The Shoplifter

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
27.01.2018
07.04.2018
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Dieses Kapitel
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ACHTUNG!!!
Dieses Kapitel enthält starke GEWALTSZENEN! Sowohl in körperlicher, verbaler als auch in sexueller Hinsicht!!!
Ich spreche hiermit eine TRIGGER-Warnung aus!
Bitte nicht weiter lesen, wenn jemand negativ auf solche Themen reagiert!




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>So eine Scheiße, un!<, fluchte Deidara innerlich, als er durch die dunklen Straßen lief. Jetzt war er also aufgeflogen. Der Rothaarige hatte bestimmt schon die Polizei gerufen und bald würden sie ihn finden und verhaften und die arme, alte Chiyo würde es ganz alleine draußen aushalten müssen. Ohne jemanden, der sich um sie sorgt und Essen beschafft.
Und dies alles mit diesem aggressiven Vollidioten Pain im Nacken.
Deidara bog in eine dunkle Gasse ab, lehnte sich an der kalt-feuchten Steinmauer ab und atmete tief durch.
Warum war er ausgerechnet am heutigen Abend erwischt worden.
Warum gerade heute, an dem Tag an dem er Pain und dessen Leuten den Rücken gekehrt hatte.
Er wusste doch, wie sehr Pain ausrasten konnte...und wie nachtragend er war.

>Ich muss so lange hier bleiben, bis die Luft rein ist und keine Polizei mehr nach mir sucht, um zurück zu Chiyo gehen zu können. Wir müssen uns schleunigst ein anderes Lager suchen, bevor Pain kommt und uns auseinander nimmt<.
Deidara fuhr sich nervös durch die blonden Haare.
Er hatte eigentlich den Schutz der Nacht ausnutzen wollen, um mit Chiyo ab zu hauen. Wollte ihr langsam aber sicher alles erklären.
Dass er nicht mehr in dieser Gruppe aus Dieben und Dealern war, wusste sie zwar bereits, aber er war nicht so weit gekommen, um ihr zu sagen, dass Pain ihn heute Nachmittag sogar mit einem Messer terrorisiert und ihn angedroht hatte, sein und Chiyos Leben aus zu löschen...
Würde Pain wirklich so weit gehen?
Würde er das wirklich, nur aus seinem verletzen Stolz heraus?
War er denn so ein Psychopath?
Deidara dachte an die vergangenen Auseinandersetzungen mit dem Orange-haarigen zurück und wurde nur noch nervöser.
Ja...er war definitiv in der Lage dazu.
Es war nicht das erste Mal gewesen, dass dem Piercing-träger die Hand ausgerutscht war. Und das war nur wegen Kleinigkeiten gewesen.
Wenn Deidara einmal nichts Wertvolles oder nicht das Richtige für ihn geklaut hatte und auch, wenn er sich komplett geweigert hatte, irgendetwas für ihn zu stehlen. Ja, dann hatte er bereits des öfteren zugeschlagen.
Aber Pain war nach einer Entschuldigung immer wieder schnell beruhigt gewesen. Doch dieses Mal war Deidara nicht vor ihm gekuscht.
Er hatte ihm die Stirn geboten.
Es hatte ihn aber auch einfach so fuchsig gemacht, dass Pain tatsächlich Chiyos Leben mit ins Gespräch gezogen hatte.
Das war einfach zu weit gegangen.
Deidara war der alten Dame nämlich zu so viel Dank verpflichtet.
Sie hatte ihn damals aufgenommen und groß gezogen.
Deidara kannte seine Eltern nämlich nicht.
Er hatte seine ersten Lebensjahre in einem Waisenheus verbracht, war aber mit acht Jahren davon gelaufen. Es war nicht so, dass all die Pädagogen und Pfleger dort schlecht mit ihm umgesprungen waren. Im Gegenteil. Dort waren wirklich freundliche Menschen gewesen, welche den Kindern dort ehrlich helfen wollten, aber es gab damals auch diesen....Bezugspfleger, der einfach seine Finger nicht von ihm lassen konnte.
Deidara war damals noch klein gewesen und hatte sich überhaupt nicht zu helfen gewusst. Hatte sich sogar dafür geschämt und wollte den anderen Pädagogen dort überhaupt nicht Bescheid sagen, was damals mit ihm geschehen war. Er war eines nachts, aus Furcht vor dieser einen Person, davon gelaufen. Wollte nie  wieder in dieses Heim zurück.
Er hätte das einsame Straßenleben damals, als Kind, nicht lange überlebt. Er war bereits nach drei Wochen so unterkühlt und ausgehungert gewesen, dass nicht mehr viel gefehlt hätte, und Deidara wäre gestorben.
Doch Chiyo hatte ihn in jener Zeit gefunden, in einem großen Pappkarton hatte er sich damals versteckt, welcher in der Ecke einer Gasse stand. In einer dunklen Gasse, so wie in dieser, wo er sich gerade auch befand.

