Blutgruppe AB negativ

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P18
Harry Potter Remus "Moony" Lupin Severus Snape
14.01.2018
27.06.2019
11
27821
34
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
***Ähm, hallo Menschen ... Ich lebe noch. Tatsächlich.
Und wie es sich gehört, hab ich natürlich einen Haufen Ausreden für meine Abwesenheit.
Also der ausschlaggebendster Punkt ist wohl mein akuter Zeitmangel gewesen.
Wie ich auf meinem Profil geschrieben hab, hab ich dieses Jahr mein Abitur gemacht.
Vor zwei Wochen waren meine letzten Prüfungen und letztes Wochenende war der Abiball.
In dem letzten Jahr hatte ich kaum ein Leben bzw. Weihnachten bis zu den schriftlichen Prüfungen im März halt gar keins mehr.
Und das meine ich auch so. Ich kann mich kaum mehr an die Zeit erinnern, weil ich nur gelernt hab.
Aber hey jetzt ist es rum und ich denke es hat sich gelohnt mit einem Schnitt von 1,5.
Also hab ich nicht nur Zeit verschwendet sondern genutzt.
Desweiteren ist Privat einiges los, bezogen auf einen anstregenden Unterhaltsstreit und eine Selbstfindungskrise.
Aber das interessiert ja niemanden. Jetzt hab ich schließlich wieder etwas Zeit und hoffentlich auch Nerven.
Darum viel Spaß mit dem Kapitel.
PS: Sorry falls ihr die anderen noch mal lesen müsst***



Kapitel  5

Der nächste Morgen kam und mit ihm weitere Probleme. Am Vortag hatte sich Harry noch um das Essen drücken können, doch nun wurde er regelrecht von Hermine zur großen Halle geschleift. Das konnte ja nur in einem Desaster enden. Er fühlte sich unbehaglich. Es schien, als würden ihn alle anstarren, als wüssten es alle. Der Junge schüttelte den Kopf. Das war nicht der richtige Zeitpunkt um paranoid zu werden. Nervös setzte sich Harry an den Tisch und griff zugleich zum Wasserkrug, goss sich ein Glas voll ein und leerte es schneller, als Ron in seine Würstchen beißen konnte.
Zweifelnd ließ Harry seinen Blick über den Haustisch der Gryffindors wandern. Er konnte jetzt nicht gerade sagen, dass ihn das Essen ansprach. Dennoch wusste er, dass er es wenigstens versuchen musste, wenn er nicht in Lockharts Büro enden wollte. Unsicher nahm er sich ein Toast und biss ab. Schwerer Fehler. Möglichst unauffällig angelte Harry nach einer Serviette und ließ sein abgebissenes Stück hinein gleiten. Er hatte ein Problem. Ganz eindeutig. Vampire konnten sich offensichtlich nicht von gewöhnlicher Nahrung ernähren. Zumindest nicht, ohne sich direkt danach zu erbrechen. Vorsorglich schob der Knabe seinen Teller ein Stück von sich. Auf weitere Experimente konnte er gut verzichten.
Er hatte das Gefühl beobachtet zu werden und er wusste auch schon ganz genau von wem. Langsam drehte er den Kopf um, blickte am Lehrertisch entlang, bis er ihn sah. Tatsächlich. Lockhart sah ihn direkt an, lächelte siegessicher. Seine Augen blitzten auf. Harry wandte sich ab.
<< Alles in Ordnung? >> Hermine stupste ihn leicht mit dem Arm an.
<< Ich hab nur keinen Hunger. >> murmelte der Junge und nahm sich Wasser.
Das Mädchen runzelte die Stirn. Nachdenklich blickte sie zum Lehrertisch. Snape saß neben Lupin und sah so aus, als würde er ihn jeden Augenblick mit seinem Buttermesser erstechen. Mit einem Mal sah der schwarzhaarige Professor auf und direkt in ihre Richtung. Ihre Blicke kreuzten sich. Mutig hielt ihm Hermine stand. Ob sich Harry wegen dem dunklen Professor so seltsam verhielt? Wäre ja nicht das erste Mal, dass die beiden aneinander gerieten. Genauso die Sache mit Neville. Es war eine Schande. Kompetenz war wirklich etwas anderes. Die schwarzen Augen verengten sich. Sie bohrten sich tief in ihre Augen und schienen auf ihre Seele zu blicken. Mit einem Mal hatte Hermine das Gefühl, dass Snape ihre Gedanken las. War das in der Zauberwelt überhaupt möglich? Vielleicht sollte sie das später mal nachlesen. Sie wandte sich ab. Nachdenklich spähte sie an ihre linke Seite. Etwas stimmte nicht. Harry verhielt sich nicht nur eigenartig, es war mehr und das machte ihr Sorgen. Es wurde allmählich Zeit, dass sie etwas unternahm um der Sache auf den Grund zu gehen.

