.“~°~”. To The Rescue!

von - Leela -
KurzgeschichteAngst, Freundschaft / P12
07.01.2018
07.01.2018
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To The Rescue!

Heute war Zino einmal wieder bei Eddy im Ghostkommando zu Besuch. Jake staunte. Obwohl mittlerweile einige Zeit vergangen war, seit Eddy seinem Freund aus Gaya den Teddy zu Weihnachten geschenkt hatte, war Zinos kleine Jadcy ganz häufig mit dabei. Insbesondere, wenn Zino über Nacht blieb, konnte er nicht auf sie verzichten, und fast war es dem blonden Ghostbuster, als wenn sie schon genauso zu ihrem Freundeskreis dazuzählte, wie alle anderen auch.
      Gerade bereiteten sich die Freunde auf einen gemütlichen Skelevision-Abend vor. Jake hatte vorgeschlagen, Frikadellen und Kartoffelsalat zu machen, was großen Anklang bei Eddy, Zino und Tracy gefunden hatte. Tracy hatte sich indes bereit erklärt, sich um das Dessert zu kümmern – Bananencreme, und als Alternative Stracciatellacreme, damit Eddy auch etwas davon hatte.
      „Kann ich euch noch bei etwas helfen?“ erkundigte sich Zino.
      „Also, wir müssen den Kartoffelsalat in eine vernünftige Schüssel umfüllen, das Geschirr und Besteck zusammenstellen, die Frikadellen anbraten und die Getränke bereitstellen, Tracy ist mit dem Dessert beschäftigt…“ Jake machte eine einladende Geste. „Such dir etwas aus!“
      Zino stellte die Ohren aufmerksam auf. Dann senkte er sie wieder etwas. „Kann ich Jadcy wohl so lange allein hier im Wohnzimmer lassen?“
      „Na klar!“ lachte Eddy. „Ist doch nicht für lange.“
      Versonnen kniete sich der Gayaner auf das Sofa und setzte Jadcy sachte auf die Rücklehne.
      „Siehst du, von dort hat sie einen guten Überblick!“ Eddy lächelte. „Sie wird hier in der Zwischenzeit gut auf alles aufpassen.“
      Zino lächelte die Bärendame an. „Wir sind gleich wieder zurück!“ versprach er ihr und drückte ihr einen schnellen Kuß auf das Fell. Dann riß er sich von ihr los und folgte seinen Freunden in die Küche.

