Mein Herz

von cleomi
OneshotRomanze, Tragödie / P12
Chizuru Yukimura Hajime Saito
21.01.2018
21.01.2018
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21.01.2018 556
 
Auf den schlammigen Straßen der Stadt war der Boden bedeckt mit Blut, Leichen und Kleiderfetzen.
Ein Mann in westlicher Uniform und indigofarbenem Haar ging langsam durch diese Straßen.

Als ein Soldat der Aizu Armee etwas weiter hinter ihm auftauchte, hielt der Fremde in westlicher Uniform inne ohne sich umzudrehen.

„Wo ist Chizuru?“

„Saito-san, sie... der Brief..“

Einen Brief? ... Es gab viele Briefe an ihn in letzter Zeit, doch er hatte sie nicht öffnen können. Seine Pflicht gegenüber Aizu hatte ihn an das Schlachtfeld gebunden und er hatte in seiner Entschlossenheit nicht geschwankt. Chizuru... Chizuru, die darauf bestanden hatte an seiner Seite zu bleiben, er hatte sie für Hijikata zurückgelassen. Darauf vertrauend, dass dieser sie in Sicherheit bringen würde. Weit fort vom Krieg, vom Tod. Sie war sein Licht, sein Leben, eine weit entfernte Wärme, die so anders war als das kalte Glimmen seiner Klinge, der er sich verschrieben hatte.

Der Weg des Schwertes.
Er konnte ihn nicht gehen. Nicht mit ihr an seiner Seite. Es war kein Platz für etwas wie Hingabe oder Liebe an der Seite eines Kriegers.


„Dieser Brief war in Yukimuras Nachlass.“, flüsterte der Soldat.

Langsam, geradezu zögernd drehte Saito sich um und streckte die Hand nach dem Brief aus.

Eine Weile stand er einfach nur dort, den Brief in der Hand, bis der Bote der Aizu Armee wieder verschwunden war.

Er zuckte zusammen, als ein Tropfen Feuchtigkeit seine Lippen traf.
Als würde der Himmel den Schmutz und das Blut von den Straßen schwemmen wollen, begann es leise und sanft zu regnen. Es waren die ersten Tropfen nach einer langen Zeit.
Mit eisernen Miene öffnete Saito Hajime den Brief. Er war auf dünnem Reispapier geschrieben. Die Tusche war unbeholfen aufgetragen, die Zeichen groß und rundlich. Ein paar Tropfen platzten auf das Papier und bildeten dunkle Flecken. Saitos Hände zitterten, seine Finger krallten sich mehr und mehr in das Papier.

Mein Herz,

hegst du Groll gegen mich, dass ich bei dir bleiben wollte?
Unsere gemeinsame Zeit ist fort und verläuft ohne eine Spur.
Als du mich beschützt hast, als du für mich da warst, als ich dich
lächeln sehen durfte, bist du für mich jemand geworden, den ich
in meinem Leben nie vergessen werde.
Ich habe mich gefürchtet dich an diese Dunkelheit zu verlieren,
die vor uns lag. Ich kann mir nicht helfen, als zu denken, dass ich
dich verlassen habe und es quält mich nur daran zu denken.
Ich sehne mich nach dir, doch ich darf nicht bei dir sein. Ich liebe dich so sehr.
Ich werde auf dich warten, jeden Tag, bis zu meinem letzten Atemzug.

Chizuru


Ein Schluchzen, mehr ein ersticktes Wimmern kam aus den Tiefen seiner Brust. Sein Körper gab nach, als er stöhnend zu Boden sank. Auf den Knien, ihren Namen rufend, flehend wie ein verletztes Tier.

~ ~ ~



Chizuru starb auf dem Weg nach Aizu, als die Überbleibsel der Shinsengumi versuchten der Armee einen Pass mit der Rasetsu Einheit zu öffnen und den Aizu Soldaten eine Chance des Rückzugs zu geben. Unter diesen Kriegern der Aizu befand sich auch Saito. Es war ein kalter Tag. Es war frostig und der Wind war rau.

Mein Engel, es fallen keine Blüttenblätter mehr wie Schnee, den ich mit dir ansehen könnte. Chizuru... Endlich... endlich kann ich loslassen und darauf warten, dass der Wind mich in deine Arme wiegt.
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