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Die blaue Gefahr

GeschichteMystery, Fantasy / P18 / Gen
Alexandra Moreau Catherine Corrigan Nick Boyle OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
30.01.2018
30.01.2018
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30.01.2018 13.458
 
In dem großen Esszimmer war zu Kats Überraschung für drei weitere Personen gedeckt worden – und für zwei Kinder. „Ähm... essen wir nicht allein?“ Sandalephon lächelte. „Ich vermute – da Lucifer gerade bei deinen Eltern ist und sie über Juliens Fehltritt aufklärt, dass sie mit uns – oder besser mit mir – reden wollen. Vermutlich halten deine Eltern mich für absolut unpassend und... na ja... warten wir ab. Und ohne deine Geschwister – oder Lucifer – werden sie ja doch nicht kommen... Auf jeden Fall habe ich Lucifer eine telepathische Einladung geschickt... Ob sie kommen weiß ich nicht, aber...“ Er seufzte leise. Kat griff nach seiner Hand. „Was ist los?“
Er lächelte sie an. „Lucia, ich weiß, dass ich... nie einfach sein werde. Ich bin wahrscheinlich sogar gefährlich, gefährlicher als Julien es jemals war oder gewesen wäre... und ich weiß, dass – hätte man dir oder mir vor einer Woche, ja an sich vorgestern gesagt, dass du mit mir hier in der Royal Suite im Burj Al Arab sein würdest und wir einander so nah sein würden, mein Herz beim Klang deiner Stimme schneller schlägt, oder besser: schlagen darf... und mein Körper sich nach jeder noch so kleinen Berührung von dir... verzehrt – wir beide denjenigen für verrückt erklärt hätten. Aber... ich... Lucia, ich möchte, dass du eins weißt: wir haben auch als Engel mit gezügelten Gefühlen durchaus sehr individuelle Gefühle haben können – nicht so starke wie Lucifer oder unsere gefallenen Brüder, aber... Sympathien oder Antipathien die mal stärker oder schwächer waren... Ich habe... Lucia, ich hätte Seraphiel damals vierteilen können als er dich enttäuschte. Ich hätte dich bei seinen verletzenden Worten und noch verletzenderen Taten gern getröstet und musste das schweren Herzens anderen überlassen. Ich... ich habe mich oft unsichtbar bei euch auf Angel Island aufgehalten und so auf dich und deine Geschwister hin und wieder aufgepasst – und ja...“ er lachte leise, „schamlos gelauscht, wenn die zwei sich darüber unterhalten haben, dass sie gern noch einen kleinen Bruder hätten, da sie meinen schon sehr „groß“ zu sein und eure Eltern dann einsam und allein wären...“
Kat sah ihn fragend an. „Was willst du mir damit sagen?“ Sandalephon lächelte. „Eigentlich nur, dass ich schon sehr lange etwas für dich empfinde, seit ich dich das erste Mal gesehen habe...“ flüsterte er. Kat sah ihn überrascht an, denn sie hatte davon keine Ahnung gehabt. Aber sie lächelte. "Ich... also mir ist klar geworden, dass ich Julien nicht mehr möchte. Ich kann ihm nicht mehr vertrauen und... ich fange an mich... ähm... für dich auch so zu empfinden... also... ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich mit dir..., dass ich dich auch lieben kann, das tue ich ja schon irgendwie." Kat sah etwas beschämt zu Boden, weil sie gerade so herumgestottert hatte. Sandalephon, der das aber durchaus richtig verstanden hatte und wusste was Kat ihm mitteilen wollte, lächelte, schloss die hübsche junge Frau in seine Arme und drückte sie liebevoll. "Das freut mich sehr Lucia, ich hatte schon befürchtet, dass du mich ganz ablehnst und unserer Liebe keine Chance gibst." Kat schmiegte sich an ihn und fühlte sofort wieder wie sehr sein Herz raste. Dieses Gefühl, der Geborgenheit und auch das geliebt werden hatte sie bei Julien vermisst. Es fühlte sich bei Sandalephon so anders an - irgendwie richtig. "Ich empfinde auch sehr viel für dich. Es ist ein viel besseres Gefühl, als ich es jemals bei Julien hatte und weil du meintest, dass es mit dir nicht einfach ist. Das ist es mit Onkel Lucifer auch nicht. Ich liebe ihn ja irgendwie... so wie ich Derek liebe, als Vater eben und das ist manchmal echt nicht einfach mit ihm. Und na ja... wenn man Selvi und Lucifer beobachtet - also - da läuft auch nicht immer alles rund, aber sie lieben sich trotzdem. Also würden wir das bestimmt auch hinbekommen." antwortete sie diesmal flüssiger und grinste ihn an. "Also können wir deinen Eltern und Lucifer, berichten, dass wir beide Gefühle füreinander haben und wir es gerne miteinander versuchen wollen?" fragte er liebevoll lächelnd. Kat erwiderte das Lächeln und nickte.
In diesem Moment erschien Lucifer mit ihren Eltern und den Zwillingen. Keiner von den Erwachsenen sagte ein Wort, als sie sahen in welch inniger Umarmung Sandalephon und Kat dastanden. Ihre Geschwister rannten auf ihre große Schwester zu um ihr freudig in die Arme zu springen, was die Umarmung der beiden automatisch löste. Sandalephon trat zu ihren Eltern. Er begrüßte erst Rachel, wobei er sich sehr höflich und charmant erkundigte, wie es ihr und ihrem ungeborenen Sohn ginge. Dann reichte er Derek die Hand zur Begrüßung und blickte anschließend zu seinem ältesten Bruder. "Lucifer, schön dich wieder zu sehen." Lucifer schenkte ihm ein höfliches Nicken. Anschließend bat er sie Platz zu nehmen, wo auch sofort die Getränke serviert wurden. Für die Erwachsenen gab es einen sehr teuren Wein, die Zwillinge bekamen eine Saftschorle. Die Stimmung war etwas angespannt. Kat räusperte sich und brach das Schweigen. "Mum, Dad, Onkel Lucifer hat euch bestimmt schon erzählt, was mit... Julien vorgefallen ist." "In der Tat und dieser Mistkerl braucht gar nicht mehr aufzutauchen!" schimpfte Rachel. "Keine Sorge Mum, das wird er nicht. Ich kann ihm nicht mehr vertrauen und zweifle daran, dass er mich jemals wirklich geliebt hat. Ich habe erfahren, dass auch ich sozusagen Gefühle für Sandalephon bekommen habe und ich muss gestehen, dass ich mich bei ihm wohler fühle und auch spüre, dass von seiner Seite Gefühle da sind, was bei Julien nie der Fall war. Wir hatten vorher ein Gespräch..." Sie brach kurz ab, da die Vorspeise serviert wurde. "...und haben beschlossen..." sie blickte kurz liebevoll zu Sandalephon, der unter dem Tisch ermutigend ihre Hand drückte. Lucifer nippte immer wieder an seinem Wein und beobachtete seine Patentochter und seinen Bruder, wobei es ihm hauptsächlich darum ging, wie die beiden miteinander umgingen. Was er sah überraschte ihn schon sehr, da er erkennen konnte, dass wirklich Liebe im Spiel war.
"Dass wir es versuchen möchten. Ich weiß, dass Gott mir diese Gefühle gegeben hat, aber ich habe sie und..." "Unseren Segen hast du. Wir möchten nur, dass du - da die Beziehung ja gerade erst anfängt ... also, dass ihr euch mit heiraten noch Zeit lasst, denn das wäre mir dann doch zu schnell." erlöste Rachel ihre Tochter. Die daraufhin sehr erleichtert wirkte. Kat blickte ihren Patenonkel, der bisher auch noch nicht dazu geäußert hatte. "Onkel Lucifer? Da ich für dich auch ähnliche Gefühle habe wie für Dad.., wäre mir dein Segen auch sehr wichtig." fragte Kat ihn ganz direkt.
Er schenkte ihr ein Lächeln. "Ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment dachte ich bin im falschen Film, als Vater uns mitteilte, dass er euch beiden Gefühle füreinander gegeben hat. Aber was Julien sich geleistet hat..." er brach kurz ab und stöhnte leise auf, weil sein Magen sich wieder meldete, so merkten auch Kat und Sandalephon, dass er wieder verstärkt Magenprobleme hatte. "...also das ist auch aus meiner Sicht unverzeihlich. Und da ich weiß, dass Sandy so etwas niemals machen würde, habt ihr auch meinen Segen. Auch wenn es zu Anfang sagen wir mal... etwas gewöhnungsbedürftig ist. Und wir dann wohl einiges zu klären haben, was die Botschaft angeht, denn die Stelle die Julien übernehmen sollte... fällt ja jetzt weg, aber wie gesagt, nach der Kreuzfahrt." antwortete er charmant wie immer und aß anstandshalber ein paar Löffel der Suppe, die seinem Magen im Moment nicht wirklich gut bekam, bevor der erste Hauptgang serviert wurde. "Danke Onkel Lucifer, das bedeutet mir sehr viel." Den Kindern wurden Pommes und Chickennuggets serviert. Für die Erwachsenen gab es Hummer Thermidor, der allen sehr gut schmeckte. Sandalephon räusperte sich. "Ich muss euch jetzt auch noch etwas gestehen. Zuerst mal: ich freue mich, dass ihr alle drei euren Segen gegeben habt sozusagen, ich hatte ja echt schon das Gegenteil befürchtet und hoffe es bleibt jetzt auch so, da Vater..." er sah kurz zu Lucifer. "Du weißt es schon oder?" Dann folgte ein kurzer Gedankenaustausch auf dem Pfad der Seraphim, so dass es auch Kat mitbekam. "Ja Brüderchen und für mich ist es in Ordnung, da ich weiß, dass du dich benehmen wirst." antwortete er mit einem frechen Grinsen.
"Vater hat uns ebenfalls seinen Segen gegeben, wie Lucifer und Selvaggia, bevor die beiden geheiratet haben. Das mit dem Kinderkriegen ist wie gehabt, erst wenn Lucia alle ihre Studien beendet hat und soweit ist und es selbst möchte. Ich hoffe mal das ist für euch auch in Ordnung. Ich werde nur intimer werden, wenn Lucia es möchte, ansonsten werde ich sie niemals anrühren!" versicherte er glaubhaft. Lucifer spürte, dass sein Versprechen wirklich aufrichtig war, was er bei Julien niemals gespürt hatte, wenn es um Gefühle zu Kat ging, genau wie das was Sandalephon für seine Patentochter empfand, fühlte sich auch für ihn richtig an.
Derek und Rachel schluckten kurz. Es war doch etwas viel gerade, wobei sie fast schon damit gerechnet hatten, dass es da jetzt keine Einschränkung mehr gab. Lucifer, der ihre Unsicherheit jedoch bemerkte redete mit ihnen in Gedanken. "Das ist in Ordnung. Ihr könnt Sandalephon vertrauen." Daraufhin antwortete Derek. "Haben wir uns fast gedacht. Wenn Sie Ihr Versprechen diesbezüglich halten, haben wir kein  Problem damit." Sandalephon lächelte dankbar. "Danke. Ich werde euer Vertrauen nicht enttäuschen und bitte hört auf mit dem Sie, denn ihr siezt keinen der anderen Engel." Kats Eltern nickten. Lucifer nahm sein Weinglas in die Hand und hielt es hoch. "Ich denke jetzt wo das fürs erste geklärt ist sollten wir... Sandy in der Botschaftsfamilie willkommen heißen." sagte er charmant. Während sie anstießen und einen Schluck tranken wurde als zweiter Hauptgang ein Angus-Steak serviert, was bei Lucifer Übelkeit hervorrief, als er das rosagebratene Fleisch vor sich hatte. Dazu konnte er sich im Moment nicht überwinden. Er schob es etwas von sich und wandte sich an den Gastgeber. "Entschuldige Sandy, aber ihr habt sicherlich schon bemerkt, dass mir mein Magen heute wieder etwas Probleme macht, von daher werde ich diesen Gang auslassen." Sandalephon und Kat versicherten ihm, dass dies unter diesen Umständen vollkommen in Ordnung wäre. Wobei Sandalephon bemerkte, dass es seine Verlobte traurig machte und sie sich um väterlichen Freund sorgte. Zärtlich streichelte er unter dem Tisch ihre Hand in seiner.
