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- Dirty Things.

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Kanata Wakamiya (Reiga) Takashiro Giou Yuki Sakurai Zess (Luka Crosszeria)
16.01.2018
22.03.2020
13
31.649
6
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37 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
25.10.2019 4.262
 
- Hallo meine Schnuffis!!! ♥

Ich habe meine KREATIEF überwunden sprühe vor Ideen! Omg, endlich.
Nebenbei arbeite ich noch an meinem Buch und an Cut the pain away - Deeper ( Eine FF über Selbstverletzung, Magersucht usw. )
Die ist bereits schon hochgeladen und ihr könnt die euch gerne mal geben! ♥

Und natürlich liebe ich meine wundervollen Kommentarschreiber, so sehr!
Dankeschön an euch ♥
rosenengel ♥ ♥
H0rst3r ♥ ♥ ♥ ( Liebs yaa )
Susi8584 ♥

Ohne euch,hätte ich wahrscheinlich abgebrochen.  Die ganzen Schwarzleser sind das Problem :/
Danke auch an die Empfehlungen, von den ich leider immer noch nicht weiß, wer es war :( ♥
Viel Spaß euch!

Lied: https://www.youtube.com/watch?v=VqLU4wPzDVg



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Die ersten Sonnenstrahlen erfüllen den Raum, der noch immer in einem tiefen Schlaf verweilt. Mein Puls rast und doch versuche ich mich zu beruhigen, denn ich weiß, dass Luca nie weit weg sein würde und mir zur Hilfe eilte, wenn ich mir selbst nicht mehr helfen kann. Noch immer müde schiebe ich meine Lider zurück und muss für den Bruchteil einer Sekunde schmunzeln, denn noch immer ruht der schwarze Schatten an der Bettlehne. Schlafend und ruhig atmend.  
Er hat sicher die ganze Nacht hier gesessen und auf mich geachtet, mich beschützt und umsorgt. Zumindest lässt der bereits warme Lappen auf meiner Stirn darauf schließen.
Vorsichtig nehme ich das Stück teuren Stoff von meinem Gesicht, lege es behutsam in die Schüssel, welche er wohl geholt haben muss, als ich schlief. Er ist so perfekt..., so wunderschön, dass man in seiner Gegenwart das Atmen einfach unterlassen wollte.
Seine langen Wimpern verbergen nur schlecht die dunklen Augenringe, welche bis zu den stark herausstehenden Wangenknochen gingen. Dieses schlagende Herz in mir bittet mich mit all seinem Willen zu schlagen, dass ich mich um ihn kümmern müsse, oder er würde auf lange Sicht nicht nur mit seinem geringen Gewicht zu kämpfen haben.
Und da kam mir auch schon Idee...
Vorsichtig schiebe ich mich unter der Decke hervor, welche wie schwarzes Firmament leuchtet und mich einhüllt. Ich versuche nicht über den Dreck an mir nachzudenken, als ich in die weichen Hausschuhe Hotsumas schlüpfe, die mir viel zu groß sind. Kurz schaudert es mich, doch ich habe eine Mission und die würde ich erfüllen! Mit einem letzten Wimpernschlag drücke ich all die finsteren Erinnerungen zurück, die mich zu Boden ringen möchten. Nicht jetzt! Nicht, bevor ich nicht tun kann, wofür ich mich entschieden habe.
Mit leisen Schritten und einem unterdrückten Hustenanfall, stehe ich nun vor diesem unglaublichen Mann, dessen Aura jeden Dämon zu Staub verwandelt – auch die in mir.
Ich hebe die Decke etwas an, schiebe sie vorsichtig bis zu seinen Schultern. Ich halte die Luft an, als sich seine Lippen bewegen und für wenige Augenblicke hielt sogar mein Herz inne. Ich stehe in meinem ganzen Sein vor ihm und träume davon sein Gesicht zu berühren, die Wangenknochen zu streicheln, die so markant geworden sind. Ich sorge mich und kann es nicht erklären, aber das muss ich auch nicht.
