Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / Volbeat / Room 24

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Room 24

Kurzbeschreibung
GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Jon Larsen Kaspar Boye Larsen Michael Schøn Poulsen Rob Caggiano
23.01.2018
11.06.2018
22
71.996
3
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Dieses Kapitel
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30.01.2018 2.123
 
Kapitel 2

Mit hastigen Schritten durch die Fußgängerzone schafft es Rob gerade noch rechtzeitig vor der Probe in den hiesigen Musikladen, um seine Lieblingsgitarre abzuholen. Die Bundstäbchen wurden getauscht, der Zug des Halsstabs kontrolliert, einfach ein Gesundheitscheck für Gitarren, wenn man so will. Mit perfekt gewarteter Klampfe und um einige Dänische Kronen leichter, geht es für ihn abgehetzt zum Proberaum, um noch ein paar Minuten vor Kasper, Jon und Michael da zu sein. Immerhin hat er viel Equipment aufzubauen, da er erst Anfang der Woche aus New York City angereist ist.

Kasper ist nach Rob als erster dort und schließt nach einer herzlichen Umarmung ebenfalls sein Instrument und Mikrofon an die Anlage an. "Und, wie war der Flug? Ich hoffe, du hattest diesmal keine Hindernisse?" "Danke, der Flug war diesmal ohne Zwischenfälle. Auch das Gepäck war dieses mal, wo es sein sollte. Wie gings dir inzwischen?" lacht der Amerikaner. "Gut, ich hab für zwei lokale Bands ein paar Gigs ausgeholfen, und mit Ruth planen wir, in ein Haus umzuziehen." Der Nächste, der den Raum betritt, ist Jon. "Hey Rob, war es schön zuhause?" "Ja, danke, ich hab meine Eltern besucht, weil ich sie über die Feiertage nicht sehe. Ich möchte für die Produktion so lange wie möglich im Studio arbeiten können. Michael hat mir ja schon gesagt, dass er Unmengen an Demos und Lyrics für uns hat." Kasper klinkt sich wieder ins Gespräch ein: "Ja, er hat schon sowas angedeutet, dass für dieses Album einige Sachen passen könnten, die beim Letzten themenmäßig nicht funktioniert haben." Gestresst und etwas blass kommt nun auch Michael in den Raum: "Hey Leute, es tut mir Leid, dass ich es nicht rechtzeitig geschafft hab, Fria hat beschlossen, das Tattoo gleich fertig zu machen, weil es mir ziemlich gut ging bei der Sitzung." "Na dann schau doch mal auf die Uhr, von zu spät kann kaum die Rede sein," widerspricht ihm Rob, die zwei Minuten nach 19 Uhr sind wirklich nicht erwähnenswert. Ihr Sänger lächelt verlegen und öffnet fahrig den Gitarrenkoffer: "Devils Bleeding Crown kommt beim Publikum schon ziemlich gut an, was meint ihr?" "Auf jeden Fall! Also wenn der Song nicht auf die neue Platte kommt, wäre ich persönlich beleidigt!" droht Jon und zieht sich, auf seinem Hocker hinter dem Schlagzeug sitzend, die Handschuhe an.