„Derek, Rachel... Lucia und ich bleiben für drei Nächte – und die Suite ist für bis zu sechs Erwachsene und vier Kinder ausgelegt... Ihr hättet auch euer eigenes Zimmer... wenn Kat in mein Zimmer umzieht... aber die Betten sind Kingsize und wir können auch genug Abstand halten... Ich würde euch vier gern einladen die Zeit hier mit uns zu verbringen. Das könnte eure Skepsis etwas abmildern... immerhin habt ihr mich als... zukünftigen Schwiegersohn sehr abrupt vorgesetzt bekommen und... nun ja... es gibt hier auch sehr schöne Angebote für die Kinder, was euch beiden Gelegenheit böte mal auszuspannen... Und ehrlich gesagt: Ich habe den morgigen Flug mit dem Helikopter schon für vier Personen gebucht... Und auch ich würde euch gern besser kennen lernen. Ich war zwar ab und zu im Legat – unbemerkt von euch allen und habe...“ Christina-Luciana und Lucas-Lucian kicherten. „Glaubt Onkel Sandalephon wirklich, dass wir ihn nicht gesehen haben, Onkel Lucifer?“ fragte sie flüsternd und verschwörerisch an den Höllenfürsten gewandt. Der grinste. „Scheint so, Spätzchen.“ antwortete er leise mit einem spöttischen Blick zu Sandalephon.
Überrascht blickte der die Zwillinge an. „Ihr wusstet...?“ „Ja, zuerst hat Lucian ja gedacht du wärst Onkel Metatron, aber dann haben wir gemerkt, dass du viel ernster bist und manchmal gar nicht Onkel Metatron sein konntest weil der was mit Onkel Lucifer gemacht hat – für die Botschaft. Und da haben wir mal Tante Cassie gefragt und die meinte, dass du Onkel Metatron voll ähnlich siehst...“ Sandalephon schmunzelte. „Und ihr habt euch natürlich auch erkundigt wo meine Zuständigkeiten liegen?“ fragte er. Verlegen kaute Christina-Luciana auf ihrer Unterlippe, dann nickte sie. „Aber Mama und Papa freuen sich auch über unseren kleinen Bruder, der bald kommt!“ warf sie sofort ein. Sandalephon lachte herzlich auf. „Ihr seid mir zwei kleine Schlingel!“ Lucas Lucian grinste. Er stand auf, ging um den Tisch zu Sandalephon und zupfte an seinem Ärmel. Der Seraph hob ihn auf seinen Schoß und neigte sich ihm zu, da er merkte, dass der kleine Junge ihm etwas ins Ohr flüstern wollte. „Bist du uns böse?“ hörte er etwas besorgt. Liebevoll nahm er den Kleinen in den Arm. „Wie könnte ich? Ihr seid so liebe Kinder – und da habe ich gern auch mal bei Vater wegen eines kleinen Bruders angefragt.“ antwortete er belustigt. Lucas drücke ihm ein feuchtes Küsschen auf das Kinn. „Du bist auch lieb, Onkel Sandalephon.“ Der Seraph räusperte sich etwas verlegen. „Danke... aber Lucas-Lucian, Christina-Luciana, könntet ihr das Onkel weglassen? Denn ich bin... der Freund eurer Schwester und wenn ihr mich dann „Onkel“ nennt, kommt das etwas komisch für andere Menschen rüber. Und in Gegenwart anderer Menschen... bin ich Sam, fast genauso wie ihr euren Onkel Lucifer ja vor anderen Menschen auch Onkel Lucian nennt.“
Die beiden Kinder grinsten und nickten. Derek und Rachel sahen einander erstaunt an. „Sie... du hast auf die beiden aufgepasst?“ fragte Kats Mutter überrascht. Sandalephon nickte. Ihm war das etwas - vielleicht nicht peinlich, aber doch nicht gerade angenehm. „Und ich habe mich gewundert, warum sie oft so ruhig durchgeschlafen haben und morgens... das mit den frischen Windeln... das waren nicht immer ihre Paten, oder?“ Sandalephon zuckte verlegen mit den Schultern. „Nein, nicht immer... Und ich habe mir auch die Freiheit genommen die zwei ab und zu nachts mit dem Fläschchen zu füttern... allerdings mit einer speziellen Formel die ich entwickelt habe... extra für die zwei... damit du, Rachel, etwas entlastet warst...“ Sprachlos starrte Rachel ihn an. „Hört mal, ich bin... ich habe mir – wie einige von uns – durchaus ein Leben auf der Erde aufgebaut – unter anderem als Genetiker – darin habe ich auch einen Doktorgrad. Ebenso in Mechatronik und Informatik. Ich kann für Lucia – oder Katherine – sorgen, problemlos.“ Derek und Rachel schwiegen. Sandalephon fuhr ein wenig hastig fort: „Und die Einladung kommt von mir persönlich, denn ich habe einige Pläne umgeworfen für diese Reise, die Astaroth und Lucifer eigentlich für Julien und eure Tochter geplant hatten... denn, wenn Julien aufrichtig bereut hätte und ihr seine Untreue gestanden hätte, dann hätte Vater ihm sicher auch verziehen... Aber das hat Julien nicht getan... und Vater hat mich geschickt... Also wollte ich, dass Katherine-Lucia Zeit mit mir verbringt und...“ Er sah etwas hilflos zu Kat. Die lächelte ihn liebevoll an. „Was mein Schatz sagen will, Mom, Dad: Onkel Lucifer und Onkel Astaroth, Onkel Metatron und Onkel Michael hatten für Julien und mich an sich immer Aufenthalte in irgendwelchen... Immobilien vorgesehen, die einem von ihnen gehören... und... er wollte mir „seine Welt“ zeigen. Und ich fände es toll, wenn ihr die drei Nächte und Tage hier mit uns bleibt. Ich bin sicher, ihr werdet es nicht bereuen!“
„Oh bitte, Daddy und Mommy. Sam kann total lustig sein und kennt ganz viele Spiele und Geschichten und er hat uns auch Lesen beigebracht.“ bat Kats Bruder. „Also ich... ich weiß nicht...“ murmelte Rachel. „Mommy, bitte!“ bettelte nun auch Christina-Luciana, wandte sich an Sandalephon und fragte: „Darf Onkel Lucifer mit Tante Selvi und Luciano, Luca, Sophia und Linnéa auch kommen?“ Der lächelte. „An sich gern, Herzchen, aber eigentlich wollte ich euch besser kennen lernen, eure Eltern und euch beiden. Wie wäre es, wenn wir Lucifer und seine Familie in seiner Villa auf Bali treffen und dort gern alle die vorgesehene Woche gemeinsam verbringen – oder in meinem Palais in Reims oder meinem Haus in Edinburgh? Oder ich habe eine Idee: Ich plane nochmal um und ihr kommt mit euren Eltern im Juli in meine Burg in den schottischen Highlands – und euer Onkel Lucifer kommt mit seiner Familie dazu?“ Staunend sah Lucas ihn an. „Du hast wirklich eine Burg?“ Sandalephon lachte leise. „Ja, und ich bin sogar der „Ehren-Chief-Thane“ des dort ansässigen Clans. Ich wollte den Titel nicht und die Burg stand damals zum Verkauf, weil der eigentlich aus England stammende Besitzer kein Interesse daran hatte... und an den Leuten umher sowieso nicht..“ „Oh ja!“ riefen beide Kinder wie aus einem Mund. Derek lächelte. „Ich fürchte, Lucifer, wir sehen uns dann auf jeden Fall wohl im Juli in den Highlands?“ Der Höllenfürst sah Sadalephon forschend an. „Ist das eine Einladung?“ fragte er ihn. „Ja, ich dachte, das wäre deutlich geworden, Lucifer.“ Bedächtig nickte der. „Gut, einverstanden... dann im Juli auf deiner Burg...“
Kat fiel auf, dass der Butler und der Kellner, die das Essen servierten und den nächsten Gang auftrugen – ein weiteres Fischgericht, was den Höllenfürsten fast angewidert auf den Teller schielen ließ – seltsam unberührt von der Unterhaltung waren – obwohl der Name „Lucifer“ oft genug gefallen war und die Unterhaltung in Englisch geführt wurde. Sandalephon wandte sich ihr augenblicklich zu und beantwortete ihre ungestellte Frage auf ihrem privaten mentalen Pfad: „Sie hören Lucian und Sam statt Lucifer und Sandalephon... und "Onkel Astair" haben sie statt deines „Onkel Astaroth“ vernommen, genauso wie sie Merlin statt Metatron gehört haben... Ich gebe zu, ich kontrolliere nebenbei die Gedanken – oder das Gehör beider.“ Überrascht, dass er ihr so nah war, dass er ihre Verwunderung gespürt hatte, lächelte sie. „In aeternum, anima mea...“ flüsterte er. "Tja... wo du unsere Kinder auf deiner Seite hast, da müssen wir ja fast bleiben, oder?" meinte Rachel lächelnd. "Darf Luciano kommen?" fragte Kats kleine Schwester sofort. Belial lachte leise. "Ich rede mit seiner Mama darüber und eventuell schicke ich ihn - wenn Sandalephon nichts dagegen hat.." Er sah zu dem Seraph. Der grinste. "Wie könnte ich es wagen meine zukünftige Schwägerin von ihrem zukünftigen...Ehemann fern zu halten?" antwortete er mit einem Zwinkern zu Christina-Luciana, die kichern musste, dann wandte er sich an Derek und Rachel: "Ich freue mich aufrichtig, dass ihr Lucias und meine Einladung annehmt. Wenn ihr erlaubt, werde ich bei Metatron und Cassandra anfragen ob sie jemanden schicken, der euch einige Sachen bringt - wobei ich gern gleich morgen früh mit euch allen einkaufen gehe - falls ihr das nicht wollt." Rachel lächelte: "Wie wäre es, wenn uns nachher jemand abholt, ich schnell mit Derek unsere Sachen packe, während du mit Kat auf die Zwillinge aufpasst, und wir dann wieder hierher zurückgebracht werden?"
"Das ist auch möglich... dann werde ich euch gleich einchecken und ihr bekommt die Schlüsselkarten für den Aufzug direkt hier... wenn ihr wiederkommt." "Und was machen wir morgen?" wollte Lucas wissen. "Das können wir nach dem Essen planen, junger Mann." antwortete Sandalephon ihm und lächelte, als der Kleine etwas skeptisch die Kinderportion von dem Fischgericht probierte und dann begeistert aß - ebenso wie seine Schwester. Belial schob seinen Teller - er saß zwischen den beiden Kindern - fast unauffällig an beide Teller der Kinder heran und teilte seine Portion zwischen beiden auf. Nach fünf Gängen - für die Kinder hatte es einen großen Eisbecher gegeben, für die Erwachsenen Mokka mit Gebäck, erschien Phanuel, der die Raynes freundlich begrüßte und sie nach Angel Island brachte.
Währenddessen wurden die Zwillinge ein wenig quengelig und Sandalephon schlug vor, dass sie im Suite-eigenen Kino einen Film anschauen könnten. Begeistert nahmen die beiden Kinder den Vorschlag an. "Du kommst doch mit, oder Onkel Lucifer?" fragte die kleine Christina-Luciana. Dieser seufzte. "Ach Süße, ich mag eigentlich keine Filme wie Arielle und ich ..." "Bitte Onkel Lucifer!", bettelte das kleine Mädchen. "Und du kannst dich schon mal dran gewöhnen, was glaubst du wollen Sophia und Linnea sehen, wenn sie älter sind?" sagte Kat lachend. Lucifer verzog das Gesicht, da er wusste, dass seine älteste Patentochter recht hatte. "Siehst du, Kat sagt auch du sollst mitkommen." sagte das Mädchen und ihr Bruder half ihr an ihrem Patenonkel zu ziehen, um ihn zum Aufstehen zu bewegen. Er seufzte ein weiteres Mal. "Wer kann denn euch beiden schon widerstehen?" antwortete er und erhob sich mit schmerzverzerrtem Gesicht, was nicht nur Kat und Sandalephon sahen, sondern auch die beiden Kinder. Lucifer versuchte es sich irgendwie in dem Kinosessel bequem zu machen, da momentan jede sitzende Position unbequem war. Letztendlich lag er in den XXL - Doppelsitzen, auf der Seite. Sein linker Arm hing über Lehne zu dem Sitz, in dem Christina Luciana saß. Er hatte liebevoll seinen Arm um seine "Nichte" gelegt, die rechte drückte auf die schmerzende Stelle am Magen. Lucas saß auf der anderen Seite neben dem Doppelsitz.
