What The Future Holds

von MonaGirl
GeschichteDrama, Familie / P12
Brooke Davis Haley James Scott OC (Own Character) Peyton Sawyer
30.01.2018
11.09.2019
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Haus der Scotts

Wie erwartet, waren meine Eltern sofort 'Feuer und Flamme', als ich sie fragte, ob Ben, Izzy und ich bei ihnen zu Abend essen konnten. Meine Mom hatte ich über den Grund unseres Besuches informiert, und sie war höchst entzückt über die Neuigkeit gewesen, dass Brooke Julian endlich die Wahrheit sagen wollte. So gerne ich Izzy auch eingeweiht hätte, die schließlich, neben Sawyer, zu meinen besten Freundinnen zählte, bewahrte ich vor ihr mein Geheimnis. Brooke sollte zuerst mit Julian reden, bevor die anderen es erfuhren. Die Begrüßung war herzlich. Mom und sogar Dad umarmten mich beide und lächelten glücklich. Unser Verhältnis, besonders das zwischen Mom und mir, hatte sich seit Bens Geburt erheblich verbessert. Vergessen waren die Streitereien, die wir noch vor einem Jahr gehabt hatten, als sie erfahren hatte, dass ich von Davis schwanger war. Mittlerweile war sie stolz auf mich und wie ich das alles gemeistert hatte. Sogar meinen Schulabschluss hatte ich geschafft; worauf ich besonders stolz war. Und jetzt stand die Hochzeit mit dem Jungen bevor, vor dem meine Mom mich  früher immer gewarnt hatte.  

„Geht schonmal durch und setzt euch! Das Essen ist gleich fertig.“ Sie streckte die Arme nach Ben aus, und ich musste über ihren Kommentar lächeln. „Du meine Güte! Er ist ja schon wieder gewachsen.“

„Freu dich auf die Zeit, wenn er das Krabbeln und Laufen anfängt“, meinte mein Dad schmunzelnd. „Dann dürfen wir hier alles kindersicher machen.“

Mom deutete stolz auf das Laufgitter, das inmitten des Raumes stand. „Schau, Lydia! Das haben wir extra gekauft, damit er sicher untergebracht ist, während wir essen.“ Sie legte Ben vorsichtig auf eine Decke, die sich im Laufstall befand und wandte sich dann zu uns. „So, jetzt können wir essen, ohne Angst haben zu müssen, dass er irgendwas Dummes anstellt.“

Izzy stieß mich in die Rippen. „Der Kleine ist erst wenige Wochen alt. Was glaubt deine Mom, was er anstellen kann?“ Sie rollte mit den Augen.

„Psst!“, zischte ich Izzy zu. „Sie meint es nur gut. Und schau... es gefällt ihm. Er sieht richtig zufrieden aus.“

Wir setzten uns alle an den Esstisch, und meine Mom brachte das Abendessen. „Was gibt es Neues bei euch?“, fragte sie, während sie das Essen auf unsere Teller verteilte.

Ich bemühte mich, ein neutrales Gesicht zu machen und hoffte, dass ich mich nicht verplappern würde. Izzy war immer noch ahnungslos, und so musste es vorläufig auch noch bleiben. „Alles Bestens“, log ich und warf meiner Mom einen warnenden Blick zu, dass sie ja nicht vor Izzy Brookes Schwangerschaft erwähnen sollte. „Alles dreht sich im Moment um die Hochzeit“, beeilte ich mich stattdessen zu sagen. „Wir sind schon alle ziemlich nervös deswegen.“

„Keine Sorge, Liebes“, sagte Mom lächelnd. „Wir kümmern uns darum, dass es ein schönes Fest wird. Wir haben nur noch keine Location gefunden.“ Sie runzelte die Stirn. „Doch wir haben ja noch etwas Zeit bis dahin.“

„Davis will demnächst mal mit Justin und Jude losgehen, um Anzüge zu kaufen“, fuhr ich fort. „Die Trauzeugen brauchen ja auch noch welche.“

„Ich brauche auch einen neuen“, meldete sich mein Dad und nahm dann eine Gabel von seinem Gemüse.

