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Moonlight - Wie es hätte weitergehen können...

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18
Beth Turner Josef Kostan Mick St. John
14.01.2018
17.03.2018
4
7.502
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22.01.2018 1.682
 
Beth schlief seelenruhig neben mir und hatte ihren Körper um meinen geschlungen. Es war ein wunderbares Gefühl sie so nah bei mir zu haben und ihre Wärme zu spüren, jedoch war es dem Vampit viel zu warm und ich verspürte den Drang mich in meine Kühltruhe zu legen und ein wenig zu schlafen. Ein Teil von mir trauerte um meine Zeit am Mensch, in der es mir möglich gewesen wäre, bei Beth im Bett zu schlafen. Aber als Vampir brauchte ich nun mal ab und an diese makabere Abkühlung. Außerdem musste ich unbedingt mit Joseph reden, um mir über ein paar Sachen klar zu werden.

Ich befreite mich aus Beths Umarmung und küsste sie sanft auf die Stirn. Dann erhob ich mich und klaubte meine Sachen vom Boden zusammen. Auch Beths sammelte ich ein und legte sie auf dem Stuhl neben ihrem Bett zusammen.

Während ich mich anzog, suchte ich auf Beths Schreibtisch nach Zettel und Stift. Ich wollte Sie auf keinen Fall ohne eine Nachricht hier alleine zurücklassen. Mit Hilfe meiner feinen Nase fand ich schnell ein leeres Blatt Papier und einen Kugelschreiber.

Als ich fertig angezogen war, setzte ich mich an den Schreibtisch und schrieb meiner Geliebten in meiner geschwungenen Schrift eine Nachricht:


Meine geliebte Beth,

Danke für die wundervolle Nacht und deine bedingungslose Hingabe.
Ich schaue dir noch lieber beim schlafen zu als ich dir beim Essen zuschaue.
Aber leider benötige ich ein paar Dinge in meiner Wohnung, insbesondere meine Kühltruhe.
Und ich muss wohl mal mit Joseph über die Zukunft einer gewissen Vampir-Mensch-Beziehung sprechen. Ich möchte, dass es mit uns funktioniert und ich werde alles dafür tun.
Ich hoffe, ich bin das erste an das du denkst, wenn du heute früh erwachst. Ich werde im Gedanken bei dir sein.
Ich würde mich freuen, dich so schnell wie möglich wiederzusehen. Komm doch in meine Wohnung, sobald du möchtest… vielleicht bringst du ja ein paar Sachen mit, damit du ein paar Tage bei mir bleiben kannst? Um deine Bedürfnisse wie Schlaf und Essen werde ich mich mit Vergnügen kümmern.
Ich liebe dich!

In Liebe,
Mick


Mit einem letzten Blick auf meine Beth, die irgendwas im Schlaf murmelte, ging ich aus dem Schlafzimmer, griff meinen Mantel am Boden und zog ihm rasch an. Im nächsten Moment war ich bereits aus der Tür getreten und schloss sie geräuschlos hinter mir.

Es tat mir weh, Beth alleine zurückzulassen, aber es war anders nicht möglich. Ich hatte viel zutun und musste wohl oder übel auch ein paar Stunden in meiner Kühltruhe schlummern.

Ich ging rasch die Liste im Kopf durch: Joseph besuchen, solange es noch dunkel war; ein paar Stunden schlafen; ein Bett und Lebensmittel kaufen; das Bett aufbauen…

Ja ich habe viel zutun!, dachte ich und machte mich auf dem Weg zu Joseph.



Joseph empfing mich gut gelaunt in seinem Büro. Er betrachtete mich prüfend, suchte nach dem Grund meines Besuchs, bevor er mich begrüßte. „Hallo Bruder! Du siehst irgendwie… verändert aus. Diesen Blick hab ich ja schon lange nicht mehr an dir gesehen. Du wirkst ja fast glücklich… Was führt dich zu mir am frühen Morgen?“ Er sah aus dem Fenster. „Ich wollte eigentlich gleich in die Kühlung verschwinden. Und wenn ich dich so ansehe, hast du das wohl auch mal nötig. Zu viele körperliche Aktivitäten?“  fügte er lächelt hinzu.