Als die Raynes eine gute Stunde später von Angel Island mit Gepäck in Phanuels Begleitung zurückkehrten fragte Rachel belustigt: "Und, was habt ihr mit den Kleinen geplant?" fragte Rachel belustigt. "Erstmal gehen die zwei in den Sindbad-Kinderclub, während wir den Rundflug mit dem Helikopter über Dubai machen. Danach werden wir ins Aquaventure gehen und abends in die Dubai Mall um uns das Aquarium dort anzusehen... und die beiden Kleinen wollen sicher einige Andenken haben - wie ihr ja vielleicht auch... und dann wollten wir uns die einzige für Touristen zugängliche Moschee, die Jumeirah Moschee, am Tag darauf ansehen und über den Gold-Souk schlendern... und dann wollten wir mit euch den High Tea in der Skyview-Bar hier im Burj al Arab einnehmen und den Tag mit einem Kinofilm hier im Kino in der Suite ausklingen lassen. Wobei das wohl der neuste Disney-Film wird - oder einer der älteren, die Christina-Luciana und Lucas-Lucian nicht kennen können, da die Zwillinge ja dabei sind... Gegen Mittag am nächsten Tag checken wir aus. Kat und ich fliegen nach Südafrika und zwei Tage später nach Neuseeland. Phanuel wird euch vier nach Angel Island oder Paris bringen, ganz wie ihr wollt. Und bevor ihr fragt: Die Zwillinge testen gerade schon mal das Kino und schauen "Arielle die Meerjungfrau" von Disney. Und ich habe Popcorn bestellt und finde wir könnten eigentlich mit den beiden mitgucken, was meint ihr?"
Als die vier anderen Erwachsenen sich zu den Kindern und Lucifer ins Kino gesellen wollten, lag Lucifer immer noch so da. Die Augen waren geschlossen, aber er schlief nicht. Sie wollten gerade eintreten, als Derek, der zuerst gehen wollte die anderen zurückhielt, als seine kleine Tochter aufstand und sich vor ihren Lieblingspatenonkel stellte. Sie beobachteten, wie das Mädchen sanft seine Hand wegschob und begann seinen Bauch zu streicheln. Er öffnete die Augen und lächelte. "Was machst du da Christina Luciana?" fragte er flüsternd. "Ich mache deine Bauchschmerzen weg, Kat sagte das geht, wenn man ein bisschen streichelt und drückt. "Bist du süß." sie lächelte ihn liebevoll an. "Hilft es?" "Ja, es ist sehr angenehm, Süße." Seine Nichte strahlte zufrieden.  "Das ist ja so süß, da sieht man wie sehr Christina ihn mag. Sie merkt sowas. Sie sagt öfter mal ziemlich bedrückt: "Onkel Lucifer hat wieder Bauchweh."" Sandalephon nickte. "Ja, süß ist es. Nur... dass es leider nicht wirklich hilft, dazu hat Christina nicht die nötige Kraft. Lucifer lässt sie in dem Glauben es würde helfen. Er sagte ja es ist sehr angenehm, was mit Sicherheit auch der Wahrheit entspricht."  Mit einer kurzen Handbewegung linderte er Lucifers Magenschmerzen ein wenig indem er etwas von seinen Selbstheilungskräften in ihn fließen ließ. "Danke Sandy." flüsterte der Höllenfürst in Gedanken. Sie betraten das Kino um die zweite Hälfte des Filmes gemeinsam mit den Kindern und Lucifer anzuschauen. "Gerne geschehen, Lucifer!" antwortete Sandalephon, wahrheitsgetreu.
Nach dem Film verabschiedete Lucifer sich bei allen zum Schluß von Kat und Sandalephon. Er zog Kat fest in seine Arme und flüsterte in Gedanken und nur für sie hörbar. "Versprich mir dich zu melden, falls was ist." "Mach ich. Aber ich bin sehr glücklich mit Sandy - und das viel mehr als mit Julien, ich hätte es auch nicht gedacht aber... Sei Vater bitte nicht böse. Es ist richtig so - und er ist total romantisch und charmant und liebevoll, Onkel Lucifer, jedenfalls fühlt es sich so an." Er lächelte und ließ das Mädchen wieder runter. "Ich bringe euch Luciano morgen früh vorbei, wenn ich ihn jetzt bringe, riskiere ich Ärger, auf den ich verzichten kann." Sandalphon nickte. Bis morgen dann Lucifer und richte Selvaggia liebe Grüße von uns aus." "Werde ich machen." antwortete er und verschwand.
Spät am Abend kuschelte sich Kat an Sandalephon. "Danke für den wunderschönen Tag. Und du bist so süß mit meinen kleinen Geschwistern gewesen - auch ohne dass einer von uns es mitgekriegt hat... und in meinem Bruder hast du jetzt wegen deiner Burg einen echten Bewunderer..." flüsterte sie liebevoll und belustigt. Er lachte leise. "Ich liebe dich, Lucia - und ich mag deine Familie. Wir müssen uns zweifellos noch aneinander gewöhnen, deine Eltern und ich, aber sie sind warmherzige Menschen, die gelernt haben ihre Vorurteile beiseite zu schieben und sich selbst ihr eigenes Urteil zu bilden... und ich hoffe, dass unsere Kinder - wenn es in der etwas ferneren Zukunft soweit ist - und du überhaupt Kinder willst - auch so wundervoll werden wie deine Geschwister, so lebhaft, fröhlich und liebenswert." Kat grinste. "Klar will ich Kinder... aber so liebenswert, lebhaft und fröhlich wie du sie gerade darstellst sind die Zwillinge oft nicht - zumindest nicht wenn meine Schwester einen Tobsuchtsanfall kriegt, weil Luciano nicht kommen kann oder darf oder wenn Lucas trotzig ist, weil er Linnéa nicht sieht." "Nun, unsere Kinder wären Seraphim, Lucia... Sie könnten problemlos "teleportieren"... Das Problem hätten wir beide schon mal nicht... und auch sonst gäbe es... Unterschiede, nicht nur zu deinen Geschwistern, sondern auch zu Lucifers und Selvaggias Kindern. Jan dürfte am ehesten ein Beispiel sein - oder das zweite Kind von Metatron und Cassandra... aber wir können darüber ja auch mit Vater reden." flüsterte er und küsste sie zärtlich als er sie eng an sich zog, sodass sie geborgen an seinem Herzen lag.
Unterdessen zauberte sich Lucifer in sein Arbeitszimmer in der Hölle und holte Julien herbei. In dem Moment als er erschien rutschte dem Fürst der Hölle die Hand aus. Er schlug den jungen Mann hart ins Gesicht. Hart - aber dennoch kontrolliert, so dass er Julien keinen ernsthaften Schaden zufügte. "Was glaubst du eigentlich, mit wem du dich anlegst? Ich weiß durchaus, dass du versucht hast Kat zum wiederholten Male zu vergewaltigen, denn das hattest du heute doch vor. Und..." "Lucifer ich..." "Du schweigst! Ich rede! Von nun an heißt es für dich "Fürst Lucifer"! Und wenn du das nicht kannst dann bringe ich dich zum Schweigen, aber nicht auf die sanfte Tour, das verspreche ich dir!" brüllte er den jungen Mann an. "Und du bist momentan immer noch ein Engel beider Seiten, was heißt, dass ich noch immer... " er musst heute zum wiederholten Male innehalten um gegen den Schmerz anzukämpfen. Während er weiterredete drückte er eine Hand auf den Magen um den Schmerz erträglicher zu machen und sah Trotz in Juliens Augen aufflammen. "Denk nicht mal dran zu antworten oder zu reagieren! Du kommst so oder so nicht gegen mich an, selbst wenn ich etwas angeschlagen bin." "Gibt es auch irgendetwas was du nicht weißt?" fauchte Julien. Lucifer sah ihn wütend an. "Mach mich nicht noch wütender als ich schon bin, Junge. Wie gesagt... bin ich dein Chef und ich habe nicht vor noch einmal zusehen zu müssen, wie du Kat auch nur noch einmal anfasst und um dies zu verhindern... wirst bis auf weiteres hier in der Hölle bleiben! Deine Reisefähigkeit habe ich blockiert, was heißt, dass du die Hölle im Moment nicht verlassen kannst. Welche Strafe du von mir zu erwarten hast überlege ich mir noch, denn dazu hatte ich heute noch keine Zeit und in der Zwischenzeit bleibst du hier und zu deiner Info habe ich ein paar meiner Gefolgsleute auf dich angesetzt und Samyaza, der Kat auch sehr mag hat die freie Entscheidung ob er zu härteren Maßnahmen greift oder nicht!"
Julien und er standen mitten in der Hölle, wo Gadreel sie bereits erwartete. "Gadreel - du weißt Bescheid. Samyaza wird nachher auch noch erscheinen, denke ich." sagte er und verschwand nach Gadreels Antwort. Er tauchte auf Norderney wieder auf.
Er gab seiner Frau einen zärtlichen Kuss. "Sind die Kinder schon im Bett?" fragte er. "Hast du schon mal auf die Uhr gesehen?" stellte sie ihm eine Gegenfrage. "Kannst du mir auch mal normal antworten?" fauchte er grimmig. "Könnte ich, Schätzchen." antwortete sie frech. Er seufzte kurz. "Du traust dich ganz schön was, seit wir zusammen sind. Aber jetzt was anderes. Du sitzt doch nicht alleine hier, oder?" Sie lachte. Natürlich nicht! Ilse ist in der Küche und kocht uns gerade einen guten Kräutertee. Solltest du vielleicht auch trinken." Seiner Frau entging nicht, dass er Schmerzen hatte. "Vielleicht sollte ich das... das Essen in Dubai ist mir teilweise wirklich nicht gut bekommen, obwohl ich schon recht wenig gegessen habe. Ilse betrat das Wohnzimmer, stellte drei Tassen auf den Tisch und schenkte den Tee ein. "Brauchst du noch eine Wärmflasche?" fragte sie besorgt. "Du musst nicht extra nochmal gehen, jetzt habe ich heute den ganzen Tag durchgehalten, da geht es jetzt auch noch, außerdem hat Sandalephon ein wenig geholfen. Er erzählte kurz das wichtigste von dem Treffen in Dubai. "Luciana hat gebeten, dass Luciano vorbeikommt, ich meinte ich frage dich." beendete er seinen Bericht. "Warum nicht? Wie lange?" wollte seine Frau wissen. "Ich glaub drei bis vier Tage." "Ist ja kein Problem, dann sagen wir morgen in der Kita einfach Bescheid, dass Luciano den Rest der Woche Urlaub macht." Er nickte. "Ebenso wie die Zwillinge von Derek und Rachel, sie haben mich gebeten es in der Kita auszurichten." Selvaggia nickte.
In Dubai küsste Kat zärtlich Sandalephons Mundwinkel. „Ich... versteh mich bitte nicht falsch, aber... ich habe nichts dagegen, wenn wir... etwas... weniger an hätten... so eher gar nichts und... na ja... gegen ein wenig kuscheln und streicheln und so auch nicht...“ flüsterte sie. Liebevoll schloss er sie in die Arme und küsste sie leidenschaftlich, während er mental antwortete: „Ich eigentlich auch nicht, aber hör mal genau hin, cor meum..., da tapsen kleine Füßchen, da ist ein leises Flüstern...“ Kat nutzte das bessere Gehör einer Seraphim und seufzte. „Meine Geschwister...“ murmelte sie etwas frustriert. Sandalephon lachte leise. „Ja, sie können nicht schlafen, weil alles zu aufregend ist und wollen eine Geschichte und „Familienkuscheln“ und offensichtlich hat ihr Lieblingsonkel ihnen auch das Gotteslob nicht vorgesungen...“ Kat grinste ihn an. „Und da du der Geschichtenexperte bist – wie mein kleiner Bruder ja meinte...“ Er grinste zurück. „Nicht zu vergessen, dass ich nicht nur tolle Geschichten kenne, sondern auch tolle Spiele...“ flüsterte er als sich die Tür zu ihrem Schlafzimmer öffnete.
