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Liebe endet nie

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Mrs. Danvers OC (Own Character)
11.01.2018
10.07.2018
4
4.835
1
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3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
11.01.2018 1.610
 
Heyyyy :D Fragt mich nicht, wie ich auf die Idee für diese Geschichte gekommen bin, sollte ursprünglich nur ein Oneshot  werden, aber ja. Hat nicht so ganz hingehauen xD Auf jeden Fall hab ich eigentlich schon weiter geschrieben(seeeeeeehr viel :p), aber 1. war ich zu faul das jetzt alles abzutippen, 2. möchte ich erstmal schauen, wie das so ankommt, und 3. hätte ich gerne ein paar Reviews xD Also wenn ihr wollt dass es weiter geht, schreibt mir ein Review xD Joa. Ach so, die Rechte an Rebecca haben die VBW, Michael Kunze und so weiter... ihr wisst schon ^-^ Die handelnden Charaktere gehören Daphne du Maurier, aber die Geschichte selbst gehört mir.
Aber jetzt viel Spaß beim Lesen<3
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Liebe endet nie    

Es war bereits spät, als Mrs Danvers in ihr Zimmer zurückkehrte. Sie hatte zum ersten Mal seit Jahren einen freien Abend gehabt, und ausgerechnet heute lag ein unheilverkündender Nebelschleier über ganz Kerrith. Sie legte die kleine Tasche, die sie dabeigehabt hatte, neben ihr Bett, wobei ihr Blick auf einen fliederfarbenen Briefumschlag fiel, der auf eben jenem lag. Mit leicht zittrigen Fingern zündete sie eine Kerze an, die den halbdunklen Raum spärlich erleuchtete. Vorsichtig stellte Mrs Danvers das Licht auf ihre staubige Kommode, nahm den Brief von ihrem Bett und lächelte. Rebeccas Geruch, eine Mischung aus Orchideen und leichtem Parfum, stieg ihr in die Nase, als sie das Siegel nachfuhr und sich das Papier an die Brust drückte. Beinahe schien es ihr, als spüre sie den Herzschlag der anderen. Nach scheinbar endlosen Minuten brach die Frau das Siegel auf und zog einen Brief hervor. Keiner der langen Romane, die sie ihr manchmal schrieb, lediglich eine halbe Seite. Eine halbe Seite voll mit Rebeccas ordentlicher, schräger Handschrift. Mrs Danvers setzte sich nahe der Kerze auf ihr Bett und begann zu lesen:

Liebe Danny, ich komme gerade aus London. Du bist schon fort, darum werde ich dir diesen Brief von Robert bringen lasse, da ich ja keinen Zutritt zu deinem Zimmer habe… Ich wollte dich nur daran erinnern, dass ich immer hier sein werde, Manderley wird immer mein Zuhause sein. Ich bitte dich, lasse alles so wie ich es immer wollte. Ich liebe dich. Rebecca.

