Held wider Willen

von Landriel
GeschichteHumor, Freundschaft / P12
Freddie Faulig Sportacus Stephanie
20.01.2018
01.02.2018
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2418
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So, da bin ich auch mal wieder. Falls ihr euch fragt, wie einige der Namen in diesem Kapitel ausgesprochen werden, helfe ich gern!
Íþróttaálfurinn= "Ifrotallfuhrien"
Glanni Glæpur= "Glanni Gleipur"
Zum besseren Verständnis wer diese beiden überhaupt sein sollen, empfehle ich euch diesen Link eines Theaterstücks, aus dem Lazy Town entstand: https://youtu.be/UkFMvMAp46Y
Viel Spaß beim Lesen und reviewen!
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Robbie konnte es immer noch kaum fassen. Er besaß nun den Kristall. Und damit die Macht über Sportacus und die kleinen Gören! Endlich war es ihm möglich, alles zu tun, was er wollte. Es war das perfekte Druckmittel.
„Die Kleinen werden mir gehorchen müssen, wenn sie nicht wollen, dass ich das Blinkdings zerstöre und sie keiner mehr retten kann!“, triumphierte der selbsternannte Bösewicht.
Dieser Einfall versetzte ihn in solch gute Stimmung, dass er sich sogar einen kleinen Freudentanz erlaubte. Dabei fegte sein Ellbogen jedoch die Nagelfeile von der Badezimmerablage, welche platschend in die Kloschüssel fiel. Entsetzt sah er noch, wie sie das Rohr hinabrutschte und verschwunden war.
„Nein!“
Genervt kämmte Robbie die restlichen losen Strähnen an ihren Platz und knöpfte seine Weste zu. Immerhin war er jetzt in genau der richtigen Verfassung, um den Kindern ihren Tag zu verderben.  

„Hey, seht mal, wer da kommt“, bemerkte Ziggy und deutete quer über den Platz.
Robbie kam in ihre Richtung gestapft, in der üblichen Gangart; die Arme energisch nach links und rechts schwingend. Sein Gesichtsausdruck verhieß nichts Gutes. Das war natürlich nicht das Seltsame. Nein, was den Freunden den Mund offenstehen ließ, war das Band um seinen Hals mit einem kleinen funkelnden Stein. Ein äußerst vertrauter Stein.
Pixel sog scharf die Luft ein. „Das ist doch nicht etwa…“
„Ja ganz recht. Sportys ach so kostbarer Kristall. Er hat ihn mir persönlich gegeben. Und wisst ihr, was das bedeutet?“
Die Gruppe schluckte hörbar.
Robbie grinste. „Ihr müsst jetzt auf mich hören. Und ich sage…“, er ließ eine dramatische Pause wirken, „wir essen Eis!“
Von Jubelrufen untermalt begannen sie zu hüpfen und begeistert zu klatschen. Robbie griff sich fassungslos an den Kopf. Das war die letzte Reaktion, mit der er gerechnet hatte. Sein Plan hatte vorgesehen, sie zu schockieren, weil sie gezwungen waren, gegen Sportadoofs Regeln zu verstoßen. Vage erinnerte er sich an die Worte des Elf, aber er konnte sie beim besten Willen nicht hervorrufen. Und als Pinky ihn auch noch an die Hand nahm, war es um sein Denkvermögen endgültig geschehen.
Er hatte keine Ahnung, was passiert war. Plötzlich saß er auf einer Bank, umgeben von den Nervensägen. Sein Bauch schmerzte bei jedem Atemzug und der kleine blonde Junge –wie hieß er nochmal? Dickie? –hielt ein Eis in der Hand. Verwirrt starrte er auf die abgekaute Waffel in seiner eigenen Faust.
„Danke für das Eis, Robbie. Du bist echt in Ordnung“, sagte das freche Mädchen mit den Zöpfen.
Krampfhaft versuchte er zu ignorieren, wie sich seine Brust vor Rührung zusammenzog, während er ihnen nachsah, wie sie davongingen.

Es fühlte sich fantastisch an wieder zuhause zu sein. Hier in Island, im verborgenen Reich der Elfen. Seufzend nahm Sportacus einige Atemzüge Luft, die hier so frisch und mild war, wie nirgendwo sonst auf der Welt.
„Sohn!“
Überrascht drehte sich der blaue Held um und strahlte über das ganze Gesicht. Seine Eltern kamen ihm entgegengelaufen. Íþróttaálfurinn und Fjolna. Sie waren um keinen Tag gealtert, seit er sie das letzte Mal gesehen hatte. Sein Vater mit der beigen Zipfelmütze, dem ledernen Brustpanzer und der gelben Hose. Seine Mutter trug ein feines blaues Kleid und ihre goldenen Haare waren geflochten. Sportacus ließ sich von den beiden in eine innige Umarmung ziehen.
Die Versammlung lief wie jedes Jahr ab und schon nach einer halben Stunde langweilte er sich. Die ganze Zeit stillsitzen zu müssen, machte ihm zusätzlich zu schaffen. Viel lieber hätte er jetzt in Lazytown mit den Kindern gespielt. Ob es ihnen gut ging?
„Zappele nicht herum!“, mahnte Fjolna ihn und legte eine Hand auf sein wippendes Knie.
Sportacus stöhnte innerlich. Er war doch schon lange kein Kind mehr! Seine Mutter besaß keine athletische Gabe. Sie würde seinen Drang sich zu bewegen nie verstehen können. Für ihn war Sport so notwendig wie die Luft zum Atmen. In diesem Moment wurden erstaunte Rufe laut. Ein Loch tat sich in der Bühne auf und von unten kam langsam ein Rednerpult heraufgefahren. Unter den Elfen gab es einige mit technischen Fähigkeiten, was gewisse moderne Errungenschaften mit sich brachte. Lárus, der Präsident ihres Volkes nickte allen gütig zu. Das war ungewöhnlich. Normalerweise besuchte er nur Versammlungen, die sich um Sicherheit drehten. Jetzt holte er ein Blatt hervor.
„Guten Tag, meine sehr verehrten Bürger und Bürgerinnen. Leider muss ich diese Veranstaltung für eine wichtige Mitteilung unterbrechen. Wir mir soeben von meinen Informanten mitgeteilt worden ist, wurden vor wenigen Minuten einige Städte, aus denen unsere Helfer kommen, angegriffen.“
Sportacus fühlte sich, als hätte ihm jemand einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf gekippt. Seine Kehle schnürte sich zu. Trotzdem zwang er sich zur Ruhe und hörte weiter zu.
„Bitte verfallt nicht in Panik und trefft keine überstürzten Entscheidungen! Es scheint, dass jemand uns drohen will. Glücklicherweise haben wir eine Person, die uns möglicherweise Informationen über die Täter geben kann.“
Aus den Schatten trat eine Gestalt hervor. Im Licht kam ein Mann zum Vorschein. Die zwar kurzgeschnittenen, aber dunklen Haare, die sturmgrauen Augen und abstehenden Ohren kamen Sportacus seltsam bekannt vor. Verwundert bemerkte er, wie sein Vater die vor Zorn zitternden Hände zu Fäusten ballte.
Die Versammelten stießen alle gleichzeitig ein Wort aus: „Glanni Glæpur!“
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