Auf Zehenspitzen eilte ich wie ein Dieb aus dem Zimmer, binde mir nach dem Schließen der Tür eine dünne Decke um, die an der Bettkante in seinem Bett gelegen hat. Ich bringe sie ihm frisch gewaschen wieder, doch nun habe ich keine Zeit darüber nachzudenken.
Ich atme tief ein und beruhige mich, als ich endlich einen Fuß vor den Anderen setzen kann. Die Schuhe waren ein wirkliches Hindernis in dieser Übergroße! Müde blinzele ich die Helligkeit des Lichtes weg, die sonst so gut von den dicken Vorhängen ausgesperrt wurde. Die Decke, die um meine Schultern wie ein Superheldenumhang hängt, wärmt mich erstaunlich gut, als ich endlich den Weg in mein Zimmer zurück gefunden habe.
Ich stoße die Tür auf, stolpere dabei fast über meine eigenen Beine und halte mir die Hand vor den Mund, als mich ein Hustenanfall in Luftnot versetzt. Ruhig bleiben. Ich ermahne mich immer wieder die Ruhe zu bewahren, denn mir würde nichts passieren, solange wie Luca in meiner Nähe ist.
Er tut so viel für mich und das wird meine Art sein ihm zu danken. Es kann nie genug Danks ein, für das was er für mich vollbringt, aber ich kann versuchen keine Last zu sein. Das ist das Mindeste, was ich tun sollte. Für ihn. Für mich. Für all die Anderen.
Ich richte mich nach dem Husten auf, laufe eilig zu dem großen und dunklen Schrank. Darin muss doch sicher irgendetwas Sauberes zum anziehen sein? Hoffnungsvoll öffne ich die schwere Tür des Schrankes und werde fast von den Mengen an Kleidung erschlagen. Wer zum Himmel soll das alles tragen? Ein kurzes Lächeln schleicht sich auf meine Lippen, aber verschwindet ebenso schnell wieder, als ich mich dabei erwische, wie ich in die dunkelsten Ecken meines Hirnes laufe. Nein! Nicht! Nicht jetzt, bitte ich mein Herz immer wieder.
Mit einem Kopfschütteln verschwindet die Dunkelheit zurück in ihre Ecke und wartet brav bis ich keine Aufgabe mehr haben würde, damit sie mich einhüllen und in sich aufnehmen kann. Der Speichel in meinem Mund schmeckt bitter und heiß, als er meine Kehle entlang gleitet. Ich will ihm so gerne etwas Gutes tun – ihm, Luca.
Ich stehe also noch immer vollkommen verwirrt vor den Mengen an Kleidung, als ein Klopfen an der Tür mich tief erschüttert.
„Ja?“, zucke ich  zusammen, aus Angst es könne Luca sein. Denn dann war mein Plan so eben mit einem einzigen Klopfen in Schutt und Asche gelegt gewesen.
„Ich bin es“, ertönt die liebevolle Mädchenstimme und noch ehe ich ein weiteres Wort sagen kann, schreitet schon die bildschöne Touko an meine Seite.
„Ich wollte nach dir sehen und wie ich sehe, war es genau der richtige Instinkt, dem ich gefolgt bin“, schmunzelt sie, als mein flehender Blick auf dem Schrank ruht. Dankbar nicke ich und hoffe sehr, sie wüsste, was ich anziehen kann. Ihr langes Haar streift meine Hand, als sie mit einem Lächeln in den Schrank greift. Ein Schauer durchzieht mich, doch ich bleibe ruhig – so, gut ich eben kann.
„Wo ist Luca?“, erkundigt sie sich, als ihre Hände noch immer unter den verschiedensten Stoffen begraben liegen.
„Ich,..ähm, er schläft“, murmele ich, da ich mir nicht sicher bin, wie ich ihr die Situation erklären kann. Wieso ich in seinem Bett genächtigt habe....
