KyotoBlossom

von konekosan
GeschichteDrama, Romanze / P16
Chizuru Yukimura Heisuke Todo OC (Own Character) Sanosuke Harada Shinpachi Nagakura Toshizo Hijikata
24.01.2018
28.01.2018
11
16.942
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24.01.2018 1.520
 
Mmh, was soll ich sagen.

Lest einfach selbst mal rein, vielleicht gefällt es euch ja.

LG konekosan
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Kapitel 1 – Der fremde Mann

Es war einer der ersten warmen Frühlingstage in diesem Jahr und Nozomi beschloss, nach den Vorlesungen das schöne Wetter zu genießen. Sie war erst im letzten Semester nach Kyoto an die Universität gekommen. Als sie ganz klein war, waren ihre Eltern mit ihr nach Europa ausgewandert. Allerdings hat sie sich dort nie richtig wohl gefühlt. So hatte sie beschlossen, ihr Studium der japanischen Geschichte direkt vor Ort in Japan zu absolvieren.

Sie lächelte bei dem Gedanken an die erschrockenen Gesichter ihrer Eltern, als sie ihnen offenbart hatte, dass sie sich in Kyoto an der Uni beworben und eine Zusage erhalten hatte. Je mehr ihre Eltern versucht hatten, es ihr auszureden, um so mehr fühlte sie sich in ihrer Entscheidung bestärkt. Allerdings war ihr zu dem Zeitpunkt nicht klar gewesen, wie schwer sie es hier haben würde.

Für die Europäer war sie die Japanerin, die mit ihren zartpinken Haaren und blauen Augen nicht nach Europa passte und hier in Japan, war sie die Europäerin, die einen auf Japanerin machte. So hatte sie nicht wirklich Anschluss gefunden an der Uni. Nur durch Zufall hatte sie eine Freundin gefunden. Diese war allerdings schon im dritten Semester und so sahen sie sich meist nur kurz in den Pausen oder nach der Uni.

Auf ihren Streifzügen durch das ihr unbekannte Kyoto hatte sie im Herbst den Arashiyama Park gefunden und eine kleine versteckte Stelle, die direkten Zugang zum Fluss Katsura hatte. Dorthin zog sie sich immer zurück, wenn sie ihren Gedanken nachhängen wollte. Und das tat sie auch heute. Die Sonne hatte schon etwas Kraft und so schlenderte sie langsam dorthin. Da es windstill war, fühlte sich die Sonne an dieser Stelle viel kräftiger an.

Sie setzte sich in die Kieselsteine am Flussufer und betrachtete das Wasser, welches aufgrund der Schneeschmelze in den Bergen leicht tosend vorbeifloss. Würde sie hier wirklich das komplette Studium durchziehen können oder würde sie vorzeitig wieder nach Europa gehen und ihren Eltern so die Genugtuung verschaffen, dass sie Recht hatten. Sie warf einen Kiesel ins Wasser und beobachtete, wie er den Lauf des Wassers unterbrach.

Erstaunt weiteten sich ihre Augen, als das Wasser plötzlich langsamer floss und der Kiesel Ringe im Wasser verursachte. Ein Wind kam auf und es tanzten Kirschblütenblätter durch die Luft. Eine Stimme riss sie plötzlich aus ihren Gedanken und ließ sie erschrocken hoch fahren. Vor ihr stand ein blonder hochgewachsener Mann. Auf dem ersten Blick sah er nicht ungewöhnlich aus. Als sie ihn jedoch genauer betrachtete, sah sie zwei Schwerter an seiner Hüfte.

Ein leiser Aufschrei entwich ihrer Kehle. Der Mann grinste sie diabolisch an. „Ich habe wirklich sehr lange nach dir suchen müssen.“ Nozomi versuchte ihre Gedanken zu sortieren und formulierte die für sie einzige sinnvolle Frage „Wer sind sie?“ Er lachte laut. „Deine Eltern haben dir nichts erzählt oder?“ „Wer sind sie?“ fragte sie jetzt noch einmal, aber wesentlich leiser. Sie war viel zu verängstigt.

