Verlorene Liebe

GeschichteRomanze, Tragödie / P12
OC (Own Character)
16.01.2018
16.01.2018
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1919




“Anthony, bist du schon umgezogen? Der Ball wird in wenigen Minuten anfangen und ich möchte das du pünktlich bist. Heute Abend sind wieder viele Mädchen da, die dich sehen möchten.” Sein Vater klopfte hörbar an die Türe. Doch eigentlich weiß er genau, dass Anthony allmählich an den ganzen Veranstaltungen ungern teilnimmt.
“Ich bin bald fertig, Vater.” antwortete Anthony ruhig.
Er betrachtete sich in den Spiegel. Er trug einen samtig weichen purpuren Mantel und Hose. Dazu ein edles weißes Hemd mit schwarzen Schuhen. Die Kleidung war ein Geschenk von seinem Vater um an Abende wie diesen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Besonders bei den weiblichen Gästen war dies dem Herzog sehr wichtig. Schließlich war Anthony mittlerweile schon 23 Jahre alt und war immer noch nicht verheiratet, geschweige den verlobt oder verliebt. Das wollte der Herzog schon seit mehreren Monaten, gefühlte Jahre ändern. Deshalb fand jedes Wochenende ein Ball statt, in der Hoffnung das Anthony jemanden besonders kennenlernt. Jedoch am besten eine Adlige, das war seine Bedingung. Anthonys Vater rief draußen vor der Türe noch einmal zu ihm, er schien sich nicht von der Stelle bewegt zu haben. “Ich werde heute Abend nicht am Ball verfügbar sein, ich werde ein bisschen in der Mine nach Erz suchen. Sollte dennoch etwas sein, wende dich bitte an Croy.”

Anthony ging daraufhin in den Thronsaal. Er war wieder festlich dekoriert. Überall an den Fenstern und an den Decken hingen Lichterketten, die den gesamten Saal erhellten. Besonders aber der gigantische goldene Kronleuchter, der gefühlt die Hälfte der Decke einnahm erhellte den Saal drastisch. Die Menschen tanzten hier auch ausgelassen. Es waren laut Anthonys Schätzungen mit Sicherheit überhaupt 300 Menschen hier anwesend. Alle waren dementsprechend festlich gekleidet. Doch er war überhaupt nicht in der Stimmung nach einem Fest. Am Anfang war es noch erträglich, da feierte er auch noch ausgelassen, doch jetzt schien es ihm nur noch nach einem langweiligen Plichttermin. Er stellte sich zu einem der großen rundgebogenen Fenster hin und beobachtete die Welt von draußen. Folsense strahlte wie immer in lauter Farben, die ganze Stadt war von bunten Lichtern erhellt.
Als er komplett in den Ausblick vertieft war, tippte ihn jemand von hinten an. Anthony drehte sich um und sah in das Gesicht einer braunhaarigen Frau, die ein dunkelgrünes monströses Kleid trug, womit sie eigentlich fast den kompletten Saal hätte fühlen können. Dazu trug sie eine auffällige große Halskette und Smaragde als Ohrringe. Ihre Statur war recht normal, doch im Gesicht war sie komplett grausig geschminkt, sodass ihr Gesicht eine andere Hautfarbe hatte als die restliche ihres Körpers. Das war ein Grund, warum er solche Abende auch nicht mehr ausstehen konnte.
“Seid ihr Anthony Herzen?” Sie sabberte schon fast, als sie mit ihm sprach. Anthony wollte sie jetzt schon am liebsten wegschicken, aber das wäre unhöflich gewesen und das wollte er nicht. “Ja, ich bin Anthony Herzen. Darf ich auch euren Namen erfahren?”
Sie kam einen Schritt näher an Anthony, während er einen zaghaften Schritt nach hinten machte. “Mein Name ist Lydia von Rosenberg. Ich bin eine Adlige aus einer Ortschaft, die leider hier nicht in der Nähe ist, sonst wären ich und meine Eltern schon viel früher in dieses wundersame Schloss gekommen.” Sie griff nach seiner Hand, doch Anthony war das sichtbar unangenehm die Situation. Früher genoss er die Aufmerksamkeit von all den Damen, doch ihm war das jedes Mal immer mehr unangenehm. Er hatte die Hoffnung, die wahre Liebe zu finden, schon längst aufgegeben.
“Wie wäre es mit einem Tanz, dass wir uns besser kennen lernen?” Anthony zögerte. “Eine wundervolle Idee.”

