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Erscheinungen

von TashaAlex
GeschichteMystery / P12 / Gen
18.01.2018
24.01.2018
3
6.670
 
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20.01.2018 1.700
 
Lindsay begab sich in den Raum von Lucy. Er lag im Obergeschoss am Ende des Flurs. Die Kleine schaute nur kurz auf, als Donner eintrat. Dann beschäftigte sie sich wieder mit ihrer Barbie. So hatte Lindsay genug Zeit sich im Zimmer des Mädchens umzusehen. Es war sehr sauber und mit diversen Spielsachen ausgestattet. Alles, was sich ein kleines Mädchenherz wünschte, war vorhanden. Aber was wünscht sich ein Kind, das seine Mama verloren hat? Lindsay wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihr Blick auf einen braungefleckten Teddy fiel, der im Regal saß. Sie griff nach dem Plüschtier und ging zu Lucy, die immer noch auf dem Boden saß.
"Das ist eine schöne Puppe" urteilte Donner über die Barbie von Lucy. Das Mädchen sah zu Donner und ihre Augen leuchteten. "Die hab ich zu Weihnachten bekommen" erklärte Lucy. "Ich wollte die Puppe schon haben, als Mama noch..." Lucy beendete den Satz nicht und begann die Haare ihrer Barbie zu bürsten. Lindsay gelang es Lucys Aufmerksamkeit wieder zu gelangen, in dem sie dem Kind den Teddy zeigte, den sie immer noch in der Hand hielt. "Mika" kreischte Lucy vergnügt und drückte das Plüschtier liebevoll an sich. Lindsay setzte sich neben Lucy und freute sich, dass diese ihre Nähe nicht ablehnte. Das Mädchen ließ Donner sogar wissen, das Mika ihr liebstes Plüschtier ist. Sie hatte den Bären vor ein paar Jahren von ihrer Mama bekommen.
"Er sieht ein bisschen wie der Teddy aus, den ich als Kind so liebte" stellte Donner fest. Natürlich wollte Lucy weitere Einzelheiten erfahren. "Wie hieß dein Teddy denn?" Lindsay merkte, wie sich ein Kloß in ihrem Hals bildete, der eine Antwort erschwerte. So konnte sie seinen Namen nur noch flüstern. "Andy".
Einen kurzen Moment saßen Beide nur da, als Lucy fragte "Bist du auch Wissenschaftlerin? Du bist hübsch" Lindsay freute sich über das Kompliment. "Danke, du bist auch sehr süß". Donners Aussage war keinesfalls übertrieben. Das kleine Mädchen sah mit ihren langen, blonden Haaren, der Stupsnase und den leichten Sommersprossen sehr niedlich aus.
"Willst du mir von deiner Mama erzählen?" fragte Lindsay und griff nach Lucys Hand. Das Mädchen zögerte einen Moment, bevor es zu reden begann. "Mama war so toll. Sie hat alles für mich getan. Sie hat mich getröstet, wenn ich traurig war, und mich gedrückt, wenn es mir nicht gut ging. Und sie konnte so gut kochen. Kurz bevor sie gestorben ist, wollte sie mir noch die Pilze zeigen, die sie im Wald gefunden hat." Lucy schluckte. Donner musste ihr nicht ins Gesicht sehen, um zu wissen, dass die Kleine weinte. Sie drückte Lucys Hand noch mehr, auch wenn sie wusste, dass sie das Kind momentan nicht trösten konnte. Es dauerte eine Weile, bis das Mädchen sich wieder gefangen hatte. Donner wich ihr nicht von der Seite. "Weißt du wie es ist jemanden zu verlieren, den man so lieb hat?" fragte Lucy. Sie griff nach dem Bild ihrer Mama, dass auf dem Schreibtisch stand. Und auch wenn Lindsay die Frage nur leise bejahte, verstand Lucy sie trotzdem. Die Neugier des Mädchens war geweckt. "Ist deine Mama auch gestorben?" Leicht geschockt von Lucys direkter Frage war Lindsay überglücklich, dass sie dies mit einem Nein beantworten konnte. Sie sah Lucys interessierten Blick.
Es widerstrebte Lindsay weitere Einzelheiten zu nennen. Aber sie wusste, dass sie das Vertrauen des Mädchens gewonnen hatte und wollte es nicht mehr verlieren. Nach einem kurzen zögern griff sie nach ihrem Portemonnaie und holte das einzige Foto raus, das sich darin befand. Es war ein attraktiver, dunkelhaariger Mann abgebildet. Donner zeigte Lucy das Foto, die gespannt den weiteren Worten von Lindsay lauschte.
"Er war einer meiner besten Freunde". Vielleicht sogar ein bisschen mehr, gestand sich Lindsay ein, behielt dies jedoch für sich. "Er ist vor mehr als zwei Jahren bei einem Einsatz gestorben." Lucy wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Tut es irgendwann nicht mehr so weh?" wollte die Kleine wissen. Lindsay wusste nicht was sie antworten sollte. Sie spürte, wie nun auch Tränen in ihre Augen stiegen.
Nach einer Weile verließ Donner den Raum. Lucy lag friedlich auf ihrem Bett und war am einschlafen. Kurz fiel Lindsays Blick auf den Spiegel, der direkt gegenüber Lucys Zimmer hing. Was war das? Donner konnte eine Gestalt erkennen, die hinter ihr stand. Donners Herz schlug höher, als sie die Person im Spiegel erkannte. Aber wie konnte das sein? Donner schloss die Augen und versuchte ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Als sie erneut in den Spiegel sah, war nur noch ihr Bild zu sehen.

