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Morgoths Vermächtnis

GeschichteFantasy / P12 / Gen
OC (Own Character) Radagast
13.01.2018
15.01.2018
2
1.165
 
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15.01.2018 716
 
Die karge Landschaft der südlichen Ered Luin veränderte sich kaum auf dem Weg zu den Hallen von Thorin Eichenschild. Die Sonne war bereits untergegangen, als Annúngileth endlich durch das imposante Portal ritt. Sie sehnte sich nach einem warmen Bett und hätte die Wachen am Tor beinahe umgeritten. Sie bezahlte ein kleines Zimmer in einem Gasthaus etwas abseits der Straße und stellte Wilwarin, ihre treue Stute, in den Stall neben dem Gasthaus. Es war schon sehr spät als sie nach dem Abendessen ihr Zimmer betrat und Annúngileth schlief, als sie die Kissen berührte, sofort ein.
Sonnenlicht durchflutete das Zimmer am nächsten Morgen. Annúngileth mühte sich aufzustehen und sah in die Schale mit Wasser, um ihr Spiegelbild zu betrachten. Ihre langen, schwarzen Haare waren zerzaust und ihre Kleidung war immer noch staubig von gestern. Schnell spritzte Annúngileth sich das Wasser ins Gesicht und eilte zu ihrem Gepäck. Sie zog einen langen Kamm aus Horn aus ihrem Rucksack. Zweifelnd fragte sie sich, wie lang der Kamm wohl noch hielt, denn er sah schon ziemlich abgenutzt aus und einige Zinken waren schon abgebrochen. Sie beschloss, sich heute bei einem Händler einen neuen Kamm zu kaufen. Schnell entknotete sie ihre Haare und steckte sie in einer einfachen Flechtfrisur auf ihrem Kopf zusammen. Sie ging ins kleine Nebenzimmer wo sie die kleine Wanne mit Wasser füllte und ihre Kleider wusch.
Nachdem sie getrocknet waren und Annúngileth sich wieder angezogen hatte verließ sie das Gasthaus mit der Absicht, sich bei einem Bäcker ihr Frühstück zu kaufen.
Es war noch ein wenig frisch draußen, doch die Sonne strahlte und ihre Strahlen wärmten die Haut. Sie schaute kurz nach Wilwarin, die gerade gefressen hatte und steckte ihr noch einen Apfel zu. Dann ging Annúngileth in das Zentrum der Stadt; Ferins Platz.
Es standen überall die Händler und an der Nordseite des Platzes stand ein Vorratshändler.
„Guten Tag verehrte Dame. Was kann ich für euch tun?“ fragte der Zwerg. „Ich brauche unbedingt etwas zum Frühstücken, sonst verhungere ich. Was habt ihr, Zwerg?“ „Nun“, antwortete der Zwerg, „Wir hätten ein Vorratspaket mit etwas Gebäck, Trockenobst aus den Siedlungen in Lindon, etwas Dörrfleisch und einem Wasserschlauch umsonst dazu. Was sagt ihr? Sonst hätten wir natürlich auch alles zur Genüge als Einzelnes.“ Annúngileth überlegte: „Gut, ich nehme zwei von diesen Vorratspaketen. Wie viel sollen die denn kosten?“ „Da sie unser Gast hier sind -niemand soll sagen wir Zwerge behandeln unsere Gäste schlecht- bekommt ihr diese hier nur für sechs Silberpfennige. Das ist doch ein gutes Angebot, nicht wahr?“ Annúngileth lächelte, gab dem Zwerg die Münzen und sagte: „Vielen Dank, sollte ich noch einmal verhungern komme ich direkt zu ihnen.“ Sie drehte sich um und während sie bei einem Händler einen neuen Kamm („Diesmal nicht aus Horn!“) kaufte, verspeiste sie einen Teil des Obstes zusammen mit dem Gebäck aus einem der Pakete.
Sie stöberte gerade im Angebot eines Händlers für Haarschmuck herum, als es fürchterlich anfing zu regnen. Schnell lief sie in eine Seitenstraße, doch dort waren kaum Möglichkeiten vor dem eiskalten Regen zu fliehen. Annúngileth lief weiter die Straße hinunter und als sie schon fast gänzlich durchnässt war, entdeckte sie ein Geschäft, das offen zu sein schien.
Niemand schien dort zu sein und Annúngileth hatte den Eindruck, es müsse dringend mal aufgeräumt werden. Sie entdeckte alte Bücher, überall im Raum aufgestapelt, auf hohen Regalen standen Gefäße mit bunten Flüssigkeiten und überall im Raum standen seltsame Apparaturen. Auf dem Tresen stand ein Tongefäß, worin verschieden große Karten steckten. Anscheinend war sie bei einem Buchhändler oder etwas Ähnlichem gelandet. Vorsichtig ging sie weiter in den Raum, sorgfältig darauf achtend, dass sie nichts volltropfte. Annúngileth sah sich gerade ein sehr zerbrechlich aussehendes Modell der Sterne an, als ein Zwerg mit grauem Bart und einer abgenutzten Weste aus einem Raum hinter dem Tresen hervorkam.
Plötzlich hatte Annúngileth einen Einfall: „Ihr habt hier sicherlich einiges an Informationen. Ich frage mich, ob ihr auch etwas über den Verbleib der Entfrauen wisst?“ Der Zwerg runzelte die Stirn. „Der letzte der danach gefragt hat, ist kurz darauf spurlos verschwunden und nicht zurückgekommen. Das ist jetzt fast genau ein Jahr her. Ich an eurer Stelle wäre vorsichtig.“ Verwundert aber doch interessiert hakte Annúngileth nach: „Wer war es? Kanntet ihr ihn?“ „Hab‘ von ihm gehört. War ein Zauberer, glaub ich. Hatte jedenfalls so einen komischen Stab dabei."
 
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