Deidara drehte sich um, lehnte sich mit dem Rücken an die kalte Mauer hinter sich und glitt langsam an dieser nach unten, bis er Kontakt mit dem Boden hatte.
Er war erschöpft.
Mit leicht zitternden Fingern fuhr er sich über die pulsierenden Schläfen und strich  über die Seiten seines Schädels, um sich die unzähligen, blonden Haarsträhnen hinter die Ohren zu streichen.
Er spürte wie sein schwacher Puls mit hoher Geschwindigkeit in seinen Arterien wütete. Er konnte ihn deutlich hören. Das Rauschen ihn den Ohren.
Er hatte eine Woche lang schon nichts mehr gegessen und schlafen hatte er wegen all der Nervosität auch nicht mehr können.
Er war die gesamte letzte Zeit unruhig gewesen, da er sich innerlich förmlich mit sich selbst gestritten hatte. Er wusste, dass er von dem Tankstellenbesitzer klauen musste! Nur so konnte er etwas Essbares für sich und die alte Frau auftreiben, damit sie nicht verhungerten. Er wollte nie anfangen zu klauen. Doch vor einigen Wintern, als er und Chiyo fast am Hungertod gestorben waren, hatte er Pain kennen gelernt, welcher ihm damals angeboten hatte ihnen Essbares zu geben. Natürlich im Eintausch für Gegenstände wie Elektronik, Zigaretten und Alkohol.
Der Hunger war damals zu Groß gewesen und hatte den Verstand und die Vernunft  argumentativ einfach überboten.
Und so war er einfach in diese brutale Gruppe geraten. MUSSTE plötzlich für sie stehlen.
Sie liesen ihm gar keine Wahl.
Deidara hatte schon oft versucht auf legalem Wege Arbeit zu finden, doch wollte ihn nie jemand einstellen.
Er konnte es den Ladenbesitzern nie verübeln.
Er war eben ein Obdachloser und er sah leider auch so aus wie einer.
Deidara besaß fast nichts. Und die Klamotten, die er trug, waren ihm stets zu groß oder waren durchlöchert.
Und da er auch nie eine Schulbildung genossen hatte, konnte er weder rechnen, oder schreiben, noch lesen.
So jemanden wie ihn, der durch alle sozialen Netze gefallen war, konnte nun wirklich niemand brauchen. Und sich auf dem Straßenstrich verkaufen, wollte er sich nun wirklich nicht. Sich von irgendwelchen, wildfremden, schmierigen Männern das Hirn rausvögeln lassen, war echt das Letzte das er in seinem kurzen Leben noch vor hatte.