Ich ging nicht weiter auf seinen Kommentar ein. „Ich muss mit dir reden, Joseph!“

„Das hab ich mir gedacht – es geht um Beth, nicht wahr? Du bist endlich über deinen Schatten gesprungen und es gab heißen Vampir-Sex!“, sagte er mit einem anzüglichen Lächeln und klatschte aufgeregt in die Hände.

Ich verdrehte die Augen. „Wie du es auch immer nennen willst, ja – wir sind nun zusammen…“ ich überlegte kurz und fügte hinzu „…hoffe ich.“

„Was heißt denn hier „hoffe ich“? Also nach meiner Erfahrung ist man nach gutem Sex entweder zusammen oder nicht. Oder ist sie etwa nicht gut im Bett?“ Er kicherte. „Oder bist du aus der Form, Mick?“

Ich schwelgte kurz in Erinnerung an den Sex mit Beth. Wie wunderschön und perfekt ihr Körper war und wie erregend es alleine war sie zu berühren. Wie es sich anfühlte, in sie ihre Enge einzudringen und mich in ihr zu bewegen; und ihre steigende Erregung. Und schließlich der Geschmack ihres Blutes, das herrliche Gefühl wie es meinen Körper zu beherrschen begann und wie das Gefühl uns beide schließlich zu Höhepunkt brachte. Nie war ich in solcher Ekstase gewesen. Oh man, alleine die Erinnerung daran lässt mich wieder hart werden, dachte ich, als mein Unterleib sich regte.

Entschieden schüttelte ich den Kopf, auch um meine Gedanken wieder zu ordnen. „Du liegt leider komplett falsch, Joseph!“, sagte ich ein wenig schwer bei Atem.

„Ja?“, gab Joseph zurück und zog eine Augenbraue hoch. „Soweit ich weiß gab es seit Coraline ja keine Frau mehr in deinem Leben mit der du in irgendeiner Weise intim gewesen warst. Schließlich bin ich gut über dich informiert.“

„Da hast du recht, aber ich frage mich, Joseph wir du es schaffst neben deinen vielen Verpflichtungen und Aktivitäten auch noch mein Leben zu überwachen.“

Joseph lachte herzhaft. „Ja, bei meinen vielen Frauen und anderen Vergnügen ist es schwer auch noch an deinem Leben teilzuhaben, aber ich bin ein talentierter Mann und habe viele Mittel und Fähigkeiten.“

„So wie du redest, sollte ich dich wohl anfangen zu verehren und stolz darauf sein, dass du mein Stiefvater bist.“, neckte ich ihn.

Er bleckte triumphierend die Zähne. „Ich dachte, das tust du schon längst, so wie alle die mich umgeben.“ Dann knurrte er leise. „Und muss ich dich erst dazu zwingen, mich nicht so zu nennen?“

„Ich glaube es gibt schon genug Leute, die dich wie einen König behandeln. Ich bleibe lieber mein eigener Herr!“

Joseph warf arrogant den Kopf zurück und ging hinüber zu seiner Minibar. „Kann ich dir einen Drink anbieten? Es ist gewiss nicht so gut wie Beths Blut aber aber es beruhigt die Nerven.“

Ich leckte mir nickend über die Lippen. An den Geschmack von Beths Blut erinnert zu werden, ließ meinen Magen und meinen Unterleib rumoren. „Du denkst, ich habe ihr Blut getrunken?“

Während Joseph uns beiden Blut aus einer der A Positiv Konserven, die ich ihm geschenkt hatte, einschenkte, lachte er wieder. „Ach komm schon Mick! Ich hatte sooft Sex mit Menschenfrauen, ich weiß wie das läuft. Du kannst dich nicht beherrschen, wenn du ihnen so nah bist. Wahrscheinlich hat sie dich sogar darum gebeten und es hat euch beide schließlich zum Höhepunkt gebracht.“

Joseph reichte mir ein Glas und ich nahm einen kräftigen Schluck vom A Positiv. Er hatte recht, es war nicht ansatzweise so schmackhaft wie Beths Blut, aber es half mir nicht wieder die Kontrolle über meinen Körper zu verlieren. Seine Worte hatten mich direkt wieder in die letzte Nacht verfrachtet und ließen meine Unterleib beben.

