All we are

von ninagac
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
12.01.2018
21.05.2019
22
26.950
4
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Dieses Kapitel
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30.05.2018 1.165
 
Nachdem ich kurz danach wieder am Auto war und nach Shawn guckte, war er-

-einfach weg. Und auf einmal wandelte sich meine Sicht von dem leeren Autositz zu einer Schar  Autos. Die Wagen standen alle zusammen in mehreren Reihen und bewegten sich nicht. Nach und nach kam ich wieder in der vermeintlichen Wirklichkeit an, in welcher Shawn nicht schwer verletzt und blutend im Auto saß, sondern aufrecht und vollkommen wach auf die Straße und den Stau vor uns achtete. Ich merkte wie mir ein riesengroßer Stein vom Herzen fiel und ich erleichtert tief einatmete. Wirklich, ich glaube, ich war noch nie so erleichtert gewesen noch kam mir ein Traum so real vor. Und außerdem war das eben das erste Mal, indem ich im Auto eingeschlafen war. Wow...

Schnell richtete ich mich auf und wandte mein Gesicht zu Shawn. ,,Von wegen du kannst nicht in Autos schlafen." ,,Einmal und nie wieder! Mein Rücken tut jetzt schon weh.". Daraufhin grinste er mir nur zu und drückte wieder aufs Gaspedal. Heute war Shawn nicht so redegewandt wie sonst immer, also ließ ich ihn lieber in Ruhe, um ihm nicht auf die Nerven zu gehen.

Ungefähr eine halbe Stunde später, in welcher ich über meinen gruseligen Traum nachdachte und Shawn zuhörte wie er sich über die vielen Autos aufregte,  kamen wir endlich an. Shawn parkte das Auto vor einem dem Anschein nach Nobelrestaurant. Vor dem protzigen Eingang standen mehrere Angestellte in teuren Anzügen und kümmerten sich um die Gäste. Gerade stiegen aus einem weißen Porschen ein Paar in wirklich sehr wohlhabend aussehenden Outfits und ich fühlte mich augenblicklich hässlich. Hässlich, billig und wie ein Mensch, der eigentlich nichts mit solch gut lebenden, eher luxoriös lebenden, Menschen zutun haben sollte.

,,Das beste Restaurant Kanadas. Fünf Sterne, extra für Personen, die es etwas isolierter haben wollen, Livemusik und viel viel mehr." grinste mich Shawn an, völlig begeistert von dem, was er mir vorzeigte. ,,Welchen Reiseführer hast du denn verschluckt?" erwiderte ich halb lachend. Immer noch grinsend führte er mich zum Eingang mit seiner Hand auf meinem Rücken und gab anschließend den Autoschlüssel an einen der Angestellten ab.

Ich war nicht enttäuscht, nein wirklich nicht. Ich hatte nur gedacht, dass wir zwei etwas eher persönliches und vielleicht normales machen. Natürlich fand ich das Restaurant auch wunderschön, jedoch war das einfach nicht meine Welt und ich fühlte mich, als ob jeder mich abschätzig musterte und abfällige Bewertungen über mein Auftreten machen würde.

Die wirklich gutaussehende Empfangsdame am Tresen kam auf uns zu und fragte nach unserer ,,VIP Identity Card". ,,Hier." zeigte ihr Shawn die ebenfalls teure Karte und schenkte ihr ein nettes Lächeln. ,,Wunderbar Mr. Mendes. Wenn sie mir dann bitte Louis hier folgen würden.", sie zeigte auf einen freundlich aussehenden Mann, der neben sie trat ,,Er wird sie in ihren Bereich führen und dann anschließend alles servieren, was Sie bereits bestellten, Mr. Mendes. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an ihn und dann wünsche ich Ihnen und Ihnen, Miss Graham, einen wohltuenden Aufenthalt bei uns."

,,Danke." sagten Shawn und ich synchron und gingen schnellen Schrittes Louis hinterher. ,,Sie kennt meinen Namen." gab ich völlig dämlich klingend von mir. Shawn lachte kurz auf und zog mich an meiner Schulter zu sich. Im Gehen. Ich packte mich zwar fast, aber das war's wert. ,,Dankeschön Shawn, wirklich." bedankte ich mich lächelnd bei ihm. ,,Happy Birthday." zuckte er zuckersüß mit den Schultern. Und kurze Zeit später standen wir schon in unserem Bereich. Es war ein riesen Zimmer mit einer Sofa-Ecke, Badezimmer und Essbereich. ,,Das ist doch ganz nett hier." meinte ich mit Schmollmund und an den frischen Blumen riechend ,,Uhh... Schokolade." entdeckte ich die zierliche Verpackung neben dem Strauß.

