Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wo Schatten ist, ist auch Licht

GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
13.01.2018
04.05.2021
20
67.197
46
Alle Kapitel
64 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
04.05.2021 3.425
 
Hallihallo,

Tja, nun hat es mich auch erwischt gehabt und ich lag ein paar Tage flach. Deswegen kommt das Kapitel mit sehr viel Verspätung. Es tut mir leid!

*In die Ecke der Schande geh und schäm*

Gott sei Dank kein Corona. :)

Jetzt aber geht es mir wieder besser und ich konnte endlich das Kapitel fertig stellen. Ohne Kopfschmerzen und ohne Übelkeit.

Ein herzliches Danke an alle, die mich bis hierhin so toll unterstützt haben.
42 Empfehlungen!!! Ich freu mich wie verrückt. Über die Reviews und die Favoriteneinträge freue ich mich genauso dolle!

Jetzt aber will ich euch das neue Kapitel nicht vorenthalten.

Viel Spaß

Eure Queenslayer

---------------------------------------

Ein Trank und Hindernisse


Der heiße Kessel blubberte auf dem bläulichen Feuer vor sich hin.

Dampfschwaden, die sich schraubenartig in die Luft drehten, verwandelten das Labor in eine finnische Sauna und Hermine hatte bereits ihren Umhang abgelegt, die Ärmel ihrer Bluse hochgekrempelt und die ersten drei Knöpfe aufgemacht. Ihre Haare hatte sie streng nach hinten gebunden und versucht, einen Dutt aus ihrer Haarpracht zu drehen, allerdings löste dieser sich bereits auf, als ihre Haare begannen, von der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit, sich mehr als sonst zu kringeln.

Severus ging es nicht viel anders. Auch er hatte seine üblichen, schwarzen Roben ausgezogen und stand nur in T-Shirt und einer dünnen Hose vor dem Kessel, in dem er gerade kräftig siebenmal gegen den Uhrzeigersinn rührte. Auch er hatte seine Haare zurück gebunden und wischte sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn.

Ab und zu warf er Hermine einen prüfenden Blick zu, welche sich konzentriert über die sieben Zutaten gebeugt hatte und ihren weißen Speicherkristall in den Händen hielt. Sie hatte beschlossen, die Magie, die sie umleiten wollte, gleichmäßig auf alle sieben Zutaten zu verteilen. Dafür musste sie die Magie in sieben Strahlen bündeln, eine Aufgabe, die eine eiserne Konzentrationsfähigkeit voraussetzte. Schon der kleinste Fehler konnte sie beide in die Luft jagen. Und Severus war sich zwar nicht ganz sicher, aber womöglich konnte die daraus folgende Explosion sogar das Schloss in seinen Grundmauern beschädigen.

Immerhin war es eine Menge magischer Energie, die Hermine da gespeichert hatte.

„Okay, ich fange an“, sagte Hermine und Severus sah, wie sie ihre Augen hinter ihren Okklumentikschild glasig wurden.

Es war eine gute Methode, um umherschweifende Gedanken zu kontrollieren, dachte Severus anerkennend und nickte zufrieden.

Er beobachtete Hermine dabei, wie sie die Augen schloss und ihre Magie in den Stein schickte.

Nonverbale, stablose Magie war schon immer schwierig zu meistern und er war milde überrascht, wie leicht es ihr inzwischen fiel. Nicht zuletzt daher, dass sie in den letzten Tagen immer wieder an dem Kristall geübt hatte, den Fluss der Magie zu spüren und zu lenken. Hermine hatte mittlerweile ein verdammt gutes Gefühl für magische Energien entwickelt und Severus bezweifelte, ob er oder sogar Dumbledore es besser beherrschten.

Wenn die junge Frau so weiter machte, dann könnte sie binnen einiger Jahre Voldemorts Horkruxe mit einen Gedanken auslöschen. Severus war jedenfalls bereit, sein gesamtes Vermögen und alles, was er besaß, darauf zu verwetten.

Vorausgesetzt, Hermine würde durch den Machtzuwachs nicht irre und eine dunkle Lady werden.

Severus hatte plötzlich eine erschreckende weibliche Version von Voldemort vor seinen Augen und schüttelte sich. Gott bewahre!

Hermine hatte in der Zwischenzeit damit begonnen, die Energie aus dem Stein zu ziehen und in sieben Strahlen zu splittern, die bunt schillernd die Zutaten umhüllten wie ein Netz.

