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Are you with me?

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Flash Thompson Harry Osborn Peter Parker / Spiderman
22.01.2018
15.12.2020
9
11.270
9
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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12.09.2018 1.491
 
Als ich aufwachte, war ich ziemlich verwirrt, bis ich realisierte wo ich war. Mein Kopf tat weh. Wahrscheinlich die Nachwirkungen von gestern. Ich blickte neben mich und sah, dass Wade immer noch schlief. Einen Arm hatte er um meine Taille gelegt. Er wirkte entspannte als gestern. Oder bildete ich mir das nur ein? Da ich ihn nicht wecken wollte, blieb ich ebenfalls liegen. Etliche Minuten später, schlug er die Augen auf. „Hmm“, raunte Wade. „Wie spät ist es?“ Ich schielte auf die Uhr, die auf dem Nachtspind stand. „Punkt neun.“ Er stöhnte und ließ sich wieder auf die Matratze sinken, den Arm immer noch um meine Taille gelegt. „Du scheinst kein Morgenmensch zu sein, was?“, ich grinste. „Nicht wirklich“, gab Wade zu. „Du allerdings bist das blühende Leben.“ „Na ja“, ich hustete. „Nur wenn es gefordert wird.“ Wade musterte mich aufmerksam. Letztendlich quälte er sich mühsam aus dem Bett. „Seit Vanessas Tod hat niemand hier übernachtet. Aber ich wäre ein schlechter Gastgeber, wenn ich dir kein Frühstück anbiete. Hast du einen bestimmten Wunsch?“ „Ähm, das musst du nicht. Echt nicht“, sein Blick, nachdem ich dies gesagt hatte, wirkte deprimiert. Mein inneres Ich riet mir, Wade den Gefallen zu tun. Also lenkte ich doch noch ein.

„Ich hätte nie gedacht, dass du so gute Pancakes machen kannst“, lobte ich ihn. „Tief in mir drin, steckt halt eine Hausfrau“, er zwinkerte. „So so“, ich hindere ihn gerade rechtzeitig daran, mir eine weitere Ladung aufzutischen. Stattdessen bedeutete ich ihm, sich ebenfalls zu setzen. „Du bist echt einmalig“; ich lächelte. „Du musst nicht immer nur an andere denken. Und überhaupt … so viel Platz, brauchte ich gar nicht.“ Dabei spielte ich auf letzte Nacht an. „So bin ich nun mal. Auch wenn ich eher aussehe wie dein schlimmster Alptraum.“ „Du übertreibst“, ich legte die Stirn in Falten. „Übrigens … ich muss heute dringend nach Hause. Jedenfalls zwischendurch.“ „No problemo. Hast du heute gar keine Schule?“ „Wade“, ich schüttelte den Kopf. „Es ist Sonntag! Da bleibt die Schule geschlossen.“ „Oh. Manchmal habe ich jegliches Zeitgefühl verloren. Fast so als hätte Doctor Strange mich in eine Zeitschleife gezogen.“ „Du kennst ihn?“, ich zeigte mich sichtlich überrascht. „Ich kenne jeden! Aber keiner möchte mich kennen.“ „Stimmt nicht so ganz“, ich zeigte auf mich. „Das sagst du jetzt. Warte ab, bis du mich näher kennengelernt hast.“ „Quatsch. Ich finde dich echt sympathisch, jetzt wo ich weiß, wie du wirklich bist. Davor dachte ich, dass du ein aufgeblasener Macho-Typ bist, dessen Ego ihm allmählich zu Kopf steigt.“ „So war dein Bild von mir?“