„Ich bin Chikage Kazama und ebenso reinblütig wie du.“ Irritiert legte sie ihren Kopf schief. „Was meint ihr mit reinblütig?“ Der Mann vor ihr zog sein Schwert und schob den Ärmel seines Hemdes nach oben. Als er sich in den Arm schnitt, schaute sie angewidert weg. „Sieh hin.“ forderte der Mann sie auf. Ungläubig starrte sie auf die Wunde an seinem Arm, die sich langsam wie von Geisterhand schloss.

„Was bist du?“ hauchte sie tonlos. „Ein Oni, genau wie du.“ In Nozomis Kopf drehte es sich. Geschichten aus ihrer Kindheit prasselten auf sie ein. Geschichten, die ihre Eltern ihr erzählt hatten, abends im Bett zum einschlafen. Sie hielt sie für alte japanische Sagen. Und genau jetzt stand so eine ‚Sagengestalt‘ vor ihr und erklärte ihr, dass sie wahr seien. Sie nahm ihren Kopf zwischen ihre Hände und stöhnte. Die Kopfschmerzen, die plötzlich über sie hereinbrachen, ließen sie fast den Verstand verlieren. Als hämmerte jemand mit einem Presslufthammer von innen gegen ihre Stirn.

Das ist alles nicht wahr, das ist ein Traum. Ich werde aufwachen und dann ist alles gut. Sie kniff sich in ihren Oberarm. Nichts geschah. Der Mann vor ihr stand immer noch da und starrte sie an. „Du wirst jetzt mit mir kommen. Viel zu lange hast du dich vor uns versteckt.“ Nozomi wiederholte monoton seine Worte „ vor uns …..versteckt….“ dann richtete sie ihren Blick auf den Mann. „Es gibt noch mehr von euch?“ Er nickte und versuchte nach ihrer Hand zu greifen.

Doch noch bevor er sie am Handgelenk erwischen konnte, drehte Nozomi sich um und rannte. Sie rannte um ihr Leben. Bereits nach wenigen Schritten brannten ihre Lungen. Noch ein Schritt und Nozomi durchfuhr ein elektrischer Schlag. Ihre Sinne schwanden und sie nahm nur noch Schwärze wahr. Als sie aufwachte, schaute sie sich um. Sie war am Fluss – immer noch. Aber wie es aussah, war sie allein. Erleichterung machte sich breit.

Stöhnend setzte sie sich auf und rieb sich ihre Schulter. Bei ihrem Sturz war sie wohl darauf gefallen. Kurze Zeit später war der Schmerz weg. Jetzt, wo sie drüber nachdachte, war es wie so oft gewesen. Sie hatte sich irgendwo verletzt und wenn sie zu Hause nachgesehen hatte, dann war alles schon wieder weg gewesen. Ihre Eltern hatten achselzuckend immer gesagt, dass diese schnelle Heilung Glücksache war, dass es an den Genen liegen würde.

Schlagartig kam ihr dieser Mann wieder in den Sinn. Seine Wunde war auch so schnell geheilt und er hatte sich als Oni bezeichnet. Sollte sie etwa auch……..Quatsch……das war unmöglich. Oder doch nicht? Sie suchte in der einsetzenden Dämmerung nach irgendetwas Scharfem, mit dem sie sich verletzen konnte. Als sie endlich zwischen den Kieseln einen spitzen Stein fand, nahm sie diesen fest in ihre Hand und ritzte sich in die Handfläche. Ihr Blut quoll heraus und zum ersten Mal in ihrem Leben nahm sie den Geruch ihres eigenen Blutes intensiv wahr.

