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Die blaue Gefahr

GeschichteMystery, Fantasy / P18 / Gen
Alexandra Moreau Catherine Corrigan Nick Boyle OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
30.01.2018
30.01.2018
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30.01.2018 35.863
 
"Hallo Lucian. Schön dich mal wieder zu sehen!" sagte Mario, der Sekretär des Papstes, als er im Vorzimmer des Papstes erschien "Wie geht es Linnéa?". Die Tür ging auf, bevor er antworten konnte. "Oh hallo Lucian, du willst doch bestimmt zu mir, denn freiwillig gehst du nicht in den Vatikan." sagte der Papst, gab seinem Sekretär ein paar Unterlagen und bat ihn mit einem Lächeln in sein Arbeitszimmer. "Setz dich, du siehst mitgenommen aus, Lucian." Dieser setzte sich, lächelte schwach während er sich kurz über den noch leicht schmerzenden Magen rieb. "Nun ja, wenn jemand meiner Familie zu nahe kommt... das macht mich dann schon etwas fertig. Wobei wir schon beim Thema wären, denn diesmal betrifft dich - oder vielmehr... deinen... Verein, Staat, deine "Firma"... der Fall auch irgendwie. Du hast bestimmt schon von der "Blauen Kirche" gehört. Er nickte. "Ja, das ist der totale Schwachsinn, in Rom hat auch schon eins von diesen Fitnessstudios aufgemacht." Lucifer seufzte. "Aber was hat das mit dir und deiner Familie zu tun. Nun ja, wir haben herausgefunden, dass es sich hauptsächlich gegen mich wendet. Ich... erkläre dir alles heute Abend in meinem Haus in Rom, falls du Zeit hast?" Der Papst nickte. "Für dich immer Lucian!" grinste er frech. Der Höllenfürst lächelte. "Dann bis heute Abend, ich hab’ noch einiges zu tun." sagte er, stand auf und wollte sich wegzaubern. "Lucian!" rief Rodrigo ihm nach. Dieser hielt mit dem Zauber inne. "Was gibt es noch?" fragte er etwas ungehalten. "Mach langsamer, zu viel Stress macht krank." Der Höllenfürst lachte bitter. "Das habe ich schon erfahren müssen. Bis später Rodrigo." Nach diesen Worten verschwand er um kurz darauf in Berlin wieder auf zu tauchen.
Der Sekretär des Berliner Erzbischofs Hartwin Roderich Boch, wollte ihn nicht zu ihm lassen, was ihn ziemlich in Rage brachte. "Jetzt hören Sie mir mal zu, Sie Wicht. Ich bin extrem reizbar, zudem bin ich sehr gestresst fordern Sie mich nicht heraus - Sie ziehen den Kürzeren!" drohte er dem Mann. "Ich... ich... habe meine... Vorschriften und..." begann er verängstigt und wurde aber unterbrochen, als sein Chef aus seinem Arbeitszimmer trat. "Was ist denn hier los, bei dem Geschrei kann man doch nicht arbeiten!" schimpfte er. "Nun ja, dein Sekretär wollte mich nicht zu dir lassen." Boch räusperte sich. "Er hat seine Vorschriften Lucian, an die er sich halten soll. Anweisung meinerseits." Er wandte sich an seinen Sekretär. "Ist okay, Franz. Dieser Herr kann mich jeder Zeit besuchen. Wenn ich mal tatsächlich gerade in einem Gespräch bin, dann sag ihm das, aber weise ihn nicht ab." befahl er dem überraschten Mann, da sonst jeder erst um eine Audienz bitten musste. Lucifer folgte dem Erzbischof in sein Arbeitszimmer.
"Hallo Lucian, was verschafft mir die Ehre deines Besuches?" wollte er wissen. "Hallo Hartwin. Schon mal was von der "Blauen Kirche" gehört?" "Jein. Sagen wir mal... ich habe am Rande etwas mitbekommen, aber betroffen bin ich bisher noch nicht, allerdings... hat in der Innenstadt so ein neues Fitnessstudio geöffnet, die damit werben. Ich persönlich halte nichts von Fitnessstudios mit solchen speziellen Programmen und habe mich deshalb noch nicht wirklich damit befasst." gestand er. Lucifer nickte. "Ist okay, wir liefern dir eine Erklärung, falls du heute Abend Zeit hast, dann hole ich dich ab, denn da findet eine Besprechung in meinem Palazzo in Rom statt, mit Rodrigo und..." "Der Papst? Ist der Vatikan auch betroffen?" "'Zumindest Rom. Bist du dabei?" fragte er noch einmal. "Ja sicher. Du musst nur für meine Abholung sorgen!" "Dürfte das geringste Problem sein." war die Antwort des Höllenfürsten, ehe er verschwand.
In einer Seitenstraße, in der Nähe der Kathedrale, in der Michael Bryce tätig war, tauchte er wieder auf. Da er nicht wusste wo der Erzbischof von San Francisco seinen Amtssitz hatte, betrat er die Kathedrale in der Hoffnung den Gesuchten zu finden. Er traf nur auf einen Messdiener. "Entschuldigen Sie, ich suche Michael Bryce." fragte er freundlich. "In der Sakristei, Sir." Mit einem freundlichen Nicken lief er weiter. Er klopfte an die Tür. "Ja bitte."  Er trat ein. "Hello, Michael! Ich hoffe ich störe nicht." Bryce hob den Kopf. "Lucifer? Der Höllenfürst persönlich, was verschafft mir die Ehre deines Besuches?"
Er erklärte ihm kurz, was Fakt war und lud ihn ebenfalls für heute Abend nach Rom ein. Gerade als er sich zurück zu Sandalephon und Kat gezaubert hatte klingelte sein Handy. Er erkannte die Festnetznummer aus Irland. Er seufzte ganz leise auf, als er Philip Callaghan am anderen Ende der Leitung hatte. "Hallo Philip." begrüßte er ihn dennoch freundlich. "Hallo Lucian. Hier gehen sehr merkwürdige Dinge vor. In der St. Patricks Kathedrale werden ganz merkwürdige Messen abgehalten und... diverse Ethnien – vor allem afrikanische - sind verboten. Ich würde gerne mit euch reden, denn Asta und ich denken, dass dies ein Fall für die Botschaft ist." Lucifer räusperte sich. "Kommt heute Abend nach Rom in meinen Palazzo, da besprechen wir alles, wir sind schon dran an dem Fall." Da der höllische Botschafter auf Mithörfunktion geschalten hatte, konnten seine Gastgeber mithören. Sandalephon seufzte. "Dublin, also auch schon!" Belial nickte leicht. "Ja, mal sehen was Philip heute Abend zu berichten hat. Könnte ich vielleicht noch einen Kaffee haben?" Der Hausherr rief seinen Butler und ließ diesen zwei Kaffee und einen Tee servieren. Anschließend verabschiedeten sich die beiden männlichen Engel von Kat und tauchten in der Hölle, in Lucifers Arbeitszimmer wieder auf.
"Hallo Samyaza." Wurde der stellvertretende Höllenverwalter von den beiden Seraphim begrüßt, der gerade an Lucifers Schreibtisch saß, um einige Akten zu erledigen. "Hallo Chef, hallo Sandalephon. Soll ich aufstehen, oder gehen, damit ihr..." Er wurde von seinem Chef unterbrochen. "Weder noch, Samy! Wie sind hier, um Juliel zu verhören. Wo ist der denn gerade?" erkundigte sich der Höllenchef. Samyaza grinste. "Der ist bei Sealthiel im Raum eingesperrt und darf zusehen, wie dieser jede halbe Stunde gegrillt wird und darf den Raum immer wieder reinigen. Was mit dem ganzen Ruß, sicher übel ist. Und..." Der gefallene Engel grinste bis über beide Ohren. "...jedes Mal, wenn ich nachschaue und der Raum ist immer noch rußig, dann bekommt er einen Stromschlag. Ich habe ihm die elektrischen Fußfesseln angelegt. Da tanzt der kleine Engel, wie ein Irrer!" Auch sein Chef und sein Begleiter grinsten. "Na dann holen wir uns das Bürschchen mal zum Foltern und Verhören." sagte Sandalephon immer noch breit grinsend.
Belial lachte als Samyaza den neu ernannten Erzengel beider Seiten überrascht anstarrte. "Ja, unser Sandy ist ein ganz gemeiner Folterer. Mit etwas Übung und er entwickelt sich noch zum Foltermeister!" "Na hör mal - wenn jemand meine Lucia angreift oder gegen meinen Bruder und dessen Familie vorgeht - der hat es nicht anders verdient!" rief der etwas wütend. Der Höllenfürst griff auf die Schulter seines himmlischen Bruders und verschwand mit ihm, um kurz darauf in dem Raum aufzutauchen, in dem Sealthiel dauer-gefoltert wurde. Der kleine Engel Juliel saß am Boden und versuchte vergeblich die verrußte Wand zu putzen, wie ihm aufgetragen ward. "Na das klappt wohl nicht mit saubermachen!" sagte Lucifer sarkastisch. "Oh Chef, ich... " Er wurde von seinem Chef unterbrochen. "Für dich - Fürst der Finsternis oder Prince des ténèbres, falls es dir in deiner Muttersprache lieber ist. Nur sprich mich nicht bei meinem Namen an - denn von dir - möchte ich den nie - wieder hören! Verstanden?" donnerte der Höllenfürst, packte ihn grob am Kragen, griff nach seinem himmlischen Bruder und tauchte in einem dunklen Verhörzimmer wieder auf. Er warf den kleinen Engel unsanft zu Boden. "Setz dich!" befahl er und zeigte auf einen niedrigen Hocker, der vor einem Tisch stand. "Hände auf den Tisch!" fauchte er als der verräterische Engel saß. Dieser tat, wie ihm befohlen ward, denn er hatte mittlerweile panische Angst vor dem Höllenfürsten.
Lucifer stellte sich bedrohlich vor ihn. "So die Regeln des Verhörs: Wir fragen - du antwortest! Bei jedem Zögern, breche ich dir einen Finger - bei jeder falschen Antwort - sprich Lüge, denn ich werde es merken, wenn du uns anlügst - breche ich dir einen Finger. Bei allem was mich nervt - breche ich dir einen Finger! Und ich bin im Moment extrem gereizt! Mein Magen schmerzt hin und wieder - also überleg dir genau was du antwortest du kleines - mieses Stück - Dreck!" fauchte er stinksauer. Juliel zuckte zusammen. "Und ich helfe Lucifer dabei!" drohte ihm auch der Erzengel, was ihn schockierte, da er nie gedacht hätte, dass der liebenswürdig wirkende Sandalephon dem Höllenfürsten beim Foltern helfen würde.
"Erster Frage: "Was hast du über die Botschaft und unsere Frauen erzählt?" fragte Belial verärgert. "Ich... ich... habe... ich..." Er brüllte auf vor Schmerz als der erste Finger knackte. "Mich nervt dein Gestottere! Lass es oder es bricht sofort noch ein Finger!" drohte der Höllenfürst. "Antworte Lucifer!" drohte der Erzengel ebenfalls rasend vor Wut. "Ich habe erzählt, dass sie alle Engel sind und... Rachel unsterblich ist. Und dass... Rachel, Cassandra und Catherine schwanger sind." Beide Seraphim mussten sich extrem beherrschen. "Und weiter? Was ist mit Selvi. Was hast du über sie erzählt?" Ein weiterer Finger knackte und Juliel schrie auf vor Schmerz. "Das war für dein Zögern! Was hast du denen über Selvi erzählt?" Juliel zitterte und atmete schwer vor Schmerz. "Ich..., dass sie eine Gebärmaschine für den Teufel ist!" Der Höllenfürst schlug ihm hart ins Gesicht, brach ihm einen weiteren Finger und wollte gerade nochmal zuschlagen, als Sandalephon eingriff und seine Hand zurückhielt. "Lucifer! Er ist ein kleiner, schwacher Engel niedersten Ranges. Du würdest ihn unbrauchbar prügeln, wenn du so aggressiv gegen ihn vorgehst!"  
Dieser ließ ab von ihm drehte sich gegen die Wand und versuchte sich zu beruhigen. Sandalephon schlug ihm mit der Faust auf die bereits gebrochenen Finger. "So, jetzt bin ich dran. Aber denk ja nicht, dass ich gnädiger bin als Lucifer. Warum haben sie Selvaggia dermaßen beeinflusst und sie unter Drogen gesetzt?" Der dritte Finger knackte. "Ich kann das auch. Antwortest du mir jetzt oder soll ich dir den nächsten Finger brechen?" fragte Sandalephon bedrohlich. Juliel stockte der Atem von der Brutalität die er in den Augen des Erzengels sah. "Sie wollten sie unfruchtbar machen, um weiter Antichristen zu verhindern und... sie sollte die anderen Frauen dazu überreden auch in das Fitnessstudio zu gehen. Sie wollten mit den Kindern der anderen drei Frauen experimentieren."  Der Höllenfürst trat wieder an den Tisch und schlug ihm auf die bereits gebrochenen Finger. "Wem hast du das erzählt?" wollte er wissen. Nach de, erste Schmerzschock antwortete Juliel. "Bischof Marsigliani. Ich habe ihm alles erzählt und er hat es weiter gegeben an die Bischöfe und Priester anderer Länder." gestand der verängstigte Engel. "Wem hat er das erzählt? War jemals noch jemand dabei bei dem du geschwatzt hast?" wollte der Höllenfürst wütend wissen. "J...ja... Cesare Petrucci... äh... de.." Ein weiterer Finger brach. "Welche Rolle spielt der Ex-Camerlengo des Papstes?" "Er... ist... irgendwie hoch oben in der Kirche... der... der..." ein weiterer Finger brach unter dem Druck von Sandalephon. "Auuuaa... der Inquisitor... er ist der Inquisitor der „Kirche des lichten göttlichen Geistes“, Fürst der Finsternis..." jaulte Juliel auf.
"Was hast du über Lucia erzählt?" wollte Sandalephon wissen. "Dass sie eine Seraphim ist und eine Hexe, die bei... bei... schwarze Magie lernt und die Meisterschülerin ist!" jammerte der kleine Engel. "Wie konntest du nur? Sie war dir anvertraut und du hast sie verkauft? Wofür?" verlangte Sandalephon zu erfahren. "Ich habe sie nicht..." wimmerte Juliel. "Ich wollte nur sein wie sie und die wollten das möglich machen!" "Sind sie durch dich an ihre DNA gekommen? Und wenn ja - wessen DNA hast du denen noch in die Hände gespielt?" Juliel nickte. "Sanda..." Eine harte, schnelle Ohrfeige vom Höllenfürsten brach ihm den Kiefer. "Du widerwärtiger Kretin!" brüllte er. "Lucifer, bitte! Was bringt das, ihm den Schädel einzuschlagen?" fragte Sandalephon. "Ich werde den Knochen heilen, Juliel - aber ich werde dir den Schmerz lassen!" wandte er sich dann eiskalt an den wimmernden Engel. "Und ich bin für dich Fürst Sandalephon! Oder Erhabener Interimsfürst der Seraphim!" Juliel nickte angstvoll. "Wessen DNA noch?" "Cassie..." Der Höllenfürst versetzte ihm einen heftigen Schlag, so dass er vom Hocker fiel. Er griff nach der Hand, an der bereits alle Finger gebrochen waren, drückte zu und zog den kleinen Engel gewaltsam wieder zurück auf den Hocker. Juliel wimmerte vor Schmerz. „Du hast also auch die DNA Cassandra St. Cyrs, der Fürstin der Seraphim verkauft?" unterbrach Belial ihn eisig. Julien nickte. "Wissen die von Maria? Und wenn ja - was?" fragte Sandalephon eiskalt. „Dass sie wie Rachel...“ Ein harter Griff ins Genick unterbrach ihn. „Dr. Corrigan Rayne für dich, Abschaum!“ zischte Sandalephon ihm ins Ohr. Juliel wimmerte „Dr. Corrigan Rayne eine Frucht vom Baum des Lebens gegessen hat und... sie für Fürst Michael vorgesehen ist.“ „Hast du DNA von ihr geliefert? Bevor sie zur Cherubim erhoben wurde?“ Juliel nickte eingeschüchtert.
„Selvaggias DNA? DNA der Kinder?“ brüllte Sandalephon ihm ins Ohr. Juliel zuckte zusammen. „Ja! Ja... hab’ ich! Von den Rayne-Kindern - an Selvi...“ Der Erzengel beider Seiten, brach ihm die restlichen Finger, Juliel schrie erneut auf. "Das ist für dich die falsche Anrede... für die Frau des Fürsten der Finsternis! ...An Ihre höllische Hoheit, Fürstin Selvaggia Bragi-Rayne!" berichtigte der Seraphim ihn schneidend. "An ihre höllische Hoheit, die Fürstin Selvaggia Bragi-Rayne bin ich nicht rangekommen. Da haben sie erst die DNA gekriegt als sie in das Fitness-Studio ging. Aber sie hatten Lady Hansen-Archais DNA..." "Du kleines mieses Dreckstück! Eine Frage noch: Wer hilft Kylian Empestrier? Denn so schnell kommt er allein nicht auf die Lösungen für das spezielle RE-diaephin für Selvaggia...?" "Ich weiß es nicht!" Der Höllenfürst stieß ihn zu Boden und trat auf die gebrochenen Hände. "Aaaaaaahhhh." brüllte Juliel. "Ich hatte dich doch gewarnt: Ich merke, wenn du lügst!" zischte Belial. "Der Dämon bei Bischof von Backe... der, der ihn als Strafe für seine Eitelkeit begattet... seit dem Fall mit den Judas-Silberlingen, wo alle wie wild gebeichtet haben! Er... hat sich in ihn verliebt und... will ihn für sich verderben... er ist auch auf die Empestrier-Labore gekommen." "Gut, dann kannst du jetzt weiter putzen gehen, Stinker!" befahl Belial. "Ab... aber meine Fi... Finger...?" wimmerte Juliel. "Was ist mit denen? Heil dich gefälligst, du Memme!" fuhr der Höllenfürst ihn an und erschien mit Sandalephon und ihm in der Kammer wo Sealthiel immer noch büßte und gerade "gegrillt" wurde. Vor Schmerz schrie Juliel auf als die Flammen ihn überrollten, während die Seraphim sie einfach ertrugen und sogar als angenehm empfanden. Der Höllenfürst stieß den mit Brandwunden übersäten, Juliel zu Boden.
"Da ist dein Wischeimer, mach hinne! Samyaza könnte sonst die Stromschläge etwas härter ausfallen lassen, wenn du hier nicht zu Rande kommst!" hörte er noch und dann waren Sandalephon und der Höllenfürst verschwunden.
"Glaubst du ihm?" fragte der Seraphim Belial. "Ja und nein... Er glaubt, dass es Botis ist, doch bei dem bin ich mir sicher, dass er mich nicht verrät... ich tippe eher auf Butmono - er hat mich schon zweimal enttäuscht... einmal indem er Kinderseelen über diese Chantal de Crion meinte fordern zu können und das zweite Mal - oder davor... ist ja relativ... hat er sich mit Lilith eingelassen und für sie 23 neue Silberlinge aus gleicher Zeit mit den sieben ursprünglichen auf dem Blutacker vergraben... und mich so hintergangen. Aber das finde ich raus." Sandalephon nickte. "Ich werde Botis aufsuchen. Kehr du schon mal zu Kat zurück und gib ihr einen Kuss von mir."
Am Abend zur vereinbarten Zeit holte Lucifer, Michael Bryce und Hartwin Roderich Boch. Der Papst kam selbst vorbei, da dieser ja in Rom beziehungsweise im Vatikan wohnte. Philip traf zusammen mit Astaroth und Christian ein. Sandalephon war zusammen mit Lucifer bereits vorher erschienen. Christian rannte seinem Lieblingsonkel in die Arme. "Onkel Lucian! Du, meine Eltern haben gesagt ich solle dich fragen, wenn es okay ist für dich, dann darf ich." überfiel er seinen Onkel. Dieser lachte. "Wenn du mir sagst um was es geht, kann ich dir sagen, ob ich es erlaube oder nicht." Christian lächelte. "Darf ich bei dir schlafen und morgen vielleicht ein bisschen bei dir bleiben?" Belial lächelte. "Ich denke das geht in Ordnung. Selvi ist gerade eh nicht da und die Kinder sind bei Kat und Sandy. Wenn ihr sie die Nacht und den Vormittag noch nehmt, dann..." Sandalephon, der bereits mitbekommen hatte, wie sehr Christian seinen höllischen Onkel mochte, stimmte zu." "Kein Problem, Großer!"
Als Christian in seinem Bett in Lucifers Palazzo in Rom lag, begann die Besprechung. „Du sagtest, diese „Kirche des lichten göttlichen Geistes“ hätte es auf deine Familie abgesehen?“ fragte der Papst. „Nicht nur auf Selvaggia – sondern auf alle Frauen der Familie die irgendwie speziell... gesegnet sind mit langem – oder besser unendlichem Leben und auf die Kinder.“ „Das heißt auf deine Frau, deine Schwägerinnen... und auf Mr. Callaghan? Auf unsere Patenkinder und ihre Geschwister, Cousinen, Cousins?“ fragte Mario Botacci, der Sekretär des Papstes fassungslos. „Genau das - wobei mir einfällt, dass wir wegen dir, Philip, gar nicht gefragt haben.... Und das was uns alle so entsetzt hat: Die wollen nicht nur unsere Frauen erledigen, die haben von Julien Dubois – Pierre Pasquieus Neffen – die DNA der meisten geliefert bekommen und somit die Möglichkeit gekriegt: Mathildes, Cassandras, Katherine-Lucias, er hat auch welche von Maria geliefert – bevor sie eine Cherubim wurde...“ erläuterte Sandalephon. „Und Kylian Empestrier, der Leiter der Labore... nun ja... ist Cassies Ex-Mann, der einfach nur ein brutales perverses Arschloch war. Leider durfte ich ihn nicht in der Hölle behalten...“ fuhr Belial fort. „Weiß Pierre, dass sein Neffe seine Freunde – und seine ihm anvertraute Verlobte dermaßen betrogen hat?“ fragte Michael Bryce sichtlich verärgert. „Nein, noch nicht. Er weiß nicht einmal, dass Julien – zwischenzeitlich zum Seraphim erhoben worden – jetzt wieder einer der niedersten Engel ist, damit Vater ihm die göttliche Vergebung versagen kann, die er einem Menschen gewähren muss... obwohl er ihm eine kleine, kurze Chance gewährt hat, die Juliel vertan hat...“ erklärte Sandalephon.
„Habt ihr rausbekommen, was die Ziele sind? Bei uns im Vatikan kam immer nur so eine Art Hassschrift an von wegen: Wir würden Satan dienen und wären inzwischen nicht mehr die Kirche Gottes, sondern des Teufels und würden die Leute krank machen und uns eine gehorsame Herde Schafe heranziehen indem wir nicht auf Reinheit achten sondern jeder Affe inzwischen Bischof und Kardinal werden könne...“ fragte der Papst. „Oh ja...“ Sandalephon zog die Schulbuchentwürfe hervor. „Das ist von eurem Kollegen Marsigliani... und ich denke, das ist mit Reinheit gemeint – und zeigt euch was er mit „Affen“ meint – oder wen...“
„Abgesehen davon, dass Sandalephon, der auf der Erde fast ebenso umtriebig in der Geschäftswelt ist und auch in Afrika einige Angestellte hat denen er freundschaftlich verbunden ist..., rausgefunden hat, dass die Afrikaner darauf vorbereitet wurden – mit speziellen Medikamenten – als Organspender und Fleischlieferanten zu dienen... Europa und Amerika – wahrscheinlich auch Asien und Nordafrika – sollten mit Fleisch von...“ Belial brach ab, als Michael Bryce würgen musste. „Du meinst die hätten Menschenfleisch verkauft?“ Belial nickte. „Das war der Plan... von unseren Frauen und Kindern – oder durch sie - wollten sie das Geheimnis ewigen Lebens erfahren indem sie das Kind was Rachel gerade erwartet in ihre Gewalt bringen und in einem Labor untersuchen und es als Laborratte nutzen - und die Afrikaner als Organ- und Fleischlieferanten missbrauchen...“ „Sie, Senior Dale-Ponte sagten, Emilio Marsigliani steckt dahinter... gibt es noch weitere Namen?“ „Sag ruhig Sam, das gilt für alle – oder Sandalephon, ich denke, wir können alle auf die Förmlichkeiten verzichten – und ja, Cesare Petrucci – dein ehemaliger Camerlengo, der dich schon immer ausschalten wollte, soll wohl der Inquisitor sein, und der „Blaue Papst“ ein Bischof aus Barcelona, Carlos Lopez... Also nicht der Erzbischof, vermutlich, sondern einer der Weihbischöfe oder so. Den ersten Namen haben wir aus Juliel rausgequetscht, den zweiten aus Marsigliani... der sich aber... dank Vater... nicht mehr an Lucifers und meinen Besuch erinnert... aber bedauerlicherweise auch nicht mehr die Schmerzen hat...“
„Gut, dann werde ich dafür sorgen, dass Marsigliani, Lopez und Petrucci endgültig kalt gestellt werden... Könnt ihr die Schlachtorgie in Afrika verhindern?“ „Nein, leider nicht, Mario... Ich konnte nur meine Mitarbeiter auf Seraphim Vineyard in Südafrika warnen und schützen. Über die anderen muss Vater seine Hand halten... bis wir das publik machen können – weltweit – was die wahren Ziele dieser verlogenen Halunken sind – und vor allem müssen wir rausfinden, wer Kylian Empestrier in seinen Laboren hilft – entweder von himmlischer oder höllischer Seite, denn allein kann er nicht so schnell auf die Lösungen kommen wie man die DNA von Selvaggia zerstört und angreift... und das lief innerhalb von ein, zwei Monaten und sie hatten ein RE-diaephin, ihre „Diät-Wunderpillen“ die sie großzügig verteilen und kostenlos, auf Selvaggia zugeschnitten... mit dem Ziel sie unfruchtbar und reizbar zu machen... Und sie sollte die anderen Frauen mit ins Fitness-Center der „Blauen Kirche“ nehmen damit man dort auch Einfluss hätte nehmen können. Man wollte, dass Rachel ihr Kind in einem der Gesundheitszentren bekommt, um ihr eine Totgeburt vorzugaukeln damit man das Kind als Laborratte bekommen hätte, denn bei den Kindern der Raynes vererbt sich durch Vaters Willen und seine Gnade die Unsterblichkeit, die die Raynes durch die Frucht vom Baum des Lebens besitzen.“
„Aus der Hölle fällt mir niemand ein... Botis habe ich aufgesucht und er war selbst entsetzt, dass Bischof von Backe – den er wirklich liebt und der... inzwischen wohl auch gar nicht mehr so abgeneigt ist – mit im Spiel sein soll. Und ich vertraue Botis... Der will das Bäckchen – laut Juliel – zwar verderben, aber im Gespräch mit ihm und einem überraschend zuvorkommenden „Bäckchen“ habe ich das Gegenteil mitgekriegt: Botis versucht alles um seinen Geliebten „auf Kurs“ zu bringen, damit er nicht bei mir in der Hölle landet. Mein zweiter Gedanke war Butmono... aber auch der... Fehlanzeige... Samyaza, mein Stellvertreter hat sich auch umgehört und nichts mitbekommen... und er hat einige Seelen an der Hand die für... weniger scharfe Strafen ihre eigenen Kinder verraten würden...“ „Und was den Himmel anbelangt... hm... wenn da jemand wieder falsch spielt hat derjenige aus den Fehlern von Prosotisel und Sealthiel oder den anderen wenig gelernt... ich könnte aber nachforschen und bei Michael nachfragen...“ bot Sandalephon an.
„Wenn wir euch irgendwie helfen können: Sagt Bescheid!“ sagte der Papst entschieden und die Bischöfe nickten. „Fällt euch noch irgendwas ein? Irgendwas, was euch komisch vorkam?“ fragte Belial. Hartwin Roderich Boch nickte. „Vor einem halben Jahr etwa... Kollege Cordale... der Bischof von Las Vegas... er hat mich angesprochen. Ich habe mir dabei damals nicht viel gedacht, aber... er wollte wissen in welcher Beziehung ich zur Botschaft stehe und wie ich dazu käme dir, Lucian, so zu vertrauen und sogar so weit gehe, dich zu meinen Freunden zu zählen – ich denke, soweit kann ich gehen, dass ich dich dazu zählen kann und trete dir nicht zu nahe damit...“ Er sah den Höllenfürsten an, der lächelte. „Natürlich, ich habe deine unkomplizierte und unprätentiöse Art immer gemocht und so auch dich. Ich fand es zwar zu Anfang seltsam, dass ein Mann deines Ranges damit hausieren geht, dass ich die Monstranz seines Domes habe reparieren lassen und nicht irgendein „anonymer“ Spender, aber das schätze ich an dir. Ich habe auch einige Dankesschreiben auf den Schreibtisch bekommen... von deinen Schäfchen aus Berlin...“ „Danke, vielleicht kommst du ja mal wieder zur Messe – vielleicht Mariä Himmelfahrt?“ fragte der Bischof. „Übertreib es nicht, Hartwin!“ lautete die finstere Antwort. „Ich dachte nur, die Berliner mögen dich und deine Familie... aber gut, Cordale fand es seltsam, dass ich so locker damit umgehe und die Monstranz nicht erstmal in Weihwasser ersäuft und „abgeräuchert“ habe... worauf ich nur meinte: „Lucian Belial Rayne hat nur dafür bezahlt und ein christlicher Handwerker, zumindest aber ein menschlicher, gläubiger Meister hat die Arbeit gemacht, wo also ist das Problem? Und wo die Notwendigkeit zur „Neuweihung“?“ Er wurde richtig giftig, das wäre Sündengeld und ähnliches und ich würde schon sehen, in einer neuen Ordnung wisse man mit Leuten wie mir umzugehen...“
„Interessant – wobei wir da „Gambler“ hätten – oder was meint ihr?“ fragte Mario in die Runde. „Stimmt – ja... Gondoliere ist Marsigliani, Gambler wäre dann also dieser Cordale... der Chef ist Lopez – der soll aus Barcelona kommen...“ meinte Bischof Boch mit einem Blick auf die Liste der Decknamen der Köpfe der Blauen Kirche. „Lopez... ich habe mal geschaut... das ist der Diözesanbischof von Tortosa... Erzbistum Tarragona... Nachbarbistum des Bistums Barcelona.“ sagte Mario nachdenklich nachdem er sein IPad zur Seite gelegt hatte. „Und das kommt auch besser mit „Advanced John“ hin, denn es gibt in Tortosa die „Avanzadas de San Juan“ – Ruinen, fortgeschrittenen Alters, sozusagen... und das Ansinnen mit der Erforschung des „unendlichen Lebens“ das er durch eure Kinder, Frauen und so weiter erforschen will... passt zu seinem Wahlspruch: ... Annuntiamus vobis vitam - wir verkünden euch das Leben.“ „Gut, dann werden wir nachsehen. Irgendwo soll die Missionsarche mit dem Typen rumschippern. Ich will schauen, dass ich Astaroth darauf ansetze... Und Marsigliani... wann sollst du ihn ersetzen, Mario?“ fragte der Höllenfürst. „Ende des Jahres. Ich weiß ja, dass du dich im Markusdom auch nicht gerade „heimisch“ fühlst, und wollte dir das sozusagen einfacher machen... nun ja... Selvaggia und ihr werdet ja kommen und... tja...“ „Hast du schon ein Motto gewählt?“ Errötend nickte der Sekretär des Papstes: „Amor tollit timorem." „Die Liebe nimmt die Furcht hinweg... interessant... aber irgendwie unpassend...“
Belial und Sandalephon lächelten einander an. „Darf ich "In caritate servire - In Liebe dienen“ vorschlagen? Furcht vor dem neuen Job hast du, Mario, du nimmst ihn zwar aus Liebe und Loyalität zu Rodrigo an und auch aus Zuneigung zu Selvaggia und mir – und natürlich zu Linnéa, aber dadurch lobst du auch Vater, dem du dienst.“ sagte der Höllenfürst sanft. „Das passt wesentlich besser zu dir, mein Freund.“ Der Sekretär lächelte. „Das gefällt mir, danke... ja, das ist wohl besser... denn die „Amor“ – die amouröse Liebe... nun...“ er lächelte scheu. Der Papst klopfte ihm auf die Schulter. "Mit Lucian, der dir auf die Finger klopft, wenn du anmaßend oder evangelikal wirst, wirst du einer der besten Patriarchen sein, die Venedig je hatte. Und ich denke, zu deiner Kardinalsweihe kurz davor wird Lucian auch kommen - denn traditionell ist der Patriarch des Patriarchats von Venedig Kardinal, mein Freund..." "Schei...benkleister... aber ja, für Mario ertrage ich sogar den Vatikan nochmal... habe ich für Pierre ja auch ertragen..." seufzte der Höllenfürst. "Sie sind natürlich auch herzlich eingeladen, ehrenwerter Für..." Sandalephon räusperte sich. "Sam oder Sandalephon - ohne Fürst, ehrenwerter und ähnliches, bitte, Mario! Wir sind hier in einer Runde in der wir uns doch eigentlich von so "Kleinlichkeiten" frei gemacht haben wie Rang, Rasse und ähnliches. Sieh mich als Mensch, Mario, nicht als Seraphim, denn wie ein Mensch - ohne Flügel sitze ich dir gegenüber und nicht mit mehreren Flügelpaaren. Und danke für die Einladung, Katherine-Lucia und ich kommen gern - sowohl zur Kardinalsweihe als auch zur Amtseinführung in Venedig."
