Wo soll ich schon hin?

von yezz
KurzgeschichteAllgemein / P18 Slash
Otabek Altin Yuri Plisetsky
20.01.2018
20.01.2018
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Hallo zusammen! Und ein besonderes 'Hallo' an meine liebe Betafee BlackLily! ♥

Denn dies hier ist ein Weihnachtsgeschenk für meine fleißige Betaleserin, die mich jetzt schon seid bald 3 Jahren mit Rat und Tat begleitet. Und auch wenn ich mal im Zeitplan hinterher gehangen habe, hat sie immer alles dafür getan, dass die Kapitel pünktlich zum Samstag fertig waren. Scheinbar zusammenhanglose Fragen beantwortet sie mit einer Leichtigkeit und war mir seid dem ersten Tag eine wertvolle Unterstützung, Motivation und Ideengeberin. Einige Situationen in meinen Geschichten habe ich nur ihr zu verdanken! Und vor allem: Ohne sie hätte ich vielleicht nie YOI gesehen und das wäre echt ein Jammer gewesen xD

Als dann die Frage kam, ob sie sich ein OS wünschen dürfte, war mir eigentlich vollkommen klar, wohin das führen würde. Mein Problem nur, wie schreibt man Otabek Altin? Das hat mich stellenweise ein wenig blockiert und obwohl die Grundidee schon lange vorhanden war, kam nicht dieser Funke, dieses letzte Bisschen... Und dann ging mein PC kaputt... Und dann war Weihnachten... und Silvester... Als der PC dann wieder funktionierte (damn you, Mainboard! xD), hatten natürlich die beiden laufenden Geschichten Vorrang, doch ein zwarter Gedanke klopfte immer mal wieder leise gegen die Glasmurmeln in meinem Kopf, die meine Augen darstellten und fragte: "Du schuldest deiner Betafee noch etwas für ihre Mühen." Aber wo noch einbringen in mein ziemlich enggetaktetes Leben? Da rief meine Stirnhöhle voller Freude: "Ich weiß es! Ich mache einmal dicht!" Schlussendlich saß ich mit Kopfschmerzen, Fieber und Schwindel am PC und habe diese Geschichte abgetippt, da ich plötzlich die Idee, diesen einen Funken, hatte und ich nicht einschlafen oder ruhen konnte, bevor es nicht erledigt war xD Gut, beim Sex hat es wieder länger gedauert... Sex ist wohl nie eine schnelle Sache für mich, was das Schreiben angeht *hust*

Nun ja. Lange Rede, kurzer Sinn: Vielen Dank, BlackLily, für die Zeit, die du für mich investierst, für die Gedanken und Hilfe. Dafür, dass du einfach da bist, wenn man dich braucht und auch für deine Freundschaft, die zweifelsohne aus dem einfachen Betalesen entstanden ist. Diese Geschichte ist für dich und ich hoffe, dass sie zumindest ein wenig deinen Wünschen entspricht ^^ Und... ähm, ja... Frohe Weihnachten xD

Allen anderen wünsche ich natürlich viel Spaß beim Lesen. Wenn es euch gefällt, könnt ihr natürlich gerne auch einen Kommentar hinterlassen oder mit eine PN schreiben.

LG
yezz
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Es stand überall in der Zeitung. An jeder Straßenecke konnte er es sehen. Und er konnte nicht behaupten, dass es ihn beruhigte. Wo steckt der Kerl bloß, dachte er nicht zum ersten Mal seit der ersten Meldung zu seinem Verschwinden. Er konnte nicht behaupten, dass sie sich wirklich nahe standen. Oder überhaupt eine Art Bekanntschaft pflegten. Scheiße... er wusste noch nicht einmal, ob er sich an ihn erinnerte. Und doch hatte er nie anders gekonnt, als ihn zu bewundern. Damals wie heute, unverändert. Die Bewegungen, die er mit seinem Körper vollbrachte, hatten ihn schon immer in seinen Bann gezogen. Und nicht nur einmal, hatte er sich gefragt, was dieser flexible und zugleich fragil wirkende Körper noch im Stande war zu tun. Im Privaten. Im Schutz von seinen Armen.

Doch er wusste, dass er unerreichbar für ihn war. Sein ganzes Leben lang hatte er sich bemüht, ihm hinterherzuhetzen. Trotz der vielen Fehlschläge war er immer wieder aufgestanden und hatte weitergemacht. Nur in der Hoffnung, irgendwann von ihm gesehen zu werden. Und nun? Nun war er verschwunden. Die Meldung kam wie ein Schock, hatte ihn getroffen, wie ein Eimer Eiswasser über den Kopf. 'Meniskusverletzung! - Comeback unklar' hatte es geheißen. Keine Woche später war er verschwunden. Unauffindbar. Seine Agentur ließ ihn öffentlich suchen. Keiner hatte etwas gehört, keiner irgendetwas gesehen. Als hätte er sich in Luft aufgelöst. Erst hatte man gedacht, er wäre nach Russland zu seinem Großvater zurückgekehrt, aber am Flughafen war niemand mit diesem Namen durch die Kontrolle gegangen. War ihm etwas zugestoßen? Sein Herz zog sich bei diesem Gedanken zusammen. Die Welt war grausam und es geschahen jeden Tag unfassbare Dinge. Was, wenn er Opfer einer solchen Tat wurde?

