Desaster-Woche.

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
28.01.2018
14.02.2018
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3. Tag, Donnerstag. II

Nach einer leckeren Pizza, genieße ich noch die mir verbleibende Zeit mit meinem Freund. Es wird nicht mehr lange dauern und er muss wieder nach Hause fahren. Morgen hat er zwar einen kurzen Arbeitstag vor sich, jedoch sollte er in der Werkstatt doch lieber voll konzentriert und ausgeschlafen sein, bevor er sich noch verletzt.

Ich kuschle mich vorsichtig an meinen Freund, mein frisch gestochenes Tattoo erschwert es mir, mich ordnungsgemäß an Max‘ Oberkörper zu kuscheln.
„Wenn du willst, kann ich dich noch ein bisschen verwöhnen, bevor ich gehe, damit du gut schlafen kannst“, bietet Max an und ich seufze.
„Du denkst wirklich immer nur an Sex...“
„Gar nicht wahr... Falls es dir entgangen ist, bist du der Einzige, der bis jetzt etwas von unseren sexuellen Aktivitäten hatte. ... Ich brauche jedes Mal eine kalte Dusche, wenn ich mit dir gekuschelt habe.“
„...“

Max dreht sich etwas zu mir, streichelt meine Wange und streicht mir meine Haare aus dem Gesicht. Er lächelt mich zufrieden an und verwickelt mich in einen zarten Kuss.
„Ich mach das alles gerne für dich, das sollte kein Vorwurf sein. Aber irgendwann wäre es schön, wenn etwas von dir zurückkommen würde.“
„Du willst also, dass ich...“
„Wollen... Ja, es wäre schon schön, aber wenn du ihn nicht in den Mund nehmen möchtest, bin ich mit deinen kleinen süßen Händen auch zufrieden“, grinst Max und ich bedecke mein Gesicht mit der Decke.

Es ist so peinlich.
Wieso redet er darüber?
Wieso sagt er mir das einfach so... ins Gesicht...

„Oh Yoba, ist dir das wirklich SO peinlich?“, fragt Max und zieht mir die Decke vom Kopf. „Du bist so niedlich, dass es eigentlich illegal sein sollte, dass ich dich anfasse. ... Du bist auch wirklich sicher, dass du 21 bist...?“
„Ja...“, murmle ich.
„Wollte nur sicher gehen... Also Sebby, du und ich, wir beide, wir sind zusammen, ein Paar, ein Liebespaar. Und wenn man auf diese romantische Weise zusammen ist, dann ist das normal, dass man über so etwas redet. Wie kann man sonst wissen, was dem anderen gefällt?“
„Okay, weißt du, was mir gefallen würde, Max?“
„Was denn?“, fragt er grinsend und ich grinse ebenfalls.
„Wenn du deine Klappe halten würdest.“
„Du bist so ein kleines Monster“, grinst Max weiter und küsst dann meine Stirn, meine Schläfe und meine Wange. „Für diese freche Aussage musst du bei meinem nächsten Besuch mit mir schlafen.“
„...ich MUSS?“, frage ich ängstlich und Max lacht.
„Nein, kleiner Scherz. Außer du willst... was mir natürlich sehr gut gefallen würde.“

