We Fall Apart [Post Malone]

von Lizztory
GeschichteDrama, Romanze / P16
07.01.2018
05.02.2018
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Joan

"Ich mag Rap nicht...warum muss ich zu diesem dämlichen Konzert mitkommen? Ich muss auch eigentlich noch etwas für die Uni tun."
"Jetzt sei mal ein bisschen lockerer, Joan. Das hier ist die Gelegenheit, dass du mal auf andere Gedanken kommst. Immer nur Uni, Uni, Uni, du brauchst auch mal eine Pause", ermahnt Jane ihre große Schwester, die letztendlich nur mit dabei ist, damit Jane mit ihren 17 Jahren überhaupt in das Konzert darf. In der Rap God Arena, ein Club in einer Seitengasse von Brooklyn, darf man nämlich erst eintreten, wenn man 18 Jahre alt ist, oder ab 16 mit einer Begleitperson. Um deshalb heute abend bei der "Night of the Rappers" dabei zu sein, musste Jane wirklich stundenlange Überredungskünste bei Joan anwenden, um sie in irgendeiner Weise dazu zu bewegen, mitzukommen. Denn die Schwestern gleichen sich eigentlich wie Tag und nacht. Während Jane ihre langen glatten Haare grün färbt, bauchfreie Crop-Tops und enge Hosen trägt  und von Party zu Party hopst, dabei sogar teilweise die Schule schwänzt, ist Joan der Inbegriff einer grauen Maus. Dunkle Haare zu einem kurzen Bob mit Pony geschnitten, Second-Hand-Klamotten, die aber nicht weniger modisch sind, aber ihr meistens zu groß sind und eine Vorliebe für Indie-Festivals, das ist Joan. Mit Rap kann sie nicht viel anfangen, aber ihre Schwester hatte ihr im Gegenzug versprochen, dass sie mit ihr in den neuen Star Wars Film geht.
"Schon gut, schon gut. Aber bitte Jane, benimm dich, okey?", ermahnt sie Joan, doch um sie herum erblickt sie auf einmal nur eine riesige Traube von Menschen, die sich vor dem Eingang des Clubs angestellt haben, nicht aber ihre Schwester?
"Jane!?"
Joan wird etwas panisch, immerhin hat sie ihren Eltern wiederum versprochen, auf ihre kleine Schwester Acht zu geben, weil diese schon häufiger über die Stränge geschlagen ist. Schnell versucht sie die grünen Haare ihrer Schwester unter all den Menschen aufindig zu machen und nach einer Weile hektischen herumlaufens, findet sie Jane auch schließlich. Ganz ungeniert steht sie bei ein paar anderen Konzertgästen, zwischen den Fingern der rechten Hand eine Zigarette, in der anderen Hand einen Becher mit einer Schnapsmischung.
"Jane, verdammt rauchst du etwa?"
"Wonach sieht es denn aus? Natürlich rauche ich... aber was geht dich das schon an. Ich mache das nur ab und zu", kichert sie und zieht tief an der Zigarette, ehe sie einen Schluck von ihrem Getränk nimmt. Ein großer Kerl mit schwar gefärbten Haaren und einem Piercing an der rechten Unterlippenseite grinst breit und deutet ganz offensichtlich mit dem Finger auf Joan.
"Ist das deine Schwester?", fragt er Jane und diese nickt nur. "Sie ist zum ersten Mal auf so einem Konzert, achtet nicht auf ihre Klamotten."
"Hey!" Empört blickt Joan ihre Schwester an, aber blickt dann etwas missmutig an sich herunter. Gut, sie passt äußerlich sicherlich nicht hierher, denn während alle Mädchen um sie herum doch recht aufgetakelt und sexy angezogen wirken, trägt sie eine etwas über die Knöchel hochgekrempelte Boyfriend-Jeans mit ein paar aufgestickten Blumen, dazu mit einem senfgelben Tanktop und einem zu großen, offen getragenen, grün/schwarz kariertem Hemd, ebenfalls mit hochgekrämpelten Ärmeln, sodass man ihre Festivalbändchen am rechten Handgelenk sieht. Viel Zeit über ihr Outfit am heutigen Abend nachzudenken hat sie nicht, denn plötzlich ruft einer der Türsteher "Der Nächste!" und schon ist die Gruppe dran, bei der sie mit Jane steht. Sie zeigen alle ihre Tickets, nur Joan muss noch den unterschriebenen Begleitpersonzettel zeigen, damit ihre Schwester überhaupt reindarf. Der Türsteher mustert sie streng und ein bisschen mulmig wird Joan, doch dann winkt er sie endlich auch durch. Sie hatte schon fast Angst, dass irgendetwas mit dem Zettel nicht in Ordnung wäre, den sie nun in ihrer Hemdbrusttasche verstaut.
