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Wo Schatten ist, ist auch Licht

GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
13.01.2018
04.05.2021
20
67.197
49
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
17.04.2021 3.768
 
Hallöchen,

Kapitel 19 hier!

Vielen Dank für die tollen Reviews und den Favoriteneinträgen.

Nun habe ich mit dieser Geschichte schon 34 Empfehlungen bekommen. Danke auch dafür :)

Vielleicht knacken wir zusammen bald die 40er Marke. Wäre schon cool.

Nun aber viel Spaß mit diesen Kapitel

Eure Queenslayer


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Knochen und Verbundenheit

Severus griff in seine Tasche und zog ein gefaltetes Blatt Papier hervor. Er hatte sich einige Gedanken über die Knochen eines heiligen Mannes gemacht und hatte sich letztendlich für die Knochen des St. Georg entschieden.

Der einzige Heilige, von dem bekannt war, dass er selber ein Zauberer gewesen war.

Er faltete das Blatt Papier auf und las sich den Text über St. Georg noch einmal durch:

„Sein Name steht für Tapferkeit und Nächstenliebe, Ritterlichkeit und Höflichkeit. Der heilige Georg gilt als eines der heroischsten Vorbilder der gesamten Christenheit.
Unter Muggeln ist das Bild des Heiligen, wie er als Ritter auf einem Pferd sitzt und einen zunächst übermächtig erscheinenden Drachen bekämpft, am bekanntesten.

Über Georg sind heute nur noch vage Geschichten bekannt. Er wurde um 280 in Kappadokien in der heutigen Türkei geboren, lernte in jungen Jahren das Waffenhandwerk und entdeckte seine magischen Kräfte. Als Offizier im Dienst des römischen Kaisers Diokletian lernte er, seine Magie zu kontrollieren und gezielt einzusetzen. Der Kaiser schätzte Georg vor allem für seine Klugheit und Tapferkeit. Es wird gemunkelt, Georg war ein naher Verwandter von Godric Gryffindor, belegt ist dieses jedoch nicht.

Als jedoch Anfang des dritten Jahrhunderts unter Diokletian erneut Christenverfolgungen einsetzten, blieb auch der für die Muggel offensichtliche Christ Georg nicht verschont. Nachdem er sich gegen die Diskriminierung der Christen gewandt und seinen eigenen Glauben bekräftigt hatte, wurde er im Jahr 305 festgenommen, gefoltert und schließlich enthauptet.“


Severus erinnerte sich daran, dass Georg angeblich einen Drachen erschlagen hatte. Mit einer Lanze.

Er bezweifelte dies allerdings ernsthaft. Um einen Drachen zu töten brauchte es weitaus mehr als der Wurf einer Lanze. Kein Mann, weder Muggel noch Zauberer, wäre jemals so dumm, sich komplett alleine einen Drachen zu stellen.

Wenn, dann wäre St. Georg sicherlich von anderen Zauberern begleitet worden.

Severus knüllte das Papier wieder zusammen und steckte es zurück in die Tasche seines Umhangs. Ehrlich gesagt war er nur auf Geratewohl zu dem alten Magierfriedhof appariert.

Den Muggeln durch Abwehrzauber völlig unbekannt betrat er den im Schatten liegenden Friedhof und ließ seine Zauberstabspitze leuchten.

Den Muggeln war es völlig unbekannt, wo St. Georg begraben wurde, aber Severus meinte, sich erinnern zu können, dass er einmal in einem Geschichtsbuch über das alte magische England über den Heiligen gelesen hatte. Und auch, wo er begraben war.

Im Grunde musste er einfach nur noch suchen. Und zwar in einem der ältesten Teile des Friedhofs.

Wenn ihn nicht alles täuschte, dann war St. Georgs Grab kein Geringeres als das uralte Mausoleum mit einem Engel, der ein Palmwedel in der Hand hielt und auf einem erlegten Drachen stand.

Severus verzog das Gesicht, als er die Statue sah. Magierfriedhöfe waren schon immer ein wenig pompös. Die Grabsteine konnten sich in Abbilder der Toten verwandeln, wenn man direkt vor dem dazugehörigen Grab stand oder die Gräber waren derart prächtig, in Gold nicht aufzuwiegen.

