Irish Tarock

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
16.01.2018
24.02.2018
12
19664
3
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Ja - fast vergessen - aber eben nur FAST. Wir haben noch 15 Zeit... dann ist erst Samstag :-D
Jo - Zelda freut sich... haben einfach mal so alles eingebaut, was uns so eingefallen ist, was uns so ein wenig gefällt. Und weil Steffi CH schon auch so typisch Mädchen ist mit Pferden, muss ihre Figur (Zelda ist hauptsächlich ihre; zusammen mit Dean) eben auch Pferde mögen.

....


Der nächste Tag brachte für Zelda und Charly wieder einige Neuerungen! Kurz nach dem Frühstück, dass wie durch Zauberhand da stand – und wie sie später erfuhren von dem schwangeren Dienstmädchen Elisa als Begrüßung gerichtet worden war – ging es zur restlichen Besichtigung von Dean’s Anwesen. Zwischen Zelda und Dean herrschte unterkühlte Stimmung, doch er ließ es sich trotzdem nicht nehmen das kleine Highlight seines Hauses vorzustellen.

Hinter dem Haus war tatsächlich ein Stall und Dean hatte dort einige Pferde, die gerade von einem jüngeren Mann auf die Koppel geführt wurden. Zelda’s Augen begannen zu strahlen!

Charly hielt sich eher zurück und besah sich die Landschaft und die Gartenanlage, das war mehr ihr Fachgebiet… Immerhin war sie Floristin, da sah ihr Fachblick gleich einige Verbesserungen, die man definitiv mit ein paar wenigen Handgriffen vornehmen konnte.

Arn stupste sie an und meinte „Komm schon lila Monster! Dean will dich auch dem Stallknecht vorstellen!“
Böse funkelte die Angesprochene ihren Gegenüber an „Wie hast du mich genannt? Du Anabolika-Grinch!“
Arn grinste und schob das lila Monster weiter zu den Stallungen.

„Zelda? Charly? Darf ich euch Tomás vorstellen? Er kümmert sich hier um die Pferde und die anderen Kleintiere auf dem Hof. Er ist der Verlobte von Elisa unserer werdenden Mutter!“
Charly flüsterte Richtung Dean „Müssen wir mit ihm Englisch reden?“ jedoch antwortete Tomás für Dean „Nein, das müsst ihr nicht!“ verdutzt sah Charly den jungen Mann an, während Arn und Dean sich vor Lachen beinahe kringelten.
„Hi ihr zwei! Freut mich euch hier auf dem Anwesen begrüßen zu dürfen!“ setzte der Stallbursche seine Begrüßung fort.

„Wie kommt es, dass du so gut Deutsch kannst, wenn du doch einen irischen Namen hast?“ platzte Charly wieder raus.
„Nun! Ich hab einige Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet. Da lernt man das halt! So, jetzt aber entschuldigt mich, ich muss noch zwei von unseren Oldies aufs Feld bringen!“

Zelda schloss sich dem Mann ungefragt an und half ihm beim Stall ausmisten. Für sie war diese Arbeit manchmal mehr Entspannung, als eine Sauna.

Charly hingegen hatte beschlossen einige Runden im Swimmingpool zu schwimmen und begab sich deshalb in Dean’s Erholungstempel. Kaum hatte sie zwei Bahnen geschwommen, als Arn neben dem Schwimmbecken auftauchte
„Na, dass du gerne schwimmst glaub ich sofort…“ grinste er sie böse an.
Prustend kam Charly am Beckenende direkt vor Arn an den Rand geschwommen und fragte erstaunt „Was genau meinst du? Was machst du überhaupt hier?“

„Naja… Fett schwimmt doch oben, oder? Außerdem ist da kein "Betreten Verboten" Schild vor der Türe, oder?“
Charly schnappte nach Luft „Was genau ist eigentlich dein Problem mit mir? Was hab ich dir getan, dass du immer so ein Arsch zu mir bist? Du bist doch selbst kein bisschen Perfekt!“
Verwundert sah der große Mann auf die Frau vor ihm und fragte „Was genau meinst du?“
Die Frau mit den lila Haaren zischte ihm zu „Glaubst du etwa, ich hätte deine Narben nicht gesehen? Oh doch! Und glaub mir, hübsch ist das jetzt echt auch nicht! Auch wenn deine Tattoos davon ablenken, die Narben entstellen dich mehr als mich mein Übergewicht. Ich hab jedoch genug Anstand nicht bei jedem zweiten Satz auf dein Handicap hinzuweisen.“
Sie warf ihm einen letzten bösen Blick zu und tauchte dann unter um einige Meter von ihm entfernt wieder aufzutauchen und ihre Runden schwimmen zu können.

Arn hatte mit verwirrtem Blick den Raum verlassen, während Charly an das Geschehen im Hotel zurück dachte, als er nur im Handtuch bekleidet aus dem Bad gestürzt war um seine Kleider zu holen.
Große Teile seines Rückens und seiner rechten Schulter waren komplett vernarbt gewesen. Er hatte zwar versucht mit großflächigen Tattoos von dem Anblick abzulenken, doch die Narben waren so schlimm, dass er diese wohl nie verdecken könnte. Kurz schüttelte es Charly innerlich. Was er wohl erlebt haben musste? Das sah grauenhaft aus. So, als wäre seine Haut verlaufen, wie bei einer Wachsfigur und falsch wieder zusammen modelliert worden. Diese Schmerzen, wenn einem so etwas zustieß, die vergaß man bestimmt nie wieder… Doch das gab ihm bei weitem nicht das Recht sich aufzuführen wie der aller größte Arsch! Schnell versuchte sie die Gedanken zu verdrängen um das Schwimmbecken voll auszukosten.

