Der ewige Kampf zwischen Slytherin und Gryffindor

von Paula0407
GeschichteDrama, Familie / P12
OC (Own Character) Rose Weasley Scorpius Malfoy
22.01.2018
11.09.2019
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Ich war vollkommen begeistert von Zauberschach. Früher hatte ich oft mit Papa normales Schach gespielt, doch die Version der Zauberwelt war noch einmal doppelt so lustig. Becca und ich hatten uns auf das Sofa am Kamin gehockt und spielten eine Runde nach der anderen.

Mit der Zeit füllte sich der Gemeinschaftsraum, da es schon sieben Uhr abends war. Ein Großteil unseres Jahrgangs hatte sich zu uns gesellt und unterstützten uns beim Spiel. So kam es dazu, dass aus dem Spiel ein Mannschaftsspiel wurde: Becca, Sofie und Luke gegen Will, Mia und mich. Es machte unglaublichen Spaß mit den anderen über die Spielzüge zu diskutieren.

An diesem Abend verbrachte ich das erste mal ganz bewusst meine Freizeit mit den Slytherin und hatte tatsächlich Spaß. Zusammen zu sitzen und ein Brettspiel zu spielen gab mir das erste mal, seitdem ich hier in Hogwarts war, das Gefühl von Familie. Ich fühlte mich pudelwohl und dachte kein einziges Mal an den Streit mit Polly, was mir wirklich gut tat, sonst hätte ich heute Nacht wahrscheinlich kein Auge zu getan.

Doch der Abend war nicht wie erwartet zu Ende. Irgendwann setzte sich nämlich eine ältere Schülerin zu uns in die Runde, woraufhin wir sie alle etwas fragend anschauten. „Entschuldigt die Störung. Ich bin Charly, Jägerin in der Mannschaft. Ich hab eine Nachricht für jemanden von euch von Nick Stanton.“ Nachdem dieser Name fiel, atmeten alle erschrocken ein und wirkten plötzlich ganz nervös.

Mia bemerkte schnell meine Verwirrung und flüsterte mir zu: „Der Kapitän der Quidditch Mannschaft.“ Nun verstand ich die Aufregung, teilte sie allerdings nicht mit meinen Mitschülern. Natürlich erhofften sich alle, in die Mannschaft zu kommen, abgesehen von mir. Zwar spielte ich gerne Quidditch, aber ich würde niemals gut genug für die Hausmannschaft sein.

Außerdem war ich mir nicht sicher, wie meine aktuelle Meinung zu Slytherin aussah. Immerhin begann ich gerade erst, dieses Haus nicht mehr abgrundtief zu hassen. Ich konnte gar nicht in die Mannschaft. Trotzdem war ich aufgeregt, wer es von den anderen schaffen würde. Ich tippte ja auf Sam oder Will, sie waren beide positiv herausgestochen.

Charly genoss offenbar die Aufregung von allen und wartete extra lang, bevor sie einen Namen verkündete. „Amilia Chapman, das bist du, oder?“, fragte sie und sah mich an. Sie schaute tatsächlich zu mir herüber.

Sie hatte meinen Namen gesagt. Ich hatte keine Ahnung, wie ich hätte reagieren sollen, weshalb ich nur ein verwirrtes „Hä?“ hervorbrachte. Glücklicherweise nahm mir Becca die Reaktion ab, da sie plötzlich aufschrie: „Verdammt, Ami, du bist in der Mannschaft!“ Sie sprang vom Sofa auf und warf die Arme um meinen Hals, sodass sie fast auf mir lag. Auch die anderen begannen mich zu beglückwünschen und ich ließ mich langsam von ihrer guten Laune anstecken. Ich legte also alle Zweifel beiseite und genoss es, von allen gefeiert zu werden. Nur Sam, Potter und Malfoy fehlten aus unserem Jahrgang.

Als alle mich umarmt hatten, wendete sich Charly wieder mir zu. „Kommst du kurz mit, dann erklär ich dir kurz das Wichtigste“, schlug sie vor und ich folgte ihr in eine ruhige Ecke des Gemeinschaftsraums. Nachdem wir uns gesetzt hatten, beglückwünschte auch sie mich.

„Nick hat dich beim Fortgeschrittenen Kurs beobachtet und war echt begeistert, zumindest für seine Verhältnisse. Er würde dich als Jägerin einteilen, aber wir können im Training schauen, wie du dich einspielst. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, spielst du als Jägerin mit mir und Leo Nelson, dem Vertrauensschüler. Den kennst du bestimmt, oder?“ Ich nickte und versuchte meine Nervosität zu verbergen.