"Das heißt, Marsigliani ist auch Kardinal?" knurrte Belial. "Nein - von meinem Vorgänger wurde er zum Patriarchen ernannt... und du weißt, der war vorher Leiter der Glaubenskongregation... aber irgendwie habe ich ihn doch glatt bei der letzten Kardinalsweihe übersehen..." antwortete der Papst verschmitzt und wandte sich belustigt an seinen Sekretär. "Mario, wie konnte das nur passieren?" "Tja... ich glaube, wir haben statt Emilio Marsigliani leider Emilio Morisini, den Erzbischof von Gaeta... ähm... das ist mir jetzt aber wirklich peinlich, Eure Heiligkeit..." murmelte Mario Botacci grinsend. Sandalephon lachte laut auf, Belial schmunzelte, Michael Bryce und Hartwin Roderich Boch prusteten vor Lachen. "Und ich habe mich schon gewundert... Immerhin ist er mir als Metropolit gleichgestellt... an sich... und ich bin Kardinal..." murmelte der Berliner Erzbischof. Entgeistert starrte Belial ihn an. "Wie bitte?" "Na ja... ich bin Metropolit von Berlin, Lucian, und Berlin ist neben Köln und München-Freising mehr oder weniger traditioneller Sitz eines Kardinals - aber nun gut... Wo liegt groß der Unterschied? Ich dachte das wüsstest du... mit dem Kardinal und dem Metropoliten-Titel..." "Zugegeben: Nein. Aber nur, weil ich mir keine Gedanken um sowas mache... vielleicht hätte ich Metatron fragen sollen... der ist durch seine Frau ja eher bei eurem Verein... Sandalephon und ich haben es da eher mit den Protestanten..." antwortete Belial lächelnd. Der Papst sah Sandalephon aufmerksam an. "Interessant... alle Strömungen sind somit irgendwie vertreten: Katholisch durch Metatron oder Merlin und Hagiel nebst ihren Gemahlinnen, Fürst Michael neigt sich dem Orthodoxen zu... und du, Sam, dem Protestantismus, wie Lucian... Ich würde gern irgendwann mit euch zwei einen theologischen Diskurs führen." Sandalephon lachte. "Können wir gern machen."
Der Höllenfürst wurde ernst: "Scherz beiseite, ja.... wo du es erwähnt hast: Der letzte Inquisitor... oder besser... Vorsitzende der Glaubenskongregation... ja... stimmt... war ein ähnlich scharfer wie Marsigliani selbst und das Bäckchen... hatte als Wahlspruch doch das was Bischof Remigius dem Merowingerkönig Chlodewig mitgegeben hat: "Adora quod incendisti, incende quod adorasti - Bete an, was du verbrannt hast; verbrenne, was du angebetet hast". Sehr einprägsam... wobei er wohl auch einen Scheiterhaufen selbst entzündet hätte auf dem seine eigenen Eltern gestanden hätten, schließlich war sein Vorbild Papst Paul IV. der Mitte des 16. Jahrhunderts lebte und die Juden in die Ghettos zwang, den Index einführte auf dem die verbotenen Bücher stehen, die nicht alles wiedergeben was ihm nicht genehm war und der das hübsche Zitat von sich gegeben hat: „Und wenn mein eigener Vater ein Ketzer wäre, ich würde eigenhändig das Holz zusammentragen, um ihn zu verbrennen!" Wirklich sympathische Burschen - der eine wie der andere... widerwärtiges Fanatikerpack... na ja... meine Diener freuen sich immer wenn solche Idioten bei uns landen..."
"Frage ist nur: Wie verhindern wir, dass der Hydra weitere Köpfe wachsen, wenn wir die drei bekannten abschlagen?" fragte der Berliner Erzbischof. "Gute Frage... aber wo du sagst, Kollege Cordale... an sich wissen die nicht wie ich mit der Botschaft hier zusammenarbeite... denn an sich habe ich nur die Zwillinge der Raynes in San Francisco - beziehungsweise von Angel Island getauft und bin bisher nicht weiter in Erscheinung getreten... außer bei diesem Fall mit den Amuletten... wo ich allerdings mit Derek gearbeitet habe, weniger mit dem Boulevard Haussmann... Was wäre, wenn ich mich versuchen würde in die Organisation rein zu schleusen...? Gäbe es von eurer, sprich Sams und Lucians, Seite eine Möglichkeit die Infos täglich unbemerkt abzuziehen? Ich meine... ist ja nicht schlimm, wenn ich es merke, aber die anderen... wenn ich beispielsweise im Gespräch bin oder so - und selbst wenn ihr dann etwas Unfreundliches von mir über euch hört... ich möchte klarstellen, dass ich es sage, aber nicht meine!"
"Sandy und ich können jeder Zeit deine Gedanken lesen, wenn wir wollen, wenn du es uns aber gestattest ist dies umso besser, vor allem bei mir. Wir können es dir ermöglichen, dass du uns jeder Zeit kontaktieren kannst auf mentaler Ebene. Ich denke für die Dauer des Falles können wir das einrichten, oder Sandy?" Dieser nickte. "Ja klar. Für die Dauer deines Mitwirkens in diesem Fall kannst du dich dann mit Lucifer und mir auf mentaler Ebene unterhalten." erklärte Sandalephon weiter. Bryce nickte. "Na dann, versuche ich mal etwas heraus zu finden." sagte er und zwinkerte dabei erfreut. Die beiden Seraphim lächelten einander an.
Als alle wieder weg waren, sah Belial schnell nach seinem Neffen, dieser schlief ganz friedlich in seinem Bett. Er lief wieder nach unten, wo er sich einen Film aus seiner Horror-Film-Sammlung gönnte und genoss dazu eine Flasche Wein. Jetzt wo er allein war fühlte er sich irgendwie leer. Seine Frau war im Himmel zur Entgiftung und sein Vater hatte ihm nicht mitgeteilt, wann er seine Frau wiedersehen würde. Er hatte jedoch mitgeteilt bekommen, dass es wohl schon zwei bis drei Wochen dauern würde. Irgendwann wurde er selbst müde, durch das von seinem Vater auferlegte Schlafbedürfnis. So begab er sich schließlich ins Bett um ein paar Stunden zu schlafen.
Als Christian am nächsten Morgen die Küche betrat, saß sein Lieblingsonkel bereits mit einer Tasse Kaffee und der Tageszeitung am Küchentisch. "Wunderschönen, guten Morgen, Onkel Lucian!" rief der Junge gutgelaunt und setzte sich an den Tisch. "Morgen." murmelte sein Onkel. "Warum hast du eigentlich morgens immer schlechte Laune?" fragte der Junge neugierig. "Woher soll ich das denn wissen? Das ist eben so! Was möchtest du denn zum Frühstück?" Christian überlegte. "Zum Trinken hätte ich gerne eine heiße Schokolade und dann ... mmh ...vielleicht ein italienisches Frühstück?" Sein Onkel grinste, schnippte einmal mit den Fingern und der Tisch war gedeckt mit Ciabatta, dazu gab es Oliven, Tomaten, gegrillte Paprika, Honigmelonen, Weintrauben, geräucherten Schinken, Salami, Mortadella und Käse, so wie seine heiße Schokolade. "Holst du bitte zwei Teller aus diesem Schrank." sagte er und ließ eine der Schranktüren durch weitere Magie aufgehen, stand auf und machte sich eine weitere, große Tasse Kaffee, so wie einen Espresso. Selvaggia hatte als gebürtige Italienerin in ihren Häusern in Venedig und Rom einen Espressoautomaten aufgestellt, da sie meinte ein italienischer Haushalt ohne Espressomaschine ginge gar nicht. Lucifer hatte an diesem Getränk auch schnell Gefallen gefunden. "Was trinkst du denn da, Onkel Lucian?" fragte der Junge neugierig, als sich sein Onkel wieder zu ihm an den Tisch setzte und die beiden Tassen vor sich auf den Tisch stellte. "Espresso - ein sehr starkes kaffeeähnliches Getränk. "Darf ich mal probieren?" Lucifer sah ihn fragend an. "Von mir aus, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass dir das schmeckt." Der Junge nahm einen kleinen Schluck aus der Tasse seines Onkels und verzog angewidert das Gesicht. "Ihhh - das ist ja scheußlich." meinte er. "Sag ich doch, dass dir das nicht schmeckt." Christian trank schnell etwas von seiner Schokolade und bis in sein Brot.
"Und was unternehmen wir heute? Ich freu mich so, dass ich bei dir schlafen durfte und heute den Tag mit dir verbringen darf." "Hast du Rom schon mal richtig gesehen?" Der Junge schüttelte den Kopf, da er gerade den Mund voll hatte. "Nun, dann können wir eine kleine Sightseeingtour durch Rom machen." schlug er seinem ältesten Neffen vor. "Sehr gerne, wann gehen wir los?" "Na jetzt iss’ erst mal auf, dann richtest du dich in Ruhe und dann können wir starten. "Wir fahren mit dem Porsche? Mit dem Cabrio? Wirklich?" fragte Christian seinen Onkel begeistert, als sie in der Tiefgarage des Palazzos vor einem schwarzen Porsche Cabriolet auftauchten. "Ja, zu dieser Jahreszeit ist es in Rom sehr schwierig sich unbemerkt zu zaubern, also fahren wir. Fröhlich sprang der Junge in den Wagen. Er genoss die Fahrt durch Rom. "Fährst du eigentlich nur Porsche?" wollte der Junge wissen. "Ja - ist meine Lieblingsmarke. Den Sportwagen fahre ich eigentlich nur, wenn ich allein, oder mit maximal einer Person fahre. Aber ja, denn es gibt ja auch große Familienkutschen von Porsche - ich fahre nur Porsche!" gab er lächelnd zu. Er hielt schließlich an einem Parkplatz in der Nähe des Kolosseums an. "Wir müssen ein kleines Stück laufen, denn das Gelände um das Kolosseum ist seit August 2013 Fußgängerzone." "Wahnsinn ist das riesig, wenn man so davorsteht. Auf Bildern ist es nur halb so beeindruckend." sagte Christian fasziniert, als sie unmittelbar davorstanden. "Ja, schon beeindruckend das Piazza del Colosseo - ein Wahrzeichen Roms, Zeugnis römischer Baukunst. Es wurde 72 bis 80 n. Chr. von den Flavischen Kaisern erbaut. Der eigentliche Name ist "Amphitheatrum Flavium" - Amphitheater für Volksbelustigung und Gladiatorenkämpfe. Welche ich damals selbst gesehen habe, hier im Kolosseum. Aber ich empfand es nicht gerade als angenehme Freizeitbeschäftigung." erklärte er seinem Neffen.
"Ist schon irre was du schon alles erlebt hast Onkel Lucian. Muss toll sein, so viele Zeiten zu durchleben." Belial räusperte sich. "Teilweise. Es gab schon harte Zeiten in der Vergangenheit. So rein von der Lebensqualität gesehen ist die Gegenwart, also das 21. Jahrhundert das angenehmste. Christian schoss ein paar Fotos auf seinem Handy um es zu Hause seinen Eltern zu zeigen.
"Wir befinden uns jetzt an der Piazza della Rotonda. Das Pantheon ist das am besten erhaltene Bauwerk der römischen Antike. Ursprünglicher Bau von 27 v. Chr. - heutige Form erbaut zwischen 118 und 125 n. Chr. von Kaiser Hadrian. Die beindruckende Kuppel, war lange Zeit die größte weltweit.
Anschließend führte er ihn zum wohl berühmtesten Brunnen Roms, dem Trevibrunnen - beliebtester und größter Brunnen der Stadt. "Es heißt: Ein Besuch des Brunnes ist schon beinahe Pflicht, wenn man in Rom ist - demnach hast du diese Pflicht jetzt auch erfüllt." sagte Belial und lächelte. "Unser nächstes Ziel ist die Piazza Navona - einer der eindrucksvollsten Plätze Roms. Das finde ich zumindest." Als sie angekommen waren sah der Junge sich aufmerksam um und nickte dann. "Ja, der Platz ist wirklich sehr schön und beeindruckend." "Die Anfänge gehen bis 45 v. Chr. zurück. Es war damals Wettkampf-Stadion für 30.000 Zuschauer und wird von drei Brunnen geschmückt:
In der Mitte des Platzes steht der Fontana dei Quattro Fiumi oder Vierströme-Brunnen mit dem Obelisken, im Süden der Fontana del Moro oder der Mohrenbrunnen, im Norden der Fontana del Nettuno beziehungsweise der Neptunbrunnen. So das waren die schönen Seiten Roms, wie es auch mir gefällt. Aber mich beschleicht irgendwie das Gefühl, dass dich auch der Vatikan sehr interessiert?" fragte er seinen Neffen. Dieser nickte. "Ja schon - ist doch nicht schlimm oder?" fragte er. Der Junge hatte keine Ahnung, wie unwohl sich sein Lieblingsonkel im Vatikan uns speziell im Petersdom fühlte.
"Nein - ist es nicht. Das war mir schon fast klar, da Philip dein Vater ist. Er ist doch immer noch sehr katholisch, auch wenn er nicht mehr als Priester arbeitet." Christian grinste. "Also ich würde gerne auch in die Vatikanischen Museen und den Petersdom möchte ich mir auch mal in Ruhe ansehen und wenn noch der Papst anwesend wäre, dann wäre das ... mega cool!" rief der Junge begeistert. "Mega cool? So so... na dann lass mich mal sehen, was ich tun kann. Komm mit zu den Museen geht es da lang." er folgte seinem Onkel, der gerade sein Smartphon aus seiner Hosentasche holte, da er heute aus Gründen der Hitze auf ein Jackett verzichtet hatte. Auf die Farbe schwarz jedoch nicht, trug das Hemd aber lässig über seiner Jeans und hatte die Ärmel offen und einmal nach oben geschlagen, so dass sie locker und luftig um das Handgelenk lagen. "Danke Rodrigo, das wird den kleinen Mann sehr freuen. Bis später, dann." beendete er das Gespräch. Belial überraschte ihn mit einer VIP-Tour durch die Museen. "Hat seine Vorteile den Papst persönlich zu kennen." flüsterte er zwinkernd, als der Junge fassungslos auf die VIP-Pässe starrte, die sein Onkel gerade von einem Soldaten der Schweizer Garde erhalten hatte, der auch die Führung mit einer jungen Frau - Carlotta Santini, einer der Fremdenführerinnen der Vatikanischen Museen - machte. Christian umarmte seinen Onkel. "Du bist der beste Onkel der Welt. Mit dir kann man was erleben, es wird nie langweilig und du weißt so viel." Der Höllenfürst lächelte, er sah es gerne, wenn Christian glücklich war. "Ich weile auch schon lange genug auf der Erde um dieses Wissen zu haben. Aber jetzt lass uns gehen."
Nach dem sie die Museen durch hatten, kaufte er dem Jungen einen großen Eisbecher, den dieser sich schmecken ließ.
"Zu guter Letzt, willkommen auf dem Petersplatz, oder Piazza San Pietro. Er wurde 1667 von Gian Lorenzo Bernini fertiggestellt. Und dass das der Petersdom ist brauche ich dir ja nicht zu erklären." Christian schüttelte den Kopf. "Dürfen wir da auch reingehen? Also in den Petersdom." fragte er. Lucifer lachte belustigt. "Wir müssen sogar, denn der Papst wartet danach, denn wir haben eine Privat-Audienz bei ihm." antwortete er seinem Neffen. "Nicht dein Ernst?" Sein Onkel lächelte. "Sehe ich aus als mache ich Scherze? Also worauf wartest du? Komm mit!" sagte er belustigt und lief auf den Petersdom zu. Christian folgte ihm. Staunend sah er sich in dem großen Gotteshaus genauer um, nachdem durch die schwere Tür trat, die Belial aufgehalten hatte. Etwas widerwillig folgte er dem Jungen in den Dom. Christian war so fasziniert, dass er gar nicht mitbekam, wie sich der neue Camerlengo des Papstes näherte und mit seinem Onkel sprach. "Gott zum Gruße, Senior Rayne, der Heilige Vater bat mich Ihnen seine Freude über ihre Anwesenheit im Vatikan zu überbringen... "Buon giorno, Senior Alvarez, tja - was tut man nicht alles für die Kinder." Der Mann lächelte. "Ja, mir wurde vom Heiligen Vater gesagt, Sie seien der Liebling ihrer Neffen und Nichten und selbst Vater von vier Kindern." Belial nickte.  Während Christian sich von Senior Alvarez einiges über den Petersdom erzählen ließ, setzte sich Lucifer in die letzte Reihe des Doms und wartete. Die kurze Privatführung durch den Dom dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, die ihm durch das Gefühl, ihm würde die Kehle zugeschnürt und die leichten Magenschmerzen, die er heute Morgen auch schon hatte und die sich im Laufe des Tages verstärkt hatten, begannen fast schon wieder ins unerträgliche zu gehen, kamen ihm die paar Minuten wie eine Ewigkeit vor. Er nahm drei der Tropfen, die Sandalephon ihm gegeben hatte.
Geduldig beantwortete der Camerlengo die Fragen von Christian, bevor er sie in die Privatgemächer des Papstes brachte, wo der seine beiden Besucher freundlich begrüßte. Kurz darauf saßen sie in den Privaträumen des Papstes. "Was möchtest du denn trinken, Christian? Tee oder lieber einen Saft?" fragte der Papst. Ein paar Minuten später wurde für die beiden Erwachsenen Kaffee serviert und Christian bekam einen Fruchtsaft.
"Wie haben dir denn die Museen gefallen?" erkundigte sich der Papst bei dem Jungen. "Ganz gut, das war sehr interessant auch die kleine Führung durch den Petersdom." Der Papst warf während der Junge redete kurz einen Blick auch Lucifer. Er wusste ja mittlerweile wie unwohl er sich im Vatikan fühlte und merkte deshalb auch, dass es ihm im Moment nicht ganz so gut ging.  Er lächelte. "Dein Onkel muss dich schon sehr mögen, wenn mit dir in den Vatikan geht, obwohl er sich hier sehr unwohl fühlt. Da nimmt er einiges auf sich." Der Höllenfürst seufzte. "Rodrigo, lass gut sein." sagte er leise. "Ich finde der junge Mann kann ruhig wissen, was sein Onkel für ihn auf sich nimmt." Christian sah traurig zu seinem Onkel. Jetzt fiel ihm auch auf, dass dieser etwas blass aussah, er schwerer atmete als normalerweise und auch ein wenig schlecht zu sein schien. "Onkel Lucian! Ich wusste nicht... das tut mir leid und..."
"Ist schon gut, Kleiner. Du bist es mir wert, das in Kauf zu nehmen. Ich werde es überleben, mach dir also bitte keine Sorgen. Hab einfach weiterhin Spaß, dann bin ich zufrieden." sagte er liebevoll und lächelte seinen ältesten Neffen an. "Und wie gefällt es dir in Dublin?" wechselte der Papst Thema, um den Jungen abzulenken, da er gerade sehr traurig wirkte, als er erfahren hatte, dass sein Onkel gerade wegen ihm leiden musste - so sah er das, das sah man ihm an. "Sehr gut! Mama und Papa sind sehr gute Eltern, ich habe sie sehr lieb, genau wie meinen Onkel. Nur leider Mögen sich Papa und Onkel Lucian nicht sehr." Etwas überrascht blickte Lucifer zu Christian. "Ich bemerke, dass es immer irgendwie angespannt ist zwischen dir und Papa Philip. Ich bin kein kleiner, dummer Junge, dem man etwas vormachen kann." sagte er weiter. "Das hat auch nie jemand behauptet. Das Gegenteil ist der Fall. Du bist für dein Alter sehr weit, wenn auch mit Magie, aber... deshalb eigentlich verständlich und du bist sehr empfindsam und einfühlsam." antwortete Lucifer.
"Und die Schule ist manchmal doof." gestand Christian. "Warum das denn? Sind deine Lehrer doof? Was ist mit deinen Freunden?" fragte der Papst etwas näher nach. "Manche sind wirklich doof, der Sachkundelehrer ist echt blöd, der erklärt nix gescheit, das versteht kaum jemand in der Klasse, aber wenn Onkel Lucian mir in dem Fach hilft, dann verstehe ich es gut. Freunde... hab’ ich nicht wirklich. Die sind alle so... kindisch und interessieren sich nur für langweiligen Babykram. Es macht keinen Spaß mit denen abzuhängen. Mit Onkel Lucian ist es cool! Der macht immer so tolle Sachen mit mir und Jasper auf Norderney, der ist mein Freund." gab er Grundschüler zu. "Na ja... Jasper entspricht auch mehr deinem geistigen Verstand, der ja um einiges weiter ist als der deiner Mitschüler." erklärte Lucifer.
"Weißt du denn schon, was du mal beruflich werden willst?" erkundigte der Papst. Das weiß ich noch nicht genau. Ich will werden wie Onkel Lucifer! Aber Teufel kann ich ja nicht werden, deshalb... vielleicht erfolgreicher Geschäftsmann - wie er. Er hat ganz viel Geld und viele, viele Häuser, Wohnungen und Firmen auf der ganzen Welt." Rodrigo nickte wissend. "Oder ich werde evangelischer Pastor, denn mich interessiert das Kirchenzeug nur finde ich den Zölibat bescheuert und habe mich ein paar Mal mit Maria - der Pastorin vom Boulevard Haussmann und einmal auch mit ihrem Chef, Landesbischof Molching unterhalten." fügte er hinzu. Sein Lieblingsonkel und der Papst sahen sich kurz an und brachen dann in Lachen aus. Erleichtert, dass der Papst auch lachte, lachte Christian mit.
Anschließend unterhielten sie sich noch über andere Dinge, bei denen zufällig auch herauskam, dass Christian sich in Dublin etwas einsam fühlte, da sein Freund Jasper auf Norderney lebte und er sich wünschen würde mehr Zeit mit seinem Lieblingsonkel verbringen zu können. "Na dann muss ich dich in Zukunft wohl etwas öfter nach Norderney holen!" sagte der Höllenfürst. Christian nickte. "Das wäre schön, Onkel Lucian!"
"Ich habe Hunger." sagte Christian, als sie sich nach einer herzlichen Verabschiedung aus den privaten Räumen des Papstes entfernten. "Na dann gehen wir eben Essen. Pizza?" fragte Belia. "Jaaaaa, echte, italienische Pizza!" rief der Junge begeistert. Kurz darauf saßen sie in einem kleinen, gemütlichen Restaurant in Rom. "Geht es dir jetzt eigentlich wieder besser?" fragte er seinen Onkel immer noch etwas besorgt. "Danke, momentan geht es mir gut. Wir sind ja wieder aus dem Vatikan heraus und ich habe vorher im Petersdom wirklich echt gut wirkende Tropfen genommen, die gegen meine stressbedingten Kopf- und Magenschmerzen helfen." "Momentan? Heißt das, die Schmerzen kommen wieder zurück?" Der Höllenfürst nickte. "Ja, sie sind ja stressbedingt und... na ja da der Fall auch ziemlich persönlich ist und Selvi... " Christian nickte. Er hatte gestern mitbekommen, so wie er es verstanden hatte, dass seine Tante Selvaggia krank war und deshalb eine Weile nicht anwesend sein würde." Er nahm sich ein weiteres Stück Pizza und fragte: "Ist es doof ohne Tante Selvi?" Sein Onkel nickte. "Aber es ist notwendig, dass sie... eine Auszeit hat. Dein Adoptivgroßvater ist sicher, dass es ihr gut tun wird und es sind ja ein paar Engel mit Heilkräften da... Aber ich denke, sie wird es ganz gut schaffen und... hoffentlich ist sie rechtzeitig zum Kita-Sommerfest wieder da. Immerhin hat sie das mit organisiert... Und sie wäre sicher traurig, wenn sie nicht dabei sein könnte."
"Wie sieht es aus? Möchtest du wieder nach Hause, oder kommst du noch mit mir nach Norderney?" Christian strahlte ihn an. "Ich komme natürlich mit nach Norderney. Vielleicht hat ja Jasper Zeit und darf vorbeikommen." strahlte der Junge. "Genau. Ruf ihn dann einfach an und frag, ob er Lust hat mit uns auszureiten und anschließend könnt ihr ja etwas zusammen machen. Keine Ahnung was, aber ich bin mir sicher, da fällt euch etwas ein." Christian nickte begeistert und aß weiter. Jetzt schmeckte die leckere Pizza noch viel besser.
Nach dem Essen in dem Restaurant tauchte er gemeinsam mit Christian im Eingangsbereich seines Hauses auf Norderney auf. "Moin Mutti." rief er laut um die ältere Dame nicht mit seinem plötzlichen Erscheinen zu erschrecken. "Hallo Oma Ilse!" rief auch Christian. Er schnupperte und grinste. "Kekse! Oma Ilse bäckt ihre Butterkekse mit Kandis!" Aus der Küche erklang ein Lachen. "Dass du das riechst, Christian, ihr könnt auch gleich zum Testen kommen. Ich habe gerade das erste Blech rausgeholt." "Meine Güte! Du hast gerade eine Pizza verdrückt und warst satt!" sagte der Höllenfürst erstaunt zu seinem Neffen. "Onkel Lucian: Für Oma Ilses Kekse ist immer noch Platz!" erklärte der ihm grinsend. Er und Ilse lächelten einander an. "Ich hoffe es stört dich nicht, dass ich Christian mitgebracht habe. Wir wollten zusammen mit Jasper ausreiten und anschließend wollten die beiden Jungs bestimmt miteinander spielen."  Sie lächelte und legte ihr Strickzeug weg. "Natürlich nicht! Ich freue mich immer, wenn Kinder im Haus sind." antwortete sie und stand auf, um die beiden mit einer Umarmung zu begrüßen. "Wisst ihr was? Während ihr ausreitet, backe ich uns schnell einen leckeren Kuchen. Die letzten zwei Bleche Kekse backen noch zehn Minuten und dann kann ich einen schönen Rührkuchen hinterher schieben. Geh du schon mal in den Flur, über dem Telefon an der Pinnwand hängt die Nummer von Rasmus Rass. Ruf Jasper an, ob er kommen darf." schlug Ilse vor.
Als der Junge den Raum verlassen hatte wandte sie sich an ihren Sohn. "Was ist los? du siehst traurig aus, Lucian." meinte sie auch etwas bedrückt. Er erklärte ihr kurz die Situation mit Selvaggia und gab auch zu, dass ihm das Ganze schon recht naheging. Im nächsten Moment kam Christian wieder herein. "Jasper kommt in etwa zwanzig Minuten. Dann können wir gleich losreiten, ja Onkel Lucian?" rief er freudig. "Sicher." kam des Höllenfürsten knappe Antwort. Kurz darauf stellte Ilse ihm einen Pharisäer hin. "Danke." murmelte er und trank sofort einen Schluck.
Christian sprang auf, als es klingelte und ließ seinen Freund herein. "Moin, alle zusammen." rief er laut beim Betreten des Hauses. "Moin Jasper, setz dich und iss auch noch eine paar Kekse, bevor ihr ausreitet." begrüßte Ilse ihn herzlich. "Oh - danke. Zu deinen Keksen sage ich nicht nein. Kommst du dann mit Ausreiten, Lucian?" fragte Jasper. "Ja klar, deshalb bin ich doch auch hier und weil es ein schöner Ort ist, an dem ich immer willkommen bin." antwortete er und blickte dabei Ilse mit einem liebevollen Lächeln an. Diese erwiderte es ebenso liebevoll. "Na kommt ihr Beiden. Machen wir den Strand unsicher!" sagte Lucifer und stand auf, als er seinen Pharisäer getrunken hatte. "Viel Spaß, wenn ihr wiederkommt, dann gibt es einen leckeren Kuchen."
Die drei "Männer" hatten viel Spaß. Mit den beiden großen Jungs konnte er schon richtig um die Wette reiten, wobei er seinen Hengst schon etwas zügeln musste, dass er den Ponys nicht davonritt. Aber sie hatten jede Menge Spaß. Jasper zeigte dein beiden eine versteckte Stelle am Strand, der nicht von Tourismus genutzt wurde. Er stieg vom Pferd und lief ein paar Schritte. "Hier findest du besonders schöne Muscheln und Steine aus dem Meer. Die Flut trägt das dort hin. Wenn richtig Hochwasser ist, dann ist diese Bucht voll mit Wasser. Falls du eine Freundin hast, oder jemand anderem eine Freude machen willst ... eignet sich gut zum Basteln - Ketten machen ..." "Ich habe keine Freundin, die Kinder in meiner Schule sind alle doof. Aber vielleicht wäre das etwas für Lucas und Luciano, die können für Christina und Linnéa welche sammeln, oder Onkel Lucian?" fragte Christian seinen Lieblingsonkel. Dieser nickte. "Ja, das wäre möglich. Danke für den Tipp, Jasper."
