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Wo Schatten ist, ist auch Licht

GeschichteRomance, Fantasy / P16 / Gen
Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley Severus Snape
13.01.2018
04.05.2021
20
67.197
49
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
13.01.2018 1.718
 
Hallo liebe Leser und Leserinnen.
Es gibt viele tolle FanFiktions im Bereich Harry Potter.  Und da mir der siebte Harry Potter Band überhaupt nicht zusagt, habe ich mir überlegt, auch mal eine eigene Geschichte zu schreiben. Die Charaktere und Orte gehören natürlich nicht mir, sondern das Recht obliegt nur bei J.K Rowling. Dennoch leihe ich mir das Konzept Harry Potter hier nur aus und versuche eine einigermaßen vernünftige Geschichte zu posten.  Es ist kein Meisterwerk :D

Viel Spaß und seid nicht zu streng mit mir.


Wo Schatten ist, ist auch Licht



Leere Seiten




Es war vielleicht keine ihrer besten Ideen gewesen, noch kurz vor der Sperrzeit in die Bibliothek zu gehen, doch der Anblick von Ron Weasley, wie er von Lavender Brown geradezu aufgefressen wurde und dabei gewisse Ähnlichkeiten mit dem Riesenkraken aufwies, war zuviel für Hermine Granger, sodass sie den Gemeinschaftsraum fluchtartig verlassen hatte. Einzig Harry Potter hatte ihr einen mitleidigen Blick zugeworfen, bevor er sich wieder seinem Zaubertränkebuch gewidmet hatte. Kopfschüttelnd und ärgerlich vor sich hinmurmelnd lief sie die langen Bücherreihen lang und überflog die Buchtitel rasch. Eigentlich suchte sie nichts Bestimmtes zum Lesen, weshalb sie ein wenig unschlüssig war.
Nachdenklich blieb sie in einer kleinen Ecke stehen und musterte das Regal vor ihr. Titel wie „Verwandlung für Profis“, „Nützliche Zaubereien“ oder „Numerologie der Antike“ waren ihr schon ein paar Mal in die Hände gefallen. Nein, dass war es nicht, was sie diesmal lesen wollte. Diesmal hatte sie Lust auf etwas Entspannendes. Etwas, was den Knoten im Bauch lösen und ihre Gedanken über Ron in den Hintergrund drängen sollte.
Nachdenklich blieb ihr Blick an einem unscheinbaren Buch ohne Titel und mit schwarzen Einband hängen. Merkwürdig, das Buch hatte sie bisher noch nie gesehen. Vielleicht kam es aus der verbotenen Abteilung, dachte Hermine und streckte sich ein wenig in die Höhe, um das Buch heraus zu ziehen.
Neugierig strich sie über das kühle Leder und suchte nach einem Titel, indem sie es in ihren Händen drehte, doch kein Buchstabe war zu sehen. Nur ein Symbol zierte den Einband, welches aussah wie ein Zauberstab in einer Flamme, darüber hing eine Sonne.
Nie hatte Hermine ein derartiges Symbol gesehen.
Vorsichtig trug sie das Buch zu einem Sessel und setzte sich, den Blick nicht von dem Einband nehmend. Noch einmal strich sie über das kühle Leder und schlug das Buch auf. Der darauffolgende scharfe Schmerz an ihrem rechten Unterarm und die rasend schnell aufeinanderfolgenden vielen Bilder in ihrem Kopf ließen sie die Besinnung verlieren und dumpf auf den Boden aufschlagen.

