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- Dirty Things.

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Kanata Wakamiya (Reiga) Takashiro Giou Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
16.01.2018
22.03.2020
13
31.649
6
Alle Kapitel
37 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
24.06.2018 1.918
 
Hallo meine Lieben!
Endlich, ein neues Kapitel!
Dieses Mal hing ich in einem kleinen Kreatief und es war sehr hartnäckig!
Verdammt sei aber auch dieses schlechte Wetter seit Tagen!
Ich hoffe ihr habt Spaß an dem kleinen, aber feinen Kapitel und fiebert auch dem erneuten Treffen der beiden entgegen. Habt ihr vielleicht Wünsche, die ich mit einbauen sollte? Lasst einfach in den Kommentaren eure Anregungen zurück :) ♥

- AntiSchwarzLeserFraktion!
Bitte meldet euch doch zu Wort, wenn ihr schon lest.
Es nimmt einem die Motivation 100 Zugriffe zu haben, aber keine Meinung/Kritik :/


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Ich kann mich nicht daran erinnern, was geschehen ist, doch weiß ich, dass ich mich und meine Seele vor mir schützen muss. Ich darf mich nicht erinnern, an etwas so Schreckliches, dass mein Herz bei dem bloßen Gedanken daran zu beben anfängt. Ich spüre die Schwere meiner Augenlider. Erdrückend, wenn man bedenkt, dass sie nicht mal 40 Gramm wiegen. Ich bin nicht in der Lage sie auch nur einen einzigen Spalt zu öffnen und zu erblicken, wo ich mich befinde. Mein Herz wühlt sich noch tiefer in mein Rückgrat und gibt mir damit sehr deutlich zu verstehen, dass es Angst hat. Nun packt auch mich ein mulmiges Gefühl tief in der Magengegend und zwingt mich gegen diese Schwere anzukämpfen. Übelkeit überkommt mich, doch ich dränge sie vergebens zurück, denn sie lässt sich scheinbar nicht so einfach bekämpfen, wie ich mir das gewünscht habe. Innerlich seufze ich tief in mein Bewusstsein hinein, als mich plötzlich etwas hochschrecken lässt, was ich als äußerst bedrohlich empfinde. Meine Seelenspiegel weiten sich, als meine verzweifelt nach Hilfe suchenden Blicke auf mein Gegenüber treffen. Wo bin ich? …
Wie vom Blitz getroffen, hechte ich nach oben und sitze kerzengerade in einem mir unbekannten Bett. Ich gleite an mir herunter und stelle erschrocken fest, dass meine Kleidung nicht mehr dieselbe ist. Was zum …?
Als hat der Schwarzhaarige meine Gedanken gelesen, versucht er ein warmes Lächeln auf seine hellen Lippen zu legen. Mein Herz rast so heftig vor mir davon, dass ich Mühe habe, am Leben zu bleiben. Kleine Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn und suchen sich ihren Weg durch mein erschrockenes Gesicht. Die kleinen, hellen Härchen in meinem Nacken stehen zu Berge, so als würde ich die Gefahr wittern, die nun absolut gar nicht von ihm ausgeht. Ich reibe mir hastig die Augen, um den verschwommenen Blick erneut auf mein Gegenüber zu richten.
„Yuki. Ist alles in Ordnung?“ Seine Stimme war so sanft und voller Zuneigung, dass mich ein Orkan an Wärme in Empfang nimmt, als ich mir wage auch nur einen Moment, die Hitze welche in mir aufkommt, zu genießen. Hastig nicke ich, sodass mein Genick zu knacken beginnt. Ein besorgter Blick ist die Ernte meiner Saat. „Du siehst blass aus. Ist wirklich alles in Ordnung?“ Tiefe Klänge seiner Stimme tragen diese Worte sanft an mich heran und doch klingt er irgendwie einsam. Meine Seelenspiegel mustern, immer zur Flucht bereit, den großgewachsenen Mann vor mir, welcher auf der Bettkante sitzt und es nicht wagen würde auch nur eine Sekunde den Augenkontakt zu mir zu verlieren. Ich spüre jeden einzelne Muskel in mir, nicht bereit sich zu entspannen. Ein kühler Windhauch setzt mein Haar in Bewegung, raubt mir kurz die Sicht auf die Lage, nur um dann so schnell zu verschwinden, wie er gekommen ist. Magisch. Ein kleines und fast unkenntliches Lächeln schmückt meine rauen Lippen, welche bei jeder Bewegung zu brennen anfangen. Ich habe Durst. Erst jetzt wage ich mich meinen Grundbedürfnissen zu widmen, die schon von Anfang an betteln gehört zu werden. Der Raum in dem ich mich befinde sieht so anders aus. Kleiner, mit holz-verzierten Wänden und in ein dumpfes Kerzenlicht getaucht. Nur ein kleines Fenster schien die Sonne hereinlassen zu wollen. Ich atme tief ein und stelle nun die unausweichliche Frage, die sich mir in mein Gedächtnis brennt. „Wer bist du...?