. Da nützt auch der Status des Kriegshelden nichts bis wenig. Aber geliebt haben wir uns trotzdem. Ich weiß nicht, warum sie Theo nicht die Wahrheit gesagt hat, sondern gelogen hat. Ich weiß es wirklich nicht. Genauso wenig, warum sich Pansy so von ihm hat einwickeln lassen. Ich weiß nur, dass ich schuld an allem bin.“

Ronald weinte nun hemmungslos. Hermine jedoch hielt ihn fest in ihren Armen und betrachtete ihre Freunde mit einem stummen Blick. Betroffen sahen sich die vier an.

Das waren große Neuigkeiten. Informationen, die brisant waren und schwer auf ihrer Seele lasten würden. Sachte schob Hermine, Ronald von sich weg.

„Ronald Weasley, ich sage dir das jetzt nur ein einziges Mal. Es ist nicht deine Schuld, in keinster Weise. Du kannst nichts dafür, wen du liebst und mit wem du glücklich bist. Es tut mir außerordentlich weh, dass du uns nicht die Wahrheit erzählt hast und wir dir weder helfen konnten und durften. Du hast meine tiefempfundene Trauer, Ron. Ich hoffe, dass weißt du“, beendete Hermine ihre ernste Ansprache.

„Danke, Mi. Ich weiß. Aber ich konnte es niemanden erzählen, weder dir noch Harry.“ Entschuldigend, sah er seinen besten Freund an. „Ich konnte mit niemanden darüber sprechen. Ich war zu wütend auf dich, dass du bei Malfoy wohnst. Oder dass du, Harry, befördert worden bist, obwohl meine Arbeit genauso gut ist. Ich war einfach sehr sauer und alleine gelassen. Mein einziger Halt war Daphne, solange wir uns noch sehen konnten…“, Ronalds Stimme wurde immer leiser. Seine vier Freunde nickten.

„Komm, wir bringen dich nach Hause. Ich denke, wir sollten heute alle am Grimmauldplatz schlafen!“, schlug Harry vor.

„Geht schon vor, wir kommen gleich“, reagierte Draco unverzüglich auf Harrys Vorschlag. „Hermine, Ginerva, Harry. Ronald und ich kommen nach“, versprach der blonde Magier. Unsicher sahen sich die drei an. Ginnys Gesichtsfarbe machte ihren Haaren Konkurrenz.

„Nenn mich nicht Ginerva“, fauchte die kleine den Freund ihrer besten Freundin an.

„Ach, hab dich nicht so, kleine Weasley. Hätten dir deine Eltern eben keinen solchen Namen geben dürfen“, grinste er sie verschmitzt an.

„Komm wir gehen vor. Ich denke, es ist ganz gut, wenn die beiden mal gemeinsam reden. Draco kannte Daphne immerhin viel besser als wir es tun. Er kann ihn besser trösten“, unterstützte nun auch Harry den Vorschlag. Hermine gab sich geschlagen.

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„Nun gut. Aber macht nicht zu lange“, sprach sie in altbekannter Vertrauensschülermanier. Hermine gab sich geschlagen. Ein kurzer Moment der Unbeschwertheit und des Glückes legte sich über die fünf, so ungleichen Freunde. Die beiden Jungs schüttelten den Kopf. Sie lächelte und stahl sich einen kurzen Kuss von den Lippen ihres geliebten Slytherins.

„Ich liebe dich“, flüsterte sie gegen seine Lippen. Draco grinste kurz in den Kuss. Sein Herz wurde warm, bei ihrem Liebesgeständnis. Ob es Hermine bewusst war, dass sie es gerade zum ersten Mal zu ihm gesagt hatte?

„Ich liebe dich auch, kleine Löwin!“, wisperte er sanft.

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„Gute Nacht, wir sehen uns nachher!“, unterbrach Ginny diesen zarten Moment und zog Hermine ungalant hinter sich her. Sie sahen noch einmal zu den beiden Männern, bevor die drei das Lokal verließen und in das große Haus apparierten.

„Es wird alles gut werden, Minchen“, beruhigte Harry Potter seine beste Freundin. „Wollen wir noch etwas machen? Film vielleicht? Bis die kommen?“ Die beiden Mädels nickten.
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