Sie lächelt jedoch nur und zwinkert mir aufbauend zu, so als wüsste sie schon jahrelang über mich Bescheid. Als könne sie dieses Verlangen in meiner dreckigen Brust schlagen hören. Ihre braunen Honigaugen scheinen tief in meine Seele schauen zu wollen, als mir ihre Kette ins Auge fällt. Ein Kreuz mit einem farbigen Stein, der rosa schimmert.
„Du hast sie für mich gemacht, Yuki“, lächelt sie, als wäre mein Blick so offensichtlich gewesen.
„Ich war das?“, frage ich verwundert nach, denn ich konnte mich nicht daran erinnern.
„Ja, du hast so ein Talent!“, japste sie fast beleidigt, als sie mir einen Stapel Kleidung in die Hand drückt und mir noch eine frische Shorts und Socken dazu packt. Ich schweige, denn ich weiß nicht was ich darauf sagen kann.
„Danke“, flüstere ich und deute auf die Stoffe in meiner Hand.
„Du hast jedem so einen Glücksbringer gemacht“, versichert sie mir, als sie ihn für wenigen Augenblicke in der Hand hielt und in Gedanken schwelgt. Jedem? Luca hat also auch einen? Ja natürlich. Langsam kehrt das Bild des schönen Mannes zurück in mein Inneres und sofort umschwemmt mich eine Wärme von nie dagewesenem Ausmaß.
„Luca schläft erst wieder seit du wieder hier bist, Yuki. Das ist wirklich beruhigend. Ich sorge mich um ihn. Er hat sehr abgebaut...“, flüstert sie, als sie schon wieder an der Tür zum Gehen steht. Feige wie ich bin, sage ich nichts und lächele ihr zum Dank noch einmal zu, ehe sie mit einer freundlichen Miene verschwindet.
Eine Hürde ist geschafft und nun heißt es, die Nächste zu überspringen und zu erklimmen. Ich lege meine Kleidung nirgends ab, denn die Angst, sie könne dadurch verdrecken, schwingt in meinen Knochen mit. Bewaffnet mit meinem Outfit husche ich in das große Badezimmer, dass dem eines Schlosses gleicht. Pompös und alles riecht herrlich frisch nach Minze und Limette. Ich liebe diesen Geruch – atme noch einmal tief ein und nehme jedes Aroma in mich auf. Lavendel, Limette, Minze und Sandelholz. Es riecht vertraut, sauber und nach Erlösung.
Wieder denke ich an Luca, der wie ein Stirn im Himmelszelt meine Welt zum leuchten bringt, obwohl er selbst so zerbrochen aussieht. Er hat etwas von einem Kometen, nur ist Luca jedem Stern überlegen, in Allem. In meinen Augäpfeln brennt sich die wunderschöne Hautfarbe ein, die silbernen Juwelen und seine warmen Lippen auf meiner Stirn.
Wie aus Reflex lege ich die freie Hand auf die Stelle, die er geküsst hatte und ertappe mich dabei, wie ich peinlich berührt lächele. Die Röte meiner Wangen würde ich auf mein Fieber schieben, doch da schüttelt mich mein Husten wieder zur Besinnung. Seine warmen Lippen, die so weich und liebevoll sind. Gänsehaut klettert meine Haut hinauf. Es tut gut an ihn zu denken, die bösen Gedanken auszusperren..., doch darf ich das? Darf ich mich nach ihm sehnen? Mein Herz tut weh, sobald er nicht da ist, um mich zu wärmen mit seiner Anwesenheit. Ich möchte ihn berühren und seine Haut unter meinen Fingerspitzen fühlen...
Hastig schüttele ich meinen Kopf und höre mein Genick knacken. Es zieht kurz, doch dann ist er Schmerz schon verebbt.
Ich überwinde mich meine Kleidung nun doch auf einem sauberen Handtuch abzulegen, streife den dreckigen Rest der Klamotten, die ich trage, von mir und stöhne erlöst auf.