„Die schlafen aber doch, Luciana!“ flüsterte Lucian. „Unsinn! Sandalephon ist ein Seraph wie Onkel Lucifer und muss nicht schlafen – und Kat auch nicht.“ antwortete Kats kleine Schwester energisch. „Aber die beiden könnten Nackedei sein und ein Baby machen...“ wandte Lucian ein, was Luciana mit einem: „Kat kriegt nicht so schnell ein Baby und Sandalephon ist genauso schüchtern wie Onkel Michael!“ beantwortete und damit den „schüchternen“ Freund ihrer Schwester zum Lachen brachte. Kat kicherte. „Ich glaube, ganz so „schüchtern“ wie Michael bin ich nicht, Christina-Luciana und wahrscheinlich wären wir beide auch „Nackedei“ gewesen, wenn ich euch zwei kleinen Trampeltiere nicht schon vor zehn Minuten gehört hätte.“ Lucas-Lucian wollte seine kleine Schwester sofort wieder aus dem Zimmer ziehen, doch Sandalephon machte mit einem Schnipsen das Licht an. „Na kommt schon, ihr zwei. Dann erzählen Lucia und ich euch die Geschichte von der schönen Rhea Silvia und ihrem Geliebten Mars und einem bösen Onkel und den Zwillingen Romolus und Remus...“ „Ich möchte lieber eine mit einem Prinzen und einer Prinzessin!“ rief Christina Luciana und hüpfte auf das Bett. Ihr Bruder zögerte ein wenig, worauf Kat ihn mit einem leisen Lachen schnappte und hinaufhob. „Na komm schon, Zwerg Nase...“ meinte sie belustigt.
„Mit einem Prinzen und einer Prinzessin?“ fragte Sandalephon lächelnd. „Ja, genau.“ „Hm... wie wäre es denn mit einem Märchen von zwei lieben netten Mädchen und einem Bären, einem bösen Zwerg...“ „Nein!“ „Na gut... Drei junge Mädchen und ein junger verzauberter König?“ Christina Luciana dachte nach, dann nickte sie. „Nun gut: Das Waldhaus...“ begann Sandalephon und erzählte lebhaft, mit vielen Stimmimitationen die Geschichte von den drei Schwestern, die auf dem Weg zu ihrem Vater falsch abbogen und in einem einsamen Waldhaus landeten, wo ein alter Mann mit einem Hähnchen, einem Hühnchen und einer bunten Kuh lebte... Und nachdem die Jüngste durch ihre Sorge um die Tiere den Fluch gebrochen und sich der alte Mann in einen jungen schönen König zurückverwandelt hatte wurde Hochzeit gefeiert. Auf das Drängen der beiden Kinder erzählte Sandalephon schließlich noch das Märchen von den sechs Schwänen und auch Allerleirauh. Selbst Kat hatte ihm fasziniert gelauscht. Als er merkte, dass die beiden Kleinen müde wurden begann er leise mit seiner reinen klaren Baritonstimme das Gotteslob zu singen und Kat fiel in glockenhellem Sopran ein.
Liebevoll betrachteten sie eine Weile die zwei schlafenden Kinder. „Lassen wir sie hier bei uns, oder soll ich sie eben in ihre eigenen Bettchen bringen?“ fragte Sandalephon Kat leise. „Ach, lass die zwei hier. Ich mag die zwei Nervensägen...“ antwortete sie grinsend. "Ich mag die beiden auch. Wusstest du, dass dein kleiner Bruder von mir mit Hilfe von Christinas Babypuppe lernen wollte wie man wickelt?" Kat grinste. "Will er demnächst Tante Selvi unterstützen und Linnéa wickeln?" Sandalephon nickte belustigt. "Und was hast du gesagt?" "Dass ich es ihm gern zeige, wenn seine erste Nichte oder sein erster Neffe auf die Welt kommt - worauf er natürlich etwas geknickt war. Und dann habe ich ihm versprochen, dass ich es ihm zeige, wenn euer kleiner Bruder auf die Welt kommt - allerdings unter der Voraussetzung, dass er mir verspricht, immer jemanden zu rufen und nie auf den Gedanken kommt allein wickeln zu wollen, weil da zu viel passieren könnte." Kat lächelte. Es war offensichtlich, dass Sandalephon Kinder liebte. Auch sein Patensohn Jan - mit dem sie nicht so viel Kontakt hatte - würde ihr wahrscheinlich ganz begeistert von seinem Patenonkel berichten, der immer für ihn da war, wenn er gebraucht wurde und genauso würde irgendwann auch Linnéa von ihm schwärmen. Fast taten die anderen Paten von Lucifers Jüngster ihr leid, immerhin würden sie gegen Sandalephon und sie als Team bestehen müssen...
Als Selvaggia sich auf Norderney zur Ruhe gelegt hatte ging Belial in das Zimmer seines Ältesten und weckte ihn sanft auf. „Mein Süßer, deine Cousine hat angefragt ob du mit ihr, Lucas-Lucian, Tante Rachel und Onkel Derek, Kat und Sandalephon zwei Tage in Dubai verbringen möchtest. Wenn du willst, bringe ich dich sofort hin.“ Luciano nickte. „Ich mag Onkel Derek – und auch Tante Rachel und Kat und Onkel Sandalephon ist auch nett... wie Onkel Sariel... sag mal Papa, hat Julien Kat wirklich so dolle weh getan, dass nur Onkel Sandalephon das Aua wegmachen kann?“ Der Höllenfürst lächelte traurig. „Ja, leider. Woher weißt du das denn?“ „Von Großvater und Onkel Astaroth. Der war nämlich ganz dolle böse mit Julien. Verhaust du ihm den Hintern? Ganz feste? Weil ich Kat nämlich mag. Und wenn Onkel Sandalephon ihr auch wehtut, dann verhaue ich ihn für Kat!“ Belial lachte leise. „Ja, Julien kriegt eine richtige Tracht Prügel von mir und dein Onkel Sandalephon ist sehr lieb mit Kat, aber das wirst du ja die nächsten zwei Tage selber sehen.“ Luciano dachte kurz nach, dann nickte er. „Und wenn du Hilfe beim Verhauen von Julien brauchst, dann helfe ich dir!“ Belial grinste. „Da frage ich besser deinen Onkel Samyaza, der ist größer und stärker als du und dann tut Julien das auch mehr weh.“ „Onkel Samyaza ist auch cool... aber sag ihm, er soll auch einen dicken Stock nehmen wenn er ihn verprügelt!“ Der Höllenfürst musste sich ein Lachen verkneifen und versicherte seinem Sohn möglichst ernst, dass er das seinem stellvertretenden Höllenleiter ausrichten würde.
Er hob Luciano auf den Arm und teleportierte sich mit ihm nach Dubai, wo Sandalephon den Kleinen bereits eingecheckt hatte. Überrascht sah er auf die leeren Kinderbetten und forschte mit seinen Kräften nach den Zwillingen. Dann grinste er und erschien im Schlafzimmer von Sandalephon und Kat. Der Seraphim legte einen Finger über die Lippen. „Sei bitte leise, Lucia und die Kleinen schlafen.“ flüsterte er und wandte sich dann an seinen Neffen. „Deine Cousine und dein Cousin wollten hier schlafen – willst du dich auch hier ins Bett kuscheln oder lieber ein eigenes Kinderbett haben?“ fragte er. Kurzentschlossen gab Luciano seinem Papa einen Kuss und krabbelte in das Bett, wo er sich zwischen Kat und Christina-Luciana kuschelte. „Gute Nacht, meine Süßen.“ flüsterte Belial in den Gedanken der Kinder und von Kat, dann wandte er sich ebenso nur an Sandalephon: "Übrigens hat mein Großer gesagt, wenn du Käthchen weh tust, dann kriegst du Haue von ihm!" bevor er verschwand und den Seraphim schmunzelnd mit Kat und den Kindern zurückließ.
Gemeinsam verbrachten die Raynes mit Sandalephon und Luciano drei wundervolle ereignisreiche Tage in Dubai an deren Ende Derek Kat und ihren Freund beiseite nahm und fragte ob er ihnen ab und zu die Zwillinge schicken könne, falls es Rachel wegen ihrer Schwangerschaft vielleicht zu viel würde und er arbeiten müsse. Sandalephon lächelte Kat an. „Aber sicher – wenn ihr wollt – und ich glaube nicht, dass es Lucia zu viel würde, mir auf keinen Fall, abgesehen davon, dass ich davon ausgehe, dass Lucifer, Michael, Metatron und Astaroth sowieso „auf Standby“ sind – falls ich doch vielleicht mal ein oder zwei Tage arbeiten müsste... wenn ein Notfall auftritt – können die Zwillinge auch die sechs Monate mit uns um die Welt reisen.“ sagte der Seraphim erfreut. Derek lächelte. „Das ist dann doch zu viel – und du kennst ja Luciana. Wenn die Luciano mal drei Tage nicht sieht – wie im Kindergarten oder jetzt hier – dann wird sie reichlich unleidlich.“ Sandalephon lächelte. „Derek, ich bin ein Seraph, ebenso wie Katherine-Lucia. Wir können beide Kontakt zu Lucifer aufnehmen und fragen ob wir Luciano für ein paar Stunden holen können.“ Derek nickte. „Ich... oh, ich erreiche euch gar nicht...“ murmelte er. Sandalephon schmunzelte. „Wenn du erlaubst, können wir das ändern, sowohl Lucia als auch ich.“ antwortete er freundlich. „Ja... wie mit Lucifer... ich... Okay.“ Sandalephon ergriff Kats Hand und legte seine freie Hand kurz an Dereks Schläfe. „Jetzt kannst du uns erreichen – wo immer wir auch sind.“ Mit einem stummen Händedruck stieg Derek zu Rachel und den Zwillingen in den Rolls Royce des Hotels der sie zum Flughafen brachte, wo ein Privatjet auf sie wartete, den der Höllenfürst geschickt hatte.
Sandalephon zog Kat in seine Arme. „Und wir werden jetzt auf unserem Weingut in Südafrika nach dem Rechten sehen.“ flüsterte er. „Unserem?“ fragte sie verblüfft. „Was mein ist, amata mea, ist auch dein.“ antwortete er zärtlich. Kat grinste. „Du bist auch Winzer?“ Er lachte. „Ich bin sehr vieles, angelus meus. Mein Leben war sehr einsam – über mehrere Jahrtausende... auch wenn ich es vielleicht nicht so empfunden habe, zumindest nicht so stark – war ich doch stets etwas rastlos, weil ich merkte, dass mir etwas fehlt. Was das war, weiß ich erst seit ich dich kennen gelernt habe und mich regelrecht in Arbeit vergrub um ignorieren zu können, dass du mit Julien zusammen sein solltest. Ich habe Medizin studiert, Genetik, Pharmazie, Mechatronik, Informatik, Biochemie, Astrophysik und einiges anderes, ich habe mich mit den Grenzen beschäftigt, die die Menschen Naturgesetze nennen und die ich leicht hätte aus den Angeln heben können, aber ich habe mich ihnen unterworfen um sie überwinden zu können, amor meus...“ Und mit diesen Worten verschwand er mit ihr um in Südafrika auf dem Weingut wieder aufzutauchen.
„Mame?“ rief er und sofort kam eine üppige schwarze, bunt gekleidete Afrikanerin ins Wohnzimmer. „Mr. Sam! Wie können Sie mich immer so erschrecken, Sie böser Junge!“ rief sie ein wenig theatralisch und dann fiel ihr Blick auf Kat. Sie klatschte begeistert in die Hände. „Oh, Sie haben eine Frau mitgebracht? Wieso haben Sie denn nichts gesagt, Mr. Sam?“ Sie zog Kat aus Sandalephons Armen und rief: „Lassen Sie sich mal ansehen, so ein zierliches Ding, Sie Arme verschwinden ja fast neben diesem Riesen!“ „Lucia: Das ist Mame Boubou, die Haushälterin von Seraphim Vineyards, Mame, das ist Katherine-Lucia Corrigan-Rayne, meine Verlobte, die Liebe meines Lebens.“ stellte Sandalephon sie einander vor. Die Afrikanerin strahlte über das ganze Gesicht. „Sie sind mir ja ein ganz Schlimmer, Mr. Sam!“ meinte sie und drohte ihm spielerisch mit dem Finger. Er lachte leise. „Du meintest doch immer, dass eine Frau im Haus fehlt, Mame.“ antwortete er. Sie wurde ernst. „Nicht im Haus, Mr. Sam, hier...“ sie zeigte auf ihr Herz, „...hier hat Ihnen eine Frau gefehlt.“ sagte sie.