Angewidert versuchte er, die Gräber zu ignorieren, genauso wie die unheimliche Atmosphäre, die üblicherweise auf jeden Friedhof lag.

Fast erwartete er schon, einen Geist zu sehen, aber seltsamer Weise war es einfach nur still.

Vor dem Mausoleum blieb er stehen und öffnete das metallische Tor, welches sich quietschend bewegte. Vorsichtig betrat er das Mausoleum und schaute sich stirnrunzelnd um.

Er befand sich offensichtlich in der Andachtsraum mit einen fließenden Übergang zu einer Grabkapelle. Ein steiniger Sarkophag mit dem Abbild von St. Georg schmückte die Grabkapelle anstatt eines Altars.

Severus war erleichtert. Er hatte schon befürchtet, er müsste irgendwie die Erde ausheben. So aber reichte es, wenn er mit einem Schwenk seines Zauberstabes den Sarkophag einfach öffnete.

Mit einem Knirschen schob sich der Deckel des Sarkophags zur Seite und Severus trat heran. Mit einen „Lumos“ beleuchtete er den Inhalt und versuchte, etwas zu erkennen.

Ein Skelett, welches zu Lebzeiten wohl enthauptet wurde, lag im Inneren des Sarkophags, die knochigen Hände um einen Zauberstab gelegt, der aus Palmenholz zu sein schien, wenn Severus die Maserung richtig erkannte.

Severus seufzte leise und zog sich Handschuhe über. Er hatte nicht vor, die Knochen selber zu berühren. Zudem könnte ein gemeiner Fluch darauf liegen.

Mit seinen Zauberstab machte er ein paar Bewegungen über das Skelett, konnte aber keine Zauber ausmachen.

Da sie für den Trank nicht viel Knochen brauchten, schabte er mit einem Messer von den Rippen ein paar Splitter ab und verstaute diese in einer kleinen Schatulle. Dann richtete er sich wieder auf und ließ den Deckel zurück an seinen Platz schweben.
Es war doch ziemlich unspektakulär gelaufen, zu Severus Erleichterung.

Seine Erleichterung hielt allerdings nur so lange, bis dass sein Arm plötzlich anfing, zu brennen.

„Auch das noch“, zischte er und verstaute die Schatulle in seinen Umhang. Im gleichen Atemzug zog er seine geschrumpfte Todesserkleidung und die Maske hervor.

Ein weiterer Wink mit dem Zauberstab und er war angekleidet.

Ausgerechnet jetzt musste das Schlangengesicht ihn rufen.

Schnell verließ er das Mausoleum und apparierte auf der Stelle.




Hermine wusste, etwas war passiert. Ihr Mal hatte warnend gekribbelt, wie auch schon an dem Abend, als sie Snape unten auf den Ländereien gefunden und in den Krankenflügel gebracht hatte.

Sie war froh, dass sie sich noch in Professor Snapes privaten Labor befand. Gerade hatte sie das Einhornblut in ein freies Regal gestellt, als das merkwürdige Gefühl sie befallen hatte.

Ärgerlich rieb sie über ihren Arm. Diesmal war es weitaus schlimmer als sonst und fast schon schmerzhaft. Sie musste unbedingt die Ursache dafür herausfinden.

Instinktiv wusste sie, dass Snape von Voldemort gerufen worden war.

Gleichzeitig hatte sie das Gefühl, sie sollte irgendjemanden Bescheid geben, für den Fall, dass Professor Snape wieder verletzt in Hogwarts ankam. Auch wenn sie Dumbledore mittlerweile nicht mehr traute, sollte er zumindest über die Abwesenheit seines Spions Bescheid wissen.

Aber wie stellte sie es am besten an, ohne dass Dumbledore davon wusste, dass sie von dem Ruf wusste?

Hermine dachte scharf nach. Wie hatte Professor Snape vorher immer Bescheid gegeben? Sie glaubte nicht daran, dass er einen Patronus erst geschickt hatte.

Plötzlich fiel es ihr wie Schuppen vor den Augen. Es gab durchaus eine Möglichkeit, Dumbledore Bescheid zu geben, ohne, dass dieser auf sie aufmerksam wurde.