„Wieso? Du kannst doch deinen alten Hochzeitsanzug anziehen“, schlug meine Mom vor.

„Das ist nicht dein Ernst, Haley!“ Dad legte seine Gabel wieder ab und schüttelte den Kopf. „Weißt du, wie alt der Anzug ist? Über 20 Jahre! Ich bezweifle, dass ich noch dieselbe Figur habe wie früher. Damals war ich 19!“

Izzy kicherte. „Sie haben sich echt gut gehalten, dafür, dass sie schon fast 40 sind, Mr. Scott.“

„Danke, Izzy.“ Er grinste breit und klopfte sich auf den Bauch. „Ich gehe auch regelmäßig zum Workout und esse bewusst.“

„Wir sind völlig vom Thema abgekommen“, warf meine Mom ein und verdrehte die Augen. „Vielleicht probierst du den Anzug erst einmal an, bevor du dich entscheidest, einen neuen zu kaufen“, sagte sie zu meinem Dad gewandt.

„Ich bin sicher, dass du dir ein neues Kleid für diesen Anlass kaufen wirst“, murmelte er und spießte seine Gabel in ein Stück Fleisch.

„Ich kann ja wohl kaum in meinem alten Hochzeitskleid zu der Hochzeit meiner Tochter gehen!“, sagte Mom empört.

„Ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, ein Kleid bei der Hochzeit zu tragen“, fiel Izzy den beiden ins Wort. „Ich habe mir im Internet schon verschiedene Brautjungfernkleider angeschaut.“ Sie rollte schwärmerisch mit den Augen. „Ich hätte gerne so ein trägerloses Cocktailkleid mit tiefem Ausschnitt, wo der Busen besonders gut zur Geltung kommt...“

„Izzy!“ Ich schüttelte missbilligend den Kopf. „Du bist 16! Ich glaube kaum, dass Brooke und Julian dir erlauben werden, wie ein Flittchen herumzulaufen!“

„Du musst gerade reden!“, konterte sie und warf mir einen ebenso missbilligenden Blick zurück. „Du hattest mit meinem Bruder Sex als du 16 warst und bist schwanger geworden! Das finde ich noch viel schlimmer, als ein Kleid mit Ausschnitt zu tragen!“

„Kinder, bitte!“, mischte sich meine Mom ein, die erkannte, dass das Ganze kurz vorm Eskalieren war.

Ich war direkt erleichtert, nicht antworten zu müssen, als mein Handy brummte. Ich hatte es eingeschaltet gelassen für den Fall, dass Brooke mich vielleicht brauchen würde. „Ich muss das kurz annehmen“, sagte ich und erhob mich hastig. Ich rannte schnell die Treppe hinauf und ging in mein altes Zimmer. Nichts erinnerte mehr an mein altes Kinderzimmer, stellte ich dann überrascht fest. Meine Mom und Dad hatten ein Gästezimmer daraus gemacht, und alle Einrichtungsgegenstände und sogar der Fußbodenbelag waren nagelneu. Ich setzte mich in einen Sessel und klappte mein Handy auf. Es war Sawyer, nicht Brooke, die mich anrief. „Hallo?“, meldete ich mich.

„Lydia? Hast du... hast du gerade Zeit? Meine Mom und Dad sind unterwegs, und ich bin hier alleine, und ich möchte eigentlich gar nicht alleine sein, weil...“

Sie brach ab und ich umfasste den Hörer fester. „Was ist los?“, fragte ich alarmiert.