Ein Klopfen riss ihn aus seinen düsteren Gedanken. Die Tür wurde schwungvoll aufgestoßen. "Da bist du ja, Otabek. Wird Zeit", verkündete sein Bandkollege. Nickend stand er auf und versuchte die schwermütigen Gedanken zur Seite zu schieben. Er war alt genug, um auf sich aufzupassen. So einem kratzbürstiger Kerl wird schon nichts passieren, sagte er sich. Jetzt galt es, sich auf den Auftritt zu konzentrieren und sein Bestes zu geben. Denn vielleicht würde er ihn so doch eines Tages erreichen und einholen. Irgendwann einmal. Ganz sicher. Dafür machte er ja auch all das.



Autogramme schreiben war eines der Dinge, die Otabek nur sehr widerwillig machte. Doch da es dazugehörte, riss er sich jedes Mal zusammen. Immer schön in die Kamera lächeln und ignorieren, wenn einer der Fans ihn mal wieder übermäßig anfassen wollte oder auf die Pelle rückte. Jedes Mal das Gleiche und wie jedes Mal, spulte er einfach nur das Programm ab, ohne richtig da zu sein. Selbst als er auf seinem Motorrad in die Nacht hinausfuhr, kreisten seine Gedanken nur um ihn. Yuri Plisetsky. Das erste Mal, als er ihn hatte tanzen sehen, hatte er gedacht, dass er ein Engel sein musste. Die hellblonden Haare wehten bei den Bewegungen, flossen dahin wie glänzende Seide. Sein schlanker Körper scheinbar in der Lage, mühelos jede Figur in Perfektion auszuführen. Samtige und doch kraftvolle und elegante Bewegungen. Wie ein Tiger auf der Pirsch. Die Augen fokussiert, ausdrucksstark und einfach majestätisch und wild. Otabek hatte die Augen nicht von ihm abwenden können. Hatte damit seine ohnehin schon mittelmäßige Leistung in dem Ballettkurs immer mehr ins Wanken gebracht, bis er frühzeitig die Sachen hatte packen müssen.

Es war ein herber Rückschlag gewesen. Nicht nur, weil der Rausschmiss aus diesem Kurs seine Ambitionen als Balletttänzer einen gehörigen Dämpfer verpasst hatte, sondern er konnte ihm nicht mehr aus der Nähe zusehen. Sehen, wie sich ein leichter Schweißfilm auf die helle Haut legte oder verstohlen seinen Duft einatmen, wenn er an ihm vorbeiging. So hatte er alles in die Waagschale geworfen. Hatte unermüdlich daran gearbeitet, es doch noch auf die große Bühne zu schaffen. Doch es wurden nur kleinere Engagements von weniger namhaften Institutionen, sodass Otabek langsam zu zweifeln begann, ob er sich jemals noch einmal in Sichtweite von Yuri kämpfen konnte. Gerade als seine Zweifel am Größten war, stand auf einmal sein jetziger Produzent vor ihm. Er habe da eine Band, hatte er ihm gesagt. Dieser würde aber noch so jemand fehlen, wie er es war. Ohne viel nachzudenken hatte er eingeschlagen. Eine weitere Chance, war alles, was er damals dazu gedacht hatte.

Und er konnte sich nicht beklagen. Ihre erste Single war zwar doch eher mittelmäßig gestartet, doch mit der Zweiten und ihrem Album waren sie plötzlich durch die Decke geschossen. Sie hatten ihre eigenen Erwartungen und auch die der Plattenfirma bei Weitem übertroffen. Seitdem ritten sie auf der Erfolgswelle, doch Otabek hatte sein wahres Ziel nie aus den Augen verloren. Endlich fühlte er sich ihm ebenbürtig. Endlich war er aus seinem Schatten herausgetreten und hatte etwas aus sich gemacht. Endlich hatte er den Mut gefasst, ihn zu konfrontieren, ihn zu treffen. Er fühlte sich in der ganzen Zeit wie ein kleiner, gruseliger Stalker. Besessen von der Grazie des Anderen. Dabei machte es ihm nichts aus, dass Yuri eher barsch war. War es krank, zu behaupten, dass es ihn sogar eher anmachte? Ja, vielleicht. Aber so vieles an seiner bisherigen, eigentlich nicht vorhandenen Beziehung zu Yuri Plisetsky war krank. Da machte er sich keine Illusionen.

Doch plötzlich hieß es: Trainingsunfall – Meniskusverletzung bei Yuri Plisetsky – Ist seine Karriere vorbei, bevor sie richtig begonnen hat? Und noch bevor sich Otabek von dem Schock erholen konnte, war er verschwunden. Vollkommen vom Erdboden verschluckt. Und auch jetzt, als Otabek durch die Nacht fuhr, ließen die Sorgen nicht von ihm ab. Eine kalte Hand hatte sich um sein Herz gelegt. Er hatte Angst, dass ihm etwas zugestoßen war. Doch er konnte nichts tun. Sie waren keine Freunde. Yuri kannte ihn vermutlich nicht einmal, wie sollte er da etwas ausrichten können? Die Ampel vor ihm sprang auf rot und er hielt notgedrungen an. Er nutzte die Gelegenheit, um sich in der Gegend umzuschauen, in die es ihn gedankenverloren verschlagen hatte. Im Hauseingang zu seiner Rechten saß jemand zusammengekauert. Blonde Haare lugten unter der Kapuze hervor. Sah er etwa schon Gespenster? War er so von ihm besessen, dass er ihn nun schon an jeder Häuserecke zu sehen schien?