“ Anhand seines Gesichtsausdruck erkenne ich den Schmerz, den diese Worte in ihm ausgelöst haben, doch augenblicklich, fast Sekunden danach, verhärtete sich sein Blick und seine Mimik zu Stein. „Ich bin Niemand.“ Nun bin ich es, dem der Schmerz, die Unsicherheit der Tage ins Gesicht geschrieben sind. Warum habe ich das Gefühl, etwas verloren zu haben, von dem es wirklich wichtig ist, es wiederzuerlangen? Seine steinerne Miene richtet sich nun erneut auf mich. „Du solltest etwas essen, Yuki.“ Immer noch unsicher, wo ich mich eigentlich befinde, nicke ich ihm zu. Er macht sich zum gehen auf, wodurch das Bett eine kurze Federung hinnehmen muss, welche mich erzittern lässt. Ich weiß nicht, was mich dazu treibt, doch ich will ihn nicht gehen lassen. „Luca...!“ Fast zögerlich spreche ich diesen Namen aus, so als würde ich ihn mein ganzes Leben kennen. Woher ich diesen Namen kenne? Ich weiß es leider nicht mehr, doch, so glaube ich, haben die Anderen ihn erwähnt. Blitzschnell flackert etwas in seinen tiefen Augen auf, was ich definitiv als Sehnsucht entziffern kann. Wonach sehnt sich dieser Mann? Er lässt mich nur kurz in sein Inneres sehen, bevor der Vorhang aus Eis wieder seine Seele überzieht und verdeckt. Er wartet scheinbar auf eine Frage... Was genau will ich ihm eigentlich sagen, doch traue mich nicht? Was ist nur los mit mir? Angst-getrieben erzittere ich erneut, als mir bewusst wird, dass um mich herum alles vor Schmutz und Keimen triefen muss. Ich starre wie gebannt auf das kleine Fenster, sich sehnend nach Frieden. Ich schlinge meine Arme um meinen Oberkörper und sage kein Wort mehr. An der Tür jedoch, wirft er einen letzten Blick zu mir, welcher mir einen angenehmen Schauer schenkt. „Bleib!“ In mir hastet alles nach Vorne und raubt mir das letzten bisschen Beherrschung, welches mir geblieben ist. Ich kann kaum erklären wieso, aber ich kann mir nicht vorstellen, wie leer dieser Raum wirken wird, wenn der Schwarzhaarige, nicht mehr bei mir ist. Mein Herz pocht gegen das Gerüst, welches sich Brustkorb schimpft, sich aber anfühlt wie ein Dutzend Grashalme. Ich kann meinen Puls noch in meinem Rachen spüren, sowie in meinem nach Wasser verlangendem Kopf. Er wendet sich erneut zu mir, setzt ein warmen Gesichtszug auf und tritt an mich heran. Ich spüre, wie seine Hand zittert. Friert er vielleicht? Seine Augen schauen glasig aus, auch wenn er versucht es zu überspielen. Nun nehmen auch meine bernsteinfarbenen Augen einen sanften und warmen Ton an, sodass er sich aufgefordert fühlt, sich wieder zu setzen. Erst jetzt bemerke ich, wie dürr er eigentlich ist. In mir tobt ein Gefühl der Sorge, bereit mich aufzufressen und zu peinigen, wenn ich nichts unternehmen würde. Wieso nur kann ich den Gedanken nicht verwerfen, dass er mich kennt? Vielleicht ist es nur meine Unwissenheit, die ständige Angst und das Gefühl von Leere, welches ich mit ihm erklären möchte. Seine Arme sind voller Narben und Striemen, sodass ich davon überzeugt bin, dass er vor Kurzem noch in einem Kampf verwickelt gewesen sein muss. Wieder setzt ein Hieb mein Herz in Bewegung. Was zum Himmel, ist nur los mit mir? Er sagt kein Wort, nur seine Lider sind geschlossen, so als genieße er einfach hier zu sein. Kann man meine Anwesenheit überhaupt genießen? Gibt es Menschen in meinem Leben, denen ich etwas bedeute? Ich spüre, wie sich das Gerüst erneut zusammenzieht, bei dem Gedanken, allein und ungeliebt auf dieser Welt zu sein. Es tut weh, ja mehr noch, es zerstört ohne wirklich zu zerstören. Du bist noch da, aber kaputt und unheilbar zerbrochen. In meiner fleischigen Brust hüte ich diesen Kummer, der Welt verbogen, wobei ich sowieso nicht glaube, dass jemand an meinem Inneren Interesse hat. Ich huste plötzlich auf, sodass er seinen Blick sofort auf mich richtet. „Nur verschluckt.