Anspannung erfüllte Harrys Inneres. Nervös saß er in Wahrsagen und starrte in seine Teetasse. Er musste in die Bibliothek, er musste eine Lösung finden.
<< Und was können Sie sehen, Potter. In Ihrer Tasse da, mein ich. >>
Professor Trelawney beugte sich zu ihm herunter und blickte in seine Tasse. Leicht zuckte sie zurück, sah Harry dann jedoch vorsichtig an. Langsam streckte sie ihre Hand aus und griff nach der Tasse. Harry hob eine Augenbraue.
<< Lesen Sie wieder meinen Tod aus dem Satz, Professor? >>
Die Frau studierte die Tasse, ein besorgter Ausdruck huschte über ihr Gesicht.
<< Nein, mein Junge. >> murmelte die Lehrerin leise und wandte sich dann anderen Schülern zu.
Ron warf dem Schwarzhaarigen einen verwirrten Blick zu und zuckte mit den Schultern. Die Stunde ging zu Ende und Harry war gerade dabei ein Buch in seine Tasche zu packen, als Trelawney ihm eine Hand auf die Schulter legte.
<< Eine dunkle Wolke umgibt Sie, Potter. In der Dunkelheit lauern Gefahren, Sie müssen sich schützen, sonst werden Sie zerstört. Sie werden Schmerz erfahren, so grausamen, grausamen Schmerz und Sie können es nicht verhindern. >>
Harry erstarrte und blickte seine Lehrerin erschrocken an. Wovon sprach sie? Meinte sie etwa ... das konnte sie nicht wissen. Aber welcher Schmerz? Er würde es nicht so weit kommen lassen. Kurz schüttelte der Knabe den Kopf.
<< Harry, kommst du? >> Hermine und Ron standen im Türrahmen und sahen ihn  geduldig an. Schnell nickte der Junge und stolperte auf sie zu.
<< Wenn du mich fragst, Harry, hat Professor Trelawney nicht mehr alle Tassen im Schrank. >> zischte ihm Hermine ins Ohr.
Es war ein offenes Geheimnis, dass der braunhaarige Bücherwurm seine Probleme mit Wahrsagen hatte.
<< Das war unsere letzte Stunde für heute. Haben wir besondere Pläne für den restlichen Nachmittag? >> Ron regelte sich ausgiebig.
<< Wir haben mal wieder einen ganzen Berg an Hausaufgaben auf, Ron. Willst du die etwa wieder aufschieben? >> Hermine warf dem Rotschopf einen tadelnden Blick zu.
<< Ich wäre auch für die Bibliothek. >> murmelte Harry leise.
<< Oh man, ihr seid vielleicht Langweiler. >> stöhnte Ron und verdrehte die Augen.
<< Das heißt, du willst nicht mit? >> Das Mädchen hob skeptisch eine Augenbraue.
<< Doch, dann kann ich meiner Mum wenigstens verklickern, dass ihr einen guten Einfluss auf mich habt. >> Ron lachte leicht und kratze sich am Hinterkopf.

<< Ich hab keine Lust mehr. >>
<< Du hast doch noch gar nichts gemacht. >>
<< Ich hab mehr gemacht, als ich tun wollte. Das muss reichen. >>
<< Dir ist bewusst, dass ich dich nicht abschreiben lassen? >>
<< Ach komm schon, nur ein kleines bisschen. >>
Hermine schüttelte bestimmt den Kopf.
<< Ist ja gut. >> grummelte der Weasley und zog ein Buch zu sich.
Harry bekam von der Rangelei der beiden nicht viel mit. Krampfhaft durchforstete er den Stapel Bücher vor sich.
<< Sag mal Harry, was liest du da eigentlich? >> wandte sich Ron dann seinem Freund zu.
Doch der winkte nur ab. << Nicht so wichtig. >>
Ron beugte sich zu ihm rüber.  << Vampire? Seit wann interessierst du dich denn dafür? >>  
<< Jetzt lass ihn doch mal in Ruhe lesen und mach deine Hausaufgaben. >> zischte das Mädchen.