Max nimmt meine Hand legt sie dann auf seinen Brustkorb und führt sie vorsichtig über seinen Oberkörper Richtung Hüfte.
„Was machst du?“, frage ich nervös, doch Max antwortet nicht, legt meine Hand dann an sein bestes Stück. Er lässt unsere Hände ruhen und küsst dann erneut meine Stirn. „Max?“
„Hm?“
„Der ist echt groß...“
Max lacht und lässt dann meine Hand los, bevor er mich umarmt.
„Du wirst immer niedlicher und immer interessanter, weißt du das?“
„Du bist so ein Arsch...“
„Lässt du jeden Arsch das hier mit dir machen?“, fragt Max neckisch, bevor er mich in einen Kuss verwickelt und seine Hüfte leicht an meine drückt. Mir war bewusst, dass ich früher oder später in so eine Situation komme, doch heute ist wirklich nicht der perfekte Abend für so etwas Nervenaufreibendes. Ich bin viel zu müde und nervös, um mich darauf einlassen zu können. Max löst unseren Kuss und sieht mich an. „Ich hab dich ein wenig überfordert, tut mir leid“, entschuldigt Max sich, legt dann seine Hand an meine Hüfte.
„Nein...“
„Wieso küsst du dann so mies?“, fragt er, wobei er erneut breit grinst. Manchmal hasse ich sein Gesicht...
„Tz, du küsst mies, ich passe mich nur deinem sehr niedrigem Niveau an“, kontere ich frech, wodurch ich einen weiteren Kuss von Max bekomme. Trotz meiner Müdigkeit will ich mir dieses Mal nicht sagen lassen, dass ich mies küsse, ich gebe mein Bestes, um Max zufrieden zu stellen. Unsere Zungen treffen sich immer wieder und ich drücke mich an meinen Freund. Die kalte Dusche, die er danach nehmen muss, hat er sich verdient für den Überfall auf meine arme Unschuld. Es dauert nicht lange, bis ich auf seinem Schoß sitze und mich über Max beuge.
Ich küsse seinen Hals, er legt seine Arme um mich. Trotz meiner fehlenden Erfahrung versuche ich mich daran, Max einen Knutschfleck zu verpassen. So schwer kann das immerhin nicht sein, wenn sogar Idioten wie Sam das hinbekommen. Ich sauge sanft an der weichen Haut an Max‘ Hals, küsse ihn immer und immer wieder. Als ich spüre, dass er eine Erektion bekommt, grinse ich, bevor ich noch einmal etwas fester an seinem Hals sauge.
Max stöhnt leise und ich setze mich auf, grinse ihn dann breit an.
„War das gut?“, frage ich frech und er sieht mich an, als wäre er gerade in einer ganz anderen Welt.
„Mach das nochmal...“
Ich lege meine Hand an seinen Hals, streiche über den kaum zu sehenden Knutschfleck, irgendwie habe ich mir das einfacher vorgestellt. Ich beuge mich dann zu seinen Lippen, um meinen Freund in einen weiteren Kuss zu verwickeln. Es ist gut zu wissen, dass Max auch an der passiven Rolle seinen Spaß hat und mit mir zufrieden ist. Als wir uns küssen, bewegt Max seine Hüfte ein wenig, löst unseren innigen Kuss dann aber schnell.
„Ich sollte langsam nach Hause gehen“, flüstert er, gibt mir dann noch einen zarten Kuss auf die Lippen.
„Wäre wohl besser“, antworte ich, wobei ich mich wieder aufrichte.
Max legt seine Hände an meine Hüfte und lächelt mich an.
„Ich wusste gar nicht, dass du auch so frech und heiß sein kannst. Du überraschst mich immer wieder“, meint er und ich schaue verlegen weg. Ich wusste das selbst auch nicht... „Sieh mich an.“
„Nein.“
„Sebby.“
„Nein.“
„Sebby.“
„Nein.“
„Du kleine Zicke.“
„Ich bin keine Zicke“, schmolle ich und sehe ihn dabei eindringlich an.
„Ich kann es kaum erwarten das erste Mal mit dir zu schlafen“, meint Max verträumt, streicht dann liebevoll über meinen Arm.

Okay, er will das Thema einfach nicht ad Acta legen... Ich muss es ihm sagen, ich weiß nur noch nicht genau, wie ich damit anfangen soll.
Wie erkläre ich ihm, dass ich eigentlich asexuell bin...?
Wie erkläre ich etwas, das mich selbst unfassbar verwirrt?

„Öhm... was das angeht... Ich... Ich will das gar nicht“, beginne ich etwas unbeholfen.
„Was?“, fragt Max verwirrt und ich seufze.
„Max, es liegt nicht an dir. Du siehst wirklich gut aus und es ist schön dich zu küssen und so... aber ich will keinen Sex mit dir. Ich will einfach nicht mit dir schlafen, gar nicht.“
Die Irritation steht meinem Freund ins Gesicht geschrieben, er wird das vermutlich nicht verstehen, aber ich muss zumindest versuchen, ihm alles zu erklären.
„Hast du Angst, dass es wehtun wird?“
„Ja auch, aber das ist es nicht...“
„Wieso willst du nicht mit mir schlafen? Du stehst doch auf Männer, soweit ich das verstanden habe...“
„Eigentlich... nein, eigentlich nicht...“
„Okay, jetzt bin ich komplett verwirrt“, meint Max und fasst sich dann an den Kopf. „Ich weiß echt nicht, was ich jetzt noch sagen soll. Geh mal runter von mir, das Blut muss zurück in meinen Kopf, bevor ich denken kann.“