Einzig und allein die Hausschuhe trennen mich nun vom Wasser. Nachdem ich sie behutsam ausgezogen habe, sie beiseite stelle und vor dem Becken einer tiefen Wasserstelle stehe, genieße ich das Wasser, dass meinen Fuß berührt. Erst zögere ich den ganzen Fuß hereinzustrecken, doch dann kann ich es kaum noch abwarten und schiebe meinen ganzen Körper in die Hitze.
Das Wasser ist warm, doch nichts im Vergleich zu dem Feuer, welches Luca in mir entfacht, wenn er mich ansieht und in die Abgründe meiner tiefsten Seele versucht zu schauen. Luca...
Ich habe eine Mission! Eilig wasche ich mich, genieße jedes Schrubben und über die Haut gleiten des Lappens, den Touko mir mit gegeben hat. Sie ist so ein liebevoller Mensch – sie Alle sind wundervoll und so furchtbar nett, sogar Hotsuma scheint ein Herz zu besitzen. Mein Blick huscht zu den Hausschuhen, die wohl wirklich 6 Nummern zu groß sind. Ich grinse.
Vielleicht kann ich mich für den Moment einfach wie ein Mitglied ihrer Truppe fühlen und niemand kann mir dieses kurze Gefühl von Liebe nehmen, niemand soll mir dieses vertraute Zuhause nehmen. Auch nicht diese Gedanken. Kanata...
Mein Herz will sich gerade aufbäumen, als ich das Klicken eines Türschlosses hinter mir höre.
„Oh, Yuki, du bist auch hier?“, lächelt mich Shusei freundlich an und streift bereits seine Kleidung ab. Ich werde nervös und weiß nicht wieso. Panik fasst mir um die Kehle und ich drücke mich ganz fest gegen die Fließen.
„Ja, aber ich wollte sowieso gerade,...“, fange ich an zu reden, doch Shusei unterbricht mich mit der Bitte ihm doch noch etwas Gesellschaft zu leisten. Sie haben so viel für mich getan, dass ist das Mindeste und so bekämpfe ich meine Angst und bleibe im Wasser.
„Dir scheint es etwas besser zu gehen?“, erkundigt er sich nach meinem Wohlergehen und erspäht sofort meine roten Wangen und Stirn.
„Ja, dass verdanke ich euch. Vielen Dank!“, presse ich schneller über meinen Lippen und vergesse dabei leise zu sein. Ich will ihnen danken! Doch ich traue mich nicht.
„Das ist schön“, schließt er die Augen und entspannt sich im Wasser, als er den Kopf in den Nacken lehnt. Woher hat er diese Verbrennung? Darf ich das wissen? Eilig schaue ich mich nach einem anderen Punkt um, den ich anstarren kann. Ich will ihm nicht zu nahe treten. Was, wenn ich bereits weiß, woher diese Wunde stammt, aber mich nicht erinnere? Ich will einfach kein Salz in diese Narbe streuen. Sie soll heilen und ich würde der Letzte sein, der ihn mit dieser Frage verletzt oder in eine unangenehme Situation bringt.
Als ich keine andere Quelle finde, der ich meine Aufmerksamkeit widmen kann, wasche ich mich zum dritten Mal gründlich.
„Lass dir Zeit, Yuki. Wir sind hier“, gibt der Braunhaarige von sich und mein Herz wird von einem Schwall aus Wärme und Glück überrannt. Mit einem Wimpernschlag verdränge ich die Träne des Dankes, die sich in meinem Augenwinkel gesammelt hat. Ich quäle mich zu einem Lächeln, denn mehr als diese Geste und meine glasigen Augen habe ich nicht als Dank. Mir fehlen die Worte um das zu beschreiben, was ich fühle. Ich wünsche mir sehr, dass ich bei ihnen bleiben kann. Für immer – egal wie lange es sein würde.
Noch ein letztes Mal wasche ich die vielen Narben an meinem Körper, die dutzenden Wunden und Flecken in den unterschiedlichsten Tönen. Blau. Lila. Braun. Tiefrot.
Wieso heilen sie so schlecht?
„Bei uns ist es anders..., Wunden die von einer geliebten Person, einem Freund oder deinem Zweilt zugefügt werden, heilen nie richtig und vernarben hässlich“, erklärt er mir, als kann er meine Fragen durch meinen Schädel hindurch sehen. Seine Stimme klingt verletzt und ich glaube, ich betrete ein Gebiet, dass noch nicht bereit ist , wieder betreten zu werden. Ich versuche von ihm abzulenken, als ich die Socken über meine Füße stülpe.
„Weißt du, wo meine Narben herkommen, denn ich..., weiß ich nicht?“, log ich mich selbst an, in der Hoffnung, dass meine Träume und Bilder nur dumme Fantasien sind – nicht wahr sein dürfen. Das kann ich nicht ertragen. Er schaut nicht zu mir, doch seine Stimme klingt immer noch gehetzt, verletzt und belegt.
„Du warst in Feindeshand. Sehr lange. Wir wissen nicht viel darüber“, seufzt er, während sein Schopf noch tiefer in das Wasser gleitet. Langsam dämmert es mir, dass ich nicht den Verstand verliere. Es ist geschehen. Kanata..., das Alles. Es ist wahr. Meine Lungen versagen mir den Dienst, doch ich beherrsche mich. Ich habe keine Zeit mich damit zu beschäftigen. Nicht jetzt.
Meine Wangen glühen noch immer und mir ist furchtbar heiß.
Ich ziehe mir nun auch die flauschige Hose an, die weiß und wollig, fast einem Schlafanzug gleicht.
„Das hast du davon, wenn du Touko deine Kleidung aussuchen lässt“, lächelt er amüsiert, während er mich ansieht. Peinlich berührt nicke ich und zucke mit den Schultern. Verdammt!
Ich streife mir nun den ebenso weißen, flauschigen Pullover über, an dessen Kapuze Hasenohren befestigt sind. Das kann doch nicht ihr Ernst sein...? Hilfe?
Mit einem zaghaften Lachen schaue ich mich im Spiegel an und sehe mich. Die zu großen Hausschuhe, die nicht mir gehörten und ein halbes Hasenkostüm? Ich freue mich dennoch darüber, denn der Spiegel verdeckte die Konturen meines Gesichtes zum Glück durch den Dampf.
„Ich gehe dann“, verabschiede ich mich von Shusei, der nur nickend den Kopf unter das Wasser taucht.

Frisch geduscht und nach Limette duftend schiebe ich mich über den roten Teppich, die vielen teuren Wandgarnituren und die unzähligen Topfpflanzen. Ich muss in die Küche, also schleiche ich mich wie ein Geist durch das Anwesen.
Ich erblicke bereits die große Tür der Küche und des Esszimmers und drücke sie auf. Stille.
Niemand scheint da zu sein, um so besser. Mein Blick fällt auf den großen Herd und die peinlich genau angeordneten Pfannenwender. Es riecht frisch und nach bereits gebackenem Brot. Wenn meine Nase mich nicht betrügt ist es kein Tomatenbrot, schade.
Meine Hände sind ganz wund vom Schrubben und doch wasche ich sie ein fünftes Mal bevor ich mir einen Topf hole. Da gibt es nur ein Problem...Ich kenne Luca nicht so gut, dass ich weiß, was er mag...Ich weiß noch nicht einmal was ich mag... Kurz holt mich die Angst wieder ein zu versagen, nutzlos zu sein, aber da gleitet Tooma schon durch die Tür.
„Oh, Yuki? Geht es dir denn schon besser?“, erkundigt auch er sich nach meinem Wohlbefinden. Ich strahle ihn mit so viel Wärme an, die ich aufbringen kann und nicke. Sie sollen aufhören sich so um mich zu kümmern, denn das bin ich nie wert gewesen und werde es sicher auch niemals. Ich bin Dreck.