Während die Jungs sich nach dem Kuchen essen an den Strand zurückzogen um ein wenig zu baden und zu reden, genoss Lucifer zusammen mit Ilse auf der Strandterrasse seinen bereits dritten Pharisäer. „Das ist richtig schön, mal wieder hier mit dir zu sitzen, Mutti. Wir haben die Lütten im Blick und auch sonst... und der Ausritt war auch sehr schön.“ sagte der Höllenfürst. Ilse lächelte. „Und das wo du gerade den Vatikan hinter dir hast... wobei Christian ja ganz schön beeindruckt war wegen der Audienz...“ Belial lachte. „Tja... nicht jeder Achtjährige kann sich mit einer Papstaudienz brüsten... das wird ihm hoffentlich an dieser katholischen Schule etwas Respekt verschaffen... irgendwie ist der Junge da nicht so glücklich... Vielleicht sollte ich mit Astaroth mal reden, damit er auf die Schule in Paris wechseln kann. Denn unsere Kinder können sie da nicht ignorieren – auch wenn die gleich ein, zwei Klassen überspringen und da sie wissen, dass er der – wenn auch adoptierte – Sohn eines Erzengels beider Seiten ist... werden sie da auch Respekt vor ihm haben...“
„Och, das wäre schön. Und zum Hausaufgaben machen können die Lütten immer gern kommen!“ Mit einem leisen Lachen legte Belial ihr seine Hand auf die Schulter. „Sag das nicht zu laut, du weißt genau, dass die ganze Rasselbande dann praktisch täglich bei dir einfallen wird!“  Sie lächelte. „Ich habe noch 49 Jahre mit euch – die will ich genießen!“ sagte die alte Frau mit einem Zwinkern. „Denn das erste Jahr mit euch war schon das Schönste bisher und eigentlich kann es nur immer besser werden, mein Junge!“ Der Höllenfürst zuckte zusammen als sie ihm in Erinnerung rief, dass sie – für einen Menschen zwar länger leben und rüstig bleiben würde – nur 50 Jahre zugestanden bekommen hatte. „Mutti... ich... weißt du, um die Freundschaft und die Liebe von Derek und Rachel musste ich kämpfen, oft auch um Kats... du bist die Erste die mich praktisch bedingungslos ins Herz geschlossen hat, von den Kleinen mal ganz abgesehen...“ Er blinzelte die Tränen weg, damit sie sie nicht bemerkte. Die alte Dame tätschelte seine Wange. „Ach, mien Jung! Ich habe so viel Zeit noch vor mir! So viele wunderbare Jahre! Da musst du nich’ um traurig sien, wenn ich mol nich mehr bin!“ sagte sie. Ein wenig verlegen sah er sie an, da ihm schon etwas peinlich war, dass sie seine unterdrückten Tränen doch bemerkt hatte. "Wie geht's deinem Magen?" Er lächelte. "Schon wirklich besser, Sandy ist ein ziemlich raffinierter... und da Kat immer merkt - genau wie du, Mutti - wenn es mir nicht so gut geht und er es wohl nicht so gut findet, wenn seine Lucia sich nicht gut fühlt wegen mir, hat er mir extra ein Mittel speziell angerührt... was explizit nur bei mir wirkt, weil ich Seraphim bin und es irgendwie auch gegen den Stress etwas hilft. Ich habe heute Morgen zwei Tropfen genommen und es ging mir fast augenblicklich besser."
Die alte Dame nickte. "Das ist ein feiner Zug von ihm. Ich finde, er passt ganz gut zu Kat..." Belial seufzte. "Ja, inzwischen bin ich auch zu der Erkenntnis gekommen. Er geht wundervoll und behutsam mit ihr um. Er hört ihr zu und ist nie ungeduldig oder ungehalten über die Kinder - und ich habe meine vier gerade bei den beiden gelassen wo Selvi im Himmel ist. Und Kats Geschwister sind auch da. also von daher... wobei ich sagen muss: Er ist wirklich unempfänglicher für den Charme von Christina-Luciana als ich." Zum Schluss grinste er. Ilse lachte. "Ich denke, deine Linnéa wird ihn irgendwann genauso um den Finger wickeln wie Christina-Luciana dich, mein Junge. Als ich ihn das letzte Mal mit ihr hier erlebt habe... also sie musste ja nur eine Bewegung machen und er hat automatisch geguckt ob alles in Ordnung ist! Und seine Kinder... ich glaub kaum, dass er da streng sein wird. Aber was ist mit Selvi? Oder willst du nicht darüber reden?"
Er seufzte. "Das ist gar nicht so einfach zu erklären, Mutti... Selvi glaubt ich mag ihre Renaissance-Kurven nicht. Und da die heutige Modeindustrie vorgaukelt, dass nur spindeldürre Bohnenstangen, so Bretter, vorn flach und hinten flach, schön sind, fühlt sie sich dick und hässlich und da haben Leute angesetzt die... sie hätten fast Linnéa getötet und Selvi unfruchtbar gemacht indem irgendwie ihre Eierstöcke abgestorben wären... Das zumindest hat die Untersuchung des Mittels ergeben, die Sandalephon und Jophiel durchgeführt haben..." Ilse keuchte entsetzt auf. Belial erzählte ihr den Rest der Geschichte.
"Aber wir haben es zum Glück noch rechtzeitig bemerkt und Selvi kann zum Glück weiterhin Kinder bekommen. Sie war selbst entsetzt deshalb, da sie ja dachte das Mittel hilft ihr beim Abnehmen. Jetzt ist sie im Himmel zur... ich weiß gar nicht genau wie ich es sagen soll... na jedenfalls wird sie dort sozusagen geläutert, es wird versucht ihr klar zu machen, dass sie nicht dick ist und sie mir genauso gefällt wie sie ist." Ilse nickte. "Selvi ist ja auch schön schlank, sie hat schöne weibliche Kurven finde ich." "Eben! Genau das versuche ich ihr auch immer klar zu machen. Welcher Mann will denn schon ein magersüchtiges Klappergestell? Ich kenne keinen." bestätigte er. Ilse lächelte. "Ich bin ja nur froh, dass Sandalephon für dich dieses Mittel entwickelt hat und vor allem, dass du es auch nimmst." Er lächelte ein weiteres Mal. "Es ist ja auch kein Stimmungsaufheller. Es ist lediglich ein Schmerzmittel, das auf mich abgestimmt ist und sowohl bei Kopf- und Magenschmerzen hilft. Dann kann ich es auch nehmen, wenn die Schmerzen zu schlimm werden, sprich wenn die Magenschmerzen beispielsweise in Krämpfe übergehen, denn das ist nicht aushalten."
"Ich hätte da eine Idee. Ich glaube ihr seid doch im Juli bei Kat und ihrem Freund in... Schottland?" Belial nickte. "Wenn Selvi zurückkommt, dann kann sie bestimmt etwas Entspannung gebrauchen und ich fände es schön, wenn ihr bist ihr nach Schottland geht hier wohnt. Ich denke das täte deiner lieben Frau bestimmt gut." schlug sie vor. "Ja, das fände ich auch toll. Ich denke mal das lässt sich einrichten, denn Selvi ist auch gerne hier auf der Insel und sie mag dich sehr und außerdem wohnt ja ihre beste Freundin jetzt auch hier. Ich komme auf jeden Fall her mit ihr - sie wird wohl nur an dem Kindergartenfest teilnehmen wollen, aber da bin ich ja auch, ich muss ja ein paar Worte sagen. Darüber muss ich mir auch noch Gedanken machen, was ich da sage. Vielleicht mach ich es einfach spontan - ist manchmal das Beste. Habe ich das letzte Mal auch so gemacht." Ilse lachte. "Das machst du schon, davon bin ich überzeugt. Darf ich vielleicht mit auf das Kindergartenfest? Ich war noch nie..." fragte sie. "Natürlich nehmen wir dich mit! Du bist doch die Oma für die Kinder. Das ist kein Problem. Du gehörst zur Familie und wir haben dich gern dabei." bestätigte er ihr. llse lächelte zufrieden. "Machst du mir bitte noch einen Pharisäer?" bat er und hob ihr die Tasse hin. Sie seufzte leise. "Du hast schon drei und dein Magen ..." Er räusperte sich. "Was mein Magen verträgt und was nicht bestimme ich! Zugegeben... er schmerzt ein wenig, aber es ist durchaus erträglich und ich möchte jetzt bitte einen weiteren Pharisäer! Solltest du mir keinen machen zaubere ich mir Kaffee mit Rum oder Whiskey. Es bringt also Nichts wenn du dich weigerst, liebe Mutti." sagte er streng, aber dennoch auch liebevoll. Seufzend griff sie nach seiner Tasse und lief in die Küche.
Er lehnte sich währenddessen in seinem Stuhl zurück und sah auf das Meer und die beiden Kinder die ihren Spaß beim Baden hatten. Plötzlich sah er durch die Augen von jemandem. Er war in einem dunklen Raum mit dreizehn Gestalten in blauen Kutten mit spitzen Kapuzen a la Ku-Klux-Klan durch die nur die Augen zu sehen waren und die an einem Tisch saßen. „Michael Bryce, du hast dich also auch von der verlogenen Kirche des Satansfreundes freigemacht?“ fragte die Gestalt am Kopfende. „Ja, das geht gar nicht was da abläuft!“ „Aber du hast mit der Luna-Foundation und diesem Dr. Rayne zusammengearbeitet und seine Kinder getauft!“ keifte eine Gestalt weiter unten am Tisch. „Das war bei diesem Fall mit den seltsamen Amuletten, ja! Aber da wusste noch keiner von uns was die Botschaft wirklich ist und natürlich habe ich die Kinder von einem – wie ich dachte – gläubigen Katholiken und Theologen getauft. Auch wenn mir das damals lachhaft vorkam, dass er angab, die Erzengel Gabriel und Raphael wären Taufpaten... und ob ich ein Problem hätte, dass ein weiterer Taufpate von der anderen Seite sei. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass es kein Witz war!“ Es folgten noch weitere Fragen. Der Höllenfürst fühlte die Anwesenheit Sandalephons in Michael Bryce’s Geist und hörte, wie der Seraphim dem Menschen hier und da die Antworten soufflierte.
Die Männer nickten irgendwann nachdenklich. „Gut, du hast dich dahingehend erklärt. Doch wie steht es mit den Minderwertigen? Wirst du dich auch da für unsere Sache einsetzen?“ fragte eine andere Gestalt. Angewidert erkannte Belial die Stimme des Metropoliten von Venedig, der immer noch Bischof war, obwohl ihm der Kardinalstitel zugestanden hätte. Emilio Marsiglianis Stimme klang schrill als er weiterredete: „Es ist unsere heilige Pflicht, die weiße Rasse rein vom Schmutz zu halten!“ „Natürlich. Auch ich bin der Ansicht, dass das viel besser ist. Vermischung ist nicht der richtige Weg.“ antwortete Michael Bryce aalglatt – wobei Belial nun auch Sandalephons Anwesenheit in dessen Geist bemerkte und auch wie der ihm die Antworten lancierte.
„Gut Bruder, dein Wahlspruch ist „Opus iustitiae Pax“ – Friede ist ein Werk der Gerechtigkeit – aber du wirst ihn ändern müssen, als Mitglied der „Kirche des lichten göttlichen Geistes“, denn dank Bruder Cordale, der dich in unseren Kreis geführt hat, hast du dich ja nun bekannt – zum wahren einzigen Glauben!“ sagte eine dritte Kapuzengestalt. „Cesare Petrucci!“ murmelte Belial über den Seraphimpfad in Sandalephons Gedanken, da er die Stimme erkannt hatte. „Deus semper maior – Gott ist immer größer.“ antwortete Michael Bryce spontan – wobei Sandalephon ihm die Idee gegeben hatte. „Ein guter Wahlspruch, Bruder! Ein wahres Wort! Du wirst nächsten Monat geweiht und bis dahin wirst du dich mit unseren Zielen und unseren überarbeiteten heiligen Schriften bekannt machen.“ „Natürlich, ich bin schon gespannt und kann es kaum erwarten.“ sagte Michael Bryce.
Kurz darauf erschien Ilse mit dem Pharisäer für ihren Sohn. Er lächelte dankbar und nahm einen Schluck des friesischen Getränks. "Verzeih mit bitte, wenn ich vorher zu... aggressiv war, ich wollte dich nicht..." Er wurde unterbrochen, da Sandalephon gemeinsam mit Michael Bryce erschien. Ilse nickte ihrem Sohn kurz kaum merklich zu. Dieser verstand, dass sie ihm nicht böse war und wirkte daraufhin erleichtert.
"Das ist Sandalephon, du hast ihn schon ein paar Mal kurz gesehen und das ist Michael Bryce. Er ist Bischof in San Francisco und ein Freund von Derek. Er hilft uns in diesem Fall." stellte er die beiden kurz vor. "Hallo die Herrschaften setzen Sie sich doch bitte. Was darf ich servieren, ebenfalls einen meiner Spezialpharisäer oder etwas Anderes?" Belial lachte schwach. "Ich glaube das ist keine gute Idee, Mutti. Du machst den beiden vielleicht besser einen normalen Pharisäer, wie man ihn hier auf der Insel den Touristen serviert. Es sei denn einer von euch beiden hat eine besondere Vorliebe für Rum oder verträgt besonders viel." Sandalephon nickte. "Die normale Mischung ist durchaus in Ordnung. Ich freue mich übrigens Sie mal näher kennen zu lernen, gnädige Frau. Es freut mich zu sehen, wie gut Sie meinem Bruder tun und wie wohl er sich hier fühlt. Deshalb dachte ich auch, ich komme mit Bischof Bryce hier her und wir können uns hier auf der Veranda diese Lehrschriften ansehen und uns besprechen, wenn es recht ist." erklärte er lächelnd.
"Natürlich, Familie und Freunde von Lucian sind mir immer willkommen! Und ich bin Ilse, und du, Kinners, nicht "Gnädige Frau" und Sie! Das schreibt euch mal gleich hinter die Ohren! Und ich bin froh, dass ihr die Besprechung hier machen wollt, denn wenn er heute schon arbeiten muss, dann in einem Umfeld wo er sich wohl fühlt. Ich mache euch schnell die Pharisäer und dann bereite ich das Abendessen vor. Lucian, du bleibst doch mit Christian zum Abendessen? Eigentlich dulde ich keinen Widerspruch. Ich rufe auch bei Jaspers Eltern an, ob auch er bleiben darf. Ihr zwei seid natürlich auch eingeladen. Eine kleine Stärkung während der Arbeit ist immer gut." sagte Ilse keck. Mit diesen Worten verließ sie die Veranda. Sandalephon rief ihr lachend hinterher: "Michael und ich nehmen die Einladung gern an, Ilse. Vielen Dank!" Michael Bryce grinste. "Ich mag deine "Mutti", Lucian." sagte er und breitete die Unterlagen auf dem Tisch auf.
Belial warf immer wieder einen Blick zu den beiden Kindern am Strand, während sie gemeinsam die Lehrschriften durchgingen. Sandalephon lächelte, als er dies bemerkte. Er stellte fest, dass er Lucifer wirklich mochte und bedauerte es fast ein wenig, ihn nicht schon früher näher kennen gelernt zu haben, zumal sie einiges gemeinsam hatten. Er war fest davon überzeugt, dass er sich längerfristig gut mit ihm verstehen würde und eine Freundschaft zu ihm aufbauen könne, schon allein wegen Kat, die darunter leiden würde, wenn sie sich nicht verstehen würden. Und er konnte sich auch sehr gut vorstellen, dass der Höllenfürst einmal Pate seines ersten Kindes wäre, denn genau darauf würde Kat bestehen, ebenso wie sie ihn eventuell als Trauzeugen wählen würde. Jedenfalls vermutete er das. Ilse lächelte ihn sehr freundlich, fast dankbar an, als sie ihm den Pharisäer servierte. Er verstand, dass dieses Lächeln als Dank galt, dass er etwas auf Lucifer achtete, wenn er mit ihm zusammen war und zeigte ihr mit einem höflichen Nicken, dass er verstanden hatte. Sie bedeutete ihm mit einer Geste, dass sie ihn nach der Besprechung noch kurz allein sprechen wollte und er zwinkerte ihr als Zeichen des Verstehens zu.
„Okay, das hier ist praktisch 1:1 das was Marsigliani verbreiten will. Während wir mit dir verbunden waren bei diesem Treffen haben wir beide seine Stimme erkannt. Er war der, der gefragt hat wie du zu den „Minderwertigen“ stehst. Und der Typ der dich aufforderte deinen Wahlspruch zu ändern, wenn, beziehungsweise weil du diesem Verein beitrittst war Cesare Petrucci – der ehemalige Camerlengo, der eigentlich in einem Kloster hocken und über den Diebstahl von Backoblaten...“ Michael Bryce räusperte sich bei diesem Wort des Höllenfürsten und zog eine Augenbraue hoch. Belial seufzte. „Ja... gut... Hostien und Resten von...“ ein weiteres Räuspern des Bischofs ließ den höllischen Botschafter grinsen als er fortfuhr: „...Irgendwem, gemeinhin in deinem Verein als Reliquien bezeichnet – bereuen sollte. Also vermute ich mal, dass der Abt des Klosters irgendwie mit drinhängt.“ Sandalephon nickte. „Denkbar. Was mir aber aufgefallen ist – und du hast sicher gemerkt, dass ich dafür gesorgt habe, dass du dir ihre Hände, die unbedeckt waren, genauer ansiehst um auf Krankheiten und ähnliches schließen zu können... und unbemerkt von den anderen habe ich durch dich auch... meine anderen Sinne etwas „spielen“ lassen. Der eine, etwas bullige Typ weiter unten am Tisch... der schwafelte von wegen „Körper als Tempel“ und so... der hat Anabolika-Missbrauch hinter sich was seine Organe nachhaltig geschädigt hat. Der ihm gegenüber ist fast blind und braucht eine Hornhaut-Transplantation. Sie alle sind mehr oder weniger auf menschliche „Ersatzteile“ angewiesen.“
„Wie abartig ist das denn? Das heißt, denen geht es um nichts Anderes als... als Unsterblichkeit und Rassismus?“ fragte der Bischof von San Francisco entsetzt. „Als ob du das nicht längst begriffen hättest! Glaubst du wirklich die hätten hehre Ziele – wie mich zu beseitigen, beispielsweise?“ fragte der Höllenfürst spöttisch. „Hat jemand von euch beiden noch eine Stimme erkannt?“ fragte Sandalephon. „Hm... ich bin mir nicht sicher... aber der eine, mit diesem seltsamen Näseln in der Stimme... das könnte einer der Bischöfe aus Irland sein, ich komme allerdings gerade nicht auf den Namen.“ meinte Michael Bryce nachdenklich. „Vielleicht der von Dublin? Immerhin hat Philip von komischen Messen in der dortigen Kathedrale berichtet.“ Warf Belial in die Runde. „Möglich... ich denke, da kann Philip sich auch mit Astaroth drum kümmern... Sonst noch Ideen? Ich habe nämlich einen Verdacht... wir konnten ja nicht all unsere Kräfte spielen lassen, weil wir dir dadurch geschadet hätten, Michael, aber durch Metatron habe ich damals einen... recht guten Eindruck von Kylian Empestrier bekommen... Cassandras Ex-Mann... ich glaube, der saß am untersten Ende des Tisches. Und er war mit der Einzige der gesund war... ihm geht es nicht um Organe für sich, ihm geht es um Organe allgemein die er reichen Kunden in den von ihm im Namen der blauen Kirche betriebenen Transplantationszentren einsetzen lassen kann... Marsigliani braucht beispielsweise Leber und Nieren, aber das heißt, Hornhäute, Herz und was sonst noch „verwertbar“ ist, kann man für jemand anderen nehmen... jemand der es entweder teuer bezahlen kann oder „nützlich“ ist und daher „dankbar“ Erfüllungsgehilfe wird.“
Belial lächelte diabolisch. „Ich glaube, wir sollten diesem Widerling mal einen Besuch abstatten... und ich glaube, Vater wird dieses Mal nicht wieder von: „…seine Zeit ist noch nicht gekommen...“ anfangen. Immerhin hat dieser Abschaum seine Schwiegertöchter und seine Enkel gefährdet!“ „Notfalls spreche ich ein ernstes Wort mit ihm. Immerhin war auch Lucia gefährdet!“ sagte Sandalephon ernst. „Und jetzt sollte ich dich besser nach Reno zurückschaffen wo dieses Treffen stattfand, bevor die was merken...“ wandte er sich dann an Michael Bryce. „Falls dir noch irgendwas einfällt, scheu dich nicht es uns mitzuteilen!“ gab Belial ihm mit auf den Weg. Der Bischof nickte, verabschiedete sich und wurde von Sandalephon nach Reno zurückgebracht in sein Hotelzimmer.
Danach erschien der Seraphim in der Küche wo Ilse werkelte. Belial saß noch auf der Veranda. „Du wolltest mit mir reden, Ilse?“ fragte er leise. Die ältere Frau lächelte. „Ja, ich wollt dir für die Tropfen danken, die du Lucian gegeben hast und die du extra für ihn gemacht hast...“ Sandalephon lächelte „Gern geschehen. Lucifer ist mein Bruder, der Lieblingsonkel meiner mir von Vater anvertrauten Gemahlin und er ist mir in vielem sehr ähnlich, Ilse.“ „Kannst du mir... ein Fläschchen geben? Falls er seine vergisst und hier Magenschmerzen bekommt?“ Sandalephon sah sie nachdenklich an. „Ja, wenn du mir versprichst ihm die nicht ohne Rücksprache mit ihm zu geben. Die sind auf ihn abgestimmt und wirken in kleinster Dosierung. Frag ihn vorher ob er schon welche genommen hat, denn sonst schaden sie ihm!“ Ilse nickte. „Und... ich wollte fragen... würdest du das hinkriegen... also er trinkt ja gern... Pharisäer... den Rum... dass der schmeckt wie Rum aber keinen Alkohol...? Sandalephon lächelte die verlegene ältere Dame aufmunternd an. „Das wäre eventuell möglich, aber ganz ehrlich, Ilse, das ist nicht notwendig. Alkohol schadet ihm nicht. Im Zusammenspiel mit Stress bekommt er davon höchstens Magen- und Kopfschmerzen und dagegen helfen die Tropfen. Drei pro Tag sind das Maximum und die wird er selten schon voll ausgeschöpft haben.“ llse nickte. "Ist gut. Ich werde immer fragen ob er die Tropfen schon genommen hat, wenn ich merke, dass er Schmerzen hat..."
Sandalephon lächelte und ließ ein Fläschchen in seiner Hand erscheinen. "Da ist dein Fläschchen, Ilse." "Danke." "Und falls du Bedenken wegen des Alkohols hast... ich kann ja mal schauen inwieweit wir da ein wenig... manipulieren können, damit Lucifer sein gewohntes Geschmacks- und vielleicht auch "Rauscherlebnis" hat ohne an Folgen denken zu müssen. Was ich aber eventuell nur machen würde, wenn er sich mal wieder aus Frust oder so - gnadenlos betrinkt. Ein paar Pharisäer am Tag, oder anderes verträgt er schon. Den Kater am nächsten Tag kann er auch mit den Tropfen bekämpfen, wenn die Kopfschmerzen oder die Übelkeit auf Grund des Alkohols zu stark werden. Und er kann zum größten Teil selbst bestimmen, wie viel Magendrücken er in Kauf nimmt."
In diesem Moment klingelte es. Ilse entschuldigte sich bei Sandalephon und öffnete die Tür. Henrik Rass und sein Bruder Rasmus standen mit Pastor Bente und einem anderen Insulaner vor der Tür. „Ist Lucian da, Ilse?“ fragte der Tierarzt der Insel wütend. „Ja, wieso? Was hat mein Junge gemacht?“ „Er nichts, nur Jansen hier... er will nicht „neben dem Teufel“ wohnen und hat sein Haus an so einen reichen Schnösel verkauft der hier bestimmt eine Nobelhotelanlage hinpflastern will!“ schnaubte Rasmus Rass.
In diesem Moment schlenderte der Höllenfürst in den Flur – auch er hatte die Klingel und die Aufregung mitbekommen. „Was geht hier vor sich?“ fragte er. „Ich denke, wir gehen erstmal in die Küche und ich koche Kaffee und Tee und dann beruhigt ihr euch alle bevor ihr weiterredet!“ sagte Ilse energisch. Jansen sah ängstlich Belial an. „Wer bin ich, Mutti, dass ich widerspreche. Ich weiß, dass es heißt: Gesetz Nummer eins: Mutti hat immer recht, Gesetz Nummer zwei: Hat Mutti mal nicht recht, gilt automatisch Gesetz Nummer eins.“ sagte der Höllenfürst schmunzelnd zu der alten Dame, dann sah er Sandalephon an und nickte ihm zu. „Schön, dass du noch auf einen Pharisäer vorbeigekommen bist, Bruder.“ Ilse scheuchte alle in die Küche. Jansen setzte sich in die am weitesten entfernte Ecke.
„Übrigens Ilse: Michael lässt sich entschuldigen – wegen des Abendessens... er wollte nicht, dass seine Abwesenheit auffällt.“ informierte Sandalephon die „Hausherrin“. Die nickte. „Aber du bleibst doch, Junge?“ Der Seraphim grinste. „Na klar!“
„So, Jansen, nun spuck es aus! An was für einen Immobilienhai hast du deine Hütte verschachert?“ wollte Rasmus Rass wissen. Zitternd reichte der Mann ihm die Unterlagen. „D.P.-McNeal Estate?“ las Henrik Rass angewidert. Sandalephon lächelte leicht. „McNeal? Da klingelt ein Glöckchen bei mir...“ meinte Belial. „D.P. steht nicht zufällig für Dale-Ponte?“ fragte er und sah Sandalephon an, der mit den Schultern zuckte. „Zufällig doch... ich hoffe es stört dich nicht, wenn Lucia und ich in Zukunft auch ein Häuschen auf der Insel haben... und wo Herr Jansen solche Angst vor dir hat... na ja... jetzt hat er eine Wohnung in der Nähe von Norddeich...“ Belial grinste. „Henrik, Rasmus, lasst diesen Idioten auf das Festland ziehen. Ich bin mit dem neuen Eigentümer des Jansen-Hauses voll zufrieden: Meine Patentochter und ihr Mann sind angenehme Nachbarn und passen hierher!“ Er wandte sich an den zitternden Mann: „Und du: Verschwinde! Aber schnell! Und komm nie wieder auf die Insel, denn hier brauchen wir keine Feiglinge die meinen sie müssten mich fürchten!“ Hastig nickte der Mann, sprang auf und stolperte eilig davon.
„Und Sie wollen das Jansen-Haus wirklich nicht abreißen und ein Hotel bauen?“ fragte Rasmus Rass misstrauisch. Sandalephon schüttelte den Kopf. „Erstens würde ich Lucifer das nicht antun, zweitens meiner Frau nicht. Norderney hat mit mir einen zweiten... recht vermögenden Bewohner und die Hotel- und Ferienzimmer reichen. Wir sollten es mit dem Tourismus nicht übertreiben. Falls es zu Engpässen kommt, dann können Lucifer und ich das auffangen. Norderney ist nicht mehr so abhängig von Tourismus, Herr Rass. Wir können das hier zu einer schönen, friedlichen Insel machen – mit eigener Elite-Schule mit Hochbegabtenförderung und auf neustem Stand, vielleicht ein Internat damit es sich rentiert, dass hier die Kinder von der ersten Klasse bis zum Abitur bleiben können... Ehrlich gesagt... es kann nicht schaden hier auf der Insel den Nachwuchs für unsere weltweit verzweigten Unternehmen aufzubauen...“ Verblüfft sah Belial Sandalephon an. „Du hast ja schon weitreichende Pläne...“ „Nur welche, die beiden Seiten – uns und den Insulanern – zum Vorteil gereichen. Wir sorgen für Ausbildung und Jobs, die Insulaner akzeptieren uns: Dich, Hagiel, mich – in ihrer Mitte. Das ist ein gegenseitiges... Abkommen.“ „Das heißt, unsere Kinder müssten eventuell nicht mehr auf das Festland, wenn sie auf die höheren Schulen kommen?“ fragte Hendrik Rass.
Belial nickte nachdenklich. „Das wäre vielleicht gar nicht schlecht... immerhin hält Vater auch seine Hand über die Insel... und unsere Kinder werden hier sicher sein – ähnlich sicher wie in Paris...“ Sandalephon lächelte. „Ja... wahrscheinlich sogar sicherer... immerhin können wir mit Vaters Einverständnis den Zugang zu Norderney ähnlich... einschränken wie Derek und du den nach Angel Island... Und die Schule... wäre für Inselkinder und Hochbegabte... und die Inselkinder sind hochbegabt... wenn wir uns darum – mit Vaters Erlaubnis kümmern dürfen... Jasper will Tierarzt werden... ich würde das Studium finanzieren... Die Tierärztliche Hochschule in Hannover ist sehr gut... und jedes der Inselkinder hätte umgehend einen Arbeitsplatz, einen hochdotierten Arbeitsplatz... und man könnte auch ein Portalsystem installieren: Sie könnten hier leben und auf der ganzen Welt arbeiten...“
"Das könnt ihr später besprechen! Ich decke jetzt den Tisch für das Abendessen. Rasmus, Hendrik, Herr Pastor, ihr bleibt?" "Aber natürlich, gern, Ilse." antwortete der Tierarzt, sein Bruder nickte und auch der Pastor nahm die Einladung dankend an. Sie halfen der alten Dame beim Tischdecken, dann rief Belial Christian und Jasper hinein. "Wird Kat dich nicht vermissen, Sandalephon?" fragte Ilse. "Die ist mit Lucifers Quartett und ihren Geschwistern auf Angel Island. Wir treffen uns nachher im Chateau und besprechen was wir die nächsten Tage mit den Kindern unternehmen." "Was habt ihr denn vor?" fragte der Höllenfürst. "Den Kindern hat der Parc Asterix gut gefallen... vielleicht schauen wir mal einen anderen Freizeitpark an..." "Oh, dürfen Jasper und ich dann auch mitkommen, Onkel Sam?" fragte Christian begeistert. Sandalephon lächelte. "Ich glaube das lässt sich machen. Mit deinen Eltern kann ich das klären, mit Astaroth ja via Seraphim-Pfad... und an sich überredet sie oder er deinen Vater Philip ja recht gut... bei Jasper muss ich allerdings seinen Vater fragen...?" Rasmus Rass nickte. "Ja, passt schon... in der Schule kann ich ihn entschuldigen - wegen Familienangelegenheit oder so..." meinte er belustigt. Jasper grinste. "Cool! Danke Papa!" "Kommst du auch mit, Onkel Lucian?" fragte Christian. Der Höllenfürst seufzte. "Ich war in diesem Parc Asterix mit... das muss ich nicht unbedingt nochmal haben. Freizeitparks muntern mich nicht wirklich auf, Christian. Es war zwar nett, aber hat mich nicht vom Hocker gerissen. Sandalephon und Kat sind da noch jünger... und... hm..." Sandalephon lachte laut auf. "Jünger? Oh ja, ein paar Minuten vielleicht. Du spielst nur zu gern den Grießgram. Und du hast den Tag mit den Kindern genossen - mehr als du zugeben willst!" "Ich muss mich auch mal wieder um meine Geschäfte kümmern!" erwiderte der Höllenfürst. Sandalephon grinste und schüttelte den Kopf. "Typisch Lucifer..."
Später verabschiedeten sich alle von Ilse - nur der Höllenfürst blieb. Sandalephon nahm Ilse in den Arm, beugte sich zu ihr hinunter und flüsterte in ihr Ohr: "Ich habe dir die Nummer von Jophiel in meinem Labor in Johannesburg aufgeschrieben. Du findest sie in der Tasche der Küchenschürze. Falls du neue Tropfen brauchst, weil Lucifer zu stolz ist zu fragen - ein Anruf genügt und du kannst ihm ein neues Fläschchen in die Hand drücken. Und wir wissen beide, dass er verdammt stolz ist und nie selbst fragen würde. Ich verlasse mich da auf dich, Ilse. Und danke, dass du auf meinen großen Bruder so Acht gibst und ihm mütterliche Wärme und Trost spendest, gerade jetzt, wo er beides mehr denn je braucht. Und wegen des Alkohols - ich mach mir Gedanken, wenn dir das so zu schaffen macht - aber ich sag mal so: Du kannst ihm ruhig seinen fünften Pharisäer machen. Das schadet ihm nichts. Und du kannst einen Tropfen rein tun - vorbeugend... Er hat heute das Medikament zwar schon genommen... aber ich habe ihm drei Tropfen als Maximum genannt. Absolutes Maximum sind fünf. Lass ihn das aber nicht wissen." "Danke, Junge." murmelte Ilse. Mit einem galanten Handkuss verabschiedete er sich.