Es herrscht eine ziemlich ausgelassene Stimmung im Club und das, obwohl das Konzert noch gar nicht begonnen hat. An der Bar fließt Alkohol in Strömen und viele tanzen schon zu den Beats, die im Augenblich noch von einem D.J. erzeugt werden. Mit einem Becher Cola steht Joan an der Bühne herum und sieht nur zu, wie ihre Schwester bereits voller Euphorie dem Shuffle-Dance verfallen ist. Seufzend nippt sie an ihrer Cola und blickt sich etwas um. Das Licht kommt von großen Scheinwerfern und ganz vielen Leuchteffektlampen, die ein Feuerwerk an Farben je nach Rythmus der Musik erzeugen. Ein bisschen verwirrt ist Joan schon irgendwie, denn eigentlich sollte hier doch ein Konzert stattfinden, oder? Um etwas von ihrem Drink zu nehmen, auf den ihre Schwester gerade aufpasst, verlässt Jane nach einer Weile die Tanzfläche. Eine Gelegenheit die Person zu fragen, die mehr Ahnung von dem allen hier haben muss.
"Sag mal, wann beginnt das hier eigentlich und vor allem, wen oder was schauen wir uns eigentlich überhaupt an."
Lachend trinkt ihre Schwester einen kurzen Schluck und blickt dann zu ihrer Schwester.
"Gleich, die lassen erstmal alle rein und dann geht´s los. Und was soll die Frage, wen wir uns hier ansehen? Habe ich dir das nicht gesagt."
Joan schüttelt den Kopf, woraufhin Jane große Augen bekommt.
"Heute ist Post Malone hier! Post Malone! Den musst du doch kennen? Jeder kennt den Kerl"
"Jane, ich habe wirklich keine Ahnung von so etwas. Sehe ich aus, als würde mir der Name auch nur ansatzweise etwas sagen? Der hört sich an, als hätte irgendjemand seinen Namen in einen Rap-Generator geworfen."
"Gut pass auf, du hörst dir das jetzt gleich ja an und ich schwöre dir, du wirst seine Musik lieben. Sein Album Stoney ist einfach genial."
"Lass mich raten, er kifft? Oder wieso heißt es Stoney?", fragt Joan nach mit einer hochgezogenen Augenbraue, denn bei dem Namen kann man ja auch recht schnell auf diese Assoziation kommen, oder?
"Keine Ahnung, viele meinen nur er hat wohl früher öfter Crack genommen oder so, aber das interessiert mich auch um ehrlich zu sein nicht, solange seine Musik gut ist." Als würde sie grade eine  Geistesblitz bekommen, klopft Jane ihrer Schwester auf einmal auf die Schulter.
"Oh oh! Lass uns hier bleiben, dann stehen wir gleich in der ersten Reihe, wenn er kommt!"
Joan unterlässt einen Kommentar, dass das doch eine logische Schlussfolgerung wäre und nickt nur mit einem gezwungenen Lächeln. Wenn das hier ein Indie-Festival wäre, dann hätte sie entschieden mehr Spaß, denkt sie, aber nun gibt es ja eh kein zurück mehr.
Plötzlich gehen alle Lichter aus und der gesamte Club beginnt zu schreien und zu jubeln.
"Es geht los!", ruft Jane, ihrer Schwester ins Ohr, um irgendwie über den Lärm der Menge zu ihr durchzudringen.
Die riesigen Scheinwerfer gehen an und beleuchten die Bühne, auf die plötzlich ein junger, tätovierter Mann tritt. Unter dem tosenden Applaus der Menge breitet er grinsend die Arme aus, sodass man die Goldzähne aufblitzen sehen kann, die er trägt. "Was geht ab, New York!", gröhlt er ins Mikrofon und die Menge schreit wieder auf. Nur Joan nicht. Während ihre Schwester neben ihr vollkommen im Freudentaumel versinkt und mit der Masse mitgröhlt, steht Joan nur stumm da und starrt zu dem Kerl hinauf, der auf der Bühne steht. Das Gesicht, dieses Gesicht, diese Haare, die Nase, das Grinsen, wenn man sich die Goldzähne wegdenkt, er kommt ihr verdammt bekannt vor. "Ist das Austin Post?", flüstert sie, aber ihre Schwester hört sie nicht. Lieber singt sie lauthals mit, als der bärtige Rapper mit seinem ersten Song loslegt.