„Perfekt. Jackie ist die Hüterin und neben uns das einzige Mädchen. Die beiden Treiber heißen Ryan und Tony, aber die wirst du ja bei Training bald kennenlernen. Nick ist der Sucher. Hast du bis jetzt irgendwelche Fragen?“, fragte sie mich freundlich. Ich überlegte kurz, bevor mir tatsächlich etwas einfiel.

„Ja, eine. Warum sagst du mir das alles, wenn doch Nick der Kapitän ist.“ Sie sah mich ein bisschen überrascht an und schüttelte dann grinsend den Kopf. „Ich hab eigentlich gehofft, dass du das gar nicht merkst. Nick ist ein bisschen schwierig. Er ist ein genialer Sucher, das steht außer Frage, immerhin haben wir das Turnier immer gewonnen, seit er seit seinem ersten Jahr als Sucher dabei ist. Er ist mittlerweile 15, schon zwei Mal durch die Prüfungen gefallen und führt sich auf, als wäre er älter als wir alle. Wie gesagt, er ist nicht einfach, aber er hat Talent. Und laut Professor Barret hat er ein gutes Herz. Er wäre längst geflogen, wenn Barret McGonagall nicht immer wieder überredet hätte, ihm eine neue Chance zu geben.“ Sie verdrehte die Augen über Barrets Aussage.

Mir machten ihre Erzählungen ein bisschen Angst. „Ich will dir hier jetzt keine Angst machen. Ganz im Gegenteil, ich will dich vorwarnen, dass du beim ersten Training nicht so viel Angst hast. Nick ist Quidditch unglaublich wichtig und so führt er sich auch auf. Das Trainings unter seiner Leitung ist relativ hart, er geht ehrgeizig an die Sache ran. Besonders wenn man ihn nicht gewohnt ist und man als neuer Spieler dazukommt, ist er sehr fies. Er wird dich für deine Fehler anmeckern und allgemein ehr grob mit dir umgehen.“ Sie machte eine Pause und blickte mich erwartungsvoll an.

Sollte ich jetzt irgendwie reagieren? Ich begann schon fast zu Zittern vor Aufregung. „Naja, ich will nur, dass du darauf vorbereitet bist. Nicht, dass du denkst, dass das irgendwie an dir oder deinem Können liegt. Sein Verhalten ist vollkommen normal. Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich gerne an mich und Jackie wenden, wir verstehen das. Ab und zu trainieren wir auch zu zweit, um einfach ein bisschen entspannter spielen zu können, also trau dich ruhig uns zu fragen. Das erste Training ist am Samstag, also in zwei Tagen. Ist sonst alles klar?“, fragte sie nach. An ihrem mitleidvollen Blick, konnte ich zumindest erkennen, dass sie mich verstand, denn ich hatte nun wirklich Angst.

Mit möglichst selbstbewusster Stimme sagte ich: „Ähm, ja, ich glaub schon. Nur dass ich wahrscheinlich kein Auge bis Samstag mehr zubekommen werde vor Aufregung.“, gab ich dann kleinlaut zu, doch zwang mich zu einem kurzen Lachen, auch wenn mir dazu nicht wirklich zumute war.

Charly grinste traurig. „Ich versteh dich, aber ich will dir wirklich nur helfen. Denk einfach daran, dass du als Erstklässler in der Mannschaft bist. Das ist eine unglaubliche Ehre, Harry Potter persönlich ist auch als Erstklässler in die Mannschaft gekommen. Dieses Jahr bist du der einzige Erstklässler. Nick findet dich also auf jeden Fall gut, auch wenn er es nicht zeigt.“ Mit diesen Worten, munterte mich Charly wirklich auf, ohne es wirklich zu wissen.

Die Nachricht, dass ich der einzige Erstklässler war, stellte mich sehr zufrieden. Polly hätte ich es zwar sehr gegönnt, doch ich brannte darauf Roses Gesicht zu sehen, wenn sie erfuhr, dass ich in der Mannschaft war und sie nicht. Beunruhigt war ich noch immer, doch bei weitem nicht mehr so schlimm wie vorher.

Ich bedankte mich bei Charly und verabschiedete mich von ihr. „Bis Samstag!“, sagte sie und verschwand dann im Mädchenschlafsaal, während ich zurück zu meinem Jahrgang ging.

Sofort durchlöcherten sie mich mit Fragen. Wir blieben noch lange hocken und redeten über Quidditch. Von Sam fehlte den ganzen restlichen Abend jede Spur. Langsam bekam ich sogar wegen diesem Blödmann ein schlechtes Gewissen, auch wenn ich das nun wirklich nicht auch noch gebrauchen konnte.