„Ja“, ich senkte beschämt den Blick. „Kein Ding“, Wade schlug mir freundschaftlich auf die Schulter. „Immerhin hast du es revidiert, oder? Also Schwamm drüber.“ Er erzählte mir, dass viele bei ihrem ersten Eindruck blieben, was ihn betraf. Meiner Meinung nach war das ziemlich unfair. Ich war froh, ihn endlich besser zu verstehen. Die Sache mit Vanessa hatte mich ziemlich geschockt. Wade musste seitdem sehr einsam gewesen sein. Wir wechselten das Thema und sprachen über unser weiteres Vorgehen. Bevor wir zu den X-Men gingen, musste ich zu Tante May. Sie sollte nicht denken, dass ich den Kontakt zu ihr mied. „Ich begleite dich“, entschied Wade. „Keine Sorge, nur bis zu deiner Haustür. Ich will schließlich nicht, dass deine Tante einen Herzinfarkt bekommt, bei meinem Anblick.“ „Spinner“, ich rollte mit den Augen. „Ich denke nicht, dass ihr das was ausmacht. Eher würde sie sich fragen, wer genau du bist. Für einen Schulfreund bist du ein bisschen zu alt.“ „Man ist so alt, wie man sich fühlt“, hielt Wade dagegen. „Also fünf?“, ich musste lachen. „Ab und zu. Das innere Kind muss auch auf seine Kosten kommen.“ „Ja, schon. Aber Hello Kitty und Einhörner?“ „Was hast du gegen Hello Kitty? Sie ist Kult. Und Einhörner sind halt einfach awesome. Jeder mag Hörner auf die ein oder andere Art gerne.“ „Oh je.“ Manchmal konnte Wade echt pervers sein. Auf der anderen Seite war wohl gerade das erfrischend an ihm. Ich aß meine Pancakes auf und machte mich danach fertig. Wie versprochen, begleitete er mich. Wade trug einen roten Hoodie, die Kapuze zog er tief in das Gesicht. Sofort war mir klar, dass er sich für seinen Anblick schämte. Eine Frau blieb förmlich an ihm heften. „Das nächste Mal, kostet jeder Blick zwanzig Dollar“, rief ich ihr nach, was ihr unangenehm war, denn sie beschleunigte ihren Schritt.

„Oha, du bist ja ganz schön resolut“, stellte Wade anerkennend fest. „Ich kann es eben absolut nicht ab, wenn Menschen sich so geringschätzig verhalten“, erklärte ich. Er lächelte. Eine Weile gingen wir schweigend nebeneinander her. Ich hätte nie gedacht, dass Wade auch mal den Mund halten könnte. Vor dem Wohnungsbau, in dem May und ich wohnten, blieben wir letztlich stehen. „Hier muss ich mich erst mal verabschieden“, meinte ich. „Ich weiß. Pass auf, dass man dich nicht klaut“, scherzte Wade. „Ach was, derjenige bringt mich schneller zurück als man Shazam sagen kann“, da war ich optimistisch. Wir tauschten unsere Kontaktdaten aus. „Long John Silver“, ich las abermals den Namen seines Facebookaccounts. „Klar. Ich kann ja schlecht meinen richtigen Namen bei Facebook angeben. Ich war schon vor meiner Zeit als Deadpool bekannt und gefürchtet. Einige haben mich auf ihrer Dead-and-absolutely-not-alive-Liste stehen. Übrigens drei Mal darfst du raten, wie ich auf diesen Nichname gekommen bin.“ „Ich bin mir sicher, dass ich das nicht möchte“, ich schluckte. „Nun dann. Ich muss jetzt echt rein, bevor Tante May einen Suchtrupp los schickt.“ „Dann lass sie nicht länger warten“, er nickte und zog mich in eine Umarmung. „Melde dich, ja?“ Täuschte ich mich oder klang Wade besorgt? Ich versprach es ihm, immerhin war er jetzt mein Partner. Damit meinte ich natürlich nur auf unseren Gegner bezogen. Obwohl …?