"Man I just wanna go flex
Gold on my teeth and on my neck
And I'm stone cold with the flex!"

Schrecklich ist seine Musik sicher nicht, aber im Augenblick kann sich Joan wirklich nicht darauf konzentrieren, was er überhaupt singt. Ihre Augen sind nur auf den Rapper gerichtet, der da oben seine Show abzieht. Austin Post, ja sie kannte ihn gut, immerhin ist sie mit ihm gemeinsam zur High School gegangen. Er war kein auffälliger Junge gewesen, genausowenig wie Joan ein auffälliges Mädchen war. Viele Freunde hatte er damals auch nicht, genauso wie sie, aber Joan und er waren befreundet  gewesen, lange sogar, immerhin wohnte er nur einen Block weiter und die beiden sind sogar immer zusammen zur Schule gefahren. Doch dann war da dieser High-School Abschlussball nach dem sie ihn nie mehr gesehen hatte. Bis jetzt.
Das nächste Lied beginnt und es wird seltsam ruhig.

"She told me that I'm not enough, yeah
And she left me with a broken heart, yeah
She fooled me twice and it's all my fault, yeah
She cut too deep, now she left me scarred, yeah
Now there's too many thoughts goin' through my brain, yeah
And now I'm takin' these shots like it's novacane, yeah"

Wieder singen alle mit, doch Joan sieht die Emotionen im Gesicht von Austin und plötzlich hebt er den Blick. Dies ist der erste Moment, in dem auch er sie zu bemerken scheint. Ihre Blicke treffen sich und er erkennt sie. Er erkennt sie, genauso wie sie ihn erkannt hatte, das sieht Joan genau in seinen Augen. Für diesen einen Moment stockt Joan´s Herz. Doch er kann nicht aufhören mit seinem Lied und wirklich zu wollen scheint er es auch nicht, nein er singt weiter, begleitet von dem lauten Gesang der Masse. Doch sein Blick richtet sich immer und immer wieder auf Joan.

"Never caught a feelin' this hard
Harder than the liquor I pour
Tell me you don't want me no more
But I can't let go
Everybody told me so
Feelin' like I sold my soul
Devil in the form of a whore
Devil in the form of a whore"

"Joan, ist alles in Ordnung!?", brüllt ihre Schwester und rüttelt Joan etwas. Es ist als würde sie komplett aus den Gedanken gerissen werden, denn in diesem Augenblick hatte sie etwas bemerkt, was sie wahrlich dazu brachte sich schrecklich zu fühlen. "Jane, ich... ich muss etwas frische Luft... ich... ich gehe kurz raus.", flüstert Joan und reißt sich von ihrer Schwester los. Sie muss jetzt wirklich hier raus, die stickige Luft, das laute Gebrüll der Masse, das Lied, sie muss einfach raus. Fragend und fassungslos blickt ihre Schwester ihr hinterher und ruft noch ihren Namen, doch wirklich realisieren tut Joan dies nicht mehr. Sie schiebt sich mühsam durch die Masse der Fans und findet schließlich eine Tür aus der sie mehr oder weniger stolpert. Es ist Sommer in New York City, was die Nächste mild, aber angenehm macht. Während von drinnen noch die Musik durch die geschlossene Tür dröhnt, setzt sich Joan auf die Stufen und seufzt leise. Stumm wischt sie sich mit den Händen über das Gesicht.
"Hat er das Lied über mich geschrieben?"

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Hello ;) Die Autorin hier! Ich denke, dass sich die meisten hier sicher fragen werden: Wie zur Hölle kommt man darauf eine FF über Post Malone zu schreiben? Die Frage ist berechtigt, denn gut aussehen tut Posty sicher nicht, aber ich habe mir neben seiner Musik eben auch ein paar Videos von ihm angeschaut und ich kann nicht leugnen, dass sein Charakter einfach ziemlich witzig und interessant ist. Nachdem ich ein Video gesehen hatte, in dem er mit einem der Jungs von "First We Feast" Chicken Wings mit immer schärfer werdenden Soßen essen musste und dabei Fragen zu diversen persönlichen Dingen beantworten musste, da kam ich irgendwie drauf mal eine Story mit ihm zu schreiben XD. And now we are here. Ich würde mich sehr über Feedback freuen :) also scheut euch nicht einen Kommentar da zu lassen.

Liebe Grüße,
Posty Lizzy
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