<< Man Hermine, nach Wahrsagen bist du immer so gereizt. >> gab Ron genervt zurück und dann begann das Rumgezicke.
Harry verdrehte nur die Augen und konzentrierte sich auf seine Lektüre. Das Problem dabei war nur, dass sie ihm nicht half. Nicht ein kleinwenig. Das machte die Sache nicht leichter. Seine Erkenntnisse beschränkten sich soweit auf eine Bestätigung von dem, was er schon wusste oder besser gesagt, vermutet hatte. Vampire konnten sich nicht von menschlicher Nahrung ernähren. Die benötigten Enzyme für den Stoffwechsel fehlten. Stattdessen kam es zu einer Abwehrreaktion, ähnlich einer Allergie in der Muggelwelt, nur stärker. Medizin und Tränke zählten hier nicht dazu. Hauptnahrungsquelle von Vampiren war Blut. Das war ja allgemein bekannt. Ansonsten gab es noch einige wenige Pflanzen, die die Zeit bis zum nächsten blutigen Mal überbrücken könnten. Natürlich handelte es sich dabei um äußerst seltene Pflanzen, die nur schwer zu beschaffen waren. Wirklich großartig. Aber was hatte er denn auch anderes erwartet.
Interessant waren die Informationen zu den Arten von Vampiren. Genau genommen gab es zwei verschiedene Arten. Animalische und menschliche Vampire. Die animalischen Vampire gliederten sich dann noch mal in verschiedene Untergruppen auf. Sie waren leicht als Vampire zu erkennen. Vor ihnen sollten sich nicht nur Menschen, sondern auch alle anderen Blutträger fürchten, denn sie konnten ihren obszönen Blutdurst nicht kontrollieren. Mit den extremen Hautfärbungen wie grau oder dunkelbau, den langen Klauen und den scharfen Reißzähnen unterschiedenen sie sich bedeutsam von den menschlichen Vampiren.
Diese waren schon fast harmlos. Der Blutdurst ist gut kontrollierbar, da die benötigte Menge geringer ist. Allerdings können sich menschliche Vampire auch nur von menschlichem Blut ernähren, tierisches war ausgeschlossen. Sofern sie das Opfer nicht töten, verwandelt es sich ebenfalls in einen Vampir. Diese Gattung der Vampire lässt sich nicht allzu leicht von Menschen unterscheiden, da sie fast wie gewöhnliche Menschen aussehen. Die Tage nach der Verwandlung sind sie am ehesten zu identifizieren, da die Haut kreidebleich wird und die Fangzähne sich ausbilden. Doch nach ein paar Tagen ist davon kaum noch etwas zu sehen. Die Eckzähne sind minimal länger, die Haut leicht blass und die Augen von leichten Schatten umspielt.
Abgesehen von den Eckzähnen würde sich also nichts an Harrys äußerem Erscheinungsbild ändern. Das beruhigte den Jungen ein wenig. Natürlich war ihm bewusst, dass sich sein Körper auch weitere Veränderungen erfahren würde. Geschärfte Sinne für die Jagd auf Menschen. Schnellere Reflexe und ein paar Urinstinkte, also nichts Außergewöhnliches. Blieb nur die Frage mit der Ernährung. Er wollte keinen Menschen beißen und erst recht keinen Mitschüler oder Lehrer. Mal abgesehene davon, dass er körperlich ja wohl kaum in der Lage war jemanden anzugreifen. Also, was sollte er nun tun? Was konnte er überhaupt tun? Einen Moment lang starrte er grübelnd auf die nahegelegene Wand. Ein resigniertes Seufzen verließ ihn. Langsam stand er auf.
<< Wo willst du hin, Harry? >> rief ihm Hermine noch nach.
Der Junge drehte sich nicht um.
<< Ich muss noch etwas erledigen. >> Mit diesen Worten verschwand er aus der Bibliothek. Er hatte nun genau zwei Möglichkeiten und beide gefielen ihm ganz und gar nicht, denn sie machten ihn zum Dieb. Blieb nur die Frage, wen er bestehlen würde. Madam Pomfrey oder Professor Snape?  