Als ich allerdings endlich im Bett lag, dachte ich nur an Polly und wie ich das ganze wieder klären konnte. Lange lag ich noch wach und grübelte, bevor ich endlich einschlief.

Am nächsten Morgen war ich ein bisschen nervös. Soweit ich mich erinnern konnte, hatte ich noch nie mit Polly gestritten. Ich ging also mit den Slytherin nach oben in die große Halle, seilte mich dort aber ab, und lief zum Tisch der Gryffindors. Ich entdeckte Pollys blonden Lockenkopf sofort. Versucht kein großes Ding daraus zu machen, ging ich zu ihr und warf von hinten meine Arme um sie. „Es tut mir so leid, Polly!“, flüsterte ich ihr ins Ohr.

Sofort drehte sie sich um, stand von ihrem Platz auf und schloss mich in ihre Arme. „Gott sei Dank, ich hab den Tag gestern nicht ausgehalten, weil ich nur dich im Kopf hatte. Ich hab das gestern echt dumm gesagt, du hast mich voll falsch verstanden und dann…“

An dieser Stelle musste ich eingreifen. „Quatsch, Polly, ich hab komplett überreagiert. Keine Ahnung, was mich dazu geritten hat. Außerdem heißt es mittlerweile: Merlin sei Dank!“, stellte ich grinsend fest, woraufhin sie mir mit dem Ellenbogen in die Seite stieß.

„Klugscheißer! Lass uns nicht mehr darüber reden. Was gibt es Neues?“, fragte sie mich und ließ sich wieder auf der Bank nieder, doch saß nach außen in meine Richtung. Ich begann schon breit zu grinsen, bevor ich die Neuigkeiten verkünden konnte.

Allerdings kam mir Rose vorweg. „Sie ist Jägerin in der Quidditch Mannschaft!“ Zufrieden stellte ich fest, dass man in ihrer Stimme klar hören konnte, dass ihr das gar nicht gefiel. Polly konnte es erst gar nicht glauben, sprang dann aber erneut auf, um mich noch einmal zu umarmen.

Aber ich kannte meine Zwillingsschwester. Ich spürte, dass sie sich nicht mit vollem Herzen für mich freute. Wahrscheinlich konnte sie gar nichts dafür, denn sie konnte eben nicht verbergen, dass sie auch gerne einen Platz in ihrer Mannschaft gehabt hätte. Für die anderen spielte sie die Freude aber sehr gut, also versuchte auch ich, es so gut es ging zu überspielen.

„Lange wird sie eh nicht aushalten“, warf Rose ein, während wir uns noch in den Armen lagen. Ich löste mich von meiner Schwester und warf ihr einen verächtlichen Blick zu. Sie ließ sich davon nicht beeindrucken. „Was denn? Kennst du euren Kapitän? Nick Stanton ist knallhart, der wird dich noch vor dem ersten Spiel fertig gemacht haben“, erklärte sie mir, als ob sie mit ihm unter einer Decke stecken würde.

Polly sah besorgt zwischen Rose und mir hin und her. Ihr fiel allerdings nicht ein, dass sie mich irgendwie verteidigen konnte. Aber das konnte ich sowieso selbst. „Ach komm, Rose, ist das dein Ernst? Jedem hier ist klar, dass du einfach nur neidisch bist. Du kannst dir das nicht schön reden. Ich bin in der Mannschaft, du nicht. Daran kannst du nichts ändern.“, entgegnete ich ihr schnippisch.

Nun starrte mich Polly schockiert an. Wahrscheinlich konnte sie nicht glauben, dass ich etwas Derartiges sagen konnte. Mittlerweile war ich mir sicher, dass ich das sogar richtig gut konnte. Rose aber war ein harter Brocken, da sie offenbar immer eine Erklärung fand. „Das Slytherin Team ist eben nicht vergleichbar mit den Gryffindors. Bei euch hätten sie mich und Polly locker aufgenommen, dann hätten sie wenigstens zwei gute Spielerinnen.“

Ich lachte hämisch auf. „Wow, Rose, wirklich nicht schlecht. Du kannst dir das Leben wirklich schön reden. Die Slytherin Mannschaft hat die letzten vier Jahre gewonnen. Ich werde dafür sorgen, das wir dieses Jahr noch ein bisschen höher gewinnen!“ Mit diesen Worten drehte ich mich um und verschwand zu meinem Haustisch. „Tschau, Polly wir sehen uns später!“, rief ich meiner Schwester hinterher, immerhin hatte ich gerade nicht mit ihr, sondern mit ihrer neuen besten Freundin gestritten. Und es hatte sich richtig gut angefühlt.
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