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Bibi Blocksberg und das Rätsel um Kartoffelbrei

von Owlicorn
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Bibi Blocksberg OC (Own Character)
21.01.2018
21.01.2018
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„Kannst du mir mal das Wasser reichen?“, fragte Bibi ihren Vater am Frühstückstisch. Genervt reichte Bernhard ihr die Flasche. „Kann man nicht EINMAL in Ruhe seine Zeitung lesen?!“.

Oh, hallo ihr Lieben. Ich habe euch erst gar nicht gesehen. Na, ahnt ihr schon, wo wir uns befinden? Richtig, wir sind bei den Blocksbergs. Es ist ein ganz normaler Samstagmorgen und am Frühstückstisch bei den Blocksbergs ist alles wie immer. Bernhard Blocksberg versucht seine Zeitung zu lesen, Barbara Blocksberg blättert in ihrem Hexenbuch und Bibi isst genüsslich ihr Brötchen mit Honig.

„Duhuuu, Papiii?“, fragte Bibi und klimperte mit ihren Wimpern. „Was gibt‘s denn, was so wichtig ist, dass du mich beim Zeitung lesen störst?“, grummelte Bernhard, noch immer vertieft in den Politik-Teil seiner Zeitung. „Ich habe ja bald Geburtstag.“ . „Schon wieder, du hattest doch erst letztes Jahr Geburtstag?“, sagte er und nahm einen großen Schluck Irish Coffee, ohne den er das Frühstück mit seinen beiden missratenen Hexen nicht überstehen würde. „Ja Papi, den hat man jedes Jahr. Jedenfalls werde ich ja fünfzehn und ich wünsche mir eine richtige Hexen-Party! Mit all meinen Freunden! Mit Moni, Marita und Florian. Und Schubia und Flaui Paui dürfen auch auf keinen Fall fehlen !!! Und ich will Mamis weltberühmte Geburtstagsbowle! Und vor allem: OHNE ELTERN!“, erwiderte Bibi. ‚Dafür aber mit Alkohol‘, dachte sie sich im Stillen. „Ohne Eltern sagst du? Sind dir deine armen, alten Eltern etwa so peinlich?“, fragte Bernhard etwas beleidigt. „Neeeein, aber nicht doch Papi. Ich hab euch ja lieb. Und ihr dürft es ja schließlich auch bezahlen.“ „Jajaja, genau. Dafür sind wir dir noch gut genug. Barbaraaa?“, rief Bernhard in die Richtung aus der der starke Schwefelgeruch kam. „Geld hexen ist verboten, Bernhard mein Schatz“, rief Barbara aus ihrem Hexen-Labor. Resigniert blickte Bernhard zu Boden. Dann entschloss er sich, dass das die Angelegenheit auch nicht besser macht, zuckte mit den Schultern und trank seinen Irish Coffee in einem Zug aus. „Na gut, durch die Geschichten, die wir an die Hörspielfirma schicken verdienen wir ja eh etwas Geld extra und da kannst du ja auch mal was von für dich nutzen. Also, wie viel brauchst du?“

Mensch wie die Zeit vergeht. Unsere Bibi wird schon fünfzehn Jahre alt. Ich kann mich noch erinnern, dass… Aber das gehört jetzt nicht hierher. Jedenfalls hat sich Bibi direkt auf den Weg zum Supermarkt um die Ecke gemacht, natürlich mit ihrem Besen Kartoffelbrei. Ihr Freund Florian hat sich direkt dazu bereit erklärt ihr bei den Geburtstagseinkäufen zu helfen.

„Suuper Bibi, dass dein Vater dir Geld gegeben hat, damit wir für deine Geburtstagsfeier einkaufen können! Davon können wir  1.000 Center-Shocks an der Tanke kaufen, oder 50 Tüten Chips, oder 20 Flaschen billig Wodka, oder einen 100€ Schein!“. Florian war absolut begeistert davon, dass er mit Bibi für ihren Hexengeburtstag einkaufen gehen durfte. Es hatte in den letzten Wochen schon ein wenig geknistert zwischen den beiden Freunden, weshalb er sich besonders auf die Geburtstagsfeier freute. Er erhoffte sich Bibi dort vielleicht noch etwas näher kommen zu können. Während Florian träumerisch seinen Gedanken nachging, füllte Bibi schon fleißig den Einkaufswagen mit Chips,  hartgekochten Eiern, Essiggurken, Scheuermilch, Hirschhornsalz und allem was man für eine gute Party eben so braucht. An der Kasse zahlte sie genau 92,69€. Die ganze Scheuermilch hatte den Einkaufspreis ganz schön in die Höhe getrieben, aber als markenbewusster Mensch kaufte Bibi immer nur die gute Scheuermilch von Viss. Die mit Kirschblütenduft um genau zu sein. Ihre weißen Söckchen kaufte sie auch stets bei Hollister und auch auf dem  grünen T-Shirt Kleid durfte die Vogel Stickerei nicht fehlen. Bibi war schließlich eine moderne Hexe und ging mit der Zeit. „Bibi, hast du vielleicht noch Lust mit zu mir zu kommen? Ich hab den zweiten Teil von Hexenjagd ganz neu aus dem Computerladen. Hexenjagd 2 – Black Ops.“, fragte Florian hoffnungsvoll. Bibi willigte ein und sie flogen auf Kartoffelbrei zu Florian nach Hause, um Florians Spiel auszuprobieren. Als sie gelandet waren, fragte Bibi Florian: „Sag mal, hast du auch gemerkt, dass Kartoffelbrei sich heute etwas komisch aufgeführt hat?“ „Nein, mir ist nichts aufgefallen.“, erwiderte Florian. „Dann werd ich mir das wohl eingebildet haben.“, murmelte Bibi in ihren nicht vorhandenen Bart und zuckte mit den Schultern.