Es war bereits um Mitternacht, aber Amy und James saßen noch zusammen im Wohnzimmer und unterhielten sich. James mochte die Gespräche mit seiner Schwester. Er konnte ihr schon immer alles erzählen. So war sie es auch, bei der James nach dem Tod seiner Frau sofort Hilfe suchte. Amys Mann war öfter auf Geschäftsreise und so hatte sie viel Zeit ihrem Bruder während der schwersten Zeit seines Lebens zur Seite zu stehen.
Währenddessen waren Claire und Matt zusammen im mobilen Labor und überwachten die Körperwerte der Hausinsassen. Auch sie unterhielten sich. Beide verstanden sich gut. Claire war eine der wenigen, die auch über Matts flachsten Witze lachen konnte. Sie mochte es, dass dieser auch bei schwierigen Fällen nicht seinen Humor verlor.
Lindsay, Anton und Peter schliefen bereits.
"Lindsay, Lindsay" Donner wurde durch eine Stimme aus dem Schlaf geweckt. Sie kannte die Stimme gut. Womöglich hatte sie geträumt. Doch auch als sie hellwach auf ihrer Liege saß, hörte sie die Stimme immer noch. Sie sah sich im Raum um und als sie die Person sah, die nach ihr rief, lief es ihr eiskalt den Rücken runter. Sie konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen. "Conner" flüsterte Lindsay mit brüchiger Stimme. Donner wollte aufstehen und die Person berühren, die in der Ecke stand und sie ansah - fühlen, ob er wirklich da wa. Aber ihre wackeligen Beine ließen es nicht zu aufzustehen. Sie wusste nicht, wie lange sie die Person einfach nur anstarrte. Der Mann hatte die gleichen dunklen Haare und die wunderschönen grauen Augen, wie ihr Freund, den sie so lange jeden Tag schmerzlich vermisste. Und er strahlte diese Wärme aus, die ihr stets dieses unheimlich starke Gefühl von Sicherheit gab.
Plötzlich wurde die Tür ihres Raumes aufgerissen und die Gestalt verschwand. Nach einem Moment hatte sich Lindsay wieder gefangen und verstand warum Claire und Matt so aufgebracht hereinstürzten.
Die Werte von Lucy waren deutlich erhöht und ließen darauf schließen, dass irgendetwas außergewöhnliches im Zimmer des Mädchens passierte.
Im gleichen Moment hörte James im Inneren seines Hauses seine Tochter reden. Er rannte zusammen mit Amy blitzschnell in das Zimmer von Lucy. Was sie dort zu sehen bekamen, ließ ihn das Blut in den Adern gefrieren. Eine Gestalt saß auf dem Bett von Lucy und hielt das Kind im Arm. Sie hatte blonde, lange Haare und die Locken hingen in ihr schönes Gesicht. James und Amy erkannte sie sofort. Lisa!
Amy und James hörten, wie Lisa ihrer Tochter liebevolle Worte ins Ohr flüsterte. Selbst waren sie unfähig sich zu bewegen.
Als die vernahmen, wie die Haustür aufgerissen wurde und jemand eilig die Treppen herauf lief, begann sich die Gestalt aufzulösen. Und als Matt, Lindsay und Claire am Ort des Geschehens ankamen, war die Gestalt bereits verschwunden.

