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Are you with me?

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Flash Thompson Harry Osborn Peter Parker / Spiderman
22.01.2018
15.12.2020
9
11.270
9
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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04.09.2018 1.524
 
Wir bestellten Pizza. Was für eine seltsame Ironie: Gerade noch hatte ich mit Doc Oc gekämpft und psychisch eine mehr als unangenehme Erfahrungen gemacht … nun saß ich mit Wade hier und aß Pizza. „Also“, ich räusperte mich. „Unser Feind besitzt die Fähigkeit, sich in die Gedanken der Menschen einzunisten. Anscheinend kann er dadurch genau aufrufen, was man am meisten fürchtet.“ Bei den Gedanken daran, schüttelte es mich. „Die Erfahrung schien ziemlich prägend für dich gewesen zu sein“, stellte Wade passend fest. „Auf jeden Fall hätte ich darauf verzichten können“, ich seufzte. „Was soll´s. Jetzt ist es passiert, da kann man nichts machen. Wichtiger ist, dass wir diesen Feind schleunigst aus dem Verkehr ziehen. Wer weiß zu was er noch alles fähig ist.“ Ich wollte gar nicht daran denken. Um mir seinen Beistand auszusprechen, klopfte mir Wade auf die Schulter. „Ich habe keine Ahnung, was er dir da gezeigt hat, aber mir scheint, du magst lieber nicht darüber reden.“ „Lieber nicht.“ „Verständlich. Doch wenn sich das ändert … Daddy ist für dich da.“

„Daddy?“, ich zog eine Augenbraue empor und lachte. „Du weißt wie ich es meine, Sweetie“, gab Wade zurück. „Na jaaa“, ich versuchte ruhig zu bleiben. Mir war es nicht entgangen, dass er mit mir flirtete. „Mal was anderes, wie sehen deine Kontakte aus?“ „Welche meinst du genau?“ „Nun“, ich begann ihm zu erzählen, dass ich mal gehört hatte, dass er die X-Men kannte. Unter ihnen waren ein paar fähige Leute, die uns wohl möglich helfen konnten. Ich hatte zwar ein paar Connections zu den Avengers, doch ich glaubte eher weniger daran, dass sie mit Wade zusammen arbeiten würden. Gerade Tony würde mich dafür eher lynchen. „Ach so, ja die X-Men kenne ich. Ich fand den Namen allerdings weniger Gender-gerecht, daher habe ich die X-Force gegründet. Egal … weiter im Text. Was genau möchtest du von denen?“ „Wir brauchen jemanden, mit ähnlichen Kräften. Jemand, der ihn, sie oder wie auch immer beschäftigen kann, wenn es zum Kampf kommt.“ „Hmm, okay, ich verstehe was du meinst“, er verschränkte die Arme. „Und?“, drängte ich. „Ich sage es mal so … meine Fans sind die X-Men nicht.“ „Das habe ich mir fast gedacht“, äußerte ich meine Zweifel.

„Allerdings“, setzte Wade an und sah mir in die Augen. „Ist es ja für eine gute Sache. Und da ich nicht möchte, dass du nochmals in die Klauen unseres Feindes kommst, werde ich mich von meiner guten Seite zeigen und mit ihnen reden.“ „Das würdest du machen?“ ich strahlte. Völlig unvorbereitet zog ich ihn in den Arm. Das schien ihn wohl zu gefallen, denn er verweilte eine ganze Weile in meiner Umarmung. „Entschuldige.“ Damit ließen wir von einander ab. „Ist nur ewig her, dass man nicht vor Ekel mir gegenüber erstarrt oder Ähnliches. Bis auf Vanessa. Seitdem war höchstens Weasel hier, er ist ein guter Kumpel von mir, aus früheren Zeiten. Seit Vanessas Tod, hatte ich so etwas, wie das hier nicht mehr.“ Ich schwieg. Wer hätte gedacht, dass Wade so gefühlvoll sein könnte? „Sorry, ich wollte dich nicht mit meinem sentimentalen Mist nerven.“ „Tust du nicht! Echt nicht. Im Gegenteil, ich kann dich sehr gut verstehen“, mein Blick senkte sich und verharrte eine Weile auf dem Boden. „Als mein Onkel starb, brach für mich eine Welt zusammen. Am liebsten wäre ich ihm gefolgt. Dank mir, hatte er viele Schulden, die nun auf meiner Tante sitzen blieben. Sobald ich mit der Schule fertig bin, brauche ich einen Job. Ich bin es ihr schuldig.“

„Dein Onkel hat dich geliebt. Ich glaube nicht, dass er dir je die Schuld gegeben hätte, für eure finanzielle Lage.“ Bei diesem Satz von Wade schüttelte den Kopf. Es war komplizierter. Viel mehr … ich war komplizierter. Ich konnte es ihm jedoch nicht sagen. Wade schien offen zu sein, aber wer wusste schon, ob er auch das verstehen konnte? „Erzähl mir von Vanessa. Wie war sie so“, lenkte ich ab. „Oh man. Da gibt es echt einiges, was mich an ihr fasziniert hat. Zum einen hat sie nie aufgegeben. Selbst als mir die Krebsdiagnose gestellt wurde, versuchte sie einen klaren Kopf zu behalten und kämpfte um jede nur mögliche Lösung, die für meine Heilung sorgen könnte. Ich hatte mich da, um ehrlich zu sein, schon längst tot gesehen. Sie war eine Frohnatur. Du konntest mir ihr über alles lachen. Selbst über meinen eigenwilligen Humor, hat sie sich amüsiert. Und auf Äußerlichkeiten gab sie ebenfalls nicht viel. Selbst mit diesem verschrumpelten, Ananas-trifft-auf-Freddy-Krüger-Visage hat sie mich geliebt. Auch auf körperlicher Ebene.“ „Wadeee“, ich seufzte.

