Der ewige Kampf zwischen Slytherin und Gryffindor

von Paula0407
GeschichteDrama, Familie / P12
OC (Own Character) Rose Weasley Scorpius Malfoy
22.01.2018
11.09.2019
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„Ami! Ami, wach schon auf!“, flüsterte Polly und rüttelte an mir. Genervt zog ich mir die Bettdecke über den Kopf und drehte mich zur Wand. „Lass mich bloß in Ruhe schlafen, es ist Samstag!“ Doch meine geliebte Zwillingsschwester ließ nicht locker. Dreist kletterte sie zu mir ins Bett und zerrte an meiner Decke. „Ja, es ist Samstag, und zwar ein ganz besoderer Samstag. Es ist der siebte Juli. Amilia Chapman, wir beide werden heute elf!“

Als ob ich das vergessen könnte, immerhin redete Polly seit Wochen von nichts anderem. Endlich würde sie ihre neuen Fußballschuhe bekommen, die ja so viel besser sind, als ihr altes Paar. Natürlich freute ich mich auch auf meinen Geburtstag, doch Polly war da einfach etwas enthusiastischer als ich. „Trotzdem ist es Samstag! An einem Samstag schläft man aus!“ Polly schnaubte verächtlich und schaffte es schließlich doch mir meine Bettdecke zu entreißen. „Ich würde dich ja schlafen lassen, aber Dad lässt mich erst nach unten, wenn du aufgestanden bist.“ Stöhnend richtete ich mich schließlich auf und rieb mir den Schlaf aus den Augen.

„Ist ja schon gut, jetzt bin ich wach!“ Endlich war Polly zufrieden. „Gut, dann kann ich meiner Lieblingsschwester jetzt endlich gratulieren!“ Plötzlich ließ sie sich auf mich fallen und umklammerte mich fest. Ich erwiderte ihre Umarmung. „Alles Gute zum Geburtstag, Ami!“, flüsterte Polly, während sie fast auf mir lag. „Wünsch ich dir auch, du Biest!“, kicherte ich und drückte sie noch fester an mich.

Irgendwann löste sich Polly von mir und zog mich auf die Füße. Ohne ein weiteres Wort zog sie mich aus meinem Zimmer, die Treppe herunter und ins Wohnzimmer. Mein Dad stand in der Küche und zündete die Kerzen für unseren Geburtstagskuchen an. Jedes Jahr gab es den gleichen Kuchen, was ich einerseits liebte, doch andererseits ziemlich langweilig fand. Natürlich war ich meinem Dad trotzdem dankbar. Er schloss uns herzlich in die Arme und gratulierte uns.

Unsere Mum war bei unserer Geburt gestorben, weshalb ich mich oft schuldig fühlte. Dad erzählte mir oft von ihr. Sie war genau wie ich, abgesehen vom Aussehen, da ich meinem Vater unglaublich ähnlich sah. Trotzdem liebte ich Bücher genau wie sie. Schon als ich noch ganz klein gewesen war, hatte ich immer ein Buch in der Hand, wobei es sich damals um ein Bilderbuch gehandelt hat. Polly hat das immer gehasst, sie wollte sich schon immer nur bewegen oder etwas spielen. Ich und meine Schwester sind das absolute Gegenteil zueinander, was wahrscheinlich der Grund ist, weshalb wir uns so wichtig sind.

Am liebsten hätte ich mich jetzt zurückgezogen. Es passierte manchmal, dass ich auf einmal merkte, wie sehr ich meine Mum vermisste, obwohl ich sie nie kennengelernt hatte. Dann brauchte ich einen Moment alleine oder ein kurzes ernstes Gespräch mit Polly und alles war wieder okay. Allein Polly wusste, wie sehr ich sie wirklich vermisste, weshalb auch nur sie mir aus diesen kleinen Krisen helfen konnte.