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Severus Snape war eigentlich auf der Suche nach einem bestimmten Zaubertränkebuch, als er ein paar Regale weiter entfernt ein lautes Geräusch vernahm, als würde etwas umfallen. Ein diabolisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht. Es war kurz nach der Sperrzeit und es würde seiner Laune nur gut tun, diese an einem Schüler auszulassen. Denn immerhin hatte er sich den Tag mit der Unfähigkeit einiger besonders einfältigen Schüler in Verteidigung herumschlagen müssen und war dementsprechend ziemlich geladen. Hinzu kam, dass Draco Malfoy sich weigerte, mit ihm zu sprechen.
Auf leisen Sohlen schlich er die langen Regale entlang, bereit, wie eine Schlange vorzustoßen und…
Er blieb abrupt stehen und schaute einige Sekunden verblüfft auf das buschige, braune Haar, welches er nur einer Schülerin zuordnen konnte, der unerträglichen Nervensäge Hermine Granger. Doch wieso die Gryffindor auf dem Boden lag, allen Anscheins bewusstlos, wollte sich ihm nicht erschließen. Einzig ein unscheinbares Buch lag aufgeklappt neben ihr, die Seiten gähnend leer.
Anscheinend ist ihr das Buch auf dem Kopf gefallen, dachte er und hockte sich neben ihr hin.
„Miss Granger, wachen sie gefälligst auf“, blaffte er das Mädchen an und schüttelte sie grob an der Schulter. „Schlafen können Sie auch in ihrem Turm.“
Von seiner Stimme aufgeschreckt, schlug Hermine die Augen auf. Ihr Unterarm kribbelte leicht.
„Sir!“, sagte sie und setzte sich auf. „Verzeihung… ich habe mich…“
„zur Sperrzone außerhalb Ihres Turmes aufgehalten“, fiel Snape ihr ölig ins Wort.
„Professor, bitte, das war keine Absicht“, versuchte Hermine die Situation zu retten, doch damit machte sie es nur noch schlimmer, denn Snapes schwarze Augen fingen bedrohlich an zu glitzern.
„Sparen Sie sich Ihren Atem“, fauchte er sie an und stand auf. „Es ist mir egal, wieso Sie hier auf dem Boden liegen. Fünfzig Punkte Abzug und Strafarbeit morgen Abend um zwanzig Uhr.“
„Aber Sir…“, brachte Hermine hervor und biss sich auf die Lippen, um sich selbst zu stoppen.
„Verschwinden Sie gefälligst in Ihren Turm! Ansonsten verlängere ich um eine Woche!“
Hermine rappelte sich hastig auf und wollte die Flucht antreten, wurde aber von Snape aufgehalten, der ihr das Buch hinhielt.
„Nehmen Sie gefälligst Ihr Tagebuch mit. Niemand ist interessiert an Ihren Tagesablauf.“
Hermine verkniff sich den Kommentar, dass sie gar kein Tagebuch führe und schnappte sich das Buch aus seiner Hand.
„Ja, Sir“, brachte sie mit zusammengebissenen Zähnen hervor und trat den Rückzug an, Snapes bohrenden Blick in ihren Rücken spürend. Gott, wie sie ihn nicht verabscheute in diesen Moment.
Innerlich vor sich hin fluchend machte sie sich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors. Dabei versuchte sie ihren leicht juckenden Unterarm zu ignorieren. Kurz vor dem Portrait der fetten Dame hielt sie inne und zog entnervt ihren Ärmel hoch. Keuchend lehnte Hermine sich an der kühlen Steinwand und betrachtete fassungslos ihren rechten Unterarm.
Feine, schwarze Linien bildeten ähnlich dem dunklen Mal der Todesser eine Art Tätowierung. Es war jenes Symbol, welches sie auf dem schwarzen Einband des Buchs gesehen hatte, welches Snape ihr in der Hand gedrückt hatte. Ein Zauberstab in Flammen und darüber eine Sonne. Erschöpft lehnte Hermine den Kopf an die Wand und schüttelte den Ärmel wieder über den Unterarm. Dieses Buch…
Sie hob das Buch vor ihrem Gesicht und starrte es an. Das Symbol war verschwunden.
Wie soll ich das erklären, dachte Hermine und biss sich auf die Lippe. Ich muss die erste tätowierte Schülerin in Hogwarts sein.
Hermine lies das Buch sinken. Sie würde es später im Bett näher untersuchen. Nun aber sollte sie sehen, dass sie in den Gemeinschaftsraum ankam, nicht, dass Filch sie auch noch erwischte. Eilig stieß sie sich von der Wand ab und lief die nächste Treppe hoch, sagte der fetten Dame das Passwort (Kranichfuß) und schlüpfte durch das Loch.
Im Gemeinschaftsraum wartete schon ein besorgter Harry auf sie und führte sie in eine stille Ecke, weit genug entfernt von Ron und Lavender, die immer noch auf einem Sofa miteinander beschäftigt waren.