In der Ferne hörte Deidara die Sirene der Polizei heulen.
Ihm lief es sofort eiskalt den Rücken und Nacken hinauf und schien sich in seine Kopfhaut zu beißen. Die Panik war deutlich in ihm zu fühlen. Fast schon zu ergreifen.
Galt ihm diese Sirene?
Waren sie schon auf der Suche nach ihm?
Entsetzt vergrub Deidara sein Gesicht in den Händen und drängte seinen Rücken noch näher an die kalte Wand hinter ihm.
Hier in dieser kalten Gasse, hinter all den Kisten, Kartons und Mülleimern würden sie ihn schon nicht finden.
Er musste nur ein paar Stunden durchhalten....oder vielleicht sogar diese Nacht, aber dann würden sie bestimmt aufgegeben haben!
Bestimmt.
Deidara biss sich auf den Knöchel des Zeigefingers.
Es wurmte ihn so sehr, nicht sofort zu Chiyo zurück zu können.
Er wusste nicht mehr, was sinnvoller war.
Jetzt zurück zu laufen, von der Polizei geschnappt zu werden und damit nie mehr in der Lage sein, die alte Dame zu unterstützen.....oder sich erst einmal zu verstecken, und erst morgen mit Chiyo aufbrechen zu können, um sich ein neues Lager zu suchen. Klar. Die zweite Möglichkeit erschien ihn schon logischer, aber er wollte doch auch nicht, dass sie sich noch länger Sorgen um ihn machte.

Deidara lies seinen nervösen Blick über den verdreckten, zugemüllten Boden der Gasse schweifen und entdeckte eine zerknüllte, halb zerrissene Zeitung in einer Pfütze liegen.
Er betrachtete die große Überschrift, welche das Frontblatt des Druckgutes schmückte und konnte hier und da ein „A“ und auch ein „D“ erkennen.
Viel konnte er nicht lesen. Das hatte er auch leider nie gelernt.
Chiyo war damals, als sie ihn als Kind aufgenommen hatte, so lieb gewesen, ihn hier und da ein paar Buchstaben und Wörter beizubringen. Nur wenige Worte konnte er bis jetzt entschlüsseln, aber deswegen war er der alten Frau schon so dankbar.
Sie war zu jener Zeit auch diejenige gewesen, die ihn zu ihrem Lager gebracht hatte.
Es war vor all diesen Jahren schon heruntergekommen gewesen, aber da sie ihn so nett behandelt hatte, fühlte er sich dort bei ihr heimisch, im Freien unter der Brücke.

Die Erinnerung über die erste kleine Lese-“Lernstunden“ mit der Grauhaarigen, lies ein kleines, entspannteres Lächeln über seine Lippen huschen.

Ja. Er war sich nun endlich sicher was er zu tun hatte.

Sollte ihn die Polizei doch suchen!
Er war bis jetzt immer davon gekommen!
Er war zwar halb ausgehungert, schwach und kränklich, aber der Polizei würde er auch dieses Mal entwischen.
Klar, die Glückssträhne hatte nicht ewig angehalten, denn der rothaarige Tankstellenbesitzer hatte ihn letztendlich doch erwischt, aber dennoch! Der erfolgreiche Durchschnitt lag auf seiner Seite!

Deidara stand etwas motivierter vom Boden auf und klopfte sich den Staub von seiner Hose.
Er wollte sich so schnell wie möglich über einige Schleichwege auf den Weg zurück begeben. Zurück zu Chiyo. Zurück zu seinem „zu Hause“.
Er würde sie endlich einweihen, dass Pain ihnen gedroht hatte.
Dass sie sich erst einmal wo anders verstecken musste.
Sie machte sich im Moment wahrscheinlich mehr als genug Sorgen um ihn.

Gerade als Deidara einen Schritt vorwärts machen wollte, um aus der dunklen Gasse zu treten, blieb er erschrocken stehen.
Seine Beine waren wie angewurzelt auf der Stelle festgefroren, während seine Augen sich angsterfüllt weiteten.
Entsetzten machte sich in seinen Pupillen breit, während er in das breite, zahnige Grinsen seines Gegenüber starrte.

„Da bist du ja endlich, Deidara. Ich hab dich schon überall gesucht. Weißt du nicht, dass es gefährlich hier draußen ist. Vor allem Nachts. Du bist doch schon alt genug, um zu wissen, welche Psychopathen hier herumlaufen könnten...“

Allmählich schien wieder Leben in die Beine des Blonden zu fließen und langsam bewegte er sich rückwärts. Wie ein verzweifeltes Vieh, in die Ecke getrieben.