„Du solltest deine Aufmerksamkeit eher auf den Feind richten“, ermahnte ich mich laut selbst. „Peter?“, hörte ich May aus der Küche rufen. Sofort eilte sie herbei. „Entschuldige, dass ich gestern nicht Nachhause gekommen bin“, sagte ich. „Schon okay. Du hast dich ja gemeldet. Außerdem geht Schule vor.“ Mein Magen zog sich unangenehm zusammen. Ich hasst es zu lügen. Doch um meine Tante zu schützen, musste ich es tun. „Was sind das eigentlich für Klamotten?“, sie deutete auf meinen Aufzug. „Die hat mir ein Freund geliehen“, schob ich schnell ein. „Meine waren total verschwitzt. Ich hole sie, wenn ich demnächst wieder bei ihm bin.“ „Aha“, sie wirkte nicht gerade überzeugt, beließ es aber dabei. „Ich gehe kurz duschen“, entschuldigte ich mich. Zügig ging ich an ihr vorbei, in mein Zimmer, wo ich mir Wechselsachen und ein Handtuch holte. „Wade Wilson“, murmelte ich vor mich hin, während das warme Wasser über mich floss. Wieso dachte ich jetzt an ihn? Ich seufzte und legte einen Gang zu. Meine Tante wartete bereits mit dem Essen, aber ich war immer noch total voll von Wades Pfannkuchen. Ihr zu Liebe zwang ich mir jedoch ein paar Bissen rein. Danach ging ich erneut in mein Zimmer. Ich öffnete Facebook und gab Wades Nickname ein.

Sein Profil sprang mir sofort ins Auge. Der Einhorn-Hello-Kitty-Hintergrund verriet ihn. „Ernsthaft? Sogar hier?“, ich grinste und schickte ihm die Nachricht. „Du bist eben ein absoluter Kulturbanause“, kam innerhalb von Sekunden zurück. „Moment, du bist online? Ich dachte, du hast zu tun?“ „Was, wenn ich dir jetzt sage, dass ich auf dich gewartet habe?“ „Du bist gruselig.“ „Ich nenne es Liebe, nicht umsonst, hast du mir geschrieben.“ „Wir sind Partner“, erinnerte ich ihn. Wieso nutzte Wade schier jede Gelegenheit um mit mir zu flirten? „Okay, okay, ich höre ja auf“, ich sah wie er tippte und die Zeilen wieder und wieder löschte. „Ich hoffe mit deiner Tante gab es keinen Stress?“ „Nein. Sie scheint mir meine Notlüge abgekauft zu haben. Einzig die Kleidung hat sie verwundert.“ „Tja, wahrscheinlich weil du nun endlich Style bewiesen hast.“ „Ha, ha.“ Ich hielt mir den Kopf. „Wie lange hast du morgen Schule, Schätzchen?“ „Bis ca. drei Uhr. Warum fragst du?“ „Du hast ein Gehirn wie ein Sieb! Wir wollten doch den X-Men einen Besuch abstatten. Vergessen?“ „Hey, ich war fast einen kompletten Tag bei dir, da kann mir das schon mal passieren.“ „Das hätte ich jetzt auch gesagt“, konterte Wade. „Willst du mich etwa morgen von der Schule abholen?“ Ich starrte auf den Bildschirm, denn lange Zeit kam keine Antwort mehr. „Ich dachte eher wir treffen uns unterwegs. Allerdings hole ich dich auch gerne ab, Honey.“ Ich überlegte. An sich war es keine schlechte Sache. Flash hatte mich ohnehin im Visier. Wade würde daran weder etwas verbessern noch verschlechtern können. Also sagte ich ihm zu und gab ihm die Adresse meiner Schule. „Dann bis morgen. Bleib sauber. Wenn nicht, tue mindestens nichts, was ich nicht auch tun würde“, verabschiedete sich Wade. Somit ging er offline. Den Rest des Tages verbrachte ich mit dem liegen gebliebenen Schularbeiten. Abends sank ich müde ins Bett. Ich träumte wirres und grausames Zeug, die mit unseren ominösen Feind zu tun hatten. Schweißgebadet wachte ich auf.
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