Der Chirurg

von -Lou
GeschichteDrama, Krimi / P12 Slash
13.01.2018
03.04.2018
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Mitten in einem kleinen Wald in Köln, angrenzend der Autobahn, herrschte pure Einsamkeit. Es war still. Nur die Blätter der Bäume rauschten im Wind und erzeugten mit ihrem Geräusch eine unheimliche Stimmung. Durch die vorherrschende Dunkelheit und der Tatsache, dass hier nicht oft ein Mensch vorbeikommt, war der Wald ziemlich einschüchternd. Jedoch wurde diese einsame Dunkelheit durch rotes und blaues Licht durchbrochen, welches von der Ferne zu geschnellt kam. Drei Fahrzeuge der Polizei fuhren mit ihren eingeschalteten Sirenen an den Waldrand heran. Ermittler und Spurensicherer stiegen aus den Fahrzeugen aus und liefen nur wenige Meter in den Wald hinein. Die flackernden Lichter erhellten die Stelle und ließen ein Blick auf den vorzufindenden Tatort zu. Man brauchte keine besonderen Kenntnisse, um zu sehen, dass hier ein Verbrechen stattgefunden hatte. Die Ermittler warfen einen Blick auf die Tote, die vor ihnen auf dem kalten Waldboden lag. Es war eine junge, hübsche Frau mit langen blonden Haaren, welche ihr lockig über die Schultern fielen. Ihre hellblauen, verblassten Augen starrten den Himmel hinauf. Die Frau trug keine Kleidung, sondern wurde von vielen Blättern überdeckt, sodass man nicht auf ihren bloßen Körper schauen konnte. Ihre Arme waren entspannt zur Seite gelegt und ihr Kopf und halber Oberkörper waren an einem umgekippten Baumstamm angelehnt. Es hatte etwas Anmutiges, wie sie so da lag. Unter ihrem Schlüsselbein zog sich sichtbar ein tiefer Schnitt, welcher ihr vor ihrem Tode zugefügt wurde, denn es floss immer noch Blut aus der Wunde. Die Flüssigkeit suchte sich ihren Weg über den Oberkörper und versank schließlich in dem Laub, welches auf ihr lag. Hätte man von dem Blut und der Schnittwunde abgesehen, hätte man denken können, die Frau würde entspannt in den Himmel schauen und die Sterne beobachten.



Einer der Ermittler, ein Mann Mitte 40 mit schwarzem Haar und etwas Bauch bei 1,85m, kniete sich neben die Leiche und begutachtete jeden Zentimeter ihres Körpers. Mit seinen in Handschuhen gekleideten Händen drehte er vorsichtig den Kopf der Frau beiseite, um freie Sicht auf ihren Hals zu erlangen. Und was er sah, war wie erwartet. Deutliche Teaserspuren befanden sich auf der rechten Seite ihres schmalen Halses und überall waren Blutergüsse zu erkennen. Der Ermittler schüttelte nur mit dem Kopf, während sein Kollege, ein etwas jüngerer Mann mit blondem Haar und durchtrainierten Körper bei 1,90m, in sein Funkgerät sprach: "Wir brauchen hier sofort den Gerichtsmediziner und sorgt für ausreichende Beleuchtung und Absperrband!" Dann gesellte er sich zu seinem Partner und kniete sich auf die linke Seite, direkt ihm gegenüber. Er zeigte mit seiner behandschuhten Hand auf das Schlüsselbein der Frau. Zu erkennen war eine tiefe Schnittwunde. "Scheiße, schon wieder! Das kann doch nicht wahr sein! Das ist jetzt schon die dritte Frau in vier Wochen." Sein älterer Partner nickte und schaute sich den Wald etwas näher an, doch er bezweifelte, dass sie irgendwelche brauchbaren Spuren finden würden - denn das taten sie nie.



Wenige Minuten später traf der Gerichtsmediziner ein, warf einen kurzen Blick auf die Leiche und erzählte den Ermittlern nichts Neues: "Wie es aussieht, habt ihr es mit einem Serienmörder zu tun. Die Frau ist seit circa 13 Stunden tot. Todesursache ist genau dieselbe wie bei den zwei Frauen zuvor: Sie wurde erdrosselt. Ich werde mir das Opfer in der Gerichtsmedizin genauer anschauen, aber ich glaube, Sie wissen schon, was ich finden werde." Der Gerichtsmediziner stand auf und wollte gerade gehen, um seine Leute anzuweisen, die Leiche in den Transporter zu laden, als der Chef der Mordkommission herantrat. "Chef, was machen Sie denn hier?", fragte der jüngere Ermittler, denn eigentlich war es nicht seine Art an Tatorten aufzukreuzen. "Ich glaube es wird an der Zeit den Fall abzugeben." "Aber Chef, Sie können uns den Fall doch nicht wegnehmen! Immerhin sind wir die Mordkommission. Wer soll diesen Fall denn sonst bitte lösen?", warf nun der Ältere ein und war sichtlich gegen die Meinung seines Vorgesetzten. "Die Autobahnpolizei. Es ist besser so, glauben Sie mir, Mayer! Eine der dortigen Ermittler hatte früher mit genau diesen Fällen zu tun.", erklärte der Chef der Mordkommission und strich sich dabei seine grauen Haare aus dem Gesicht. Doch der jüngere Ermittler wollte diesen Fall nicht Aufgeben und fragte ungläubig: "Die Autobahnpolizei? Seit wann ermitteln die denn in Morduntersuchungen. Vor allem bei einem Serienmörder wie diesen hier?!" Der Chef hörte eine deutliche Verachtung in der Stimme seines Mitarbeiters. Doch die Sache war beschlossen. "Fischer, es ist beschlossen. Die Kollegen der Autobahnpolizei bekommen von uns alle Unterstützung die Sie brauchen!" Somit verließ er den Tatort, setzte sich in sein Auto und wählte mit seinem Handy eine Nummer, die er lange nicht mehr gewählt hatte.
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