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- Dirty Things.

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Kanata Wakamiya (Reiga) Takashiro Giou Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
16.01.2018
22.03.2020
13
31.649
6
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37 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
22.03.2020 2.099
 
Halluuuu ♥
Wieder ein neues Kapitel! Und natürlich wird euch das etwas verwirren, schließlich ist Kanata auch verwirrt.
Aber ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die folgenden Kapitel Triggern können!!!
Hier wieder ein harmloses Stück der Geschichte von Yuki und Kanata.
Kanata wird Gotteslicht sicher nicht so einfach hergeben. :'D

Einen wunderschönen Dank und ganz viele Rosen für meine Beiden fleißigen Kommi- schreiber ♥
Susi8584 & rosenengel ♥
Eure Meinungen sind mir wichtig, denn nur das motiviert mich zu schreiben ♥
Wäre zuckersüß wenn mehr Menschis meine Story empfehlen und mir dann natürlich sagen, welche Herzwesen so toll waren ♥

Have fun ♥

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Ich zittere, spüre das sanfte Beben meiner Fleischwunde, die so unglaublich schmerzte, dass ich fast mein Bewusstsein erneut verliere. Ich brauche ein paar Sekunden um mich daran zu erinnern was passiert ist. Kanata hat mich zu sich geholt, weil ich mich in die Höhle des Löwens begeben habe. Ich wurde angegriffen und schwer getroffen. Und nun stell eich mir die irrtümliche Frage, ob ich noch am Leben bin.
Weder ebbt ein Schwall des Schmerzes meines Körpers ab und ich weiß nur zu gut, dass ich nicht gestorben bin. Innerlich bin ich mir nicht sicher ob ich darüber froh sein soll, oder eher betroffen. Ein Seufzen will sich über meine Lippen quälen, doch gelingt es mir nicht. Nur langsam fange ich an zu blinzeln und den Schlaf aus meinen Augenwinkeln zu wischen. Aufsetzen kann ich mich nicht. Schmerz ist allgegenwärtig und wird mir immer bewusster.
„Kanata..?“, säusle ich mit noch halb geschlossenen Augen.
Mein Körper fühlt sich zerbrochen an. Die Duras haben gute Arbeit geleistet. Nur verstehe ich noch immer nicht, weshalb es dazu gekommen ist. Wieso hat er mich beschützt? Hat er das überhaupt? Plötzlich hielt ich es für keine gute Idee mehr, dass ich mich hier alleine her gewagt habe. Es ist zu spät um darüber nachzudenken.
Ich stöhne, halte die Hand drückend vor meine Verletzung und spüre das feuchte Verbandsmaterial, welches ein wunderschönes Rot angenommen hat. Rot, blutrot. Der Saft meines Lebens gibt dem Raum ein Geruch von süßlichem Metall.
Als ich endlich im Stande bin mich aufzusetzen, ja sogar an den Rand des Metalltisches zu setzen auf dem ich mich befinde, lasse ich meine Blicke durch die Dunkelheit irren.
Ungute Gefühle tummeln sich in meiner Magengegend. Die feuchte Luft treibt mir einen leichten Schauer durch den Körper. Jeder Atemzug gleicht einer Tortour. Immer wieder huschen Bilder von Luca und den anderen in meinem Kopf umher und ich begreife, dass ich einen Fehler gemacht habe, sie auszuschließen.
Immer wieder schlage ich meine Lider zurück um in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Doch nur ein paar winzige Strahlen Licht erhellen den Raum. Der Staub tanzt in dem Funkeln der Sonne kleine Pirouetten. In mir tanzt die Angst mit meinem Kummer einen Walzer. Langsam und qualvoll.
Ich schiebe meine Beine über die Kante des Metalls, versuche mich herunter auf meine eigenen Beine zu hieven und versage dabei so dermaßen, dass ich mit dem Kopf auf dem Steinboden aufschlage.