Amy wälzte sich auf der Wohnzimmercouch. Seit dem Ereignis zitterte sie am ganzen Körper. Peter hatte sich neben Amy gesetzt und versuchte sie zu beruhigen. In der Küche stand James zusammen mit Anton und Claire  und versuchte seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Matt untersuchte derweil das Haus mit den elektrischen Geräten, um irgendwelche abweichende Werte zu ermitteln.
Einzig Lucy, die sich mit Lindsay in ihrem Zimmer aufhielt, schien nicht beunruhigt. "Lucy, weißt du was gerade passiert ist?" fragte Donner und legte ihren Arm um das Mädchen. Es überraschte Lindsay, dass Lucy so ruhig wirkte. Donner erlebte schon einige Menschen, die von Geistererscheinungen berichteten oder paranormale Erfahrungen machten. Fast alle von ihnen gerieten sofort in Panik, vor allem, wenn es so junge Menschen waren.
"Mama ist wieder da" antwortete Lucy und ihre Augen leuchteten vor Glück. Donner wusste, dass die Rückkehr von Lisa Mason unmöglich war, aber sie hatte keinesfalls vor die Illusion des Mädchens zu zerstören. Noch nicht! "Warum glaubst du, dass deine Mama zurück gekommen ist?" wollte Lindsay wissen. "Weil sie gesagt hat, dass sie immer für mich da ist." Mit diesen Worten drückte Lucy ihren Teddy an sich und nach einer kurzen Weile war sie mit einem Lächeln im Gesicht eingeschlafen.

Am nächsten morgen saßen Amy und James zusammen mit Matt am Esstisch. "Ich weiß, dass es verrückt klingt, aber das war Lisa" Mr. Mason waren die zweifelnden Blicke von Praeger nicht entgangen, als er die gestrigen Erlebnisse schilderte. James fühlte diverse Emotionen in sich aufsteigen und entschied manchen davon freien Lauf zu lassen.
"Sie haben uns verkabelt und das ganze Haus überwacht und trotzdem wollen sie nichts entdeckt haben" sagte James wütend zu Matt.
"Unsere Geräte haben nichts aufgezeichnet" antwortete Matt. Ihm war die Anspannung in Mr. Masons Stimme nicht entgangen. Deshalb versuchte er seine weiteren Worte weise zu wählen. "Dr. Davison ist noch dabei die Bänder auszuwerten. Wenn da was war, dann finden wir es". Praegers Versuch scheiterte jedoch. "Glauben sie, dass wir lügen?" sagte James aufgebracht. Und auch wenn Praeger den Vorwurf verneinte, konnte er James nicht mehr beruhigen. "Wenn sie glauben, dass wir lügen, dann können sie auch gehen." Nun mischte auch Amy sich ein. Im Gegensatz zu den Gefühlen ihres Bruders, herrschte bei ihr vor allem die Angst. Sie sah James mit einem flehenden Blick an. Amy hoffte immer noch, dass das OSIR eine Erklärung für die Ereignisse im Haus finden würde. "Bitte James, sie wollen uns helfen." Amys Worte veranlassten Mr. Mason seine Schwester in den Arm zu nehmen und fest an sich zu drücken. Dann wandte er sich wieder an Praeger.
"Trotzdem, ich will das sie morgen verschwinden."
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