Langsam fuhr er sein Motorrad an die Seite und stieg ab. Das fahle Licht der Straßenlaternen beleuchtete nur spärlich das Profil der dort sitzenden Person, doch Otabek war sich sicher. Dieses Gesicht, diesen Körper würde er überall erkennen können. Doch was machte er hier? „Hey, du holst dir da noch den Tod“, sprach er ihn an, als er vor seinen Füßen zu stehen kam. „Na und? Das geht dich nichts an. Also verpiss dich“, grummelte der Angesprochene zurück. Bingo. Ein Grinsen der Erleichterung formte sich auf Otabeks Lippen. Er lebte. Es ging ihm gut. Zumindest so gut, dass er noch Beleidigungen raushauen konnte. „Als könnte ich zulassen, dass du dir hier deinen hübschen kleinen Arsch abfrierst, Yuri“, konterte Otabek und sorgte mit seiner Ansprache dafür, dass Yuris Kopf nach oben schnellte. Er fixierte ihn aus wachen, blau-grünen Augen. „Bist du einer von der Agentur?“, fragte er vorsichtig. Doch Otabek schüttelte nur mit dem Kopf. „Dann verschwinde du mieser, kleiner Perverser“, keifte er, worauf Otabek lachen musste.

Das wiederum schien Yuri vollends aus der Fassung zu bringen. Unbeholfen stand er auf, Otabek merkte, wie er versuchte, sein linkes Bein möglichst wenig zu belasten. Noch bevor sich Yuri aus dem Staub machen konnte, packte er ihn am Handgelenk. Sein Arm war kalt und Otabek konnte sich nur allzu gut vorstellen, wie kalt ihm sein musste. „Ich bin nicht überrascht, dass du dich nicht an mich erinnerst. Wir haben den gleichen Ballettkurs besucht. Vor 5 Jahren imm Sommertrainingslager von Yakov Feltman. Klingelt es?“, Otabek hob eine Augenbraue fragend. Die Spannung wich aus Yuris Körper und so ließ er das Handgelenk los. Er schien zu überlegen, doch schüttelte schlussendlich den Kopf. „Nein, keine Ahnung. Warum sollte ich mich auch an dich Spitzklicker erinnern?“, er musterte ihn fragend, doch nun lag trotz seiner Worte eine gewisse Neugierde in seinem Blick.

„Hör zu. Dir ist sicher arschkalt. Ich wohne gar nicht so weit von hier weg. Da kannst du ein Bad nehmen, dich aufwärmen und wir können was zum Essen bestellen oder so“, schon während er sprach, war sich Otabek nicht mehr ganz so sicher, wo sein Angebot hinführen würde. Aber eines war ihm klar, er konnte ihn nicht einfach so hier sitzen lassen. Doch Yuris Blick wurde schlagartig wieder misstrauisch. „Sicher, dass du kein mieser Perverser bist und dich nur an mir vergreifen willst?“, grummelte er mit verengten Augen. Otabek musste unwillkürlich lachen. „Ich hatte mir ja eigentlich Sorgen gemacht, dass dir etwas zugestoßen sei, als die Schlagzeile von deinem Verschwinden durch die Medien ging. Wie ich jetzt sehe, völlig unbegründet“, dann hob er abwehrend die Hände. „Du siehst nur aus, wie ein kleines, ausgesetztes Katzenbaby und ich habe Mitleid“, gab er mit vor Sarkasmus triefender Stimme zurück, obwohl es zumindest zum Teil der Wahrheit entsprach. „Arschkrampe“, grunzte Yuri vor sich hin, doch knickte dann ein: „Und du hetzt nicht direkt die Agentur auf mich, sobald du mich in deiner verschissenen Bude eingesperrt hast?“, fragte Yuri immer noch misstrauisch. Oh Yuri, wenn du wüsstest. Einsperren gerne, aber nur, um dich für mich alleine zu haben, dachte Otabek und hoffte inständig, dass ihm seine Gedanken nicht ins Gesicht geschrieben standen. „Mir geht es hier um dich, nicht um irgendeine Agentur oder sonst irgendeinem Scheiß“, stellte Otabek klar und endlich nickte Yuri, was sein Herz einen Schlag aussetzen ließ.



Liebeskranker Vollidiot, beschimpfte sich Otabek in Gedanken, während er das Plätschern des Wassers aus dem Badezimmer hörte. Er hatte ihnen gerade Essen bestellt und wusste nun nicht so recht, was er mit sich anfangen sollte. Ein wenig gedankenverloren begann er, den Tisch zu decken, holte gerade Getränke und Gläser, als Yuri in das Esszimmer kam. Er rubbelte sich gerade die Haare trocken. „Nette Wohnung, wobei man das wohl von einem erfolgreichen Musiker erwarten kann“, bemerkte er, während er sich umblickte. Moment. Hatte er ihn erkannt? Verdutzt stellte er die Flasche Wasser auf den Esstisch. „Du kennst mich?“, fragte er nun laut. Yuri zuckte mit den Achseln und vergrub die Hände in der etwas zu großen Jogginghose, die ihn Otabek geliehen hat. „Wer nicht? Glaubst du, ich würde mit jedem fremden Vollspast mitgehen, der mich anspricht? Aber du und deine Band seid ja sozusagen überall präsent mittlerweile. Doch dass wir mal zusammen in einem Ballettkurs waren... Das ist mir völlig neu. Beim Warmmachen tanze ich ganz gerne zu eurer Musik...“, Yuri ließ den Satz unbeendet im Raum hängen und Otabek musste seinen Blick abwenden, denn dieses Geständnis ging geradewegs in eine Körperregion, die gerade wirklich nicht dazu betragen würde, dass der Andere Vertrauen in ihn fasste.

