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- Dirty Things.

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Kanata Wakamiya (Reiga) Takashiro Giou Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
16.01.2018
22.03.2020
13
31.649
6
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37 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
08.02.2020 2.002
 
Wuha, neues Kapitel.
Noch nicht Fehler gelesen, aber ich erledige das nachdem ich einkaufen war ♥
Ich muss mich wirklich aufrichtig bei den fleißigen Kommi-Schreibern bedanken.
Ihr gebt mir echt so viel Motivation.
Susi8584 & rosenengel ♥ Ihr seid magische Wesen, die mir Kraft geben, nicht aufzuhören! Dankeschön ♥

Ich bedanke mich auch an die Favo's & die Sternchen/Empfehlungen ♥
Ich wüsste gerne wer so toll war und mich empfiehlt? *w*

Viel Spaß ihr Lieben ♥
Ich glaube, dass nächste Kapitel könnte wieder Trigger-Warnungen enthalten ♥
Liebe an euch!


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Lange laufe ich einfach in der Gegend herum, ohne einen Plan, wo es genau hingehen soll.
Natürlich ist mir mein Ziel bewusst, doch der Weg scheint sich endlos zu ziehen. Wie ein Kaugummi.
Meine Schritte bringen mich voran und doch hatte ich dieses bittere Gefühl in meiner Magengegend, dass ich mich gar nicht fortbewege. Mein Inneres ist noch immer aufgewühlt und trotz der Angst, die mich durchströmt, empfinde ich Hoffnung. Hoffnung darauf, dass ich für alle meine Fragen eine passende Antwort bekomme. Es reicht mir schon zu wissen, wieso Kanata, mein Kindheitsfreund, eine so traurige und wutverzerrte Seele besitzt um solche Dinge mit mir zu tun. Ich bin ich seinen Augen zu rein, was auch immer das bedeutet.
Ich muss kurz seufzen und setze dann meinen Weg fort.
Ich bin nicht rein, nicht sauber und schon gar nicht die Mühe wert, mich zu beschmutzen. Mein Körper ist das schmutzigste an mir. Obwohl meine Seele ebenso verdreckt ist. Diese Bilder in meinem Kopf kommen ja nicht von irgendwo her. Wahnsinn muss mich gefangen genommen haben und mir diese Bilder in den Kopf zwingen.
Wie soll ich mich gegen mich selbst wehren? Wie soll ich einen Krieg in mir drin, gegen mich selbst, gewinnen, ohne etwas von mir zu verlieren? Es gibt doch schließlich immer einen Verlierer. Macht mich das nun zum Sieger oder zum Besiegten?
Der Wind bläst mir in mein Gesicht und verwickelt mein Haar in einen Tanz. Es wirbelt an meinen Wangen und meinem Nacken in einem beruhigenden Takt.
Ich stoppe, schaue über mir in die dichte Baumkrone, die nur noch aus kahlen Ästen und vereinzelten Blättern bestand. Ein verlassenes Vogelnest befand sich am unteren Ende einer Astgabel. Ein zu Hause ohne Jemanden, der dem Wort Zuhause eine Bedeutung geben kann.
Mit einer flinken Bewegung schiebe ich mir mein Haar aus der Stirn an die Seiten, um so ein wenig mehr von den braunen Ästen sehen zu können.
Ich fühle mich einsam, aber noch nicht verlassen. Einsamkeit ist doch nur der Beweis, dass es jemanden gibt, den du sehr vermisst. Mein Herz pumpt fleißig das Blut durch meinen Körper. Vielleicht ist ein Herz auch nur dafür gedacht und gar nicht zum lieben, vermissen und leiden.
„Kanata...“,säusele ich vor mich hin und spüre wie mein Inneres einen Ruck macht.
Ich kann meine eigene Angst vor ihm verstehen, aber noch mehr verstehe ich, dass er gar nicht so grausam sein kann, wie ich ihn in meinen Erinnerungen gesehen habe. Er ist immer noch Kanata – mein Freund!  
Ich lief weiter, atme ruhig und denke über all die Dinge nach, die mir in der kurzen Zeit bei den Anderen passiert sind. Noch immer spüre ich die Wärme in meiner Brustmitte, wenn ich Luca schlafen sehe, wie er endlich seiner Erschöpfung erlaubt zu ruhen. Ich muss schmunzeln, wenn ich an meinen hilflosen Blick vor dem Kleiderschrank denke, doch meine kühne Retterin Touko fischt mit ihren flinken Fingern ein Outfit für eine Grundschülerin aus dem Schrank,
Lasse ich das alles zurück? Nein. Ich werde wieder zurückkommen, sobald ich meine Wunden in meinem Herzen auskuriert habe. Sobald ich weiß, was mein Problem ist, welches Gift sich durch meine Adern schlängelt. Ich möchte ihnen nicht mehr zur Last fallen.