Kat grinste. Sie mochte die üppige Afrikanerin, die „Mr. Sam“ zu ihrem mächtigen Chef Sam Dale-Ponte alias Sandalephon sagte und sofort begann sie zu bemuttern. „Ich zeige Ihnen das Haus, Miss Lucia, Mr. Sam kann mit Babafemi, dem Kellermeister reden und dann werde ich was Schönes kochen. Sie brauchen etwas auf den Knochen, so ein zierliches, mageres Ding...“ sagte die Haushälterin und zog Kat hinter sich her. „Sie ist eine herzensgute Frau, amata mea. Lass dir von ihr ruhig alles zeigen und dich ein wenig verwöhnen. Sie liebt es jeden zu umsorgen der ihr in die Hände fällt. Ich kümmere mich derweil um einige organisatorische Dinge hier auf dem Weingut und bin in spätestens zwei Stunden wieder zurück.“ flüsterte er in Kats Gedanken. „Te amo, Sandy.“ antwortete sie ihm ebenso und zwinkerte ihm liebevoll zu.
In der Küche – ganz offensichtlich Mames Reich – fiel Kats Blick auf ein dunkelblaues Kreuz, das mit goldenen Bändern und scheinbar Räucherstäbchen geschmückt war. „Was ist das denn? Das sieht fast wie diese komischen Palmbuschen aus, die Tante Selvaggia am Palmsonntag verkauft hat, vor Notre Dame.“ „Das ist das Zeichen von meiner Kirche, die Kirche wird angeführt von einem Mann der ein hoher geistlicher Mann von der Katholischen Kirche ist, aber er wird sich bald vom falschen Papst lossagen!“ flüsterte Mame. Kat starrte sie an. „Wieso das? Ro... der momentane Papst ist doch total in Ordnung! Der ist der Patenonkel von meinem kleinen Cousin Luca und ein guter Bekannter meiner eigenen Patenonkel Lucian Rayne und Merlin St. Cyr und mein...er Patentante Asta Callaghan-Roth, Onkel Merlins Sekretärin.“ „Ah, das ist nicht mehr lebendig, Miss Lucia, die „Blaue Kirche“ ist lebendig. Kat schwieg, wandte sich aber mittels des mentalen Pfades, der sie mit den Seraphim verband sowohl an Sandalepon als auch an ihre Patenonkel in Paris.
„Ich erkundige mich in Rom was an dieser „blauen Kirche“ dran ist.“ antwortete Astaroth sofort auf gleichem Weg. „Versuch was in die Finger zu kriegen was die verfasst haben von dieser Sekte. Ich würde mir das gern mal ansehen!“ kam von Michael ebenso. „Schon wieder so ein Kirchenmist!“ knurrte der Höllenfürst in die mentale Diskussion, während Metatron erwiderte: „Hier gehen merkwürdige Dinge vor in Paris und Umgebung... einige Kirchen sind wohl verkauft worden und werden gerade innen umgestaltet...“
Sandalephon bat Kat ruhig auf ihrem eher privaten Pfad: „Amatissima! Bitte weise Mame darauf hin, dass ich mir im Haus jeglichen religiösen Schnickschnack verbitte – und dass sie das auch weiß. Was sie in ihrem Zimmer aufhängt ist mir egal, selbst wenn es ein umgedrehtes Kreuz wäre und sie Lucifer anbeten würde und nachts schwarze Hähne opfert. Ich bin da relativ liberal, aber in den Räumen die ich auch betrete will ich sowas nicht sehen!“ „Wie soll ich das jetzt verstehen?“ Belial war hörbar irritiert. „Nur so, dass es mir egal ist woran meine Angestellten glauben – und wenn sie an das fliegende Spaghettimonster glauben, Lucifer. Für mich habe ich meinen Glauben an unseren Vater und genau wie du brauche ich keinen... wie sagst du doch immer so charmant? Lattengustl? An der Wand um vorzugeben ich sei irgendwie christlich. Wenn ich mich festlege, würde ich mich wohl auch eher als Protestant verstehen – ähnlich wie du...“
Metatron und Michael waren fast ein wenig schockiert, während Astaroth und Belial Sandalephon beglückwünschten. Kat lächelte leicht, machte dann jedoch die Ansicht ihres Verlobten gegenüber der Haushälterin deutlich. „Wieso? Die predigen, man soll gut essen und gut trinken und viele Kinder machen, das ist Familie, Miss Lucia!“ meinte die Frau und machte sich daran zu kochen. Kat fiel auf, dass sie aus einem Tütchen ein Pulver in das Essen streute und dann ein Gebet sprach während sie umrührte. „Mrs. Boubou... ich habe keinen Hunger – und ich glaube nicht, dass Sam oder ich Essen brauchen, das „bebetet“ wurde oder irgendwelche Voodoo-Mixturen enthält. Und vielleicht sollte ich Sie warnen, ich kann...“ In diesem Moment betrat Sandalephon die Küche durch die Hintertür. „Und, hast du dich mit Mame gut unterhalten?“ fragte er normal und auf dem mentalen Pfad sagte er zu Kat: „Cor meum, wenn du ihr eröffnest, dass du zaubern kannst und schwarze und weiße Magie beherrscht, wird sie dicht machen. Versuchen wir mit normalem Reden rauszufinden was Sache ist.“ Er tat so als entdecke er das Kreuz gerade, ging darauf zu und nahm es ab. „Sag mal, was ist das hier denn für ein Dekokram? Das setzt doch nur Staub an, Mame. Mach mal bitte den Mülleimer auf!“
„Aber Mr. Sam, so ein wenig Dekoration mit Segens...“ „Mame, du kennst meine Einstellung dazu! Das ist Humbug! Du kannst beten zu was und wem du willst, solange es in deinen Räumlichkeiten oder deiner zuständigen Kirche, deinem Tempel oder unter dem Bujubaum passiert, das ist mir ganz egal! Und dann möchte ich das Pulver sehen, was du ins Essen getan hast!“ „Aber Mr. Sam, das ist gutes gesegnetes Gewürz, das ist vom Reverend in der...“ „Mame! Ich diskutiere nicht! Und weder ich noch Lucia werden etwas davon essen solange ich dieses obskure „Gewürz“ nicht zumindest einmal gesehen habe!“ sagte Sandalephon streng und streckte die Hand aus. Die Haushälterin gab ihm zögernd das Tütchen, während er selbst den Mülleimer öffnete und das blaue Kreuz hineinwarf. Er öffnete das Gewürztütchen und roch daran. „Was soll da drin sein, in diesem Gewürz?“ fragte er irritiert. „Gute Zutaten, wirklich, Mr. Sam. Der Reverend würde doch nicht lügen!“ Sandalephon sah sie kühl an. „Sei bitte nicht naiv! Dieser Scharlatan würde auch getrockneten gemahlenen Kameldung als „Gewürz“ verkaufen! Aber das scheint irgendwas anderes zu sein.“ „Ich sag doch, das ist gutes...“ „Du wirst das Essen wegschütten, Mame. Lucia und ich gehen essen! Und ich werde dieses komische „Gewürz“ analysieren lassen in einem meiner Labore!“
Fast empört sah die Frau ihn an. „Also wirklich, Mr. Sam! Ich habe immer für Sie gekocht und auch für Ihre Gäste und jetzt soll ich das gute Essen wegschütten?“ „Sicher ist sicher! Ich will nicht riskieren, dass dein Reverend dir irgendwas Schädliches verkauft hat!“ „Nix schädlich! Mr. Sam, Sie können gucken, allen geht es gut und alle fühlen sich mit dem Gewürz viel besser und stärker!“ Unter Sandalephons strengem Blick sank sie jedoch zusammen und nickte. „Ja, Mr. Sam... ich...“ In diesem Moment kam ein kräftiger Afrikaner in die Küche. „Gibt es bald Abendessen, Mame?“ fragte er. „Nein, Mr. Sam sagt ich soll das wegschütten – weil ich das gute gesegnete Gewürz drangetan habe und er das nicht will.“ „Das ist gutes Gewürz, Sir, wirklich. Der Mann von meiner Cousine arbeitet in der Firma wo das produziert wird!“ „Babafemi, ich werde das Zeug prüfen lassen und werde nicht weiter diskutieren!“ beschied Sandalephon ihm, reichte Kat eine Hand und verließ mit ihr die Küche.
„Was hast du jetzt vor, Schatz?“ fragte die junge Frau. Er wandte sich ihr sofort zu. „Erstmal – um nicht aufzufallen – nehmen wir jetzt den Jeep, fahren weg und dann parken wir außerhalb und ich nehme dich kurz mit ins Labor in Pretoria wo ich dieses Zeug hier...“ er hielt das Tütchen mit dem „Gewürz“ hoch „abgebe und meine Mitarbeiter anweise es zu analysieren und dann würde ich vorschlagen, dass wir nach Paris huschen, denn soweit ich Tilly, Sylvie und die neue Köchin Sheila kennen gelernt habe, gibt es dort ein phantastisches Essen – und wir können in angenehmer Atmosphäre essen – mit netter Gesellschaft.“ Kat lächelte. „Eine gute Idee... du könntest doch aber auch Jophiel fragen ob er das analysiert. Vielleicht geht das schneller als wenn du es deine menschlichen Mitarbeiter machen lässt...“ Sandalephon lächelte verschmitzt. „Darum bringe ich es ja auch nach Pretoria – wer glaubst du, leitet das dortige Labor?“
Außerhalb des Weingutes parkte Sandalephon unauffällig, tarnte den Wagen mit einem Zauber und verschwand mit ihr. In einem recht freundlich gestalteten Büro tauchten sie auf. „Komm, cor meum, wenn wir hier aus meinem privaten Büro kommen, ist keiner der menschlichen Mitarbeiter erstaunt, denn ich habe einen privaten Zugang.“ Er zog sie mit sich und nach etwa zehn Minuten, sie waren an sicher zwei Dutzend Mitarbeitern vorbeigekommen, die sich sichtlich freuten, „Dr. Dale-Ponte“ zu sehen, der auch jeden namentlich begrüßte und Kat vorstellte, klopfte Sandalephon an eine Tür. „Come in!“ rief eine Stimme, die Kat als die von Jophiel erkannte. „Hallo Chef, hey, Kat, ich hab’ schon gehört, ihr zwei seid jetzt zusammen... interessante Kombi... aber sichtlich gute Chemie zwischen euch.“ sagte er zur Begrüßung. Sandalephon lachte, wurde dann jedoch ernst. „Jophiel, bitte analysiere mir das. Ich habe das Gefühl es ist irgendein Enzym oder Enzym-Blocker. Auf den ersten Eindruck bin ich mir da nicht so sicher. Ich möchte wissen, was es bewirkt. Meine Haushälterin Mame auf Seraphim Vineyard hat das ins Essen getan und tut es wohl auch schon seit einiger Zeit ins Essen. Das kommt mir komisch vor. Als ich vorhin mit meinem Kellermeister Babafemi gesprochen habe, kam er mir... kräftiger vor und ein wenig abgestumpft... keine Ahnung wie ich das erklären soll, aber er war anders... und auch Mame scheint zugelegt zu haben.“ Jophiel nickte nachdenklich. „Ich mache mich gleich dran, Chef.“ „Danke, Lucia und ich werden nach Paris abschwirren um dort zu essen.“ Jophiel grinste. „Cool, wenn ihr da seid, Tilly wollte ihren genial leckeren Heringssalat machen. Bringt ihr mir welchen mit?“ fragte er. Kat lachte. „Klar, ich werde dran denken.“ „Danke, Kat, du bist ein Schatz.“ Sagte der Leiter des Labors mit einem Zwinkern.