„Das würde ich zu gerne mal sehen“, gab Otabek zu, nachdem er sich kurz geräuspert hatte. „Bild dir darauf nichts ein, Hohlbratze. Daraus wird ja wohl eh nichts mehr“, gab Yuri bitter zurück und setzte sich auf einen der Stühle. „Warum sollte das so sein? Laufen geht doch ganz gut, dann wirst du sicher auch wieder richtig auf die Beine kommen“, gab er zurück. „Das Knie ist instabil. Drehungen und jegliche größere Beanspruchung schmerzt. Willst du noch mehr wissen? Dabei geht dich das gar nichts an“, erklärte Yuri schnippisch. „Dafür ist die Reha da“, Otabek zog die Augenbrauen zusammen und fixierte sein Gegenüber unbeeindruckt. „Mäßige Erfolgschancen“, Yuri schüttelte den Kopf und schien plötzlich noch kleiner und fragiler, als er ohnehin schon war. „Mäßige Chancen sind besser als gar keine Chancen. Eine Sache, die mich immer an dir fasziniert hat, war dein Kampfgeist. Deine Augen... sie waren immer wie die eines Soldaten. Bereit in die Schlacht zu ziehen und alles zu geben“, Otabek unterbrach sich. Er redete sich gerade um Kopf und Kragen. Um das zu wissen, reichte ein Blick in Yuris Gesicht, der ihn mit großen Augen ansah.

Unbehagliches Schweigen trat zwischen sie. Fieberhaft dachte Otabek über ein unverfänglicheres Thema nach, während Yuri nur starr aus der bodentiefen Fensterfront auf die nächtliche Skyline der Stadt blickte. Der Ausblick war der Grund gewesen, warum Otabek diese Wohnung gekauft hatte. Vom 16. Stock aus konnte man vieles der Stadt überblicken und die vertikalen Gärten, die erst vor einem halben Jahr an der Fassade angelegt wurden, machten optisch natürlich auch ganz schön was her. Eine Wohnung, mit der er angeben wollte. Vor allem vor der Person, die nun endlich im gleichen Raum mit ihm war und auch bemerkte. Es war alles wie ein Traum. Ein Traum, der allerdings auch schnell wieder enden konnte, machte er sich klar.

Noch bevor Otabek mit einem neuen Thema das Schweigen brechen konnte, klingelte es. „Ah, das Essen. Ich hoffe, du hast Lust auf russisch-kaukasische Küche? Da es dir ja egal war, hab ich einfach mal ein bisschen was bestellt“, sagte er über die Schulter hinweg, während er sich auf den Weg zur Tür machte. Er öffnete die Tür und keine Minute später stand der Lieferjunge mit dem Essen vor der Eingangstür, erhielt seine Bezahlung und lud ihm die Arme mit Aluschalen, Papiertüten und Styropor-Kartons voll. Als sich Otabek seine Ausbeute auf den Tisch stellte, schaute ihn Yuri wieder mit großen Augen an. Er konnte den Blick schlecht deuten, aber es lag zu seinem Erleichtern kein Misstrauen mehr darin. „Hast du noch alle Tassen im Schrank? Wer soll das alles essen?“, fragte er fassungslos. „Du sahst so ausgehungert aus“, grinste Otabek frech. Doch Yuri öffnete bereits die erste Aluschale. „Pelmeni“, kam es ungläubig von ihm mit einer Spur Freude in der Stimme. „Wareniki“, als er die nächste Verpackung öffnete. „Und... Piroschki... Woher weißt du das?“, er blickte Otabek an und plötzlich hatte sein Blick nichts mehr von einem Tiger, sondern eher etwas von einem Hundewelpen. Es kostete Otabek sämtliche Willenskraft, nicht hochrot anzulaufen. „Hab ich mal gelesen“, räusperte er sich und setzte sich Yuri gegenüber. „Aber jetzt iss. Guten Appetit.“



Trotz der beachtlichen Menge, die Otabek bestellt hatte, waren kaum Reste übrig geblieben. Yuri musste richtig hungrig gewesen sein. Er wollte am Liebsten fragen, was Yuri die ganze Zeit getrieben hatte, doch wusste er, dass das ein heikles Thema war. Nun saßen sie in behaglicher Stille zusammen. Sie hatten während dem Essen über unverfängliche Themen gesprochen. Eigentlich nur Dinge, die Otabeks Leben betrafen. Wie Lieder geschrieben und produziert wurden, was für Vorbereitungen innerhalb der Band notwendig waren und über sein Motorrad. Manchmal war es Otabek so vorgekommen, dass Yuri förmlich an seinen Lippen hing. Doch zu sehr durfte er nicht darüber nachdenken, sonst würde seine coole Fassade zu bröckeln beginnen. Sein einziges Problem war, sein Herz schrie, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen, selbst wenn er abgewiesen werden sollte. Vielleicht konnte er dann endlich Fortschritte machen und sich von ihm lösen?

Und trotzdem wollte er Yuri nicht verschrecken. Er drehte und wendete seine Gedanken, während er die Kaffeetasse vor sich mit den Fingern um die eigene Achse drehte. Er starrte in den letzten Schluck schwarzer Flüssigkeit. Dann blickte er mit einem Seufzen auf die Wanduhr. „Es ist recht spät und du bist sicher müde. Du kannst das Bett nehmen, ich schlafe auf der Couch“, bot er an. Yuri war in der letzten Stunde immer ruhiger geworden, bis seine barsche Art vollständig verschwunden war. Otabek fragte sich, ob das nur aufgesetzt war oder er tatsächlich so war. Gleichzeitig wünschte er sich, dass er noch genug Zeit haben würde, das herauszufinden. Unsicher schaute Yuri von seinem Glas auf. „Bist du dir sicher?“, wollte er wissen, stand aber auch gleichzeitig auf. Offensichtlich war er wirklich hundemüde. „Ja und keine Sorge, es ist frisch bezogen. Musst also nicht in meinem Muff schlafen“, scherzte Otabek halbherzig, während er sich widerwillig eingestand, dass das Bild von Yuri, wie er seinen Duft in der Bettdecke inhalierte, mehr als nur ein wenig anregend für ihn war.