Kat und die sechs Kleinen erwarteten ihn bereits. Sandalephon zog Kat in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich. Hinter ihnen kicherten die fünf älteren Kinder. "Habe ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe, meine süße Lucia?" fragte er zärtlich über ihren privaten Pfad. "Jetzt ja..." antwortete Kat ihm genauso. "Und ich habe ein Hochzeitsgeschenk für dich gekauft... ein Haus... bisher hast du von mir ja noch nichts bekommen." "Wir haben noch nicht mal richtig geheiratet und du schenkst mir was zur Hochzeit? Und dann gleich sowas großes? Du hast doch genug Häuser und... ach, Sandy, was soll das? Was soll ich mit einem Haus irgendwo wo ich sowieso selten bin?" sagte sie seufzend. "Na gut, ich kann es ja wieder verkaufen - ich dachte nur, wenn wir auf Norderney sind müssen wir dann nicht immer Hagiel und Mathilde oder Lucifer und Selvaggia und Ilse fragen ob wir zu ihnen kommen können." Sie lächelte ihn strahlend an. "Du hast ein Haus auf Norderney gekauft? Für mich?" Er nickte. Sie küsste ihn stürmisch. "Auf Norderney ist was Anderes. Ich habe schon gedacht irgendwas so Schickimickihaftes in irgendeinem abgelegenen Teil der Welt." Er lachte. "Manche würden Norderney für recht abgelegen von der Welt halten, cor meum. Nächste Woche sind Jansens in ihre neue Wohnung auf dem Festland umgezogen und dann lasse ich das Haus renovieren und wir müssen uns nach einem Innenarchitekten umsehen. Am besten frage ich Lucifer wer die Räume in seinem - und Ilses - Haus eingerichtet hat, der Stil gefällt mir nämlich und ich denke, dir auch." Kat nickte. "Tut er, aber du brauchst ihn nicht fragen denn wer das war, kann ich dir sagen: Freya Rass, die Tante von Jasper, die Frau vom Tierarzt. Die ist Innenarchitektin und durch Onkel Lucifer ist sie richtig gut im Geschäft. Aber ich denke, wenn ich sie frage, lehnt sie auch den einen oder anderen Auftrag ab oder vertröstet den einen oder anderen Kunden..."
Als nächstes verabschiedeten sich auch die anderen Gäste auf Norderney. "Ich habe mit Astaroth geredet. Christian darf morgen mit uns in den Park gehen und du kannst ihm ausrichten, dass er noch eine Nacht bei dir übernachten darf. Ich hole ihn, oder vielleicht doch euch beide morgen ab. Überleg es dir, die Kinder, so wie Kat und ich würden uns sehr freuen und dir täte es auch besser als dich in Arbeit zu verkriechen." hörte er Sandalephon in Gedanken sagen. Er seufzte. "Christian, du darfst morgen mit in den Park gehen und darfst die Nacht noch bei mir bleiben, wenn du möchtest und Oma Ilse nichts dagegen hat, dann schlafen wir heute Nacht hier." Christian strahlte. Ilse grinste. "Ach mein Junge, warum sollte ich denn etwas dagegen haben, wenn eines der Kinder hier übernachten möchte. Sie sind für mich doch alle meine Enkel."
Nach dem Abendessen machten es sich die drei vor dem Fernseher bequem. Sie schauten mit Christian zusammen Cars & Cars 2 an. Selbst Lucifer gestand sich ein, dass der Film ganz nett war, er gefiel im besser wie Asterix oder so ein kitschiger Märchenfilm, in dem immer gesungen wurde. Als Christian schließlich schlafen ging machte Ilse noch jeweils einen Pharisäer für beide. "Und willst du morgen nicht doch mit in den Park gehen? Gib doch zu, dass du Spaß hast, wenn du etwas mit den Kindern unternimmst. Arbeiten kannst du danach immer noch, wenn du wirklich so dringende Geschäfte hast. Und du kannst auch gerne hier arbeiten. Auf der Strandterrasse arbeitet es sich im Sommer doch eh besser. Und ... sagen wir mal... du gehst morgen Vormittag mit in den Park, anschließend kommst du wieder hier her - ihr alle. Dieser nette junge Mann der heute da war, der Verlobte von Kat, deiner Patentochter, ich mag Kat sehr, sie ist ein liebes Mädchen. Und die ganze Rasselbande lade ich alle zum Essen ein nach dem Park. Und du wohnst dann bitte hier solange Selvi noch weg ist. Ich möchte nicht, dass du alleine bist. Denn ich merke, dass du deine Frau sehr vermisst. Und wie du vorher schon sagtest: "Gesetz Nummer eins: Mutti hat immer recht, Gesetz Nummer zwei: Hat Mutti mal nicht recht, gilt automatisch Gesetz Nummer eins.“ Und Mutti sagt du wohnst ab sofort hier und dann auch eine Weile mit Selvi, wenn sie wieder kommt um ihr noch etwas Entspannung zu gönnen - sowie Zeit miteinander für euch beide. Also teile Sandalephon bitte mit, dass du morgen mitgehst und alle anschließend zum Essen hier sind!" sagte sie liebevoll, befehlend.
Er lächelte. „Aye aye, Mutti.“ sagte er amüsiert und nippte an seinem Pharisäer. Er wandte sich an Sandalephon. „Für welchen Park habt ihr euch denn entschieden?“ „Für den Parc Le Pal. Der ist sehr nett. Es gibt dort auch eine Art Zoo. Wir werden zwar bei den Kindern wegen der Größe bei den meisten Attraktionen „nachhelfen“ müssen, aber ich glaube, wir drei Erwachsenen kriegen das in den Griff – wobei... Will Ilse nicht auch einfach mitkommen? Du weißt, die Kinder lieben sie über alles und würden sich sicher freuen – und Kat und ich hätten sie gern dabei.“ Belial schmunzelte. „Mutti wollte euch alle zum Abendessen einladen – die Kinder, euch zwei...“ „Sag ihr: Gern ein anderes Mal, aber wir würden uns freuen, wenn sie mitkommt und am Abend grillen wir im Chateau und sie übernachtet bei uns an der Loire und dann könnt ihr übermorgen zurück nach Norderney.“
„Ich muss mich wirklich um Geschäfte kümmern. Morgen erwarte ich zwei dringende Anrufe wegen einer Firma die ich übernehmen will.“ „Würdest du mir zutrauen das an mein Sekretariat weiterzugeben und das meine Rechtsabteilung für dich regeln zu lassen? Ich vermute es geht um den Maschinenbau-Zweig von Dubois International? Der Firma von Juliel...?“ Belial seufzte. „Woher weißt du das denn schon wieder?“ „Weil ich auch dran interessiert bin – oder war. Ich gönne es dir diesen kleinen Schnösel – wenn er jemals wieder menschlich sein wird – an den Bettelstab zu bringen. Tätest du es nicht wäre es mir ein Vergnügen!“ antwortete Sandalephon. „Na gut – ich frag Mutti und mache ihr den Vorschlag - und teile dir mit was sie sagt.“ „Prima wir freuen uns – und liebe Grüße von den Kindern an ihre Oma und von Kat und mir.“ „Sind die Kinder noch nicht im Bett?!“ wollte der Höllenfürst nach Luft schnappend wissen. „Ach Lucifer, ich bin nicht immer so... ähm... hartherzig... die fünf Großen gucken gerade „Ich – einfach unverbesserlich“ 1 und 2 und haben ihren Spaß. Maurice, mein Koch hier ist total begeistert von den Kindern und hat vorhin mit ihnen und Kat Erdbeer-, Schokoladen- und Karamell-Popcorn und Pfirsich-Eistee gemacht und sitzt jetzt mit den Kindern im schlosseigenen Kino was ich mir habe einbauen lassen und guckt die Filme mit ihnen. Er ist ein absoluter Fan von den Minions. Ich höre ihn mit den Kindern und Kat lachen.“ Der Höllenfürst schnaubte.
„Mutti, Sandalephon meinte, du sollst morgen mit uns in den Parc Le Pal kommen – so einen Freizeitpark – und danach wird bei ihm an der Loire gegrillt, von seinem Schicki-Micki-Koch, der gerade mit den Kindern und Kat Filme guckt und vorhin mit ihnen Popcorn und Eistee dafür zubereitet hat. Die Einladung von dir würde er gern verschieben. Er meint, die Kinder würden sich alle freuen, wenn du auch mitkommst und ich soll von Kat und ihm und den Kindern grüßen.“
"Ich alte Schachtel in einem Freizeitpark? Was soll ich denn da? Mich bringt bestimmt keiner in so ein Höllenfahrgeschäft! Das ist nichts mehr für mich! Das überlasse ich lieber euch jungen Leuten und euren Kindern." Ihr Sohn reagierte gereizt. " Erstens: gibt es da laut Sandy auch einen kleinen Zoo. Zweitens: Musst du ja nix fahren. Ich fahre auch nur Achterbahnen oder Wasserbahnen, aber nix was im Kreis geht, das hält mein Magen nicht aus. Drittens: Ich wurde auch genötigt mitzugehen. Wenn ich gehe, gehst du jetzt gefälligst auch mit!" "Wie redest du denn mit mir, Lümmel?" entgegnete die alte Dame. Lucifer sah sie verblüfft an, dann lachte er laut auf. "Lümmel? Mutti du bist unschlagbar! Aber mal ehrlich: Du bezeichnest dich als "alte Schachtel" und bist gegen mich in Wahrheit ein junger Hüpfer! Das sollte dir klar sein! Und außerdem: Manchmal hab’ ich auch recht und ich würde mich wirklich freuen - genau wie die Kinder, wenn du mitkommst." Sie schluckte. Nach einer Weile brach sie das Schweigen. "Na dann hab’ ich ja keine andere Wahl als mit zu kommen, auch wenn ich nicht gerade davon überzeugt bin. Und es tut mir leid, dass ich dich gerade als Lümmel bezeichnet hab. Das ist mir wegen deiner plötzlichen Aggressivität mir gegenüber so rausgerutscht." Er seufzte. "Dito! Ich war wohl auch etwas zu aggressiv, aber... du weißt was mich im Moment belastet und ich bin nun mal manchmal schnell reizbar, sowas darfst du mir nicht übelnehmen." Er trank den letzten Schluck des Pharisäers aus, stand auf lief zu Ilse die ihm gegenübersaß und kniete sich neben sie auf den Boden um sie in den Arm zu nehmen, da es für ihn wegen seiner Größe so für ihn einfacher war. "Und jetzt sollten wir schlafen gehen, dass wir morgen rechtzeitig aufstehen und für Christian und dich noch ein ordentliches Frühstück machen können. Und ich bin müde und etwas geschafft. Ich glaube Vater hat das Schlafbedürfnis für mich ganz schön erweitert." seufzte er und gähnte.
"Ja mein Sohn, da du dir sonst keine Ruhe gönnst bleibt das Schlafbedürfnis für dich bestehen solange Selvaggia hier ist." bekam er die Bestätigung von oben, als die Stimme seines Vaters ertönte. "Auch egal, damit kann ich leben." murmelte er. "Gute Nacht, Mutti. Schlaf gut, bis morgen früh." sagte er wieder freundlicher, gab ihr einen Kuss auf die Wange und verließ den Raum um sich in sein Schlafzimmer zu begeben.
Sandalephon und Kat erschienen mit den Kindern am Park, während Lucifer mit Christian, Jasper und Ilse eintraf. „Oma Ilse! Christian! Jasper! Papa! Onkel Lucifer!“ riefen die Kinder begeistert durcheinander. Ilse errötete. „Ach Kinners, was wollt ihr in so einem Park mit einer alten Frau wie mir?“ sagte sie lächelnd. Luciano stemmte die Hände in die Hüften. „Oma, du bist nicht alt! Das würde Großvater gar nicht zulassen! Mama und Papa sind älter als du! Und du sollst mit uns Spaß haben! Sandalephon hat uns den Plan vom Park gezeigt, Oma und es gibt auch eine Monorail-Bahn, das ist ganz ruhig. Und es gibt auch andere schöne Sachen! Komm schon! Und Maurice, Sandalephons Koch, hat uns ein ganz tolles Picknick gemacht. Wir haben sogar geholfen es zuzubereiten.“
Sandalephon umarmte Ilse. „Schön, dass du mitkommst. Genieß einfach den Tag. Danke für die Einladung, aber Heute bist du Lucias und mein Gast. Deine Gastfreundschaft werden wir in Anspruch nehmen müssen, wenn das Jansen-Haus umgebaut wird. Dann werden wir sicher öfter auf Norderney sein. Und... ich möchte nächstes Jahr den Zustand der für alle so erscheinenden „wilden Ehe“ mit meinem Liebling beenden und sie auf der Insel heiraten... Mal sehen ob ich den Berliner Patriarchen oder gleich den Papst frage ob er uns mit Maria in einer ökumenischen Zeremonie traut... Ich hätte dich übrigens gern als Trauzeugin, Ilse.“ Gerührt tätschelte sie ihm die Wange. „Das... da würde ich mich freuen, würd ich mich... und nun lasst uns gehen!“ Kat hakte sich bei Ilse unter und gemeinsam betraten sie den Park. „Erst die Fahrgeschäfte oder erst der Zoo?“ fragte Sandalephon. „Der Zoo. Ich denke Ilse wird bei den Fahrgeschäften eher sitzen können um mit mir oder einem von uns zu warten... und mit Linnéa.“ bestimmte Belial und hakte sich an ihrer anderen Seite ein. Kat grinste. „Ilse kann überall sitzen. Mein Schatz hat extra einen Klapphocker für sie dabei.“ Sie wandte sich an Linnéa, die in ihrer Babykarre saß. „Oder, Spätzchen? Wir haben uns doch alle auf Oma Ilse gefreut.“ Das kleine Mädchen strahlte seine Großmutter an. „Oma!“ krähte sie und streckte Ilse die Ärmchen entgegen. Lächelnd nahm die das Nesthäkchen auf den Arm.
„Wir kommen zuerst zu den Schimpansen, Oma!“ informierte Luciano sie begeistert. „Und dann zu den Dscheladas, das sind Blutbrust-Paviane. Ich habe gestern mit Sam geguckt was wir für einen Weg nehmen.“ „Na dann, solche Affen habe ich noch nie gesehen!“ antwortete seine Oma lächelnd. Der Weg durch den Zoo war recht lang, trotzdem hatten alle viel Freude daran. Bei den Seelöwen wurde es allerdings Christina-Luciana zu langweilig, zumal die ersten Fahrgeschäfte in Sichtweite waren, doch Luciano ließ sich nicht beirren. „Nein, ich will die Seehunde und den Schneeleoparden und die Ibisse und den eurasischen Luchs sehen und auch die Eulen! Und die Raubvogel-Show!“ bestimmte er. „Und der Weg endet praktisch wieder am Eingang und da können wir die Eisenbahn nehmen die uns zu den Karussells fährt!“ „Ich finde das echt toll. Die Tiere sind voll interessant. Wusstest du, dass ein Schwanenpaar treu ist und sein Lebtag zusammenbleibt?“ fragte Jasper sie. „Ist mir doch egal! Doofe Schwäne, blöde Tiere. Voll langweilig!“ nuschelte sie. Etwas eingeschnappt schlich die Kleine ihrem Freund hinterher. Ilse grinste Belial an, der sichtlich amüsiert war, angesichts dessen, dass seine kleine, oft zickige Patentochter auf ihren Freund, seinen Ältesten, hörte.
Irgendwann kamen sie an der Bahnstation an. „Ich glaube, jetzt ist Zeit für das Picknick, oder? Wir fahren wohl gleich mal zum Picknickplatz durch und genießen das schöne Wetter. Was meint ihr?“ schlug Kat vor. „Ich will aber endlich Karussell fahren!“ nörgelte ihre kleine Schwester. „Ich hätte jetzt gern was zu essen, Liebes, du nicht?“ fragte Ilse. „Ich... na ja... schon, aber...“ „Wir haben doch noch genug Zeit, kleine Motte und mal ganz ehrlich... eigentlich hatten dein Onkel und ich vor... nun ja... bei einigen Sachen für die ihr noch nicht groß genug seid... etwas nachzuhelfen... aber nur, wenn wir uns nicht über euch ärgern müssen!“ sagte Sandalephon energisch. Sofort strahlte das kleine Mädchen. „Ich darf wirklich mit den Sachen für Große fahren?“ fragte sie ihren Lieblingsonkel. Der schmunzelte. „Joah... unter der Bedingung die Sandy dir eben genannt hat.“ „Dann bin ich jetzt total lieb – absolut vorzeigelieb!“ sagte sie strahlend.
Am Picknickplatz angekommen bereitete Sandalephon mit Kat, Jasper und Christian das Picknick vor. „Du hast noch gar nicht so viel gesagt, Großer, was ist los?“ fragte die junge Frau ihren „Neffen“. Der zuckte die Schultern. „Na komm, was ist?“ „Na ja... ist irgendwie anders mit euch allen... sonst war ich ja immer mit Onkel Lucian allein unterwegs... in Irland und so... das hier mit euch und den Kleinen ist anders...“ – dabei warf er allerdings einen Blick zu dem zweiten Seraph – Kats Verlobtem. Sofort war Sandalephon an seiner Seite. „Liegt es an mir? Hör mal, Christian, ich weiß, dass ich dir immer ein wenig... hm... unheimlich? Ist das passend?“ Der Junge nickte und sah beschämt zu Boden. „Also gut, unheimlich war. Aber ist es wirklich so schlimm?“ Christian schüttelte verlegen den Kopf. „Ich bin nicht viel anders als dein Lieblingsonkel. Hier und da vielleicht strenger, ja, aber ich bin auch weniger reizbar als Lucifer.“ Er zwinkerte dem Jungen aufmunternd zu. Christian lächelte scheu. „Okay... ich meine... seit du mit Kat... also du bist schon netter als damals als du mir was beigebracht hast... als ich dumm war und...“ „Du bist nie dumm gewesen, Christian! Du bist nur vernachlässigt worden und warst nicht entsprechend deiner Intelligenz gefördert. Du bist ein sehr kluger Junge, ein sehr empathischer Junge, der sehr viel mehr mitbekommt als er manchmal sollte und weißt du, dass ich dich auch sehr mag? Weißt du, dein Onkel Lucifer lässt nur sehr wenige nah an sich heran... die Raynes, klar, Hagiel durch Mathilde, seine Kinder und Selvaggia, natürlich. Ilse und du, Christian, ihr habt es geschafft seinen Panzer zu durchdringen, ganz still und heimlich, und das ist eine Meisterleistung.“
„Was ist eigentlich mit Tante Selvaggia? Wieso ist die bei Großvater? Oder darf ich das nicht wissen? Weil... ich frag nur, Onkel Lucian vermisst sie ganz doll.“ Sandalephon lächelte ein wenig traurig. „Doch... ich erzähl es dir. Nimm dir ein Sandwich und ein Glas Eistee und dann gehen wir etwas spazieren.“ Christian gehorchte und folgte Sandalephon, der Kat mental beruhigte. „Weißt du,“ begann er. „Es gibt momentan eine ganz gemeine Organisation, die sich selbst als Kirche bezeichnet, aber in Wirklichkeit ganz schreckliche Dinge tun will und schon tut.“ Er berichtete fast nüchtern über die Pläne und schloss mit: „Darum hat dein Großvater beschlossen, deine Tante erst einmal im Himmel zu behalten, damit sie wieder gesund wird und dieses Gift nicht mehr nimmt. Und natürlich macht sich dein Onkel Lucifer Sorgen um seine Frau. Du weißt doch, wie lieb er sie hat.“ „Aber Tante Selvi ist doch auf ihre Weise so hübsch wie Mama Astarte! Wie können diese Idioten ihr nur sagen sie sei zu dick?!“ fragte er empört. „Das kann ich dir nicht beantworten. Aber vielleicht sagst du ihr mal, dass du sie auch so hübsch wie deine Mama findest, Großer. Das schmeichelt sicher ihrem Ego.“ meinte Sandalephon mit einem Zwinkern. Christian nickte. "Danke, dass du mir das erklärt hast, Onkel... ähm... Sam." Sie kehrten zu den anderen zurück und hörten, wie Luciano und Jasper sich begeistert über die gerade gesehenen Tiere unterhielten.
Das kleine Flugzeug-Karussell quittierte Christina-Luciana mit einem verächtlichen Schnauben, während selbst Christian und Jasper eine Runde mitfuhren. „Und wenn es nur ist um deine Schwester zu ärgern.“ flüsterte Jasper, der Älteste unter den Kindern, Lucas-Lucian zu. Allerdings fuhren sie alle mit den „Magic Cups“. Sandalephon und Kat warteten mit ihrer kleinen Patentochter am Rand. Lachend stieg Ilse an Belials Hand aus dem Karussell. „Das war an sich ganz lustig.“ meinte sie sichtlich begeistert. Ebenso fuhr sie mit dem „Adventurer’s Train“ und war angetan von den verschiedenen Landschaften, die die Macher in die Strecke gepackt hatten. „The Oriental Balloons“ war dann wieder mehr für die Kinder, obwohl auch Kat es sich nicht nehmen ließ eine Runde in dem hübsch gestalteten Fahrgeschäft zu drehen. Christian und Jasper zog es zum Mystery Tower und Christina-Luciana lief hinterher. Der Turm war auch für jüngere Kinder geeignet und an sich hätten auch die anderen gedurft, doch Lucas schob Linnéas Karre und wollte nicht und die Zwillinge des Höllenfürsten fanden das Ganze suspekt. Im Souvenirshop „La Boutique d’ Aladin“ bezahlte Sandalephon gutmütig was die Kinder sich aussuchten, nötigte auch Ilse zu einem Andenken und schickte alles sogar via Zauber nach Norderney. Immer begeisterter machte die alte Dame mit. Sie ging mit in die Wildwasserbahn und stieg in das Rundboot beim „Rafting“, genoss die ruhigeren Bootsfahrten beim „The Alligator Bay“ und „The Goldhunters’ Lake“ oder die Safari-Tour „African Journey“ im Oldtimer, bevor sie sich zur Achterbahn „Azteca“ überreden ließ.
Einige andere Parkbesucher warfen ihr überraschte und bewundernde Blicke zu. „Also ich finde Sie bewundernswert, Madame! Dass sie so mit ihren Enkelkindern mitmachen, das ist formidabel!“ sagte ein Mann in Ilses Alter hörbar beeindruckt zu ihr. Ilse lachte. „Ach, die Lütten halten mich jung.“ „Oma, kommst du?“ rief Luciano und zog sie mit sich zur rasanten Achterbahn „The siberian Tiger“.
„Also ich möchte jetzt unbedingt ein Eis...“ meinte Kat danach mit einem Zwinkern zu ihrem Verlobten. „Oh jaaaa!“ rief Christina-Luciana. „Ich nicht... Ich warte lieber noch...“ antwortete Sandalephon mit einem Grinsen. „Du bist gemein!“ murmelte seine Schwägerin beleidigt. Die Jungs kicherten leise. Sie hatten längst gemerkt, dass der Seraphim das kleine Mädchen mit Vorliebe ärgerte. Eingeschnappt streckte sie ihrer Schwester die Zunge raus und ging beleidigt voran. Sie konnte auch nicht trösten, dass sie alles fahren durfte.
An der Seite ihres Sohnes fuhr Ilse mit den Kindern auch in „The sun Disc“ mit und rutschte bei „The Rapido“ in einem Schlauchboot die Rutsche mit Luciano vor sich hinab, ließ sich zu „King Kong“ überreden und letztendlich auch zu „The Twist“ – der großen Achterbahn. Lachend stieg sie aus. „Ach Kinners, ich weiß gar nicht wann ich das letzte Mal so großen Spaß hatte!“ rief sie begeistert. „Aber nun will ich ein Eis oder einen Crêpe! Ich lade euch ein!“ sagte sie mit einem Zwinkern zu Sandalephon und steuerte auf die Crêperie Le Bangalia – die Restauration in der Nähe zu. Schon bald saßen sie alle munter schwatzend mit Kaffee und Limonade für die Kinder, Eis und Crêpes vor sich an den Tischen. Ein älteres, distinguiert aber versnobt wirkendes Paar kam auf das Lokal zu. Mit ihnen waren zwei recht eingeschüchtert aussehende Jungs im Alter von Christian. Die Frau warf einen verächtlichen Blick auf Ilse, die eine Jeanshose angezogen hatte und eine geblümte Bluse trug. „Also wie man sich in Ihrem Alter so gebärden kann, unmöglich!“ meinte die Frau zu ihr. „Nicht wahr, Dominic?“ „Ich bin ganz deiner Meinung, Yvette. In Ihrem Alter sollten sie Vorbild sein und nicht jeden Unsinn mitmachen!“ Belial fuhr auf. „Was fällt Ihnen ein, meine Mutter derart unverfroren anzugehen nur, weil sie nicht so eine vertrocknete alte scheintote Schachtel ist wie Sie, Madame du Plessis?“ Die Frau schnappte nach Luft. „Woher wissen Sie meinen Namen?“ Verächtlich schnaubte Belial. „Das wollen Sie nicht wissen, glauben Sie mir!“ Er wandte sich an die zwei schüchtern aussehenden Jungs. „Remis, Charles, mögt ihr auch ein Eis?“ „Woher... woher wissen Sie wie wir heißen? Und... ähm... Grandmére will nicht, dass wir naschen...“ „Eure Grandmére wird nichts dagegen haben...“ sagte Belial lächelnd. „Geht euch ein Eis holen, Jungs.“ „Was fällt Ihnen ein?!“ fauchte Yvette du Plessis.
Kaum hatten die Jungs sich entfernt ließ Belial die Frau wissen mit wem sie sich im Begriff war anzulegen. Sie wurde kreidebleich. „Und nun, Madame, werden sie sich bei meiner Maman entschuldigen!“ „Genau! Oma ist cool!“ meinte Luciano und funkelte die Frau wütend an. „Lass gut sein, Junge. Die Meinung von so einer macht mir nichts aus!“ sagte Ilse mit Verachtung in der Stimme. „Aber mir macht sie was aus, Maman!“ erwiderte er sanft und küsste Ilses Hand. Sichtlich eingeschüchtert gehorchte sie als sie die finsteren Blicke aller am Tisch bemerkte. Die zwei Jungen kamen zurück und wurden sofort von den Kindern akzeptiert. Sandalephons Blick blieb an Linnéa hängen die die Frau und den Mann genauestens musterte. In den Augen des kleinen Mädchens funkelte es wie in schwarzen Opalen und im nächsten Moment schlug Yvette du Plessis ihren Mann mit der Faust ins Gesicht. Er revanchierte sich mit einer Ohrfeige. Verblüfft sahen alle zu, wie die beiden sich gleich darauf in aller Öffentlichkeit prügelten – ohne etwas zu sagen. „Sieh dir deine Jüngste an...“ wies Sandalephon Belial via Seraphimpfad an. Der Höllenfürst tat es und begann breit zu grinsen. „Das machst du großartig, meine Süße.“ flüsterte er ihr ins Ohr. Kat versteckte angesichts dieser Worte ihr Lachen hinter einem Husten. „Aber nun ist gut, Linnéa, Herzchen.“ sagte der Höllenfürst leise und sofort war der Blick seiner jüngsten Tochter auf ihn gerichtet und Ehepaar du Plessis hörte auf aufeinander einzuschlagen.
„Lassen Sie sich das eine Lehre sein! Das war nicht ich, sondern mein kleiner Engel hier!“ „Der Antichrist ist weiblich! Wie...“ mit einer Handbewegung von Sandalephon war der Mund des Mannes verschwunden. „Meine Patentochter ist mitnichten „der Antichrist“. Sollte ich nochmals so einen Schwachsinn hören, nur weil die Kleine ein gesundes Verständnis von „Bestrafung“ hat, denn genau das war es: Sie hat Sie bestraft, weil Sie es gewagt haben ihre geliebte Großmutter zu beleidigen! Dann überlasse ich Sie gern für eine Weile meinem Bruder und seinem Stellvertreter in der Hölle! Vater wird nicht viel dagegen einwenden! Denn er liebt jeden seiner Söhne und seine wenigen Töchter, genauso wie seine Schwiegertöchter und seine Enkel... und Lucifers „Mutter“ liebt er ebenso! Ihr Mund wird in zwei Stunden wieder erscheinen. Bis dahin sollten Sie sich klarmachen, dass Schweigen manchmal besser ist!“ Belial lächelte „Danke, Bruderherz... aber... ich glaube, wenn ich eine kleine... Bestrafung oben drauf setze... dann reicht das erstmal bis er in der Hölle landet... Weiß ihre Frau eigentlich, dass sie immer in das Etablissement von Madame Broussier gehen? Ich glaube nicht, hm? Die nächsten zwei Monate können Sie sich die Besuche sparen... das zum einen und bis Ende des Jahres – wenn sie bis dahin nicht bereut haben und geläutert sind, Monsieur du Plessis – und gleiches gilt für Sie, Madame, wird ihr Mund jedes Mal mit Seifenlauge ausgespült werden die sie ausspucken werden, wenn sie in ihrer eingebildeten Art jemanden angehen wie gerade meine Mutter, wenn sie Lügen und Klatsch verbreiten oder ähnliches! Und jetzt gehen Sie!“
Sandalephon und er wandten sich an die zwei Jungen: „Es war nett euch kennen zu lernen. Wenn ihr mögt, könnt ihr jederzeit in den Boulevard Haussmann kommen und nach den Kindern fragen, wenn ihr jemanden zum Spielen braucht. Und soweit ich weiß, wollten eure Eltern euch ja auch in die Schule des Boulevards schicken... ich denke... wir sollten über zwei Internatsplätze nachdenken...“ Die Jungs lächelten scheu. „Sie sind... ähm... Monsieur St. Cyr?“ fragte Remis. „Nein, Dr. Dr. Lucian B. Rayne... und das ist Dr. Sam Dale-Ponte... einer meiner... Brüder... allerdings einer der Brüder die bei unserem Vater blieben...“ Die Jungs wurden etwas blass, dann murmelte Charles jedoch: „Cool...“ Sofort bekam er einen Schlag von seiner Großmutter. „Das ist ein schlechtes Wort für ein Geschöpf der Unterwel...“ sofort begann sie Schaum zu spucken und Seifenlauge zu erbrechen. „Ah, ja... seht ihr, das passiert in Zukunft, wenn eure Großmutter euch Unsinn erzählt oder schlecht über Leute redet...“ Die zwei Jungs winkten als sie hastig von ihren Großeltern weggezerrt wurden. "Die haben aber böse Großeltern." sagte Christina Luciana traurig.