Severus fand es faszinierend, diese Prozedur zu sehen.  Er selber hatte es nur einmal an einer bestimmten Zutat versucht und es hatte ihn komplett ausgelaugt. Das gleich mit sieben Zutaten zu sehen, war durchaus beeindruckend.



Hermine dagegen versuchte, alles andere um sich herum auszublenden und konzentrierte sich nur auf die sieben Zutaten, die vor ihr lagen. Sie durfte den Magiefluss unter gar keinen Umständen unterbrechen, denn sonst war die ganze Arbeit umsonst.

Ein leichtes Vibrieren ging von dem Kristall in ihren Händen aus und sie umschloss ihn fester. Der stetige Magiestrom fühlte sich warm und vertraut an. Wie ein verlängerter Arm.

Jetzt, wo der erste Teil geschafft war, mussten die Zutaten  nun die Magie auch speichern.

Mit aller Kraft ihrer Gedanken senkte sie das Netz aus goldenen Fäden, welches sich um die Zutaten gelegt hatte, hinunter. Sie zog das Netz immer enger, bis es sich wie eine zweite Haut um die Zutaten legte.

Mit einem tiefen Atemzug ließ Hermine nun die Magie in die Zutaten hinein sickern, stellte es sich bildlich vor ihrem inneren Auge vor und befahl im Geiste der Magie, sich ihrem Wunsch zu beugen, ohne dabei die kostbaren Zutaten zu beschädigen.

Ein sanftes Summen erfüllte dabei ihre Ohren. Hermine hatte das Gefühl, als würde ihr eigene Magie dazu singen. Es war seltsam und doch nicht unangenehm.

Plötzlich zupfte etwas an ihrem Verstand und ein Strudel aus vielen unterschiedlichen Bildern riss sie fast von den Füßen. Hastig verstärkte sie ihre Okklumentikschilde und verbannte die Bilder in ihren hintersten Gedanken.

Durch die Berührung der Zutaten mit ihrer Magie konnte sie das vorherige Leben der Zutaten sehen.

Obwohl es sicher interessant gewesen wäre, war es nicht der richtige Zeitpunkt, sich damit abzulenken. Hermine erkannte, dass sich die Magie nun verankert hatte und gab noch ein wenig mehr hinein.

Währenddessen vibrierte der Kristall immer stärker in ihren Händen und ihr Mal begann zu kribbeln.

Der Kristall war an seinem Ende angelangt, erkannte Hermine plötzlich, und das Mal half nach und sandte automatisch einen machtvollen Strom an Magie nach.
Sehr viel länger konnte Hermine den Druck nicht mehr aushalten.

Endlich, nach gefühlten, ewigen Stunden, war Hermine fertig und sie durchtrennte die Verbindung.

Erschöpft taumelte sie nach hinten und wurde sanft von Snape aufgefangen, der sie nicht einmal aus den Augen gelassen hatte.

Sie schaute zu ihn hoch, mit dem Rücken an seine Brust gelehnt, seine Hände auf ihren Schultern und lächelte schwach.

„Ich habe es geschafft“, flüsterte sie leise und eine Welle der Erschöpfung schlug über sie zusammen.

Snape schaute sie besorgt an, überlegte kurz und hob sie kurz entschlossen hoch, um sie in seine privaten Räume zu bringen.

Dort angekommen legte er sie sanft auf das Sofa.

„Ruhen Sie sich einen Moment aus, Miss Granger“, sagte er leise. „Ich werde den
Trank fertig stellen.“

Hermine nickte schwach und schloss die Augen. Sie spürte eine plötzliche Müdigkeit in ihren Knochen und es konnte sicher nicht schaden, ein wenig die Augen zu schließen.



Severus schaute kopfschüttelnd auf das junge Mädchen hinab und sein Blick fiel auf den Kristall, welchen sie immer noch umklammert hielt.

Hermine war längst in einen ruhigen Schlummer verfallen und sicherlich komplett ausgelaugt.

Er beugte sich vor und zog ihr sanft den Kristall aus den Fingern. Stirnrunzelnd bemerkte er, dass von dem Kristall nun keinerlei magische Energie mehr ausging. Der Kristall war leer. Hermine schien jeden einzelnen Tropfen für die Zutaten verwendet zu haben.

Und womöglich hatte sie noch einiges an eigener Magie hinzu gegeben.
Vorsichtig legte er ihr eine Hand auf die Stirn. Sie war eiskalt.