Yuri murmelte etwas und ging in Richtung Schlafzimmer und wünschte dann eine gute Nacht, bevor er schnell die Tür hinter sich schloss. Otabek stand wie angewurzelt da. Hatte das wie 'Schade' geklungen? Oder hatte er sich verhört? Ja, er musste sich verhört haben. Während er den Drang niederkämpfte, Yuri in sein Schlafzimmer zu folgen, räumte er die Gläser ab und stand dann ratlos in seiner Küche herum. Er hatte noch Jeans an und bräuchte eigentlich auch noch eine Decke aus seinem Schlafzimmer. Unschlüssig schaute er sich in der Küche um und atmete dann tief durch, es nützte ja alles nichts. Entschlossen ging er zur verschlossenen Schlafzimmertür. Sicher hatte er abgeschlossen. Leise klopfte Otabek, um den anderen nicht zu wecken, falls dieser schon schlief. Auf der anderen Seite der Tür hörte er ein Räuspern und dann ein „Ja?“. „Ähm, sorry, dass ich dich noch einmal störe. Aber ich müsste mir noch ein paar Klamotten und eine Decke holen. Kann ich reinkommen?“, fragte er so beiläufig wie möglich. „Ja, klar. Ist auf“, kam die Antwort zur Verwunderung von Otabek zurück.

Er trat ein. „Achtung, ich mach das Licht an“, warnte er vor, bevor er den Lichtschalter betätigte. Yuri lag mit dem Rücken zu ihm. Wie gerne, würde er ihm eine Hand auf die Schulter legen und sagen, dass alles wieder gut werden würde. Mit einem leisen Seufzer ging Otabek zu seinem Kleiderschrank und zog die Sachen heraus, die er benötigte. Er war schon fast aus der Tür heraus, als er Yuri leise fragen hörte: „Glaubst du wirklich, dass mit meinem Knie wieder alles in Ordnung kommen wird?“ Ohne nachzudenken ließ Otabek Decke und Kleidungsstücke fallen und setzte sich auf die Kante des Bettes. Etwas unsicher legte er seine Hand auf die schmale Schulter von Yuri. „Ja, das glaube ich. Ich glaube fest daran“, sagte er leise. Langsam drehte sich Yuri zu ihm um. Otabek sah die geröteten Augen und konnte nicht anders, als Yuri zu sich in die Arme zu ziehen. „Du bist jung, dein Körper kann Verletzungen noch einfach wegstecken. Du wirst sehen, du kommst stärker und besser zurück, als zuvor“, sprach er leise aber eindringlich gegen Yuris Schulter.

Das Beben gegen seinen Körper war langsam schwächer geworden, als sich Otabek ein Herz fasste. „Ich unterstütze dich, Yuri. Du musst das nicht alleine durchmachen. Ich bin bei dir, ich bin immer an deiner Seite“, flüsterte er leise und liebevoll. Als sich Hände gegen seine Brust drückten und sie auseinander zwangen, bereute es Otabek schon. Doch die großen Augen, die ihn anblickten, zeigten keine der befürchteten Emotionen. Ermutigt legte Otabek seine Hände an Yuris Gesicht. „Ich liebe dich Yuri. Seit dem Moment, in dem ich dich vor 5 Jahren gesehen habe, gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich weiß, dass es erbärmlich und sicher beängstigend für dich ist, aber...“, er wurde von Yuris Lippen auf seinen unterbrochen. Erst starrte er mit aufgerissenen Augen in Yuris Gesicht, doch als er endlich begriff, was gerade mit ihm passierte, schloss er die Augen schnell und erwiderte seufzend den Kuss. Er gab sich vollkommen dem Gefühl hin, das er sich so lange Zeit ausgemalt hatte. Die Fantasie konnte doch nie an das Original herankommen.

Langsam vertiefte sich der Kuss, wurde hektischer. Wandelte sich von unschuldig zu verlangend. Ihre Zungen tanzten, spielten miteinander, während ihr Atem schneller ging. Widerwillig löste sich Otabek von Yuri und hielt ihn mit seinen Händen ein wenig auf Abstand. „Wir sollten hier aufhören, sonst kann ich für nichts garantieren“, gestand er heiser. „Vielleicht möchte ich genau das?“, fragte Yuri, in seinem Ton lag ein Hauch von Herausforderung. Otabek schüttelte den Kopf. „Ich möchte deine Situation nicht ausnutzen. Ich möchte nicht, dass du das morgen bereust“, gab er kleinlaut zu bedenken. „Ja, ich hab keine Erfahrung mit so etwas. Aber ich weiß, wann ich etwas will und wann nicht. Bitte, Beka. Ich will spüren, dass das nicht nur ein Traum ist“, er sah ihm ernst in die Augen. Bei der Verwendung von der Koseform seines Namens schlug sein Herz noch eine Spur schneller. „Wie soll ich dagegen ankommen? Ich könnte dich zwicken, dann merkst du auch, ob es ein Traum ist oder nicht“, bot er matt an, wusste aber schon vorher, dass er verloren hatte. Yuri schnaubte nur durch die Nase, schlang dann die Arme um Otabeks Nacken und zog ihn mit sich hinunter aufs Bett.