Nach den ersten neuen Songideen, die Michael präsentiert, setzt er sich kurz auf den Barhocker, der hinter ihm steht. "Leute, ich muss euch etwas beichten... Der Partner von meiner Schwester Marianne ist Pubbesitzer und hat kommenden Samstag Geburtstag. Da mein Verhältnis zu meinen jüngeren Zwillingsschwestern sowieso eher fröstelt und wir uns so gut wie nie sehen, hab ich Marianne angeboten, dass wir in seinem Pub einen kleinen Gig spielen, ein, zwei Stunden sowas. Was meint ihr? Könnten wir das machen?" Er blickt verunsichert durch die Runde und kratzt sich am Hinterkopf. Endlich meldet sich Kasper zu Wort: "Aber klar doch, Pubgigs sind immer gut - sehen wir es doch einfach als öffentliche Probe an." Rob wirft noch ein: "Bin dabei, und apropos Michael - du schuldest mir noch immer eine Führung durchs kopenhagener Nachtleben!" "Ja, stimmt. Aber ich glaube, dafür brauchen wir einen extra Abend." Jon zeigt sich auch einverstanden. Im Laufe der Erarbeitung der neuen Songideen fällt Rob auf, dass Michael die Kraft in der Stimme zunehmend fehlt. "Geht es dir gut, Michael?" Der Sänger seufzt ertappt: "Es liegt wahrscheinlich an der heutigen Tattoo-Sitzung, hat mich doch mehr gefordert als gedacht. Sechs Stunden sind nicht so ohne... Tut mir leid, ich hätte es besser planen müssen." "Sag, kannst du mal aufhören, dich andauernd zu entschuldigen - das geht mir heut schon auf den Keks!" grummelt Jon hinter seiner Holzburg hervor. Kasper und Rob nicken lachend. "Machen wir für heute lieber Schluss - und ins Studio kommst du erst Donnerstag, so wie wir dich kennen, lässt du keine Gelegenheit aus, zu arbeiten." Dabei klopft ihm Rob auf die Schulter, um ihn über die aufgedonnerte Zwangspause hinwegzutrösten.

Auf dem Weg zum Auto fischt Michael sein Smartphone aus der Jackentasche und sucht den Kontakt seiner Schwester Marianne. "Oh, hallo Michael, wie geht es dir? Hast du deine Kollegen schon gefragt, ob sie im Pub spielen möchten?" Augenrollend antwortet er: "Hallo Marianne, ja, ich hab sie schon gefragt und es ist in Ordnung, wir spielen kommenden Samstag für Peter." Genervt lässt er sich in den Autositz fallen und atmet tief ein, der nicht enden wollende Redeschwall seiner Schwester kommt ins Rollen - ganz im Gegensatz zu seinem Wagen. "Wie schön. Ich will euch ja nicht ohne kleines Dankeschön spielen lassen, deshalb habe ich mir gedacht, ihr kommt dann am ersten Advent zu uns zum Abendessen. Und ich möchte keine Absage hören! Bevor ich es vergesse, ist einer von euch Vegetarier, Veganer, gegen irgendetwas allergisch?" "Marianne, ist echt lieb von dir, ich muss die Jungs erst fragen, ich weiß es jetzt nicht auswendig. Ich gebe dir noch rechtzeitig bescheid, keine Sorge." Wieder schrillt ihre Stimme durch den Lautsprecher: "Oh, ja. Und passt es euch, wenn ihr dann im Pub um 8 Uhr anfangt?" Daumen und Zeigefinger finden zielsicher zur Nasenbrücke. "Macht Peter dann schon um 6 das Pub auf?" "Nein, erst um 8, wieso?" fragt sie ahnend. "Wir müssen unser Equipment aufbauen, dafür brauchen wir schon ein, bis eineinhalb Stunden, also ganz überraschend können wir auch nicht auftauchen." "Achso, ja dann sag ich ihm bescheid." "Okay, entschuldige Marianne, ich muss jetzt wirklich nachhause, es war ein langer Tag." "Oh, aber ich freue mich schon auf Samstag, ich gestehe, ich hab noch nicht sehr viel von deiner Band gehört. Du weißt ja, dieser Metal ist nicht ganz so mein Geschmack." "Ist gut, muss ja nicht jeder mögen. Bis bald, und vergiss nicht, Peter vorzuwarnen." würgt Michael das Gespräch ab.