„Verdammter Merlin“, fluchte Severus beherzt und hexte einen Stärkungstrank und einen Aufpäppeltrank zu sich.

Diese verdammte Hexe hatte viel zu viel ihrer eigenen Magie gegeben. Ihr Magiekern war fast ausgebrannt. Es grenzte nahezu an ein Wunder, dass sie nicht einfach in ein Koma gefallen war.

Hastig flößte er ihr die Tränke ein, indem er ihre Kehle massierte und sie so zum Schlucken bewegte. Dann konzentrierte er sich und legte ihr erneut seine Hand auf die Stirn, um ihr ein wenig seiner eigenen Magie zu schicken.

Danach richtete er sich wieder auf und zauberte eine Decke über sie.

Mit einem Blick auf das Portrait von Mary vergewisserte er sich, dass jemand ein Auge auf Hermine hatte und war merklich überrascht, neben der alten Heilerin das spitze Gesicht von Phineas zu sehen, der ihn mit hochgezogener Augenbraue musterte.

„Was?“, herrschte er das Portrait an und die beiden darauf abgebildeten Menschen zuckten ertappt zusammen.

„Ach, nichts“, flötete Mary erheitert, während Phineas verächtlich schnaubte.

„Echt jetzt, Severus? Eine Gryffindor?“

Jetzt war es an Severus, ertappt zusammen zu zucken.

„Ich weiß nicht, was du meinst, Black“, zischte er und wandte den Blick ab.

„Na sicher doch“, höhnte Phineas ganz offensichtlich und grinste dabei dreckig.

Severus verdrehte die Augen und wandte sich an Mary.

„Wenn sich ihr Zustand ändert, schicke Dobby zu mir“, sagte er und schickte sich an, zu gehen.

Mary nickte nur und lächelte dabei sanft.

Severus verließ schnell das Zimmer und widmete sich den folgenden Stunden den Trank zu.

Dabei hielt er sich genau an das Rezept und veränderte nur minimal die Temperatur, um einen größeren Effekt zu erzielen. Es durfte absolut nichts schief gehen.

Nachdem er die Zutaten fachmännisch zerkleinert und zerstoßen hatte, ließ er sie nach und nach in den Kessel hinein. Nach jeder Zutat rührte er siebenmal gegen den Uhrzeigersinn.

Die schwierigste Zutat waren die Blitze des Donnervogels. Für diese Aufgabe musste Severus die Blitze in einer magischen Sphäre einfangen und aus dem Glas heben, bevor er sie in den Kessel fallen ließ, woraufhin die Flüssigkeit ein blasses Blau annahm.

Severus modifizierte gerade die Temperatur unter dem Kessel, als der leise Knall einer Hauselfenapparation hinter ihn ertönte und ein Piepsen ihn herum fahren ließ.

„Master Snape, Sir“, piepste Dobby und ließ seine Ohren schlackern.

„Ist was mit Hermine?“, fragte er scharf und Dobby schüttelte sich eingeschüchtert.

„Sie wirft sich hin und her. Miss Mary rief mich, um Sie zu holen, Sir“, piepste Dobby und schaute ihn mit seinen Tennisballaugen an.

Severus warf einen Blick auf den Trank. Er musste nur noch ein paar Stunden ziehen, dann war er fertig.

„Ich komme“, sagte er und entließ mit diesen Worten Dobby, welcher sich verneigte und verschwand.

Schnell stürmte er aus seinen Labor in das angrenzende Wohnzimmer und begriff mit einem Blick sofort, wieso Mary ihn rufen lassen hatte.

Hermine verkrampfte sich heftig und warf sich hin und her. Schweiß stand auf ihrer Stirn und rote Flecken zierten ihr Gesicht.

„Shit“, fluchte Severus und erkannte dieses Verhalten sofort als allergische Reaktion auf einer der Tränke. Womöglich der Aufpäppeltrank.

„Mary, sag Poppy Bescheid. Das hier kann ich nicht alleine. Ich bringe sie sofort in den Krankenflügel.“

Ohne weiter auf das Portrait zu achten, hob er kurzerhand Hermine zum zweiten Mal an diesen Abend hoch und eilte mit ihr aus seiner Wohnung hinaus auf die weiten Flure von Hogwarts.

Er dankte den Himmel dafür, dass er offiziell von Dumbledore den Auftrag bekommen hatte, Hermine zu unterrichten. Das würde ihn die lästige Fragerei von Poppy hoffentlich ersparen, welche ihm im Krankenflügel schon entgegen kam und ihm ein Bett zuwies, worauf er Hermine vorsichtig abließ.