Einen Atemzug bleibe ich am Boden, drücke fester auf meine Seitenmitte, aus Angst ich würde sonst zerfallen. Diese Situation gefällt mir nicht.
Ich krame den letzten Haufen Mut zusammen und stemme mich auf meine Beine. Jeder Knochen fühlt sich mehlig an, weich und brüchig.
Der Verband gibt nun mehr von meiner Flüssigkeit frei und meine Hand ist ebenso rot gefärbt, wie meine Kleidung.
„Kanata?“, murmele ich erneut, doch niemand antwortet.
Schleichend setze ich einen Schritt vor den Anderen, immer die Angst im Nacken fühlend.
Vorsichtig taste ich mich mit meiner freien Hand an der Wand entlang, denn irgendwo muss eine Tür oder ein Eingang sein. Wenn ich hier herein gekommen bin, muss es auch einen Weg nach draußen geben.
Die Wand ist eisig und die Kanten mancher Steine scharf und spitz. Jeder Schritt bedeutet einen Schwall aus Schmerz und dutzende Tränen, die ich mit einem Zähneknirschen beiseite schieben muss.
Die Wand zieht sich in die Länge, die Strahlen der Sonne verschwinden und mit ihr, mein Augenlicht. Ich fühle mich für einen kurzen Moment wie ein Kaninchen in einem Schlangenbau. Darüber darf ich nicht nachdenken und auch nicht über diese Szenarien in meinem Kopf.
Ich bin hier um herauszufinden, was mit mir geschehen ist. Wieso Kanata mich alleine gelassen hat und wo meine Erinnerungen hin sind. Für all das gibt es sicher eine einfache Erklärung, die selbst ich verstehen muss.
Als ich endlich eine Einbuchtung in den Felswänden erfühle, schiebe ich meine berstenden Knochen voran in die Höhle. Dunkelheit ist mein treuer Begleiter. Die kleinen Härchen auf meinem Körper stellen sich auf.
Es folgt eine Zeit nichts außer Steinmauern.
Ich keuche und stöhne verzerrt unter jedem Schritt auf.
Wie lange muss ein Mensch so etwas ertragen? Gibt es dafür einen Richtwert? Etwas an dem ich mich orientieren kann, wann ich genug gefühlt und ertragen habe? Wann es genug Leben für ein einziges Menschenleben ist?
Kurz halte ich inne. Muss die Tränen und das Knacken meines Kiefers unterdrücken. Ich halte nur kurz die Luft an, unterdrücke einen Stoß verbrauchten Sauerstoffes aus meinen Lungen und schließe die Augen. Ich muss eine Pause machen. Meine Hand, welche mich in der Mitte zusammenhält, zittert. Das Blut, welches bereits trocknet, verklebt meine Finger. Egal was in der kurzen Zeit passiert ist, mein Herz schlägt noch.
In meinem Kopf würge ich meinen Ekel herunter. Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als mich zu reinigen. Das Gefühl von Sauberkeit an meinem Leib. Das Blut bildet eine Kruste und verdreckt mich. Die Sohlen, welche nur müde über den Boden stampfen, fühlen sich glühend an. Er hat mich getragen. Oder hinter sich hergezogen. Es spielt keine Rolle, denn er hat mich berührt.
Eilig verbanne ich meinen Würgereiz und dieses Chaos in die hinterste Ecke meines Ichs.
Gerade ich als denke, dass ich weitergehen kann, höre ich ein leises Geräusch ein paar Meter entfernt. Mein Magen rebelliert und mein Verstand sagt mir, dass ich einfach liegen bleiben soll. Aber egal welcher Gegner vor meinem Herzen stehen würde, er ist bereits besiegt, bevor es zum Kampf kommen kann.
Noch bevor sich der Rest meinen Körpers gegen mich wehrt, trete ich in die kleine erhellte Einbuchtung vor.
„Yuki.“, dreht sich ein dunkelhaariger Schopf zu mir.