Ein und aus. Langsam. Ein und aus. Nur keine Panik. Er würde es schaffen. Rein und raus. Eigentlich einfach. Zittrig stand Harry vor dem Krankenflügel. Es war weit nach Speerstunde. Nicht einmal Snape war mehr auf seiner Patrouille unterwegs. Das war seine Gelegenheit. Leise öffnete er die Tür, huschte in den Krankenflügel und verschloss sie sogleich. Er hatte Glück, keine Patienten. Auf Zehenspitzen schlich er zum Büro der Heilerin. Er wusste, dass Madam Pomfrey ganz in der Nähe ihre Privaträume haben musste. Mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit waren diese mit ihrem Büro verbunden. War ja auch logisch. Langsam strecke er die bebende Hand nach der Türklinke aus. Verschlossen. Harrys Herz setzte für einen Moment aus. Er schloss die Augen, atmete tief durch. Vorsichtig angelte er seinen Zauberstab aus der Tasche.
<< Alohomora. >> wisperte der Knabe mit kaum hörbarer Stimme.
Ein Klicken. Kaum fünf Sekunden später war er im Büro und versteckte sich unter seinem Tarnumhang in einer der fünf Ecken, die zwei Türen dabei stets im Bick. Mit angehaltenem Atem wartete er ab. Eine Minute, zwei Minuten, drei Minuten. Er war sicher. Schnell warf er den Umhang ab und durchforstete das Büro. Der Medizinschrank war nicht zu übersehen und nahm über die Hälfte des Büros in Anspruch. Die andere Hälfte versank im Pergamentchaos. Ungewöhnlich. Das hatte er von der Heilerin nicht erwartet. Noch immer etwas zittrig begann Harry den Medizinschrank zu durchsuchen.  Die letzten zwei Tage hatte er damit verbracht jedes Buch über Zaubertränke und Salben zu verschlingen. Er hatte sich vorbereitet. Nur nicht hektisch werden. Konzentriert sammelte er sich alles raus, was er gebrauchen konnte. Natürlich nahm er von einem Trank nicht alles. Soviel Anstand hatte er dann doch noch. Notfälle konnten schließlich immer passieren.
Eine halbe Stunde später hatte er seine Tasche gefüllt. Das schlechte Gewissen durchdrängte seine Seele. Doch das war noch immer besser als Lockhart. Säuberlich verschloss er den Schrank wieder. Langsam stieg Nervosität in ihm auf. Er war noch nicht fertig. Auch wenn er keinen Menschen beißen wollte, musste er doch auf Nummer sicher gehen. Sein Atem beschleunigte sich, als er die Schülerakten durchstöberte.  Seit wann gingen denn so viele Kinder nach Hogwarts. Schweiß trat auf seine Stirn. Überraschenderweise wurde er schon nach zehn Minuten fündig. Aber das half ihm nicht weiter. Der Schüler war Brian Thomas, ein Erstklässler und dem Bild nach zu urteilen ein ganz schmächtiges Bürschchen. Das konnte er nicht tun. Selbst wenn er sich zu dieser Schandtat hinreißen lassen würde, würde es der Kleine wohl kaum überleben. Schnell tat er die Akte weg und suchte weiter.
Eine halbe Ewigkeit später hatte ihn gänzliche Verzweiflung gepackt. In seiner eigenen Akte hatte er seine Blutgruppe überprüft und tiefe Niedergeschlagenheit durchdrang sein Inneres. Blutgruppe AB negativ. Er hatte keine Chance und das Schlimmste daran war, dass neben Brian und ihm kein weiterer Schüler diese Blutgruppe besaß. Vielleicht gab es ja jemanden unter den Lehrern. Nur war die Frage, ob er es schaffen würde einen Erwachsenen zu überwältigen. Wohl kaum. Doch sicher war sicher. Also beeilte er sich bei den Lehrerakten.
Nichts, nichts, doppelt nichts. Langsam begann er die Hoffnung aufzugeben. Die Akten waren fast durch. Dann wäre da nur noch Professor Snape. Seufzend öffnete er die Akte. Augenblicklich rutschte sie ihm aus den Händen. Schnell hob er sie wieder auf. Er hatte sich nicht verlesen. Professor Severus Snape, geboren am 9. Januar 1960, Blutgruppe AB negativ. Es war Ironie des Schicksals. Doch einen Moment mal. 1960? Dann war Snape ja erst Anfang Dreißig. Das konnte nicht sein. Er sah so alt aus. Ein saurer Ausdruck machte sich auf Harrys Gesicht breit, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Auch wenn er den Gedanken nicht gern hatte, aber Snape war dann wohl seine eiserne Reserve.