„Bleib doch stehen Deidara. Mach die Situation bitte nicht noch komplizierter. Ich wollte mich nur ein wenig nett mit dir unterhalten. Nun sei mal nicht so unhöflich. Hat Chiyo dir denn gar keine Manieren beigebracht?“
Das Gesprochene bestand nur aus neutralen Wörtern, doch die Aussprache klang belustigt, drohend und gefährlich.
Das Grinsen, welches das Gesicht des Mannes zierte wurde nur noch breiter, während er mit der rechten Hand in seine Hosentasche griff und dort nach etwas zu suchen schien.
Die Augen des Drohenden verfinsterten sich funkelnd, als er endlich das gesuchte Objekt zu fassen bekam. Langsam, terrorisierend zog er das kleine Klappmesser aus der besagten Jeans-Tasche und spielte damit gekonnt in seinen Händen.

„Pain...bitte lass den Scheiß“, versuchte der Blonde seinen Gegenüber zu beschwichtigen, doch er konnte konnte keinen sicheren Tonfall finden. Er hörte seinen eigene Stimme beben und am Ende des Satzes war sie sogar völlig abgebrochen.
„Nö. Warum sollte ich. Ich hab dir schon mal gesagt, dass ich Ratten nicht besonders gut leiden kann, die mich einfach so hintergehen.“
„Pain. Ich habe dich nicht hintergangen. Ich habe dir immer alles geliefert, das du haben wolltest und es fair bei dir eingetauscht“
„Ja. Das schon. Aber wer hat gesagt, dass du einfach so den Kontakt mit uns abbrechen darfst, Deidara? So läuft die ganze Sache nicht. Du stellst dir das alles ein wenig zu einfach vor, findest du nicht? Wer sagt mir denn, dass du uns bei den Bullen nicht verpfeifst? Kannst du mir das garantieren, Deidara?“
Fassungslos betrachtete der Blonde seinen Gegenüber.
War das alles?
War das alles an Gründen, die Pain brauchte, um ihn mit einem Messer zu bedrohen? Deidara wusste zwar, dass sein Gegenüber äußerst aggressiv und brutal war, aber dass er so weit gehen wollte, war ihm doch noch nicht so ganz bewusst gewesen.
„Pain...ich würde euch niemals bei der Polizei verpfeifen! Das weißt du doch! Ich habe doch auch geklaut! Ich würde mich genauso strafbar machen, wie ihr! Ich...“
„Ach komm schon! Erspare mir dein dummes Geschwätz! Ich weiß, dass derjenige der ein Geständnis ablegt, eine abmildernde Strafe erhält. Und bei den mickrigen Diebstählen, die du abgezogen hast, kommst du mir am Ende sogar noch straffrei davon! Meinst du denn, dass ich so dumm bin und dir deine gequirlte Scheiße abkaufe?!“, knurrte Pain geradezu heraus und unterbrach den Blonden bei seiner Erklärung.
Deidaras Finger begannen zu zittern.
Er wusste, dass mit Pain nicht zu diskutieren war.
Es war entweder seine Meinung oder keine!
Er konnte nur noch versuchen, ihn ein wenig zu beruhigen, damit er ihn wenigstens nicht umbrachte...
Bei dem Gedanken, stellten sich Deidaras Nackenhaare auf.
Er sah seine erstochene Leiche bereits vor seinem inneren Augen in der kalten, dunklen Gasse vor sich hin rotten.

