All we are

von ninagac
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
12.01.2018
21.05.2019
22
26.950
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21.05.2019 1.483
 
,,Oh mein Gott, hat er nicht." schrie Maja, die im Übrigen vollkommen betrunken war, von der Kloschüssel aus. Ich erzählte ihr gerade von dem Kuss zwischen mir und Aaron, während ich mit überkreuzten Beinen an der Heizung stand und darauf wartete auch endlich das Klo benutzen zu können.

,,Doch und jetzt mach hinne! Ich muss auch mal." drängelte ich halb verzweifelt. Nach einem genuschelten ,,Jaja" stand sie wankend auf und ich sprintete zur Toilette.

,,Und wie war's?" fragte sie mich nun zum zweiten mal, woraufhin sie die gleiche Antwort bekam, wie vorher. ,,Immer noch gut. Er riecht nach Waschmittel. Nach gutem Waschmittel."

Süffisant grinste ich über meine kleine Eroberung, bis ich meinen Gedanken weiterspann: ,,Scheiße! Vielleicht hat der sich ja in mich verknallt."

Geschockt guckte ich Maja vor mir an. ,,Oh shit." lachte sie mich nun aus.

,,Frag den einfach und trink was mit mir!" fügte sie überraschenderweise hinzu. ,,Ja danke für deine Hilfe, Maja."

Und ohne dass ich großartig reagieren konnte, schloss sie die Tür auf, ging heraus und lies sie danach sperrangelweit auf. ,,Alter Maja!" schrie ich geschockt hinterher und zog so weit wie möglich im Sitzen meine Hose hoch.

Das Schicksal meinte es natürlich gut mit mir und so gingen zwei Jungs, aus dem Jahrgang unter mir, an dem Badezimmer vorbei. Die beiden guckten mich dabei leicht verwirrt an. ,,Könnt ihr die Tür zumachen?" fragte ich laut, sodass sie mich über die laute Musik hinüber hören konnten. ,,Bitte!" schob ich noch schnell hinterher.

Gott sei Dank tat einer der beiden das auch und ich lief mit nur halb angezogener Hose zur Tür, um sie zu schließen. Mit fertig angezogener Hose sowie gepflegter Frisur verließ ich nun auch endlich das Bad.

Auf dem Weg in die Küche, wo ich mir etwas zu trinken holen wollte, merkte ich, wie mein Handy in der Hosentasche anfing zu vibrieren. ,,Rowan Blanchard" stand auf dem Display.

Ich eilte nach draußen auf die Straße und nahm den Videoanruf an.

Nach kurzer Verbindungs-Zeit sah ich die brünette Schauspielerin auf meinem Handy. ,,Hi Germany!", das war ihr Spitzname für mich ..Alles gut?".

,,Heey. Ich bin gerade auf einer Party, deswegen kann ich dich nicht so gut hören." erzählte ich kurz. ,,Achso sorry. Wir können dann auch morgen reden, wenn-"

Ich unterbrach sie schnell: ,,Ne, alles okay. Was gibt's?". ,,Also.", fing sie an und zog dabei das o lang ,,Ich bin Ende dieses Jahres in der Nähe von Toronto und hab da einen Filmdreh und joa."

Leicht verwirrt, da ich mit größeren Neuigkeiten gerechnet hatte, warf ich nur ein schlichtes ,,Okay." ein und ließ sie weiterreden. Sie wartete kurz, was wahrscheinlich an der schlechten Verbindung lag, und redete dann weiter: ,,Aber das war's noch nicht. Der Regisseur, ein Bekannter meiner Familie, ist noch ganz jung und recht erfahrungslos und sucht noch nach weiteren Schauspielern. Ich hab einfach erstmal dich genannt und gesagt, dass du das ein oder andere Mal schon vor der Kamera standest."

,,Alter, Rowan. Das ist mega!" Okay, es war wohl doch eine große Neuigkeit.

,,Also würdest du mitmachen?" fragte sie grinsend und guckte mich durch die Kamera an. ,,Klar! Aber ich muss wirklich erst meine Mutter fragen, sonst-" antwortete ich mit Herzrasen.

,,Sonst passiert das gleiche, wie bei Shawn. Schon klar, aber frag so früh wie möglich, dann geb ich das dem Regisseur weiter.". Man konnte, sehen wie sie in ihrer Küche stand und etwas kochte.

,,Ja, ok. Also mach dir erstmal keine großen Hoffnungen. Ich will definitiv mitmachen, aber es kommt auf meine Mutter an." sagte ich und legte mir im Kopf schon einige gute Argumente zurecht.

,,Ich kann dir ja schon mal verraten, worum es geht. Du wirst eine eher oberflächliche Rolle haben, die ziemlich easy zu spielen wird.". ,,Warum hast du auch gesagt, dass ich schon Erfahrung hab? Ich war ein halbes Jahr in der 8 Klasse in 'ner AG. Das war's.", schoss mir ein erster Zweifel durch den Kopf.

,,Du wirst auch "nur" die Freundin von der Hauptrolle sein, welche ich spiele, die eigentlich nur da ist. Keine Familienprobleme, keine Liebesprobleme, alles ganz einfach zu spielen."