„Justin ist noch beim Training, und ich bin eigentlich ganz froh, weil ich nicht möchte, dass er... er...“

Erneut Stille, und ich spürte, wie mein Herz unruhig zu schlagen begann. „Bist du krank? Brauchst du Hilfe?“

„Kannst du kommen?“

Ihre Stimme klang weinerlich, verstört, und ich nickte mechanisch. „Sicher. Ich bin gerade hier bei meinen Eltern. Wir essen Abendbrot. Aber ich denke, ich kann mich kurz loseisen und zu dir fahren.“ Ich schaute auf die Uhr. „Ich bin in zehn Minuten bei dir, okay? Mach keine Dummheiten!“ Ich wusste nicht, wieso ich den letzten Satz hinzugefügt hatte, doch ich war erleichtert, als Sawyer leise sagte, „Ich verspreche es.“  Ich klappte mein Handy zu und rannte wieder nach unten. In knappen Worten erzählte ich Izzy und meinen Eltern, was Sawyer gesagt hatte und bat sie, eine Stunde auf Ben aufzupassen, bis ich wieder zurück war.

„Oh, die arme Sawyer“, sagte meine Mom mitfühlend. „Natürlich musst du gehen, wenn sie krank und alleine ist. Vielleicht sollte ich versuchen, Peyton und Lucas anzurufen?“

„Nein, ist schon gut“, sagte ich hastig, weil ich mir beinahe sicher war, dass Sawyer nicht wollte, dass ihre Eltern erfuhren, was sie bedrückte. Sie hätte sie ja selber anrufen können, doch sie hatte mich um Hilfe gebeten, was für mich ein Zeichen war, dass sie im Augenblick eine Freundin an ihrer Seite brauchte und nicht ihre Eltern. „Ich kümmere mich schon um sie.“

„Soll ich mitkommen?“, bot Izzy ihre Hilfe an.

Ich schüttelte den Kopf. „Nein, bleib du hier. Du kannst ein wenig mit Ben spielen, bis ich zurück bin.“ Ich konnte an Izzys säuerlichem Gesichtsausdruck erkennen, dass es ihr nicht passte, ausgeschlossen zu werden. Doch ich musste erst wissen, was mit Sawyer los war, bevor ich ihr Izzy auf den Hals schickte. Ich hielt Wort. In gerade einmal zehn Minuten schaffte ich die Strecke zu Sawyers Haus und stand dann vor ihrer Tür. Auf mein Klopfen hin, öffnete sie mir und zog mich schnell ins Haus hinein.

„Lass uns nach oben gehen“, sagte sie knapp und ohne weitere Begrüßung.

Zögernd folgte ich ihr nach oben, mich die ganze Zeit fragend, wieso sie sich so merkwürdig verhielt. Doch meine Frage sollte schnell beantwortet werden, denn Sawyer schob mich ins Badezimmer und drückte mir dann wortlos einen länglichen Gegenstand in die Hand, der sich bei näherem Hinsehen, als Schwangerschaftstest entpuppte. „Wow...“, enfuhr es mir, als ich das Ergebnis abgelesen hatte. „Einfach... Wow!“

„Mehr hast du dazu nicht zu sagen?“, fragte Sawyer mit leicht zitternder Stimme, während sie mich stirnrunzelnd ansah.

„Du bist... schwanger“,las ich vor, was im Testfenster sichtbar geworden war.

Sawyer nickte und schlang dann ihre Arme um den Körper. „Ist das nicht schrecklich?“ Tränen liefen plötzlich über ihre Wangen, und ich sah sie verstört an.

„Schrecklich?“, echote ich verwirrt. „Ich dachte, du wolltest ein Baby haben.“

„Wollte ich ja auch“, schluchzte sie, „doch jetzt... jetzt, wo es soweit ist, bin ich mir einfach nicht mehr sicher, ob...“ Ihre Stimme brach, und ich zog sie in meine Arme.

„Schsch“, sagte ich beruhigend, während ich sie an mich drückte. „Weine doch nicht! Weiß Justin es schon?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe den Test gerade erst gemacht.“ Sie drückte ihr tränennasses Gesicht gegen meine Schulter. „Wieso?“, schluchzte sie.