Gedankenversunken starrte der Knabe weiter auf Snapes Akte. Es dauerte einen Augenblick bis er wieder zur Besinnung kam. Als sich sein Geist an die neuen Umstände gewöhnt hatte, schüttelte er kurz den Kopf und beeilte sich dann, die Akten wieder ordentlich wegzuräumen. Anschließend widmete er sich dem Schreibtisch der Heilerin. Mit den Pergamentrollen legte er schnell eine kleine Nachricht „SORRY“. Das machte seine Tat nicht besser, aber was sollte er den tun? Er seufzte kurz, schnappte sich seine Tasche und warf den Tarnumhang über. Dann verließ er den Krankenflügel.
Die Sonne würde bald aufgehen. Hoffentlich hatte sich sein kleiner Ausflug wirklich gelohnt. Die Frage war nur, wie er sich in Zukunft vor dem Essen drücken konnte. Hermine beobachtete ihn wie eine wildgewordene Drachenmutter. Vielleicht war es besser, wenn er sich distanzierte. Dann würde es nicht schmerzhaft werden, wenn Ron und Hermine ihn verließen, wenn sie von seinem Wesen erfuhren. Noch geknickter als zuvor schlurfte der Junge die Flure entlang. Es war eine Katastrophe.

<< Severus! Severus, mach die verdammte Tür auf! >>
Wild hämmerte Lupin gegen die schwere Holztür zu den Privaträumen des Tränkemeisters. Es dauerte einen Augenblick und die Tür wurde geöffnet.
<< Hast du nichts Besseres zu tun, als meine morgendliche Ruhe zu stören? >> schnarrte Severus sogleich.
<< Spar dir deine schlechte Laune fürs Frühstück. Bei Madam Pomfrey wurde letzte Nacht eingebrochen. >> giftetet der Braunhaarige zurück.
<< Bitte? >> Schnell war Severus aus seinen Räumen getreten.
<< Madam Pomfrey ist außer sich. >>
<< Dann sollten wir uns beeilen. >> Im schnellen Laufschritt durchquerten sie die langen  Flure.
<< Ich hab ihr schon hundertmal gesagt, dass sie einen Alarmzauber auf ihr Büro legen soll. Das ist schließlich nicht zum ersten Mal passiert. >>
<< Ist es nicht? >>
Severus sah seinen Kollegen an. << Nein ist es nicht. Jedes Jahr kommt das mal vor. Mindestens einmal. Es fehlt nie viel. Ein paar Tränke, meist Heiltränke, aber ansonsten kein großer Verlust. Natürlich ist es trotzdem ein schweres Vergehen. >>
<< Wie hart werden die Schuldigen bestraft? >>
<< Nicht hart genug, wenn du mich fragst. >> kam es dunkel von dem Professor, dann wurde seine Stimme etwas weicher << Aber wenn man bedenkt, dass es Heiltränke sind, die gestohlen werden, kann man es ihnen wohl nicht allzu übel nehmen. Wer weiß wofür sie die gebraucht haben. >>
Eine kurze Pause entstand.
<< Sag mal, Severus, kann es sein, dass die Schüler kein Vertrauen zu den Erwachsenen haben. >>
<< Nicht mehr. Das war mal anders. Wenn ich nur an Minervas Bestrafungsmethoden denke. Ich weiß nicht, ab du es schon erzählt bekommen hast, aber in Potters ersten Jahr haben er, Weasley und Granger einen Troll an Halloween besiegt. Am Ende haben sie dafür fünf Punkte für Gryffindor erbeutet, aber als sie eines Nachts bei Hagrid waren, verloren sie 150. Zudem mussten sie in den Verbotenen Wald. Diese Willkür ist nicht selten. Im Allgemeinen sind die Kinder hier vielen Gefahren ausgesetzt und seitdem Potter nach Hogwarts geht, ist es noch schlimmer geworden. Der Junge ist ein Gefahrenmagnet. >>
Der dunkle Professor räusperte sich kurz.
<< Nun ja außerdem sorgen die Häuser zu einer gewissen Rivalität. Die Schüler wollen sie messen, zeigen welche Fähigkeiten sie besitzen, welche Kräfte. Hin und wieder stoßen wir bei unseren Patrouillen auf Duelle. Manchmal übertreiben es die Schüler dabei. >>
<< Dann gehen sie lieber das Risiko ein und stehlen Heiltränke, als dass ihr Haus einen ganzen Haufen Punkte verliert und die Kameraden ihnen das nicht verzeihen. >> stellte Lupin fest.
Severus neigte leicht den Kopf.