Kein einziger Makel. Nichts was nicht genauso exzellent platziert ist wie es gewollt war. Zwei Schläge meines kümmerlichen Herzens später, hole ich endlich wieder Luft. Meine Lider flimmern und für eine Sekunde verschwimmt das Bild des Mannes vor mir.
„Kanata...“
Meine Stimme bricht unter dem erdrückenden Schmerz.
„Du blutest immer noch.“, stellt er fest und zieht seine wunderschön geformten Augenbrauen in der Mitte zusammen.
„Es ist nichts.“
Sein Schopf dreht sich weg von mir und seine prachtvolle Aura wabert um mich herum. Wenn ich nicht unter diesen Verletzungen kaum fähig wäre zu denken, würde ich meinen, dass seine Aura versucht mich zu stützen. Mir etwas von der Last meiner Knochen zu nehmen.
Noch immer zittern meine Hände. Noch immer schwappte eine Blutlache durch den Fetzen meines Verbandes.
„Danke für die Versorgung“, versuche ich mich mit einer quälenden Verbeugung zu bedanken. Ich knirsche alle meine Zähne zusammen und glaube sie brechen zu hören.
Nun liegt sein kühler Blick wieder auf mir.
Er reagiert nicht auf meinen Dank und kurz überlege ich, was ich tun muss um das auszugleichen. Die Schuld meines Lebens zu begleichen.
Ich fühle mich so elendig. Nervös kaue ich mir auf meiner zerbissenen Lippe herum.
„Warum hast du mir geholfen?“, frage ich so unverblümt, weil ich nicht weiß, wie ich sonst herausfinden kann, was er damit meinte, als er sagte, er würde mich lieben.
Die Strapazen würden bald ihren Tribut verlangen.
Wieder streift er nur mit seinem eisigen Blick über meinen Körper. Irritiert bleibt er an meiner Flanke hängen und verweilt für einen kurzen Augenblick dort.
„Du stirbst. Dafür musst du mir nicht danken.“
Kurz schlucke ich, weiß jedoch, dass er recht hat. Ein Mensch besitzt nicht unendlich viel Blut und ich verlieren es tröpfchenweise auf dem ganzen Boden. Ich hänge sowieso nicht an diesem Leben.
Ich versuche sanft zu lächeln und nicke ihm zu. „Ich weiß.“
„Das ist typisch für dich, Yuki“, raunt er und fast schummelt sich ein Lächeln auf seine weichen, feinen Lippen.
Wieder nicke ich ihm nur zu, denn ich weiß nicht was typisch für mich ist, da ich nur diese Alpträume und Horrorszenarien in meinem Kopf habe. Er weiß sicher genau welche Bilder mich quälen und wie ich mich fühlen muss. Kanata macht einen so magischen Eindruck, dass ich glaube, er kann alles schaffen, wenn er nur will. Er muss mächtig sein, wenn die Kreaturen unter seiner Macht zu Staub zerspringen.
Ich fühle mich wie ein Eisklumpen, festgefroren und nicht in der Lage mich noch weiter zu bewegen.
„Dankeschön“, verbeuge ich mich erneut.
„Wofür bedenkst du dich dieses Mal?“, hakt er nach, und erblickt wie ich unter meiner Verbeugung geplagt auf die Knie gehe.
„Wenn ich sterbe, Kanata, dann möchte ich das mit dem Wissen, dass diese Bilder in meinem Kopf nicht du waren. Dass es nur eine hässliche Realität ist, die es nicht verdient real zu werden. Wenn ich von der Welt vergessen werde, dann wirst du mich doch noch immer in Erinnerung haben.“
Sein Blick wird düster, finsterer als jede Nacht.
„Wie kommst du darauf, dass du es wert wärst in meinen Erinnerungen weiterzuleben?“, fragt er mit einer Sanftheit, die nicht härter klingen könnte.