Na, mit Kartoffelbrei wird doch hoffentlich alles in Ordnung sein? Jedenfalls setzen Bibi und Florian sich an Florians Schreibtisch. Junge junge, da steht vielleicht viel technisches Zeug. Alles blinkt und piept wie in der Kommandozentrale eines Raumschiffes. Bibi und Florian spielen das neue Spiel, Hexenjagd 2 – Feuerrote Edition.

„Ok und worum geht es jetzt in deinem neuen doofen Hexen-Spiel, Flori?“, fragte Bibi ihren besten Freund. Was Computerspiele und Technik anging, war Bibi völlig ahnungslos. Als Hexe brauchte sie solche Spielereien schließlich nicht und auf Kartoffelbrei zu fliegen machte ihr eh viel mehr Spaß, doch sie verbrachte auch gerne Zeit mit Florian und das war eben sein Hobby. „In Hexenjagd 2 – Most Wanted wird nicht auf die Hexen geschossen. Das sollte dir also schonmal besser gefallen als der letzte Teil. Nicht, dass wieder eine verrückte Computerhexe in Neustadt ihr Unwesen treibt.“, sagte Florian und knuffte Bibi in die Seite. Bibi errötete, als sie sich daran erinnerte, wie sie durch eine unbedachte Hexerei ganz Neustadt lahmgelegt hatte. „Ha ha ha, wirklich sehr witzig Flori. Aber worum geht es denn jetzt?“. „Pass auf“, setzte Florian zu einer Erklärung an. „Wir beide spielen wieder gegeneinander. Zuerst sucht die Hexe sich ein Versteck auf der Computerkarte aus. Sie kann dabei auch verschiedenen Hexsprüche verwenden, um den Jäger zu irritieren. Dafür hast du aber nur dreißig Sekunden Zeit. Und danach muss der Jäger, also ich, dich suchen.“. „Klingt ganz einfach“, sagte Bibi und griff nach der Computermaus. Sie beschlossen, einfach erstmal ein paar Runden zu spielen. Bibi würde sich schon in das Spiel hineinfinden. Aber mit jeder Runde, die sie verlor, sank ihr Mut weiter, bis sie irgendwann völlig entmutigt die Maus weglegte und die Arme über der Brust verschränkte. Florian sah sie belustigt an, legte einen Arm um sie und tätschelte ihre Schulter. „Du musst doch nicht traurig sein Bibi. Mir liegen Computerspiele nun einmal etwas besser als dir. Und immerhin kannst du in echt hexen und ich nicht.“, tröstete Florian sie. Bibi richtete sich auf und auf einmal blickte sie Florian direkt in die schokoladenbrauen (Milka, feinste Alpenmilch) Augen. Auf diese Weise hatte sie ihren besten Freund noch nie angesehen und irgendwas an der Situation machte sie ganz nervös. Gleichzeitig wollte sie aber auch nicht aufhören ihn anzusehen und war wie gefangen in diesem niemals enden wollenden Moment. Florian erging es nicht anders. Wie oft hatte er sich diesen Moment schon herbeigesehnt. Er malte sich schon aus, was alles passieren könnte, sobald er sich ein Herz fassen würde, und Bibi küssen würde. Würde sie zurückschrecken, würde sie den Kuss erwidern? Es gab nur eine Möglichkeit, dies herauszufinden. Bibi sah, dass Florians Gesicht sich dem ihren langsam näherte. Sein Blick huschte von ihren Augen kurz hinunter auf ihre… sagen wir Lippen. Er beugte sich nun ganz vor und ihre Lippen berührten sich. Erst nur sanft und vorsichtig. Eine Berührung, so flüchtig, dass sie noch gänzlich unschuldig war. Als ihre Lippen das nächste mal aufeinander trafen, wurde der Kuss intensiver, fordernder und leidenschaftlicher. Bibi verlor sich in den Berührungen Florians, als dieser sie in seine Arme schloss und er begann in ihren Haaren zu wühlen und ihre lieblichen Bäckchen zu streicheln. Er dachte sich nur: ‚Ich hole dir den Mond vom Himmel, und alles, was du willst‘. Als sie sich voneinander lösten war es für Bibi ein ernüchterndes Gefühl. Sie hatte soeben ihren besten Freund, den sie seit der 2. Klasse kannte geküsst. Oder hatte er sie geküsst? Egal, es gab jedenfalls Lippen-Action. Erschrocken sprang Bibi plötzlich auf und lief ins Bad. Sie spritzte sich eine handvoll kühles Wasser ins Gesicht und dachte sich nur, dass sie so schnell wie möglich von hier verschwinden musste. Sie packte ihren Rucksack und Kartoffelbrei, öffnete das Fenster. „Eene mene mei, flieg los Kartoffelbrei, hex hex!“, und schon war sie verschwunden. Sie hörte Florian noch rufen: „Bibi warte... du hast deine Zahnspange vergessen!“. Doch ihr Termin beim Kieferorthopäden war ihr noch nie so egal gewesen wie in diesem Moment.

Fortsetzung folgt...
 
 
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