Es ist bereit am dämmern, als ich einen Hügel erreiche. Ich weiß nicht weshalb ich mich auf diesem kleinen Vorsprung befinde, aber mein Gefühl sagt mir, dass ich hier richtig bin. Nicht, dass ich mich die letzten Tage auf mein Gefühl verlassen hätte, aber dieses Mal scheint es die einzige richtige Option zu sein.
Der Wind streift meinen frierenden Leib, doch ein Zittern verkneife ich mir. Der Schnee schmilzt immer mehr, also würde bald der Frühling anbrechen. Ich weiß gar nicht welchen Monat wir haben. Ist Weihnachten und Neujahr schon vorüber? Wieder störe ich mich daran, mich an nichts erinnern zu können. Es ist belastend. Aber ich weiß, dass es zu meinem Schutz ist.
Ich atme tief ein und wieder auf.
Die kühle Luft klettert in meine Lungen und füllt diese mit Sauerstoff.
„Kanata, ich weiß, dass du hier bist. Ich kann dich fühlen.“
Meine stimme ist etwas brüchig aber erschreckend weich. Was erwarte ich mir von diesem Alleingang? Einige Sekunden geschieht nichts.
Doch als ich nach einem weiteren Wimpernschlag die Augen öffne, steht eine wunderschöne Gestalt vor mir. Er ist tatsächlich meinem Ruf gefolgt.
„Yuki“raunt er mit abschätzendem Blick und ich weiß nicht anders, als mich diesem Blick zu beugen.
„Du bist gekommen“, murmele ich betroffen und die Angst rückt langsam wieder in den Vordergrund, wo ich sie zu bekämpfen versuche.
Das schwarze Haar hing ihm bis in den Nacken und glänzt wie die Sterne in einer dunklen Nacht. Keine Strähne verirrt sich. Alles sitzt perfekt. Seine Kleidung duftet sauber, frisch und vertraut. Jeder seiner goldenen Knöpfe ist poliert und auch seine vollen Lippen glänzen gepflegt. Ich selbst komme mir vor, wie ein Bettler ohne vernünftige Kleidung.
Wie kann er mich für rein halten, wenn er die Ordentlichkeit in Person ist? Jede Kordel, jeder fetzen Stoff und jede noch so kleine Wimper sind akkurat an ihrem Platz.
„Was willst du von mir?“, flüstert er in einem atemraubenden Ton, sodass ich kurz den Atem anhalte um eine Antwort zu finden.
Es ist nicht die beste Idee, die ich habe, aber anders weiß ich mir nicht zu helfen. Wird es mein Untergang sein? Wird es eine Heilung sein? Das weiß ich erst, wenn ich mit ihm gehe.
„Nimm mich mit“, bringe ich gebrochen und voller Entsetzen über mich selbst, über meine Lippen.
Er senkt den Blick, da er doch ein gutes Stück größer als ich ist. Sein Haar fällt elegant auf seine Schulter, als er sein Haupt zur Seite legt.
„Warum sollte ich das wollen, Yuki?“
„Weil du sicher auch dieses Schmerz fühlst, oder? Diesen Schmerz etwas von sich verloren zu haben und nicht zu wissen, was es ist. Ein Verlust den man nicht bereit ist zu verkraften.“
„Du redest so viele dumme und nutzlose Dinge“, sagt er anmutig, wie ein hochgeborener König.
Sein Blick mustert mich auffällig lange und ich sehe wieder diese Gier, die mir einen Schauer über den Rücken jagt. Die kleinen, hellen Härchen auf meinen Armen stellen sich auf.
Mein Herz sagt ich soll bleiben, doch mein Verstand versucht mich zur Flucht zu treiben. Ich bin ihm nicht gewachsen, dass ist mir mit jedem Atemzug klarer. Er strahlt eine enorme Macht aus.
Das Prickeln in meinen Muskeln ignoriere ich. Wie ein Magnet zieht er jeden meiner Blicke auf sich. Er ähnelt Luca und doch sind beide komplett verschieden.
Luca ist das, was ich ein Zuhause schimpfen würde. Luca zieht mich durch seine Weichheit, seine Liebe und Geduld an. Kanata ist anders. Er fängt mich mit seinen Krallen und lässt mich durch die Angst und die Ungewissheit zu ihm gehen. Eine Wahl habe ich nicht, denn seine Aura ummantelt mich. Wie eine samtige Decke wickelt er mich mit seiner Anwesenheit ein.
Gerade als ich mir erneut das Haar aus dem Gesicht streichen möchte, höre ich einen krächzenden Schrei zu meiner Linken.
Ich springe automatisch ein kleines Stück weg. Mein Hirn rattert noch, bis ich begreife dass Duras meine Witterung aufgenommen haben und nun ihre Gelegenheit nutzen möchten.
„Lauf Kanata!“, rufe ich ihm zu, worauf er nur verwundert zu mir blickt.
Habe ich etwas Merkwürdiges gesagt? Ich komme nicht dazu einen weiteren Schritt zu machen, da spüre ich schon eine Klaue nach mir greifen.
Ich unterdrücke einen Schrei und doch fühle ich etwas Warmes an meinem Bauch.