Otabek warf nun alle Zweifel über Bord. Jahrelang hatte er sich nach Yuri gesehnt und nun, wo sie küssend im Bett lagen und er ihm unmissverständlich klar gemacht hatte, dass er ihn wollte, warum sollte er sich dann zieren? So oft hatte er von genau so einem Moment geträumt. Sollte er das mit falschen Zweifeln kaputt machen, wenn sich Yuri selbst so sicher zu sein schien? Langsam schob er eine Hand unter das zu weite T-Shirt, fuhr sanft über Yuris Brust und Bauchmuskeln. Yuri tat es ihm gleich, nur war er wesentlich ungeduldiger und löste sich aus ihrem Kuss, um zu versuchen, Otabek das T-Shirt abzustreifen. „Du hast es ganz schön eilig“, scherzte Otabek, als er sich aufrichtete, um das Shirt selbst auszuziehen. Er spürte tastende Finger auf seinem Bauch, wie in Zeitlupe fuhren die über seine Brust und dann ebenso langsam seine Seiten hinunter zu seinem Hosenbund. Doch bevor sie seine Jeans öffnen konnten, legte Otabek eine Hand darauf. „Letzte Chance, Yurochka. Sag einfach, wenn es dir zu schnell geht“, krächzte er heiser und blickte dabei fest in Yuris Augen. Er lächelte matt. „Mein Opa nennt mich auch immer so“, sagte er und schob mit einer Hand Otabeks Hand auf seiner eigenen weg.

„Oh, wenn es dir unangenehm ist...“, erst durch den kleinen Ruck spürte er, dass Yuri ihm die Hose weiter nach unten gezogen hatte. „Nein, ich mag es, wenn du mich so nennst“, lächelte Yuri mit leichter Röte im Gesicht, bevor er Otabek wieder zu sich runterzog. Otabek ließ sich wieder auf den Kuss ein und beschloss, nun endlich selbst Initiative zu zeigen. Yuri hatte ihn ein wenig kalt erwischt, doch nun war er am Zug. Er fing sein Gewicht mit einem Arm ab und fummelte ein wenig herum, bis er endlich seine Jeans ausgezogen hatte. Dann zog er, ohne den Kuss zu unterbrechen, Yuri in eine sitzende Position hoch und zog ihm das T-Shirt aus. Sofort als er den Stoff über den Kopf gezogen hatte, küsste er ihn wieder leidenschaftlich. Seine eigene Erregung machte ihn langsam ungeduldig, doch er wollte sich für Yuri zusammenreißen. Er schob ihn wieder auf die Matratze zurück und küsste langsam seinen Oberkörper entlang zum Bund der Jogginghose, die er trug.

Mit ungeschickten Händen löste er das Band, welches die zu große Hose an der Hüfte hielt. Nach zwei Anläufen konnte er endlich die Hose abstreifen. Otabek verschenkte auch keine Zeit und zog ihm gleichzeitig die Unterwäsche mit aus. Ein Ruck ging durch Yuri, der dafür sorgte, dass Otabek sich Gedanken machte, ob er zu weit gegangen war. Besorgt blickte er die Länge von Yuris Körper hinauf. „Wir können jederzeit aufhören, Yurochka. Du musst es nur sagen. Keine falsche Scheu, das ist etwas Wichtiges und ich möchte nicht, dass du es bereust“, sagte er noch einmal eindringlich. „Dummkopf“, keuchte Yuri ohne ihn anzuschauen. „Sieht es etwa so aus, als wollte ich es nicht?“ Dem musste Otabek mit einem kleinen Schmunzeln zustimmen. Yuris Glied bettelte praktisch um seine Aufmerksamkeit. Behutsam, um den anderen nicht zu erschrecken, näherte er sich seiner Erektion, leckte die Länge hinauf und beobachtete Yuris Gesichtsausdruck dabei genau. Er war hochrot, doch so etwas wie Missfallen oder Angst konnte er nicht ausmachen.

In dieser Weise ermutigt, nahm Otabek Yuris Penis in den Mund. Saugte und fuhr mit seiner Zunge die Ader entlang der Unterseite nach. Erschrocken sog Yuri die Luft ein, gefolgt von einem tiefen Stöhnen. Seine Finger vergruben sich in die schwarzen Haare von Otabek, während dieser ihn weiter in den Mund nahm, saugte und mit einer Hand anfing, Yuris Hoden zu massieren. Er kostete den Moment aus und zog ihn so weit in die Länge, wie er konnte, doch seine eigene Erektion schmerzte gegen den Stoff seiner Boxerbriefs, sodass er sich widerwillig von Yuri löste, um sich aufzurichten und in seiner Nachttischschublade nach Gleitgel und Kondomen zu suchen. Dabei hielt er inne und schaute auf Yuri hinunter. Wie sollten sie...? Immerhin schien es Yuris erstes Mal zu sein. Er hielt ihm vielsagend das Kondom hin. „Möchtest du...?“, er sprach es nicht aus, denn er wollte Yuri nicht noch mehr in Verlegenheit bringen.

Doch Yuri schüttelte den Kopf. „Du“, brachte er heiser hervor. „Sicher?“, Otabek runzelte die Stirn. „Ich möchte nichts falsch machen“, gestand er mit hochrotem Kopf und wandte die Augen ab. Nur mit Mühe und Not unterdrückte Otabek ein Lachen. „Dabei gibt es kein falsch machen. Ich helfe dir“, bot er an, knabberte an Yuris Ohrläppchen und küsste dann seinen Hals hinunter. „Verdammte Scheiße, steck ihn endlich rein!“, platzte es aus Yuri heraus. Sofort weiteten sich seine Augen vor Schreck und er schlug sich eine Hand vor den Mund. Nun musste Otabek doch ein wenig lachen. „Du bist aber echt ungeduldig. Und so einfach ist es dann doch nicht“, sagte er, bevor er wieder seinen Körper hinunterküsste, an den Brustwarzen Halt machte und beide mit Hand und Mund zu liebkosen. Währenddessen öffnete er mit der freien Hand den Verschluss des Gleitgels und benetzte seine Finger. Er umkreiste den Schließmuskeln federleicht und behutsam. „Du kannst mich jederzeit aufhalten, denk daran, Yurochka. Ein Wort genügt“, versicherte er ihm noch einmal und blickte ihm fest in die Augen.