“ Ich versuche überzeugt zu klingen, doch wusste ich nicht, ob er mir glaubt. Sein ganzer Körper strömt Sorge und Angst aus, doch ich kann nicht erklären warum. Wieso ist dieser außergewöhnliche Mann so auf mich fixiert, wo ich doch Dreck bin? Nichts wert. Ich bin schmutziger, als alle anderen Menschen. Und gerade als ich den Mut sammeln will, ihn anzusprechen klopft es hastig gegen die Tür. Ein langhaariges Mädchen tritt, ohne auf die Antwort zu warten, hinein. „Ich wusste das du hier bist! Wir brauchen deine Hilfe! Duras greifen überall an! Sie kommen verdächtig nah an die Grenze!“ So schnell sie gekommen ist, so schnell ist sie mit schwingendem Haar auch wieder verschwunden. Sie hat mich nicht bemerkt, da Luca vor mir sitzt und um einiges größer wie ich ist. Sein Schatten hat mich beschützt. Luca... Dieser Name gehört unweigerlich zu ihm, aber ich kann mir erneut nicht erklären, wie ich darauf komme. Unwissenheit macht sich breit und stachelt mein Schädel gegen mich auf, ein Niemand ohne Erinnerung zu sein. Der Schwarzhaarige verabschiedet sich mit einem sanften Anflug eines Lächelns. Ich bin nicht fähig etwas zu sagen, doch ich will ihn so gerne aufhalten. Wovor eigentlich? Da schießt es mir durchs Rückenmark, wie eine Harpune. Duras.
Tausende Bilder drohen mich erneut zu begraben und alles was mir eben noch das Gefühl von Wärme gegeben hat, ist gegangen. Nun sitze ich allein gelassen in einem Bett, welches ich nicht kenne. Wobei, allein bin ich nicht, denn Angst, Selbsthass und Zweifel sind immer an meiner Seite. Sie weichen keinen Millimeter weg, so als sind sie meine engsten Vertrauten. Ich möchte flüchten vor diesen Bildern in meinem Kopf, die Qualen, welche mich ewig nicht mehr loslassen wollen würden. Etwas in mir treibt mich zur Flucht vor mir selbst an, sodass sich meine nackten Füße schnell auf den Boden aus Holz wiederfinden. Ein angewidertes Keuchen entgleitet mir, als ich mit der bloßen Hand die Tür berühre, die eben noch geschlossen gewesen ist. Ich fühle die Kälte an meinem Knie heraufklettern, in der stillen Hoffnung mich einnehmen zu können! Wo ist meine Wärme von eben hin? Ich verstehe das nicht! Mein Kopf brennt und meine Sohlen zucken bei jeder noch so kleinen Bewegung auf. Ich verschmutze alles. Ich mache alles dreckig, weil ich der Dreck bin. Ich kann mir nicht erklären, wieso ich davon ausgehe der Dreck zu sein, doch ich weiß, dass es so sein muss. Ich quäle meine Füße noch einen Schritt zu tun und langsam voran zu schreiten, doch sie wollen sich weigern. Ich peinige mich selbst mit den schlimmsten Dingen in meinem Kopf, sodass nun auch meine Beine bereit sind zur Flucht aufzubrechen. Ich fliehe..., doch wovor? Erneut hämmert mein Kopf wie wild gegen meine Schädeldecke. Ich kneife ein Auge schmerzverzerrt zusammen, doch ich habe dafür nun keine Zeit. Ich schiebe diesen Schmerz ewig lange Momente, die eigentlich nur Sekunden sind, zur Seite und erspähe einen langen Flur, welcher mit rotem Teppich ausgelegt ist. Wo bin ich?, hallt es erneut in mir. Doch noch viel lauter schreit meine Sehnsucht nach ihm. Wo ist er? Wo ist Luca? Ich möchte einen Schritt weiter, meine bleiernen Beine setzen sich in Bewegung. Ich bin nicht fähig das Gelände der Treppe zu berühren, an der ich nun schlussendlich stehe. Niemand war zu sehen. Eine Leere erfüllt nicht nur den riesigen Raum, sondern auch mich. Winzige Momente halte ich die Luft an, um die restliche Wärme in mir behalten zu können. Meine nackten und aufgescheuerten Sohlen treten langsam auf, als ob sie hinter jedem Tritt eine Miene vermuten. Ich möchte nicht wieder anfangen zu atmen aus Angst, die Wärme würde vollkommen verschwinden. Nun, es ist jedoch nicht so einfach, einfach zu beschließen nicht mehr Luft zu holen. Ich presse erschöpft die Luft zwischen meinen rauen Lippen heraus. Ich muss ihn finden, denn ein ungutes Gefühl breitet sich unaufhörlich in mir aus. Soll sich es bestätigen? Ich hoffe nicht...
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