Mein Magen schmerzt bestialisch. Aus den kleinen Tröpfchen Blut werden Schwalle meines Lebenssafts. Die Kälte weicht und Wärme ummantelt mich.
„Du hast gesagt, du liebst mich, dass macht es echt.“
Warum ich das sage, weiß ich nicht. Ich habe nicht vor mit ihm zu streiten und immerhin bin ich dankbar, dass er mich davor behütet hat, Futter für Duras zu werden. Ich kann mir nicht vorstellen wie es ist von ihnen zerrissen zu werden, aber ich weiß wie zerrissen man sich fühlen kann.
Er wendet sich ab. Wieder.
„Sag mir, dass es nur meinen Kopf ist. Sag mir dass all das nicht passiert ist“, murmele ich mit den letzten Reserven meiner Kraft.
„Ich bin kein Lügner, Yuki. Ich kann dir das nicht sagen.“
Kurz wirkt er betroffen und schuldig, aber die Mauer aus Eis zieht sich sofort wieder über ihn wie ein Schutzschild. Kann ich dieses Eis zum schmelzen bringen? Ich darf mich nicht selbst überschätzen.
„Warum?“, schleicht sich die Frage über meine Lippen, ohne das ich bereit bin, die Antwort zu erhalten und zu ertragen.
„Du bist sein kleiner Engel, der seine Wut irgendwann nicht mehr schlichten konnte, khihihi“, kreischt nun eine Frau, welche die Höhle betreten hat. Sie streicht eine Strähne des dunklen Haares Kanata's beiseite und küsst ihn auf die Wange. Ekel funkelt in den Augen meines Schulfreundes. Wer ist diese Frau?
„Was ein Elend. Schon fast traurig dich so lächeln zu sehen, wenn man bedenkt, was du alles ertragen hast, nur um vor ihm im Dreck zu liegen und zu krepieren“, sagt sie in einem Ton, der meine Synapsen zum platzen bringt.
Nach einem Knurren verstummt die Frau.
Ich verstumme ebenso. Nur das Geräusch meines Blutes, welches lautstark durch meine Ohren rauscht, höre ich.
Kurzerhand verschwindet die Frau in einem Nebel, welcher nach Rosen und Kuchen riecht. Ich bilde mir das sicher nur ein.
Mein geschundener Körper landet nicht auf dem Boden, so wie ich es erwartet habe, sondern in seinen Armen.
Kühl blickt er auf mich herunter.
„Wieso heilen deine Wunden nicht? Du bist Gotteslicht.“
„Ich verzeihe dir, Kanata“, lächele ich, als ich verkrampfe und nur einen winzigen Stoß Luft durch meine Körper pressen kann, Meine Lungen reißen in zwei.
Seine Augen weiten sich. Schuld umschwemmt seine Aura. Ich kann es deutlich fühlen. Seine Mauer fängt zu schmelzen an. „Es ist okay“, versichere ich und lächele. Ich habe ihm vergeben, auch wenn ich es niemals vergessen kann.
„Ich kann dir den Schmerz nehmen“, gibt er betroffen von sich und für einen Moment glaube ich meinen alten Freund aus dem Waisenhaus wieder zu haben. Weich und sanft wie eine Kirschblüte.
„Schmerz zeigt mir, dass ich am Leben bin.“
„Wie kann das sein, dass du nicht heilst?“, fragt er nun direkt. Seine düstere Miene scannt mein Körper. Ich kenne die Antwort nicht. Ich kenne nie die Antworten, sondern nur die Fragen. Prüfend hebt er meine Hand von meiner Wunde. Ich keuche. Sein Blick wird eine Spur finsterer. Vorsichtig trennt er den Stoff aus der Wunde, schnappt unauffällig nach Luft und legt meine Hand wieder schützend über das Loch in meiner Mitte.
Ich liege in seinen Armen und rieche den Duft von Moos, Waldboden wenn es geregnet hat und Süßigkeiten. Die Angst verschwindet. Ich kenne diesen Geruch.
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