„Das sind die Eltern von ihrer Mama, Kleines. Die hatte auch eine schreckliche Kindheit... Sie ist mit dem Sohn eines Parteifreunds ihres Vaters verheiratet, der sie sehr liebt – sie und seine Kinder. Ich habe gelegentlich mit ihm zu tun. Er ist normalerweise in Brüssel im Europaparlament.“ „Und können die beiden auf die Internatsschule gehen? Und dann von diesen blöden Großeltern weg?“ fragte Luciano. Belial lächelte. „Ich rufe morgen gleich mal den Vater der beiden an... und kläre das mit eurem Onkel Metatron...“
Gutmütig ließen sie es zu, dass die Kinder noch ein paar Mal mit den letzten Attraktionen fuhren, bevor sie sich auf den Heimweg machten. Zu ihrer Überraschung warteten Philip und Astaroth auf sie. Christian begrüßte begeistert seine Eltern und seine kleine Schwester und auch Nick und Alex waren mit Samantha gekommen ebenso wie Metatron und Cassandra mit Jan und Michael mit Maria. Hagiel und Mathilde erschienen im nächsten Moment mit ihren kleinen Drillingen, und den Familien Rass, sowie Sariel mit Frau und Kind und Derek und Rachel. Verblüfft fragte Sandalephon: "Was macht ihr denn alle hier?" "Mich beim Picknick unterstützen!" rief in diesem Moment Maurice, der Koch, fröhlich und trug mit Samyaza unter Fredericas Aufsicht einen großen Gartentisch auf die Grünfläche. "Guck mal, Onkel Lucian, das ist Spinny!" sagte Samantha begeistert und zeigte Belial ihre Vogelspinne. "Du weißt schon, dass Vogelspinnen in Cambodia frittiert als Delikatesse gelten?" Samantha sah ihn ärgerlich an. "Niemand frittiert Spinny! Sonst kriegt er Ärger mit Onkel Hamaliel und Onkel Samyaza - und mit mir!" Sandalephon wuschelte ihr durch die Haare. "Lucifer will dich doch nur ärgern, Samy. Ich habe dir dort auf die Stufen ein Terrarium hingezaubert, wo Spinny sich sicher wohl fühlt."
Samantha grinste. „Danke Onkel Sam. Du, sag mal, darf ich hierbleiben? Mama und Papa sagen, dass sie das Gefühl haben, dass ich in Paris nicht sicher bin. Da sind so komische Leute, die mich immer in eine Spielgruppe einladen wollen wo Sport gemacht wird und so und die erzählen immer was von Gesundheitskram und alles.“ „Wegen meiner ja. Platz genug ist. Ich rede mal mit deinen Eltern.“ Er wandte sich an seinen Koch: „Hast du die Flaschen vom 2006er Château Haut-Brion aus dem Keller holen lassen?“ „Naturellement.“ bestätigte der. Sandalephon nickte ihm dankbar zu. „Und für les enfants habe ich Traubensaft und Mineralwasser vorbereitet – neben Eistee.“ Der Schlossherr lächelte. „Das ist ausgezeichnet, Merci!“ Sein Blick ging zu dem Tisch, den Samyaza mit Maurice rausgeschleppt hatte und verblüfft sah er, wie alle Frauen irgendwas aus großen Taschen holten und Schüsseln auf den Tisch stellten, Platten von Folien befreiten... innerhalb kürzester Zeit war der Tisch voll mit Salaten, Beilagen und Nachtisch. „Pardon, Monsieur, aber ihre Nichten und Neffen meinten sie vermissen ihre Freunde und Familien... und äh... da habe ich mir die Freiheit genommen... in Ihrem Namen eine Einladung zum Grillen auszusprechen, der alle gefolgt sind – und alle wollten etwas beisteuern... also haben wir uns geeinigt, dass ich mich nicht um die Beilagen kümmere...“ sagte der Koch etwas verlegen, zwinkerte ihm jedoch zu und bedeutete ihm mit Metatron zu reden. Sandalephon nickte ihm zu als Zeichen des Verstehens. „Das war eine wundervolle Idee, Maurice. Danke.“
Er schenkte jedem Erwachsenen – außer Rachel, Cassandra und Catherine – ein Glas Wein ein und reichte den Kindern und Schwangeren je ein Weinglas mit Traubensaft. „Herzlich Willkommen auf Lucias und meinem Chateau. Wir freuen uns, dass ihr unserer Einladung gefolgt seid. Wir hoffen, ihr habt Appetit mitgebracht, gute Laune und was sonst zu einem schönen Abend gehört. Für die Kinder: Falls es euch zu langweilig wird: Maurice – unser geschätzter Küchenchef - ist ein begeisterter Zeichentrickfilm-Fan und hat für euch etwas Schönes rausgesucht. Die Mini-Raynes können euch anderen zeigen wo das Kino ist und wissen auch schon wie der Film gestartet wird. In diesem Sinne: Lasst uns mit einem kurzen Dank an Vater und mit einem Toast auf ihn zum gemütlichen und hoffentlich genussvollen Teil des Abends übergehen. Liebe Maria, lieber Philip: Wenn ihr so freundlich wäret einen kurzen Dank an Vater zu formulieren?“ Die beiden sahen einander an, nickten und sprachen gemeinsam ein kurzes Dankgebet.
„Die ersten Rinderfilets und Entrecôtes sind fertig! Und wer möchte Lachs, gegrillten Mais und gegrillte Tomate? Oder ein Krabbenpäckchen? Der erste Loup de Mer ist auch gleich fertig! Und Forellen!“ informierte der Koch alle laut nachdem das Gebet geendet hatte und der Toast gefolgt war. „Gibt es nur so Etepetete-Zeug? Mir würde ein Nackensteak oder eine Bratwurst vollkommen reichen...“ murmelte Belial an Sandalephon gewandt. „Es gibt auch Lamm und Hirsch – und Wildschwein... auf besonderen Wunsch unserer kleinen Asterix-Fans...“ antwortete Sandalephon grinsend, als er sah, wie Rachel Maurice ein Päckchen mit Würstchen reichte. „Glauben Sie mir, das ist Lucifers Lieblingssorte.“ sagte sie. „Bien, je unterschiedlicher, desto besser.“ meinte der Koch gutmütig und warf die ersten Würstchen auf den Grill. „Ich glaube, Rachel ist gerade deine Rettung...“ schmunzelte Sandalephon.
Während die Kinder und die anderen sich etwas auf den Grills aussuchten, die der Koch fröhlich betreute, schlenderte der Schlossherr zu Metatron. „Wie kommt’s, dass ihr alle hier reinschneit?“ fragte er leise. „Vater..., er macht sich Sorgen um Lucifer... du kennst unseren großen Bruder doch, frisst immer alles in sich rein... Außerdem... Selvi geht es wohl nicht so gut... Vater hat Bedenken, dass es länger dauert und hat uns gebeten ihn etwas aufzumuntern...“ Sandalephon seufzte. „Das heißt, dieser Mist von diesen Fanatikern hat sie hochgradig süchtig gemacht?“ Metatron nickte. „Und Vater will mit dir reden, wenn Selvi zurück ist... Er hat wohl eine kleine... Strafaktion... für sie geplant... und dazu braucht er dich...“ „Aha... nun gut... ich werde zu Vater schauen, wenn alle schlafen, vorausgesetzt er entlässt mich kurzzeitig aus dem Schlafbedürfnis-Zauber.“ Tief in sich hörte er die Antwort: „Ich erwarte dich dann, mein Sohn!“ Sandalephon dankte ihm still und wandte sich wieder an Metatron. „Was ist das eigentlich mit Samy? Sie wird verfolgt?“ „Ja, und auch unsere Kinder werden von Anhängern der blauen Kirche – sprich Eltern und Kindergartenfreunden belagert, sie sollen doch mitkommen, das wäre in der Spielgruppe lustig und so... Cassie und ich würden euch gern auch Jan hier lassen... und Sariel und Catherine ihren Said... in Rom ist es nämlich ähnlich. Da wird der Kleine auch verfolgt – und du weißt, dass Said und Samantha sterblich sind, genauso wie Christian... Diese Fanatiker vermuten aber wohl, dass die Kinder unsterblich sind – ohne Engel zu sein und wir haben Angst, dass sie entführt werden. Auf Norderney wären sie zwar auch sicher aber Tilly und Hagiel haben genug mit den Drillingen zu tun.“
„Die Sicherheit der Kinder ist extrem wichtig. Lucia und ich freuen uns. Wir nehmen Jan und Said natürlich und auch Samy... samt Spinny.“ Metatron grinste. „Ich finde das irgendwie niedlich. Die meisten anderen menschlichen Mädchen würden kreischend davonlaufen und Samantha liest der Spinne sogar Geschichten vor.“ Sandalephon lachte leise. „Ich wusste, dass ich die Kleine mag...“ Er schlenderte zu Philip und Astarte. „Wie ist es, bleibt euer Großer auch hier?“ erkundigte er sich. „Wenn es dir und Kat nicht zu viel wird...?“ „Woher? Ihr wisst, wir lieben die Kleinen.“ „Danke, das nimmt mir eine große Sorge von den Schultern.“ sagte die hübsche Göttin erleichtert. Sandalephon ging weiter zu Catherine und Sariel: „Bleibt Said auch für ein paar Tage bei Lucia und mir? Mit seinen Freunden?“ Sariel seufzte erleichtert und zog Catherine an sich. „Danke, dass du das ansprichst – ja... ich hätte dich nachher gefragt, aber... nun ja... Er... sie stellen ihm in Rom nach... und wir können nicht immer da sein... und Catherine ist inzwischen auch in Gefahr...“ „Du arbeitest doch momentan nicht, oder, liebe Schwägerin?“ Die zierliche Hebamme schüttelte den Kopf. „Dann bleib doch mit Said bei Lucia und mir.“ „Mais... oui,.. ich glaube, das ist vielleicht gut. Dann braucht Sariel sich keine Sorgen um mich zu machen...“
Samantha und Jaspers Eltern nahm er ähnlich das Gespräch ab und als die Kinder erfuhren, dass sie alle zusammen mit Kat, Catherine und Sandalephon im Chateau bleiben würden, freuten sie sich. „Dann müssen wir aber nochmal in den Asterix-Park mit allen!“ rief Christina-Luciana, zog Sandalephon zu sich runter und flüsterte: „Und wenn wir Onkel Lucifer nicht mitnehmen... machst du mich dann für die tollen Fahrsachen groß? Ich verrate ihm das auch nicht.“ Sandalephon grinste. „Kleine Charmeurin... darüber reden wir... wobei du weißt, dass ich da eher hart bleibe!“ Sie lächelte ihn fröhlich an. „Och bitte, Sandalephon.“ flüsterte sie. „Ich rede mal mit deiner großen Schwester drüber, okay?“ „Na gut...“
"Ich würde aber lieber bei Onkel Lucian auf Norderney bleiben, wenn es euch nichts ausmacht. Ihr wisst ja, wie sehr ich ihn mag und ... ich kann jeden Tag mit Jasper spielen und mit Onkel Lucian und Jasper reiten gehen und..." Er sah seinen Lieblingsonkel an.  "...ich glaube es ist besser, wenn Jasper und ich dich ein wenig ablenken." fügte er leise und nachdenklich hinzu. Lucifer lächelte schwach. "Du kannst gerne bei mir bleiben, wenn deine Eltern es erlauben. Das weißt du." antwortete er. "Natürlich darf Christian auch bei dir auf Norderney bleiben." antwortete Astarte. Ilse und Mathilde waren als geborene Insulaner begeistert von dem gegrillten Fisch. Es wurde ein lustiger, lockerer Abend.
Wobei Kat jedoch bedrückt feststellte, dass ihr Lieblingspatenonkel nur zwei Würste und etwas Salat aß, jedoch sehr viel Wein trank, was seinem Magen auch nicht besonders gut tat. Das merkte Kat, so wie die meisten anderen, daran, dass er eine Hand immer auf dem Bauch liegen hatte und diesen immer mal wieder etwas massierte. Und er sah traurig aus. Kat brauchte gar nicht erst zu fragen, ihr war auch so klar, dass es ihm gerade zu schaffen machte, dass alle da waren außer Selvaggia. Und sie merkte, dass der Abend ihn auch nicht gerade aufheiterte, da ihm sehr wohl klar war, dass alle da waren außer seiner Frau und er diese auch sehr vermisste.
Es war sehr spät geworden, als sich alle verabschiedeten. Sariel küsste Catherine und umarmte Said. „Pass gut auf deine Mama auf!“ Der kleine Junge nickte. Jasper und Christian verschwanden mit dem Höllenfürsten, Astarte und Philip, sowie Ilse, Jaspers Eltern und Onkel und Tante und seinen Geschwistern, die gegenüber allen dann doch etwas schüchtern gewesen waren. „Übrigens, Freya, wie ist die Auftragslage momentan bei dir? Mein kleiner Bruder Sandy hier, der braucht demnächst deine Hilfe...“ meinte der Höllenfürst während des Abschieds. „Ach Lucian, ich habe ja nicht mehr so lange bis zur Geburt und daher verlasse ich die Insel nicht mehr.“ „Trifft sich gut, er hat das Jansen-Haus gekauft. Und nachdem ich die Gruselbude in Hongkong gesehen habe... braucht der Junge deine Hilfe...“ „Ja gern. Wann wollen wir das miteinander besprechen, Sam?“ „Jederzeit, Freya.“ Antwortete Sandalephon, wurde jedoch von Belial unterbrochen: „Das manage ich, Freya. Kat und Sandy dürfen unsere Flöhe hüten.“ „Ich bin kein Floh, Onkel Lucifer!“ beschwerte Christina-Luciana sich. „Na, manchmal bist du schlimmer!“ antwortete der Höllenfürst lachend. Beleidigt sah sie ihn an. Lächelnd wuschelte er ihr durch die Haare.
Gemeinsam brachten Kat, Sandalephon und Catherine die Kinder ins Bett und auch die Hochschwangere war müde und wünschte allseits eine Gute Nacht. Kaum hatten sie die Tür zu ihrem Zimmer hinter sich geschlossen, standen Kat und Sandalephon im Himmel.
„Gut, dass ich euch beide erwischt habe, meine Kinder. Setzt euch.“ Die beiden erwiderten die Begrüßung und gehorchten. „Sandalephon. Selvaggia wird in einem Monat zu Lucifer zurückkehren und ich gedenke ihr einen Denkzettel zu geben. Sie wird wieder schwanger werden – obwohl ich ihr und Lucifer etwas mehr Zeit lassen wollte. Ich habe euch gerufen, weil ich eure Hilfe brauche, oder besser deine. Wenn Selvaggia merkt, dass sie schwanger ist – beziehungsweise, wenn Lucifer es merkt und ihr sagt... Ich möchte, dass du für den Fall Placebos vom Diätdrink und den Tabletten bereithältst und sie ihr dann hinlegst mit einem entsprechenden Kommentar in Richtung: „Jetzt hätte sie die Chance die sie bei Linnéa vertan hätte.“ Entsetzt sah Sandalephon seinen Vater an. „Du willst, dass ich sie zum Mord an ihrem ungeborenen Kind auffordere? Entschuldige, Nein!“ „Es ist lediglich ein Test ob die Entgiftung gelungen ist, mein Sohn. Ich sagte ja, du sollst Placebos verwenden! Und ich denke, dass sie zurückschrecken wird! Ich hoffe es... dass wir sie hier heilen können. Ob ich den beiden das Kind dann wirklich schenke oder Selvaggia schockieren werde, das behalte ich mir vor.“
„Sorry, da mache ich nicht mit! Erstens: Ich denke, da hat Lucifer auch noch ein Wort mitzureden! Zweitens: Ich glaube kaum, dass er und Selvaggia es dir verzeihen, wenn du es zu einer Fehlgeburt kommen lässt nur um irgendwas zu beweisen – egal ob sie sich auf die Medikamente – ganz gleich ob Originale oder Placebos – gestürzt hat oder nicht! Ich bin nicht bereit mir die Feindschaft der beiden zuzuziehen nur, weil du irgendwas beweisen willst! Ganz ehrlich: Wenn du mit meiner Frau so umgehen würdest, Vater, würde ich mich Lucifer anschließen – und zwar ohne zu zögern!“ entgegnete Sandalephon ärgerlich. Ein kryptisches Lächeln war die Antwort. „Wie schnell du gelernt hast dich aufzulehnen... faszinierend...“ Er zwinkerte Kat zu. „Du tust ihm wirklich gut, Katherine...“ „Ich liebe ihn, mehr als ich sagen kann. Und... danke, dass... dass es nicht Julien... oder Juliel geworden ist... ich meine...“ Er nickte ihr zu. „Gern geschehen. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ihr beide wunderbar zusammenpasst, Sandalephon und du, meine Tochter. Und nun geht. Ich glaube, deine kleine Schwester möchte unbedingt eine von Sandalephons spannenden Gute-Nacht-Geschichten hören.“
Der Seraphim räusperte sich. „Ich würde für meinen Teil gern Lucifers Meinung zu deinen Plänen hören, Vater...“ Ein langer schweigender Blick war die Antwort, dann ein Nicken. Im nächsten Moment erschien ein sichtlich müder Höllenfürst. „Was willst du schon wieder?“ murmelnd. "Ach Lucifer, immer genervt. Aber ich wollte dir mitteilen, dass die Entgiftung von Selvaggia leider noch etwas länger dauern wird." Lucifer sah seinen Vater nur aus den Augenwinkeln an und sagte kein Wort. Sein Blick sagte jedoch: "Wie lange?" Der himmlische Vater räusperte sich. "Noch etwa einen Monat." antwortete er dann. "Merde!" war die Antwort des Höllenfürsten.
"Tut mir sehr leid, mein Sohn, aber... die Medikamente haben sie leider schon sehr abhängig gemacht. Wir können nur von Glück sagen, dass die andere Wirkung nicht so schnell funktioniert hat. Ich habe Selvaggia von Raphael gründlich untersuchen lassen und außer der Abhängigkeit hat er keine weiteren gesundheitlichen Folgen finden können." Der Höllenfürst atmete sichtlich erleichtert aus. "Allerdings wird ihre Entgleisung nicht ohne Folgen bleiben. Selvaggia hat einen Denkzettel verdient und sie wird einem Test unterzogen... was aber auch dich betrifft und... ich möchte, dass du deiner Frau von meinen Plänen nichts erzählst. Und ich rate dir dich an meine Anweisung zu halten, Lucifer. Du kennst mich - ich bin zwar gerecht, aber auch hart." Er sah kurz seinen Vater an und blickte dann zu Sandalephon und Kat, die beide betroffen dasaßen und kein Wort sagten. "Das klingt nicht gut!" sagte er fast etwas ängstlich.
"Wenn Selvaggia zurückkommt, wird sie direkt nach eurem ersten Liebesspiel schwanger werden..." Lucifer starrte seinen Vater fragend an. "...und ich habe Sandalephon angewiesen ihr dann Placebos dieser Diätpillen vorzusetzen, als Test so zu sagen. Er hat sich geweigert und meinte er möchte gerne deine Meinung dazu hören. ABER ES IST DRINGEND NOTWENDIG, UM ZU SEHEN OB SIE WIRKLICH WIEDER CLEAN IST!" Der Höllenfürst rang nach Luft und zuckte vor Schmerz zusammen, da sich sein Magen augenblicklich krampfartig zusammenzog und er das Gefühl hatte zu ersticken. Ohne Vorwarnung verschwand er. Sandalephon und Kat starrten den himmlischen Vater böse an. Etwa zehn Minuten später tauchte er wieder auf.
"Das ist krass! Und da sage noch einmal jemand ich bin böse!... Ich bin sprachlos... ehrlich. Erstens: Hattest du uns versichert, wir hätten noch Minimum 3 Jahre bis zum nächsten Kind und zweitens: Ist es fies ihr diese Pillen während einer Schwangerschaft vorzusetzen. Selbst wenn es sich nur um Placebos handelt." "Ich bin mir sicher, sie wird es ablehnen und dann ist alles wieder gut. Aber ich halte diesen Test unbedingt für nötig, Lucifer." "Aber so? Was ist, wenn sie die Pillen doch nimmt? Ich weiß nicht wie ich dann reagieren werde. Das wäre etwas was ich ihr nicht verzeihen könnte, wenn sie wissentlich..." er brach ab und wischte sich eine Träne ab.
"Willst du ihm nicht erzählen, was du mir vorher erzählt hast? Ich finde auch das sollte er wissen. Denn ich riskiere nicht meine... beginnende Freundschaft zu Lucifer, nur weil du meinst so einen Mist zu fabrizieren!" sagte Sandalephon barsch. "Vater! Was meint er?!" verlangte der Höllenfürst zu wissen. "Ich hatte laut überlegt, aber... das werde ich wohl eher nicht tun, denn das wäre auch eine Strafe für dich und... du hast keine Strafe verdient mein Sohn." antwortete er versöhnlich.
Sandalephon schnaubte. "Was? Traust du dich nicht es Lucifer ins Gesicht zu sagen?" Lucifer drückte eine Hand auf seine schmerzenden Magen und atmete einmal tief durch. "Was wolltest du tun Vater? Sollte das Kind nur für den Test sein... und du wolltest es sie verlieren lassen? Wenn du das machst - hast du mich - wieder verloren und zwar für immer. Es wäre etwas Anderes, wenn es durch einen Unfall oder so wäre, aber... geplant... NEIN! DAS NICHT!" brüllte er seinen Vater an.
Dieser warf Sandalephon einen kurzen Blick zu. "Sehr schön, wie du zu Lucifer hältst und versuchst seine Freundschaft zu gewinnen. Das gefällt mir!" sagte er nur für ihn hörbar. Der Erzengel schüttelte den Kopf. "Lucifer, ich werde euch das Kind natürlich lassen, wenn ihr es wollt. Ich dachte nur... falls ihr noch warten wolltet, da es ja erst in ein paar Jahren geplant war. Was ich vielleicht tun werde, falls Selvaggia wider Erwarten doch zu den Pillen greift - eine Lektion erteilen... das heißt sie hätte Anzeichen, die eine Fehlgeburt andeuten würden - aber nur um sie wach zu rütteln." Lucifer lachte bitter. "Manchmal könnte ich dir den Hals umdrehen! Du bist unmöglich, Vater!" sagte er gepresst. "Ach Lucifer, du bist vorgewarnt und möchtest das Kind behalten - bitte das sollst du haben, allerdings wirst du es diesmal nicht leicht haben mit Selvaggia." Lucifer lachte. "Wann bitte war eine Schwangerschaft mit Selvi jemals einfach? Und mittlerweile bin ich bei ihr auf fast alles gefasst, wenn sie schwanger ist und na ja... sie muss diesmal mit Konsequenzen rechnen, wenn sie mich angeht." Der himmlische Vater lächelte. "Gut, aber das mit den Placebos wird durchgezogen, da bleibe ich hart.  Selvaggia muss getestet werden!" Die drei Engel schwiegen. "Lucifer, Sandalephon!" sagte er nach ein paar Minuten des Schweigens. "Die beiden sahen sich kurz an und schienen sich über Blicke zu verstehen, denn schließlich nickten beide. "Katherine?" fragte er. Sie zuckte erschrocken zusammen. "Was? Ich?" "Ich möchte von dir nur wissen, ob du dichthalten kannst und Selvaggia gegenüber schweigst - obwohl sie eine deiner Lieblingstanten ist." Kat schluckte und nickte.
"Nun gut dann wäre das ja geklärt. Lucifer, ich habe noch eine Bitte an dich. Wenn dir die anderen, egal wer, Sandalephon, Kat oder deine Mutti ... Hilfe anbieten wollen, zum Beispiel mit Ablenkung, was Sandalephon und Katherine ja bereits die ganze Zeit schon machen - Nimm sie an!" befahl er freundlich. "Und jetzt wünsche ich euch allen eine gute Nacht." Im nächsten Moment befanden sie sich wieder in ihren Häusern.
"Lucian?" fragte Ilse leise, die im Nachthemd in die Küche trat aus der sie Geräusche gehört hatte. Er stand mit dem Rücken zu ihr, so dass sie sein schmerzverzerrtes Gesicht nicht sehen konnte. "Was?" fauchte er ungewollt schroff und krümmte sich vor Schmerz. Ilse zuckte zusammen, was er jedoch bemerkte. "Entschuldige... bitte. Aber das Gespräch... im Himmel hat mir echt zugesetzt... es war heftig und ich... habe gerade den letzten Tropfen dieser Schmerzmedizin genommen, aber der Schmerz hört nicht auf heute und... ich bin total müde, aber an Schlaf ist nicht zu denken... mit den Magenkrämpfen." Ilse seufzte und lief auf ihn zu. Sie legte fürsorglich den Arm um ihn und führte ihn zum Küchentisch. "Setz dich mein Junge, ich mache dir einen Schmerz lindernden Tee, der hilft bestimmt." Er legte die Arme verschränkt auf den Tisch und legte den Kopf darauf. Ilse die sich sicher war, dass er unter diesen Umständen den Tee trinken würde, egal wie scheußlich er schmeckte. Setzte den Tee auf und machte unbemerkt von ihm zwei Tropfen hinein.
Ein paar Minuten später stellte sie die Tasse vor ihn und setzte sich mit einer Tasse Früchtetee gegenüber von ihm an den Küchentisch. "War es so schlimm?" erkundigte sie sich besorgt. "Nun ja... es hat Selvi wohl schlimmer getroffen als erwartet... sie muss... noch mindestens einen Monat bleiben. Und... " Er erzählte den Rest auch. "Oh - das ist hart! Aber es wird ja alles gut gehen und danach bekommt ihr ein weiteres, süßes Kind und ich ein neues Enkelkind. Und ich bin für dich da. Bleib den Monat ganz hier, du weißt ich freue mich so, wenn du mit deiner Familie da bist und du bist auch nicht allein und hast Ablenkung." Er lächelte dankbar. "Abgemacht." Er hatte sich gerade eh schon Gedanken gemacht, wie er den Monat bestmöglichst übersteht und wollte seine Pläne morgen in die Tat umsetzen.
Als die Tassen leer waren gingen beide schlafen, um wenigstens noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.
Am nächsten Morgen erschien Kat mit ihrer kleinen Schwester. Der Hausherr saß bereits mit Ilse und Christian am Frühstückstisch. "Schönen, guten Morgen zusammen." rief die junge Frau. Ilse und Christian erwiderten den Gruß. "Guten Morgen Onkelchen!" sprach sie ihn direkt an, da er nicht reagiert hatte. "Morgen." murmelte dieser. Außerdem wirkte er unausgeschlafen und etwas mitgenommen. Er wurde umgehend von Christina überfallen. "Onkel Lucifer! Kat kann die Zöpfe nicht so schön machen wie Mami und du und Sam kann nicht richtig meine Haare bürsten. Sie nimmt den falschen Haargummi, macht sie zu weit vorne und dann wollte sie meine Haare auch noch flechten." sagte die Kleine gespielt beleidigt. Kat lachte, während er begann seiner kleinen Patentochter die Haare zu kämmen. "Möchtest du einen Früchtetee?" fragte Ilse freundlich. "Ja gerne. Danke, Oma Ilse." antwortete Kat ebenso freundlich. Sie mochte die alte Dame auch sehr gerne und sah sie ebenfalls als Oma, da sie selbst ja auch keine mehr hatte.
"Christian, gehst du bitte mal kurz mit Christina zu den Pferden, die haben bestimmt auch Hunger. Ich möchte kurz mit Onkel Lucifer reden." wandte sie sich an ihn, als ihr Onkel fertig war mit den Zöpfen. Der Junge nickte und nahm das kleine Mädchen an die Hand. Ich wollte nicht, dass Christina merkt, dass ich sie durchschaut habe und sie dies nur getan hat um dich aufzuheitern, wir merken alle, auch die Kinder ... wie sehr du Tante Selvi vermisst und dass es dir im Moment gar nicht gut geht, weder körperlich noch psychisch. Was aber den Umständen entsprechend... verständlich ist." Er nippte wortlos an seinem Kaffee, während sie sprach. "Nun ja, wie auch immer. Vater meinte ja ich solle eure Hilfe annehmen. Ilse weiß übrigens alles, ihr könnt also auch in Zukunft offen reden, denn ich habe beschlossen den Monat ausschließlich hier zu leben, das wird auch Christian gefallen, der ja jetzt vorübergehend auch bei mir wohnt und ich habe mir Gedanken gemacht, wie ich die Zeit am besten überstehe. Ich werde heute nochmal etwas mit Christian allein unternehmen und dann heute im Laufe des Tages oder am Abend meine Kinder wieder abholen. Ich vermisse sie. Wenn ich schon so lange meine Frau vermissen muss, dann will ich wenigsten meine Kinder wieder um mich haben. Denn die vermisse ich auch!" sagte er entschlossen. Kat nickte. "Ich werde es an Sandy und die Kinder weitergeben und wünsche euch dann noch einen schönen Tag." Ilse sah überrascht auf, als plötzlich eine ihr unbekannte Musik ertönte. Lucifer grinste, als er dies bemerkte und griff nach seinem Smartphone. "Rayne...  bonjour Madame Brissac." "Jetzt gleich?" "Okay, ich trinke nur schnell meinen Kaffee aus und bin dann bei Ihnen." Er legte auf und widmete sich wortlos seiner noch fast vollen Kaffeetasse.
"Madame Brissac ist...?" wollte Ilse wissen. "Die Leiterin meiner Kita." antwortete er. "Und da musst du jetzt hin?" Er nickte. Christian kam wieder herein und setzte sich wieder an seinen Platz. "Nicht sehr gesprächig heute Morgen." Er sah sie fragend an. "Mutti!" sagte er dann gespielt entrüstet. "Du weißt doch, dass ich ein Morgenmuffel bin und außerdem bin ich sowas von müde... dieses Schlafbedürfnis nervt echt, grad wenn man nicht genug Schlaf bekommt." Sie lächelte. "Tja, so geht es uns Menschen immer... wie geht es eigentlich deinem Magen, das ist im Moment nicht zu bemerken, da du heute allgemein angeschlagen aussiehst." erkundigte sie sich besorgt. "Es geht... zumindest besser als gestern Nacht! Und bevor du fragst, ich habe noch nichts genommen, da es noch erträglich ist." Christian sah ihn an. "Hattest du gestern Nacht noch so starke Schmerzen, Onkel Lucian?" fragte er traurig. "Ja, aber es wieder besser und mach dir doch nicht immer solche Gedanken deshalb. Ich komme klar und du bist ein Kind und solltest dich nicht immer um mich sorgen." Christian seufzte. "Bleiben wir jetzt hier? Das wären tolle Ferien auf Norderney, denn irgendwie ist es ja wie Ferien" Belial grinste. "Ja, den nächsten Monat bleiben wir hier." "Cool! Dann kann ich jeden Tag mit Jasper spielen." Na ja, vielleicht nicht jeden Tag, denn Jasper hat Schule." Christian überlegte. "Ich könnte ja mit Jasper zur Schule und wenn wir mit den Hausaufgaben fertig sind, dann können wir zusammen spielen. Meinst du das würde gehen, dass ich hier auf die Grundschule gehe? Ich denke das würde meinen Eltern auch gefallen, wenn ich nicht so viel verpasse und es ist eine tolle Erfahrung, ich könnte so eine Art Austauschschüler sein und..."
Er wurde vom Lachen seines Onkels unterbrochen. "Na das nenne ich mal Begeisterung für die Schule. Klar, könnte gehen. wenn du willst gehen wir nachher mal in die Schule und fragen nach." Christian stand auf und umarmte ihn. "Du bist der beste Onkel der Welt! Ich hab’ dich lieb, Onkel Lucian." Er lächelte. "Danke, das ist schön so etwas zu hören. So jetzt muss ich schnell nach Paris, arbeiten. Du bleibst so lange bei Oma Ilse, dauert nicht lange, dann gehen wir in die Grundschule und fragen mal nach. Anschließend überlegen wir dann was wir machen, vielleicht fällt dir irgendetwas ein, was du gerne mal machen möchtest. Nur du und ich. Denn heute Abend hole ich meine Kinder zurück, denn ich vermisse sie mittlerweile schon sehr, da sie in letzter Zeit so oft bei Kat und Sandy waren. Wenigstens die möchte ich wieder um mich haben." Christian nickte. "Ich mach mir mal Gedanken. Arbeite nicht zu viel, das tut nicht gut." Er sah seinen Neffen an. "Ansichtssache. Manchmal kann Arbeit auch ablenkend wirken und die Tage vergehen schneller." sagte er nachdenklich. Ilse war sofort klar dass er auf den Monat anspielte, den Selvaggia noch weg war.