Die blau-grünen Augen waren lustverhangen und die Pupillen geweitet. Er nickte mit seinem hochroten Kopf, sodass Otabek langsam Druck mit seinem Finger ausübte. Er nahm sich Zeit, viel Zeit. Küsste über Yuris Körper, während er ihn vorbereitete. Wanderte hinunter, als er den zweiten Finger dazu nahm und nahm wieder sein Glied in den Mund, um ihn vom Schmerz abzulenken, den er ihm eventuell bereiten würde. Doch Yuri schlug sich wacker. Nur selten war in seinem Gesicht oder an seinem Körper ein Zucken auszumachen und langsam wich Otabeks Sorge und wurde von Verlangen abgelöst. Jede Faser seines Körpers sehnte sich nach Yuri. Noch nie in seinem Leben hatte er etwas so sehr haben wollen.

Als er sich sicher war, dass Yuri genug vorbereitet war, richtete er sich auf, riss die Packung des Kondoms auf und streifte es sich über. Dabei fiel sein Blick wieder auf Yuri, wie er vor ihm auf dem Bett lag. Erregt durch seine Taten, bereit nur für ihn. Er lachte leise und schüttelte fassungslos mit dem Kopf. „Bastard! Machst du dich etwa lustig über mich?!“, Yuri richtete sich auf und griff nach der Decke neben sich, doch Otabek legte seine Hand auf Yuris und schüttelte wieder den Kopf. „Nein. Ich dachte mir nur gerade, was für ein glücklicher Bastard ich bin“, grinste er schief und drückte Yuri mit dem Gewicht seines Körpers nach unten. Behutsam positionierte er Yuris verletztes Bein an seine Seite und legte es stützend auf sein eigenes Knie ab. „Sag sofort Bescheid, wenn das Bein wehtut“, forderte er ihn auf und lehnte sich zu seinem Ohr hinunter, um hinein zuflüstern: „Es gibt jede Menge andere Positionen, die wir ausprobieren können, falls die hier weh tut.“

Mit ein wenig Genugtuung bemerkte er, wie sich die Röte in Yuris Gesicht weiter intensivierte und führte sein Glied zu Yuris Öffnung. Langsam drang er in ihn ein, beobachtete dabei jede Bewegung in seinem Gesicht, während er ihn küsste. Otabek war kein Fan von Küssen mit offenen Augen, aber er hatte den Verdacht, dass Yuri aus falschem Stolz nichts sagen könnte. Sobald er das Gefühl hatte, ihm schmerzen zu bereiten, küsste er ihn leidenschaftlicher, spielte mit seiner Zunge oder knabberte an seiner Unterlippe. Dabei war Otabek selbst am Rande der Verzweiflung, denn endlich war er am Ziel seiner Träume und konnte nur Zentimeter für nervenaufreibenden Zentimeter in ihm versinken. Als er endlich vollständig in Yuri versunken war, studierte er aufmerksam sein Gesicht. „Alles in Ordnung?“, fragte er heiser. Yuri nickte nur, doch da sich Otabek nicht weiter bewegte, schien er sich gezwungen hinterherzuschieben: „Fühlt sich komisch an, aber nicht unangenehm.“

Ein breites Grinsen breitete sich auf Otabeks Gesicht aus. „Dann wollen wir mal dafür sorgen, dass es sich gut anfühlt, nicht nur komisch“, flüsterte er ihm ins Ohr und begann sich, langsam zu bewegen. Erst experimentell, forschend mit festem Blick auf Yuri. Doch als dieser nach ein paar Stößen noch immer kein Anzeichen von Schmerz zeigte, fiel Otabeks Willenskraft nur so in sich zusammen. Er richtete sich etwas auf, um seinen Winkel ein wenig zu ändern, auf der Suche nach dem süßen Punkt, der Yuri in Ekstase versetzen würde. Als Yuri seine Augen aufriss, laut stöhnte und seinen Rücken ihm entgegen wölbte grinste Otabek triumphal. Er hob Yuris Beine ein wenig an, um den Wucht der Stöße abzumildern und beschleunigte unter dem Keuchen und Stöhnen von Yuri das Tempo. Es war niedlich, wie er sich an Otabeks Schultern klammerte und mit den Fingernägeln Striemen in seine Haut kratzte. Otabek hätte sich für immer in diesen Moment verlieren können.

Doch er spürte, wie sich Yuris Wände um seinen Penis zusammenzogen und er immer atemloser keuchte. Da er selbst nicht mehr lange durchhalten konnte, umfasste er Yuris Glied und pumpte im Rhythmus seiner Stöße. Es dauerte nicht lange, bis ein heiseres Keuchen erklang, das Otabek mit seinem Mund dämpfte. Nur wenige Stöße später kam auch er, stöhnte heiß in Yuris Mund, während ihre Zungen sich gegeneinander drückten. Gemeinsam kosteten sie die Wellen ihres Höhepunktes aus. Yuris Arme umschlangen ihn dabei fest, während Otabek genießerisch die Augen schloss. Ihm wurde klar, dass Yuri nicht der Einzige war, dem klar gemacht werden musste, dass das kein Traum war. Mit einem seligen Lächeln küsste er Yuris Hals. „Yurochka, wie fühlst du dich?“, murmelte er leise, unwillig den Zauber des Moments zu brechen. „Müde, aber... gut“, seufzte er und man konnte die Zufriedenheit in seiner Stimme hören. Otabek war erstaunt, er blickte auf und presste ihm einen Kuss auf die Stirn. „Du bist unglaublich, Yurochka“, sagte er liebevoll und erntete ein schiefes, müdes Grinsen.