Doch meinem Dad und meiner Schwester zuliebe, schluckte ich meine Gefühle herunter und lenkte mich mit den Geschenken und dem Kuchen ab. Wie jedes Jahr machte Dad Bilder von uns Beiden, wenn wir die Kerzen auspusteten und den Kuchen aßen. Dann endlich durften wir uns über unsere Geschenke hermachten. Polly hüpfte nach jedem Geschenk einmal durchs ganze Zimmer vor Freude. Grinsend betrachtete ich sie, wie sie sich freute.

„Ami, du musst deine Geschenke auch auspacken! Aber meins bekommst du zum Schluss!“, fügte sie grinsend hinzu und zwinkerte mir zu. „Aber wir haben doch gesagt, dass wir uns nichts schenken.“, sagte ich panisch. „Das war einfach mal nötig! Hab jetzt bloß keine Schuldgefühle.“ Wie gut sie mich doch kannte. Schließlich begann auch ich die Päckchen auszupacken. Ich bekam einige Bücher und ein paar Klamotten. Obwohl ich mich nicht so überschwänglich freute wie Polly, freute ich mich trotzdem sehr. Es gab einfach kein besseres Geschenk für mich als Bücher. Ich liebte es meinen Alltag zu verlassen und in eine andere Welt einzutauchen. Doch zu meinem Bedauern musste man leider immer wieder auftauchen.

Als alles ausgepackt worden war, kramte Polly unter dem Sofa herum und tastete den Boden ab. Ihr Gesichtsausdruck erhellte sich, weil sie endlich gefunden hatte, was sie gesucht hatte. Unter dem Sofa holte sie ein weiteres Geschenk hervor und gab es mir. „Danke!“, sagte ich wahrhaftig. Langsam entfernte ich das Papier, bis ein Fotoalbum zum Vorschein kam. „Aber Polly, du hasst es zu basteln!“, sagte ich gerührt. „Für dich habe ich eine Ausnahme gemacht.“ Sie zwinkerte mir zu. Doch als ich das Album öffnen wollte, hielt mich Polly auf.

„Nein, noch nicht. Ich hab mir echt Gedanken darüber gemacht. Du darfst jeden Samstag ab dem heutigen Tag eine Seite umblättern. Ich hab mir für jede Seite etwas Neues ausgedacht. Du weißt gar nicht was das für eine Arbeit war, also wage es nicht weiter umzublättern, als eine Seite pro Woche, Ami!“-„Also, darf ich heute die erste Seite umblättern?“ Polly nickte grinsend. Gespannt klappte ich das Album auf. Auf der ersten Seite waren zwei Bilder geklebt. Das Eine zeigte uns Beide, als wir ungefähr zwei Jahr alt waren. Das Andere hatten wir erst vor ein paar Wochen geschossen. Bei Beiden Bildern klammerten wir uns aneinander. Daneben stand ein Text:

Liebe Ami, Amilia oder Schwesterherz,
zuerst wünsch ich dir nochmal alles Gute zum Geburtstag!!!
Ich will dir auf der ersten Seite einfach mal DANKE sagen. Man sieht auf den Bildern, dass, du mein ganzes Leben für mich da warst. Immer wenn ich dich gebraucht habe, warst du da. Ich hoffe, dass auch ich immer für dich da war, zumindest habe ich es immer versucht. Kein Mensch kennt mich so gut! Manchmal denke ich, dass du mich besser kennst, als ich mich selber kenne. Du weißt, was ich brauche, bevor ich überhaupt merke, dass es mir nicht ganz gut geht. Obwohl wir so verschieden sind, bist du meine beste Freundin und das wirst du für immer bleiben.
ICH HAB DICH UNGLAUBLICH LIEB <3

P.S. Dieses Album ist extrem kitschig!!!

Ich wusste nicht, wann ich angefangen hatte zu weinen. Ich konnte mich nur noch in Pollys Arme werfen. „Ich dich auch!“, wimmerte ich. „Wenn du jetzt schon heulst, will ich dich mal sehen, wenn du den ganzen Rest liest.“, lachte Polly. „Das halte ich nicht aus!“, jammerte ich.
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