"Sich in Arbeit zu stürzen und sich womöglich noch überarbeiten ist auch nicht die richtige Lösung." Er sah sie streng an. "Na jetzt übertreib mal nicht! Ich bin jetzt lediglich zu dem Gespräch in Paris. Schaue vielleicht noch schnell bei Euangelion vorbei und dann bin ich wieder hier, denn ich habe Christian etwas versprochen und wenn ich die Tage arbeite .. Papierkram kann ich auch hier erledigen und was den Fall angeht... das ergibt sich. So ich bin dann mal weg sagte er und verschwand.
Vor dem Eingang in den Kindergarten tauchte er wieder auf. Er trat ein und klopfte an die Tür von Madame Brissacs Büro. "Morgen." murmelte er. "Guten Morgen, Monsieur Rayne. Setzen Sie sich doch bitte." Man sah ihm an, dass er heute sehr angeschlagen war. "Ich habe Sie hergebeten, da wir überlegt haben, das Kindergartenfest in einer Woche abzusagen, da dieser Quatsch mit der "Blauen Kirche" auch in Paris langsam überhand nimmt und sogar der Priester von Sacré-Cœur, die Kirche in die ich immer gegangen bin - fängt jetzt mit diesem Mist an. Und Sarah Parker ist ja schon beurlaubt und einige Eltern machen es wie Sie und lassen ihre Kinder zu Hause, da die versuchen selbst die Kinder zu beeinflussen." Er seufzte und fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht. "Ja, ich halte das auch für eine gute Idee unter diesen Umständen das Fest abzusagen. Ich hoffe mal der ganze Mist ist bis September geklärt und dann können wir ja da eine sogenannte Einweihungsfeier der beiden neuen Gruppen machen." Madame Brissac nickte. "Ja, ich habe mir erlaubt mal kurz mit Pastorin Teufel zu reden und die wäre auch bereit einen kleinen Gottesdienst in der Aula des Boulevards abzuhalten - mit unserer neuen Diakonin Frederica." Er lächelte. "Da bin ich mir sicher. Dann behalten wir dieses Fest mal für das neue Kindergartenjahr im Auge und wir versuchen schnellstmöglichst diesen Fall zu lösen. Wir sind schon mittendrin. Schönen Tag noch Madame Brissac."
Er tauchte im Arbeitszimmer von Pierre wieder auf. "Bonjour Pierre!" Der Kardinal zuckte zusammen und ließ einen kurzen Schreckensschrei los. "Himmel Lucifer! Musst du mich so erschrecken?" Dieser lachte belustigt. "Das war nicht meine Absicht ehrlich, wobei... ich es doch recht witzig fand. Aber jetzt - Spaß beiseite. Ich habe gerade erfahren, dass der Priester von Sacré-Cœur auch anfängt den blauen Mist zu predigen." "Mmmh - hatte ich fast schon vermutet. Der Kollege kam mir schon so komisch vor." antwortete er. "Kannst du dich bitte mal erkundigen, wie es mit der Sainte-Chapelle und den anderen Kirchen in Paris aussieht? Das scheint hier in der Stadt auch langsam überall zu sein." Pierre nickte. "Mach ich Lucifer. Schon was MNeues von Bryce?" Der Höllenfürst verneinte dies mit einem Kopfschütteln. "Geht es dir eigentlich gut, Lucifer? Du siehst irgendwie nicht so aus." Er grinste. "Nein, nicht wirklich. Informierst du uns bitte, falls du was rausfindest. Ich muss mir noch schnell ein paar Unterlagen im Boulevard holen und dann wieder nach Norderney. Ich habe ein Versprechen einzulösen." Der Kardinal nickte. "Bevor ich... was macht mein Neffe? Soweit ich den Engel Camael verstanden habe... ist er bei dir und... Ich meine... glaub mir, ich bin dankbar, dass ihr nach dem, was er sich bei Katherine geleistet hat überhaupt noch mit mir redet..." "Also zunächst mal... Samyaza kümmert sich um die Strafe... und er ist bei mir noch zusätzlich in Ungnade gefallen, weil er an Marsigliani und andere Idioten von dieser blauen Kirche Informationen über unsere Familien weitergegeben hat und zudem DNA unserer Frauen. Was passiert, das hat er verdient! Und du hast dein Bestes getan ihn zu einem anständigen Jungen zu erziehen, Pierre, aber der miese Einfluss seines Vaters war schon zu groß... Wieso sollten wir also nicht mehr mit dir reden?" Er verabschiedete sich und verschwand.
Lucifer und Christian verließen die Schule. "Das ist ja super, dass das geklappt hat und meine Eltern sind auch einverstanden?" fragte Christian begeistert. "Jep, sind sie. Ich habe sie vorher auf mentalem Wege kontaktiert, denn ich kann ja nicht ohne ihre Einwilligung handeln. Eine der Unterlagen, die ich dem Direktor geben musste, war ein Formular mit den Unterschriften deiner Eltern, da ich nicht erziehungsberechtigt bin." Christian lachte. "Aber eigentlich doch, solange ich hier bei dir wohne, oder? Jedenfalls übernimmst du doch die Aufgabe, wenn ich bei dir bin?" Er grinste. "Könnte man so sehen ja. Hast du dir schon überlegt, was du gerne machen möchtest?"
"Ja, aber ... geht das denn auch? Du siehst heute so müde aus und ich weiß auch, dass dein Magen weh tut..." Er wurde von seinem Onkel unterbrochen. "Christian! Ich sagte dir heute Morgen schon du sollst dir nicht so viel Gedanken machen! Wenn es mir so schlecht ginge, dass diese Aktionen mit dir nicht gehen, dann würde ich es auch nicht machen, sondern mich ins Bett legen und schlafen.  Müde bin ich ja - egal - mein Magen rebelliert ziemlich oft gerade, wegen der Sorge um Selvi und der Fall ist ätzend und anstrengend und ich habe Dinge erfahren, die mich privat stressen, aber es geht mir soweit gut und jetzt sagst du mir was du machen möchtest und kümmerst dich nicht um Probleme anderer, in dem Falle mich. Ansonsten gehen wir zurück und du hast deine Chance vertan!" sagte er streng und sichtlich gereizt. "Ähm... ein Aquarium? Ein mega cooles?" sagte er schließlich und sah seinen Onkel an, der mit geschlossenen Augen an die Mauer des Schulgebäudes gelehnt dastand und sich leicht über den Magen rieb. "Okay." flüsterte er, griff mit seiner freien Hand nach der Hand des Jungen um mit Zauberei an einen anderen Ort zu gelangen.
Christian konnte sich gar nicht richtig umsehen, wo er gelandet war, denn er wurde sofort von seinem Onkel mitgezogen. Gemeinsam rannten sie um die Ecke eines Gebäudes in eine nahezu menschenleere Gasse. "Wow, was war das jetzt? Das war irgendwie anders, als die ein zwei Mal, wo du uns gebeamt hast." Er lachte. "Gebeamt? Wir sind doch nicht in Star Trek." Mit großen Augen sah er seinen Onkel an. "Du kennst Star Trek?" "Ja, aber ich finde es doof. Komm mit." sagte er und lief mit den achtjährigen Jungen zu dem Eingang eines großen Parks. "Onkel Lucian, in welchem Land sind wir?" fragte er, als er bemerkte, dass dies unmöglich Deutschland sein konnte. "China." antwortete er und kaufte zwei Tickets an der Kasse des Aquariums.
"Ocean Kingdom." las Christian. Fasziniert folgte er seinem Lieblingsonkel. "Ist das abgefahren! Da sind ja auch jede Menge Wasserbahnen und Achterbahnen und ... einfach irre! Da müssen wir mal wieder hin, mit mehr Zeit, dann können wir alles fahren und Jasper mitnehmen und ..." Ist schon gut. Das lässt sich ja vielleicht mal einrichten, wobei ich bei Jasper erst seine Eltern fragen muss."
Christian lief fasziniert durch das Aquarium. Sein Onkel bekam weniger mit, da er mit seinen Gedanken wo anders war.
Ilse lächelte zufrieden, als die beiden gegen circa 15 Uhr auf der Terrasse erschienen und Christian seine Arme um ihn schlang und sich an ihn lehnte. "Danke, danke, danke. Das war super, klasse, Onkel Lucian!" sagte er und setzte sich mit dem Buch, das er bekommen hatte an den Tisch und las. Da sein Onkel das Buch in Deutsch gezaubert hatte, das er mittlerweile auch fast perfekt reden konnte, machte es ihm keine Mühe das Buch auch lesen zu können.
"Kaffee oder Pharisäer?" Er sah sie nur an und sie verstand.  Als sie mit dem Pharisäer zurückkam lag er in einem Liegestuhl neben dem Tisch. Sie reichte ihm den Pharisäer. Lucifer trank ein paar große Schlucke, so dass er schon halb leer war. Dann reichte er Ilse die Tasse, die sie auf den Tisch stellte. Er murmelte noch. "Danke Mutti." Und schlief ein. Da der himmlische Vater ihm noch mindestens einen Monat Schlafbedürfnis aufgedrängt hatte und er die letzte Nacht sehr wenig und schlecht geschlafen hatte, forderte sein Körper jetzt den fehlenden Schlaf ein. "Vielleicht geht es ihm dann nachher wieder besser. Schlaf hilft doch, wenn man krank ist, oder Oma Ilse?" fragte Christian. "Ja, mein Junge. Du machst dir richtig Sorgen um ihn, was?" Der Junge nickte. "Ja, ich mag ihn so gerne und es ist immer voll toll mit ihm, aber er ist oft traurig, oder schlecht gelaunt und jetzt hat er grad immer Bauchweh und er vermisst Tante Selvi so sehr." antwortete der Junge traurig. "Wenn wir für ihn da sind, ihn ablenken, dann vergeht die Zeit schneller und es wird ihm leichter fallen." Der Junge nickte. "Wie lange ist Tante Selvi denn noch weg?" fragte er seine Oma. Diese seufzte. "Ach, leider noch einen Monat und dann ist das Ganze immer noch nicht ganz ausgestanden, aber das bekommen die beiden schon hin. Lucian ist stark. Er hat mir mal erzählt, dass ihn manche Dinge, grad wenn es um Privates geht ... zwar sehr stressen, was ihm dann wie im Moment wieder mal ziemlich auf den Magen schlägt, aber ... im Allgemeinen ist er in der Lage das auszuhalten." versuchte sie den besorgten Jungen etwas aufzuheitern.
"Aber … wenn ich ihn am Nachmittag nach der Schule etwas ablenke und mit ihm was unternehme, dann hilft ihm das doch bestimmt, oder?" "Sicher und er kann nicht den ganzen Tag arbeiten. Denn ich befürchte fast, dass dies passieren könnte, denn Lucian ist schon fast ein Workaholic, das war er schon, als ich ihn kennengelernt habe und ich versuche seitdem, ihn immer mal wieder abzulenken, um ihn vom Arbeiten abzuhalten." Christian grinste. "Ich helfe dir jetzt dabei. Ich hab’ dich echt lieb Oma Ilse."
Lucifer lächelte, als er etwa eine Stunde später wieder aufwachte und sah wie vertraut Ilse und der Junge miteinander das Buch anschauten, das er Christian im Aquarium gekauft hatte. Er trank den mittlerweile kalten Pharisäer, der aber immer noch schmeckte. "Onkel Lucian! Geht es dir jetzt besser?" Dieser lächelte. "Ja danke, ich bin nicht mehr ganz so müde. Bleibst du bei Oma Ilse, oder kommst du mit, wenn ich jetzt dann meine Süßen abhole?" "Ich bleibe, wir lesen grad das Buch." In diesem Moment erschienen Sandalephon mit den vier Kindern seines Bruders. "Guten Tag zusammen." begrüßte Sandalephon die drei und drückte Ilse leicht zur Begrüßung. Er mochte die alte Dame und war sehr froh, dass diese so für seinen ältesten Bruder, an dem ihm mittlerweile sehr viel lag, da war. "Papaaaa!" begrüßten die drei älteren Kinder ihren Vater. Auch wenn es ihnen bei ihrer Cousine sehr gut gefallen hat, hatten sie ihrem Papa doch sehr vermisst. "Mama?" fragte die kleine Sophia Aurora ihren Vater, die sofort auf seinen Schoß geklettert war und sich fest an ihn kuschelte. "Ach Süße, ich vermisse sie auch. Sehr sogar, aber... sie ist krank und es dauert wohl noch eine Weile bis sie wiederkommt." erklärte er es seiner kleinen Tochter kindgerecht. Sie nickte. "Aber du bleibst da?" "Natürlich." Linnéa strahlte ihren Papa an. "Sophia hat dich auch ganz schön vermisst. Und ich dachte ich bringe sie dir, dann musst du nicht nochmal weg und ich wollte sehen, wie es dir geht nach der kurzen Nacht und den Nachrichten im Himmel." Der Höllenfürst seufzte. "Es geht so. Hast du noch einen Augenblick? Ich würde gerne kurz mit dir reden." fragte er. "Sicher hat er das, ich mache dir einen... was möchtest du haben, mein Junge?" fragte Ilse. "Ähm, einen Pharisäer? Das Getränk ist echt lecker, daran könnte ich Gefallen finden." antwortete er mit einem Zwinkern zu Ilse. "Wie du gehört hast habe ich Zeit. Was gibt es, Lucifer?" fragte er grinsend.
"Ich habe erfahren, dass sich die "Blaue Kirche" in Paris vermehrt ausbreitet. Madame Brissac hat aus diesem Grund das Kindergartenfest abgesagt und ich habe mit Pierre geredet, der mir das ganze bestätigt hat. Er hält die Augen auf und wollte wissen, ob wir schon neue Infos von Bryce haben. Bitte Sandy, sag, dass du eine Idee hast wie wir in diesem Fall so langsam zu einem Ende kommen. Der nervt ziemlich!" In diesem Moment kam Ilse mit zwei Pharisäern und Säften für die Kinder. "Du sagst es!" antwortete Sandalephon seufzend. Beide nahmen genussvoll einen Schluck des Pharisäers. "Schwierig... vermutlich werden wir bis zu Michael Bryce's Weihe zum "Bischof" warten müssen... aber die ist ja schon nächsten Monat." sagte Sandalephon nachdenklich. "Also bis Selvi wieder da ist?" seufzte der Höllenfürst. "Ich denke schon... schneller werden wir die Führungsriege nicht auf einen Schlag erledigen können... Vielleicht könnten wir das auch mit Lucias Hilfe und ihrer himmlischen Legion höchstoffiziell erledigen... Damit überhaupt kein Zweifel daran ist, dass Vater diesen Mist nicht billigt." "Gute Idee... kümmerst du dich mit Kat darum?" Sandalephon nickte. Schweigend tranken sie ihre Pharisäer, während Sandalephon seine kleine Patentochter im Arm hielt und sie mit einem Fläschchen der von ihm entwickelten Spezialnahrung fütterte.
Interessiert kam Ilse dazu. "Was für Milch gibst du der Süßen?" fragte sie interessiert. "Eine von mir entwickelte Spezialmischung, Ilse. Ich gebe dir gern einen Vorrat, aber das Fläschchen ist sehr heiß, weil Linnéa zur Hälfte eine Seraphim ist und es daher sehr heiß mag und besser verträgt. Ich zeige dir gern wie die Zubereitung geht und gebe dir auch ein Thermometer zum Temperatur messen." "Mach das... auf jeden Fall. Ich will mich doch um die Lütte kümmern können... ach und bevor ich es vergesse, mein Junge: Lucifer hat keine Magentropfen mehr." sagte sie und zwinkerte dem Bruder ihres "Sohnes" zu. Sandalephon grinste. "Ist das so? Wenn ich ihn nicht so verdammt gut kennen würde und wüsste, liebe Ilse, wie verdammt schwer es ihm fällt seinen Stolz runterzuschlucken um zu fragen ob er neue Tropfen kriegt, dann würde ich ihn glatt für einen Masochisten halten..." Ein Schnauben war die Antwort. Belustigt griff der Seraphim in die Luft und hielt dem Höllenfürsten ein kleines Fläschchen hin. "Rede mit mir. Du brauchst ja nicht mal "Bitte, bitte" sagen, ein "Tropfen!" reicht mir schon. Da kann man bei dir eine Menge hineininterpretieren, Bruderherz..." Seufzend griff der Höllenfürst nach dem Fläschchen. "Hm d... ja... okay... und äh..." "Schon gut - ich weiß ja, dass du dich am Danke verschluckst." Belial nickte. "Aber ich nicht! Danke Sandalephon, dass du Lucian so prompt wieder mit seinen Tropfen versorgt hast." "Gerne geschehen, liebe Ilse." antwortete Sandalephon und zwinkerte ihr zu.
"Christina und Lucas sitzen übrigens bei Lucia und bocken, weil sie Luciano und Linnéa hergeben mussten." sagte Sandalephon grinsend. "Und? Das ändert nichts an der Tatsache, dass meine Kinder jetzt bei mir bleiben. Ich habe sie vermisst und möchte wenigstens sie wieder bei mir haben, wenn ich schon noch einen ganzen Monat auf meine Frau warten muss. Da muss man mit ansehen, wie alle beim Grillabend mit ihren Frauen... du weißt schon was ich meine und ich vergehe vor Sehnsucht. immerhin ist sie ja schon seit zwei Wochen weg und weitere vier sollen es werden. Kannst du dir vorstellen wie schwer das ist?" Sandalephon nickte.
"Außerdem... " er lächelte für einen Moment glücklich, als er auf Linnea sah, die auf dem Arm ihres Paten lag. " ...ich liebe alle meine Kinder und ich werde ganz klar auch das Baby lieben, das kommt nur... eigentlich ist mir das echt zu früh. Namenswahl, Patenwahl... und und und... und dann Selvi... die hält sich ja so schon für zu dick... ist sie gerade... da durch mit diesem Abnehmwahn was schiefgegangen ist. Das Gezicke dann..." Sandalephon lachte. "Pardon Lucifer, aber da müsst ihr durch." Der Höllenfürst verdrehte die Augen. "Du, ich mache dir einen Vorschlag, ich bringe dir Christina und nehme dafür Linnea mit, so sind alle Kinder glücklich." Belial seufzte. "Oh man, und ich darf mein Nesthäkchen wieder vermissen." schmollte er.  "Dafür bekommst du Christina und die hält dich mit Sicherheit auf Zack. Ich habe ja schon überlegt, dir beide zu bringen, aber... Said und Lucas spielen so schön zusammen. Komm schon Lucifer, du bist doch vernarrt in die kleine Christina Luciana. Und du könntest deinen Zwillingen Ponys kaufen. Sophia und Luca meinten schon, sie möchten auch welche haben. Da ist Linnea ohnehin außen vor. Heute ist Montag... wir kommen am Samstag zum Essen. Deine Einladung gilt doch noch Ilse?" fragte er die rüstige, alte Dame. "Ja aber sicher, mein Junge. Ich freue mich auf dich und Katherine und Catherine, so wie die anderen Kinder." freute sich Ilse.
"Was würdest du denn haben wollen? Sohn oder Tochter?" Der Höllenfürst grinst gequält. "Bei einem Sohn ist Selvi echt friedlicher. Bei Linnea war sie echt zickig und bei den Zwillingen auch schon. Mit Luciano war es fast lauschig. Aber ich denke fast, dass... na ja... Vater wird wohl einen Sohn ausschließen... Und wir haben an sich ja alle mehrheitlich Mädchen bekommen..." "Hm... stimmt, ja... was hältst du von "Allegra" als Name? Ist italienisch und beinhaltet den Wunsch, dass sie glücklich aufwachsen soll..." Belial lächelte. "Mir gefällt er. Was ist? Versuchst du dich wieder als Pate anzubieten?" meinte er amüsiert. Mit einer Mischung aus Überraschung und Entsetzen sah Sandalephon ihn an. "Um Himmels Willen! Nein! Über die Paten entscheidet ihr. Ich würde mich natürlich geehrt fühlen, aber ein Vorschlag für einen Namen qualifiziert mich doch noch nicht!" "Nein, zugegeben, aber ich sehe wie wundervoll du mit Linnéa umgehst und ich merke, dass sie dich mag und merkt, dass du immer für sie da bist - sei es mit dieser Spezialnahrung die du für sie entwickelt hast, sei es deine beschützende Art, dass du klar sagst: Ich passe auf sie auf, während du die wilden Hummeln um dich hast - denn genau das sind die größeren ja bis auf Lucas und Luciano: ein wenig wilder, etwas ungezügelter... und das ist ja auch gut so. Linnéa und Lucas sind da ein wenig... ruhiger... und wirklich süß miteinander. Ich hätte dich wirklich gern als Paten für unsere kleine Allegra. Möchtest du?" fragte er leise. "Sehr gern, Lucifer. Danke für dein Vertrauen." Der Höllenfürst lächelte. "Und Kat. Aber ich frage sie selbst. "Pass gut auf mein Nesthäkchen auf und schick mir die kleine Nervensäge..." meinte Belial mit einem fast traurigen Lächeln.
"Du bist mit deinen Kinden jederzeit bei Lucia und mir willkommen! Und ich kann mit Linnéa, Lucas, Said, meiner Lucia und Catherine ja auch vorbeikommen um zu sehen wie das mit Lucias und meinem neuen Domizil hier auf der Insel vorangeht. Wir müssen ja eh noch mit Freya Rass reden wegen der Einrichtung, Modernisierung und Renovierung." "Kommt nur recht oft vorbei. Das lenkt Lucian ab und ich freue mich!" sagte Ilse entschlossen. Sandalephon lächelte sie an. "Danke, Ilse..." und die alte Dame merkte, dass in diesem "Danke" so viel mehr lag als nur der Dank für die Einladung. "Soweit ich rausgehört habe, hast du die Renovierung von eurem Haus hier mehr oder weniger mit beaufsichtigt... würdest du das eventuell auch für Lucia und mich tun? Gemeinsam mit Freya? Mir gefällt wie ihr das hier eingerichtet habt." "Natürlich! Lucian und ich setzen uns die Tage mal mit Freya zusammen und dann lade ich Freya und Henrik einfach am Samstag auch zum Essen ein und Freya kann euch dann alles präsentieren." Der Erzengel lächelte zufrieden. "Das klingt ganz toll. Dann... ich überlege gerade, die Leute hier auf der Insel wissen ja inzwischen wer wir sind und... wenn uns alles so gefällt, dann können wir ja auch ein wenig zaubern und könnten dann auch gleich hier wohnen, dann sind alle Kinder zusammen. Wir können uns alle zusammen kümmern und du musst Linnea nur vier Tage vermissen." schlug Sandalephon vor. "Klingt gut, aber vier Tage können auch lang sein. Mir kommt grad jeder Tag unendlich vor..." sagte er gequält.
"Das bekommen wir schon hin - du hast ja sicher schon bemerkt, dass das Programm "Lucifer Ablenken" schon in vollem Gange ist. Uns ist klar, dass wir dir die Sehnsucht nach Selvaggia nicht nehmen können, aber wir können dir beistehen. Ich finde es gut, dass Christian bei dir ist. Er ist älter und fordert dich mehr, beziehungsweise anders als die Kleinen und es ist auch gut, dass du deine Kinder wieder bei dir haben willst. Dir ist aber auch klar, dass wenn Selvaggia wieder da ist... es nicht unbedingt einfacher wird, im Gegenteil. Du weißt, dass sie sofort bei eurem ersten Mal Sex schwanger werden wird und du darfst dein Wissen nicht mit ihr teilen, das heißt du musst ein paar Wochen schweigen - dann müssen wir das mit den Placebos machen und dann... die Schwangerschaft mit einem Mädchen. Da kommt noch einiges auf dich zu Bruderherz." warnte ihn Sandalephon. "Ich weiß, aber..." "Man Lucifer jetzt nimm schon einen von den Tropfen die ich dir gerade gegeben habe. Dann wird es dir in etwa einer Stunde soweit gut gehen, dass du zum Beispiel noch einen abendlichen Ausritt mit deinen Großen machen kannst." Belial seufzte, gehorchte aber. "So ich gehe jetzt und bringe dir gleich die kleine Zicke."  meinte Sandalephon belustigt. Der Höllenfürst lächelte schwach, erhob sich etwas mühsam und gab seiner Jüngsten zum Abschied noch einen sehr liebevollen Kuss.
Kurz nachdem er verschwunden war tauchte Kat mit Ihrer kleinen Schwester. "Hallo Onkelchen! Viel Spaß mit der kleinen Zicke." "Ich bin keine Zicke!" rief das Mädchen entrüstet. "Oh doch das bist du!" riefen Katherine und Lucifer gleichzeitig. Das kleine blonde Mädchen verschränkte die Arme vor der Brust. "Bin ich nicht!" antworte sie und schmollte.
Christina schmollte jedoch nicht allzu lange, sondern rannte lieber gleich zu ihrer Cousine, ihren Cousins und Jasper, die gemeinsam am Strand Ball spielten. "Käthchen, ich hätte dich und Sandy gerne wieder als Paten für Allegra, wenn es dann soweit ist. Sandy hat schon zugesagt." Die junge Frau lächelte. "Allegra? Sehr schöner Name. Ich werde gerne wieder Patin von von deinem zukünftigen Töchterchen. Was glaubst du wie reagiert Tante Selvi, wenn sie erfährt... dass sie schwanger ist?" Er schloss kurz die Augen und stöhnte leise auf. "Sie wird erst mal seht aufgebracht sein, denke ich." antwortete er leise, während er einen Tropfen von den Schmerztropfen auf den Finger tat und diesen dann schluckte. Sie trat hinter ihn und massierte ihn kurz. "Falls du mal jemand zum reden brauchst oder einfach nur Sehnsucht hast nach Linnéa, komm vorbei - ich bin für dich da Onkelchen, genauso wie mein Mann." "Danke Käthchen." flüsterte er. Mit einem liebevollen Kuss auf die Wange verabschiedete sie sich und flüsterte noch: "Linnéa genießt übrigens gerade ihr Schokomilch-Fläschchen. Jophiel übertrifft sich mit den Geschmacksrichtungen gerade. Vorher hat sie Himbeer probiert und gemocht und Lucas ist ganz fasziniert und will sie unbedingt füttern und wickeln... aber Sandy passt auf, dass immer einer von uns dabei ist. Ihr geht es also gut bei uns. Und Onkelchen? Ich freue mich auf Allegra." dann verschwand sie. Lucifer saß noch mit Ilse auf der Terrasse, als Jasper wieder zu Hause war und die Kinder in ihren Betten waren.
Es war der nächste Morgen. Der Höllenfürst saß mit Ilse und den Kindern am Frühstückstisch. Die alte Dame hatte ihm – heimlich – den Kaffee mit einem Magentröpfchen gewürzt. „Was wollen wir heute machen, Onkel Lucian?“ fragte Christian. „Ich habe gehört, dass Luca und Sophia meinen sie sind groß genug für Ponys?“ antwortete er. „Oh jaaaa!“ rief Luca und grinste. „Ich möchte aber ein liebes Pony, Papa!“ meinte Sophia. Christian lächelte. „Ich glaube ich habe genau das passende für dich gesehen als wir Großen unsere Ponys ausgesucht haben... Onkel Lucian – oder... ist dir eigentlich Onkel Lucifer lieber? Wobei... das darf ich auf der blöden Schule in Dublin ja nicht sagen... da muss ich dann zehn Mal das Ave Maria schreiben oder so...“ Belial lachte. "Na das passiert dir hier nicht! - und wenn du möchtest, kannst du gerne auch Onkel Lucifer sagen. Und du gehst jetzt erst mal in die Schule, falls du das vergessen hast. Heute ist Dienstag und ich wollte eigentlich jetzt dann mit Luca und Sophia gehen um ihre Ponys zu kaufen, aber wenn du gerne mitkommen möchtest, dann gehen wir heute Nachmittag." Christian nickte. "Ja, ich würde gerne mitgehen." "Es klingelte an der Tür. Christian sprang auf. "Das ist Jasper! Er holt mich zur Schule ab." Er griff nach der Brotzeit, die Ilse ihm gemacht hatte und rannte fast aus dem Haus. "Ich will auch mit, Onkel Lucifer!" sagte Christina Luciana. "Tja... wenn du brav bist... Luciano willst du dann auch mit?" Sein Sohn nickte. "Na dann, machen wir das eben heute Nachmittag und wir gehen alle. Kommst du auch mit Mutti?"
Ilse lachte. "Oh ja gerne, aber ich brauche kein Pony." sagte sie lachend, da sie versuchen wollte ihn auch zum lachen zu bringen. Belial lächelte aber nur. "Und was machen wir jetzt Papa?" fragte Luciano. "Ihr könnt erst mal spielen gehen. Ich muss noch etwas arbeiten. Nach dem Mittagessen gehen wie dann nach Island Ponys kaufen." "Was willst du denn Arbeiten?" fragte Ilse genervt. "Papierkram und ich muss noch ein paar Anrufe tätigen. Du kannst mal Freya anrufen und fragen, ob sie morgen Vormittag Zeit hat, sich mal das Haus von Sandy anzusehen." Ilse nickte. Er verzog sich in sein Arbeitszimmer, zündete sich eine Zigarette an und begann erst mal seine telefonischen Geschäfte zu regeln.
Er lächelte, als er etwa drei Stunden später die Küche betrat und sah, dass alle Kinder bei ihrer Oma in der Küche waren um zusammen das Mittagessen zu kochen. Als Jasper und Christian aus der Schule kamen, konnten sie direkt essen. Am Nachmittag zauberte er alle nach Island.
Eric Leifson begrüßte sie alle lächelnd. „Und, junge Dame, wie macht sich dein „Teufelchen“?“ fragte er Christina Luciana. Sie kicherte. „Gut, er hat inzwischen gelernt, dass ich keine Karotte bin – nur bei unserem Tierarzt, Jaspers Onkel, muss er das auch noch lernen.“ Jasper lachte. „Stimmt, Onkel Henrik kommt immer mit irgendeinem Biss nach Hause, wenn er die Ponys untersucht hat und Tante Freya fragt immer grinsend ob das wieder dein Teufel war. Und den anderen Ponys geht es prima, Herr Leifson.“ Er zog sein Mobiltelefon und zeigte ihm ein Video, das er am Tag zuvor aufgenommen hatte. „Chrysi Avgi und Marrone kommen auch immer auf unsere Ausritte mit. Die laufen einfach neben uns her oder vorweg. Und Calóg sneachta ist momentan total glücklich, dass Christian da ist.“ „Hast du ein Pferd, das sich mit dem von meinem Cousin Christian gut versteht? Wie die „Stella Matina“ von meinem Bruder mit Christinas Djöfullin?“ fragte Sophia Aurora. Der Pferdezüchter lächelte. „Ja, ich glaube, ich habe da eine hübsche kleine Stute, die ebenfalls das Windfarbgen hat – wie Calóg sneachta, der Hengst von deinem Cousin.“ antwortete Eric Leifson mit einem Zwinkern, dann begrüßte er den Höllenfürsten. „Was kann ich für sie tun, Mr. Mornigstar-Göthsson-Rayne?“ Belial lächelte. „Tja... meine Zwillinge meinen sie sind jetzt mit zweieinhalb auch alt genug für ein Pferd... Und was für ein Vater wäre ich, wenn ich ihnen den Wunsch abschlagen würde?“ „Onkel Lucifer?“ Sofort wandte der Höllenfürst sich seiner kleinen Patentochter zu. „Ja, Süße?“ „Können wir auch eine Freundin für Chrysi Avgi holen? Linnéa hätte bestimmt auch gern ein Pferd.“ Er seufzte. „Süße, die ist doch noch viel zu klein. Linnéa ist doch gerade mal ein Jahr alt und...“ Schmollend sah sie ihn an. „Nein! Du brauchst mich gar nicht so anzugucken!“
Der Pferdezüchter seufzte. „Wobei es da wirklich einen hübschen, ruhigen Hengst gäbe, der vom Charakter her sehr freundlich ist und mit der goldfarbenen Stute ihres Neffen sehr gut zusammenpasst – und seit sie weg ist auch etwas traurig zu sein scheint. Aber lassen Sie uns zur Herde schauen.“ Er sah zu Christian. „Und, junger Mann, ist deine Tiberia gut in der Herde integriert?“ Der Junge lachte. „Klar, wobei sie momentan bei Papa Astaroth und Papa Philip ist, aber ich glaube, die Ponys vermissen sie. Wobei es auf Norderney ja so keine Raubtiere gibt, die ihnen gefährlich werden können... nun ja... Sie mag die Ponys und die mögen sie.“ Im nächsten Moment strich die Smilodon-Dame schnurrend um seine Beine. Begeistert umarmte er sie. „Tiberia, meine Süße, hat Großvater dich geschickt, damit du die neuen Mitglieder deines Ponyrudels kennen lernst?“ Zustimmend stubste sie ihn an.
„Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich uns zu Ihrer Herde versetze, Herr Leifson? Dann brauchen wir nicht mit dem Auto fahren. Und das ist für meine „Mutti“ – Ilse Meier – auch angenehmer.“ „Wird sicher eine interessante Erfahrung.“ antwortete der Pferdezüchter und schon standen sie auf der Weide wo die Ponys grasten. „So, Luca, Sophia, dann schaut mal mit welchem Pony ihr euch anfreundet.“ forderte der Höllenfürst seine Zwillinge auf. Die beiden Kleinen sahen sich lächelnd an und näherten sich vorsichtig den Pferden. „Und sie sind die Mutter von Mr. Mornigstar-Göthsson-Rayne?“ Ilse lächelte. „Irgendwie schon, so emotional... für mich ist Lucian wie ein Sohn.“ Liebevoll legte der Höllenfürst einen Arm um ihre Schultern. „Und Ilse für mich meine Mutti. Womit wir damit die Märchen ad absurdum führen, oder, Mutti? Denn da hat der Teufel immer eine Großmutter, aber keine Mutti.“ neckte er sie. Die alte Dame lachte. „Ach, Märchen, die Wahrheit ist viel netter.“ antwortete sie.
Tiberia huschte wie ein Blitz in die Ponyherde, die sich beim letzten Mal schon nicht von der Säbelzahntigerin hatten aus der Ruhe bringen lassen, schien sich auch diesmal nicht an ihr zu stören. Energisch trieb sie eine hübsche Stute in Sophias Richtung, rieb sich an beiden und kehrte dann zu Christian zurück. Der Pferdezüchter lachte leise. „Scheint, deine Tiberia ist eine kleine „Match-Makerin“, was? Sie hat genau die Stute rausgefunden, die ich Sophia empfohlen hatte.“ Christian lächelte. „Dann passt sie zu meinem Calóg sneachta... denn Tiberia ist wie eine Schwester für ihn.“ Scheu kam die Stute an Sophias Seite zu Christian und beschnupperte ihn. „Sie mag dich!“ sagte das kleine Mädchen zu ihrem Cousin. Sie umarmte das Pferd. „Papa, ich mag Falda di neve.“ Der Höllenfürst lächelte und dann nickten er und Eric Leifson einander zu. „Wie nennt Ihre Tochter ihre Stute? Falda di Neve?“ Der Höllenfürst grinste. „Zur irischen Schneeflocke kommt die italienische...“ Der Pferdezüchter lachte leise. „Joah... passt.“
„Und schau mal, das ist meine Oma!“ stellte Sophia nun Ilse ihrer Stute vor. Vorsichtig streichelte Ilse die Stute. „Na, Falda, du bist eine nette Stute, hm?“ sagte sie und zog aus ihrer großen Handtasche eine Karotte. „Schau mal, Süße, da könnt ihr gleich besser Freundschaft schließen.“ sagte sie und reichte Sophia das Gemüse. Luca sah unschlüssig hin und her. Irgendwann ging er langsam auf eine zierliche schwarze Stute zu. Ähnlich wie sein Bruder Luciano seine weiße Stute gefunden hatte, stand er ihr eine Weile gegenüber. „Ich bin Luca, hallo hübsches Mädchen...“ sagte er leise. Die Stute wich zurück. Langsam streckte er die Hand aus, das Pferd kam vorsichtig näher und schnupperte. Jetzt sahen die anderen auch die Blesse, die einer Mondsichel aussah. Fast schüchtern schmiegte sie sich gleich darauf an Luca, der seine Arme um sie legte. „Luna, willst du mitkommen?“ hörten die Erwachsenen den Jungen fragen. Tiberia strich um die Beine beider und kehrte dann an Christians Seite zurück. „Offensichtlich ist Luna in die Herde – oder das Rudel aufgenommen...“ meinte Eric Leifson lächelnd.
Der Blick des Höllenfürsten fiel auf ein etwas einsam stehendes, eher goldfarbenes Tier. „Das da vorn – wieso steht der Hengst so isoliert?“ Eric Leifson seufzte. „Tja, der vermisst das goldfarbene Tier von ihrem Neffen... Chrysis oder so ähnlich, die goldene Morgenröte.“ Nachdenklich sah der Höllenfürst zu dem Tier, dann ging er vorsichtig zu ihm. „Hallo mein Hübscher. Du vermisst also Chrysi Avgi? Willst du sie wiedersehen?“ Schüchtern kam der Hengst näher und ließ sich mit der Karotte füttern. Fast scheu folgte er Belial zu den anderen. „Ich denke, wenn das Chrysi Avgis Freund ist... dann ist dieser Bursche hier wahrscheinlich der Richtige für meine kleine Linnéa, auch wenn die noch zu jung zum Reiten ist.“ erklärte er dem erstaunten Pferdezüchter. Ilse lächelte als der Hengst sie beschnupperte. „Na, so lange bis meine kleine Enkelin so weit ist muss ich mich wohl um dich kümmern, was?“ sagte sie gutmütig und kraulte ihn hinter den Ohren, was er ganz offensichtlich mochte. „Ich denke, dann haben wir die Tiere für meine Jüngsten... Gleicher Preis wie für die anderen?“ fragte der Höllenfürst. Der Pferdezüchter zog eine Augenbraue hoch. „Sie wissen, dass das mehr als großzügig ist, was sie letztes Mal gezahlt haben.“ Belial lächelte. „Ja, aber mehr als gerechtfertigt. Wenn Sie jemals nach Norderney kommen und sehen, wie die „Ponybande“, wie unser Tierarzt, Jaspers Onkel, die Kinder und die Pferde nennt, über die Strände galoppiert, dann werden sie verstehen... Sie sind uns jederzeit willkommen, wenn Sie mögen.“
Eric Leifson lächelte. „Vielleicht komme ich wirklich mal vorbei.“ sagte er nachdenklich. „Wenn nächstes Jahr mein Sohn von der Uni kommt...“ Die beiden Männer gaben einander die Hand. „Ich weise dann meinen Sekretär Euangelion an, das Geld zu überweisen, Herr Leifson und würde die drei Ponys gleich nach Norderney zaubern.“ „In Ordnung – und es ist immer ein Vergnügen mit Ihnen Geschäfte zu machen, Herr Mornigstar-Göthsson-Rayne.“ Die drei Pferde verschwanden und fanden sich unter ihren Artgenossen auf Norderney wieder und Eric Leifson stand wieder vor seinem Haus und verabschiedete seine Kunden, die auch gleich darauf verschwunden waren. Luca und Sophia eilten sofort in den Stall, wo sie und die ihnen folgenden anderen Zeugen der Begrüßung der drei neuen Mitglieder der Ponyherde wurden. Chrysi Avgi schmiegte sich an den Hengst, der fast die gleiche goldene Farbe hatte wie sie. Belial trat hinzu. „Na, du brauchst wohl auch einen Namen... und wo Lucas sich für einen griechischen entschieden hat... Chrysafénios, Goldener passt bestimmt...“ "Lucas wird sich total freuen, Onkel Lucifer." versicherte Christina-Luciana ihm. "Hm... ja... glaub ich auch... und bis er da ist, darfst du dich um ihn mit kümmern, junges Fräulein." "Aber ich habe doch Djöfullin!" "Du wolltest ein Pferd für Linnéa!" "Du bist gemein!" schmollte das kleine Mädchen. Jasper grinste. "Hast wohl Angst, dass dein Teufelchen eifersüchtig wird? Wobei der doch total verschossen in Lucianos Morgensternchen ist." neckte er sie und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die zwei Pferde, die bei Luciano standen und von ihm gekrault wurden.
"Können wir gleich ausreiten, Papa?" fragte Luca. "Morgen, lasst die drei Neuen erstmal ankommen und ich rufe Henrik an, damit er sich die drei erstmal ansieht - sozusagen die "Ankunftsuntersuchung"." Er lächelte und streichelte seinem Sohn über den Kopf. "Ihr könnt sie erstmal striegeln und dann füttern. Das müsst ihr auch lernen." Enttäuscht, dass sie heute nicht mehr ausreiten durften schlichen Luca und Sophia mit den anderen Kindern in die Stallungen. Jasper und Christian zeigten den beiden, wie man die Pferde versorgen musste und halfen den beiden immer wieder, wenn sie Hilfe benötigten. Christina Luciana und Luciano konnten diese Aufgaben bereits schon selbst erledigen - ohne Hilfe. Ihr Vater und Ilse liefen Richtung Haus. "Ich mache dann mal Kaffee, während du Henrik anrufst, Kuchen ist ja noch etwas da, und ich kann noch schnell... " "Du musst nicht noch extra backen - ich möchte eh keinen Kuchen, mir genügt ein Pharisäer." Ilse nickte und lief in die Küche machte Kaffee und Pharisäer, während er es sich auf einem Liegestuhl bequem machte und Henrik anrief, dieser versprach sofort vorbei zu kommen. Als Ilse wieder auf die Strandterrasse trat lag der Höllenfürst auf einem Liegestuhl, die Augen geschlossen und eine Hand auf dem Magen. "Hast du Henrik erreicht?" fragte sie als sie den Pharisäer auf den Tisch neben sein Smartphone stellte. "Ja, er kommt in etwa einer Stunde vorbei. Er hat noch ein paar... Tiere in seiner Praxis zu behandeln." antwortete er flüsternd. Ilse, die ihn mittlerweile sehr gut kannte, sah die Traurigkeit in seinen schönen, blauen Augen. Er war teilweise in geselliger Runde ungewöhnlich ruhig und sie hatte den Eindruck, dass er sich vormittags in Arbeit stürzte und nachmittags Zeit mit den Kindern verbrachte, um die die Tage möglichst schnell hinter sich zu bringen. Sie sorgte sich jedoch, ob er dies noch einen ganzen Monat aushält. Sie sorgte sich ganz schon um ihren Sohn. Er erhob sich langsam und nahm gleich einen Schluck.
"Ich habe mir überlegt... jetzt wo Christian hier auf Norderney ist und Jasper dadurch auch öfters hier ist, könnten wir doch heute die ganze Familie Rass zum Abendessen einladen, wenn du nichts dagegen hast." Er seufzte. "Ach Mutti, wie könnte ich dir verwehren deine Freunde einzuladen? Wenn du es schaffst, in einer Stunde ein Abendessen für so viele Personen zu kochen - falls nicht, dann kann ich auch noch etwas zaubern."
Nachdem er seinen Pharisäer getrunken hatte, betrat er die Küche und stellte seine leere Tasse in die Spülmaschine. "Ich bin mal draußen bei den Kindern und sehe mir an was meine zwei Lütten bereits gelernt haben." Ilse lächelte ihn liebevoll an. "Ich habe alle eingeladen, Henrik bringt sie gleich mit - gibst du mir bitte Bescheid, wenn sie kommen?" Er nickte und verließ die Küche. "Und habt ihr mit euren Ponys schon Freundschaft geschlossen?" Sophia und Luca nickten und sagte wie aus einem Mund. "Ja. Können wir jetzt reiten gehen?" Sie schauten ihn bittend an. "Nein! Denn erstens sagt man bitte, wenn man etwas möchte und zweitens, habe ich euch vorher schon gesagt, dass Henrik sich die Pferde erst ansieht. er kommt gleich vorbei. Aber wir reiten trotzdem erst morgen aus!" sagte er streng. Die sechs Kinder starrten ihn überrascht an. So bestimmend kannten sie ihn gar nicht, sie wagten im Moment aber nicht ihrem Vater zu widersprechen. Christian, der sehr einfühlsam war und sofort merkte, wenn es seinem Lieblingsonkel nicht gut ging und Jasper, der ja schon älter war und dadurch auch merkte, dass der nette Nachbar, bei dem sein Pferd untergebracht war, anders war als sonst - schauten sich besorgt an. "Geht es dir gut, Onkel Lucifer?" fragte Christian deshalb. Der Höllenfürst wandte sich seinem ältesten Neffen zu. "Stell mir die nächste Zeit noch einmal diese Frage und du bekommst eine blöde Antwort, denn blöde Fragen bedeuten blöde Antworten." sagte er und begab sich in die Box von Nightshadow.
Der schwarze Hengst wieherte vor Freude. Lucifer streichelte ihm über den Hals und den Rücken. Der Hengst stubste ihn immer wieder an und lief nach vorne, wobei er seinen Besitzer sanft aus der Box schob. Der Höllenfürst sah ihm fest in die schwarzen Augen. "Möchtest du ausreiten?" flüsterte er. Das Pferd wieherte laut und nickte mit dem Kopf. Er trat neben das Pferd, sprang auf und gallopierte aus dem Stall auf den Strand zu. "Ich bin gleich wieder da!" rief er Henrik und den anderen zu, als diese gerade aus ihrem Auto ausstiegen. Er ließ Ilse mental eine Nachricht zukommen, dass ihre Gäste da wären.
"Das ist jetzt aber gemein, er reitet aus und wir müssen bis morgen warten." meckerte die älteste Tochter des Höllenfürsten. "Ist es nicht Sophia. Deinem Papa geht es nicht gut, weil deine Mama vermisst und Sorgen, die ihn belasten. Er braucht das jetzt und das hat Nightshadow auch gemerkt, deshalb hat er ihn so aus der Box geschoben." erklärte Jasper. Christian nickte bestätigend, als die Kleine ihren Cousin ansah. "Er reitet bestimmt gleich morgen mit euch aus, während ich in der Schule bin." Die Zwillinge nickten etwas bedrückt. Während Freya, Rasmus und Friederike schon mal ins Haus liefen um Ilse zu begrüßen, betrat Henrik den Stall.
"Hallo zusammen." "Hallo Onkel Henrik. Lucian kommt bestimmt gleich wieder." Sein Onkel nickte. "Ja, ich fange einfach schon mal mit der Untersuchung der drei Ponys an." "Schau mal, Onkel Henrik, das ist meine Falda di Neve!" rief Sophia. "Na, noch eine Schneeflocke?" fragte der Arzt belustigt. "Und ich vermute mal das hübsche Mädchen da vorn ist Luna? Und huch, Chrysi Avgi hat aber mit Chrysafénios einen wirklich hübschen Freund gekriegt." "Papa hat dir die Namen verraten..." schmollte die Kleine. "Na ja, ich sollte doch wissen mit wem ich es zu tun habe, oder, junges Fräulein?"
Etwa fünfzehn Minuten später betrat Belial zusammen mit Nightshadow den Stall. Höflich begrüßte er Henrik, der auch sofort merkte, dass er nicht gerade gute Laune hatte und sehr traurig wirkte. Dieser verlor aber erst mal kein Wort darüber. "Ich habe die neuen Ponys untersucht und kann dir nur bestätigen, dass sie bei bester Gesundheit sind und du einen sehr guten Kauf getätigt hast, Lucian. "Danke Henrik, das freut mich natürlich." "Onkel Lucifer ich habe auch Chrysafénios versorgt." sagte sie leise und umarmte seine Beine. Ihm war sehr wohl bewusst, dass seiner kleinen Patentochter klar war wie er sich fühlte, da diese wusste wie es ist nicht mit jemandem den man sehr mag zusammen sein zu können. Er ging in die Hocke und umarmte das kleine Mädchen. " Das hast du ganz toll gemacht, Luciana. Du weißt, dass ich dich nicht bestrafen wollte, weil ich von dir verlangt habe Linnea`s Pferd mit zu versorgen. Ich wusste, dass du es kannst und ich bin sicher, Lucas wird diese Aufgabe gerne übernehmen, ebenso wie Oma Ilse und auch ich werde mich um das kleine Pony kümmern. Wir helfen also alle zusammen, bis Linnéa soweit ist, dass sie sich selbst darum kümmern kann." Christina nickte und umarmte ihn nochmal. "Ich hab’ dich lieb, Onkel Lucifer." sagte sie löste sich von ihm und rannte ins Haus. "Ich habe Durst!" Die anderen Kinder folgten ihr ins Haus. "Deine Kinder sind echt reizend. Vor allem dein Töchterchen, ebenso wie deine kleine Patentochter und sie scheinen dich sehr zu mögen." Belial nickte. "Ich weiß. Danke, dass du so schnell vorbeigekommen bist um nach den Ponys zu sehen. Sag Ilse bitte, dass ich noch mein Pferd versorge. Ich komme dann anschließend auch zum Essen." Henrik nickte und lief zur Strandterrasse, wo der Tisch schon gedeckt war.
Nach etwa zehn Minuten kam auch der Sohn der Gastgeberin und setzte sich an den noch einzigen freien Platz. Ilse tat ihm sofort von dem Hamburger Pannfisch auf und etwas Kartoffeln. "Halt Mutti, das ist genug." Diese sah ihn kurz an. "Aber Lucian, das ist ja grad mal die Hälfte von dem was Sophia drauf hat und du magst doch den Fisch wenn er nicht roh ist." Er schloss kurz die Augen. "Ja, aber nicht so viel Fisch, dann muss ich als Engel nicht wirklich essen und außerdem habe ich im Moment so gar keinen Appetit, egal um welches Essen es sich handelt. Akzeptiere das bitte." antwortete er ruhig.
Ilse stellte die Schüssel wieder hin, setzte sich und begann zu essen. Nach dem Abendessen verabschiedeten sich alle von der Familie Rass. Christian verzog sich in sein Zimmer und las noch in seinem neuen Buch. Der Höllenfürst brachte die Kinder ins Bett, sang ihnen etwas vor und las ihnen noch eine Geschichte vor, bei der sie schließlich einschliefen. Auch er schlief kurz darauf in seinem Schlafzimmer ein.
Am nächsten Morgen saßen Ilse, die eine Frühaufsteherin war, Lucifer und Christian gemeinsam am Tisch in der Küche, als Sophia barfuß und in ihrem Nachthemd in die Küche kam. "Papa, Papa, gehen wir jetzt reiten, du hast es versprochen." "Ja, aber doch nicht am frühen Morgen und außerdem hab’ ich erst meinen ersten Kaffee und deine Geschwister und Luciana schlafen noch. Erst mal wird ordentlich gefrühstückt, dann richtet ihr euch und dann können wir gehen." Das kleine Mädchen seufzte und setzte sich an den Tisch neben ihrem großen Cousin. "Danke Oma Ilse." sagte sie wirklich lieb, als diese ihr eine Tasse heiße Schokolade hinstellte. Christian verabschiedete sich, um in die Schule zu gehen. Ilse setze sich wieder an den Küchentisch und trank ebenfalls ihren Kaffee. Etwa zehn Minuten später stand Ilse auf und bereitete das Frühstück für ihre Familie zu. "Mach nicht zu viel. Mir genügt mein Kaffee." Ilse seufzte, sagte jedoch nichts darauf.
Nach dem Frühstück löste er sein Versprechen ein, das er seinen Kindern gegeben hatte. "Warum kann ich den Sattel nicht einfach drauf zaubern? fragte Luca. "Weil ich möchte, dass ihr das Satteln lernt. Ihr sollt ja nicht alles mit Zauberei machen! Also herkommen und zusehen!" Die Zwillinge folgten ihrem Vater und passten genau auf wie er den Sattel auf seinem Pferd festmachte. "So jetzt seid ihr dran, so wie ich es euch gezeigt und erklärt habe!" Die Zwillinge gaben sich große Mühe, während ihr Vater die Sattel der beiden älteren Kinder überprüfte. Nachdem er auch die der beiden kleinen kontrolliert und festgezogen hatte, gab er noch ein paar Anweisungen. "Wo wir gerade dabei sind: Woher könnt ihr eigentlich zaubern? Und das auch offenbar so kontrolliert, dass ihr euch das Satteln mit Magie zutraut?" wollte er wissen. Luca und Sophia drucksten rum und gestanden schließlich: "Wir haben Onkel Samyaza und Tante Mathilde angebettelt und auch Onkel Hagiel es uns zu zeigen..." murmelte sein Sohn schließlich. Der Höllenfürst seufzte. Anschließend machte er mit seinen Kindern und seiner Patentochter einen kleinen Ausritt. Er passte besonders auf seine Zwillinge auf, da diese das erste Mal auf einem Pferd saßen. Sie stellten sich jedoch sehr geschickt an. Als sie nach dem Ausritt zurückkamen und gerade ihre Pferde versorgt hatten, kam auch schon Christian von der Schule. Die Kinder freuten sich über die Schnitzel und die Pommes, die Ilse heute zum Mittagessen gemacht hatte.
Am Nachmittag kam Jasper vorbei um zusammen mit Christian nochmal auszureiten und anschließend am Strand zu spielen. Seit der nette Nachbar Lucian ihm auch ein Pferd gekauft hatte war er jeden Tag da, weil ein Pferd ja jeden Tag versorgt werden musste. Der Höllenfürst verzog sich in sein Arbeitszimmer in seinem Haus auf Norderney und verkroch sich in Arbeit. Ilse sorgte sich ein wenig, da er sich dabei immer wieder ein Gläschen oder eine Zigarette gönnte. Zum Kaffee kam er jedoch wieder herunter und wurde dann sofort gleich von den Kindern zum Spielen am Strand verpflichtet.
Als Jasper zu Hause war und die Kinder im Bett verzog er sich dann abermals mit einem Pharisäer in sein Arbeitszimmer. Ilse machte sich Gedanken und beschloss mit ihm zu reden.
Gegen Abend wurden Sandalephon und Kat nach San Francisco gerufen. Während sie ihre Eltern mit ihrem Bruder und Linnea besuchte, begab er sich in die Cathedral of Saint Mary of the Assumption. Nachdenklich sah Sandalephon Michael Bryce durch das kleine Fensterchen des Beichtstuhls an. „Das heißt, die haben dich für würdig eingestuft schon in zwei Wochen deine „Guru-Weihe“ für ihre obskure Kirche zu kriegen?“ fragte er nach. Michael Bryce hatte sich bei ihm gemeldet und den Vorschlag gemacht sich zur Beichtzeit zu treffen – im Beichtstuhl und gebeten, dass der Seraphim sich tarnen möge. Sandalephon hatte sich in einen alten Mann verwandelt, der auf einen Stock gestützt zur Beichte erschienen war – wie es jedem Außenstehenden erscheinen musste. Der Erzbischof von San Francisco nickte. „Weißt du das genaue Datum schon? Der Ort wird ja wohl noch nicht bekannt gegeben sein, oder?“ „Doch, Ort ist die Missionsarche und ich soll abgeholt werden. Mir ist also vage der Ort aber nicht das genaue Datum und die genaue Zeit bekannt. Die Arche kann überall sein...“
„Nun ja... es ist schwierig dich mit einem „Marker“ zu versehen – egal ob von Lucifers oder Vaters Seite... Wer auch immer von der einen oder anderen Seite seine Finger im Spiel hat, würde den bemerken... Schon diese Verbindung zu Lucifer und mir ist eine gewagte Sache... Du müsstest allerdings... gleich Bescheid geben, wenn du abgeholt wirst und dann „online“ bleiben damit wir dich verfolgen können. Vater hat sein Okay gegeben, dass meine Frau Lucia dann mit ihrer Legion eingreifen darf – zumindest mit einer Kohorte... also dürften wir die Sache bald in den Griff kriegen...“ „Das hört sich gut an. Es muss Schluss sein mit diesem Blödsinn. Wie geht es Lucian?“ „Nun ja... seine Frau ist noch im Himmel... zur Reinigung... und das noch – wie er mitgeteilt bekam – vier Wochen... das nimmt ihn natürlich mit. Danke übrigens, dass du nur mich kontaktiert hast. Die ganze Sache nimmt nämlich wirkich mit – verständlicherweise...“ Der Erzbischof lächelte. „Leider würde es ihm nicht wirklich helfen, wenn ich ihn zur Messe einlade... Schade eigentlich, andere finden durchaus Trost...“ Sandalephon lächelte. „Du kannst es ja versuchen, deine Kirche hier ist sehr modern und du bist... doch sehr weltlich und auf dem Boden geblieben... aber am besten tust du das erst, wenn wir mit dieser blauen Kirche fertig sind. Sonst merken sie noch was.“
In diesem Moment kam jemand dicht am Beichtstuhl vorbei. „Und sonst, mein Sohn, hast du noch weitere Sünden zu beichten?“ fragte der Erzbischof etwas lauter. „Ja, ich hatte unzüchtige Gedanken beim Anblick einer Frau die sehr viel jünger ist als ich, Pater.“ antwortete Sandalephon mit einem Grinsen. Inzwischen war die Person stehen geblieben und schien zu lauschen. „Ist es bei den Gedanken geblieben?“ „Nun... nein... ich habe mich ihr auch in eindeutiger Absicht genähert...“ „Halte dich zurück, mein Sohn. Sie hat hoffentlich angemessen reagiert!“ „Oh... ähm... ja... das hat sie Pater...“ murmelte Sandalephon gespielt schuldbewusst. Die Schritte gingen weiter. „Drei Rosenkränze, eine Kerze zu Ehren Gottes und unsere Kollekte würde sich über eine angemessene Spende freuen, mein Sohn.“ Der Seraphim zog amüsiert eine Augenbraue hoch, antwortete jedoch möglichst demütig: „Danke Pater...“ Damit humpelte Sandalephon auf seinen Stock gestützt aus dem Beichtstuhl, zündete die geforderte Kerze an, bekreuzigte sich ein Gebet murmelnd und pflichtschuldig aussehend, ging zum Kollektenkasten, zückte die Brieftasche aus der er zwei 100$-Scheine zog und hineinwarf, dann verließ er die Kathedrale, rief nach einem Taxi und ließ sich zum Hafen von San Francisco bringen um die private Fähre zu nehmen, die ihn nach Angel Island bringen würde. Erst auf dem Boot verwandelte er sich in seine sonst gebräuchliche Menschengestalt zurück.
Der Donnerstag verlief auf Norderney ähnlich. Lucian ritt mit seinen Kindern aus und verbrachte die Zeit dann wieder mit Arbeiten, kam jedoch zu den Essenszeiten wieder herunter. Nach dem Abendessen verpflichteten ihn seine Kinder jedoch noch zum Spielen, bevor er sie fürs Bett fertigmachte.
Sandalephon stattete Derek und Rachel am Donnerstag einen Besuch ab. "Hallo Derek, kann ich dich bitte einen Moment sprechen? Ich brauche deinen Rat. Es betrifft Lucifer. Und du kennst ihn besser als ich." Derek sah den Erzengel etwas überrascht an, nickte dann jedoch. "Lass uns in die Bibliothek gehen." antwortete sein Schwiegervater in spe. "Also, worum geht es?" fragte er, während er Sandalephon Wein einschenkte. "Ich habe mich gestern in der "Cathedral of Saint Mary" mit Michael Bryce getroffen." Er erzählte Derek kurz was Bryce berichtet hatte. "Und jetzt bin ich am überlegen, ob ich es ihm erzähle. Ich habe halt Angst, dass er sich zu sehr aufregt." Derek seufzte. "Sicher wird er sich aufregen. Aber wann regt Lucifer sich nicht auf? Und er regt sich vermutlich noch mehr auf, wenn du es ihm verheimlichst und er es dann selbst herausfindet. und in den meisten Fällen... wird er das." "Ja, ich mache mir Sorgen, weil er seit drei Wochen eh schon so gereizt ist, wegen Selvaggia. Er vermisst sie und wird irgendwie von Tag zu Tag gereizter. Ilse meinte vorher, er fängt an sich in Arbeit zu verkriechen. Sie sorgt sich sehr um ihn." Derek nickte. "Du aber auch. Du scheinst ihn sehr zu mögen, oder kommt mir das nur so vor?" Der Engel schüttelte den Kopf. "Du hast schon recht - ich mag ihn wirklich. Also denkst du ich soll es ihm sagen?"
Derek nickte. "Du musst ihn aber dann nach dem ersten Wutausbruch beruhigen und klarstellen, dass er während der Weihe nicht so ausflippen darf, wenn er überhaupt mitkommen will. Denn er muss ja schon an diversen anderen kirchlichen Ereignissen in die ungeliebten Kirchen. Er wird es dir wie gesagt nur übel, wenn dun ihm etwas verheimlichst und dass er mal hin und wieder einen Ausraster wegen etwas bekommt, musst du akzeptieren. Das ist Lucifer! Ich werde auch mal noch mit Rachel auf Norderney vorbeischauen, Lucifer ablenken." Sandalephon lächelte dankbar. "Danke Derek!" "Gerne geschehen." Sandalephon zauberte sich wieder an die Loire zu seiner Frau und den Kindern.
"Lucian, ich habe mit Freya telefoniert und... sie kommt nachher vorbei, um sich das Haus von Sandalephon mal anzusehen. Dieser Feigling Jansen konnte ja nicht schnell genug nach Norddeich abhauen. Vielleicht könnte man ja dann Morgen schon etwas besprechen, wenn sie mittags zum Essen kommen." gestand sie am Freitagmorgen, als sie zusammen mit Christian am Frühstückstisch saßen. Er sah kurz von seinen Unterlagen auf. "Ach - wann denn?" fragte er beiläufig und nippte an seinem Kaffee. "Gestern, während du gearbeitet hast. Bist ja die letzten beiden Tage fast nur noch in deinem Arbeitszimmer oder hast immer irgendetwas zu tun." Abermals sah er auf. "Wann ist nachher?" erkundigte er sich. "Um halb zehn, kommt Freya vorbei." Er nickte und widmete sich wieder seinen Unterlagen. "Onkel Lucifer, können wir mal noch etwas Tolles unternehmen? Vielleicht irgendein Museum mit Schiffen? Das interessiert mich nämlich sehr." Er nickte. "Können wir nächste Woche gerne mal machen." "Nehmen wir auch Jasper mit?" fragte der Junge. "Wenn seine Eltern es erlauben gerne." Christian stand auf und umarmte ihn. "Danke Onkel Lucifer. Ist ein sehr schöner Name." fügte er noch grinsend hinzu, griff nach seiner Schultasche und verließ das Haus.
