Träume

GeschichteAllgemein / P16
09.01.2018
11.04.2019
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Tag 1 meines kleinen Projektes
Das hier wird die Liste sein, mit der ich arbeite.  
Von daher: Wie ist das Wetter da draußen
Raindrops
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Wo die Sonne ist, das wusste sie nicht. Aber es war kalt, schrecklich kalt und der dünne Mantel, der sie wärmen sollte, war längst nicht genug. Und irgendwie wusste sie, sie wusste einfach, dass irgendetwas heute zu Ende gehen würde.
Ihre Schritte waren zögerlich, als sie durch die Straßen ging, den regennassen Boden mit ihren trüben Augen fixierend.
Sie war halbblind, nachdem ihre Mutter dem ''scheußlichen Wechselbalg'', wie sie es nannte, etwas unter das Essen gemischt hatte.
Der Abend war nicht sehr schön gewesen, als sie schreiend vor Schmerz von ihrem großen Bruder zum Arzt gebracht wurde.
Kurz danach hatte ihre Mutter ihn verstoßen.
Denn er hatte einem Monster das Leben gerettet, war ihre wütende Begründung gewesen und sie hatte wenige Tage später auch sie auf die Straße gesetzt. Mit nichts mehr als dem Sommerkleidchen und dem dünnen Mantel, den sie jetzt auch trug und dem Medaillon um ihren Hals, das eines Morgens einfach in ihrem Babybett gelegen hatte, vor mehreren Jahren.
Ihre nackten Füße waren halb erfroren, was mehr von der Nässe, denn von der Kälte herrührte und immer wieder rieb sie sich über die Arme.
Aber mehr als mitleidige Blicke hatten viele der Passanten nicht für sie übrig.
Bis auf einmal -
,,Hey, Kleine. Ist dir kalt?'', fragte eine Männerstimme und sie blickte nach oben, um zu nicken und sich der Offensichtlichkeit ihrer Situation zu äußern, doch da war niemand.
,,Lass mich dich ins Warme bringen'', flüsterte dieses Mal die Stimme eines Mädchens, doch als die Kleine sich umblickte, sah sie wieder Niemanden.
,,Nimm einfach meine Hand'', flüsterte nun die Stimme einer mit Sicherheit älteren Frau und das Mädchen nickte heftig, wollte nach der Hand greifen, doch da war nichts.
Nichts! Nichts! NICHTS!
Und das Mädchen schrie.

,,Ist dir kalt?'', flüsterte Jemand und langsam nickte sie. Aber ihr war warm.
Als sie aufblickte, war da warmes Feuer und an ihren frierenden Füßen waren dicke Kuschelsocken.
Sie zog ihre Beine an und schlang ihre dünnen Ärmchen darum.
,,Weißt du, von wem der Regen kommt?'', fragte die Stimme leise und sie versuchte einzuordnen, was das für eine Stimme war und woher sie kam, während sie den Kopf schüttelte.
,,REgentropfen sind wie Tränen'', flüsterte der Jemand und fuhr dann fort, während das Feuer aufloderte und es im Raum noch wärmer wurde, wunderschön warm.
,,Tränen von lieben Menschen. Von Menschen, die nach einem rufen. Sie rufen die Totgeweihten''.
Ruckartig fuhr sie mit dem Kopf herum, als sie bemerkte, dass die Stimme von einer Stelle aus der Dunkelheit hinter ihr kam.
,,Wen hast du verloren?'', flüsterte die Stimme und sie brach in Tränen aus, als ihr Bruder aus dem Schatten trat.
,,Oreon'', rief sie mit jammernder Stimme und wollte ihm entgegenstürzen, doch sie konnte sich nicht bewegen, bis er sich vor ihr hinkniete. ,,Willst du das wirklich?'', fragte er leise und strich ihr durch das Haar. ,,Willst du mir wirklich folgen und dein LEben hinter dir lassen?''.
Als sie nicken wollte, hielt er vorsichtig eine Hand unter ihr Kinn und küsste ihre Stirn. ,,Denn da unten wartet vielleicht jemand auf dich'', flüsterte er und öffnete vorsichtig ihr Medaillon, was sie bislang noch nie hinbekommen hatte. Bislang hatte niemand es öffnen können. Im Medaillon selbst war ein Bild zu sehen, das Bild einer wunderschönen Frau, mit langen, braunen Haaren, in die Blumen und Blätter sich verfangen hatten, als wäre sie durch einen Garten getollt. Auf ihrer SChulter erkannte man ein kleines, geflügeltes Etwas.
,,Ist das eine Elfe?'', fragte sie und er lachte rau, während er erneut durch ihr Haar strich.
,,Nein, meine Kleine Lamira. Das ist eine Pixie. Ein sehr freches, kleines Wesen'', äußerte er und küsste nun ihre Wange, um sich nach vorne zu beugen. ,,Also, wohin willst du?'', flüsterte er und grinste wissend, als sie ihn mit roten Wangen und unsicherem Blick ansah.
,,Bist du mir böse, wenn ich -'', fing sie an und seufzte, als er den Kopf schüttelte. ,,Geh'', hauchte er und warmes Licht hüllte sich um sie, während sie erfolglos nach seiner Hand greifen wollte.
,,Komm mit!'', rief sie, als alles dunkel um sie wurde.