„Hermine, ist alles okay mit dir?“, fragte Harry und musterte sie.
„Es geht“, sagte Hermine und legte das Buch unauffällig neben sich hin. „Snape hat mich erwischt. Ich muss morgen Abend nachsitzen.“
„Dieser Mistkerl“, fluchte Harry und schaute sie mitleidig an. Hermine rutschte unbehaglich hin und her. „Nicht doch Harry“, sagte sie beschwichtigend. „Ich habe doch selber Schuld. Wäre ich nicht noch in die Bibliothek gegangen, dann wäre sicher nichts passiert.“ Sie warf Lavender und Ron einen kurzen Blick zu, der ihre ganze Abscheu zum Ausdruck brachte. Harry folgte ihrem Blick.
„Ich habe ihm gesagt, er solle es lassen. Aber naja…“, meinte er und verdrehte die Augen.
„Nun, wenn man es mag“, schnaubte Hermine und wandte sich wieder Harry zu. „Ganz ehrlich, Harry, mich interessiert es nicht weiter, mit wem Ron rummacht.“
Harry schwieg daraufhin und knetete die Hände durch. „Meinst du nicht…?“, versuchte er schließlich, wurde aber promt von Hermine unterbrochen.
„Sorry, Harry, aber ich glaube, ich geh ins Bett. Mir schwirrt der Kopf.“
Damit stand sie auf und nahm das Buch mit. „Schlaf gut.“
Und bevor Harry noch ein Wort sagen konnte, war sie schon die Treppe zum Mädchenschlafsaal hoch. Später im Bett fühlte sie einen leichten Stich. Sie wusste, sie war nicht gerade fair zu Harry gewesen, der ihr allem Anschein nach nur ein wenig helfen wollte, doch sie brachte es nicht fertig, über Ron zu reden, ohne zornig oder traurig zu werden. Denn ganz entgegen ihrer Aussage interessierte es sie sehr wohl, was Ron tat, und sei es nur, um sich ihrem eigenen Schmerz ein wenig hinzugeben und weiter wütend auf ihn zu sein. Dennoch würde sie sich morgen bei Harry entschuldigen.
Das Thema in Gedanken abhakend, zog sie einen Ignorierzauber um ihr Bett und widmete sich wieder dem Buch. Tief durchatmend in Erwartung der nächsten Katastrophe schlug sie es auf und riss überrascht die Augen auf. Auf den Seiten stand… nichts!
Ein wenig verwirrt blätterte Hermine die Seiten durch, doch das Buch blieb leer.
Sprüche zum enttarnen nutzend schwenkte sie ein paar Mal ihren Stab über die Seiten, doch nichts passierte. Das war merkwürdig.
Nachdenklich schob Hermine den Ärmel ihres Pyjamas hoch und strich vorsichtig über die schwarze Tätowierung. Irgendwie musste sie an das dunkle Mal denken. Auch dieses war wie eine Tätowierung, aber auf magische Art und Weise mit Voldemort verbunden. Wenn sie nur mehr über das dunkle Mal wüsste, vielleicht könnte sie dann auch mehr über ihr seltsames Symbol auf der Haut erfahren. Doch kein Buch in der gesamten Bibliothek von Hogwarts konnte ihr etwas über das dunkle Mal erzählen. Nein, sie brauchte jemanden, der sie über die Funktionsweise und Art der Magie aufklärte. Jemanden wie…
„Das darf doch nicht wahr sein“, würgte Hermine hervor. „Ich muss mit Professor Snape darüber reden. Aber er wird mich niemals anhören.“
Grübelnd ließ sie sich ins Kissen fallen. Wie sollte sie das nur anstellen? Snape war ein Bastard, wie er im Buche stand. Immer schlecht gelaunt, zynisch und ein Auftreten wie Graf Dracula war er als Oberhaupt der Slytherins bestimmt nicht bereit, einer Gryffindor wie ihr Details über das dunkle Mal zu erzählen. Vor allem wenn es eine Gryffindor namens Hermine Granger war, beste Freundin von Harry Potter, dachte Hermine zynisch. Was sollte sie also tun?
Nun, es gab natürlich die Möglichkeit, ihn morgen Abend zu fragen, auf die Gefahr hin, dass er sie entweder hochkant herauswarf oder ihr noch mehr Nachsitzen verdonnerte. Legillimentik würde bei einem hervorragenden Okklumentiker wie es Snape war nicht funktionieren, abgesehen davon hatte sie keinerlei Erfahrung in diesem Bereich. Und einen Trank unterscheiben? Nein, ganz schlechte Idee, sagte sich Hermine. Er war nicht umsonst Tränkemeister.
Seufzend drehte sie sich auf die Seite. Es nützte nichts. Sie musste ihn direkt fragen. Koste es, was es wolle.
Sie hoffte nur, dass er sie nicht gleich auffressen würde.
Von grausigen Vorstellungen geplagt, wie Snape wohl reagieren würde, fiel sie schließlich in einen unruhigen, dennoch tiefen Schlaf.
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