„Was ist passiert?“, fragte Poppy und warf einen Diagnosezauber auf Hermine.

„Sie wissen von dem Zusatzunterricht im Auftrag von Dumbledore?“, fragte
Severus Poppy und sie nickte steif. „Sie hat sich verausgabt und ich habe ihr
einen Stärkungs- und Aufpäppeltrank gegeben.“

Poppy seufzte.

„Sie ist allergisch gegen Löwenzahnextrakt, welcher im Aufpäppeltrank enthalten ist“, sagte sie mit weicher Stimme. „Keine Sorge, das haben wir gleich.“

Severus schaute angespannt Poppy zu, wie sie einige Heilzauber sprach und ihr einen Anti- Allergikum- Trank einflößte.

Langsam hörten die Krämpfe auf und Hermine schien sich wieder zu entspannen.

Severus atmete erleichtert aus. Ihm war nicht bewusst gewesen, dass er die Luft angehalten hatte.

In diesen Moment hörte er, wie sich Schritte dem Krankenflügel näherten, die ihm sehr vertraut waren.

In den einen Augenblick, wo Poppy gerade nicht auf ihn achtete und in ihr Büro gehuscht war, zog er blitzschnell Hermines Kette von ihren Kopf und legte den gleichen Zauber auf ihr, wie sie es bei ihm gemacht hatte, als er im Krankenflügel gelegen hatte. Dann legte er die Kette wieder um ihren Hals und ließ sie unter ihrer Bluse hastig verschwinden.

Keine Sekunde zu früh richtete er sich wieder auf und trat einen Schritt zurück, als niemand Geringeres als Dumbledore durch die Tür hinein schneite.

Überrascht musterte der alte Zauberer den Jüngeren, welcher mit den Schultern zuckte.

„Allergische Reaktion auf einen Aufpäppeltrank“, sagte er kurz angebunden und wollte schon an Dumbledore vorbei huschen, welcher ihn aber mit einer erhobenen Hand aufhielt.

„Allergische Reaktion?“, fragte der alte Mann und musterte ihn scharf.

Severus seufzte müde. Er hatte jetzt absolut keine Lust, sich mit Albus auseinander zu setzen, zum einen, weil der Trank in seinem Labor fast fertig war und die Möglichkeit bestand, den Schulleiter zu heilen.

„Ja, Albus. Miss Granger hat sich einfach nur erschöpft und einen Aufpäppeltrank von mir bekommen. Daraufhin hat sie eine allergische Reaktion gezeigt.“

„Ich nehme an, du hast sie unterrichtet?“

„Was denn sonst?“

Dumbledore strich sich über den Bart. Nachdenklich. Etwas in seinem Blick gefiel Severus ganz und gar nicht. Er beschloss, den Schulleiter im Auge zu behalten und verabschiedete sich zum Schein, um den Krankenflügel zu verlassen. Allerdings ließ der die Tür einen Spalt offen und schaute sich das Schauspiel in aller Ruhe an.

Severus wollte es mit eigenen Augen sehen, was Dumbledore vorhatte.

Und er sollte sich nicht irren.



Albus schaute auf die junge Miss Granger hinab. Obwohl sie scheinbar bewusstlos war, kam er erneut nicht in ihre Gedanken hinein. Ein Umstand, der ihn über alle Maßen ärgerte.

Aber es gab andere Mittel und Wege, an Informationen heran zu kommen.

Verstohlen schaute er sich um. Poppy war im Büro und schrieb wahrscheinlich ihren Bericht für die Schülerkrankenakte und Severus war vermutlich zurück in seine Kerker.

Perfekt!

Er zog langsam seinen Zauberstab und murmelte eine komplizierte Formel.

Dann tippte er an ihre Stirn.

Als er den Zauberstab von ihrer Stirn weg zog, lösten sich silberne Fäden aus ihrer Stirn.

Albus zog eine kleine Phiole und zog die Fäden dort hinein.

In diesen Moment wurde die Tür zum Krankensaal heftig aufgestoßen und ein wutschnaubender Severus Snape stürzte mit gezogenen Zauberstab auf ihn zu.
„Accio“, rief Severus und die Phiole flog aus Albus seiner Hand.