Als sie in Paris erschienen, runzelte Mathilde die Stirn. „Was ist das denn? Lass Kat mal ganz flink los!“ meinte sie zu Sandalephon und wandte sich an Kat: „Wo ist Julien?“ „Da wo er hingehört!“ meinte der in Euangelions Begleitung gerade zur Tür hereinkommende Astaroth finster. "Warum, was ist denn hier los?" Sie wandte sich an den hinter ihr erschienenen Höllenfürsten. "Lucifer, warum legt der Hand an unsere Kat?" wollte die empörte Köchin wissen. "Sandalephon ist jetzt Kat`s Verlobter, sie haben von Vater Gefühle für einander bekommen. Julien schmort vorerst in der Hölle, nach dem er versucht hat Kat zu vergewaltigen und sie vorher auch betrogen hat." erklärte er sichtlich beherrscht, wandte sich dann jedoch an die beiden Frischverliebten: "Was macht ihr hier? Ihr seid doch noch auf Weltreise?" fragte er überrascht. "Also wir wollten kein Essen haben, in dem irgendein... komisches "gesegnetes" Gewürz ist. Daher haben wir uns kurz entschlossen hier zu essen, wo wir wissen, was wir bekommen." antwortete Kat. "Klingt vernünftig!" murmelte der Höllenfürst. Nach und nach trafen die anderen Engel ein: Hagiel, Metatron und Cassandra.
"Was machen wir jetzt mit Julien?" fragte Metatron während des Essens. "Ihm seine Engelkräfte rauben, dann kann ich ihn eigenhändig aus dem Weg schaffen." murmelte Lucifer grimmig, während er mehr in seinem Essen herumstocherte, als er aß. "Und ihm seine Männlichkeit abschneiden, dann kann er nie wieder eine Frau vergewaltigen oder es versuchen!" meinte Kat eiskalt. Sadalephon griff besänftigend nach ihrer Hand. Der Höllenfürst lachte. "Das ist ein toller Gedanke, ich schneide es ihm persönlich ab, aber sehr, sehr langsam und qualvoll." Astaroth nickte. "Ich helfe dir dabei und anschließend hängen wir ihn auf und lassen ihn ausbluten und foltern ihn genüsslich!" fügte Astaroth hinzu. "Wenn wir ihm seine Engelskräfte lassen, kann er nicht sterben und leidet den Rest seines Lebens." "Ich helfe euch auch, ich war ja schon mal in der Hölle, bei Merinas Entpatung von Seraphiel, von daher kannst du mit einem Zauber doch sicher bewirken, dass ich keinen Schaden nehme, wenn ich mitkomme." sagte er an Lucifer gerichtet. "Sicher geht das." antwortete er grinsend.  "Ihr seid echt hart und grausam." meinte Cassandra. "Finde ich auch. Metatron du denkst schon viel zu höllisch." meinte Sandalephon. "Die Engelskräfte nehmen finde ich sehr gut. Er kann wegen mir gerne wieder ein Sterblicher werden. Er ist eine Schande für uns Engel." Michael nickte. "Ich würde vorschlagen, dass wir einen Zauber auf ihn legen, der ihn impotent macht und dann schicken wir in ans andere Ende der Welt. Sein Theologiestudium bleibt ihm erhalten und Pfarrer wollte er ja sowieso werden..." schlug Michael vor. "Aber… wenn er Pfarrer ist, ist die Impotenz ja fast ein Segen für ihn..." meinte Astaroth hinterhältig. "Aber stellt euch mal einen jungen, virilen Pfaffen vor, der irgendwo am Arsch der Welt in einem Bergkaff als Geistlicher hockt und keine Frau und kein Mann ist unter 70 Jahre... Da kriegt er wenigstens Depressionen..." "Finde ich beides in Ordnung. Hauptsache er kommt Lucia nie wieder zu nah!" fauchte Sandalphon gereizt.
Die Frau des Himmlischen Botschafters seufzte: "Und was macht ihr mit Pierre? Der wird nie wieder mit uns reden und ..." Sie wurde von Gottes Stimme unterbrochen. "Pierre Pasequieu, liebe Cassandra, wird vergessen. Er wir nicht mehr wissen, dass Kat und Julien jemals zusammen waren, alle Geschehnisse, haben für ihn ohne Julien stattgefunden. Und ihr meine lieben Söhne gebt mir Bescheid sobald ihr euch einig seid, was mit Juliel geschehen soll, denn er hat meine Gesetze gebrochen und mein Vertrauen missbraucht. Er hat betrogen und in Gefahr gebracht, was ich ihm anvertraute und mich maßlos enttäuscht. Selbst die meiner Söhne, wie Armaros, oder Samyaza, die mit sterblichen Frauen zusammen waren und mit ihnen Nephilim zeugten und dadurch diese Frauen töteten... sie wussten es nicht besser und darum kann ich ihnen verzeihen. Juliel jedoch hat aus niederen Motiven gehandelt und mit dem Wissen, dass er ein Engel ist und er durchaus in der Lage eine sterbliche Frau zu schwängern, billigend ihren Tod in Kauf genommen. Zudem hat er Ehebruch begangen, denn Katherine Lucia war ihm vor mir bereits seit fast fünf Jahren anvertraut. Ich habe einen Teil von mir auf die Welt gesandt zur Tilgung der Schuld der Menschen, meine Söhne, nicht zur Tilgung eurer Schuld und Juliel hat als Engel gefehlt, nicht als Mensch. Daher kann ich ihm nicht verzeihen, wenn er ein Engel bleibt und müsste ihn in deine Obhut geben, Lucifer. Wenn er jedoch wieder menschlich sein soll, dann kann ich ihm verzeihen, denn er wird sich nicht mehr erinnern jemals ein Engel gewesen zu sein. Er wird sich an Katherine-Lucia erinnern, aber eher so, als wäre sie ihm damals an der Sorbonne begegnet, bei der Auswahl der Opfer für den Tod, und von ihm bewundert worden und er könnte das dumpfe Gefühl behalten, dass da doch mal mehr war – immer, wenn ihr beispielsweise in den Nachrichten erwähnt werdet, was zusätzliche Strafe für sein Fehlverhalten wäre... Denkt darüber nach."
„Ich denke, es zu überstürzen hat keinen Sinn. Kann Julien erstmal noch bei dir in der Hölle bleiben? Ich meine, du wirst doch sicher Verwendung für ihn haben - und sei es nur für die allerletzten Arbeiten.“ fragte Michael ruhig. „Wenn es nicht zu lange dauert... ich habe keine Ahnung wie lange ich diesen kleinen Mistkerl ertrage. Mir wird übel bei dem Gedanken, dass ich ihn wirklich mal mochte.“ antwortete Belial hörbar angeekelt. "Ich kann aber nicht versprechen, dass ich mich in der Hölle beherrschen kann, was ihn angeht."  fügte er noch sichtlich beherrscht hinzu.
Sandalephon wandte sich Kat zu, die plötzlich sehr still geworden war. Zärtlich erkundigte er sich: „Was ist los, anima mea? Ich spüre, dass du dich irgendwie schuldig fühlst...“ Sofort waren die Blicke aller auf sie gerichtet. Kat errötete. „Nein... ja... das ist nichts...“  „Spuck’s aus, Kat!“ meinte Astaroth. „Wenn dich etwas daran stört, dann können wir auch sicher jetzt noch entscheiden was mit Julien passieren soll.“ Kat schüttelte den Kopf. „Darum geht es doch gar nicht... aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich schuld bin. Versteht mich nicht falsch, aber... er ist doch nur wegen mir hier in der Botschaft gewesen... er... er musste doch nur in die Hölle, weil ich in den Himmel zur Ausbildung musste. Und anfangs war da auch noch beispielsweise Lilith und dort sind auch andere Dämoninnen! Wer von euch hätte denen widerstanden?“ „Ich...“ meinte Astaroth eisig. „Ha ha... entschuldige bitte, Onkel Astaroth! Du hast mit Onkel Lucifer rumgemacht! Zwar als Astarte, aber das nenne ich – mit Verlaub – nicht wirklich „widerstehen“! Und wie musste er sich fühlen? Er ein Dynameis, ich gleich eine Seraphim... Er...“ „Cor meum... glaubst du das wirklich?“ fragte Sandalephon sie sanft unterbrechend. „Ich weiß nicht was ich glauben soll, ganz ehrlich!“
„Komm mit mir – ich will Vater um Erlaubnis bitten dir die Wahrheit zeigen zu dürfen – und Lucifer: Dazu brauche ich zusätzlich auch deine Erlaubnis die Hölle betreten zu dürfen. Nicht die Bereiche der Bestrafung, aber die Verwaltungs- und Privatbereiche.“ sagte Sandalephon. Der Höllenfürst sah ihn einige Sekunden schweigend an, dann nickte er: „Gewährt!“ Einen Augenblick später standen sie im Himmel. „Meine Kinder, ich gewähre um was ihr, oder besser du, mein Sohn bittest. Fang ziemlich am Anfang an, kurz nach Julien-Noel Dubois’ Geburt. Dann wird Katherine vielleicht besser verstehen, wieso sie keine Schuld trifft... Und meine Tochter: Auch starke Seelen können fehlen, wenn sie fehlgeleitet wurden. Julien hatte es in der Hölle leichter als Michael es dir hier im Himmel gemacht hat. Auch hier bist du den Avancen der Engel ausgesetzt gewesen - und doch ist es – deinerseits - nie über einen freundlichen Gruß hinausgegangen. Ich habe dir oft genug Sandalephon „über den Weg“ geschickt, da ich um seine Gefühle für dich wusste und deine Reaktion sehen wollte und wie du selbst auch meintest: Als erschaffener Seraphim ist er sehr attraktiv. Auch du hättest viele Gelegenheiten hier im Himmel gehabt Julien untreu zu werden... Aber lass dir von Sandalephon die Wahrheit zeigen.“ Erstaunt blickte Kat den Höchsten an. „Aber hier... ich wäre nie... ich hatte doch genug zu tun mit Kämpfen lernen und...“ „Es gab auch Momente der Ruhe, Lucia, Liebling...“ flüsterte Sandalephon liebevoll. Seraphiel, Sealthiel, viele sind um dich gewesen – gut, auch wenn die beiden inzwischen verbannt sind, weil sie Verrat begingen, doch auch Michaels Adjutanten haben sich um dich bemüht – und du hast sie in der Beziehung keines Blickes gewürdigt. Würdest du das bestreiten?“
Kat dachte einen Moment lang nach. Ja, da waren viele sehr aufmerksam gewesen... Hatten sich immer Mühe gegeben allein mit ihr zu reden, sehr höflich mit ihr umzugehen... aber sie hatte das nie von der Seite aus betrachtet, die Sandalephon ihr gerade vor Augen gehalten hatte. „Komm, anima mea...“ flüsterte er. Mit einem stummen Gruß verabschiedeten sie sich und gleich darauf stand Kat neben ihrem Freund in einem Kinderzimmer – unsichtbar – neben einem eleganten Paar. „Na, Schatz, strammer Bursche, denn du geworfen hast. Wenigstens hast du mal endlich was richtig gemacht und mir einen Stammhalter geschenkt.“ „Hör mal, ich will nicht zu dieser... Party im Club...“ „Aber Jean-Baptiste ist scharf auf dich, Schatz, und ganz ehrlich... seit du in der Schwangerschaft fett geworden bist, finde ich dich nicht mehr so ansprechend. Du solltest wirklich schnell anfangen dich wieder in Form zu bringen. Hast dich ganz schön gehen lassen!“ herrschte der Mann die Frau an, die sich abwandte und unauffällig eine Träne aus dem Augenwinkel wischte. „Monique!“ rief der Mann und sofort kam ein junges Mädchen in das Kinderzimmer. Er tätschelte der jungen Frau den Hintern. „Wir gehen dann mal, du passt auf den kleinen Mann auf, mon chaton feróce...“ sagte er leicht anzüglich. Das Mädchen errötete. „Natürlich, Monsieur.“ säuselnd. Der Mann packte seine Frau und zog sie aus dem Zimmer. "Die Party im Swingerclub und wie Monsieur Dubois sich mit dem Kindermädchen danach vergnügt, erspare ich dir lieber..." sagte Sandalephon mit einem verächtlichen Blick zu Juliens Vater.