,,Wir haben bis 20 Uhr Zeit alles zu plündern und die ganze Speisekarte durch zu futtern, bis wir von der Security rausgekickt werden. Wehe du genießt das jetzt nicht!" untersuchte Shawn die Minibar. ,,Mal gucken. Ich dachte, dass wäre ein Restaurant und kein Hotel. Soll mir recht sein." erwiderte ich und hüpfte zu Shawn auf der anderen Seite des Zimmers. Er grinste mich keck an und sagte wie ein abgehobener Snob: ,,Manche Leute finden 5 Sterne-Restaurants einfach trotzdem zu einfach.". Das "einfach" gab er nochmal mit extra viel Betonung zur Geltung. ,,Ich bin ganz deiner Meinung, Darling. Wir aus der ersten Klasse haben eben höhere Ansprüche." sagte ich mit meinem legendären Bitch-Blick. ,,Oh man, wenn wir je aus Kanada vertrieben werden, wandern wir nach Mexiko aus und werden Snobs.". ,,Kreativ. Lass ich als Fluchtplan durchgehen." stimmte ich ihm sarkastisch zu. Ach waren wir doch wieder witzig.

Nach kurzer Stille prusteten wir kurz nacheinander los und fingen an laut und halb heulend zu lachen. ,,Man sind wir witzig." hielt Shawn seinen Kopf in den Händen. ,,-total." gab ich immer noch lachend zu und wischte mir eine Träne aus dem Augenwinkel. In dem Moment klopfte es an der Tür. ,,Herein!" rufte Shawn zu wem auch immer zu. Die Tür öffnete sich und mehrere Männer schuben das Essen auf Gestellen, imposanten Gestellen, herein.

Viel Essen, viel Sushi, viel Gelächter und vielen Brechreizen(Ich musste mich nicht wirklich übergeben), aufgrund der exotischen Speisen, die mir leider nicht so lagen, später lagen wir auf einem großen Sofa und unterhielte uns. Als es wieder klopfte lief Shawn schnell zur Tür und verschwand nach draußen. ,,Shawn?" rief ich recht leise nach ihm und stand ebenfalls auf. ,,Happy Birthday to you. Happy Birthday to you..."(wir wissen alle, wie es weitergeht!" kam er singend ins Zimmer. Vor sich schob er einen kleinen Wagen mit einer super lecker aussehender Torte und vielen Geschenken. ,,Wow! Damit hab ich nicht gerechnet." gab ich überrascht zu. Schnellen Schrittes ging ich zu ihm und zog ihn in eine Umarmung. ,,Danke Shawn. Danke, danke, danke..."

,,Ach kein Ding." winkte er rot angelaufen ab. Verträumt guckte ich ihn mir noch eine Weile an. Shawn war wirklich toll. Wirklich. Wirklich sehr. Wirklich sehr sehr toll. Oh man, er war so perfekt. Und all das macht er für mich. Nur für mich und nur, weil ich seine Freundin war. Ich weiß, dass wollen viele Mädchen, aber ich würde lieber seine Freundin sein. Ich hatte  es schon vor mehreren Wochen bemerkt, dass ich total in ihn verknallt war. Aber jetzt, wo er so vor mir steht bin ich mir sicher, dass ich unwiderruflich und hoffnungslos in ihn verliebt war. Oh Gott... Ich weiß natürlich, dass er mich ehrlich mag, aber ob er auch mich liebte oder wenigstens für mich schwärmte? Trotz meine wunderbaren Menschenkenntnisse, konnte ich ihn einfach nicht entschlüsseln, was mich einfach verrückt machte. Ich hasste diese Unsicherheit. Ich hasste sie!

Shawn. Sag, liebst du mich? Es ist doch eigentlich nur ein verdammter Satz oder eine verdammte Frage. Warum kann ich ihn alles fragen und ihm alles sagen, nur das nicht?Ich hasste es.
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