„Ja, verzeih mir“, er grinste. „Manchmal vergesse ich mich eben. Bevor Vanessa getötet wurde, waren wir im Inbegriff eine Familie zu gründen. Ich weiß, was du jetzt denkst. Dieser Typ, kann nicht mal sein Zimmer aufräumen und die Pizzakartons stapeln sich langsam zum Turm von Pisa auf. Und der will Vater werden? Doch mit ihr war es eben anders. Es hat sich richtig angefühlt.“ „Wow“, er erstaunte mich sichtlich. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass er einmal darüber nachdachte ernsthaft für ein Kind zu sorgen. Vanessa schien einen positiven Einfluss auf ihn gehabt zu haben. „Genug der alten Karamellen“, Wade klatschte in die Hände. Das Thema ließ ihn keineswegs kalt, das spürte ich. Ich verstand ihn. Wir waren wohl auf einer Ebene, was dies betraf. Wenn es um Onkel Ben ging, verhielt ich mich ähnlich. „Schon seltsam. Ich habe mehr mit Wade gemeinsam als ich dachte. Dabei konnte ich ihn anfangs absolut nicht leiden“, dachte ich still.

Mitten in Gedanken bei Wade, vergaß ich fast meine Tante May! „Mist“, fluchte ich. Fragend musterte er mich. Ich erklärte ihm die Lage und dass ich May eigentlich immer Bescheid sagte, wenn ich mal später kam oder bei Harry übernachtete. Seit der Sache mit Onkel Ben, hatte sie oftmals Angst, dass es mir genauso ergehen konnte und sie nun auch noch mich verlor. „Kein Problem. So unzivilisiert, wie ich aussehe, bin ich nicht.“ Er reichte mir sein Handy und nickte. Was sollte ich Tante May nur sagen? Ich verabscheute Lügen. Allerdings konnte ich ihr wohl schlecht erzählen, dass ich gerade bei einem Antiheld herumsaß und Pizza mampfte. Ich sprach nie über meine Ausflüge als Spiderman. Und so sollte es auch bleiben. „Na gut“, beschloss ich und nahm ihm das Handy aus der Hand. Ein wenig zögernd wählte ich Mays Nummer. Es dauerte eine Weile bis sie ans Telefon gehen. So wie ich sie kannte, war sie um diese Uhrzeit wohl schon am Kochen gewesen. „Peter, wo bist du denn? Ich dachte, du wolltest zum Essen rechtzeitig da sein“, waren ihre ersten Worte als sie meine Stimme hörte. „Entschuldige, ich muss noch an einem Schulprojekt arbeiten und werde daher die Nacht bei einem Freund bleiben.“ „So?“, sie stieß einen Seufzer aus.

„Na gut, mindestens weiß ich Bescheid. Dann viel Erfolg bei eurem Projekt.“ „Danke dir“, ich lächelte gequält, aufgrund der Tatsache, dass ich sie belügen musste. „Bis morgen“, verabschiedete sich meine Tante von mir. „Bis morgen“, murmelte ich ebenso, legte auf und gab Wade das Handy. „So, so ein Schulprojekt“, flötete er und grinste breit. „Hattest du einen besseren Vorschlag?“ „Schon gut.“ Wade zwinkerte und ließ mich verwirrt zurück. Die Abendröte setzte ein und beschien sein Appartement. Erst jetzt fiel mir das Einhorn auf, das auf Wades Nachtspind saß. Er hatte einen schrägen Geschmack. Auf der einen Seite war er ziemlich liebenswert und zuvorkommend, dann wiederum ein sarkastisches Arschloch und schließlich saß irgendwo in ihm, jener kleine Junge, den er wohl seit der Kindheit behalten hatte. „Du bist ein Sammelsurium an Widersprüchen“, resultierte ich. „Ach, du bist nicht der Erste, der das andeutet.“ „Ehrlich gesagt, finde ich das gut an dir.“

Der Abend verlief ohne weitere Zwischenfälle. Es war zudem der erste seit langem, an dem ich mal nicht angespannt war. Jedenfalls was die Sache mit meiner Identität als Spiderman betraf. Wade war nun der einzige Mensch, neben Tony Stark, der davon wusste, dass Peter Parker und Spiderman ein und die selbe Person sind. Ich war müde und allmählich sanken mir die Augen zu. Ohne es zu wollen, glitt mein Kopf auf Wades Schulter und verweilte dort. Wir waren gerade mitten dabei einen Film auf Netflix zu schauen. Der Tag war anscheinend zu anstrengend für mich gewesen, dennoch kämpfte ich gegen meine Müdigkeit an. Leider gewann diese. Ich wusste nicht, wie lange ich bereits geschlafen hatte, jedenfalls erwachte ich in Wades Bett. Draußen war es stockdunkel. Ich wand mich um und erkannte, dass Wade ganz am Rande des Bettes lag. Sanft fasste ich ihn bei der Schulter und zog ihn in meine Richtung, da er drohte hinunter zu fallen. Glücklicherweise hatte er einen festen Schlaf. „Blödmann“, flüsterte ich. „Du hättest mir doch nicht gleich den Großteil deines Bettes überlassen müssen. Stell dich nicht immer selbst zurück.“ Natürlich hörte er das nicht. Stattdessen brabbelte Wade unverständliches Zeug. Mehr als einmal fiel Vanessas Name. Selbst in seinen Träumen, verfolgte ihn also ihr Tod. Ich bemerkte, dass sich sein Körper verkrampfte. Bestimmt hatte er einen Alptraum. Ich rückte näher an Wade und schloss meine Arme um ihn.

Warum? Weil ich mir sicher war, dass er genau das in diesem Moment am dringendsten brauchte.
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