In den Stallungen waren Zelda und Tom gerade damit fertig die letzte Box sauber zu machen
„Vielen Dank für deine Hilfe.“ Lächelte der deutschsprechende Ire sie an.
„Das mach ich gerne.“
„Hab ich gemerkt.“
„Kümmerst du dich hier eigentlich ganz alleine immer um alles?“
„Ja. Wie du vielleicht merkst, sind es ja nicht sehr viele Tiere hier. Daher eigentlich gut für eine Person zu schaffen.“
„Und wenn du in den Urlaub willst oder krank bist.“
„Da haben wir noch jemanden in der Hinterhand. Dean hat mit einem Stall in der Nähe noch einen Vertrag abgeschlossen, dass wenn ich verhindert bin und er selbst nicht da ist, dass dann noch jemand kommt und hier aushilft. Und Elisa kümmert sich ein wenig um das Haus und den Garten, dass wenn er kommt, alles in Ordnung ist. Zumindest bisher. Mal schauen, wie das jetzt in der Mutterschaft weitergeht. Wir wohnen zwar hier gleich im angrenzenden Haus – aber, wenn dann die Kleine da ist….“
„Verstehe.“
Reitest du eigentlich?“
„Meine Eltern haben mir früher ein paar Stunden finanziert. Heute kann ich es mir leider kaum noch leisten und reite nur, wenn sich eine Gelegenheit ergibt.“ Erklärte sie ihm.
„Hm. Verstehe. Reiten und Pferde sind halt leider schon ein teures Hobby.“ sinnierte Tom vor sich hin und machte sich daran, seine Arbeitswerkzeuge zu verräumen. Zelda deutete auf zwei weitere Boxen hin. „Was ist mit denen?“
„Die sind leer.“ Er nickte in Richtung der hinteren Box in der Ecke. „Tabea mussten wir vor 3 Monaten gehen lassen.“
„Das tut mir leid.“
„Ja – tat mir auch sehr leid. Sie war ein tolles Pferd. Und eine sehr liebevolle Stute und eine super Ersatzmutter selbst in ihrem hohen Alter. Dean hatte mir ihr wirklich sehr viel Glück gehabt.“
Zelda blickte noch ein wenig gedankenverloren in Richtung des Einstandes. „Er reitet richtig?“
„Ja. Sehr gut sogar.“
„Aber keines der Pferde da draußen kann man noch reiten?“
„Richtig.“
„Aber wieso? Ich meine – das hier ist ein Traum, keine Frage. Aber ich verstehe nicht…“
„Warum er sich die geholt hat, wenn er auch ein Top-Reitpferd sich leisten kann?“ Sie nickte.
„Jedes Einzelne da draußen war einmal ein echtes Elitepferd. Er hat großen Respekt vor ihnen und wollte ihnen seine Ehre erweisen, indem er ihnen einen Gnadenplatz anbietet um sie vor dem Schlachter zu retten, sofern er hier einen Stellplatz frei hat.“

Bei dem Wort Respekt musste Zelda nun doch auflachen. So wie der Typ sich gestern ihr gegenüber verhalten hatte. Es fiel ihr da recht schwer Tom daher das zu glauben.
„Außerdem ist es etwas schwierig wenn man jedes Einzelne jeden Tag trainieren muss. Da konzentriert man sich lieber auf 1 oder 2 und holt sich für die Freizeit dann noch ein paar Genossen mit in die Gruppe, dass das Tier dann nicht so alleine ist. Weil die stört das nicht, ob der Gegenüber ein Handicap hat oder alt ist oder sonst was. Hauptsache sie sind zusammen. Etwas was Tiere dem Menschen voraus haben.“
„Allerdings.“ Stimmte Zelda Tom zu. Sie folgte ihm in Richtung Kammern um die Sachen zu weg zu stellen, als ihr etwas auffiel. „Warte mal. Das heißt das ein Pferd hier reitbar ist.“
„Ja und nein. Arun ist nicht hier. Der kommt erst im Laufe der Woche, laut Dean. Von ihm wirst du begeistert sein. Er ist eine echte Erscheinung. Dean hat ihn damals selbst großgezogen mit Hilfe von Tabea und auch ausgebildet.“
Zelda erinnerte sich an den großen beeindruckenden Barock Pinto.  „Ich glaube ich hatte bereits das Vergnügen.“
„Ah. In Deutschland?“ sie nickte abermals nur zur Antwort. „Musst dich nur vor ihm in Acht geben. Der hat kann eine echte Diva sein.“
„Wundert mich nicht bei dem aufgeblasenen Herrn, den er hat.“ Murmelte Zelda vor sich hin.
„Ich denke das war`s fürs Erste. Ich bring dich schnell rüber und mach dann mal Mittag.“ Entschied Tom. Zelda war nicht wirklich begeistert ergab sich aber ihrem Schicksal.