Gegen halb zehn kam Freya vorbei. Die Innenarchitektin hatte sich das Haus angesehen, einen Grundriss der beiden Etagen und des Daches besorgt und saß nun mit Ilse und Belial am Tisch. "Also an sich ist das Jansen-Haus etwas größer als euer Haus hier. Der Dachstuhl muss dort auch neu gemacht werden. Ich habe unserem örtlichen Zimmermeister schon Bescheid gegeben. Als ich mit Kat und ihrem Verlobten gesprochen habe... oder ist er inzwischen ihr Mann?  - meinten beide, dass sie gern 3-5 Kinderzimmer hätten... für ihre Neffen und Nichten, beziehungsweise Kats Geschwister... zumindest erstmal." Belial lächelte. "Vor Vater sind sie verheiratet... vor der Welt... na ja... Wilde Ehe... sozusagen. Aber doch, die beiden lieben Kinder, wobei Kat erst in 10 oder 15 Jahren welche bekommen wird." Freya nickte nachdenklich. "Ich hatte gedacht, dass man oben im Dachgeschoss, wenn man das ausbaut, gut die Kinderzimmer unterbringen kann... dazu müssten die Zimmerleute halt nur Dachfenster einbauen." Der Höllenfürst lächelte. "Das ist eine schöne Idee - eine ganze Kinderetage..." Sie besprachen noch eine ganze Weile die Inneneinrichtung - Belial hatte beschlossen seine älteste Patentochter und ihren Verlobten mit der Fertigstellung des Hauses zu überraschen, dann verabschiedete die Innenarchitektin sich. Auf der Schwelle des Hauses drehte sie sich um: "Übrigens, Lucian, wenn unsere Kleine kommt: Henrik und ich sind uns einig, dass du um das Amt des Patenonkels nicht rumkommst!" sagte sie zwinkernd. Gespielt stöhnend antwortete er: "Womit hab’ ich das nur verdient?" - obwohl es ihm doch ein wenig schmeichelte. Sie lachte und verabschiedete sich, dann ging sie in Richtung ihres Hauses davon.
Den Nachmittag ab dem Kaffee verbrachte er wieder mit seinen Kindern. Am Abend ging er mit Ilse nochmal die Pläne von Freya durch. Er genoss seinen Pharisäer, während Ilse sich mit einem Tee begnügte. "Meinst du Sandalephon und Kat gefällt das?" Er nickte. "Bestimmt, er erwähnte erst, dass ihm die Einrichtung dieses Hauses sehr gefällt und wir sind darauf eingegangen und haben sein Haus ähnlich eingerichtet." Nach einer Weile wünschten sie sich eine gute Nacht und gingen schlafen.
"Kaffee, Zigarette und Handy. Sieht so dein Samstagmorgen aus?" grummelte Ilse, als sie die Küche betrat und ihn mit Kaffee, Zigarette, Unterlagen und Handy in der Hand am Tisch sitzen sah. Er seufzte. Ilse machte sich einen Kaffee und setzte sich zu ihm an den Tisch. "Schlafen die Kinder noch?" Er nickte. "Meinst du nicht, dass du es in letzter Zeit übertreibst mit arbeiten? Und dann nur Koffein, Alkohol und Nikotin. Und..." weiter kam sie nicht, da sie unterbrochen wurde. "Was geht dich das an?" fauchte er sie an. Erstens: Schadet mir keines dieser drei Genussmittel, Zweitens: Bin ich ein erfolgreicher Industriemagnat und habe wirklich zu arbeiten. Drittens: Lenkt es mich wenigstens zeitweise von der Sehnsucht ab." Sie starrte traurig in ihre Kaffeetasse. "Und dass sich andere, die dich gern haben... Sorgen um dich machen... das stört dich gar nicht?" Er seufzte. "Ach Mutti! Ich genieße es ja manchmal bemuttert zu werden, aber..." Er brach ab und presste mit einem kurzen Stöhnen eine Hand auf den Bauch und verzog dabei für ein paar Sekunden schmerzhaft das Gesicht. "Ich habe wirklich zu tun und... gegen die Sehnsucht nach Selvi hilft im Moment eh nichts." Sie sah ihm direkt in seine schönen, blauen Augen. "Aber du musst auch mich verstehen Lucian, es tut mir weh, dich so traurig zu sehen und... du hast nicht mehr nur Magenschmerzen, das sind mittlerweile schon Krämpfe, die auch in den Bauch übergehen. Leugnen zwecklos. Mein verstorbener Mann hatte auch solche Probleme, er hatte einen Reizdarm und hat ihn nie wieder losbekommen. Und du scheinst das auch zu haben, zumindest neigst du dazu. Nur deshalb sorge ich mich so um dich."
Er seufzte, legte sein Handy weg und nahm sie in den Arm. "Tut... mir... leid. Ich wollte dich nicht anfahren und es ist schön zu wissen, dass jemand da ist, der sich Sorgen macht. Ich halte das schon aus. Einen gewissen Grad an Schmerzen halte ich aus - und das weiß auch Sandy.  Mach dir nicht zu viele Gedanken, wenn die Schmerzen zu stark werden nehme ich auch etwas von den Tropfen, aber eben nicht jedes Mal. Und ich mache diesen Auftrag noch fertig, dann noch einen Anruf tätigen und dann mache ich einen Ausritt mit meinen Kindern. Etwa eine Stunde später stand er mit Luciano, Christina Luciana und seinen Zwillingen im Stall. Er musste während des Ausritts auch mal kurz anhalten um etwas von den Tropfen zu nehmen. Er nahm zwei davon, da die Schmerzen doch sehr stark waren. "Papa? Hast du Bauchschmerzen?" fragte sein Ältester. "Ja, aber... ist schon gut! Komm lass uns weiter reiten." Vater und Sohn ritten nebeneinander und hinter den Zwillingen und Luciana. "Die haben aber ganz schön schnell reiten gelernt, Papa." Dieser nickte. "Das stimmt, die beiden machen das schon sehr gut!"
Als sie gegen Mittag wieder auf dem Anwesen erschienen, waren die Gäste, die Ilse zum Mittagessen geladen hat bereits eingetroffen.
Lachen erklang aus der Küche. Ein flüchtiges Lächeln erschien auf dem Gesicht des Höllenfürsten. Kat und Sandalephon waren mit Lucas, Linnéa, Said-Angelo, Jan, Samantha und Catherine gekommen. Als er um die Ecke sah genoss er einen Moment das friedliche Bild: Sandalephon zeigte Ilse gerade wie man Pfannkuchen – sie hatte das bisher immer mit einem Teller gemacht – mit einem leichten Schwung der Pfanne in die Luft warf um sie zu wenden und brachte die alte Dame zum Lachen – freudigem Lachen, da es ihr schnell gelang das selber zustande zu bringen. Lucas saß neben Kat, die Linnéa auf dem Arm hatte und fütterte sie mit einem Brei. Vermutlich war das eine von Sandalephons speziellen Formeln die für eine optimale Entwicklung sorgte. Eins musste er seinem Bruder lassen: Als Pharmazeut hatte Sandalephon wirklich Talent. Das Schmerzmittel, die Tropfen, die speziell für ihn entwickelt waren, wirkten besser als jedes menschliche Schmerzmittel das Sariel ihm je in die Hand gedrückt hatte und zudem besaß es keine Nebenwirkungen wie Benommenheit, Müdigkeit oder war kein Stimmungsaufheller.
Kat spürte ihren Onkel und sie sah zur Tür. Lächelnd begrüßte sie ihn. Ilse rief begeistert: „Lucian, Junge, schau mal was Sandalephon mir beigebracht hat! Was meinst du was ich jetzt „cool“ für die Kinder bin!“ Wider Willen fast, musste er lachen. „Ja, ich habe gesehen, dass du in Zukunft mit Pfannkuchen jonglieren wirst.“ antwortete er und küsste seine Adoptivmutter sanft auf die Stirn. Es war fast beängstigend wie schnell die alte Dame sich mit ihrer energischen Art seit seiner Hochzeit, wo sie ihm und Selvaggia das Haus geschenkt hatte, in sein Herz geschlichen hatte. Seine Kinder liebten sie, keine „richtige“ Großmutter könnte von Kindern mehr geliebt werden. Für Selvaggia war sie eine wundervolle Ersatzmutter und Schwiegermutter geworden. Ilse kam mit seinen Stimmungsschwankungen zurecht und ließ sich von ihm nie wirklich einschüchtern. Sie konnte sehr gut einschätzen, wie weit sie gehen konnte und wusste, dass er nie wirklich grob zu ihr werden würde, da er sie wirklich liebte wie ein Sohn. Er hätte sich – das gestand er sich ehrlich ein – keine bessere Mutter wünschen können als Ilse. „Du bist ein echtes Naturtalent, Ilse.“ lobte Sandalephon die alte Dame. Belial musste schmunzeln. „Na, du aber auch. Wenigstens kannst du jetzt Pfannkuchen machen und Kat etwas entlasten, wenn du mal kochst.“
Sandalephon zwinkerte seinem gefallenen Bruder zu. Beide wussten, dass er exzellente Köche beschäftigte wo es notwendig war – was der Höllenfürst genauso gemacht hatte – vor Ilse, und was er ohne Ilse auch auf Norderney gemacht hätte, wäre es nötig gewesen Selvaggia zu entlasten. Andererseits mussten sie beide und auch Kat nicht wirklich essen. Sie waren alle drei Seraphim. „Na, mit was füttert Lucas denn Linnéa gerade? Vermutlich hast du wieder was zusammengerührt, oder?“ Sandalephon lächelte. „Nein, diesmal nicht. Ilse hat für ihr jüngstes Enkelkind Grießbrei gekocht.“ Der Höllenfürst hob die Augenbraue. „Und wie du siehst, schmeckt es der Lütten! Da muss Sandalephon nicht immer irgendeinen Chemiekram zusammenpanschen!“ verteidigte die alte Dame das. Belial legte ihr sanft eine Hand auf die Schulter. „Das war nicht böse gemeint, Mutti, nur hat Sandy die Angewohnheit für – wie ich das inzwischen einschätze – jeden der es nötig hat, was zusammen zu rühren, gemeinsam mit Jophiel. Spezielle Nährlösungen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen für Linnéa, die Schmerztropfen für mich, für Jan hat er wohl auch Nährlösungen entwickelt und das wird er wohl auch für jedes weitere Kind machen. Es hat mich nur gewundert, dass er dich nicht überredet hat irgendwas von dem Kram zu köcheln... wobei ich mich wohl nicht wundern sollte, denn ich weiß ja, dass er notfalls den Kochlöffel von dir um die Ohren kriegen würde, wenn du dich durchsetzen willst.“ sagte er grinsend.
Ilse lachte. „Na, den Kochlöffel wohl nicht.“ Sandalephon schmunzelte. „Ilse würde wahrscheinlich gleich zum Nudelholz greifen.“ neckte er sie. „Dada!“ rief in diesem Moment Linnéa. Sofort eilte der Höllenfürst zum Tisch. „Ja, hallo meine Süße!“ sagte er liebevoll. Vorsichtig gab Kat ihm die Kleine. „Willst du Linnéa weiter füttern, Onkel Lucifer?“ fragte Lucas. Der Höllenfürst nickte und nahm den Löffel. „Na, mein Spätzchen, Omas Grießbrei schmeckt besser als der Kram den dein Onkel immer zusammenrührt, was?“ sagte er und warf Sandalephon einen spöttischen Blick zu. Mit einem leisen Lachen antwortete der: „Wenn du damit fertig bist meine Bemühungen um das Wohl der Kinder runterzuputzen müsste ich dich kurz sprechen.“ Der Höllenfürst nickte. „Und ich habe ein Angebot von der örtlichen Zimmerei bekommen – wegen Erneuerung des Dachstuhls. Ist Jansen schon so fix ausgezogen und ihr habt es mit Freya Rass in die Hand genommen die Renovierung in die Wege zu leiten?“ „Ja, Jansen hat ja solche Angst vor meinem Jungen, dass er nicht schnell genug die Beine in die Hand nehmen konnte!“ schnaubte Ilse. „Wie? Du hast die Rechnung gekriegt? Ich hatte doch extra zu Freya gesagt, dass ich die Renovierung zahle!“ wollte der Höllenfürst wissen. „Die Rechnung ist an meine Immobilienholding gegangen. Der – menschliche – Chef des Unternehmenszweigs hat mich angerufen und gefragt wie ich das so schnell hätte in die Wege leiten können. Ich habe ihm nur gesagt, dass ich gute Freunde auf der Insel hätte und die offensichtlich schon einiges in die Wege geleitet haben.“ „Der soll mir die Rechnung gefälligst schicken! Die Renovierung ist mein... na ja... Hochzeitsgeschenk für mein Käthchen und dich!“ Um Sandalephons Mundwinkel zuckte es: „Aye aye Sir...“ antwortete er belustigt.
Als Linnéa offensichtlich satt war, bat Belial Kat sie schlafen zu legen, dann ging er mit Sandalephon in sein Arbeitszimmer. „Was gibt’s?“ „Ich habe... wirklich überlegt, ob ich dir was sage und habe auch mit Derek darüber geredet... der meinte, ich solle dir das nicht vorenthalten...“ Belials Blick verfinsterte sich. „Wovon redest du? Von diesen Giftmischern?“ fauchte er. Sandalephon nickte. In knappen Worten berichtete er von dem Besuch in der Kathedrale von San Francisco. Als er von seiner „Beichte“ berichtete begann der Höllenfürst zu lachen. „Du hast allen ernstes gebeichtet, dass du ein lüsterner alter Sack bist, der kleinen Mädchen nachstellt?“ fragte er grinsend. Sandalephon zuckte mit den Schultern. „Na ja... ist ja irgendwie nicht gelogen... Ich meine... Komm, Lucia ist gerade 19 und ich...“ Er fuhr sich verlegen mit einer Hand durch die Haare. „Ja, schon klar, bei dir – wie bei mir – kann man da ein paar Nullen dranhängen – na und? Du liebst Käthchen und sie dich. Und keine dieser „Nullen“ hinter deimem Alter lässt du sie spüren. Weißt du wie dieser kleine Schnösel Julien Dubois Kat behandelt hat?“ Sandalephon nickte. „Ich habe es in Lucias Gedanken gesehen... Dafür könnte ich ihm täglich eine reinhauen!“ „Dann sind wir uns ja einig. Und ich glaube, unsere „jugendlichen“ Frauen genießen es von uns „alten Säcken“ geliebt und auf Händen getragen zu werden. Tilly, Cassie, Selvi und Kat genauso wie Maria es mögen wird von Michael umsorgt zu werden. Wobei ich es genießen werde zuzusehen, wie sie ihm die Hölle heiß macht, wenn er für ihren Geschmack auf zu orthodox macht.“ Sandalephon lachte. „Oh ja, das werde ich auch genießen...“ gab er zu.
„Aber zurück zu diesen Giftmischern: Michael Bryce meldet sich bei dir und dann greift Käthchen mit einer Kohorte ein?“ „Sie oder unser Bruderherz. Das ist zumindest der Plan.“ „Ich werde König Paymon mit einer Kohorte von meiner Seite dazu holen. Ich will Anteil haben, wenn diese miesen kleinen Verräter sterben und meine Leute können diesen Abschaum gleich in die Hölle schaffen! Diesmal wird Vater mich nicht zwingen können eine von diesen Seelen freizugeben! Und ich werde mir diesmal auch Kylian Empestrier – Cassies Ex – holen... endgültig! Und wenn ich mich dafür mit Vater wirklich anlege!“ „Ich glaube nicht, dass das notwendig ist! Er ist – soweit ich das einschätzen kann – ziemlich wütend. Sonst hätte er das Eingreifen der Truppen nicht genehmigt! Und du bist nicht allein wütend, Metatron, Michael und auch Hagiel sind sauer, da sie wissen was hätte passieren können! Genauso ich, Bruder! Die hatten auch meine Schwiegereltern und meine Frau im Visier!“
„Lass uns zurückgehen. Mutti und Käthchen und die Kinder warten bestimmt langsam mit dem Essen. Und außerdem sollte ich langsam daran gehen mal das Zimmer von Allegra in Angriff zu nehmen. Ich hatte übrigens an Hamaliel als zweiten Paten von Oben gedacht... bei Samantha-Amelie Boyle leistet er gute Arbeit... wobei ich mir eine Vogelspinne als Haustier verbitten würde!“ Sandalephon lachte leise. „Ja, aber da hat auch Samyaza seinen Anteil dran.“ Der Höllenfürst schmunzelte. „Ja, das fürchte ich ja auch... wobei ich Nick und Alex da... etwas unterschätzt habe.“ Sie kehrten gemeinsam in die Küche zurück." Schön dass ihr grad kommt. Tragt das bitte mal auf die Terrasse. Wir essen noch draußen, es ist noch so schön warm." sagte Ilse und drückte jedem von ihnen eine Schüssel in die Hand. Es wurde noch ein fröhlicher Abend. Ilse freute sich, dass in gewissem Sinne auch mal ihre älteste, erwachsene Enkelin da war, denn so sah Ilse Meier die junge Frau.
Am späten Abend verabschiedeten sich Sandalephon und Kat. "Einer von uns kommt dann morgen vorbei um Lucas, Linnea, Said und Samantha wieder zu holen. Ich denke wir lassen sie jetzt hier weiterschlafen. Und du lass bis dahin die Finger von Spinny, denn das würde dir die kleine Sam übelnehmen." warnte Sandalphon seinen älteren Bruder. "Als ob ich mich an einer Spinne vergreife! Außerdem hat Ilse keine Friteuse in der man das Viech fritieren könnte." murmelte er, was Kat und Ilse zum Lachen brachte.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück machte Lucifer mit den Kindern einen Ausritt. Ilse hatte sich bereit erklärt auf Linnéa und auch auf Spinny aufzupassen, das hatte sie der kleinen Samantha versprechen müssen. Samantha, die ja kein Pferd hatte, durfte beim Höllenfürsten auf dem großen Pferd mitreiten. Für den Nachmittag hatte Ilse einen Ausflug in den Kurpark organisiert, einem idyllischen Park. Naturbelassene Wege, ein kleiner Teich mit Schwänen, großgewachsene Bäume und weite Grünflächen luden zum Spazieren und Entspannen ein. Zahlreiche Bänke boten Raum zum Verweilen. Da Sandalephon und Kat kurz vor Aufbruch auch vorbeikamen, um die Kinder wieder abzuholen mussten sie dann auch mit. "Ilse hat sich das in den Kopf gesetzt und jetzt wo ihr da seid müsst ihr eben auch mitgehen." grinste Belial.
Es wurde ein fröhlicher und entspannter Nachmittag. Am Abend begaben sich Kat und Sandalephon mit den Kindern wieder in ihr Haus zum Abendessen.
Die Kinder in Lucifers Haus auf Norderney waren so kaputt von dem Tag, dass sie unmittelbar nach dem Essen freiwillig ins Bett gingen. Christian las noch ein wenig und schlief dann aber auch ein, da er ja am nächsten Tag wieder in die Schule musste.
Montag Vormittag ritt Lucifer wie jeden Vormittag mit den kleinen Kindern aus, dann kümmerte er sich um Geschäfte und um den Umbau und die Gestaltung des Jansen-Hauses.
Als Jasper am Nachmittag vorbeikam, hielt er sein Versprechen an Christian und machte mit allen, selbst Ilse hatte er verpflichtet mal mitzukommen, da die ältere Dame vorher nie die Insel verlassen hatte. Er zauberte sie alle in ein ruhiges Eck in Wilhelmshaven. Sie schlenderten am Bontekai entlang, über die Kaiser Wilhelm Brücke. Fasziniert beobachteten die Kinder, wie sich die Brücke öffnete damit ein Schiff hindurch fahren konnte. Anschließend sahen sie sich am Südstrand, wie von Christian gewünscht das Deutsche Marinemuseum an. Selbst die kleinen Kinder betrachteten die Ausstellung interessiert. Aber am besten gefiel ihnen dann das Betreten der Schiffe und des U-Bootes im Außengelände des Museums. Nach dem Besuch des Museums kaufte Lucifer für alle ein Eis am Südstrand, wo sie anschließend noch an den Strand hinunterliefen. "Der Strand auf Norderney ist aber viel schöner!" sagte Christina. "Natürlich Schätzchen, die Strände auf den Inseln sind immer viel schöner, als die in den Städten." erklärte Ilse.
"Onkel Lucifer, ich würde gerne mal mit einem Schiff fahren." sagte Luca. "Und ich möchte Seehunde sehen!" sagte Sophia Aurora. "Dann will ich einen Leuchtturm sehen." meinte auch noch Christina Luciana. "Das ist doch alles machbar und eine ganz tolle Idee um euren Papa und Onkel auf andere Gedanken zu bringen. Ich organisiere euch die Ausflüge. Wir könnten doch gleich Morgen mit etwas starten. Lucian, was möchtest du als erstes machen?" Er seufzte. "Das ist mir egal." murmelte er und erhob sich vom Tisch. "Ich muss noch ein paar Verträge fertigmachen und sie dann faxen. Ihr könnt noch ein wenig spielen. Ich komme dann runter um euch für`s Bett zu richten. Christian du machst das wie immer selbst?" Der achtjährige Junge nickte. "Ja, Onkel Lucifer. Ich bin ja schon groß." Sein Onkel lächelte. "Ich weiß Christian." flüsterte er und zwinkerte dem Jungen zu, bevor er verschwand.
Nachdem er die Kinder ins Bett gebracht hatte und eine Gutenachtgeschichte vorgelesen hatte, trat er ins Wohnzimmer, wo Ilse gerade einen Film ansah. Er setzte sich und seufzte, als er sah um was für eine Art von Film es sich handelte. Er zückte sein Smartphone und begann seine Nachrichten durchzugehen. "So Junge, nun können wir mal zusammen durchgehen, was du mit den Kindern noch alles machen kannst, du kennst die insel ja selbst noch nicht so gut außer von deinen Ausritten, aber da reitest du ja meistens am Strand entlang. Wegen der Seehunde, da können wir eine Erlebnisfahrt zu den Seehundbänken buchen, da haben dann Luca und Sophia etwas davon." Er nickte. "Klingt gut." "Ja, ich würde vorschlagen, dass wir die Seehundbänke zuerst machen, da in einer Woche Schulferien sind, wie auch in einigen anderen Bundesländern. Da sind die dann ziemlich ausgebucht und die Schiffe sind richtig voll." Er nickte. "Na dann machen wir das am besten gleich morgen. Buchst du eine Fahrt für uns alle? Bitte." Ilse nickte.
Am Nachmittag des nächsten Tages waren alle auf dem Schiff. Die kleinen Kinder genossen die Fahrt wirklich sehr und hielten ihre Oma in Schach.
"Onkel Lucifer?" sagte Christian, etwas traurig und stellte sich neben seinen Lieblingsonkel, der an der Reling gelehnt auf das Meer starrte. "Ja, was gibt es Christian?" Der Junge räusperte sich. "Also ich habe nachgedacht und... also ich würde gerne nächstes Jahr weiter hier zur Schule gehen. Der Unterricht ist so toll und bei dir auf der Insel ist es wunderschön. Viel schöner als in Dublin und hier habe ich Freunde. Nicht nur Jasper... auch in der Schule habe ich Freunde gefunden. In Dublin an der blöden Nonnenschule, habe ich ich keine und... könntest du mir vielleicht helfen, mit meinen Eltern zu reden, dass ich nach den Ferien weiterhin hierbleiben darf?" Der gefallene Engel atmete einmal aus. "Puh - na gut. wir können ja mal mit ihnen reden." Er umarmte seinen Onkel. "Danke, ich habe dich so lieb Onkel Lucian." sagte er jetzt da sie auf dem Schiff waren und sich auch Touristen vom Festland darauf befanden.
Die Kinder waren ganz begeistert die Seehunde mal aus nächster Nähe zu sehen, auch die Schiffsfahrt gefiel ihnen sehr gut.
Den Rest der Woche arbeitete er zu Ilses Leidwesen die meiste Zeit, außer während Ausritte mit den Kindern. Hin und wieder sammelte er mit den Mädchen am Strand Muscheln, da diese sich Ketten und Armbänder basteln wollten. Er war sehr gerührt, als seine kleine Tochter Sophia ihm mit den Worten: "Ich hab’ dich lieb Papa!" eines schenkte, das er sich auch gleich an das rechte Handgelenk machte. Ilse hatte auch einen großen, aufstellbaren Pool besorgt, in dem sie zwischendurch alle am Strand planschen konnten.  Am Ende der Woche besuchte er an einem Vormittag mit Luciano, Christina, Luca und Sophia - Hagiel und Mathilde.
Der Höllenfürst hatte König Paymon instruiert Kat oder Michael – je nachdem, wer mit einer Kohorte himmlischer Heerscharen eingreifen würde, mit einer Einheit der höllischen Armee zu unterstützen. Es war ein Samstag an dem Sandalephon gerade mit Kat, Catherine und den Kindern beim Mittagessen saß, als er von Michael Bryce kontaktiert wurde. „Ich werde abgeholt!“ lautete die Info nur. Ruhig informierte er Kat, die ihm Linnéa auf den Arm legte um im Himmel eine Einheit aus den Legionen zusammenzurufen. Sandalephon informierte den Höllenfürsten, der seinerseits Anweisungen gab und dann persönlich an der Loire erschien. „Wissen wir wo diese komische Missionsarche ist?“ fragte er. Kats Mann nickte. „Vater hat das dankenswerterweise mitgeteilt. Kat und deine Kohorte sollen jedoch erst gegen Ende der Zeremonie eingreifen, denn dann können wir sicher sein, dass alle Vertreter dieser Kirche auf dieser Arche sind um an der Weihe teilzunehmen.“ Belial ballte die Fäuste, nickte jedoch. Sandalephon klopfte ihm auf die Schulter. „Selvi ist bald wieder bei dir und den Kindern, halt durch, Großer. Und du weißt, du bist bei Lucia und mir immer willkommen.“ Traurig lächelte der Höllenfürst. „Ich weiß... und Ilse und die Kinder haben auch versucht mich die ganze Zeit abzulenken... Christian will sogar auf Norderney bleiben und dort zur Schule gehen, weil er die Schule in Dublin öde findet und dort keine Freunde hat. Auf Norderney wird anders damit umgegangen wer seine Eltern sind... vor allem sein zweiter Vater oder... zeitweise Mutter... und Philip ist als Legatsleiter sehr anerkannt bei den Nonnen... das macht dem Jungen zu schaffen... außerdem ist er jünger als einige seiner Klassenkameraden – das kommt dazu...“
Sandalephon lachte leise. „Das wird Ilse gefallen. Und dir auch – du magst den Jungen und auch wenn er nicht als dein Neffe geplant war und er – für deinen Geschmack – einen wahrscheinlich unmöglichen Namen hat... und ich finde das gut, Lucifer.“
In diesem Moment erschien Kat mit einer Kohorte aus den ihr unterstellten Legionen. Neben ihr stand Camael. „Du brauchst Lucia gar nicht so auf die Pelle rücken!“ schnauzte Sandalephon ihn an. Der Engel sah ihn erstaunt an. „Eifersüchtig?“ fragte er irritiert. „Ja – immerhin warst du auch an Lucia... interessiert...“  murmelte der Seraph. „Sandalephon, seit Vaters Entscheidung – die ich respektiere und achte – sehe ich Katherine nicht mehr so... ihr Herz gehört dir, ihre Liebe gehört dir...“ Ein finsterer Blick ließ Camael dennoch mit einem Seufzen zur Seite treten, just in dem Moment in dem König Paymon mit der höllischen Abordnung von Soldaten erschien. Er begrüßte seine Patentochter und lachte als Lucas-Lucian und Said ihn fröhlich begrüßten.
Die Zeit schien zu schleichen. Belial ging unruhig auf und ab. Er sprach mit Sandalephon, er redete mit König Paymon. Er gab Kat Ratschläge und bat sie inständig sich nicht in Gefahr zu begeben, was die zu einem Lächeln reizte. Drei Stunden später schickte Metatron einen Boten, dass sie sich bereitmachen sollten. „In einer dreiviertel Stunde geht es los!“ rief Camael, was ihm einen tadelnden Blick von König Paymon eintrug und eine Zurechtweisung, dass diese Information zu geben Kat zugestanden hätte. Die lächelte nur. „Onkel Paymon, meine Legionen haben immer – da Michael, der große General mein Pate ist – das Gefühl, dass sie mich – trotzdem ich seine Stellvertreterin bin – beschützen müssen.“ „Das rechtfertigt keine Disziplinlosigkeit wie diese!“ schnaubte der höllische General. Kat grinste. „Ich rede mit Onkel Mike mal drüber.“ Versprach sie.
Nun ging alles recht schnell. Sie bekamen die Zielkoordinaten und erschienen gemeinsam auf der Missionsarche. Die Wachen wurden von den höllischen Kräften schnell erledigt und dann betraten sie die „Kathedrale“ wo im Chorgestühl etwa siebzig Gestalten saßen, alle in blauen Roben mit Purpurstreifen. Michael Bryce kniete vor einem alten Mann in einem blauen Gewand, blauem Pallium und viel Gold behangen, der zitternd eine Hostie hochhielt und mit knarzender Stimme eine Liturgie plärrte.
„Na, da haben wir ja die ganze Kaspertruppe beieinander!“ spottete der Höllenfürst laut – augenblicklich war Totenstille. Michael Bryce erhob sich und seufzte. „Na endlich! Ich hatte schon gedacht ich krieg hier gleich einen Anfall!“ murmelte er erleichtert. „Na, so schnell sicher nicht, Exzellenz.“ Antwortete Kat und wies die himmlischen Heerscharen an die Würdenträger der Blauen Kirche zusammen zu treiben. Doch dann hörte sie eine Stimme in sich: „Nein, lass General Paymon das mit den höllischen Soldaten erledigen, Katherine! Ich habe bei vielem Gnade, ich kann vieles verzeihen und milde ahnden, doch der Lohn für die Sünde meinen Enkeln und meinen Schwiegertöchtern nach dem Leben zu trachten ist und bleibt der Tod und die Verdammnis!“ Ganz offensichtlich hatte auch der höllische General die Nachricht gehört, denn er ballte die Faust im Triumph und grinste als er „Yeah!“ rief und ein: „Danke – das ist mal eine Entscheidung!“ in Richtung Himmel nachschickte. Ohne Gnade wurde einer nach dem anderen mit dem Flammenschwert eingeäschert. „Sieh an, sieh an... Kylian Empestrier...“ meinte der Höllenfürst verächtlich. „Wolltest du mieser Abschaum wirklich meine Kinder umbringen und meine Frau dazu?“ fragte er. „Gnade! Ich möchte Cassandra doch nur zurück!“ „Sie dich aber nicht!“ schnaubte Camael und alle sahen zu, wie das Flammenschwert den winselnden Komplizen der blauen Kirche einäscherte.
Sämtliche Unterlagen und Daten von der Missionsarche mit sich nehmend begab Camael sich auf Geheiß von Kat zum Vatikan um dem Papst von der Zerschlagung zu berichten und um die Fitnesscenter und ähnliches in den vatikanischen Besitz zu überführen. Einer der höllischen Kräfte blieb an Bord um die Mannschaft zu kontrollieren und das Schiff sicher in einen Hafen zu bringen. „Kommt, lasst uns heimkehren. Wie ist das mit dir, Michael? Willst du gleich nach San Francisco zurück oder Rodrigo Bericht erstatten, persönlich? Oder du kannst auch gern ein paar Tage bei Lucia und mir an der Loire oder sicher auch bei Lucifer auf Norderney verbringen.“ Sagte Sandalephon zu dem Bischof, der ihnen geholfen hatte. „Ich würde gern nach Hause. Kann mich jemand bringen?“ Kat winkte einen ihrer Krieger heran und gab ihm entsprechende Instruktionen.
Die Streitkräfte kehrten in Himmel und Hölle zurück und Kat, Sandalephon und der Höllenfürst an die Loire. „Ich werde dann mal zurück zu Ilse und den Kindern gehen. Kommt ihr Morgen zum Kaffee? Ich möchte mein Nesthäkchen mal wieder knuddeln.“ Sandalephon und Kat lächelten einander an. „Natürlich, Onkel Lucifer, sehr gern.“ sagte die junge Frau, „Und grüß Ilse von uns.“ fügte ihr Mann an, dann verschwand der Höllenfürst mit einem Nicken.
Ende
 
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