Sie las den Brief exakt dreimal durch, konnte sich jedoch keinen Reim darauf machen, was Rebecca wohl meinte und warum sie in der Vergangenheit von sich sprach. Die letzten Wörter zauberten ihr jedoch ein Lächeln auf das sonst so ausdruckslos wirkende Gesicht. Auch Mrs Danvers liebte Rebecca, liebte sie mehr als ihr eigenes Leben. Zwar wurde sie von vielen für kalt, emotions- und herzlos gehalten, doch sah es in ihrem Inneren anders aus. Doch bis auf die Schreiberin der Notiz wusste das niemand, nein ahnte es sogar nicht einmal. Darum verstand Mrs Danvers auch nicht, warum ihre Herrin, die doch so viel mehr war als das, ich solch merkwürdige Zeilen schrieb.
Sie war müde, und doch fand sie keinen Schlaf, zu sehr quälte sie der Gedanke an Rebecca. Nachdem sie mehrmals erfolglos versucht hatte, ihr Gehirn zur Ruhe zu bringen, sodass ihre Gedanken endlich aufhörten zu kreisen, stand sie auf und zog die Vorhänge beiseite. Sie öffnete das Fenster und sog in tiefen Zügen die kalte Nachtluft ein. Das Atmen belebte ihre Sinne, und lenkte ihre Gedanken kurz zu einigen banalen Dingen, die sie noch zu tun hatte. Die Saucen für den Empfang nächsten Sonntag beispielsweise. Sie wurde aber jäh aus ihren Überlegungen gerissen, ob den Gästen die Cocktail- oder die Rotweinsauce besser schmecken würde, da das Licht im Bootshaus, unten in der Bucht, entzündet wurde. Von einer inneren Angst geleitet, streifte sie hastig ein Paar Schuhe über und lief, im Nachthemd, wohlgemerkt, die Treppen des stattlichen Herrenhauses hinunter. Wenn sie so jemand erblicken würde, das war ihr voll und ganz bewusst, wären ihr Ruf und ihre Ausstrahlung dahin, nur war ihr das in diesem Moment herzlich egal. Natürlich konnte es sein, dass sie dort unten wieder einen ihrer Liebhaber empfing(Mrs Danvers zählte sich selbst nicht dazu. Sie war für Rebecca so viel mehr als nur eine Affäre), aber die ganze Situation erschien ihr irgendwie mehr als seltsam. Wie ein Geist mit dem weißen Nachthemd und den langen, dunklen Haaren, die sie nur zum Schlafen öffnete, und dem blassen Gesicht, huschte sie den steinigen Pfad zum Bootshaus hinunter. Gerade als sie nur noch wenige Meter von der zum Cottage umfunktionierten Hütte entfernt war, erlosch das Licht wieder. Die Frau verlangsamte ihren Schritt, bis sie schließlich ganz zum Stehen kam. Wenige Herzschläge lang überlegte sie, ob sie klopfen und die Tür öffnen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Zurückgehen war auch keine Option, alles in ihr sträubte sich gegen diesen Gedanken. Also blieb Mrs Danvers einfach stehen. Sie schaute aufs Meer hinaus; der Nebel trübte die Sicht. Schiffe würden es schwer haben, bei diesem Wetter unfallfrei durch die Bucht zu steuern… Ein Geräusch schreckte sie aus ihren Gedanken. Ein Knarren, so als ob eine Tür geöffnet worden würde. Sie fuhr herum, konnte aber niemanden entdecken, der das Geräusch verursacht haben könnte. Sie sah einen Schatten durch die Tür des Bootshauses huschen, doch für Rebecca war er zu groß und zu muskulös. Der Mond kam kurz hinter den Wolken hervor, und so konnte sie einen kurzen Blick auf die Gestalt erhaschen. ,,Mr de Winter?!“ flüsterte sie fassungslos. Und zu laut. Maxim drehte sich um, aber glücklicherweise war es inzwischen schon fast wieder komplett dunkel, die Wolken hatten den Kampf gegen den Mond gewonnen. Mr de Winter wendete sich wieder dem Weg zu, er ging zum Meer. Und zwar zu der Stelle, wo Rebeccas Boot, die Je Reviens, vor Anker lag. Den Geräuschen nach zu urteilen, bestieg er die Segelyacht und verstaute etwas(oder jemanden! Lief es Mrs Danvers kalt über den Rücken) in der Kajüte. Er enttäute das Boot, sie hörte wie der Wind durch die Segel fuhr, und entfernte sich rasch. Bald war das Rauschen des Windes nur noch schwach zu vernehmen, Maxim musste längst bis zu den Felsen gesegelt sein. Aber warum tat er das? Warum