Hastig verließ sie das Labor und machte sich auf den Weg zu Snapes Büro, um von dort aus in die Wohnung zu gelangen.

Im Büro kam sie ohne Probleme hinein, doch vor seiner Wohnungstür brauchte sie ein Passwort.

Welches Passwort würde Snape wohl nutzen?

Auf gutem Glück versuchte sie das Passwort zu erraten, aber die Tür blieb zu.
Hermine ließ ihren Blick durch den Raum wandern. Er hatte nie etwas in dieser Richtung erwähnt.

Und leider hatte er auch keinerlei Affinitäten gegenüber Süßigkeiten wie etwa Dumbledore.

Hermine fiel auf, dass sie eigentlich so gar nichts über Snape wusste. Was mochte er gerne essen? Was war sein Lieblingsgetränk?

Gab es Musik, die er gerne hörte?

Das einzige, was sie über ihn wusste, war, dass er ein Zyniker war, gerne Kaffee trank und in Lily Evans verliebt gewesen war.

Aber vielleicht war das Passwort so simpel?

„Lilie“, flüsterte sie und die Tür sprang auf.

Einen leichten Stich im Herzen spürend trat sie ein und schloss gleich die Tür hinter sich. Ihr Blick fiel auf das Gemälde von Mary, die ihr neugierig entgegen sah.

„Mary, ich brauche deine Hilfe“, sagte Hermine und schritt auf das Portrait zu. „Kannst du Schulleiter Black kontaktieren?“

Mary lächelte und verschwand seitwärts aus dem Portrait. Kurze Zeit später kam sie mit einem mürrisch drein blickenden Phineas Nigellus Black zurück, der ihr einen erbosten Blick zu warf.

„Hat es einen bestimmten Grund, dass du mich hier her zerrst, Weib?“, fragte er gereizt, bevor er Hermine erblickte, was seine Laune nicht wirklich besser machte.

„Hallo, Schulleiter Black“, begrüßte Hermine ihn höflich und er grunzte nur zur Antwort, was ihm einen Schlag von Mary auf den Hinterkopf brachte.

„Na na“, sagte Mary tadelnd. „Sei nett, Phineas.“

Hermine schenkte ihr dankend ein Lächeln und schaute Phineas nun direkt an. Dieser rieb sich den Hinterkopf.

Hermine fragte sich, ob Portraits auch physische Schmerzen empfinden konnten, beschloss aber, dass diese Frage warten konnte.

„Ich danke Ihnen, dass Sie sich Zeit für mich nehmen, Schulleiter Black“, begann Hermine entschuldigend. Sie wusste, bei Phineas musste sie besonders besonnen im Umgang sein.

„Spuck es schon aus, Mädchen, wieso bin ich hier“, brummte dieser und schenkte ihr einen kühlen Blick.

„Professor Snape wurde gerufen, Sir. Zumindest glaube ich das.“

Phineas schaute sie argwöhnisch an.

„Und was soll ich mit dieser Info bitte anfangen? Zumal Sie es ja nur GLAUBEN.“

Hermine dachte nach. Konnte sie Phineas soweit vertrauen, dass sie ihm die merkwürdige Verbundenheit, die sie neuerdings zu Professor Snape über das Mal spürte, offenlegen konnte?

Sie seufzte und hatte schlussendlich einen Entschluss getroffen.

„Ich bitte Sie, nichts von dem, was ich Ihnen gleich erzähle, weiter zu sagen“, begann sie zögernd. „Unter gar keinen Umständen sollte es bekannt werden. Auch gegenüber Professor Dumbledore nicht.“

Und dann erzählte sie Phineas sowie Mary alles über das Mal des Lichts, welches auf ihrem Arm erschienen war und den Aufgaben, die sie zusammen mit Professor Snape zu lösen versuchte. Und dass das dunkle Mal anscheinend auf ihr Mal reagierte. Auch erzählte sie den beiden, was das letzte Mal im Krankenflügel passiert war, als sie Snape schwer verletzt dorthin gebracht hatte.

Als sie geendet hatte, starrten Phineas und Mary sie an. Mary schockiert, Phineas nachdenklich.

„Bitte, sagen Sie doch was“, meinte Hermine schon fast verzweifelt, als sich das Schweigen in die Länge zog.

„Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe in meinem Leben schon mal vom Mal des Lichts gehört“, murmelte Phineas tief in Gedanken versunken. „Aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, in welchen Zusammenhang das gestanden hat.“

Mary schüttelte den Kopf. „Was ist diese Lichtmagie überhaupt?“, fragte sie verwirrt.

„Ich meine, ist sie besonders gut, oder wie darf man das verstehen?“

Hermine zuckte mit den Schultern.

„Professor Snape hatte das eine Mal Schmerzen, als ich sein dunkles Mal berührt habe“, sagte sie nachdenklich. „Kann es sein, dass ich dadurch irgendeine Verbindung geschaffen habe?“

Phineas schnaubte. „Das können wir nicht mit Sicherheit behaupten. Ich werde darüber nachdenken. Aber wieso hast du mich gerufen, Mädel?“

Schlagartig fiel Hermine wieder der Grund ein, wieso sie eigentlich mit Phineas sprechen wollte.

„Nun, wie ich schon sagte, ich vermute, Professor Snape wurde gerufen. Allerdings hatte er keine Chance, irgendwem vom Orden Bescheid zu geben, da er versucht hat, Knochen eines heiligen Mannes zu bekommen. Ich fürchte, dass etwas passiert und er vielleicht bei der Rückkehr verletzt ist.“

„Ah, du willst, dass ich Dumbledore davon erzähle?“, fragte Phineas hilfreich nach und Hermine nickte.

Der ehemalige Schulleiter verdrehte die Augen.

„Nun, ich könnte durchaus ein Wort über Severus fallen lassen, ohne, dass es auffällt, dass Sie davon wissen“, sagte er ernst.

„Ich danke Ihnen“, rief Hermine erleichtert.

„Ich tue das nicht für dich, Mädchen. Ich tue es für Severus.“

Hermine nickte erleichtert. Etwas anderes hatte sie auch gar nicht angenommen.




Severus schaute mit starrem Gesicht auf die Leiche des jungen Mannes hinunter. Blut sickerte aus einer Wunde an der Schläfe und die blonden Haare waren strohig und verfilzt. Es war kein schneller, schmerzloser Tod gewesen.

Ein Muggel. Wehrlos und genauso alt wie Hermine.

Severus zog seine mentalen Schilde hoch und suchte Zuflucht in seinen hintersten Gedanken. Dann wandte er sich Bellatrix zu, die zufrieden ihr Ergebnis betrachtete.

„Nächstes Mal spiel nicht so lange mit deinen Opfern, Bella“, sagte Severus verschnupft, bemüht, sich nichts anmerken zu lassen.

Bellatrix lachte und warf ihre wilden Locken zurück. Von Reue war keine Spur zu sehen.

Severus drehte der wahnsinnigen Hexe den Rücken zu und schaute sich um. Der Muggel war nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Leider hatte er nicht mehr
die Möglichkeit gehabt, Bella aufzuhalten.

Das Ergebnis waren die schreckenserweiterten Augen und die lauten, schmerzerfüllten Schreie des jungen Mannes gewesen, als Bella mit ihren Opfer spielte.

Severus stand daneben und konnte nichts tun. Er durfte unter gar keinen Umständen seine Tarnung aufgeben.

Dabei sollten Bella und er nur auf eine Hexe aus dem Ministerium warten und diese entführen. Es handelte sich hierbei um eine namenslose Hexe, die zu den Unaussprechlichen gehörte.

Severus wusste, er musste die Mission irgendwie sabotieren.

Dummerweise hatte er nichts vorher von dem Auftrag gewusst und konnte nicht vorplanen.

Sich nähernde Schritte rissen ihn aus seinen Gedanken.

Innerlich fluchte er und zog Bellatrix um die nächste Hausecke. Auf den Toten zauberte er einen Ignorierzauber. Er hatte keine Zeit mehr, noch irgendetwas anderes zu tun.

„Da ist sie“, kicherte Bellatrix übermütig und schaute gierig in die Richtung, aus welcher die Schritte kamen.

Severus schloss die Augen. Er hatte gehofft, dass es irgendein beliebiger Passant war.

Er musterte die kleine Hexe neben ihn.

Blitzschnell hatte er einen Plan gefasst.

Doch dazu musste er die Hexe neben sich ausschalten und ihr Gedächtnis verändern. Und zwar so, dass Voldemort nichts davon mitbekam.

Mit einen nonverbalen „Petrificus Totalus“ ließ er Bellatrix erstarren und schickte noch einen Schlafzauber hinterher.

Dann schoss er um die Hausecke und rannte in die fremde Hexe, nur um sie daraufhin gegen die nächste Wand zu pressen.

Die Hexe schaute ihn aus angsterweiterten Augen an und er legte ihr die Hand auf dem Mund.

„Seien Sie still, ich werde Ihnen helfen“, zischte er angespannt und bohrte seinen Blick in ihre Augen.

Die Hexe zog die Augenbrauen zusammen, nickte aber schließlich und Severus ließ sie los.

„Sie müssen fliehen, weg von hier, weg aus Großbritannien. Der dunkle Lord will Sie unter allen Umständen in seine Finger bekommen. Ich werde Ihren Tod vortäuschen, aber Sie dürfen sich an mich nicht erinnern.“

Die Hexe wollte etwas erwidern, doch Severus schnitt ihr das Wort ab.

„Halten Sie still, damit ich ihr Gedächtnis verändern kann.“

Er zog seinen Zauberstab und tippte ihr an der Schläfe. Zuerst löschte er die Erinnerung an ihn und setzte der Hexe schließlich den unerklärlichen Wunsch in den Kopf, etwas von der Welt sehen zu wollen und eine Reise nach Amerika zu unternehmen.

Dann sprach er einen Imperius über sie und befahl ihr, sofort zu gehen und nicht mehr zu warten.

Die Hexe schüttelte benommen den Kopf und Severus ließ sie vorsichtig los.

Ein letztes Mal prägte Severus sich ihre Züge gut ein und ließ sie schließlich gehen.

„Seltsam“, meinte die Hexe mit einer hellen Singsang Stimme. „Ich sollte eigentlich schon längst auf den Weg nach Amerika sein.“

Ohne Severus weiter zu beachten, schritt die Hexe von dannen und apparierte schlussendlich aus der Gasse.

Severus hatte sich in der Zeit über den toten Muggel gebeugt. Wer hätte gedacht, dass der Tod des Unglücklichen doch noch zu etwas nütze wäre?

Hochkonzentriert veränderte der die Züge des Toten so, dass er aussah, wie die Hexe von eben.

Als er zufrieden mit seiner Arbeit war, richtete Severus sich auf und ein hämisches Grinsen zierte seine Züge.

Als nächstes war Bellatrix dran und ihr wollte er eine ganz besondere Erinnerung einpflanzen.

Severus freute sich darauf.




Voldemort war nicht erfreut, als er vom Versagen der beiden hörte.

Anscheinend hatte wieder einmal der Übermut Bellatrix gepackt und sie hatte die Informationsquelle getötet.

Als er in ihren Geist geblickt hatte, konnte er ihr dummes Spiel, welches sie mit ihrem Opfer gespielt hatte, klar erkennen. Er musste dafür nicht tiefer gehen.

Wütend blickte er auf das schluchzende Nervenbündel zu seinen Füßen. Wirres Haar flog ihr ins Gesicht, als er erneut einen Crucio auf sie warf und Bellatrix sich unter Schmerzen krümmte.

Severus stand mit unbewegten Gesicht neben ihr und wagte es nicht, ihn direkt anzusehen. Zufrieden schrieb sich Voldemort diesen Umstand seiner Macht zu und nahm den Fluch von Bellatrix.

„Seeeeeveruussss“, hauchte Voldemort und ein Kribbeln der perversen Vorfreude hatte ihn gepackt.

„Mein Herr“, wagte Severus es, ihm zu antworten, ließ den Blick aber weiterhin nach unten gerichtet. Fast schon resignierend ließ er die Schultern hängen, ahnend, was als nächstes passieren würde.

Voldemort ließ ihn nicht lange warten und warf einen starken Crutiatusfluch auf ihn.
Severus fiel zu Boden und krümmte sich, das Gesicht voller Pein verzogen, die Augen geschlossen.

Widerwillig zollte er Severus Bewunderung dafür, dass dieser trotz der Schmerzen keinen Ton von sich gab. Es war einer der Gründe, wieso Voldemort so große Stücke auf ihn hielt.

Nach einigen Minuten nahm er den Fluch wieder von dem schwarzhaarigen Mann und wartete, bis dieser sich wieder aufrichtete.

„Du weißt, wieso du bestraft werden musstest, Severus.“

„Ja, mein Herr“, kam es kratzig von Severus und Voldemort nickte huldvoll. „Aber ich bitte Euch, mir nicht mehr Bellatrix als Partnerin bei solchen Aufträgen mitzugeben.

Ihr habt ja in ihren Erinnerungen gesehen, wie unberechenbar sie ist.“

Voldemort legte die Fingerkuppen aneinander und musterte Severus nachdenklich. Es zeugte von Mut, ihm diese Bitte so offen zu formulieren.

„Du scheinst Bellatrix nicht sonderlich zu mögen, Severus“, sagte er langsam und legte den Kopf schief.

Severus zuckte unbehaglich mit den Schultern. „Ich denke, das beruht auf Gegenseitigkeit. Aber im Gegensatz zu ihr versuche ich nicht, sie in ihren Aufträgen für Euch zu behindern. Auch, weil es unserer Sache nicht dienlich ist.“

Voldemort wandte sich Bellatrix zu, die immer noch in einer gekrümmten Haltung auf dem Boden kniete und sich ganz ihrem Leid hin gab.

„Steh auf, Bella“, zischte er bedrohlich und ließ seinen Zauberstab in die Höhe schnappen, sodass die Hexe nach oben gerissen wurde und auf wackligen Beinen stehen blieb. Sie warf Severus einen wilden Blick unter ihren schweren Augenliedern zu, der für ihre Abscheu sprach.

Severus bemerkte es nicht oder ignorierte es einfach. Voldemort war sich dessen nicht ganz sicher. Aber andererseits interessierte sich der dunkle Lord auch nicht für die Mätzchen seiner Todesser.

„Herr“, jammerte Bellatrix, „bitte, gebt mir noch eine Chance.“

Voldemort sah sie verächtlich an.

„Eigentlich hast du keine Chance verdient, liebste Bella“, zischelte er und seine Augen leuchteten rot auf. „Allerdings werde ich dich noch benötigen. Scher dich fort, bis ich dich wieder rufen lasse.“

Bella verneigte sich und zog sich zurück. Voldemort richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Severus, welcher den Abgang von Bellatrix mit verkniffener Miene mit verfolgt hatte.

„Sag mir, Severus, was macht Dumbledore und was sind seine Pläne?“

Severus schaute ihn wieder an. „Dumbledore geht es immer schlechter. Es sollte ein Leichtes für den jungen Malfoy sein, seine Aufgabe auszuführen. Der Orden hält sich bedeckt und versucht weiterhin, das Ministerium vor Infiltration Eurerseits zu schützen. Es sind keine größeren Aktionen geplant.“

Severus holte sichtbar Luft und schien seine nächsten Worte wohlüberlegt zu wählen. „Ich glaube, der Orden verliert das Vertrauen in Dumbledore, da schon seit längerer Zeit keine Pläne geschmiedet worden sind und es bricht Streit unter den Mitgliedern aus. Sie sind uneins.“

Zufrieden nickte Voldemort. Das waren gute Nachrichten. Ein Orden, der sich untereinander zerfetzte war gut. Uneinigkeit führte zu groben Fehlern. Seinen Plänen stand demnach nichts mehr im Wege.

Und Voldemort hatte große Pläne.



Hermine, die sich in Severus Wohnzimmer in einen Sessel gesetzt hatte, um auf ihn zu warten, war eingeschlafen, als Besagter müde durch die Tür in seine Wohnung trat.

Severus ließ seinen Blick zuerst zum Portrait von Mary schweifen, welche ihm freundlich zunickte und schließlich aus ihren Rahmen verschwand.

Dann wanderte sein Blick weiter zu seiner jungen Schülerin. Es war mittlerweile kalt geworden und das Feuer im Kamin war fast runter gebrannt.

Mit einem Schlenker seines Zauberstabes entzündete er das Feuer wieder und betrachtete Hermine. Kleine Sorgenfalten hatten sich in ihrem Gesicht eingegraben und bläuliche Augenringe zierten ihr schmales Gesicht.

Kein Wunder, dass sie eingeschlafen war, dachte Severus kopfschüttelnd und strich ihr eine Strähne ihres lockigen Haars aus dem Gesicht. Es war weit nach Mitternacht und sie schien die ganze Zeit hier auf ihn gewartet zu haben.

Seine Finger berührten leicht ihre Wange und sie murmelte etwas im Schlaf, wachte aber nicht auf.

Severus seufzte. Er sollte sie wecken. Aber irgendwie widerstrebte ein Teil in ihm heftig, dieses auch zu tun.

Er zog die Hand zurück und legte sie ihr schließlich auf die Schulter, um sie sanft zu schütteln.

„Wachen Sie auf, Miss Granger“, sagte er leise und das Mädchen blinzelte ihn verschlafen an.

„Sir? Oh…“, murmelte sie müde und setzte sich auf. „Verzeihung Sir, ich muss eingeschlafen sein.“

„Das sehe ich“, sagte er milde lächelnd. „Und Sie sind außerdem unbefugt in meine Wohnung eingedrungen.“

Hermine zuckte schuldbewusst unter seinen gespielt strengen Blick zusammen.

„Ich dachte, Sie sind gerufen worden“, sagte sie leise und wurde leicht rot im Gesicht, während sie sich eine störrische Strähne aus dem Gesicht strich.

„Ich dachte, jemand sollte Bescheid wissen, falls Sie verletzt sein würden.“

Severus seufzte und setzte sich in den Sessel gegenüber von ihr.

„Mir geht es gut, Miss Granger“, sagte er und rief sich nonverbal zwei Gläser und eine Flasche Feuerwhisky zu.

„Da bin ich froh“, wisperte Hermine so leise, dass er es kaum hören konnte.

Severus fragte sich, wie sie überhaupt wissen konnte, dass er gerufen worden war.

Diese Frage stellte er ihr auch.

Hermine zuckte daraufhin mit den Schultern und nahm dankend ein Glas Feuerwhisky an.

„Das Mal hat mich gewarnt“, sagte sie leise und schnupperte an dem scharfen Alkohol, bevor sie vorsichtig daran nippte.

Amüsiert beobachtete Severus, wie sie das Gesicht verzog und dann erstaunt die Augen aufriss, als der Feuerwhisky anfing, sie von innen zu wärmen.

Erst da wurde ihm klar, was sie gesagt hatte.

„Das Mal hat Sie gewarnt?“, hakte er nach und Hermine nickte.

„Es war auch letztes Mal so, Sir“, sagte sie, „als ich Sie in den Krankenflügel gebracht habe. Das Mal hatte stark gekribbelt, fast schon geschmerzt und eine gewisse Unruhe hatte mich befallen. Diesmal war es zwar nicht ganz so schlimm, aber ich dachte, es könne nicht schaden, Phineas Nigellus Black über Ihre Abwesenheit zu informieren.“

Black, was? Severus nahm einen großzügigen Schluck aus seinem Glas.

„Ich weiß nicht, aber können die beiden Male miteinander verbunden sein?“, fragte Hermine ihn.

Darauf wusste Severus keine Antwort.

„Ich wüsste nicht wie, Miss Granger“, sagte er nachdenklich.

Hermine seufzte leise.

„Ich sollte langsam zurück in den Gemeinschaftsraum“, sagte sie, nachdem sie auf ihre Uhr geblickt hatte. „Hoffentlich erwischt Filch mich nicht.“

Severus zog eine Augenbraue hoch.

„Wie kommen Sie darauf, dass ich Ihnen keine Punkte abziehe, Miss Granger?“, fragte er mit seidiger Stimme.

Hermine schaute ihn nun mit funkelnden Augen an.

„Aufgrund Ihrer natürlichen großzügigen Natur, Professor“, sagte sie leicht grinsend und er lachte auf.

„Ha, das sagen Sie was, Mädchen. Sehen Sie zu, dass sie verschwinden.“


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Die Knochen sind also gefunden worden. Ich kenne mich nicht so gut aus mit den Heiligen.
Aber es wird Zeit, den Trank zu brauen und die zweite Aufgabe zu erfüllen. :)
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