Erstaunt betrachtete sie die sich schließende Wunde. Seufzend ließ sie ihre Hand fallen. Sie war genau wie dieser Mann. Wie hatte er sich genannt? Kamaza oder so? Zum Glück war er nicht mehr da. Oder war er nur ein Traum gewesen. Als sie hinter sich ein zynisches Lachen vernahm, lief ihr ein Schauer über den Rücken. Er war also immer noch da. Irgendwo zwischen den Bäumen musste er gestanden und sie beobachtet haben.

Langsam und doch unverhältnismässig elegant bewegte er sich auf sie zu. „Nun, hast du es endlich begriffen, hoffe ich und folgst mir ohne Widerworte.“ Nozomi stand langsam auf. „Ich weiß nicht, wer oder was du bist. Aber eines weiß ich ganz genau. Ich werde nirgendwo mit dir hingehen.“ Erneute drehte sie sich um und rannte los. Sie wunderte sich, warum die Laternen im Park noch nicht angegangen waren, obwohl die Dunkelheit den Park schon vollständig eingehüllt hatte.

Sie rannte immer weiter und sah endlich eine Straße weiter vorn vor sich. Als sie über die Schulter schaute, sah sie, wie der Mann mit Leichtigkeit zu ihr aufschloss. Das Schwert in seiner Hand begann zu leuchten. „Du willst es wirklich auf die harte Tour. Aber damit habe ich kein Problem. Dann lernst du eben, was wirkliche Schmerzen sind.“ Sie sah das Schwert auf sich zukommen und versuchte auszuweichen. Doch, als ob der Mann es vorhergesehen hatte, war er ihrer Bewegung gefolgt und erwischte sie am Rücken.

Ein brennender Schmerz durchfuhr sie und nur wenige Sekunden später, spürte sie, wie ihr Oberteil an ihrem Rücken begann zu kleben. Kurz verschwamm ihr die Sicht. Sie erreichte die Straße und blieb überrascht stehen. Was war das? Überall waren Holzhäuser und Holzzäune. Menschen in traditioneller Kleidung huschten durch die Straße und hielten kleine Reispapierlaternen in den Händen, die ihnen den Weg leuchteten. Wo war sie hier hineingeraten? Es war wie ein schlechter Scherz bei ‚Versteckte Kamera‘. Denn es war nicht mehr lustig.

Der Schmerz in ihrem Rücken ließ sie fast wahnsinnig werden. Hastig sah sie sich um und sah, dass der Mann ihr immer noch folgte. Jedoch hatte er das Schwert wieder zurück in die Scheide gesteckt und folge ihr mit verschränkten Armen. Panisch lief sie weiter und bemerkte nicht, wie die Menschen stehen blieben, sie anstarrten und zu tuscheln begannen, nachdem sie vorbei gelaufen war.

Der Mann schloss langsam zu ihr auf. Nur noch wenige Meter trennten ihn von ihr. Nozomi konnte ihre Umgebung nur noch verschwommen wahrnehmen. Sie begann zu straucheln und stützte sich am Zaun neben ihr ab. Aber sie musste weiter. Schnell weg von diesem merkwürdigen Mann. Sie lief auf die nächste Straßenecke zu und bog ab. Ein Blick nach hinten sagte ihr, dass er immer noch hinter ihr war.

Ihr Kopf drehte sich nach vorn. Zu spät nahm sie verschwommen drei Männer wahr, die direkt vor ihr auftauchten und sie geradewegs in einen von ihnen hineinrannte. Da er nur wenig größer war als sie, stießen sie mit den Köpfen zusammen. Nozomi verlor ihr Gleichgewicht und fiel nach hinten. Kurz bevor sie auf dem Boden aufschlug, umfassten zwei Hände ihre Handgelenke und verhinderten den Aufprall. Mit Mühe sah sie nach oben. Das Letzte, was sie wahrnahm, waren zwei türkisfarbene Augen, die sie erschrocken ansahen.
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