Einfahrt. Parken. Auto absperren. Haustür aufsperren, hinter sich absperren. Auf dem Sofa einpennen. Der darauffolgende Tag beginnt für Michael unangenehm. Mit verspanntem Nacken, einem tauben Arm und einem widerlich klebrigen Gefühl an seinem frisch tätowierten Oberschenkel schlurft er noch im Halbschlaf in die Küche, um die Kaffemaschine einzuschalten, dann schleift er sich ebenso motiviert ins Bad, um zu duschen. Erfrischt und deutlich wacher kann der Bildersammler nun endlich alle Einzelheiten seiner neuen Tätowierung begutachten, als er es mit einer Wundheilsalbe versorgt. Zufrieden mit Frias Kunstwerk und in Trainingsanzug gehüllt, geht er zurück in die Küche, wo er sich ein paar Sachen aus dem Kühlschrank schnappt, während die Kaffemaschine lautstark die Tasse befüllt. Nachdem er den Kaffee getrunken und seine Frühstücksbrötchen verspeist hat, linst der Workaholic erwartungsvoll auf die Uhr. 10 Uhr 38... "Verdammt, ich kann nicht einfach nur zuhause rumgammeln..." murmelt er und wirft sich in frische Klamotten. Mit grauen Jeans, einem dunkelroten Hoodie und seiner geliebten Lederjacke mit der bestickten Jeanskutte darüber verlässt er wieder sein Haus auf der Flucht vor seinen eigenen Gedanken.

Gerade rollt Rob auf einem Bürostuhl zwischen frisch verkabeltem Mischpult und Computer hin und her und passt seine neue technische Errungenschaft im Aufnahmeprogramm an. Als er seine Gitarre für Testzwecke anschließen möchte, klopft es an der Tür. Etwas überrumpelt von Michaels Erscheinen ist er etwas sprachlos, als sich der Däne gut gelaunt und deutlich vitaler als am Vortag durch die Tür schiebt. "Michael? Wolltest du nicht erst morgen hierher kommen?" "Du weißt doch, dass ich nicht auf der faulen Haut liegen kann. Nicht jetzt, wo ich so viele Ideen zu verarbeiten habe. Hat Jacob schon gesagt, wann er uns bei den Aufnahmesessions unterstützt?" sagt Michael, während er sich auf einen Hocker neben Rob setzt. Mit hochgezogenen Augenbrauen grinst Rob ihn an: "Du bist wirklich ein Phänomen... Jacob wird erst Anfang Dezember für uns Zeit haben, bis dahin, denke ich, können wir ein paar Probeaufnahmen machen, an Riffs feilen, und so weiter... Deshalb befürchte ich auch, dass du im Moment noch nicht sehr viel machen kannst, außer in deiner Lieblingsecke Riffs zu üben." Der Amerikaner merkt, dass etwas nicht stimmt, und hakt nach: "Michael, was ist los? Ich kenne dich mittlerweile gut genug, um zu wissen, wann etwas faul ist."