Es war kalt, so schrecklich kalt. Und es regnete.
Und jemand trug sie.
,,Oreon?'', flüsterte sie und griff nach dem nassen Mantel, der Person, die sie trug.
,,Nein, Kleine. Ich bin John. Und ich bringe dich heim'', hörte sie und lächelnd ließ sie ihren Kopf wieder zurücksinken.
Egal, wohin es ging. Solange ihr warm war, war alles in Ordnung. ,,Zu Mama'', flüsterte sie und hörte ein glockenhelles Lachen, als sie in einen tiefen Schlaf fiel.
Der Mann lächelte traurig und trug sie weiter.
Er trug sie in den Wald.
Er trug sie in die Hütte.
Und während John das Mädchen warm zudeckte, setzte ein kleines Licht sich auf ihre Schulter und schickte ihr einen Traum.
Den Traum einer jungen Frau, die ihr Baby in der Wiege einer jungen Familie ließ und verschwand.
Einer jungen Frau, die nach ihr rief, sie zu suchen.
Einer jungen Frau, die ihre Mutter war.


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Es ist Zeit für den zweiten Versuch in 2019. Wir arbeiten dieses Mal mit der gleichen Liste, die oben verlinkt ist, aber auch mit diesen Wörtern.
Von daher erneut: Outside the Window
Aber zusätzlich mit dem Wort: Hangover.
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Draußen regnete es, als er sich aus dem Bett quälte und seine Hände an die schmerzende Stirn presste.
Er hätte nie im Leben so viel trinken sollen, beschloss er und machte sich nach einem kurzen Toilettengang auf den Weg zur Küche, um sich einen starken Kaffee aufzubrühen.
Außerdem hatte er das Gefühl, dass er irgendetwas vergessen hatte, was verdammt wichtig war, aber er kam nicht darauf.
Stattdessen griff er in die Toastbrotverpackung, um eines der weichen Weißbrote auf einen Teller zu legen und direkt mit der kalten, harten Butter us dem Kühlschrank beschmierte, auch wenn das eher ein Loch in die weiche Textur drückte.
Das war ihm aber egal, als er noch Honig aus der Flasche raufdrückte und sich dieses Frühstück in den Mund schob.

Was verdammt nochmal hatte er vergessen, dachte er sich, als er in den Regen starrte und den Schluck Wasser mit der Schmerztablette gegen seinen Kater schluckte. Er fühlte sich wirklich nicht wohl und verfluchte den Alkohol, wie jedes Jahr am Tag nach seinem Geburtstag.
Aber er liebte es nun einmal, eine Party für seine Freunde zu veranstalten. Und das führte nun einmal zu diesen Massen an Alkohol.

Es regnete noch immer, als er am Abend beschloss ind Bett zu gehen und noch immer hatte er dieses komische Gefühl, dass irgendetwas in seinen Erinnerungen danach rief, bemerkt zu werden.
Doch noch immer kam er nicht darauf, was es war. Stattdessen zog er sich langsam seinen Pyjama an, nachdem er genüsslich geduscht hatte und griff anch einem guten Buch, um es sich gemütlich zu machen, vor dem Schlafen gehen.

Er wollte gerade das Licht ausschalten, als es ihm einfiel. Hastig stand er auf, fluchte laut, als er sich mit den Beinen in der Bettdecke verfing. Er raste nach unten zur Haustür, riss sie auf und stolperte im Regen über den klatschnassen Boden zum Auto, um es aufzuschließen.
Mit wütend funkelnden Augen blickte seine Freundin ihn an, sie hatte Gänsehaut auf ihren dünnen Armen und sofort zog er sie eng in seine Arme.
,,Es tut mir leid'', flüsterte er, während er das sie fesselnde, breite Seidenband löste und sanft mit den Händen über ihren nackten Körper strich, um sie zu wärmen. ,,Ich war total verkatert'', versuchte er sich zu entschuldigen und trug sie auf seinen Armen ins HAus.
Sie hatte ihm am vorigen Abend noch gesagt, als er noch nicht ganz so betrunken war, dass sie um Mitternacht auf ihn warten würde und das hatte sie getan. Bewegunslos war sie einen Tag in seinem Auto gewesen und er hatte einfach nicht an sie gedacht.
Mit wärmenden Händen strich er über ihren Körper, deckte sie zu und drehte die Heizung auf, als es dann auch endlich aufhörte zu regnen.
,,Ich wusste, dass ich etwas vergessen hatte, aber ich war einfach zu verkatert'', murmelte er entschuldigend und erntete dafür ein Schaudern, als ihre eiskalten Hände sich an seine empfindlichste Stelle legten. ,,Nächstes Jahr bleiben alle nüchtern'', flüsterte sie, ehe sie sich besonders eng an ihn kuschelte, die Augens chloss und einschlief.
Er lächelte kurz, denn es überraschte ihn immer wieder, wie schnell sie ihm verzieh, aber so konnte er nun auch einschlafen, mit dem Gedanken daran, dass jetzt nichts Vergessenes mehr da draußen wartete.
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