<< Und was ist mit dir? >> Lupin sah ihn mit einem mal kritisch an.
<< Wie meinst du das? >>
<< Nun ja, du spielst hier gerade den Moralapostel, bist aber selbst kein besonders guter Lehrer. Die Sache mit Neville ist noch lange nicht vergessen. >>
<< Ach Lupin, du solltest wissen, dass ich kein netter Geselle bin. >>
Der Braunhaarige blieb kurz zurück, holte aber schnell wieder auf.
<< Das ist deine Entschuldigung? Du bist vielleicht ein Idiot! >> Und prompt hatte Lupin Severus gegen den Hinterkopf geschlagen.
<< Was fällt dir ein? >> Empört starrte Snape seinen Kollegen an.
Doch dieser blieb unbeeindruckt.
<< Komm jetzt. >>
Den Rest des Weges gingen sie schweigend nebeneinander her. Schon vom Eingang des Krankenflügels konnten sie die Heilerin wettern hören.
<< Na wenn ich den Lausebengel erwische, der kann was erleben. >>
Sie betraten das Büro. << Severus, da bist du ja endlich. Es ist schon wieder passiert und diesmal ist der Verlust nicht mehr tolerierbar. >>
<< Es wird nicht lange dauern, dann ist dein Schrank wieder aufgefüllt. Zeig mir doch erst mal, was alles fehlt. >> Severus sah die Heilerin ruhig an.
Die schnaubte nur und öffnete die Schranktüren.
<< Oje, das ist heftig. >> stieß Lupin geschockt aus.
<< So schlimm war es noch nie. >> Madam Pomfrey setzte sich an ihren Schreibtisch und schnaubte erneut.
<< Und dann diese Nachricht. Ein ganz lustiges Bürschchen. >>
<< Nachricht? Lass mal sehen. >> Lupin begutachtete den Schreibtisch.
Severus beugte sich leicht über seine Schulter.
<< Scheint als wäre das ernst gemeint. >>
Die Stimme des Professors war ruhig.
<< Wie kommst du darauf? >> Madam Pomfrey blickte ihn überrascht an.
<< Das ist doch kein alberner Jungenstreich. Poppy, Kinder stehlen keine Heiltränke, weil sie dich auf die Schippe nehmen wollen und erst recht nicht in der Menge. >>
<< Was fehlt denn? >> fragte der braunhaarige Lehrer neugierig.
<< Hauptsächlich Stärkungstränke, Nährtränke, ein paar wenige Heiltränke und ziemlich viel vom Traumlostrank. Der ist so gut wie leer. Von den anderen sind vielleicht noch fünf Portionen übrig. In Kombination mit der Nachricht, war das kein freiwilliger Akt. Wir haben wohl einen Schüler, der in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. >> Severus notierte sich die Tränke, die er zu brauen hatte.
<< Wieso unternimmt denn keiner was dagegen? Was ist das hier eigentlich für eine Schule? >> fluchte Lupin erbost.
<< Dieselbe wie vor zwanzig Jahren. Da hat sich nichts geändert. >> Mit diesen Worten verließ Severus das Büro der Heilerin.
Remus sah ihm noch nach. Irgendetwas war seltsam an ihm. Der dunkle Professor wusste doch über die Missstände Bescheid, aber er unternahm nichts. Teilweise verschlimmerte er alles sogar noch.  Dabei kannte er die Auswirkungen. Das machte doch keinen Sinn. Er warf Madam Pomfrey einen flüchtigen Blick zu. Sie wandte sich ab. Merkwürdig. Er brauchte Antworten. Langsam ging er auf die Tür zu und schloss sie.
<< Wir müssen uns unterhalten. >>



***Hey ich bin's noch mal.
Ich wollte noch kurz loswerden, dass mir meine lange Abwesenheit echt leid tut.
Vor allem dachte ich, ich hätte mehr als vier Kapitel gepostet. Hatte ich aber wohl nicht.
Also ich heute in mein Dokument hineingeguckt hab, waren da plötzlich um die 70 Seiten und nur um die 22 Seiten waren die ersten 4 Kapitel.
Das bedeutet, ich habe wohl einiges vorgeschrieben.
Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr recht daran erinnern, dass ich das alles geschrieben hab bzw wann.
Aber das ist ja nur gut, weil ich jetzt regelmäßig posten kann, damit mir keiner mehr böse ist und mich alle wieder lieb haben. Hoffentlich.
Tentakelige Grüße***
Review schreiben