„Pain bitte“...
Deidara wusste gar nicht, wie er überhaupt anfangen sollte.
Wieder machte er einen Schritt zurück, was seinem Gegenüber natürlich sofort auffallen musste und was diesen dazu ganz und gar nicht schmeckte.
Dieser stürzte daraufhin angriffslustig auf ihn zu, packte den Blonden unsanft an den Haaren und zwang diesen näher zu sich heran.
Schnell griff der Orange-haarige mit einem Arm um den Oberkörper seines kleineren Opfers und zog diesen, rückenwärts zu sich heran.
„Na komm schon, Deidara! Zeig mir nochmal wie mutig du sein kannst! Lass ruhig den Helden raus hängen, so wie heute Nachmittag. Trau dich!“, flüsterte ihn der Ältere mit rauer Stimme gegen die rechte Ohrmuschel.
Er hatte ihn fest im Griff.
Deidara schluckte hart. Spürte die eiserne, aufgezwungene Umarmung, welche kein Entrinnen zuließ. Ebenso spürte er die kalte Klinge des scharfen Messers, welches der Andere an die Seite seines Halses gepresst hatte.
Deidara meinte fast, dass er ihn schneiden würde, wenn er nur zu laut schluckte und traute sich umso weniger sich zu bewegen.
Pain hingegen schüttelte nur abwertend den Kopf.
„Wo bleibt denn nun dein Mumm? Lass mich nicht so lange warten, Deidara! Zeig es mir! Trau dich noch mal mir so zu widersprechen, wie heute Nachmittag. Trau dich und ich mach dich auf der Stelle kalt! Ich werde deine ausblutende Leiche ficken und erhänge danach die alte Schabracke unter ihrer geliebten Brücke! Ich schwöre es dir!“

Deidara spürte erneut die Wut in sich hochsteigen.
Gerade als er den Mund aufmachen wollte, um etwas zu sagen, drängte ihn sein Peiniger an die Wand, bis sein Bauch und sein Gesicht an die kalte Mauer gepresst wurden, an der er vorhin noch gelehnt hatte.
Er fühlte sich einerseits so verdammt ausgeliefert, aber andererseits kochte auch so viel Zorn und Hass in ihm hoch, dass er sich kaum entscheiden konnte, ob er all die Pein einfach hinter sich ergehen lassen sollte, oder er es wagen sollte, sich zur Wehr zu setzten.

Der blanke Horror machte sich in Deidara breit, als er plötzlich Pains Hand, welche immer noch das scharfe Messer hielt, von seinem Hals anblies, und dann unter sein Oberteil glitt. Er spürte die die kalte Klinge über seinen Bauch gleiten hinauf zu seiner, schwer atmenden Brust.
Deidara zog daraufhin erschrocken die Luft ein.
Neben all der Angst und der Wut die er davor verspürt hatte, mischte sich nun auch großer Ekel und Abscheu hinzu.
Wollte ihn Pain nun auch noch vergewaltigen?
Deidara hätte niemals gedacht, dass sein Peiniger so weit gehen würde. Doch leider stellte der verängstigte Blonde voller Entsetzten fest, dass der Andere wohl genau das mit ihm vor hatte.
Der Größere drängte ihm die Beine etwas weiter auseinander, während der Arm, der ihn vorher noch im Klammergriff gehalten hatte, von ihm abließ, nur um anschließend, grob um seinen Kiefer zu greifen, um seinen Kopf auf die Schulter seines Peinigers zu drücken.
Derb wurde sein Gesicht fast gegen das des Anderen gedrückt, welcher ohne Vorwarnung seine Zunge über die Lippen des Blonden gleiten lies.
Reflexartig kniff Deidara die Augen zusammen und versuchte sich aus der Umklammerung zu befreien, doch der Größere hatte seinen Kiefer so grob gepackt, dass er fast meinte, blaue Flecken davon zu bekommen.
Deidara hörte, das metallische Klirren des Butterfly-Messers, welches anscheinend zu Boden gegangen war und spürte, wie die nun freie Hand des Mannes hinter ihm, über seine linke Brustwarze strich und danach weiter nach unten wanderte, direkt unter seinen Hosenbund.
Überwältigt von dem Adrenalin und dem ihm aufgezwungenen Gefühl, bäumte sich Deidara gegen den Größeren Mann hinter sich auf. Versuchte sich aus dessen Armen herauszuwinden und schaffte es sogar, diesen kurz etwas zum zurück stolpern zu bringen.
„Lass los Pain! Fick dich selbst!“, schrie Deidara gerade zu auf, drehte sich nun wieder mit dem Rücken zur Wand und versuchte mit seinen Armen Abstand zwischen sich und seinem Gegenüber zu schaffen, welcher sich aber schnell wieder gefangen hatte und leider anders reagierte, als es Deidara vorausgesehen hatte.
Denn so plötzlich, sodass der Blauäugige gar nicht mehr darauf reagieren konnte, hatte er auch schon die geballte Faust des Anderen im Gesicht, welche ihn unsanft zur Seite schleuderte.

