Mister Cheshire Cat

von Luneyya
GeschichteMystery / P16
Das Weiße Kaninchen Die Grinsekatze Die Rote Königin OC (Own Character)
30.01.2018
30.01.2018
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Der Herzog

Die großen nackten Pfoten des weißen Kaninchen patschten über den Steinboden. Das ganze Schloss war grau-schwarz, wie aus einem alten Horrorfilm.
„Zu Spät, Zu Spät“, murmelte das Kaninchen. Seine Stimme hallte gruselig in den großen leeren Gängen.
Mit einem lauten Knall schlug die braune Eichenholztür auf; zum Vorschein kam der gigantische Thronsaal des Peek-Herzogs.
Das Kaninchen zog eine Trompete hinter dem Rücken hervor und spielte seine Melodie. „Eine Nachricht von der Königin“, verkündete er und blickte mit seinen pinken Augen stur gerade aus. Er zitterte. Er war nicht allein.
„Verhaftungen oder Exekutionen?”  
Die Schnurrbart Haare vom Kaninchen bebten leicht. „Eine .. eine Entführung.“
„So?“, der Herzog lachte leicht. Das Kaninchen war so überrascht, dass es sich einen kleinen Seitenblick erlaubte.
Der Herzog saß, natürlich ganz in Schwarz-rot gekleidet auf seinem Thron, die langen Beine überschlagen, das braune Haar perfekt nach hinten gekämmt und in den Händen federte ein glitzernder dünner Degen.
„Komm her!“, flüsterte der Herzog.
Das Kaninchen hüpfte widerstrebend auf den Thron zu. Das lächeln des jungen Mannes wurde immer breiter. Pinke Augen waren auf Braune geheftet.
Der Herzog hielt den Degen gerade aus gerichtet. „Näher!“, forderte er als das Kaninchen in sicherem Abstand vor der Klinge abhielt. „Näher!“
Vorsichtig tippelte der Bote näher, bis die Klinge beinahe seine Stirn berührte.
„My Lord..?“, murmelte das Kaninchen eingeschüchtert und drehte nervös eine Rolle Pergament in den Händen.
„Also?“, fragte der Herzog und steckte den Degen weg, „Was möchte meine Tante?“
Das Kaninchen entrollte das Pergament und der Mann griff ihm um die Ohren und zog ihn hoch um mit ihm auf Augenhöhe zu sein. „Lies!“

„Lieber Neffe,
Ich habe gleich zwei Probleme um die du dich kümmern musst! Erstens: die königlichen Cupcakes wurden gestohlen und wir sind nur noch fünf Stunden und drei Wochen von der all monatlichen Tea-time entfernt. Was bitte soll ich meinen Cricket Spielern stattdessen anbieten? Kümmer dich darum!
Zweitens: Jolly-Joker wurde entführt. Entweder wurde er mit den Cupcakes gestohlen oder aber er ist mal wieder davon gerannt? Falls er hinter den gestohlen Süßigkeiten steckt; ab mit seinen Kopf, sobald du ihn findest! Wenn nicht schicke ihn zurück zum Palast. Mir ist ganz langweilig ohne seine Possen! Beeil dich oder ich lasse dich köpfen,
Deine Majestät“

„Schreckliche Angelegenheit!“, bemerkte der Herzog ohne mit der Wimper zu zucken. „Nun dann, wie gedeckt unsere Hoheit vorzugehen?“
„Sie hat einen Antrag eingereicht!“, berichtet der Hase und zappelt immer noch mit seinen Pfoten in der Luft, „es werden ‚Neue’ ins Wunderland kommen und ihr sollt euch um sie kümmern, damit sie ihre Aufgabe erledigen können.“
„Was für eine großartige Idee!“, beschwingt küsste er das Kaninchen auf die Nase, „sagt unsere Hoheit, ich werde mich ihnen unverzüglich annehmen!“
„Hier ist ein Brief..“, ergänzte das Kaninchen, als er wieder auf den Boden abgesetzt wurde.
Xen riss ihn ihm aus der Hand. „Danke. Ist es nicht Zeit zu gehen?“
„Oh nein, Oh nein!“, rief das Kaninchen und blickte auf die Uhr, „ich bin viel zu spät!“
„Das dachte ich mir“, murmelte Xen, aber das Kaninchen rannte schon aus der Tür.
Langsam verhallten seine Schritte.

„Und wie war ich?“, fragte Xenophon ins Leere.
„Gerissen. Unberechenbar.“
„Bist du stolz auf mich?“, unterbrach Xen arglos.
Schweigen. Dann Kichern. „Dir fehlt der Witz, mein Freund. Ich habe mich keine Sekunde amüsiert oder gewundert.“
Xenophon presste seinen Kiefer zusammen und sein Blick verfinsterte sich. „Ich wette du hättest es nicht besser gekonnt! – Au!“ Xen sah auf seine Hand, wo sich drei rote Kratzer abzeichneten. Sie bluteten leicht.
„Du bist unausstehlich!“, knurrte Xen und leckte sich seine Wunde wie eine Katze.

***

Pastellblaue Augen blickten verschmitzt umher. Sie gehörten in das Engelsgleiche Gesicht von einem kleinen blonden Jungen. Blonde Haare, blaue Augen, rote Wangen, sein eigentlich bilderbuchhaftest unschuldige Auftreten wurde zerstört von seinem diabolischem Grinsen und der Tatsache das er etwas in den Händen hielt, was ihm gar nicht gehörte.
“Jolly!” drang sein Name durch die geöffnet Tür.
Er war im Wintergarten des Schlosses. Die vielen Beete mit den bunten Blumen waren verwildert. Zwischendurch standen große Palmen und exotische Bäume mit knorrigen Ästen. Auf einer dieser Bäume kletterte Jolly.
“Jolly, gib die Cupcakes wieder her!”, die Stimme wurde lauter und die große Glastür mit den Messingknauf wurde aufgeschoben.
“Ich weiß das du hier bist!”, warnte die Stimme. Ein Mann mit großer weißer Mütze stürmte herein. “Sie wird uns beide Köpfen!”
Jolly musste leise kichern. Gerade als der Bäcker zu ihm aufsah, spürte Jolly einmerkwürdiges ziehen in der Bauchnabel Gegend und alles wurde schwarz.
Der Bäcker blickte verwundert auf den nun leeren Baum. Der Junge war einfach verschwunden - samt Cupcakes.
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