„Schon gut,“ sagte Joseph schalkhaft und gönnte sich ebenfalls einen Zug aus seinem Glas „Du brauchst es sowieso nicht leugnen. Deine Reaktionen sind Antwort genug. Aber du möchtest bestimmt noch über das das Mensch-Vampir Beziehungsthema reden oder? Ich spiele gerne deine beste Freundin zum bereden deiner Beziehungsprobleme. Das ist irgendwie witzig.“

Ich versuchte mich nicht über seinen Spott zu ärgern. So was Joseph nun mal und ich schätze ihn, trotz seiner Überheblichkeit und seinem losen Mundwerk.

Joseph genehmigte sich einen weiteren Schluck A Positiv und sah mich eindringlich mit seinem erzähls-mir-Blick an. „Also wie willst du es angehen? Wirst du es versuchen? Oder zweifelst du daran, ob du es willst? Die Ewigkeit kann eine lange Zeit sein.“

Ich nahm einen weiteren Schluck A Positiv. „Die Ewigkeit mit meiner Beth zu verbringen wäre wohl das geringste Problem. Ich liebe sie, und das schon eine ganze Weile. Aber falls sie es wirklich möchte, wüsste ich nicht, ob ich ihr das überhaupt antun könnte.“  Abgesehen davon kam mir immer Sarah in den Sinn, gefangen in einer Zwischenwelt. Ich hatte schließlich noch nie jemanden verwandelt.

„Wenn das dein einziges Problem bei der Sache ist, dann solltest du nicht mit mir, sondern mit Beth darüber reden. Und am besten nicht erst in ein paar Jahren. Frauen wollen immer wissen, wie es in ihrer Beziehung steht.“

Seufzend strich ich mir durch die Haare, leerte mein Glas und stellte es auf Josephs Schreibtisch ab. „Du hast wohl ausnahmsweise mal recht, lieber Stiefvater.“, sagte ich und musste lachen, als Joseph bei dem Wort leise knurrte. „Danke für deinen überaus fungierten Rat.“

Er grinste breit. „Ich habe immer recht! So… darf ich jetzt Schlafen gehen?“

Ich funkelte ihn auffordert an. „Nicht ganz… kennst du ein gutes Bettengeschäft?“



Ein wohliger Schauder überkam mich, als ich mich eine Stunde später in meine Kühltruhe legte. Die Kälte umfing mich und ich konnte mich endlich entspannen.

Ich hatte soweit alles erledigen können: ich hatte eine, doch ein wenig aufschlussreiche, Unterhaltung mit Joseph; das Bett, das ich nach einer langen Debatte mit Joseph über die richtige Matratze für Beth ausgesucht hatte, würde am frühen Nachmittag geliefert und aufgebaut werden und die  Lebensmittel aus dem Supermarkt-Onlineshop, den ich gerade entdeckt und als sehr nützlich befunden hatte, würden heute Abend geliefert werden.

Während ich immer ruhiger wurde und in eine Art Starre verfiel, trug ich jedoch einem Teil meiner Gedanken auf, einen Ort in meiner Wohnung zu finden, wo das bestellte Bett überhaupt hinpasste.
Mist! Warum habe ich da eigentlich nicht eher dran gedacht?

Mein Penthouse war zwar ganz geräumig, aber bis auf eine kleine Abstellkammer, die wohl zu klein für ein Bett war, hatte ich bei meinem Einzug für jedes Zimmer einen Nutzen gefunden. Unten war nur mein Wohnbereich mit Küche und mein Arbeitsbereich. Oben hatte neben Badezimmer, Ankleidezimmer und, nennen wir es mal „Kühltruhen-Raum“, mein zweites, privates Arbeitszimmer mit anschließenden Hinterzimmer für Akten seinen Platz gefunden.

In das Hinterzimmer sollte theoretisch aber mein ganzes Büro reinpassen, dachte ich und räumte in meinen Gedanken schon einmal alle Möbel in den anderen Raum. Zumindest in meinen Gedanken passte alles wichtige rein. Ich musste also nachher nur noch umräumen.

Zufrieden sank ich in einen tiefen Schlaf. Die Nacht mit Beth wiederholte sich in meinen Träumen....
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