Apfelbäckchen

GeschichteRomanze, Familie / P16
Charlie Bucket OC (Own Character) Willy Wonka
24.01.2018
13.04.2018
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1. Eines Februarmorgens

Es war ein unauffälliger Umschlag der eines schönen Feburarmorgens in den doch lachhaft kleinen Briefkasten der Wonka-Schokoladenfabrik gelegt wurde. Die zuständigen Oompa-Loompas sortierten die Post nach Priorität und Betreff und übergaben sie ihrem Arbeitgeber, Mr. Willy Wonka jeden morgen persönlich. Die übliche Fanpost wurde aussortiert, Rechnungen von der Verwaltung übernommen und Presseanfragen gleich durch den Schredder gejagt. So kam es, dass üblicherweise kein einziger Brief bei Willy Wonka landete. Gelegentlich trudelte ein Schreiben eines reichen So-und-So ein, der um eine Spezialkreation wünschte aber dies war es dann auch.

So erstaunte es den weltbekannten Chocolatier umso mehr als er einen perlweißen Umschlag überreicht bekam, der ihn mehr als nur stutzig machte.Anwaltskanzlei Dr. Edna Galmac, so hieß der ominöse Absender und der Oompa-Loompa, der ihm den Brief gebracht hatte, hatte den Kopf fragend schiefgelegt ehe man ihn aus dem Raum gescheucht hatte. Willy Wonka öffnete den verheißungsvollen Brief vorsichtig, fast schon ängstlich mit einem Gesicht das nach Unbehagen schrie und faltete das Papier sorgfältig auseinander. Er überflog die Zeilen, einmal, zweimal, ehe er sich widerwillig jedes Wort, jeden Buchstaben, jedes Satzzeichen einprägte. Und dann schließlich losstürmte, als säße der Teufel ihm im Nacken, hinunter in seinen kostbaren Schokoladenraum wo das Haus der Buckets friedlich mitsamt seinen Insaßen stand. Mrs. Bucket fiel beinahe ein Teller aus der Hand als Willy mit einer Miene wie drei Tage Regenwetter die Tür aufbrach und den Brief, als wäre dieser die Büchse der Pandora selbst, auf den Tisch knallte.

„Solcher Leute wegen hatte ich meine Fabrik geschlossen!“ Es herrschte Stille und Verwirrung im Haus der Buckets ehe Grandpa Joe zu Willy eilte und ihm eine beruhigende Hand auf die Schulter legte.

„Was um Himmels Willen ist denn passiert?“ Angewidert fuchtelte Willy mit seiner Hand und deutete auf den, für ihn offensichtlichen, Schandfleck.

„Das da, Joe. Dieses Ding, das heute morgen in den Briefkasten geflattert kam.“ Selten, eigentlich nie, hatten die Buckets den Chocolatier so aufbrausend erlebt. Mrs. Bucket rieb sich die Hände ehe sie Willy sanft über den Rücken strich.

„Setz' dich erstmal und erklär' uns in aller Ruhe was überhaupt los ist. Möchtest du einen Tee zur Beruhigung?“

„Ja, bitte.“, kam die leicht niedergeschlagene Antwort und Willy sank kerzengerade auf einen der Stühle, die Augen nochimmer auf den Brief gerichtet. „Darf ich?“, fragte Grandpa Joe leicht zögerlich und deutete auf das doch so unschuldig wirkende Blatt Papier.

„Nur zu.“, stöhnte Willy theatralisch und dankte Mrs. Bucket als sie ihm das warme Getränk lächelnd vor die Nase stellte.

Sehr geehrter Mr. Wonka, aufgrund des Wettbewerbes, der sich kürzlich am 1. Feburar dieses Jahres in Ihrer Fabrik ereignete und seinen resultierenden Folgen was deren Teilnehmer angeht, erstatten die Familien Beauregard, Salt, Glupsch und Teavee eine Gemeinschaftsklage gegen Sie, bei der ich sie vertrete. Ich bitte Sie, mich schnellstmöglich zu kontaktieren um einen Termin auszumachen bei dem wir den Fall gemeinsam aushandeln. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Edna Galmac. Ja, das hört sich tatsächlich nicht gut an.“

Mr. Bucket rieb sich nachdenklich die Stirn als er den Brief betrachtete. Er hatte eigentlich auf einen ruhigen Abend nach der Arbeit gehofft, doch Willy's und Charlie's Anwesenheit noch vor dem Abendessen hatte ihm die Pläne durchkreuzt. „Und was machen wir jetzt?“

„Jetzt, Charlie lernst du die Schattenseiten des Unternehmertums kennen.“, feixte Grandpa George ungerührt. „Dad.“, murrte Mr. Bucket als er zu Charlie blickte und ihn anlächelte. „Sowas kommt vor Charlie, manchmal beschweren sich Menschen wegen Kleinigkeiten und meinen alles über Anwälte regeln zu müssen.“ „Kleinigkeiten?“, ergriff Grandpa George wieder das Wort, „Nichts für ungut, die kleinen Biester haben es verdient aber habt ihr euch mal dieses Beauregard-Mädchen angeschaut? Von dem Teavee ganz zu schweigen.“