,,Hi Kayleeeee!" schrie auf einmal jemand vom Fenster ein paar Meter weg zu mir. Aaron lehnte sich aus dem Küchenfenster und zeigte auf mich. Er war höchstwahrscheinlich noch betrunkener, im Gegenteil zu mir, als vorher, doch das hinderte ihn nicht daran aus dem kleinen Fenster zu klettern. Er sprang oder fiel eher heraus und lief erst zu seinen Freunden, die seine bescheuerte Aktion filmten und zog dem einen das Handy aus der Hand.

Womit wahrscheinlich keiner rechnete, war, dass er dies sofort durch die Höhe und rauf auf's Hausdach warf, wo es nur kurz knallte und liegen blieb. ,,Oh mein Gott." zog ich nur scharf die Luft an und zeigte Rowan, was mein neuer besoffener Kumpel so eben praktiziert hat.

,,Also wir sprechen morgen nochmal. Viel Spaß noch!" zwinkerte sie lachend . Ich klickte sie gleich weg, als Aaron auf mich zu kam. Eins kann ich schwören: Ich hab noch nie einen so krass wankenden Menschen erlebt.

,,Ich weiß ja nicht, ob das nur an mir liegt, aber hast du vielleicht etwas zu viel getrunken?" lachte ich ihn halb aus und wusste dabei nicht wirklich, wie ich auf ihn reagieren sollte.

,,Aaron du-" schrie ihm einer seiner Freunde hinterher und war kurz davor ihm hinterher zu rennen und zu schlagen. Dieser wurde aber glücklicherweise von den anderen aufgehalten, die ihn mit ins Haus zogen, um kurz danach auf dem Dach entlang zu laufen.

Mit einer Harcke versuchten sie das Handy zu sich zu ziehen, was nicht wirklich klappte. Ich ließ Aaron kurz alleine stehen und stellte mich an die Stelle, unter dem Handy. Man konnte sehen, wie das Display leuchtete und es immer weiter an den Rand rutschte.

Auf einmal fiel es und die Jungs, immer noch auf dem Dach und mit der Harcke in der Hand, schrien laut auf. Doch meine Reflexe ließen mich, auch im nicht gerade nüchternen Zustand, nicht im Stich. Wie im Film, sah ich das Handy auf mich zurasen, oder eher fallen, aus Angst, dass ich getroffen werde, streckte ich meine Hände nach ihm aus und hielt es plötzlich in meiner linken Hand.

Ziemlich aufgeregt rief ich nach oben zu den Jungs ,,Ich hab's!". Keine Antwort. ,,Ich hab das Handy!" schrie ich nochmal.

Und dann fingen alle von oben an zu schreien und kamen runter in den Garten. Wahrscheinlich kannte keiner der Jungs meinen Namen, aber alle umarmten mich auf einmal, wobei ich deutlich ihre Fahne riechen konnte. Ich gab das Handy einem, wie er sich vorstellte, Brian und beantwortete den anderen dabei völlig dumme Fragen.

Dann sprach mich Brian an: ,,Bist du nicht Kaylee?". Ich fühlte mich etwas unter Druck, da ich sein Gesicht noch nie zuvor gesehen habe, nickte dann aber.

,,Hey Leute, das ist Shawns kleine Freundin!" rief er dann in die Menge und alle Augen richteten sich auf mich. ,,Ja, also wir sind befreundet. Ähm... Kennt ihr ihn?"

Und so begann erstmal Brian mir zu erzählen, dass er ein alter Freund von Shawn sei und die anderen und er gemeinsam zur Schule gingen. ,,Ich sollte übrigens ein Auge auf dich haben. Besonders auf dich und den da." sagte er dann etwas leiser zu mir und deutete bei "Dem da" auf Aaron der im Gras hockte.

Überrascht guckte ich ihn an und entschuldigte mich, um ins Haus zu gehen. Ist mein kleiner Plan von vorhin, Shawn eifersüchtig zu machen, etwa doch aufgegangen? Oh bitte.

,,Warte mal!" rief mal wieder jemand mir hinterher. Es war diesmal Brian, der zu mir joggte. ,,Also um im Voraus schonmal irgendwelche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen: es ist nicht so, dass Shawn auf dich steht und deshalb wissen will, was du machst. Das hat er mir ja oft genug gesagt und er meinte, dass es dir genauso geht. Hoffentlich ist das auch so, sonst-", sagte er halb lachend und gestikulierte stark mit den Händen.

,,Er hat recht." versuchte ich so beiläufig wie möglich zu sagen, obwohl ich wieder unfassbar traurig und wütend war. Vor allem auf Shawn.

,,Naja er hat sich nur Sorgen gemacht, weil du auf einmal so betrunken gescheint hast und mit Aaron halt geknutscht hast." erklärte er weiter, doch ich hatte einfach keine Lust mehr zuzuhören.

,,Ist ja nett, dass du mir das nochmal gesagte hast, aber da brauchst du eigentlich nichts zu erklären. Alles gut. Ich muss jetzt auch wirklich mal auf's Klo." dabei versuchte ich so überzeugend wie möglich zu lachen und drehte mich kurz danach um, um zu verschwinden.
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