Jake hatte sich der Frikadellen angenommen, während Eddy ein Tablett auf den Küchentisch stellte, auf dem er Gläser, Teller und Besteck stapelte. Zino füllte den Kartoffelsalat in eine große Schüssel um und dekorierte ihn liebevoll mit Tomaten und Basilikumblättern. Tracy kümmerte sich indes um die Süßspeisen.
      Nachdem Eddy die Dessertschalen auf die Teller gestellt hatte, austaxiert und festgestellt hatte, daß das zu gefährlich war und sie neben die Teller gesetzt hatte, schaute er in die Getränkekiste. „Was wollen wir denn mitnehmen? Wir haben Ginger Ale, Cherry Cola, Eistee in zwei Sorten…“
      „Cherry Cola hatten wir schon lange nicht mehr!“ bekannte Jake und sah Zino an. „Kennst du die?“
      Der Gayaner schüttelte den Kopf.
      „Dann nimm die mit, und vorsichtshalber eine Flasche Ginger Ale, falls Zino die nicht mag.“ schlug Jake vor.
      „Okay!“ Der brünette Ghostbuster nahm die zwei Flaschen aus dem Kasten und stellte sie mit auf das Tablett.
      „Geht das?“ fragte Jake, als er gerade die ersten Frikadellen in eine zweite Schüssel umfüllte. „Sonst kann ich gleich auch noch eine Flasche nehmen.“
      „Ich auch!“ bot Zino an – in dem Moment flogen seine Ohren nach oben, als er ein Geräusch aus dem Wohnzimmer hörte. Alle waren von einem zum anderen Moment mucksmäuschenstill.
      Einen Augenblick lang war es ruhig, und fast waren die vier gewillt zu glauben, daß sie sich verhört hatten, als ein zweites Geräusch folgte, wie ein leichtes Poltern.
      In Zinos Augen trat ein Ausdruck panischer Entschlossenheit. Bevor Jake reagieren konnte, nahm er den Ghostbuster die Bratpfanne aus der Hand und schlich damit zum Wohnzimmer.
      „Zino, nicht…“ Eddys verbissener Ruf blieb unerhört.
      Tracy gab Jake ein Zeichen. „Dematerialisator!“
      Der Ghostbusterchef hatte schon selbst registriert, den Notfalldematerialisator aus der Eckbank gefischt, während Tracy sich mit dem Geisterentfernerspray bewaffnete, das auf dem Kühlschrank für Notfälle bereitstand. Eddy nahm gerade das Spectre Snare entgegen, das sein Partner ihm aus der Eckbank reichte.
      Sie kamen den Bruchteil einer Sekunde später als Zino bei der Tür an, wo der Gayaner sich postiert hatte und vorsichtig in den Raum spähte – doch von seiner Position aus konnte er nichts sehen. Der kräftige, blonde Gayaner bereitete sich auf alle möglichen Situationen vor und stieß dann die Tür auf, fast in der Erwartung, nichts als Ruhe vorzufinden.
      Doch das genaue Gegenteil war der Fall! Die Jungs hatten sich nicht verhört gehabt – mitten in ihrem Wohnzimmer manifestierte sich die überragende, furchteinflößende Gestalt von Prime Evil persönlich. Der Großbösemeister wirbelte gerade mit funkensprühenden Augen zu ihnen herum. Sein mechanischer Kopf lief rot an und dampfte gefährlich.
      Zino schnappte entsetzt nach Luft. Sein Blick verfolgte die Luftlinie zwischen dem Dämonenfürsten und Jadcy, die auf der Sofalehne saß, direkt im Schußfeld des Herrn des Bösen. In dem Moment brannten dem gayanischen Nationalhelden die Lichter durch. Mit einem energischen „To The Rescue“ und Jakes Bratpfanne bewaffnet stürzte er in den Raum, sprang schützend vor seinen Teddybären und ging ohne großartig weiter nachzudenken mit der Bratpfanne auf Prime Evil los.
      Jake, Eddy und Tracy waren viel zu geschockt, um adäquat reagieren zu können. Entgeistert beobachteten sie, wie Zino ihrem Widersacher wütend die Bratpfanne auf den Schädel hämmerte und ihm keine Sekunde Zeit ließ, um sich zu erholen. Von diesem unerwarteten Angriff überrascht, riß der Großbösemeister verblüfft die Augen auf und schlug automatisch die Arme über dem Kopf zusammen. In seiner Panik ließ Zino jedoch nicht von ihm ab und hämmerte dem Oberhaupt aller Geister die Pfanne immer genau dorthin, wo er es gerade nicht erwartete. „Dir… werde… ich… beibringen… sich… nicht… an… unschuldigen… kleinen… Teddys… zu… vergreifen…!“
      Unter den stetigen Angriffen krümmte sich Prime Evil zusammen und hob die Hände schützend vor’s Gesicht. Zino hämmerte noch ganze zwei Mal auf den Schädel des Geistes ein, bis die Bratpfanne durch die Gestalt hindurch fuhr, und der Geist sich auflöste. Der blonde Gayaner stand keuchend und schweißgebadet da und versuchte, sich zu fassen.
      Sich zu fassen versuchten indessen auch Jake, Eddy und Tracy, die sich erst jetzt langsam aus ihrer Starre lösten und zu ihrem Freund in’s Wohnzimmer kamen. Die drei sahen Zino mit großen Augen an.
      Der stand etwas hilflos und verlegen mit der Bratpfanne in der Hand da. „Ich mußte sie doch beschützen…“
      Jake zeigte sprachlos auf die Bratpfanne, bis er hervorbrachte: „Ich wußte gar nicht, daß das geht…“
      Eddy erlangte indes seine Entschlossenheit wieder. „Da eseln wir uns die ganze Zeit mit Dematerialisator, GhostGummer und Geisterentfernerspray ab, und Zino erledigt Prime Evil mit einer Bratpfanne!“
      Der Gayaner senkte mit verlegenem Lächeln die Ohren. „Irgend etwas mußte ich doch tun!“ Er sah nachdenklich auf das Küchengerät in seinen Händen herab. „Diese Bratpfanne hat Jadcy vielleicht das Leben gerettet.“ Er gab Jake das Kleinod in die Hand und kniete sich auf das Sofa zu Jadcy, die ihm entgegenlächelte. Erleichtert und dankbar schloß er sie in die Arme und drückte sie beschützend an sich.
      Jake hatte sich aus seiner Fassungslosigkeit noch immer nicht erholt. Mit einer hilflosen Geste umfaßte er sprachlos die Bratpfanne und den Platz, an dem Prime Evil gerade das Weite gesucht hatte.
      „Denke, Zino hatte Überraschungsmoment auf seiner Seite.“ war Tracy sich sicher. „Damit hat Prime Evil sicher nicht gerechnet!“
      „Ja!“ lachte Jake. „Prime Evil hat sicher nicht mit der Liebe von Zino zu der kleinen Jadcy gerechnet! Also, ich hätte es nicht gewagt, der Gestalt allein mit einer Bratpfanne bewaffnet entgegenzutreten!“
      „Ich würde alles tun, um sie zu beschützen!“ erklärte Zino entschieden, während er die Teddydame festhielt, als würde er damit signalisieren wollen, daß er sie ab sofort nicht mehr aus den Augen lassen würde. „Und wenn ich Prime Evil mit bloßen Händen hätte gegenübertreten müssen!“
      „Warum glaube ich das jetzt auf’s Wort…?“ kommentierte Eddy leise.
      „Okay, ähm… Wollen wir denn noch Skelevision schauen?“ fragte Jake vorsichtig nach.
      Die Freunde nickten.
      „Ähm…“ hakte Eddy sachte ein. „Aber könnten wir bitte etwas anderes statt »13 Geister« gucken, sagen wir… Zum Beispiel »Susi und Strolch«, oder so…?“
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