Um Kat verschwamm die Szene und sie stand neben Sandalephon in einer Straße in einer Stadt, beide sommerlich gekleidet. Vor ihnen ging eine Familie mit einem vielleicht fünfjährigen blonden Jungen, ein Mann, eine Frau, die sich sichtlich unbehaglich fühlte in einem kurzen Kleid. „Ich hab’ dir doch gesagt, dass das Kleid geil an dir aussieht.“ sagte der Mann zu ihr. Der kleine Junge hob den Rock seiner Mutter hoch. „Lass das, Julien!“ tadelte sie ihn, was ihr einen Klaps auf den Hintern von dem Mann eintrug. „Hör auf den Jungen daran zu hindern, zu lernen, was Frauen zu bieten haben! Wenn er sich deinen Arsch angucken will, soll er! Er muss doch wissen, wozu Frauen da sin,d wenn er erwachsen ist!“ rügte der Mann sie.
„Das ist Julien als Kind? Und dieser widerliche Kerl ist sein Vater? Und diese arme Frau seine Mutter?“ fragte Kat Sandalephon leise. Ihr Begleiter nickte. „Er hat sie nur wegen des Geldes ihrer Familie geheiratet und ihr die Liebe vorgespielt. Seit der Geburt von Julien ließ er sie allerdings spüren was er wirklich fühlt...“ „Das ist widerlich!“ murmelte Kat. „Aber hier siehst du Juliens erstes „männliches Vorbild“ – und hörst was er bezüglich Frauen lernen durfte als er ein Kind war... Schauen wir mal später.“ Kat saß neben Sandalephon in einer Kirche. Neben ihr saß ein jugendlicher Julien im schwarzen Anzug, neben ihm Pierre Pasquieu als Geistlicher, die Hand seines Patensohnes tröstlich haltend. „Deine Mama ist jetzt in einer besseren Welt, mein Sohn...“ sagte der Mann, den Kat getroffen hatte, als er bereits Erzbischof von Paris war. „Ich vermisse Papa...“ flüsterte der Teenager neben ihr. „Er vermisst echt nur diesen miesen Drecksack?“ fragte Kat empört ihren Begleiter. „Ganz offensichtlich, oder? Dies ist die Trauerfeier für Juliens Eltern. Danach wuchs er dann bei Pierre Pasquieu auf, seinem Patenonkel...“ Er fasste nach ihrer Hand. „Auf nach Reims, wo es dann weitergeht.“
Kat fand sich auf einem Pausenhof wieder. „Julien, nein!“ rief ein Mädchen kichernd hinter einem Gebüsch. „Ach, nein? Du willst es doch, Chantal.“ erklang Juliens Stimme spöttisch. „Du hast den ganzen Tag drum gebettelt...“ „Julien, lass mich!“ Dann ein Lachen von dem Mädchen und kurz darauf „Oh... das ist... gut...“ Angewidert murmelte Sandalephon. „Willst du näher gehen und zusehen, oder reicht dir das Zuhören?“ Kat war zusammengezuckt. „Lass uns gehen, bitte.“ Die folgenden Einblicke zeigten einen Julien wie er besonnener, ernster wurde, offenbar von Pierre Pasquieu lernte mehr Respekt vor Frauen zu haben und sich letztendlich entschied Theologie zu studieren.
„Und jetzt wie ihr euch getroffen habt, das erste Mal...“ flüsterte Sandalephon liebevoll. Kat stand in der Aula der Sorbonne und sah sich – fünf Jahre jünger, sehr elegant gekleidet, wie Belial es damals immer verlangt hatte – vorn neben ihm stehen. Sandalephon und sie standen bei einer Gruppe Studenten unter denen auch Julien war. „Guck dir diese Schlampe da vorn an.“ Zischte einer. „Ja, eine Hure Satans...“ meinte ein anderer verächtlich. „Die richtige Röhre für einen Satansbraten.“ kicherte ein dritter. Kat erkannte zwei der Studenten wieder: Sie hatten etwa ein halbes Jahr später versucht sie zu vergewaltigen als sie sich mit Julien gestritten hatte. Sie sah zu ihm. „Aber sie ist hübsch... ich würde sie nicht von der Bettkante schubsen – und noch muss ich nicht...“ sagte er grinsend, bevor er sich laut zu Wort meldete und der Blick der jüngeren Kat vorn auf ihn fiel. „Ich glaub mir wird schlecht...“ murmelte sie an Sandalephon gewandt. „Da ist es ja kein Wunder, dass seine Kumpel meinten Hand an mich legen zu können... Wobei er... sehr überzeugend war, nachdem Sariel ihm gesagt hat, dass wir füreinander bestimmt seien...“ Sandalephon spürte die Enttäuschung und zog sie an sein Herz. „Es tut mir leid für dich, wirklich... obwohl ich nicht behaupten kann, dass ich bedaure, dass er so ein Idiot ist... anima mea...“ tröstete er sie und erschien mit ihr im Arbeitszimmer wo Julien vor ihr auf dem Stuhl saß und betete. Der für ihn unsichtbare Belial sah einen kurzen Moment irritiert zu ihnen, von der jüngeren Kat zu der in Sandalephons Armen und musterte den Seraphim forschend. "Lies seine Gedanken..." forderte Sandalephon Kat auf. Sie konzentrierte sich auf Julien und wandte sich ab, als sie erkannte, dass er nicht wirklich betete, sondern die Worte lediglich "runterleierte" um nichts Anzügliches zu sagen. Als Sariel erschien fiel auch dessen Blick auf Sandalephon und sie, doch er fing sich und erklärte Julien wozu er vorgesehen war.
In seinen Gedanken las Kat nun ein: "Genial... süße Schnecke, jung genug und ich kann mit diesem öden Theologiestudium was Anderes anfangen als irgendwelchen Omas zuzuhören, wenn sie berichten, sie hätten feuchte Träume gehabt..." "Ich glaub ich muss mich übergeben..." murmelte Kat. "Das ist er nicht wert und es wäre schade um Mathildes leckeres Essen." versuchte Sandalephon sie aufzumuntern. Und dann fand Kat sich in einem dunklen Büro wieder. Vor ihr stand Julien - allerdings mit Flügeln, also eher Juliel. Vor ihm eine Seele. "Mein Junge, hast es weit gebracht... hoffe Pierre hat dich nicht gedanklich kastriert..." Juliens Vater... "Nein, ich studiere zwar Theologie und hatte dran gedacht Pfaffe zu werden, aber stattdessen bin ich mit einem ganz süßen kleinen und sicher noch formbaren Kätzchen zusammen. Gut, sie ist zwar - was das Engel-Sein betrifft - etwas höher als ich, aber meine Güte... sie liebt mich und bis es soweit ist, dass wir Sex haben warte ich halt... soll zwar noch - so ihre Paten, alles Engel, Lucifer persönlich unter anderem auch - gut drei Jahre dauern bis ich ran darf, aber die Zeit geht auch vorbei." "Was? Drei Jahre? Wo hier so süße Frauen rumlaufen?" meinte sein Vater. "Hier kannst du dich schon mal vorwärmen! Du willst doch nicht, dass deine Kleine enttäuscht ist!"
Kat merkte, dass Sandalephon sich unbehaglich fühlte. Liebevoll kuschelte sie sich an ihn. "Du fühlst dich hier nicht so wohl, oder?" fragte sie in seinen Gedanken. "Nein, nicht wirklich... ich bin... nicht wie du Seraphim und Erzengel beider Seiten, cor meum... aber ich denke, du musst sehen was war und ich bin hier dich aufzufangen und zu trösten wenn nötig." Julien verführte - Sandalephon huschte mit ihr wie im Zeitraffer durch Juliens Zeit in der Hölle - mehrmals weibliche Seelen und Dämoninnen, bis sie wieder auf der Erde auftauchten. "Die Dämoninnen und die Seelen hätte Vater ihm gerade noch verzeihen können - sozusagen als "dem höllischen Einfluss geschuldet, Lucia... aber jetzt kommen wir zu Chile..." Kat sah auf das Haus von Ernesto da Silva vor dem sie in Sandalephons Arm stand.
„Ich wollte dich erst einmal trösten bevor ich mit dir in das Schlafzimmer von Julien springe... Ich merke, wie dich das mitnimmt, aber diesen ultimativen Sündenfall, Lucia, mein Engel, den kann ich dir nicht ersparen – auf ausdrücklichen Wunsch Vaters nicht.“ Er barg sie zärtlich an seinem Herzen. Kat hörte, wie sein Herz schneller schlug – wie eigentlich immer, wenn sie einander umarmten. Sie nicke tapfer sagte: „Lass es uns hinter uns bringen.“
Vier sichtlich von Drogen berauschte Frauen räkelten sich im Bett. „Komm Süßer!“ lallte die eine. „Ich brauch noch einen Schuss dann bin ich voll auf Touren...“ meinte die zweite, während die Dritte kicherte: „Ich seh’ ja schon doppelt!“  Wobei sie nicht wirklich doppelt sah, denn Julien diskutierte mit Ezekeel. „Wir können doch teilen, Bruder. Ist doch nichts dabei. Und die Weiber sind so stoned, denen wird da Silva eh nicht glauben!“ sagte Julien. „Hey, du bist mit der Patentochter vom Chef zusammen und wenn du hier mit den Frauen rummachst ist das was Anderes, als wenn ich das mache!“ warnte Ezekeel Julien. „Unsinn! Übungsstunden sind nie verkehrt und wenn ich endlich mal ran darf an Kat, dann will ich sie auch stöhnen hören!“ „Wie du meinst, aber ich geh dann besser und lass dich mit den Frauen allein. Nicht, dass da Silva nachher reinkommt - und du weißt, dass er keine Drogen nimmt... Und noch was: Seelen und Dämoninnen sind nicht sterblich, Juliel... Du bist ein Engel und das kann sehr gefährlich für diese Frauen werden! Ich weiß wie weit ich gehen kann - weißt du es?“ Der gefallene Engel verschwand, während Julien den Frauen noch mehr von den Drogen gab und dann über sie herfiel und sie sogar kniff, schlug und biss... Kat zitterte vor Abscheu. Augenblicklich nahm Sandalephon sie in den Arm und erschien im Garten Eden mit ihr.
Er hob sie auf den Arm und drückte sie zärtlich an sich. Kat weinte vor Enttäuschung, Abscheu und Kummer. Immerhin hatte sie Julien fast fünf Jahre lang vertraut und auch darauf vertraut, dass richtig entschieden worden war als man ihn für sie ausgewählt hatte. „Es ist an sich richtig entschieden worden, Lucia, denn Vater hat darauf gebaut, dass er sich der Verantwortung bewusst wird und sich von dem schändlichen Einfluss seines Vaters lösen kann. Vater hatte darauf vertraut, dass Pierres Einfluss stärker geworden war...“ „Was wäre gewesen, wenn er der Seele seines Vaters nicht begegnet wäre, in der Hölle?“ fragte sie. „Er hätte dich schon vorher mit sterblichen Frauen betrogen – vermute ich... denn er hat des Öfteren gedrängt, seit du 18 geworden warst, dass er die Erlaubnis will mit dir intim zu werden - es sei sein Recht und du wärst langsam fällig und reif... Lucifer und Metatron und auch Astaroth haben das von dir ferngehalten und vielleicht für jugendliches Draufgängertum gehalten... Ich weiß es nicht – ich weiß auch nicht wieso Lucifer nicht schon von Anfang an seine Gedanken kontrolliert hat, sondern erst zum Schluss sogar so weit ging einen Kontrollbann zur Überwachung auf ihn zu legen von dem Julien selbst nichts gemerkt hat...“
Er wiegte sie zärtlich und küsste liebevoll ihre Schläfe. „Sicher könnte ich Vater bitten, dass wir uns die Möglichkeit auch ansehen können... oder die Möglichkeit was aus Julien geworden wäre, wenn er vor fast fünf Jahren nicht in dein Leben getreten wäre... Willst du das?“ Sie schüttelte schluchzend den Kopf. „Er hat sich an der Sorbonne schon widerlich geäußert und mit seinen Freunden über mich gelästert und dann mit dieser Chantal. Ich glaube, er hat das Theologiestudium nie ernst genommen und wäre – wenn er Pfarrer wird – einer der Pfarrer die es mit ihren Haushälterinnen treiben oder mit den Frauen der Gemeinde die nicht bei drei auf dem Baum sind...“ flüsterte sie. Sandalepon lachte leise. „Vermutlich, ja...“ flüsterte er. Er wartete bis Kat sich beruhigt hatte. „Und was machen wir nun? Ich glaube, Südafrika möchte ich persönlich – schon aufgrund der „gesegneten“ Gewürze verlassen... Ich denke wir reisen heute Abend offiziell nach Neuseeland. Hast du „Der Herr der Ringe“ gesehen, die Filme? Die wurden dort gedreht und ich würde mir gern die Landschaft dort mit dir ansehen.“ Sie grinste. „Klar – und ich habe auch immer gern Xena die Kriegerprinzessin geguckt – das ist auch da gedreht worden.“ Sandalephon schmunzelte. „Meine Kriegerprinzessin Lucia will also Inspiration sammeln?“ Kat lachte leise. „Nein, aber ich könnte meinen fliegenden Besen mal wieder benutzen. Immerhin ist der ein Geschenk von Onkel Hagiel...“ „Dein Gedankenblitz... ja ich erinnere mich... wir haben uns alle ein wenig über Hagiel amüsiert, damals. Aber an sich fanden wir alle die Idee so lustig und schön und haben sie unterstützt bei Vater, weil Hagiel seine Mathilde beeindrucken wollte...“ Kat lächelte in Erinnerung an den Tag an dem Hagiel mit drei Besen gekommen war, die er hatte „beleben“ dürfen. Einen für Mathilde, einen für Selvaggia und einen für sie. Der liebenswerten Köchin des Boulevards war das fast ein wenig peinlich gewesen, auch als Hagiel erklärt hatte, dass Hexen doch schließlich auf Besen flögen, das wisse er aus Büchern wie „Harry Potter“ oder „Bibi Blocksberg“. „Lässt du mich mitfliegen, mein Hexlein?“ fragte Sandalephon. Kat grinste. „Klar, wenn du dich gut genug festhältst...“ Sanft küsste er sie. „An dir, anima mea, immer... wenn du fällst, bin ich da um dich aufzufangen, wenn du strauchelst, stütze ich dich, wenn du Halt brauchst umarme ich dich...“ flüsterte er zärtlich.