Verdattert versuchte sich Deidara schnellstmöglich wieder vom Boden auf zu kämpfen, hatte aber im ersten Moment überhaupt gar keine Orientierung. Er hörte ein durchgehendes, helles Pfeifen in seinem linken Ohr und sah viele, vereinzelte, schwarze Flecken, welche in seiner Sicht umherschwirrten.
Er glaubte sogar fast das Bewusstsein zu verlieren.
Deidara zwang sich dazu, wach zu belieben und berührte die pulsierende Stelle, an seinem linken Ohr, welches immer noch ein Pfeifen vernahm.
Als er daraufhin die Finger betrachtete, welche gerade noch sein Gehörorgan abgetastet hatten, erkannte er dass anscheinend Blut aus ihm herauslief.
War ihm durch den harten Schlag tatsächlich das Trommelfell geplatzt?

Furchtsam wandte Deidara den Blick wieder nach oben. Seinen Peiniger suchend und musste bestürzt feststellen, dass dieser gerade wieder zu einem erneuten Schlag ausgeholt hatte.
Abermals traf ihm die Faust mit voller Wucht, aber diesmal direkt auf seinen Schädel.
Schnell ging Deidara bäuchlings zu Boden und schlug sich dabei das Kinn auf.
Reflexartig hob er den rechten Arm zum Schutz, erahnte den nächsten Schlag von der Seite. Doch dieser traf wieder mit voller Wucht seinen Hinterkopf.

Das Rauschen seines Pulses klang fast unangenehm Laut in seinem rechten Ohr, während mit seinem Linken immer noch nur dieses schreckliche Pfeifen zu hören war.
Den Arm, welchen er gerade noch vorbeugend vor sein Gesicht gehoben hatte, wurde auch schon gepackt und ihn auf den Rücken gedreht.
Pain lies überhaupt nicht locker und drückte den Arm so weit nach hinten und zur anderen Seite, dass Deidara bereits die Bänder spürte, welche sich schmerzhaft überdehnten. Plötzlich erklang es: Ein lautes, dumpfes Krachen.
Pain hatte ihm die rechte Schulter ausgekugelt!
Zur Bestätigung fiel ihm der besagte Arm leblos, wie ein nasser Sack auf den Boden zurück und ein so tiefer Schmerz erfüllte den Blonden, sodass es ihn fast die komplette Luft zum Atmen wegnahm.

Grob wurde er auf den Rücken zurückgedreht und so musste er in die wütenden, lavendelfarbenen Iriden seines Henkers blicken.
Deidara konnte die Rage und Gier förmlich in dessen Augen greifen und wusste sofort, dass der Träger dieser Pupillen noch lange nicht vor hatte, von ihm ab zu lassen.
Zu seiner Bestätigung, packte Pain erneut grob seinen Unterkiefer und drückte diesen auf die linke Seite. Sofort darauf spürte er auch schon die Lippen des Orange-haarigen, welche sich wild seinen Hals hinunter küssten, bis zu seinen Schlüsselbeinen.
Ungehalten biss er in den seitlichen Halsmuskel des Blonden, was ihn erneut erstickt aufatmen lies.
Deidara hatte eigentlich gar nicht mehr die Kraft, geschweige denn genügend Bewusstsein, um sich noch weiter zur Wehr zu setzten. Zudem er wusste, dass der nächste Schlag ihn entweder komplett ausnocken oder ihn sogar das Leben kosten würde. Aber dennoch wollte er sich nicht einfach so benutzen lassen.
Sich ficken lassen, wie eine leblose Puppe.
Wenn dieser Psychopath schon bei diesem Kampf gewann, dann wollte er es ihm wenigstens so schwierig und unangenehm wie möglich machen.

Von seinen eigenen Gedanken gestärkt, wand Deidara schnell sein Kinn aus dem festen Griff des über ihm Liegenden, und biss mit all seiner Kraft in dessen Handrücken.
„Scheiße! Lass los oder ich schneid' dir gleich jetzt die Kehle auf!“, fluchte Pain laut und versuchte seine bereits blutende Hand aus dem kräftigen Biss des Jüngeren zu ziehen, welcher gar nicht daran dachte, dem Gesagten folge zu leisten.
Wiederholt schlug Pain mit der noch freien Faust gegen den Kopf seines Opfers, welches immer noch keine Anstalten machen wollte, los zu lassen, obwohl bereits eine gehörige Menge an Blut über sein Gesicht floss.
Gehetzt stand Pain letztendlich auf und zog den Blonden dadurch ungewollt mit sich nach oben. Der Zug an der Fleischwunde an der Hand lies den Älteren scharf einatmen, welcher mit den Augen bereits fanatisch den Boden nach dem Messer absuchte, welches er vor wenigen Augenblicken noch fallen gelassen hatte.

„Meine Fresse! Lass endlich los! Willst du mir die halbe Hand wegreißen?!“, wütete Pain mit Schmerz verzerrtem Gesicht und schlug verzweifelt mit dem Bein zu, was den Blonden endlich von seiner Hand abließ und ihn gegen die Wand beförderte.

Während Deidara schwer atmend und blutend an der kalten Mauer lehnte und etwas stolz seinen Peiniger beobachtete, welcher sich über seine auf gebissene Hand krümmte, bemerkte er, wie sehr ihm doch langsam aber sicher immer mehr das Bewusstsein schwand. Mindestens doppelt so viele schwarze Fetzten wie davor vernebelten seine Sicht und sein Atem ging immer flacher und langsamer.
Deidara fühlte wie das Blut immer noch aus den Platzwunden aus seinem Kopf und seinem Ohr quoll und wie wenig Gefühl er noch in seiner ausgekugelten Schulter hatte.
Würde er jetzt an Blutverlust sterben oder würde es Pain doch noch schaffen, ihn zu erdrosseln oder ihn mit dem Messer auf zu schlitzen?
Der Blonde war bereits so müde und geschwächt, dass es ihm allmählich sogar gleichgültig war.
Wenigstens vergewaltigen würde der Orange-haarige ihn nicht mehr wollen, nachdem er ihn so gebissen hatte! Mit all dem Hass, den Pain gerade verspüren musste, blieb wohl hoffentlich kein Funke Lust mehr in diesem übrig.
Leicht musste Deidara lächeln.
Wenigstens seine Würde durfte er vor seinem Tod noch behalten.
Daraufhin überflog ihn noch einmal das Gefühl von Stolz.
Er war nicht kampflos unter gegangen!
Und alleine diese Tatsache erfüllte ihn wenigstens ein bisschen mit Freude.

Deidara beobachtete Pain, welcher wütend schnaubend nach seinem Messer griff, welches er zuvor noch panisch gesucht hatte.
Wild funkelten ihn die fliederfarbenen Pupillen entgegen, welche dem Blonden aber seltsamerweise keine Angst mehr machten.
Dafür war er bereits zu erschöpft.
Er war sogar froh darüber, dass Pain sich anscheinend dazu entschlossen hatte, ihm nun doch ein schnelleres Ende zu bescheren.

Und Deidara musste auch gar nicht lange darauf warten.
Der Größere kam mit schnellen Schritten auf ihn zu, packte ihn fest am Kragen seines losen, viel zu großen Pullovers und zog ihn nur mit diesem einen Griff vom Boden auf.
Deidara lies den Kopf kraftlos nach hinten fallen und bot seinem Henker bereitwillig die Kehle dar.
Gerade als der Blonde die Augen schloss, spürte er auch schon das eiskalte Eisen unter seinem Kehlkopf ansetzen. Sofort darauf fühlte man das langsam stärker werdende Brennen eines frischen Schnittes.
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