Mit einem ergebenen Seufzen zögert der Sänger seine Antwort hinaus: "Du hast Recht, Rob. Es... Es ist Lina. Die Trennung zieht mich einfach ein bisschen runter, ich hätte nicht gedacht, mich deshalb so verrückt zu machen. Einerseits stehe ich wegen der Produktion unter Strom, aber andererseits bin ich momentan so unproduktiv..." "Machst du Witze? Michael, du hast uns gestern etwa zwei Stunden Demomaterial vorgespielt , das reicht locker für 30 Songs, und weitere zwei Stunden mit uns an Ideen gearbeitet, gewisse Parts, die du gestern gesungen hast, waren schon aufnahmereif und ..." Rob pausiert kurz, um seine Reaktion zu beobachten, "ich weiß, wie es sich anfühlt, jemanden zu verlieren, den man liebt. Aber vielleicht bin ich trotzdem nicht der richtige Gesprächspartner in dieser Situation, ich meine - ich hab mein Leben der Musik verschrieben und bin praktisch mit meinem Job verheiratet - da ist nicht mehr viel Platz für eine Frau. Und es klingt möglicherweise deprimierend, aber ich habe mich persönlich damit abgefunden, nach der großen Liebe zu suchen. Das soll jetzt nicht heißen, dass du es auch so handhaben sollst. Aber du bist ein toller Kerl mit einem starken Charakter, dir liegen die Frauen zu Füßen, du wirst es bald überwunden haben und jemanden finden, der dich mitsamt deinem stressigen Job liebt." Michael schnaubt amüsiert und nickt: "Vermutlich hast du Recht. Ich weiß auch schon, was ich heute mache." Fragend runzelt der New Yorker die Stirn. "Ich schreibe die Setlist für Samstag, damit ihr euch noch vorbereiten könnt. Ach ja, ich soll alle mal durchfragen, was ihr so esst - oder eben nicht esst. Damit Marianne das Passende kochen kann, sie hat uns zu einem Adventessen eingeladen, als Dank für den Auftritt für Peter. Wahrscheinlich kommen Sussanne und Majbritt auch." "Oh, dann lerne ich also deine Zwillingsschwestern und deine Zwillingszwillingsschwester kennen?" Die Wortneuschöpfung von Rob lässt den Sänger tatsächlich wieder lachen. "Ja, das hast du... effizient beschrieben..." antwortet Michael. "Keine Sorge, ich bin nicht heikel, solange nichts abartig-exotisches wie Heuschrecken oder Affenhirn auf den Tisch kommt." "Du kennst Surströmming noch nicht... aber zum Glück ist das schwedisch..." grinst der Däne zurück.

Während Rob etwas mit dem Ampsimulator experimentiert, schreibt Michael an der Setlist und den Checklisten für ihr Equipment. Es ist lange her, dass sie das letzte Mal in so einem 'kleinen' Lokal gespielt haben. Bei großen Konzerten und Festivalauftritten kommt man ohne LKW-Ladungen an Ausrüstung und Crew, die den Aufbau übernimmt, nicht mehr klar. Gerade vor seiner jüngeren Schwester und ihrem Mann möchte er sich die Blamage ersparen, etwas vergessen zu haben und sich dadurch noch zu verspäten. Rob entsinnt sich plötzlich wieder darauf, dass ihr Songwriter gerade erst wieder tätowiert worden ist. "Sag mal, dein Tattoo, was hast du dir denn stechen lassen?" sagt er und hält mit seinem Gitarrengeklimper inne. "Einen Reaper, wieso fragst du?" "Na hör mal, darf ich nicht neugierig sein?" scherzt Rob, "Ich möchte mir vielleicht auch etwas Neues machen lassen, aber in den Staaten ist es schwer, ein gutes Studio zu finden." "Gut sind Fria und Ian auf alle Fälle, ich frage mich nur, ob ihr Stil deinen Geschmack trifft? Sie machen viel Traditionelles, haben sich auf die Old School Richtung spezialisiert." Der Amerikaner antwortet schmunzelnd: "Keine Panik, aus meinen Jugendsünden hab ich gelernt - keine Tribals mehr." "Kein Thema, ich geb dir gerne die Adresse, aber du solltest bald anfragen, sie haben eine recht lange Warteliste." "Danke, Kumpel."
Der Däne dreht sich nun auf dem Hocker ganz zu Rob: "Wo wohnst du jetzt eigentlich? Hast du wieder im selben Hotel wie letztes Jahr gebucht?" "Tatsächlich, ja. Sie haben mir aufgrund der Dauer ein Sparangebot in Wochenetappen gemacht, aber ich muss über die Feiertage das Zimmer wechseln, weil es schon vor mir gebucht wurde." "Komm doch dann zu mir, das könntest du in Zukunft eigentlich immer so handhaben. Sparangebot hin oder her, das geht doch massiv auf Tasche?" Rob sieht überrascht von seiner Gitarre auf: "Also, wenn das wirklich kein Problem ist, nehme ich das gern in Anspruch, aber ich will keine Umstände machen." "Wenn du Gewissensbisse hast, kannst du  mir ja was in den Kühlschrank stellen..."
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