„Oh Sawyer...“ Seufzend strich ich über ihre langen, blonden Locken. Was hatte sie denn erwartet, was passieren würde, wenn sie wochenlang ungeschützten Sex hatte, ging es mir durch den Kopf. Wieder und wieder hatte sie erwähnt, wie gerne sie ein Baby hätte; besonders, nachdem Ben auf die Welt gekommen war. Ich konnte ihre Verzweiflung nicht so ganz nachvollziehen. Schließlich hatte sie erreicht, auf was sie und Justin hingearbeitet hatten. „Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es das Schönste auf der Welt ist, Mutter zu sein. Wenn du dieses winzige Wesen, das ein Teil von dir und Justin sein wird, das erste Mal im Arm hältst, wird alles andere um dich herum unwichtig sein.“ Sawyer nickte, doch ich konnte spüren, dass sie immer noch nicht überzeugt war. „Justin wird überglücklich sein, wenn er es erfährt“, fuhr ich fort. „Ich bin sicher, dass er dich sofort und auf der Stelle heiraten will.“ Ich lachte leise. „Ich kann es nicht fassen! Du und Brooke, ihr werdet beide...“ Ich verstummte abrupt und biss mir auf die Lippen. Oh Shit! Jetzt hätte ich mich doch beinahe verplappert! Doch Sawyer schien über meinen Versprecher nicht überrascht zu sein.

„Ich weiß“, sagte sie leise. „Meine Mom hat es mir im Vertrauen erzählt. Gerade deshalb finde ich den Zeitpunkt ja so ungünstig. Brooke und ich sind zeitgleich schwanger, und Justin wird Vater und Onkel gleichzeitig!“

„Vielleicht sollte ich mich bemühen, ebenfalls wieder schwanger zu werden“, meinte ich scherzhaft. „Wäre es nicht lustig, wenn wir alle schwanger wären und dann kurz hintereinander unsere Babys bekommen würden?“

Sawyer warf mir einen säuerlichen Blick zu. „Das finde ich überhaupt nicht komisch, Lydia! Keine Ahnung, wie es jetzt weitergehen soll. Irgendwie hatte ich gehofft, dass ich nicht vor meinem 18. Geburtstag schwanger werden würde.“ Sie strich sich seufzend eine lange Haarsträhne hinters Ohr. „Justin will nicht heiraten, bevor ich 18 werde. Kann ich ja auch verstehen, weil er warten will, bis ich volljährig bin. Und ich hatte halt gehofft, erst nach der Hochzeit schwanger zu werden. Doch soll ich jetzt wirklich noch drei Monate warten, bevor ich heirate?!“

Ich konnte die Verzweiflung in ihrer Stimme hören und verstand sie nun etwas besser. „Ich bin sicher, dass Justin dich auch schon vorher heiraten würde“, sagte ich sanft. „Ihr müsst einfach darüber reden.“

„Darüber und... darüber...“ Sie umfasste ihren flachen Bauch mit beiden Händen. „Und dann muss ich es meinen Eltern erzählen. Oh Mann!“ Sie stöhnte leise. „Davor habe ich am meisten Schiss, weißt du das?“

Ich nickte. „Ging mir damals genauso. Doch du solltest meine Mom jetzt sehen, wie vernarrt sie in Ben ist.“ Ich musste unwillkürlich lächeln. „Du hast wenigstens nicht das Problem, dass deine Eltern den Vater deines Babys hassen. Sie lieben Justin. Sie können sich keinen besseren Mann für dich vorstellen. Doch mit Davis war das eine völlig andere Sache.“

„Ich erinnere mich.“ Sawyer nickte. „Ist das wirklich erst alles ein Jahr her? Kommt mir viel länger vor.“

Ich schaute auf die Uhr. „Oh Mist!“, rief ich aus. „Es ist schon spät. Ich muss zurück. Ben schreit bestimmt schon vor lauter Hunger das ganze Haus zusammen.“ Ich sah sie besorgt an. „Kommst du alleine klar? Du weißt, wenn was ist, kannst du mich immer und überall erreichen.“

„Ich komme klar.“ Sawyer rang sich ein Lächeln ab. „Geh zu deinem Sohn.“

Ich umarmte sie noch einmal zum Abschied und stieg dann in meinen Wagen und fuhr zum Haus meiner Eltern zurück.
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