„Deine Hände, Yuki!“, gibt er entsetzt von sich und ich erkläre ihm, dass ich wohl etwas übertrieben habe beim waschen meines Körpers. Er bittet mich, dass ich das nachher eincremen solle und ich gebe kleinlaut bei. „Ja, versprochen“
„Wieso bist du eigentlich hier? Kann ich dir etwas zubereiten?“, klingelt er mich aus meinen Gedanken, nicht zu wissen, was ich mag.
„Nein..., ich möchte selber..., ich möchte selbst etwas kochen...“, gebe ich schüchtern zurück und wartet bereits auf eine Abfuhr, als Tooma sich bereits die Schütze umbindet und mir zur Seite steht.
„Na gut und was schwebt dir vor?“, lächelt er mich an und ich sehe eine Wärme und eine Freude in seinen Augen glänzen, dass er mich damit fast ansteckt. Er muss das Kochen sehr lieben, wenn er allein bei dem Gedanken in Wallungen gerät..., wunderbar. Wie Luca.
Ich schüttele meinen Kopf. Das sollte ich nicht denken, aber diese Gedanken sind so schön, wann immer er darin vorkommt. Sie geben mir Wärme, wie die Decke, die ich bereits in die Waschmaschine getan habe, die im Badezimmer steht.
„Was mag...,ähm, Luca?“, frage ich, doch Tooma zuckt mit den Schultern.
„Ich habe ihn ewig nicht mit uns essen sehen und weiß es nicht sicher, aber er mochte immer, dasselbe wie du“
„Tomatenbrötchen?“, frage ich etwas irritiert.
Er schüttelt den Kopf und lächelt, wobei das kleine Grübchen in seiner Wange hervor sticht.
„Erdbeerpudding und Vanillepfannkuchen!“, gibt er fast euphorisch von sich und tatsächlich freut sich mein Magen bei der bloßen Vorstellung von Pfannkuchen und Pudding.
„Wollen wir?“, hakte er nach und ein breites Lächeln liegt auf seinen Lippen und ich kann nicht anders, als ebenso begeistert zuzustimmen und zu lachen.
„Sehr gut, könntest du dann das rühren?“, fragt er mir eine Schüssel zuschiebend in der er bereits Milch und Eier, sowie gesiebten Zucker getan hat. Ich nicke und rühre brav und wische mir über meine heißen Wangen. Ich unterdrücke das Husten und es brennt in meinem Brustkorb. Doch es lohnt sich. Er ist es mir wert. Luca ist mir jede Anstrengung wert. Er ist so wundervoll, so warm, so schön.
Tooma scheint sich prächtig zu amüsieren, als ich das ebenso gesiebte Mehl in meinem Gesicht verteilt habe, durch ein Niesen. Verdammt. Aber das Lachen erfüllt auch mich, als ich mich durch das Spiegelbild der eisernen Schranktüren sehen kann.
„Du gleichst nun mehr einem Geist, Yuki!“, feixt er, während er mir etwas Mehl aus den Haaren wuschelt. Ich gehe einen Schritt zurück, weiche ihm nicht rechtzeitig genug aus und seine Hand berührt mein Haar. Ich unterdrücke die Angst, das Gefühl zu fliehen..., weit weg von ihm. Ich will Luca mit dem Essen danken, also halte ich es aus, obwohl es mich sehr viel Beherrschung kostet.
Fast tanzend gleitet Tooma durch deine Küche und sammelt alles zusammen, was er finden kann. Er kratzt das Mark einer Vanille aus und lässt es in einem Topf mit Milch rieseln.
Ich rühre nun eine zweite Fuhre gesiebtes Mehl unter die Masse, in der noch Vanillezucker und etwas Backpulver hinein kommt.

Als endlich die ersten Pfannkuchen in der Pfanne landen, erfüllt mich etwas wie Stolz. Der Pudding kühlt bereits ab und Ich schneide kleine Erdbeeren, nachdem Tooma sie selbst waschen wollte, damit ich nicht zu viel mit Wasser in Berührung kam. Er ist so besorgt um mich. Ich ertrage das schwer. Es liegt wie ein Backstein in meiner Mitte, denn ich will keine Last sein. Keine Probleme machen und doch macht es mir Spaß in der Küche zu stehen, in die sonst keiner freiwillig ein Fuß setzt. Das Brutzeln der Butter in der Pfanne , während die Pfannkuchen an Fluffigkeit gewinnen, lässt meinen Magen knurren, obwohl ich keinen Hunger habe.
„Das machst du richtig gut, Yuki!“, klatscht Tooma begeistert in die Hände und verkündigt, dass er direkt mit Takashiro reden würde, dass ich nun auch in der Küche angestellt bin. Natürlich ist das ein Scherz, aber die Geste finde ich nett und deshalb schmunzele ich.
„Danke“, flüstere ich fast panisch.
Er klopft mir auf die Schulter und mein Herz rutscht mir in die Hose. Er beachtet das zum Glück nicht weiter, denn er muss die Pfannkuchen wenden und auf die Teller legen. Zwei Stück.
„Willst du keinen?“, fragt er mich noch einmal, doch ich verneinte. Seine Brauen schoben sich in der Mitte zusammen und Sorge zeichnet sich in seinem Gesicht ab.
„Du isst nicht genug, oder?“, fragt er nun nach und ich fühlte mich ertappt.
„Doch...,ich...“, versuche ich mich zu rechtfertigen, aber schweige dann doch.
„Das sind dann also drei Teller. Für dich, Luca und für mich.“
Er wartet nicht auf eine Antwort und macht schnell wie der Wind einen dritten Teller fertig. Jeweils zwei Pfannkuchen mit etwas Blaubeeren und Creme, dazu Erdbeerpudding mit frischen Erdbeeren dekoriert und einem Minzblatt als Dekoration.
„Oh, Moment, warte kurz...“, huscht er an mir vorbei und stürmt aus der Küche, nur um genauso schnell wieder hineinzustürmen. Fragend schiele ich ihn an und verstehe nun seinen Ausbruch nicht, aber ich erblicke eine Packung von Süßigkeiten.
„Shusei isst davon sowieso zu viel. Ich tue ihm einen Gefallen!“, lobt er sich selbst, als er die geklauten Mikadostäbdchen in den Pudding drückt und sie so schön anordnet. Ich würde Shusei nicht erklären wollen, wer sich seiner Süßigkeiten bemächtigt hat.
Ich bin wirklich zufrieden, als ich die fertigen Teller sehe.
„Nun mach schon, verschwinde und bring ihm seinen Teller, ehe die Pfannkuchen kalt sind!“, fordert mich Tooma auf, die Küche zu verlassen und das lasse ich mir nicht zwei mal sagen. Ich wasche ein letztes Mal meine Hände, das Brennen ignorierend und stelle die beiden Teller auf ein Tablett, welches ich mit einem Glas Saft bestücke.
Eilig schiebe ich mich die Treppe hinauf, die Hausschuhe sind dabei nicht die beste Begleitung, aber sie schützen mich vor dem dreckigen Boden – ich bin ihnen dennoch dankbar.
Gerade als ich mich zur Tür Lucas schleiche, höre ich ein Rumpeln in seinem Zimmer. Ich halte kurz inne, denn Angst umfasst meine Beine und lässt mich nicht laufen.
Mit alles Kraft drücke ich die Klinke herunter und öffne die Tür, ohne meine Hände vom Tablett zu nehmen.  Es riecht so köstlich fruchtig – süß.
„Luca..?“, fragte ich zögerlich, doch da stehe ich schon mitten im Raum.
„Yuki?!“, kommt die heftige Antwort, wie ein Schwall aus Hitze.
„Ich habe …, ich wollte,...Pfannkuchen und Erdbeerpudding, falls du willst?“, versuche ich mich zu bedanken und doch kommen nur kleine Funken von einem Wort aus mir heraus und nichts macht mehr Sinn, wenn er bei mir ist. Alles scheint zu verschwinden, auch die Fähigkeit zu sprechen.
„Geht es dir gut?“, erkundigt er sich sofort und nimmt mit das Tablett aus den Händen.
„Ja“, versichere ich und schaue zu dem Bett, dass nun irgendwie falsch steht.
„Was hast du gemacht.?“, entgleitet mir die Frage schneller, als ich denken kann. Ich lege den Kopf schief und betrachte das Bett, dass mir in der Nacht als Gemach diente.
„Du warst verschwunden“, gibt er fast kleinlaut zurück.
„Deshalb suchst du mich unter dem Bett?“, hake ich nach, doch er wendet nur sein Kopf vom Bett weg. Ich kann nicht anders und muss hemmungslos lachen und husten gleichzeitig. Luca ist verrückt mich unter dem Bett zu suchen. Ich spüre Muskeln bei meinem Lachanfall, dass ich gar nicht wusste, wo die herkommen.
Luca schaut mich nur entsetzt an und ich kann mich einfach nicht beruhigen und aufhören mich köstlich über sein Verhalten zu amüsieren. Egal welcher Teufel mich da reitet, er kann ruhig noch eine Extrarunde drehen. Mir wurde schon ganz schwindlig von meinem breiten Grinsen und dem Lachen, dass nur stoppt wenn ich huste.
„Yuki“, gibt er seufzend von sich, als er etwas des Mehls von meiner Wange streicht. Mein Herz versagt und ich höre mein Blut laut durch meine Adern rauschen. Seine Miene scheint sich sofort zu entspannen, sobald er mich in seinem Zimmer sieht.
„Ich hoffe du magst es?“, deute ich auf das Essen, das qualmend in kleinen Wolken vor sich hin dampft. Kurz wechselt der den Blick zwischen mir und dem Essen. Ein Funkeln liegt nun in seinen Augen so offensichtlich und es gehört nur mir. Ich will diese Augen mit niemandem teilen und das obwohl ich es nicht wert bin. Ich bin so dreckig.
„Deine Kleidung...Touko?“, fragte er nun sichtlich irritiert, aber seine Lippen formen nun selbst fast etwas, dass wie ein Lachen aussieht. Ich nicke nur und gehe einen Schritt auf ihn zu, den Schnee gegen das Fenster rieseln hörend. Schweigsam wie es nun einmal zu seien scheint sitzt er mir gegenüber an einem kleinen Tisch, den ich gestern gar nicht wahrgenommen habe.
Es stehen auch nur zwei Stühle aus dunklen Holz darum und keine vier, die hier gut und gerne Platz gehabt hätten.
Das Holz quietscht etwas als ich mich setze und er mir einen Teller und das Glas Saft vor die Nase setzt. Ich schüttel den Kopf. „Der Saft ist für dich!“
Er will gerade zum Protest ansetzen, doch ich schiebe es ihm bereits zu seinem Teller und bedeute ihm, dass ich keinen Widerspruch dulde. Er muss essen und zu Kräften kommen. Seine Kleidung saß kaum noch eng an. Seine Schlüsselbeinknochen stechen ebenso hart hervor.
„Und?“
„Köstlich, Yuki.“
Mein Herz macht einen Satz und Glück, Stolz und Zufriedenheit erfüllt mich. Danke, Luca. Für diesen Berg an Gefühlen, die mich wärmen. Tatsächlich scheint es ihm zu schmecken, denn er löffelt die Schüssel als erstes leer und legt einzelne Erdbeeren auf meinen Pudding. Andächtig schaue ich ihn an, aber sage nur samtweich und den Frieden in mir genießend: „Danke.“
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