Ich steige vorsichtig von Max, bleibe dann etwas enttäuscht neben ihm sitzen. Wieso fühle ich mich plötzlich so seltsam? Sein Blick macht mir Angst. Ich will nicht, dass er mich verlässt...
„Ich kapier’s nicht, Sebby. Wenn du mich gern hast, gerne mit mir zusammen bist und findest, dass ich gut aussehe, wieso willst du dann nicht mit mir schlafen? Du wusstest doch von Anfang an, dass wir mehr als Freunde sind. ... Und wieso sagst du mir das jetzt? Jetzt, nachdem du mich komplett angeturnt hast?“
„Weil ich... ziemlich... verrückt... bin...“, erkläre ich, wobei ich immer leiser werde.
„Oh. Moment, jetzt macht’s langsam klick. ... Wieso denkst du, dass du verrückt bist? Fühlst du dich nicht wohl weil du dich noch nicht richtig geoutet hast oder so?“, fragt er nach. Er scheint sich wirklich Gedanken darüber zu machen, wirkt jedoch selbst etwas verunsichert.
„Ich weiß nicht recht. Max, es ist so...“, beginne ich erneut zu erklären, sehe ihn dabei nur flüchtig an. Mein Blick schweift willkürlich durch den Raum. „Max, ich versuche es zu erklären... Ich dachte eigentlich, dass ich asexuell bin, aber dann kommst du und verdrehst mir irgendwie den Kopf. Ich bin verwirrt...“
„Oh, okay, verstehe. ... Sebby, was fühlst du, wenn wir uns küssen? Woran denkst du, wenn wir uns näher kommen?“, fragt Max verständnisvoll nach und nimmt meine Hand.
„Ich weiß nicht. An dich? An unsere Beziehung... Es ist schön bei dir zu sein und dich so nah bei mir zu spüren. ... Aber irgendwie... Weißt du, Max, es reicht mir, dich zu küssen und mit dir zu kuscheln, ich bin damit mehr als zufrieden. Ich brauche einfach nicht mehr als das. Ich hoffe du verstehst irgendwie, wie ich das meine...“
Max wirkt etwas nachdenklich und küsst dann meine Hand, steht dann auf. Er streckt sich und greift dann nach seiner Weste, die er überzieht.
„Danke, dass du mir das erzählt hast, Sebby. Ich denke, dass ich dich jetzt ein wenig besser verstehe.“
„Gehst du?“
„Wie vorhin gesagt, ich muss, es ist schon spät“, antwortet er etwas abwesend, blickt dann auf sein Smartphone.

„Max...“, sage ich leise, in mir bricht ein seltsames, kaltes Gefühl aus, ich fühle mich schlagartig richtig gestresst und ängstlich. Das Gefühl beginnt in meiner Brust, zieht sich dann bis in meinen Bauch und meine Arme.

Max beugt sich zu mir und gibt mir einen kurzen Abschiedskuss.
„Schlaf gut, Sebby.“
„Max...“
„Ja?“
„Du... du kommst nicht wieder, oder?“, frage ich verunsichert, das Gefühl der Leere zerdrückt mich förmlich, das Atmen fällt mir schwerer.
Max schüttelt irritiert den Kopf. „Wie kommst du nur immer auf so einen Blödsinn?“
„Ja, aber...“
„Nichts, aber... Sebby, morgen nach der Arbeit hole ich dich ab und wir machen uns einen schönen Nachmittag zu zweit. Nur du und ich. All das, was du mir gerade gesagt hast, ändert nichts zwischen uns, versprochen“, erklärt Max lächelnd und gibt mir noch einen kurzen Kuss. „Danke, dass du mit mir darüber geredet hast. Das war sehr mutig und erwachsen von dir. Wir beide werden das schon irgendwie hinbekommen, okay? Egal was passiert, wir finden einen Mittelweg, damit wir beide in der Beziehung zufrieden sind.“

Irgendwas in mir sagt, dass er mich anlügt und dass er nicht wieder kommen wird. Das kalte Gefühl und die Angst zu verdrängen ist nicht leicht für mich.
Nicht durchdrehen, Sebastian... Ich muss tief durchatmen...

„Oh Mann... Es ist so schwer zu gehen... aber ich muss jetzt wirklich los. Normalerweise bin ich schon seit einer Stunde im Bett.“
„Dann bleib doch einfach hier“, bitte ich verzweifelt, doch Max wirkt nicht begeistert. „Bitte, Max, ich brauch‘ dich... Ich drehe grade durch...“
„Oh Sebby... Du brauchst mich?“, spricht er lächelnd und gibt mir einen Kuss. „Es ist alles gut, kein Grund Panik zu bekommen. Ich bleibe heute Nacht, aber wenn Dan mich killt, bist du an meinem Tod schuld.“
„Wird nie passieren, mein Dad würde mich niemals so traurig machen, außerdem... hat er dich gern.“
„Er hat mich gern? Manchmal denke ich eher, dass er mich töten möchte“, spricht Max etwas unsicher.
„Wie kommst du darauf?“
„Ähm... gewisse Anzeichen“, erklärt Max, ohne dabei etwas zu erklären.
„Welche Anzeichen?“
„Naja... er sagt mir des Öfteren, dass er mich umbringen wird, wenn ich dir weh tue“, erklärt Max und zuckt dann mit den Schultern. „Er setzt bestimmt einen Killer auf mich an, sollten wir uns jemals trennen.“
„Tja, dann solltest du wohl besser lieb zu mir sein und brav bei mir bleiben“, spreche ich mit einem zuckersüßen Lächeln.
„Okay ich bleibe wirklich, unter einer Bedingung.“
„Die wäre?“, frage ich nach, wobei ich schon das schlimmste befürchte. Max‘ Grinsen bedeutet, dass sich meine Gedanken schon in die richtige Richtung bewegen.
„Wir duschen. Zusammen. Nackt.“
„Oh... okay... abgemacht. Aber du fasst mich nicht an.“
„Tz, wo bleibt dabei der Spaß?“, grinst Max frech und ich seufze.

Oh Yoba, wo bin ich nur hinein geraten?
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