„Wie können Sie nur Hand an eine Schülerin anlegen, Albus?“, brüllte Severus ihn an und deutete mit dem Zauberstab auf seine Brust. Rote Funken stoben aus der Spitze des Stabes und das schwarze Haar, welches sich mittlerweile aus dem Zopf gelöst hatte, fiel ihm wild ins Gesicht. Die schwarzen Augen funkelten Albus so mörderisch an, dass dieser plötzlich Todesangst bekam.

„Nun?“, bellte Severus.

Albus merkte, wie sein Gesicht aschfahl wurde. Er ging ein paar Schritte rückwärts und hielt sich mit seiner schwarzen Hand an den Bettpfosten fest.

„Severus“, sagte er halb flehend. „Bitte.“

Severus schnaubte nur.

„Seien Sie nicht so melodramatisch, Albus. Sondern erklären Sie mir lieber, wieso Sie so dringend an Miss Grangers Gedanken wollten.“

Albus überlegte schnell. Ihm fielen einige Geschichten ein, eine haarsträubender als die nächste. Unter gar keinen Umständen wollte er seinem Spion die Wahrheit sagen.

Severus schnaubte.

„Bemühen Sie sich nicht, Albus“, sagte er nun mit deutlich kühler Stimme. „Ich kann mir sehr gut denken, was hier läuft.“

„Wie bitte?“, fragte Albus höflich und verwirrt zugleich.

Severus sog genüsslich die Luft ein, bevor er zum verbalen Schlag ausholte.

„Sie befürchten, Miss Granger würde hinter Ihren ganzen Plan kommen, bevor sich dieser Plan entwickeln kann. Ich kann Sie beruhigen, Albus. Sie hat Ihren Plan bereits durchschaut.“

Albus starrte Severus wie von Donner gerührt an. Miss Granger kannte bereits seinen Plan? Aber wie war es möglich?

Oder bluffte Severus nur und wollte ihn austricksen?

Zum ersten Mal in seinem Leben war Albus wirklich sprachlos.

Etwas, was Severus mit boshaftem Vergnügen bemerkte.

Schließlich ließ Albus seine Schultern sinken und seufzte.

„Ich musste mich versichern, ob Miss Granger nicht doch einer anderen Sache als der unseren dient“, murmelte Albus beschämt.

„Wieso sollte Miss Granger sich einer anderen Sache verschreiben?“, fragte Severus leichthin.

Albus schüttelte den Kopf. Seine Kopfschmerzen, wegen denen er eigentlich in den Krankenflügel gekommen war, nahmen weiter zu.

„Ich hatte meine Gründe.“

„Die haben Sie doch immer, Albus“, höhnte Severus. „Aber ich kann Ihnen versichern, Miss Granger dient nicht dem dunklen Lord.“

Er hob die Phiole mit den Erinnerungen hoch und hielt sie gegen das Licht. Dann ließ er sie sinken. Auf seinem Gesicht spiegelte sich nachdenkliches Interesse, wie Albus überrascht feststellte.

„Und wie geht es nun weiter, Severus?“, fragte Dumbledore, nun ein wenig gefasster und richtete sich in seiner vollen Größe auf.

Fast schon heraus fordernd blitzte er Severus an, was dieser mit einem weiteren verächtlichen Schnauben quittierte.

„Ich werde Sie morgen mit Miss Granger aufsuchen“, sagte Severus und blickte ihn aus schmalen Augen an. „Es wird Zeit, dass wir das Ganze hier endlich aus der Welt schaffen. Und wagen Sie es nicht, irgendwelche Versuche zu starten, uns mit einem Obliviate zu belegen oder sonstiges. Es funktioniert sowieso nicht, wie Sie nur zu gut wissen.“

Albus nickte langsam. Vielleicht war es tatsächlich besser so und er sollte sich mit Miss Granger gut stellen. Immerhin war sie Harry Potters beste Freundin. Mit ihr stand und fiel am Ende eventuell der ganze Plan.

„Na schön“, sagte er und rauschte an Severus vorbei. An der Tür drehte er sich noch einmal zu Severus um.

„Morgen Abend, um 22:00 Uhr. In meinem Büro.“



Seufzend blickte Hermine am nächsten Abend auf die kleine Phiole mit ihren Erinnerungen, die ihr Snape zuvor in ihre Hand gelegt hatte, mit dem Kommentar, dass er sie um 22:00 Uhr vor Dumbledores Büro treffen würde.