Währenddessen in der Hölle, befahl Lucifer den gefallenen Engel Ezekeel in sein Arbeitszimmer. "Setz dich Ezekeel." Dieser tat, wie sein Chef befahl. "Warum hast du nicht mitgemacht, bei dem Vorschlag den Julien dir in Chile gemacht hat, mit den Frauen...?" Ezekeel schnappte nach Luft. "Chef! Ich bin ein gefallener Engel! Ob gefallen oder nicht... ohne Genehmigung von unserem himmlischen Vater... so wie Ihr sie habt mit eurer Frau... würden wir Nephilim zeugen und die Frauen dabei töten und das möchte ich nicht!" Der Höllenfürst lächelte zufrieden. "Das ist lobenswert. Ich denke deine kleine Verfehlung mich mit da Silva in der Botschaft aufzusuchen... ist mit der Putzerei der letzten Zeit verbüßt. Ich habe jemand anderen, der während seines Aufenthaltes in der Hölle den Putzdienst übernimmt und zwar komplett!" sagte er streng. "Danke, Fürst Lucifer. Danke. Ich werde euch nie wieder enttäuschen." bedankte sich Ezekeel und verschwand. Lucifer seufzte und lehnte sich in seinem Chefsessel zurück und rief nach seinem Stellvertreter. Samyaza erschien sofort.
"Hallo Lucifer. Wie geht es deinem Magen?" begrüßte er ihn und erkundigte sich besorgt um das Wohlbefinden seines Chefs und Freundes. "Es geht so, danke. Stell dir vor - Sandalephon hat mir etwas von seinen Selbstheilungskräften zukommen lassen. Na ja - es momenten erträglich, da ich momentan selbst meine Kräfte einsetze, da grad immer wieder irgendwas kommt, was mich aufregt oder... und ich hatte gestern einen entspannten Abend nach dem Essen in Dubai. Mit den Zwillingen von Derek und Rachel. Aber ich habe dich rufen lassen um zu erfahren, was du bisher mit Julien gemacht hast und was wir die nächste Zeit mit ihm anstellen. Vater hat ihn endgültig fallen lassen und wir haben noch nicht wirklich entschieden, was wir mit ihm machen. Ich möchte den Abschaum gar nicht mehr sehen." Samyaza nickte. "Also bleibt er erst mal auf unbestimmte Zeit in der Hölle?" jetzt nickte der Höllenfürst. "Ich habe ihn ein wenig gequält ihn gestreckt auf der Streckbank. Nur ein wenig Schmerzen zugefügt. Was hast du denn mit ihm vor?" erkundigte sich Samyaza neugierig. "Ach ich denke er bekommt die niedersten, widerlichsten Aufgaben, die die Hölle zu bieten hat. Ich habe gerade Ezekeel mit seinem bisherigen Putzdienst seine Schuld für das Fehlverhalten mir gegenüber erlassen. Julien wird ab sofort den alleinigen Putzdienst in der gesamten Hölle übernehmen. Und was uns sonst noch so einfällt. wenn er mir über den Weg läuft, muss der damit rechnen, dass ich ihm eine verpasse und du darfst ihn jeder Zeit foltern wie und wann du willst. Das fürs erste, denn wie es scheint, bleibt er uns eine Weile in der Hölle erhalten." berichtete sein Chef angewidert.
Kat traten im Garten Eden vor Rührung die Tränen in die Augen. „Womit habe ich so einen wundervollen Mann wie dich nur verdient?“ fragte sie leise. Sandalephon küsste sie liebevoll. „Womit habe ich eine so schöne, liebenswerte, unglaubliche Frau wie dich verdient? Wir könnten Vater fragen.“ Kat schmunzelte. „Nein, ich glaube, ich bin einfach zu glücklich.“ „Wollen wir dann nach Südafrika zurück und dann gleich da abreisen nach Neuseeland? Ich habe dort eine ganz entzückende Schaffarm... die könnte dir gefallen.“ Kat grinste. „Und gab es viele kleine Osterlämmchen?“ „Leider nein, die gibt es dort immer eher als Erntedank-Lämmchen... Auf der Südhalbkugel ist ja gerade Herbst, nicht Frühling, cor meum...“
„Määääh!“ machte es plötzlich neben Kat und sie sah erstaunt auf das kleine schneeweiße Lämmchen. Sie lächelte. „Wie süß...“ flüsterte sie. „Määäh, ich möchte mit auf die Erde.“ Hörte sie das kleine Tierchen sagen. „Aber hier ist es viel schöner, das Gras ist saftiger, das Wasser süßer...“ „Määh, aber du hast kein kleines Lämmchen...“ Kat lächelte und kraulte das kleine Tierchen zwischen den Ohren. „Jetzt habe ich eins – dich, hier im Garten Eden. Was hältst du davon?“ fragte sie. „Und ich kann ja auch mal meine Geschwister und Luciano mitbringen. Die spielen bestimmt sehr gerne mit dir.“ „Die drei sind gerade aus dem Kindergarten gekommen. Soll ich Vater bitten sie zu holen?“ fragte Sandalephon. „Määh... spielen die wirklich mit mir?“ In diesem Moment hörten sie Kinderlachen. „Oh, Großvater hat uns in seinen Garten geholt!“ rief Christina-Luciana. „Wir sind hier!“ meldete Sandalephon sich und sofort huschten die Rayne-Zwillinge und Luciano um die Ecke. „Kat, Sandalephon!“ Lucas und Luciano liefen in die Arme der beiden. Der Seraph lachte. „Schaut mal, dieser kleine Bursche hier hätte gern Spielkameraden...“ erklärte er auf das Lämmchen zeigend. „Oh ist das niedlich!“ Christina-Luciana umarmte es und quietschte entzückt auf als auf die kleine Lichtung noch ein Löwenjunges, vier Wolfswelpen und zwei Zicklein kamen. „Geht, meine Kinder – die Kleinen sind im Garten Eden sicher. Camael wird sie zurückbringen oder Lucifer nimmt sie mit zurück, denn mit ihm muss ich noch reden.“ hörten sie SEINE Stimme. Sie verabschiedeten sich von den die Kindern und dann erschienen sie wieder am Wagen in Südafrika.
Mame erwartete sie bereits. „Mr. Sam, ich habe Abendessen gemacht, für Sie und Miss Lucia.“ sagte sie freundlich. „Danke, aber wir reisen heute Abend noch ab und essen im Flugzeug.“ antwortete Sandalephon knapp – und offensichtlich auch ungewöhnlich kühl für die Köchin, denn sie lamentierte darüber und warf Kat plötzlich einen ärgerlichen Blick zu – der jedoch nicht unbemerkt von ihrem Chef blieb. „Mame!“ rief er sie streng zurück. „Mr. Sam?“ „Ich habe den Blick auf Lucia gesehen und ich dulde dergleichen nicht! Sie ist meine zukünftige Frau! Noch einmal so ein Blick oder mehr von diesen abfälligen Gedanken, dass an ihr ja nichts dran sei oder ähnliches und du kannst dir deine Kündigung abholen! Dieses obskure Gewürz und dieser Dekoschund in der Küche sind schon nah am Limit! Haben wir uns verstanden?“ Erschrocken sah die Köchin ihn an. „Sie können meine Gedanken nicht kennen, Mr. Sam...“ flüsterte sie. In Sandalephons Augen blitzte es verärgert auf. „So, meinst du? Ich kenne sie sogar sehr genau! Was glaubst du, wer ich wirklich bin, Mame?“ sagte er sehr ruhig, aber dennoch streng. „Sie haben mich damals aufgelesen als ich allein mit meinen zwei Töchtern auf der Straße stand und Sie waren immer für meine Kinder da, Mr. Sam. Sie haben dafür gesorgt, dass beide eine gute Ausbildung haben und gute Männer und Familie...“ murmelte sie. „Wenn du Lucia oder mich in unserer wahren Gestalt sähest, Mame, wärst du Staub, denn den Anblick eines Seraphim erträgt kein sterbliches Wesen. Hast du dich nie gewundert, dass ich nicht wirklich altere? Du bist als junge Frau in dieses Haus gekommen.“ „Sie sind ein... ein Engel? Und Miss Lucia auch?“ die Frau war sichtlich geschockt. „Ja – bin ich... und daher Mame, weiß ich auch, dass du wieder dieses Gewürz ins Essen gemischt hast. Gut, ich sehe auch, dass du es gut meinst, weil du überzeugt bist, dass es gut ist, aber ich verbiete es!“ Die Haushälterin nickte und wich zurück. Sandalephon lächelte und machte eine Handbewegung.
Kat wusste, dass er sie damit vergessen ließ, dass sie beide Seraphim waren und ihr nicht weiter auffallen würde, dass er nicht gealtert war. Mame würde glauben, dass „Mr. Sam“ ein weiser Mann war, der sogar so gut war, dass er sogar Gedanken lesen konnte und sie nahm hin, dass sie zehn Minuten später von einem Taxi abgeholt wurden, das an der ersten Wegbiegung verschwand, weil es eine Illusion gewesen war. In einem großen, doch trotzdem gemütlichen Haus tauchten sie wieder auf. "Willkommen in unserem Heim in Neuseeland." flüsterte Sandalephon. In diesem Moment räusperte sich jemand hinter ihnen. Beide fuhren herum. Camael stand mit Kats Geschwistern in dem großen Wohnzimmer. "Sie wollten unbedingt zu euch beiden - und Derek und Rachel... wir haben um Erlaubnis gefragt und die zwei haben es erlaubt - unter der Voraussetzung, dass es euch beiden recht ist." "Wir dürfen doch bei euch bleiben, Sandalephon, Kat?" fragte ihre kleine Schwester. Um die Mundwinkel Sandalephons zuckte es belustigt. "Was meinst du, cor meum...?" fragte er und fügte in Gedanken belustigt hinzu: "Eine sehr interessante... Maßnahme deiner Eltern um uns an Intimitäten zu hindern..." Kat grinste ihn an. "Na ja..., wenn ihr brav seid und du es auch mal ohne Luciano aushältst - und wenn Sandalephon ja sagt und ihr ihn nicht stört und mich nicht und uns an sich nicht..." "Versprochen!" riefen die Kleinen wie aus einem Mund und warfen sich in die Arme ihrer großen Schwester und ihres - zukünftigen - Schwagers.
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