fuhr er mitten in der Nacht mit Rebeccas Segelboot hinaus? Der Gedanke war absurd, doch hatte er in ihrem Inneren gekeimt und Wurzeln geschlagen wie ein lästiges Unkrautpflänzchen. Doch wieso sollte Mr de Winter seine Frau…? Er konnte sie nicht umgebracht haben. Nein, er hatte gar keinen Grund dazu. Warum also? All ihre Selbstbeschwichtigungsversuche waren nutzlos. Sie wurde dieses widerwärtige Gefühl nicht los, dass ihre langjährige Liebe gerade tot auf ihrer Segelyacht lag und gen Horizont fuhr. Sie konnte den Drang nicht unterdrücken und lief zur Tür des Bootshauses. Sand stob hinter ihr auf, als sie die quietschende Tür aufstieß. Der leichte Duft von Meerwasser stieg ihr entgegen, als sie mit ihren Blicken hektisch den Raum absuchte. Weder Rebecca noch einer ihrer Liebhaber waren dort. Nur das Porzellan stand unberührt auf einem der Regalbretter, nicht weit entfernt davon einige kleine Schiffsmodelle. Unheilahnend durchschritt sie den Raum, um im Nebenzimmer nachzusehen. Nichts. Aber das konnte nicht sein. Rebecca MUSSTE sich hier unten aufhalten. Etwas anderes kam gar nicht in Frage. Warum sollte sie mit ihrem Mann segeln gehen? Mrs Danvers musste… Es war ihr als Angestellte auf Manderley natürlich strikt verboten, ohne ausdrückliche Erlaubnis die Räume der Hausherren zu betreten, aber dies war eine Ausnahme. Die morsche Tür knarrte, als sie aus ihr hinaustrat. Der Wind spielte mit ihren Haaren, ließ sie herumfliegen und sie musste die Augen zusammenkneifen, damit sie keinen Sand in eben jene bekam. Sie quälte sich den Pfad hoch, die Sandkörner peitschten gegen ihre nackten Beine. Erst jetzt wurde ihr wirklich bewusst, wie kalt es doch war. Sie biss sich auf ihre Lippe und stapfte weiter die Anhöhe hinauf. Nach schier endlosen Minuten war sie wieder bei dem stattlichen Herrenhaus angelangt. Das gleiche Gefühl wie damals, als sie Manderley das erste Mal erblickt hatte, breitete sich in ihr aus. Damals war sie neunzehn gewesen, als Kindermädchen und Freundin der kaum zwei Jahre jüngeren Rebecca. Sie hatte, nach einigen Jahren als normales Dienstmädchen, schließlich eine Anstellung als Haushälterin bekommen. Damit sie bei Rebecca bleiben konnte. Ja, ihre Rebecca. Diese hatte das Haus sofort geliebt. Mrs Danvers hatte etwas gebraucht, um sich an ihr neues Zuhause zu gewöhnen, aber mit der Zeit schloss auch sie das Anwesen immer mehr ins Herz. Leise öffnete sie ein Nebentor und schlüpfte erleichtert hindurch. Sie wollte gerade die Treppen zum Westflügel hinaufeilen, als sie jemanden die Stufen zu den Dienstbotengemächern hinunterlaufen sah. Robert. Was machte der junge Diener um diese Uhrzeit noch hier unten? Fragte sie sich, ehe ihr bewusst wurde, dass sie ja auch noch in den Gängen unterwegs war. Er schien sie wohl nicht zu bemerken(oder er lief absichtlich in ihre Richtung, was sie allerdings für unwahrscheinlich hielt), jedenfalls schritt er genau zu der Tür, durch die Mrs Danvers das Gebäude eben betreten hatte. Kurz bevor er sein Ziel erreicht hatte, trat sie aus dem Halbdunkel an ihn heran und schaute ihn, so gut dass in Nachthemd und mit geöffneten Haaren eben ging, streng an. ,,Robert, was machen Sie zu solch später Stunde noch hier unten?“ Der junge Mann zuckte merklich zusammen und wollte, seinem Gesicht nach zu urteilen, gerade eine bissige Antwort erwidern, als er plötzlich merkte, wen er denn da eigentlich vor sich hatte. ,,Ähm… äh… nichts, Mrs Danvers, gar nichts. Ich war… ich hatte nur… ich werde jetzt wieder zurück ins Bett gehen. Gute Nacht…?“ Gerade als er sich zum Gehen wenden wollte, griff sie ihn, von einer unbekannten Intuition gelenkt, an der Schulter. ,,Bitte Robert, ich möchte mit Ihnen reden. Ich weiß, es ist schon spät, aber… aber ich brauche jetzt jemanden, der mir zuhört. Könnten Sie dieser Jemand sein?“
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