Sie war gerade aus dem Krankenflügel entlassen worden und war ihrem dunklen Professor auf dem Flur begegnet, die sie offenbar gerade selbst aufsuchen wollte.

Jetzt schaute sie ihm hinterher, wo er mit hinter sich aufbauschenden Umhang um die nächste Ecke verschwand.

Sie fragte sich, wieso er ihr eine Phiole mit ihren Erinnerungen in die Hand gedrückt hatte, konnte sich aber denken, dass es irgendetwas mit dem Termin um 22:00 Uhr zu tun hatte und das Dumbledore nicht ganz unschuldig an der ganzen Misere war.

Immer noch ein wenig müde machte sie sich auf den Weg in die Bibliothek, um die Zeit bis dahin zu überbrücken. Sie wollte jetzt nicht unbedingt auf Harry und Ron stoßen, welche sie nur mit lästigen Fragen bombardieren würden.

Außerdem hatte sie ja selber keine Ahnung, was genau eigentlich in der Zeit passiert war, als sie ihre magischen Energiereserven wieder aufgefüllt hatte.

In der Bibliothek schnappte sie sich irgendein Buch und machte es sich dort in ihrer Lieblingsleseecke bequem. Doch es dauerte nicht lange und sie ließ das Buch wieder sinken.

Seltsam. Ihr war gar nicht nach Lesen zumute.

Stattdessen beobachtete sie die vereinzelten Schüler, welche sich zu dieser Stunde noch in die Bibliothek bequemt hatten, um für die Prüfungen zu lernen.

Dabei fiel ihr auf, dass es sich überwiegend um Ravenclaws und Slytherins handelte. Vereinzelt ein oder zwei Hufflepuffs dazwischen und kein Gryffindor.

Kopfschüttelnd zog Hermine das traurige Resümee, dass die Gryffindors unter allen Schülern auch die faulsten Schüler waren. Zumindest lernten die meisten von ihnen erst, wenn es nicht mehr lange hin zu den Prüfungen war.

Das machte sie zwar nicht gleich dümmer als den Rest der Schüler, aber meist war Hermine immer die Leidtragende, wenn alle aus ihrem Jahrgang zu ihr kamen, um irgendwelche Lerntipps oder Zusammenfassungen zu bekommen.

In diesen Moment fasste Hermine einen Entschluss.

Sie würde sich dieses Mal nicht mehr ausnutzen lassen und sich einen neuen Lernort suchen. Aber es musste ein Ort sein, wo sich kein Schüler freiwillig hin verirrte.

Ein bösartiges Grinsen schlich sich auf ihre Züge. Sie hatte schon eine genaue Vorstellung, wo dieser Ort sein sollte.



Um 22:00 Uhr stand sie pünktlich vor Dumbledores Büro. Rasche Schritte kündigten Snape an, welcher sein wohl grimmigstes Gesicht aufgesetzt hatte.

Er war Hermine einen kurzen Blick zu.

„Ich habe den Trank mit“, sagte er leise zu ihr. „Er scheint gelungen zu sein.“

Hermine atmete auf. Das waren gute Nachrichten.

„Also werden wir ihn den Trank heute verabreichen?“, fragte sie mit ebenso leiser Stimme.

Snape nickte.

„Uns bleibt nichts anderes übrig. Nachdem er versucht hat, an Ihre Erinnerungen zu kommen….“

Er wandte seinen Blick auf den hässlichen Wasserspeier.

„Zitronenbonbons“, schnarrte Snape und der Wasserspeier schwang zur Seite, um die Treppe, die hoch ins Schulleiterbüro führte, freizugeben.

Während sie die Treppe nach oben liefen, stellte sich Hermine eine Frage.

„Wie sollen wir ihn dazu bringen, den Trank auch zu trinken, Professor?“, fragte sie ein wenig säuerlich. Immerhin hatte Snape ihr gerade bestätigt, was sie schon vermutet hatte. Dumbledore wollte also wirklich an ihre Erinnerungen ran und irgendwie hatte Snape ihn daran hindern können.

Snape zuckte mit den Schultern. „Wir werden wohl oder über improvisieren“, sagte er und hob die Hand, um an der Tür zu klopfen.


__________________________


ok, ein fieser Hänger am Ende, aber ich habe mich kurzfristig entschlossen, hier einen kurzen Cut zu machen,  da ich sonst dem, was als nächstes folgen wird, nicht gerecht werde, wenn ich alles in ein Kapitel stopfe.

Ich hoffe, es hat euch gefallen. :)
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast