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Wo Schatten ist, ist auch Licht

GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
13.01.2018
04.05.2021
20
67.197
48
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
05.04.2021 2.958
 
Moin,

Sry, diesmal hat es leider doch etwas länger gedauert. Aber ich bin einfach nicht zum Schreiben gekommen. Eigentlich sollte das Kapitel auch länger werden, doch nach reiflicher Überlegung werde ich es nun doch teilen. Daher wird dieses Kapitel auch kürzer und auch etwas Konflikt lastig.

Keine Sorge, die Überschrift klingt schlimmer, als es ist.  
Allerdings habe ich beschlossen, auch Draco Malfoy eine kleine Plattform zu geben.  Ihr dürft euch also auf die Einführung dieses besonderen Charakters freuen. Wie oft ich über ihn noch schreiben werde... mal schauen.

Das nächste Kapitel ist schon in Arbeit und ich hoffe, es morgen oder Mittwoch hochladen zu können.

Ansonsten möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken. Wir haben die 30er Marke bei den Empfehlungen geknackt. Mega!! Merci!! :)

Auch die Favoriteneinträge sind deutlich gewachsen. Glaubt mir, darüber freue ich mich auch total.

Und wie immer möchte ich mich recht herzlich für die Reviews bedanken. :) Toll, wenn man so super unterstützt wird.

Nun aber viel Spaß!

Eure Queenslayer

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Ein Pfad der Zerstörung


Draco Malfoy gönnte sich keinerlei Erholung. Die Aufgabe, welche der dunkle Lord ihm aufgetragen hatte, musste endlich von Erfolg gekrönt werden. Auch, wenn er sich selbst eigentlich nicht in der Lage sah, einen Menschen zu töten.

Die Wahrheit war, Draco hatte Angst. Angst davor, zu versagen.
Er konnte andere Mitmenschen vielleicht durch gezielte Bemerkungen tief verletzen und ihnen vielleicht auch fiese Streiche spielen, aber einen Menschen zu töten, war eine ganz andere Sache.

Er wusste mittlerweile, dass seine Aufgabe eine Strafe für das Versagen seines Vaters war, nach dem Desaster im Ministerium.

Davor hatte Draco immer ein sehr behütetes Leben geführt. Er wurde fern gehalten von den Machenschaften des dunklen Lords, welcher eigentlich ohnehin keine Schüler als Todesser aufnehmen wollte. Nun aber saß sein Vater in Azkaban fest und konnte nicht seine schützende Hand über ihn halten.

Oh, Draco war so stolz gewesen, als er das dunkle Mal im letzten Sommer angenommen hatte, dachte, er stehe auf der Gewinnerseite und könnte sich endlich beweisen. Und dass der dunkle Lord ihn anerkennen würde.

Die Macht hatte ihn geblendet.

Die Realität sah anders aus.

Folterungen waren an der Tagesordnung und Dracos Versagen bedeutete Schmerzen und Erniedrigungen für ihn. Mal wurde er gefoltert, mal seine Mutter, die ihn immer versuchte, zu beschützen. Natürlich nicht zu offensichtlich, denn das würde ihren sicheren Tod bedeuten.

Draco schüttelte die düsteren Gedanken ab und konzentrierte sich auf den düsteren Laden vor ihm. Borgin und Burkes, ein Ramschladen, welcher ausschließlich schwarzmagische Gegenstände verkaufte.

Um eine neutrale Miene bemüht stieß er die schwarze Tür auf und trat über die Schwelle. Kurz musste er blinzeln, um sich an die Dunkelheit im Laden zu gewöhnen, denn außer Kerzen gab es kein Licht in den engen Verkaufsraum.

Vollgestopft mit verfluchten Gegenständen wie Totenköpfe, Bücher, schrumpeligen, verrotteten Körperteilen machte der Laden keinen Vertrauenserweckenden Eindruck auf den Ottonormalo Kunden.

Allerdings war Draco ein Malfoy und sein Stand war weit über dem des Besitzers des Ladens, welcher gerade um den Tresen gehumpelt kam, um ihn zu begrüßen.

„Mr. Malfoy, welch eine Freude“, schleimte der Verkäufer mit einer ungalanten Verbeugung, „welcher Umstand verschafft mir die Ehre?“

Draco schenkte ihm einen hochmütigen Blick. „Ich möchte einen Blick auf das Objekt werfen, welches ich hier hinterlegt habe.“

„Aber natürlich, es steht immer noch an seinen angestammten Platz“, sagte Mr. Borgin und machte eine Handbewegung, um die Richtung anzudeuten.

Draco schritt hoch erhobenen Hauptes auf das Objekt in der hintersten Ecke zu. Es wurde Zeit, dass er das Verschwindekabinett, welches funktionierte, einmal gründlich untersuchte.




Im Grimmauldplatz ahnte man von alledem nichts und für Hermine waren es relativ friedliche Ferien, trotz der Umstände, dass sie weiterhin an einem Heiltrank arbeitete.

Natürlich hatte sie Phineas seine Warnung nicht außer Acht gelassen und wartete auf die nächste Gelegenheit, mit Snape zu sprechen. Allerdings ließ sich dieser seit der einen Nacht in der Küche nicht mehr blicken. Unwillkürlich hatte Hermine sich gefragt, ob es an ihr lag, dass sie ihm vielleicht zu nahe getreten war.

Dennoch konnte sie nicht ahnen, dass sie ihn schon bald sehen würde.

Es war ein ganz normaler Frühlingstag und Hermine hatte sich ein Stockwerk über der Küche in ein leeres Zimmer verzogen, um sich dort auf die Fensterbank zu setzen und zu lesen. Dabei hatte sie das Fenster geöffnet.

Ab und zu hörte sie, wie das Portrait von Sirius Mutter einen ihrer berühmten Schreianfälle hatte, wenn jemand aus dem Orden das Hauptquartier betrat.

Wahrscheinlich stand ein Treffen an, dachte Hermine und blätterte eine Seite um. Von Unten hörte sie Mad-Eye Moodys Stimme, welcher über irgendetwas zu schimpfen schien. Hermine versuchte, nicht allzu genau hinzuhören.

Doch ihre Konzentration wurde eine halbe Stunde erneut unterbrochen, als deutliche Stimmen aus der Küche unter ihr zum Fenster herein wehten.

Stirnrunzelnd schlug Hermine ihr Buch zu und beugte sich vor, um mehr zu hören. Anscheinend hatte irgendwer unten das Fenster aufgelassen, nachdem Molly eine ihrer üppigen Mahlzeiten für sie alle zubereitet hatte.

Nun, für Hermine war es eine einmalige Gelegenheit, Näheres zu erfahren.

Dabei fiel ihr auf, dass die Stimmen immer lauter wurden, als wäre ein heftiger Streit entbrannt.

Allen voran erklang Moodys durchdringende Stimme.

„Und wenn schon. Niemand wird hier abstreiten, dass Sie, Snape, bisher absolut nichts unternehmen. Ich frage mich ernsthaft, wieso Albus Ihnen vertraut!“

Hermine zuckte zusammen. Anscheinend stritten sich Moody und Snape gerade heftig über irgendetwas.

„Wie Sie sicherlich schon wissen, agiere ich als Doppelspion. Denken Sie denn wirklich, dass der dunkle Lord alle seine Pläne mit mir teilt? Oder hat Ihr magisches Auge bisher die Tatsache übersehen?“

Verdammt, das Auge, dachte Hermine und lehnte sich unauffällig an die Fensterzage. Dabei schlug sie das Buch wieder auf und schaute auf die Seiten. Nur für den Fall der Fälle, dass Moody sie entdeckte. Sie war sich nicht sicher, wie weit sein Magisches Auge reichte und ob es auch durch dicke Decken und Wände schauen konnte.
Sie spitzte erneut die Ohren.

„Oh, ganz sicher doch, Snape. Ist das nicht Ihre Ausrede für alles? Der Spion, der auf Anordnung Voldemorts in Hogwarts versauert, in der Hoffnung, an nützliche Informationen zu kommen?“, keifte Moody nun los.

„Wir können gerne tauschen“, gab Snape ölig zurück. „Vielleicht gefällt es Ihnen ja, zwischenzeitlich gefoltert zu werden.“

Darauf folgte Stille.

„Nun“, mischte sich plötzlich die schwache Stimme von Remus mit ein. „Vielleicht sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren. Wie wir wissen, werden die Eltern von Muggelgeborenen angegriffen. Wie gehen wir dagegen vor?“

Hermine wurde abwechselnd heiß und kalt zugleich. Ihre Eltern! Sie waren in Gefahr.
„Wir können nicht viel tun“, sagte Arthur Weasley mit müder Stimme. „Dazu müssten wir wissen, nach welchem System die Todesser vorgehen. Leider scheinen die Angriffe keinem Muster zu folgen.“

„Wie suchen sich die Todesser die Ziele aus, Snape? Zumindest das sollten Sie wissen.“ Wieder Moody.

„Ich weiß es nicht“, sagte Snape kühl. „Solche Dinge bespricht der dunkle Lord nicht mit mir. Er überlässt solchen Aufgaben lieber Bellatrix Lestrange und Konsorten.“

„Na sicher doch“, schnaubte Moody mit deutlicher Abneigung in der Stimme. Ein Umstand, der Hermine verärgert die Stirn runzeln ließ.

„Ich bin kein Mörder“, gab Snape müde zurück. „Noch habe ich das Bedürfnis dazu je gehabt.“

„Jetzt ist genug, Alastor“, sagte die Stimme von Molly Weasley resolut. „Und auch du, Severus, beherrsche dich ein wenig.“

Tatsächlich verstummten die beiden Streithähne und irgendwer kam auf die Idee, das Fenster in der Küche mit einen Knall zu schließen.

Hermine stand frustriert auf. Sie hatte gehofft, ein wenig mehr erfahren zu können. Allerdings wollte der Orden keine minderjährigen Zauberer aufnehmen, geschweige denn Schüler.

Es ärgerte Hermine, dass die Ordensleute so stur in dieser Regel waren, denn sie war sich sicher, dass sie die Hälfte der Mitglieder in die Tasche stecken könnte, was Können anging. Allerdings würde sie nicht um einen Platz im Orden betteln.

Jetzt aber galt es, ihre Eltern zu beschützen. Tatsächlich wunderte Hermine sich, wieso sie noch nicht von den Todessern gefunden worden waren.

Vielleicht war es Glück, aber darauf wollte Hermine sich nicht weiter verlassen.

Sie beschloss, etwas gegen die drohende Gefahr zu unternehmen.

Fest entschlossen, riss sie die Tür auf und rannte die Treppe hinunter, nur, um gegen eine schwarze Wand zu rennen, die sich plötzlich vor ihr aufgebaut hatte.

Eine kräftige Hand umschloss blitzschnell ihr Handgelenk und hielt sie fest, bevor sie hinfallen konnte.

„Verzeihung, Sir“, keuchte Hermine, als sie erkannte, in wen sie da gerade hinein gerannt war.

„Miss Granger“, knurrte er und hielt ihr Handgelenk umklammert.

Bevor sie etwas sagen konnte, tauchte Mad-Eye Moody hinter ihm auf. Anscheinend war die Versammlung beendet.

„Was wollen Sie, Alastor?“, fragte Snape genervt, ohne Hermine loszulassen.

Neugierig schaute Hermine zu Severus sein Gesicht hoch. Er sah angespannt aus, wie sie leicht bekümmert feststellte.

Moody stampfte mit dem Holzbein auf.

„Ich hätte da noch eine Frage an Sie, Snape“, knurrte Moody. „Wie haben Sie auf den Tod von Sirius Black reagiert?“

Entsetzt schaute Hermine Moody an. Sein magisches Auge fixierte sie kurz und wanderte weiter auf die Hand, die immer noch ihr Handgelenk umschlossen hatte.

Snape atmete langsam ein und wieder aus. Innerlich schien er bis zehn zu zählen.

Dann richtete er sich auf und ließ ihr Handgelenk los, bevor er Moody einen stählernen Blick schenkte.

„Was denken Sie denn? Dass ich Freudensprünge mache, weil Black sein Gehirn nicht benutzt hat? Oh, ich bin ganz sicher nicht übermäßig traurig, dass Black tot ist. Aber ich habe seinen Tod nicht gewollt!“, sagte er scharf und wütend.

Moody lachte nur hart auf. Sein Blick war voller Missachtung.

„Na sicher doch“, höhnte Moody. „Snape, das Unschuldslamm.“

Es war der letzte Funke, der bei Hermine für Zündstoff sorgte.

„Wie können Sie es wagen“, fragte sie mit leiser, gefährlicher Stimme. „Wie können SIE ES WAGEN?“




Hingerissen schaute Severus Hermine an. Aus ihrem Haar stoben weiße, kleine Funken und ihre braunen Augen funkelten zornig Moody an, welcher sie mit deutlichen Unbehagen anstarrte. Auch er hatte den rasanten Anstieg an magischer Macht gespürt, der pulsierend von Hermine ausging.

Er spürte es mit Sorge im Herzen und wusste, er musste handeln.

Severus legte ihr eine Hand auf die Schulter, um sie zu beruhigen.

„Es ist gut, Miss Granger“, sagte er mit beruhigender, sanfter Stimme.

Hermine wurde tatsächlich ruhiger und das Pulsieren der Macht hörte auf, sowie auch die Funken.

„Sie sollten sich schämen, Moody“, fauchte Hermine und drehte ihm den Rücken zu.
Severus schaute zu Moody, welcher plötzlich ziemlich klein wirkte.

„Ich glaube, das alles hier führt zu nichts“, sagte er leise. Sein Zorn war verpufft.

„Kommen Sie, Miss Granger. Ich würde Sie sowieso gerne noch einmal unter vier Augen sprechen.“

Unter dem prüfenden Blick von Moody bugsierte Severus sie aus dem Flur Richtung Bibliothek.

Dort angekommen drückte er sie sanft in einen Sessel und ging vor ihr in die Hocke.
Er schaute sie ernst an. Sie erwiderte seinen Blick stumm.

„Wir müssen uns über ihren Ausbruch unterhalten“, begann er leise. „Sie lassen ihre Magie unbewusst frei, wenn Sie wütend sind. Sie müssen lernen, das zu kontrollieren.“
Hermine starrte ihn nur an und sagte nichts.

„Verstehen Sie, Miss Granger“, fuhr Severus fort. Er versuchte, die richtigen Worte zu finden. „Ihre kleinen Ausbrüche können andere Menschen auch in Gefahr bringen. Denken Sie an Miss Brown. Sie befinden sich auf einen Pfad der Zerstörung, wenn Sie so weiter machen.“

Das stimmte. Er hatte gesehen, was ein Ausbruch unkontrollierter Magie mit den Menschen anstellen konnte, die sich in der Nähe befanden.

Severus würde niemals die grausamen Bilder von verbrannten Körpern aus dem Gedächtnis löschen können. Menschen, welche durch einen Obscurus ausgelöscht wurden waren.

Er war froh, dass es sich hierbei nur um Bilder aus einer alten, russischen Zeitung gehandelt hatte, welche er in den Zeitungsarchiven in der Bibliothek von Hogwarts gefunden hatte, aber er wollte so etwas niemals selber erleben. Auch, wenn ihn der Gedanke erheiterte, dass Hermine Moody vielleicht ins nächste Jahrhundert befördert hätte.

„Ich kann es nicht kontrollieren, Sir“, sagte Hermine leise. „Es passiert einfach, wenn ich wütend bin.“

„Seit wann?“

Er sah, wie sie überlegte.

„Ich glaube, alles fing an, als ich mir das Mal zugezogen habe“, sagte sie unsicher. „Vorher habe ich nie das Problem gehabt.“

Severus versuchte, keine Miene zu verziehen. Ihm kam wieder das Gespräch in Sinn, welches es vor einiger Zeit mit Minerva gehabt hatte.

„Sie hatte, als sie noch ein Baby war, immer wieder starke, unkontrollierbare Magieschübe gehabt, die sie fast getötet haben. Ohne, dass sie davon weiß, wurde unter Isolation damals ihre Magie mit einen Kanalisierungszauber von ihr stetig abgesogen und in einem Kristall gespeichert, bis sie ein wenig älter wurde. Dumbledore höchstpersönlich hat damals den Zauber gesprochen. Allerdings ist ihr dadurch ein Jahr verloren gegangen.“

War es möglich, dass das Mal ihre kraftvolle Magie noch bestärkte? Oder hatte sie einen Rückfall? Und wieso hatte das Mal ausgerechnet die junge Frau ausgesucht?
Er fragte sich, ob Hermine überhaupt jemals davon erfahren hatte, was mit ihr als Baby passiert war?

Sollte er es wagen und sie darauf ansprechen?

Severus waren es mittlerweile zu viele Zufälle auf einmal.

Irgendetwas passte nicht zusammen. Es machte ihn misstrauisch.

Er schloss die Augen und öffnete sie wieder. Hermine schaute ihn nun nachdenklich an.

„Sir?“, war ihre einzige Frage. Eine Frage, welche so viel bedeuten konnte.

„Ich muss Sie etwas fragen, Miss Granger“, begann er ruhig. „Wieso sind Sie älter als ihre Klassenkameraden?“

„Ich verstehe nicht ganz“, meinte Hermine verwirrt.

„Wieso wurden Sie ein Jahr später eingeschult?“




Hermine musste darüber lange nachdenken.

Ja, wieso eigentlich?

Durch die Nutzung des Zeitumkehrers war sie ohnehin etwas älter als ihre Klassenkameraden. Aber es stimmte, dass sie ein Jahr später, nämlich mit 12 Jahren, eingeschult worden war. Auch sie hätte einen Brief mit elf bekommen müssen. Was war schief gelaufen?

„Ich weiß es nicht, Sir“, sagte sie zögernd. „Ich bin mittlerweile schon längst achtzehn und werde dieses Jahr noch neunzehn. In meinem siebten Schuljahr.“

„Können Sie sich an irgendetwas erinnern, was in Ihrer Kindheit dazu geführt haben könnte?“

Hermine schüttelte den Kopf. Sie wusste nicht, worauf er hinaus wollte.

Snape wirkte nachdenklich. Ein grimmiger Zug umspielte seine Lippen und eine steile Denkfalte hatte sich auf seiner Stirn gebildet.

„Dumbledore, du Narr“, murmelte er.

Dumbledore… schon wieder.

Langsam kam es Hermine so vor, als ob sie keinen Krieg gegen Voldemort, sondern gegen Dumbledore führten.

„Was ist los?“, flüsterte Hermine leicht ängstlich.

Sie war sich sicher, die Antwort nicht wissen zu wollen.

Snape stand wieder auf und warf einen Muffliato über den Raum.

„Ich denke, Sie sollten sitzen bleiben“, sagte er angespannt und fing an, Hermine zu erzählen, wieso sie so spät eingeschult wurde und dass ihr aufgrund ihrer Magieausbrüche ein ganzes Lebensjahr fehlte.

Und dass Dumbledore ihr Gedächtnis gelöscht hatte.

Hermine riss empört den Mund auf.

„Warten Sie, Miss Granger“, sagte Snape und hob die Hand. „Ich bin mir sicher, in diesem Fall hat er es nur getan, um Sie zu schützen.“

Hermine schloss den Mund und dachte nach.

Sie hatte sich schon immer gefragt, wieso sie ein Jahr später eingeschult worden war als ihre Klassenkameraden. Nun hatte sie endlich die Antwort. Anscheinend wollte Dumbledore sicher gehen, dass sie keine Ausbrüche mehr hatte.

Aber wieso bekam sie die Ausbrüche jetzt? War wirklich das Mal schuld?

Befand sie sich in Gefahr?

Und was war eigentlich aus dem Kristall geworden, welcher ihre Magie stetig abgezogen hatte?

Hermine dachte über ihr Zuhause nach. Ihre Eltern hatten eine Sammlung von einigen seltenen Mineralien, welche auf Hermine immer eine gewisse Anziehungskraft ausgeübt hatten. Besonders ein gewisser, weißer Kristall, fiel ihr ein.

War es vielleicht jener Kristall, welcher ihre Magie abgezogen hatte?

Hermine beschloss, sich den weißen Kristall von ihren Eltern zu holen und sagte dieses Snape, welcher merklich überrascht wirkte.

„Wieso wollen Sie den Kristall holen?“, fragte er und hob seine Augenbrauen.

Hermine war ein Gedanke gekommen, welchen sie Snape nun ausführlich dar legte.

„Ich habe schon seit ein paar Tagen die Idee, den Trank für Dumbledore zu modifizieren. Bisher fehlte mir aber die magische Kraft dazu, um den Trank zu brauen.“

Snape begann zu verstehen. „Sie beabsichtigen, die ohnehin magischen Zutaten zu stärken?“, fragte er.

Hermine nickte. „Es ist doch ganz einfach“, sagte sie. „Die Magie wurde in den Kristall gezogen. Vielleicht reicht die Menge aus, um die Zutaten in Magie zu baden.“




Severus dachte darüber nach. Es stimmte, dass man gewisse Zutaten magisch verstärken konnte, wenn man magische Energie hinzu führte. Diese Art von Tränken war machtvoll und schwer zu brauen. Nur ein wahrer Meister konnte normalerweise diese Art von Tränken brauen. Ein Meister, wie er einer war.

Das Problem war nur meist die Menge an Magie, welches die Zutaten brauchten, damit der Effekt überhaupt zu tragen kam. Ein Grund, weshalb solche Tränke fast nie hergestellt wurden.

Die Menge an Magie, welche ein solcher Trank brauchte, schaffte es, einen Zauberer so derart zu erschöpfen, dass dieser mit dem Leben bezahlen musste.

In diesen Fall aber konnte Hermine die gesammelte Energie des Kristalls nutzen, um den Trank gefahrlos zu brauen.

„Ich verstehe“, sagte er und nickte langsam. „Das könnte durchaus klappen.“
„Gut, dann ist es beschlossen“, sagte Hermine glücklich. „Ich werde morgen zu meinen Eltern apparieren und mir diesen Kristall holen.“

„Aber nicht alleine“, sagte Severus und warf ihr einen strengen Blick zu. „Es sind gefährliche Zeiten und Sie werden als Potters Freundin erst Recht gesucht.“

Hermines Schultern sackten ab und ihr Gesicht wurde eine Nuance blasser.

„Oh nein“, sagte sie leise. „Meine Eltern. Ich muss sie irgendwie schützen.“

Hilflos schaute sie Severus an, welchem das Herz in die Hose rutschte. Er sah die Angst um ihre Eltern in ihren Augen und er wollte in diesen Moment nichts sehnlicher, als ihr zu helfen.

„Wir werden einen Weg finden, sie zu beschützen, Miss Granger“, sagte er und warf ihr einen aufmunternden Blick zu, was sie kurz lächeln ließ.

„Danke, Sir“, erwiderte sie.

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Nun, seid ihr auch schon so gespannt auf den Besuch bei Hermines Eltern? :)
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