Willy saß unterdessen stillschweigend auf seinem Platz und glotzte noch immer auf den Tisch. In all den Jahren war ihm soetwas noch nie untergekommen. Noch nie gab es auch nur eine Beschwerde, ein Malheur, eine Unstimmigkeit. Alles war perfekt und er genoss das Privileg einer weißen Weste, die man im heutigen Business äußerst selten traf. Selbst als ihm diese widerwärtigen Diebe Rezepturen entwendet hatten, hatte er auf Anwälte und Klagen verzichtet und lediglich seine Fabrik geschlossen. Was in seinen Augen, das kleinere Übel gewesen war.

„Also gut, die Situation ist beträchtlich. Wenn es dir nichts ausmacht, Willy ruf' ich diese Galmac sofort an und mache einen Termin mit ihr aus.“ „Tu' das. Ich möchte mich vorerst nicht mit dieser grässlichen Frau unterhalten.“ Charlie schluckte als er seinen zutiefst verstimmten Mentor sah. Natürlich, das musste der Zehnjährige zugeben, hatten Violetta und Mike ziemlichen Schaden davongetragen. Bei Augustus und Veruca hatte vermutlich ein Bad gereicht. Andererseits konnte er sich durchaus vorstellen, dass die anderen Kinder egal wie scheußlich ihre Charakterzüge waren, noch wochenlang Alpträume haben könnten. Charlie wurde immerhin nicht durch ein Rohr gepresst und war fast ertrunken, aufgedunsen und ausgequetscht, mit Todesangst in einen Müllschlucker gefallen und hatte in krankheitserregenden Müll gelegen, war nicht geschrumpft und gestreckt worden. Und ja, der Junge sah ein, dass es die Schuld der anderen war doch dieser Wettbewerb hatte ihn im Nachhinein zum Nachdenken angeregt. Hatte Willy etwa gewollt, dass den anderen etwas geschah? Er hatte Mr. Salt damals nicht zustimmen wollen aber die Oompa-Loompas hatten doch sehr einstudiert gewirkt mit ihren fröhlichen Lieder. Verstohlen blickte er seinen Mentor an.

Dieser saß noch immer wie ein Häufchen Elend da und sah mehr aus wie ein getretenes Hündchen als ein diabolischer Pläneschmieder. Andererseits, dachte sich Charlie, war Willy Wonka auch ein Genie und Genie und Wahnsinn lagen bekanntlich nah beieinander. Vor allem wenn man über zehn Jahre von der Welt abgeschotten gelebt hatte.

„So...ich hab' mich mit der Dame unterhalten. Ein Termin war kurzfristig abgesagt worden, sodass du bereits morgen früh um 7:00 Uhr bei ihr geladen bist.“ Aufmunternd lächelte Mr. Bucket Willy an. „Möchtest du, dass ich mitkomme?“ Überrascht sah Willy auf. „Eigentlich hatte ich vor nur Charlie mitzunehmen, damit er sieht vor was für Leuten er sich in Acht nehmen muss.“ Kindlicher konnte er wohl nicht sein und auch Grandpa George verkniff sich ein Lachen, doch Charlie lag ein Stein im Magen. „Da kann doch die Anwältin auch nichts dafür, Willy.“

Wie vom Blitz getroffen drehte sich sein Mentor zu ihm und stierte ihm beinahe die Augen aus dem Kopf. „Bist du etwa auf ihrer Seite?“ „Nein, nein,“, Charlie versuchte zu beschwichtigen, „ganz und gar nicht. Aber, dass die anderen wütend auf dich sind, dafür kann Miss Galmac ja nichts. Sie wird ja immerhin dafür bezahlt das zu tun. Oder nicht?“ Willy rümpfte die Nase, erwiderte jedoch nichts. Anscheinend hatte er nichts gegen die Argumentation seines Schützlings vorzubringen. „Also gut, dann nur ihr beide. Charlie ich ruf' morgen deine Schule an und sag' Bescheid, dass du verhindert bist.“ „In Ordnung, danke Dad.“ „Ja, danke.“, murmelte Willy abwesend auch wenn nichts an ihn gerichtet war. „Ich sollte zu Bett gehen.“ „Möchtest du nicht noch zu Abend essen?“, fragte nun auch Mrs. Bucket. „Nein, danke. Ich habe keinen Appetit.“



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Hallo!
Ich weiß überhaupt nicht wer noch Fanfiktions zu diesem sonderlichen wenn auch guten Film liest!
Trotzdem hoffe ich, dass es demjenigen gefällt der sich hierher verirrt!

LG xRedPantherx
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