Bis ich begreife, dass meine Hand voller Blut ist, dauert es einige Augenblicke. Als ich an meinem Körper herunterschaue, erkenne ich eine klaffende Wunde, gut 15 Zentimeter breit und sicher einige Zentimeter tief. In kleinen Intervallen schwemmt das Blut aus meinem Körper.
„Yuki, was tust du da?“, kommt es entsetzt und irgendwie fassungslos von meinem Freund, der noch immer an seinem Platz steht. Ich erwarte keine Hilfe. „Lauf, bitte bring dich in Sicherheit, Kanata“, flüstere ich schmerzverzerrt.
Endlich setzen die Schmerzen ein, damit ich das Gefühl habe am Leben zu sein. Wenn die Schmerzen erst einmal nachlassen, dann ist es vorbei. Endgültig. Kanata brummt auf und die Duras krächzen und lechzen mit ihren Mäulern nach mehr von meinem Fleisch.
Meine Hand drückt fest auf die tiefe Wunde, welche meine Kleidung bereit durchtränkt hat.
Er denkt gar nicht daran sich in Sicherheit zu bringen, stattdessen liegt sein forschender Blick auf mir Seine Miene ist undurchdringlich. Was er wohl denkt? Ich kann das warme Rot über meinen Handrücken laufen spüren.
Eilig suche ich nach einem Stock, einem Stein, egal was, solange ich ihn und mich verteidigen kann. Die Lichtung gibt nicht viel Schutz und Äste befinden sich auch keine zu meinen Füßen. Nur ein Stein, so groß wie ein Brötchen liegt direkt vor mir.
Ich hebe diesen hastig auf und warte auf den richtigen Zeitpunkt um damit etwas zu erschlagen. Mein Herz krampft sich bei dem Gedanken zusammen. Wieso muss ich so etwas Grausames tun? Haben Duras keine Gefühle? Empfinden sie Schmerz? Für diesen mentalen Dünnschiss ist keine Zeit, denn einer der Duras schabt mit seiner Pfote die Erde hinter sich und nimmt Anlauf.
Mein Atem stoppt, als er mit einem lauten Kreischen vom Boden abspringt und direkt auf mich zu eilt. Der Schmerz vernebelt mein Denken und das warme Blut fließt noch immer pochend aus mir heraus. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich kleine weiße Sterne vor meinen Augäpfeln.
Ich muss durchhalten. Ich muss nützlich sein! Ich muss ihn beschützen!
Der Druck in mir, als sich meine Muskeln anspannen, gibt mir den Rest. Ich sinke auf die Knie. Unter mir Reste von Schnee. Das schillernde weiß färbt sich tröpfchenweise rot.
„Kanata..., lauf“, murmele ich, den Angriff erwartend.
Immer lauter kreischen und krächzen die Gestalten und das Trampeln ihrer riesigen Pranken erschüttert den gesamten Boden.
Immer öfter greift ein schwarzer Nebel nach mir und ich fühle den Drang nachzugeben. Ich erwarte ein Maul das mich zerfetzt, doch es geschieht nichts. Es rattert in meinem Kopf und doch begreife ich nicht, was geschehen ist.
Mein Schädel hämmert wild gegen den Knochen und die Andern pumpen und pochen lautstark Blut  durch mich hindurch.
Ich schaue auf.
„Kanata!“, presse ich entsetzt heraus.
Er steht vor mir. Und vor ihm liegt ein jaulender Duras.
Er lächelt, als er mit einem Schlag seiner Macht, den Duras in Zwei teilt und dieser zu Staub zerfällt. Er hat mich beschützt, aber wieso?Er hat mich nicht sterben lassen? Wieso?
Hilflos versuche ich mich wieder auf meine eigenen Beine zu stellen, scheitere beim ersten Versuch jedoch. Rasch versuchte ich es ein zweites Mal und stehe nach ein paar Augenblicken auf meinen eigenen Beinen. Der Boden brodelt noch immer.
Doch keiner der Dämonen wagt es sich zu nähern. Ich spüre die dunkle Aura aus ihm heraus preschen und er ist bereit alles in fetzen zu zerlegen.
Mir wird schwindelig und ich wackle nur noch unbeständig auf meinen Beinen herum.
„Wieso?“, flüstere ich.
Es gibt einen riesigen Knall, einen Schwall aus Dunkelheit und Kraft. Stille. Alles umschwemmt einen, wie ein unheilvoller Vorhang. Ich spüre, wie die kleinen Blitze meine Haut erkunden, doch ich spüre keinen Schmerz.
Bevor ich mich meiner Ohnmacht hingebe, sehe ich ihn in seiner ganzen Erscheinung. Seine volle Pracht und Schönheit. Seine Gesichtszüge erinnern mich an unsere Kindheit. Nur kleine Fetzen dringen in mein Hirn durch.
„Weil ich dich liebe.“
Seine Worte sind das Letzte was ich höre, bevor ich das Schreien der Duras verstummen höre und mich meiner Schwärze hingebe.
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