Ein wenig später befanden sich beide auf der Tanzfläche, doch im Gegenzug zu Anthony der als Jugendlicher des öfteren Tanzstunden hatte und außergewöhnlich gut tanzen konnte, konnte sie nicht mal mehr einen einzelnen Schritt richtig. Anthony wollte am schnellsten wieder raus aus dieser Situation, doch sie machte nicht einmal mehr Anstalten ihn loszulassen.
“Ich habe gehört Anthony, das die Familie Herzen sehr reich ist. Stimmt das?”
“Nun ja, reich würde ich jetzt auch nicht sagen-”
“Wieso denn das? Wie könntet Ihr bei dem Anblick dieses edlen Schlosses so etwas sagen?”
Lydia durchbohrte ihn mit einem unangenehmen Blick. Die Frau ließ ihn gar nicht aus den Augen.
Aber wieder war es nur eine, die es auf sein Geld abgesehen hat. Ihr Interesse war größtenteils wahrscheinlich auch nur gespielt und nicht echt. Er hatte wirklich kein Vertrauen mehr zu Frauen. Wenn er sich auch nur angefangen hat mit einer zu unterhalten kam irgendwann das Thema “Geld” auf.
Würde er überhaupt irgendwann endlich seine wahre Liebe finden? Seinen Seelenverwandten?

“Verzeiht mir, aber die Luft hier ist ganz stickig. Ich bitte euch mich für einen Moment zu verzeihen, ich werde kurz an die frische Luft gehen.”
“Soll ich mitkommen?” fragte Lydia besorgt. Doch Anthony wusste, dass ihr Interesse nur gespielt war.
“Es wird nicht nötig sein.”

Der Garten war groß und mächtig. Rote Rosen und schwarze Tulpen befanden sich auf der Wiese, doch Anthony wollte zu seinem Lieblingsplatz auf der Terrasse gehen. An dem Ort, wo man die ganze Stadt bewundern konnte! Besonders nachts war es ein schöner Anblick, wenn nur der Mond und die Sterne den Himmel erhellten. Die Beleuchtung rund in dem Garten war bereits ausgeschaltet, deswegen konnte man die ausdrucksstarken Skulpturen auch nicht mehr bewundern.
Glücklicherweise war niemand momentan draußen anwesend. Er ging leise die Wendeltreppe zu dem Aussichtsturm hoch. Da es Sommer war, war es auch dementsprechend warm am Abend um 21 Uhr noch, doch es war angenehm.
Er streifte mit seiner Hand über das kalten Geländer. Der Boden war aus Steinen gemacht. Doch zu seiner Überraschung, war bereits jemand an dem Aussichtspunkt anwesend und er erkannte schwach an der Statur und an dem Kleid, dass es eine Frau gewesen sein muss. Auch das noch!
Sie würde sicherlich die nächste sein, die ihm über seinem Reichtum ausfragen würde.
Er ging langsam auf sie zu, woraufhin sie ihn schließlich bemerkte und sich umdrehte. Nur konnte er in der Dunkelheit ihr Gesicht nicht wirklich erkennen, obwohl der Mond heller schien, als jemals zuvor.
“Es ist ein wunderschöner Ausblick, nicht war?”
Ihr Stimme klang sanft und ruhig, wie die eines Engels.
Wer war sie bloß?
“Verzeihung… Was macht ihr hier? Und wer seid ihr?”
Sie lachte leise.
“Mein Name ist Sophia.”
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