Widerwillig löste er sich von Yuri. „Ich geh mich mal sauber machen. Bleib ruhig liegen, ich bringe dir Wasser und Tücher“, bot er an, doch als Yuri anstalten machte, aufzustehen, drückte er ihn sanft zurück auf die Matratze. „Bitte. Schon dein Bein. Wenn du dir noch was tust, weil du wackelig auf den Beinen bist, mache ich mir ein Leben lang Vorwürfe“, flehte er schon fast. Tatsächlich gehorchte Yuri, sehr zur Verwunderung von Otabek. Eine Abfolge von Emotionen traten in Yuris Gesicht, doch waren so schnell wieder verschwunden, dass Otabek sie kaum alle deuten konnte. Dankbarkeit? Freude? Vielleicht auch ein bisschen Missmut, weil er sich umsorgen lassen soll? Otabek beugte sich kurz hinunter und küsste ihn noch einmal, bevor er aufstand und ins Badezimmer verschwand. Als er kurz darauf zurückkehrte, war Yuri bereits eingeschlafen. „Hey, du kannst noch nicht einpennen“, seufzte Otabek, während er sanft mit dem warmen Waschlappen die weiße Flüssigkeit von Yuris Bauch wusch. Dann wendete er den Waschlappen und wusch auch die restlichen Stellen sauber.

Noch einmal küsste er liebevoll Yuris Stirn und deckte ihn dann ordentlich zu. Kopfschüttelnd stellte er sich auf und ging in Richtung Tür. „Wo willst du hin?“, hörte er verschlafen eine Stimme in seinem Rücken. „Aufs Sofa, schlafen?“, bot er an. „Warum?“, Yuri richtete sich auf. „Weil du eingeschlafen bist, bevor ich dein Einverständnis erfragen konnte, dass wir uns das Bett teilen“, Otabek zuckte mit den Achseln, als sei es das normalste der Welt. „Nach dem wir...?“, fragte Yuri fassungslos. „Ich will dich nicht überfordern, verängstigen oder drängen“, gestand Otabek. „Wenn überhaupt würde ich mich komisch fühlen, wenn du heute Nacht auf der Couch schläfst, Idiot“, stellte Yuri barsch fest. Na, das war der Yuri, wie er leibt und lebt, dachte Otabek grinsend und kroch zu Yuri ins Bett. Er zog ihn fest an sich und küsste seinen Scheitel. „Das lasse ich mir nicht zwei Mal sagen. Gute Nacht, mein Yurochka“, seufzte er zufrieden in die Haare. „Gute Nacht, Beka“, murmelte Yuri verlegen gegen seine Brust.



Otabek wurde von Geräuschen wach, die normalerweise nicht da sein sollten. Einbrecher? Übermüdet öffnete er ein Auge und blinzelte. Yuri! Sofort fiel ihm alles wieder ein und er saß aufrecht im Bett und blickte sich hektisch um. Die Schlafzimmertür stand einen Spalt offen, die Decke sowie Kleidungsstücke von letzter Nacht lagen noch auf dem Boden und Schritte auf dem Parkett im Wohnbereich waren deutlich zu hören. Otabek sprang panisch aus dem Bett und riss die Tür auf. Yuri saß in seinen Klamotten vor der Eingangstür und wollte gerade seine Schuhe anziehen. „Wo willst du ihn“, fragte Otabek mit belegter, fassungsloser Stimme. „Wo soll ich denn schon hin?“, fragte Yuri mürrisch. „Was...?“, Otabeks Stimme versagte nun völlig. Hatte er nur mit ihm gespielt? Erst jetzt fiel ihm auf, dass er ihm nie gesagt hatte, was er für ihn empfand. Die Erkenntnis stach schmerzhaft in seiner Brust und seine Beine drohten nachzugeben.

Yuri hingegen funkelte ihn böse an und trat auf ihn zu. „Du bist so ein vertrottelter Nichtsblicker, weißt du das?“, Otabek ließ die Schimpftirade mit hängendem Kopf über sich ergehen, während er hörte, wie Yuri näher kam. „Deine Gedanken stehen dir auf die Stirn geschrieben. Ich gehe zur Reha! Wo soll ich den schon hin, du Idiot?!“ Bei dem Wort schoss Otabeks Kopf hinauf und blickte nun direkt in Yuris Gesicht. Blitzschnell zog er ihn an sich, das Material von Yuris Jacke kalt gegen seinen nackten Körper. „Du kommst wieder?“, fragte Otabek. „Natürlich, Dummkopf. Ich hab mir schon den Ersatzschüssel aus dem Schlüsselkorb geklaut“, grinste er breit und wedelte mit dem Schüssel vor seiner Nase herum, als er sich ein wenig aus der Umarmung gelöst hatte. „Jetzt muss ich aber echt los“, sagte er, drückte dem sprachlosen Otabek noch einen Kuss auf die Lippen und verschwand dann durch die Tür.

Otabek blieb perplex zurück. Erst schüttelte er den Kopf, während er versuchte, den letzten Abend und den Morgen zu verarbeiten. Dann ließ er sich auf den Boden fallen, streckte alle Viere von sich und konnte nicht anders, als lauthals vor Glück loszulachen. Er musste sich definitiv für heute Abend etwas Gutes einfallen lassen, beschloss er mit einem fröhlichen Grinsen im Gesicht.
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